Freitag, den 24. März 1905.
14. Jahrgang
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her üMt I^serttGUsprel-, Die einspaM-e Pettt-eUe für ganz Ober- fi' fedife Mab die Kreise Wetzlar «M Marburg 10 Pfg. sanft 15 Pfg.
Sieflamen bie PctttzeUk 30 res». 40 Pfg.
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Deueste Machrichle»
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e" °§^ (Gießener Gageökttt) Nnaöhângige Tageszeitung (Gießener Jeiinng)
^^ für Oberhsffm und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalauzeiger für Gießen und UmgebMg.
^„^ Unit-';. Enthält alle^amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhesten.
V . .Ich habe mir zum Ziel gesetzt, allezeit zu sein Mehret 'tonungen *» Reichs an Gaben des Friedens." Diese Worte hat sönnen A ^r. Wilhelm der Grotze gesprochen, unmittelbar nach un> u"l L »gleichlrchen Siegen und nach Erringung des höchsten Sirs espreises. Er war ein Friedensfreund und Friedens- fiirs! geblieben, trotzdem ihn dreimal das Geschick auser- J Min hatte, das Schwert zum Kriege zu ziehen.
Kaiser Friedrich 1H.Z der als Kronprinz die Feldherrn- vürde errang, hat seinem großen Vater in blutigen Kriegen zur Seite stehen dürfen, dienend und helfend. Eine Sieg- hie^geftalt, ein fürstlicher Bayard ohne Furcht und Tadel, hat ier aus den Greueln der Schlachten, die er glorreich ge- schlü gen, Friedenssehnsucht heimgebracht. „Der liebt den fe g nicht, der ihn kennt", waren seine Worte. Ihm war niclp beschieden, an der Erfüllung seiner Friedensideale an» her; als durch das leuchtende Beispiel seiner Absichten zu arbl iten, denn da er den Thron bestieg, stieg er zugleich ins Groth.
friedliche Kaiserworte.
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haben, jedoch ist r. kostet, der für Erhöhung, nicht für Hemmung der Mint. Die einzeln ^ufer ^^icht wird — ist verständlich; daß ein junger Fürst, m Mann beherrscht e ??,^ohn dieses Helden, der Enkel jenes Kriegers, beim An- ti ihnen eiiujefiife n^-? ^em H^uuner des Auktionators verfallenen Admi- et zu sein durch i Xfeffeë der ersten deutschen Flotte im verschwiegenen und durch eine oen Hannibalschwur tat, er werde diese Schmach
* im fiesen Dieser 'FM sie sortwischen aus den Tafeln der deutschen Ge- )üraten Tatsachen nü ~ ^ konnte das nicht nachempfinden! Daß aber Bilden sind doch bkji-i k'^^E junge Surft, eben an die Spitze des glänzendsten
]ino™vqit Fevres gelangt, eben auf den mächtigsten Thron Europas . Mtiiegen, noch berauscht von den Siegen, die Vater und
Großvater davongetragen, in seinem Herzen den Beschluß Mm konnte, niemals nach Weltherrschaft zu streben, Bajo- nethe und Kanonen ruhen zu lassen, um Vertrauen und ige bient der, SaM Siebe der Nachbarn zu ringen — das ist wunderbar.
Kaiser Wilhelm II. hat anläßlich der Enthüllung eines Leu kmals für seinen Vater Bremen wieder besucht und dort im Rathaus an Bürgermeister und Bürger der freien Reichsstadt eine Ansprache des eben erwähnten Inhalts gerichtet. Er habe, da er als Jüngling vor dem Modell des temuEtionierten Admiralschiffes gestanden, mit Ingrimm die Sckmacb emvfunden, die unserer Flotte und damaliaen
Jetzt hat der dritte Hohenzollernkaiser in Bremen sein bis Lahm verschwiegenes politisches Programm enthüllt, das er hon früher Jugend an im Herzen gehegt, und auch dieses Programmes Inhalt und Ziel ist der Friede.
Daß ein greiser Krieger, dessen Lorbeerreichtum kaum noch einer Vermehrung fähig ist, friedensfroh wird, weil er klnegessatt ist — kann nicht gerade Wunder nehmen; daß ein menschlich fühlender Held in strahlendem Siegesglanz des Blutes gedenkt, das um diesen Glanz fließen mußte, Md nun nach einem Lorbeer greift, der nur Schweiß, nicht
rührung mit hn fe 2ie scheint also der ’ öbigfeit manche N »indernissen fefe hies Vermögen |
Bekannt pitzen aus I tat A I
fennten Weltreichen geworden? Alexander der Große, .re I 'âtz'oleon I , alle die großen Kriegshelden, im Blute haben
nach â p ik' geschwommen und unterjochte Völker zurückgelassen, die fe bei W- . ei erster Gelegenheit wieder aufgeftanben sind und
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fege angetan worden. „Ich habe, mir damals den Kahmeneid geschworen, als ich zur Regierung kam, nach der felsigen Zeit meines Großvaters, daß, was an mir liegt Bajonette und Kanonen zu ruhen hätten, daß aber Bajonette und Kanonen scharf und tüchtig erhaltm werden müßten, damit Neid und Scheelsucht von außen uns an dem Ausbau unseres Gartens und unseres schönen Hauses im Kriern nicht stören. Ich habe mir gelobt, niemals nach einer öden Weltherrschaft zu streben. Was ist aus den so-
;:i' die Reiche zum Zerfall gebracht haben. Das Welt- dav icg mir geträumt habe, soll darin bestehen, 1 daß vor allem das neu geschaffene Deutsche Reich von allen l eiten das absoluteste Vertrauen als ein ruhiger, ehrlicher, Redlicher Nachbar genießen soll, und daß, wenn man der- mfft vielleicht von einem deutschen Weltreich oder einer whenzollern-Weltherrschaft in der Geschichte reden sollte, sie
! wicht auf Eroberungen durch das Schwert begründet sein soll, «sondern durch gegenseitiges Vertrauen der nach gleichen Rieten strebenden Nationen, kurz ausgedrückt, wie ein großer
'Dichter sagt: „nach außen begrenzt, im Innern unbegrenzt."
- Die Zeit, in der ich groß geworden bin, war trotz des großen Kriegs für den seefahrenden Teil unserer Nation keine
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große und glorreiche. Auch hier habe ich die Konsequenzen dessen gezogen, was meine Vorfahren getan haben. Ich danke Gott, daß ich hier in diesem Rathaus keinen Notschrei
1 rCM wi:ie tyuu, vujj iitj yicL in vielem yuuLjuu^ reinen ucoijCLjrei ’gL O^' mhr auszustoßen habe, wie einst in Hamburg. Die Flotte M^^O, -'l süiwimmt und sie wird gebaut, das Material an Menschen ' ^ronzeu ^ril jjr vorhanden, Eifer und Geist derselbe, wie der, der die Qs-
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fiziere der preußischen Armee bei Hohenfriedberg, König- grätz und Sedan erfüllt hat, und mit jedem deutschen Kriegs- sll-iff, das den Stapel verläßt, ist eine Gewähr mehr für den Stieben auf der Erde gegeben. — Ich habe hier die Alten
!unb die Jungen nebeneinander stehen sehen; die Mitkämpfer
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™ Die Jungen nevenemanoer liegen legen; Die Mitkämpfer ' Unb Mittäter unter den beiden großen Heroen, deren Stand- , . uiib ^f! iR Silber in dieser Stadt stehen, und vor ihnen die Jugend, .r (in ^Lßerf öie in das neue Reich und seine Aufgaben hineinwachsen soll. M«s werden ihre Aufgaben sein? Stetig auszubauen, , "Streit, Haß, Zwietracht und Neid zu meiden, sich zu erfreuen
tife'fe ife Om. deutschen Vaterland, wie es ist, nicht nach Unmöglichem streben. sich der festen Ueberzeugung hinzugeben, daß
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unser Herrgott sich niemals eine so große Mühe mit unserm deutschen Vaterland und seinem Volk gegeben hätte wenn er uns nicht noch Großes vorbehalten hätte. Wir sind das Salz der Erde, aber wir müssen dessen auch würdig sein Darum muß unsere Jugend lernen, zu entsagen und sich zu versagen, was nicht gut tut für sie, fernzuhalten was von fremden Völkern eingeschleppt ist, und Sitte, Zucht und Ordnung, Ehrfurcht und Religiosität zu bewahren. Ich bin fest überzeugt, daß meine Worte hier in Bremen auf guten Boden fallen werden. Von Herzen wünsche ich, daß der goldne Frieden, der bisher mit Gottes Hilfe erhalten worden ist, uns weiter erhalten bleiben wird."
Die gesteigerte Betonung des Friedenswillens unseres Kaisers wird in der ganzen Welt gehört und beachtet werden. Man wird im fernen Osten diese Worte vernehmen, die ganz dazu angetan sind, die Neigung zum Friedensschluß zu wecken und zu stärken. Man wird aber auch bei unseren westlichen Nachbarn nicht umhin können, den kaiserlichen Worten große Bedeutung beizumessen — zunächst vielleicht im Hinblick auf die Marokko-Frage, die durch den angekündigten Besuch des Kaisers in Tanger besondere Aktualität gewonnen hat —, sodann aber auch hinsichtlich der euro=' päischen Gesamtpolitik, die infolge der jüngsten Ereignisse in Ostasien notwendig eine andere Gestalt annehmen muß.
Oer Krieg in Ostasien.
Immer weiter geht der russische Riickzug dem Norden entgegen und unaufhörlich drängen noch immer die Japaner nach. Während noch am 22. März in Petersburg behauptet wurde, daß Kayuan noch nicht in japanischen Händen sei, konnte Marschall Oyama bereits am nächsten Tage berichten, daß
die japanische Verfolgung schon weit über diesen Punkt hinaus vorgedrungen ist. Das betreffende Telegramm lautet:
Die japanischen Truppen, welche den Feind verfolgen, sind am 21. d. M. in Chantun, zwanzig Meilen nördlich von Kayuan eingezogen. Die starken feindlichen Abteilungen ziehen sich in Unordnung nach Nordosten, längs der Eisenbahn, zurück.
Ueber die Lage in dem von den Verfolgten und Verfolgern durchzogenen Gebiet werden aus Petersburg die folgenden interessanten Mitteilungen verbreitet.
Panik unter der chinesischen Bevölkerung.
Der Rückzug der Russen nach Norden hat unter der friedlichen Bevölkerung, die auf den Sieg der russischen Armee gehofft hatte und jetzt mit Weibern und Kindern in die Berge flüchtet, eine Panik hervorgenrfen. Beim Durchzug der Russen durch die chinesischen Städte schließen die Einwohner die Türm, ziehen aber mit festlich gekleideten Frauen und Kindern den Japanern entgegen. Die Japaner setzen die harte Behandlung der Chinesen fort und wenden dieselben Strafen an, wie früher in Fönghwangtscheng, Liaujang und Jnkou; selbst Chinesen, die bloß verdächtig sind, daß die Russen in irgendwelchen freundlichen Beziehungen zu ihnen stehen, werdeir gemartert. Nach Norden gefluchtete Chinesen sind gefoltert, ein Uebersetzer ist hinge- richtet worden. Kaufleuten, welche russisches Geld besitzen, werden die Hände abgehauen; selbst Beamte, welche mit den Russen dienstlichen Verkehr hatten, werden nicht geschont. Der erste Gouverneur von Liaujang, Sjan, wird in Hai- tscheng gefangen gehalten; der zweite, Tscheng, ist gefoltert und nach Port Arthur verbannt worden; seine Familie isi gleichfalls gefoltert, der>Dieirer hingerichtet worden. Der chinesische Oberst Dshao ist mit seinem Neffen in Jnkou hingerichtet worden, weil er früher mit den Russen verkehrte; der chinesische Offizier Shu ist auf den bloßen Verdacht hin, mit den Russen Beziehungen unterhalten zu haben, ohne gerichtliche Untersuchung mit dem Tode bestraft worden. Die Chinesen, die Rache der Japaner fürchtend, wagen nicht, den Russen Lebensmittel zu verkaufen.
Oie Politik
0 Der bevorstehende Besuch Kaiser Wilhelms hat in Tanger ganz eigenes Leben hervorgerufen, selbst die -^.legmatischen Mauren legen eine Begeisterung an den Tag, die ihnen sonst fremd ist. Die Stadt Tanger w'rd dem Besuch des Kaisers eine dauernde Verbesserung verdanken: die Harrptstra-ße erhält die Neupstasterung, deren sie schon lange bedarf. Die Behörden wollten anfänglich eine Art Beleidigung darin sehen, daß die europäischen Einwohner, vornehmlich die englischen und spanischen, besondere Begrüßungsvorkehrungen trafen, und beruhigten sich erst auf die Versicherung, daß keine andere Absicht vorliege, als der Freude über den hohen Besuch Ausdruck zu geben,
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es Anfang April, vielleicht schon Ende dieses Monats trifft das bei Ausbruch des Hereroaufstandes ausgesandte, aus den Seebataillonen gebildete Marine-Expeditionskorps ans Deutsch-Südwestafrika in Wilhelm i iaven wieder ein. Am 6. März ist der Wörmann-Dampfer „Lulu Bohlen" mit 10 Offiziere?? und 300 Mann aus Swakopmund abgegangen,
AkO<«e»e«tsprei-: abgehslt monatlich SO Pf»., in's H«sS gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen Vierteljahr!. Mk. 1.50.
GGOMSbellageU: Oberheffifche FamMenzeitusg (täglich) und die Gietzeuer Geifeitblase« (wöchentlich).
Das Blatt erscheint an alle« Werktagen nachmittags.
am 21/März ist ihm der Dampfer „Ernst Wörmann" mit
17 Offizieren und 220 Mann gefolgt.
Oesterreich-Ungarn*
A Die vereinigte Opposition des ungarischen Abgeord, netenhauses kann nicht selbst regieren und will keine andere Regierung zulassen. Dringt sie durch, so steht die Staats- Maschine eine Weile still. Lange läßt sich das nicht durchs Halten. Vielleicht macht ein Geschäftsminister (Graf Khuen- Hejervary?) den Versuch, in Neuwahlen die Opposition zu sprengen und die alte Mehrheit wiederherzustellen.
fmikreicK
o% Die Trennung von Kirche und Staat, die in Franrreich im Werke ist, hat in, Algier die unerfreulichsten Folgen gehabt. Der Erzbischof von Algier hat dem Kultusminister in P"ns vorgestellt, daß die Beseitigung des Kultusbudgets die fast vollständige Aufhebung des katholischen Gottes- drenstes in Algier nach sich ziehe. Der mohammedanische Kultus werde durch die Neuerung nicht getroffen, und die religiös Gleichgültigen würden bald sehen, daß es mehr Vorteil biete, Mohammedaner zu sein als Cristen, und die Eingeborenen würden erstaunt fragen, warum Frankreich die Lehrer des Gottesgesetzes so unfreundlich behandle.
Russland.
0 Wie uns aus Petersburg berichtet wird, hat dort die Nachricht von der Aufnahme einer inneren Anleihe, die den Banken gegenüber kaum etwas anderes als eine Zwangs- a n l e i h e sein würde, eine förmliche Panik hervorgerufen. Bewahrheitet sich die Nachricht, so wäre offenbar, daß Rußlands Barmittel erschöpft sind. Trotzdem scheint die Großfürstenpartei noch immer die Richtung der Politik zu bestimmen. Gewaltmaßregeln, wohin man hört': In Warschau hat man 128 ältere Schüler des Gymnasiums der Vorstadt Praga verhaftet, die jüngere Schüler aus dem Unterricht verwiesen. In Lodz hat man eine große Anzahl von Aerzten unb.Jfew taten verhaftet, die für politisch verdächtig galten. Bei einzelnen von ihnen sind auch Proklamationen und sonstige aufrührerische Schriften gefunden worden. In Kutno, Gouvernement Warschau, hat die bloße Meldung, daß duf der Chaussee bei dem Gute Lanenti 140 Bauern mit Frauen und Kindern versammelt wären, den Chef der Landwache bestimmt, mit einer Kompagnie Soldaten auf die Leute loszugehen und, obwohl sie sich ruhig verhielten, auf sie zu feuern. Ergebnis: 9 Tote, 43 Verwundete. Das ist der amtliche Bericht, nicht etwa ein Gerücht! — Dagegen ist es nur ein Gerücht, daß in Petersburg selbst vor dem Palast des Großfürsten Alexis (auf dem Newskiprospekt) ein Mann verhaftet wurde, der mit einem großen Packet sich in das Palais einschleichen wollte, und daß das Packet eine Bombe enthielt. Man vermutet jetzt in jedem Packet, in jedem Blumenstrauß eine Bombe.
Balkan -Staaten»
. G Die merkwürdige und zweideutige Haltung Bulgariens rn der mazedonischen Frage, seine kaum noch verhehlte Unterstützung des Bandenwesens, hat Anlaß zu einer freundlichnachdrücklichen Vermahnung an die Adresse des Fürsten Ferdinand gegeben. Dieser ist bedeutet worden, daß er eine korrekte Haltung in der mazedonischen Frage einnehmen umge. - Fürst Ferdinand, der immer außer Landes ist, wenn sich in Bulgarien eine schwere Unregelmäßigkeit vorbereitet, hat seinen Ministerpräsidenten nach Mentone berufen, um ihn-für die auswärtige Politik mit entsprechenden Direktiven zu versehen. Konsularberichte aus Mazedonien sagen, daß in kurzem ein allgemeiner Aufstand zu erwarten sei, den bulgarische Banden organisieren. Selbstverständlich arbeitet die Türkei diesen Banden entgegen. Wahrscheinlich wird die bulgarische Regierung deswegen laute Klagen über die „feindliche Politik der Pforte" erheben. Die Mächte sind aber genau darüber informiert, daß die Türkei friedfertig ist, und daß alle (Störungen von Bulgarien aus- gehm.
Hfrika.
& Der- Viz^gouverneur des Kongvsiaats, CostermanZ, hat Selbstmord verübt. Das würde unter allen Umständen großes Aussehen erregt haben; es erregt besonders Aufsehen jetzt, da über angebliche oder wirkliche schwere Mißstände im Kongostaat Untersuchungen angestellt worden sind, die auf die Beamten des Kongostaats ein sehr übles Licht geworfn haben sollen. Selbswerständlich wird der Selbstmord mit jener Untersuchung in Zusammenhang gebracht. Ebenso selbstverständlich ist, daß die Verwaltung des Kongostaats das bestreitet.
Hmerika.
A Präsident Morales erbittet dringend für Santo Do» 'üngo den Schutz der Vereinigten Staaten. Er gibt bekannt, daß er außer stande sei, die Anforderungen de^ Staatsgläubiger zu befriedigen und gleichzeittg die Kosten für die Staatsverwaltimg zu decken. Es^mdelt sich dabei um verhältnismäßig geringfügige Summen. Belgien verlangt die aus einigen Häfen eingehenden Zollgelder in Höhs von 24 000 Dollars monatlich. Präsident Morales hat aus dieses Verlangen gar nicht geantwortet. Er hat mir die einzige Hoffnung, daß die Regierurvg der Vereinigten Staaten ihm die Gewährung einer Stundung von feiten der fremden Gläubiger erwirkt. Domingo könne Zahlung nichl leisten. - — - —