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Weihnachten im Kinderzimmer

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^5^^5^ Fest der Liebe ^^^-2^^^

Erhebe dich, mein Lied, und reg die Schwingen, Als Dankgebet schweb du zum Himmel aus, Laß treuer Gott uns deine Wege finden, Und segne unsern fernern Lebenslauf!

^er Glocken ernste Feierklänge rufen:

^Am Weihnachtsbaum Halt heute Rast und Ruh,- Loblied aus Kindermund wird dich ermahnen, O wende dich der erogen Heimat zu!"

Wo kommt der Pfefferkuchen her? Ä Rei, wie die Pfeffernüsse, wie der braune I Kuchen den kleinen Naschmäulchen schmeckt, I wenn dazu die Lichter am Tannenbaum er- | strahlen. Nun möchtet 3hr aber auch wohl gern wissen, wo das süße Labsal her kommt. F Das ist eine lange Geschichte und wenn Ihr Q gut aufpatzt, will ich sie Euch erzählen. Hört P nur: Der Pfefferkuchen war bereits unseren M heidnischen Vorfahren bekannt. Damals, als man die Wiedergeburt der Sonne feierte, die nach düsteren, wolkenverhangenen Näch- I ten der Menschheit Licht und Wärme zurück- brachte, wurde dem Sonnengotte ein Eber geopfert. Wer über keinen lebenden Eber verfügte, der brachte ein Abbild dieses Tieres N aus Honig, Mehl und Fenchel dar, oder er H wählte die schlichte runde Form, die an die Sonnen-Scheibe gemahnen sollte. Unsere Pfefferkuchen sind die Nachkommen jener alten Opferkuchen - teils haben sie die runde Form, teils die der verschiedensten Tiere bei­behalten. In Österreich trägt auch wohl der Pfefferkuchen-Mann" eine Bischofsmütze. Dann versinnbildlicht er denheiligen Niko­laus", den zur Zeit Konstantin des Großen lebenden, kinderliebenden Bischof Nikolaus von Myra. Zu diesen alten Formen gesellte sich die des Sternes, die an den Stern von Bethlehem erinnert, ober die Herzform, die die Innerlichkeit der Weihnachtsgaben ver­anschaulichen soll. Die alte Bezeichnung Honigkuchen" ist in Süddeutschland im Zeitenlauf zu Lebkuchen, in Mark Branden­burg zuPfefferkuchen" geworden. Viel­leicht, weil man in einzelnen Sorten den Honig vergeblich sucht, vielleicht auch, weil man in früheren Seiten als Pfeffer" das Ge­würz im allgemeinen zu bezeichnen pflegte, das beim Backen verwandt wird. Zahlreiche Pfefferkuchenfabriken versorgen uns heute mit dem beliebten Weihnachtsgebäck, unter denen sich, trotz stetig wachsender Mannig­faltigkeitfeinerer" SortenMehlweißchen" undPflaster­steine" die Gunst von Alt und Jung erhielten. Während sich Jahrzehnte lang einzelne Städte durch die besten Pfefferkuchen auszeichneten, sind besonders im Laufe der letzten dreißig Jahre zahlreiche andere Städte erfolgreich in den Wettbewerb mit eingetreten. Der Pfefferkuchen erhält sich siegreich durch den Wechsel der Zeiten. Er darf am Weihnachtsfest nirgendwo fehlen. Wißt Ihr nun Bescheid? Wer die Geschichte von dem Pfefferkuchen gut behält, soll zum nächsten Weihnachtsfest eine doppelte Portion bekommen.

Hänschen und das Christkind.

Die Mama hatte Hänschen schon lange in sein Bett gelegt und ihm eingeschärst, es müsse reckt artig sein, dann werde das Christ- kindchen chm etwas recht Schönes in der Nacht bringen. Häns­chen wollte Zwar artia sein, aber nicht schlafen. Wie schön mützte

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es sein, wenn plötzlich die Türe aufginge und das Christkind hereinkäme mit einem M großen Hampelmann in der Hand. Nun hatte es schon einige Stunden gewartet, aber nichts ließ sich hören. Um sich die Zeit zu vertreiben, fragt es fick, was ihm das kleine Christkind wohl Dringen könnte,- zuerst natürlich den Rampelmann. U Ja, einen Hampelmann will es haben, so M groß wie es selbst, mit einem Buckel vorn A und einem hinten; ferner will es ein Gewehr M haben, eine Trommel, aber eine richtige S Trommel,- und schließlich verlangt es eine A Trompete, wie sie der kleine Rermann, der Sohn des Hausbesorgers hat. D eser Her­mann ist sonst sehr arm und trâurig. Es möchte wohl wissen, was das kleine Christkind dem bringen wird. Vielleicht garnichts, wie im vorigen Jahr. Plötzlich richtet sich Hänschen im Bette auf, es hat Geräusch im Zimmer ge­hört, ein Geräusch von leisen Schritten. Es ist nicht das Christkind, sondern Mama, die leise k hereingeschlichen kommt und etwas in ihren w Armen trägt. Es hört, wie sie ganz leise sagt: DEs schläft. Liese, geben Sie mir doch einmal H den Hampelmann her." Da schlägt Häns- H chen die Augen auf und ruft:Mama! Also Du bist das kleine Christkind?" fragt es sie.Aber nicht doch, nicht bod); Du bist gar nicht artig," sagt Mama. Der kleine W Kerl denkt nach und flüstert dann:Der tH Hermann vom Hausbesorger wartet doch M m ch auf das kleine Christkind, doch er ist 7/ ® zu arm, und das Christkind wird ihm nichts y W bringen. Schicke ihm doch meinen Hanswurst und was Du mir noch schenken willst. Er

wird glauben, es sei das Christkind, das ihm das alles geschenkt. Willst Du?" Da küßt Mama ihr Hänschen und sagt Liese, sie solle den Hampelmann zu dem kleinen ^ Hermann bringen.Siehst Du, Mama", = sagt das Kind,nun wirst Du das kleine I Christkind sein."

Ein Weihnachtsspiel.

Drei Knaben oder drei Mädchen stellen die drei Weisen aus dem Morgenlande vor. Nachdem sie sich im Nebenzimmer beraten haben, welche Pantomime ein jeder von ihnen machen will, fassen sie sich an den Händen, schreiten heran und bleiben vor den anderen Kindern also sprechend stehen:

Es kommen drei Weise vom Morgenland,

Die Sonne hat sie schwarz gebrannt,

Drum heißt der eine auch Mohr.

Ein jedes macht nun seine Pantomime: das eine desPumpens das andere desButterstoßens", des Säens usw. und die Zu- schauer müssen erraten, was die drei machen. Die, welche das richtige treffen, werden die nächstendrei Weisen" vom Morgenlande. DerMohr" schneidet sich eine Larve von schwarzem Papier, alle drei haben Kronen von Goldpapier und Mäntel. J A L x

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Fest-Beilage für unsere Abonnenten

eihnachten!

J C^B/ eierliche Glockenklänge n x Phallen durch die stille Nacht, i Jubelnd tönen Lobgesänge 5 aufwärts zu des Himmels Pracht. H Aus den sternbesäten Fernen r fallen Engelschöre ein: tEhre soll Gott in der Höhe und auf Erden Friede sein!" /^eilge Nacht! In deren Weihe ^HGott den Heiland uns gesandt, Senke deinen Fittich nieder friedespendend auf das Land. Laß in aller Menschen Herzen $ Seligkeit und Freude sein,

\ Führe sie aus Alltags Schmerzen zu des Festes Frieden ein!

7 Laß der Engel Chor erschallen:

Und den Menschen Wohlgefallen!"

Denn euch ist heute der Heiland geboren, wel­cher ist Christus der Herr, in der Stadt Davids." sprach der Engel nach dem Evangelium des Lucas zu den Hirten auf dem Felde, da er

ihnen die Kunde brachte von der Geburt des göttlichen Kindes, das gesandt war, Licht in die Finsternis zu tragen und der Welt die Lehre zu bringen von der alles verstehenden und alles verzeihenden Liebe.

Als zartes Pflänzchen sproßte das Wort der himmlischen Wahrheit in dem erschöpften Mutterboden der vorchristlichen Welt. Die Weisen des Altertums verzweifelten an der in den Staub der Wollüste und Begierden gesunkenen Menschheit: Die Welt ist mit Verbrechen und Lastern angefüllt, es ist alles schon zu weit gegangen, als daß sie noch durch irgend

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eine Macht geheilt werden könnte", schrieb der gelehrte Römer

Seneca in jenen Tagen.

Wilde Stürme tobten um das Wort des Erlösers, sie wollten die in Bethlehem aufgegangene Saat auslöschen aus dem Buch der Geschichte, freie Bahn schaffen auch fürderhin für die nackte Selbstsucht und das gierige Gelüst, für die Unter-, drückung und Fesselung des besseren Teils am Menschen. Doch das schwache Reis wurde nicht zerknickt, es wuchs zum ge­waltigen und beschattenden Baume, unter dessen Zweigen Raum ist für alle Völker, für jedes Streben nach Erkenntnis und Gerechtigkeit. Die Verfolgung hat das Licht vom Himmel nicht vernichten können, es hat sich nicht verhängen lassen mit dunklen Schleiern und nicht erschlagen mit dem Schwerte. Es lebt unter uns und ist eine Leuchte und ein Ziel für alle, die eifrig nach der Wahrheit suchen mit aufrichtigen Herzen, die aus dem Sumpf der betrügenden und betrogenen Welt den Weg finden wollen, der zu reinen Höhen führt. Immer wieder finden sich unerschrockene Männer, die mit starker Hand und einfältigem Geist einen Wall bauen um den göttlichen Funken, damit er hoch emporlodere. So wird er ein Richt­zeichen für das sturmumtoste Schifflein, in dem der Mensch umhergeworfen wird, ein Richtzeichen, das sicher aus allen Gefahren und Wirrnissen führt.

Das Weihnachtsfest predigt uns diese Erkenntnis mit mächtiger Eindringlichkeit. In tiefer Bewegung sammelt sich der Mensch zu seinen Lieben, blickt in die strahlenden Augen der Kinder und fühlt seine Seele frei werden. Seine Jugend wird wieder lebendig, ein weißes Gewand trägt sie, goldene Sterne im Haar. Mit milder Hand lindert sie den Schmerz der Wunden, die das Leben schlug. Von ihm fällt die Sünde der Eigensucht und der Schmutz der Niederungen. Neu erwacht der vergessene Kindessinn und sagt mit heller fröhlicher Stimme: FürchteDich nicht denn auchDir ist heute der Heiland geboren". Im Mittelpunkte der deutschen Weihnachtsfeier steht der licht­strahlende Tannenbaum. Er ist das erste und unumgängliche Symbol der heiligen Nacht. Um die Christtanne schlingt sich das blumige Gewinde heimlicher Sagen und Märchen, um den Tannenbaum oerei rjen sich die lange getrennten Glieder der Familie,alter Haß wird begraben und neue Liebe geboren. Unter den duftigen immergrünen Zweigen häufen sich die Geschenke, von liebende-': Rm Vm bereitet. Am Weihnachtsfeste erwacht das Gefühl - rr Zu nmengehörigkeit wie zu keiner anderen