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Nr. 276.__

3*ferHoea»ret« > Die etnfraltige «ctiijetle für g«m über» Men, die Streife Wetzlar unb Marburg 10 Psg. sonst 16 Ps«. Reklamen He Petitreile 30 resp. 40 Vfg.

Webattton u. Hauvtecpedttion: Gießen, Selter«weg 88. ffemfpted>e«f<6le6 Nr. SW.

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11905.

^««amt.

für Oberhefsen und die Streife Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhesserl.

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Politische Rundschau.

Demtsches Reich.

V Bei den fortgesetzten halbamtlichen Veröffentlichungen werden nähere Ausschlüsse über die Reichsfinanzreform, im btfonberen über die geplante Besteuerung des Bier- und des Tabak- gegeben. Die norddeutsche Bierbesteuerung soll mit der wesentlich höheren süddeutschen mehr in Einklang ge­bracht werden. Um die kleinen Betriebe zu entlasten, ist Staffelung vorgesehen. Surrogate für obergäriges Bier werden verboten mit Ausnahme von technisch reinem Zucker, die EmgangSzölle für ausländische Biere erhöht. Für Tabak wird eine Erhöhung der GewichtSzölle für Rohtabat vorge­schlagen, feiner erhöhte Eingangszölle für ausländische Fabrikate und Stempelsteuer für Zrgarettenpapier.

* Prinz Heinrich verließ an Bord des LinienfchiffeS Brauscyweig" Klel, um sich zu den Frierlichkelten nach Christ'ania zu begeben.

* Gestern nachmittag um 3 Ühr fand auf dem Garnision- friedhofe die Beerdigung der bei dem Untergange des Torpedobootes8. 126" verunglückten und bisher ge­borgenen Matrosen statt. Auf dem Friedhofe war eine uach Taufenden zählende Menschenmenge versammelt. In Ler Kapelle deS Friedhofes hielt Marineoberpfarrer Laub­stein eine kurze Andacht, an der die gesamte Admiralität, Ler Großadmiral v. Köster an der Spitze, die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden und die Angehörigen der Verstorbenen teilnahmen; dann setzte sich der Zug von der Kapelle auS in Bewegung.

** Minister v. Budde hat erklärt, daß das Einfuhr­verbot für dänische Milch in Tankwagen baldigst wieder aufgehoben würde.

** In Deutsch - Ostafrika fanden mehrere erfolgreiche CS fechte gegen die Aufständischen statt, wobei der Re- beÜenfühcer Hassan Buschir gefangen wurde.

Frankreich.

* Der König von Portugal traf gestern nachmittag um 3 Uhr in Paris ein. Er wurde von Präsident Loubet, den Ministern und anderen Spitzen der Behörden empfangen. Am Bahnhöfe war eine Ehrenkompagnie aufgestellt. Der König und der Präsident fuhren durch ein Truppenspalier nach dem Ministerium des Auswärtigen, von der Be­völkerung überall mit Hochrufen begrüßt. Der König von Portugal stattete um 5 Uhr dem Präsidenten Loubet einen Bcsuch im Echsen ab.

Spanien.

* Dec König ist gestern nachmittag wieder in Madrid eingetroffen.

* AuS zahlreichen Gegenden Spaniens wird eine Er­neuerung der Krise gemeldet, da die Arbeit für die tausende von Arbeitern nicht ausreichend ist. Menschen und Tiere sind durch Hungersnot mitgenommen. Die Preise für Nahrungsmittel und Viehfutter sind unerschwinglich. Die Stadtverordneten und Privatleute verteilen Hilfsmittel, doch erweisen sich diese der herrschenden Not gegenüber als un­zulänglich.

Orient.

* Zur Flottendemonftralion gegen die Türkei. Falls der Sultan die Forderungen der Note nicht bewilligt, soll die Demonstrationsflotte nach Mytilene gehen, die dortigen Zollämter mit Beschlag belegen und, falls da­durch kein Erfolg erzielt wird, die Insel Lemnos be­setzen und die Dardanellen blockieren. In Konstan­tinopel wird erzählt, das deutsche Stationsschiff habe an Bord außerordentliche Vorräte von Munition und Ge­wehren angehäuft. Der Sultan soll darüber höchst er­regt sein und den deutschen Botschafter um Aufklärung gebeten haben. Im Dildiz tagte ein großer Minister­rat, um den Text der Antwort auf die letzte Note der Mächte betreffend die macedonische Finanzkontrolle fest­zustellen. Gut informierte Kreise wollen bereits wissen, daß die Antwort ablehnend lautet. In der englischen offiziösen Haltung zeigt sich bisher keine Aenderung.

* Die Antwort der Pforte in Sachen der makedoni­schen Finanzkontrolle ist gestern Abend der österreichisch­ungarischen Botschaft überreicht worden. Sie ist in allen Punkten ablehnend unter Hinweis auf die otto- , manische öffentliche Meinung, mit Ausnahme des Punktes, betreffend die Zivilaaenten. Die Pforte willigt in eine I Verlängerung der Mandate derselben auf längstens 2 Jahre ein.

Donnerstag den 23. November 1905

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HlnaöhLnKige Tageszeitung

8. Sitzung der Grotzh. Handelskammer Metze« für die Kreise Metzen, Alsfeld und Lanterbach.

(Protokoll-Auszug.)

Lich, den 15. November 1905.

Anwesend die Herren : Kommerzienrat Koch, Vorsitzender, Dürbeck, Friedberger, Grünewald, Hoos, Jhring, Klingspor, Nowack, Ramspeck, Röhr, Schwall, Stammler, sowie der Syndikus Dr. Knipper und Bureauvorsteher Bruchhäustr.

Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mit- zuteilen:

1. Daß die Handelskammer bei der Großh. Bürger­meisterei Gießen die Herstellung einer Eisenbahnver­bindung von Gießen mit dem Aartale und der Bahn Herborn-Niederwalgern befürwortet hat. Ferner wurde dem Kaiserlichen Patentamt ein Gutachten über den Gebrauch deè WortesMtll" bei Papieren er­stattet und auSgeführt, daß dieses Wort nicht zur Kt»n- zeichnung einer bestimmten Gattung von Papieren dient. Die guten Zugverbindungen auf der Linie Frankfurt a M. FuldaBedra nach Berlin und Mitteldeutschland lass n es wünschenswert erscheinen, daß diese Verbindungen auch dem Verkehr auS Westdeutschland mehr aV b'sher dienstbar ge­macht werden. Dieses Ziel kann erreicht werden, wenn auf der Strecke Gießen Fulda Schnellzüge verkehren, die eine rascheste Verbindung zwischen den Zügen der Linie Frank­furtFuldaBebra einerseits und denjenigen der Main­weserbahn, Lahnbahn und der Linie Gießen -Siegen her­stellen. Der Vertreter der Handelskammer im E senbahnrat Frankfurt a. M. hat deshalb für die nächste Tagung des Bezirkseisenbahnratè einen Antrag auf Einlegung eines Schnellzugpaares auf der Srecke Gießen Fulda eingebracht.

2. Besteuerung des Tabaks. Die in der Oeffentlichkeit wiederholt angekündigte Mehrbelastung des Tabaks und seiner Fabrikate durch eine Erhöhung der Jnlandsteuer und der Einfuhrzölle hat in den Kreisen der hiesigen Tabak- und, Zigarrenindustrie eine lebhafte Beunruhigung hervorgerufen. Die Handelskammer erblickt in einer weiteren Besteuerung des Tabaks eine außerordentliche Schädigung der Tabak- und Z'garrenindustrie und ihrer Nebengewerbe und beschloß, in Uebereinstimmung mit dem Deutschen Tabak­verein an die Regierung da» Ersuchen zu richten, von jeder Mehrbelastung des Tabaks und der deutschen Tabakfabnkate Abstand zu nehmen.

3. Wahl der Beisitzer und deren Stell­vertreter zur Durchsicht des Handelsregisters. Die Amtsdauer der Beisitzer zur Durchsicht des Handels­registers und deren Stellvertreter läuft mit Ende des JahreS ab. Für die Jahre 1906, 1907 nnd 1908 wählte die Handelskammer als Beisitzer die Herren: Kommerzienrat S. Heichelheim, M. Friedberger und C. Röhr und als SteÖücitceter die Herren C. W. Nowack, Kommerzienrat Schirmer, und W. Zurbuch.

4. Ausnahme von Fleisch usw. in den Spezial- tarif für bestimmte Eilgüter. Von dem deutschen Fleischerverband und dem Verband deutscher Wurstfabrikarrten ist wiederholt- beantragt worden, für die Versendungen von Fleisch, Fleischwaren und frischen Kuttelwaren als Eilgut die Zahlung der gewöhnlichen Frachtgutsätze zuzugestehen. Diese Anträge sind von der Eisenbahnverwaltung mit der Be­gründung abgelehnt worden, daß die Fleischwarensendungen zumeist einen gewissen LuxuSwert besitzen und demgemäß die Eilsracht leicht ertragen könnten. Die Handelskammer hat durch eine Umfrage bei einer Anzahl von Wurst- und Fleischversandtgeschäften ihres Bezirkes festgestellt, daß die Preise der genannten Waren zum Teil niedriger sind als diejenigen verschiedener Güter des Spezialtarffs für be­stimmte Eilgüter. Die Handelskammer beschloß deshalb, die Aufnahme von Fleisch usw. in den Spezialtaris für be­stimmte Eilgüter zu befürworten.

5. Behandlung von Beschwerd en in Zoll- tarifanqelegenheiten. Der preußische Finanzminister hat eine Verfügung erlassen, wonach vom 1. Januar 1906 ab gegen die Entscheid agen der abfertigenden Amtsstellen in Z lltarissachen eine fortlaufend e Beschwerde mit der Wirkung erhoben werden kann, daß sie zur Entscheidung des Ministers zu bringen ist, falls ihr nicht von einer der unteren Instanzen abgeholfen wird. Die Beschwerde ist in diesem Falle alsfortlaufend zu bezeichnen". Da diese An­ordnung geeignet erscheint, eine Erleichterung und Be­schleunigung des Verfahrens in Zollstreitigkeiten herbeizu-

14. Jahrgang

»bo«»e»e«t-pre1S: abgehMt monatlich 50 Pfg., in's Hau» -ebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljâhrl. Mk. 1.50.

Gratisbeilage« : Oberhessische FamMe«zettu»g (täglich) und die Gietzever Seifenblase« (wöchentlich)

DaS Blatt erscheint an alle« Werktagen nachmittags.

lOietzener Weitung)

führen, so hat die Handelskammer zu Offenbach angeregt, vom Hessischen Hau>.elèkammertag au» den Erlaß gleichen Bestimmungen für das Großherzogtum Hessen zu befür­worten. Die Handelskammer schloß sich dieser Anregung an.

6 Erri chtung von Handel»in spektioner. Von dem Verband deutscher HandlungSgehülsen in Leipzig war die Handelskammer um Unterstützung eines Antrages auf Einführung von HandelSinspektionen nach dem Muster der Gewerbeinfpektionen ersucht worden. Die Handelskammer konnte sich aber bis jetzt von einem Bedürfnis für die Er­richtung einer besonderen fachmännischen Aussichtsbehörde im Handelsgewerbe nicht überzeugen.

7. Eingänge.

a) Der Handelskammer ist die neue Auflage des deutschen ReichsAdreßbuches zugegangen; Interessenten können auf dem Sekretariat der Handelskammer Einsicht darin nehmen.

b) Ferner sind der Handelskammer von zuverlässiger Seite Mitteilungen zugegangen über den Ausfall der

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Kartoffelernte in den Vereinigten Staaten von Amerika und die Nachfrage nach Kartoffeln, sowie über zweifel­hafte Firmen in Bukarest, Saloniki und Madrid. Interessenten erhalten Auskunft hierüber im Sekretariat der Handelskammer.

8. Im Anschluß an die Sitzung folgten die Mitglieder Handelskammer einer Einladung des Herrn H. Jhring Besichtigung seiner Brauerei- und Mälzereianlage. Die

Firma konnte vor einiger Zeit ihr 50jähriges Gestehen feiern und hat sich aus kleinen Verhältnissen zu einer der ersten Brauereien Oberhtssens emporgearbeitet. D.e Be­sichtigung der ausgedehnten Anlagen zeigte, daß der Betrieb mit den neuesten technischen Einrichtungen versehen ist und auf der Höhe der Zeit steht. An den Ruvdgang durch die Brauerei und Mälzerei schloß sich ein von Herrn Jhring den Teilnehmern dargebotenes Mahl an.

Lokales.

23. November 1905.

** Der Großherzig empfing zum Vortrag den Staatsminrster Rothe, beu Finanzminister Gnauth und den Geheimen Kabinetsrat Römheld.

** In den Ruhestand verfitzt wurde der Eisenbahn- assistent in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft August Zöckler zu Gießen mit Wirkung vom 1. Februar 1906.

PA Post-ierest. Am Samstag, dem 25. d. MtS., dem Geburtstag des Großherzogs, sind die Postschalter nur wie an Sonntagen gtöffnet, auch finden nur zwei Briefbe­stellungen, um 7,15 Uhr vormittags und 6 Uhr nachmittag», sowie eine einmalige Paketbestellung statt.

Sämtliche 85 000 Lose derHassia-Lotierie" sind abgefitzt worden. Die Ziehung finvet am 4. Dezember auf dem Butzbacher Rathaus- stalt.

/\ Besitzwechsel. Das Besitztum deS Liebmann Reiß, Weftanlage 25 und 27 zu Gießen ging durch Kaus für 66 500 Mark in den Besitz des Wagnermeisters Heinrich Spieß über.

* Die Kreisamts- und AmtSgerichtSdieuer bei Großherzogtums tagten am Sonntag behufs Besprechung beruflicher Angelegenheiten im Hotel Storch in Frankfurt.

V Ein geradezu sündhaftes Wahlmanöver ist in Laug-Göus von Seiten der Sozialdemokraten vor­genommen worden. Man schreibt uns:

w. Ein bei den letzten Wahlen hier vorgekommener interessanter Zwischenfall zeitigt noch ein Nachspiel. Dem von den hiesigen siegesbewußten Sozialdemokraten als Wahl­mann ausgestellten Vorsitzenden des Lang-Gönfer Arbeiter- Vereins, Maurerpolier C. Schäfer, welcher zugleich die Funktionen eines Kriegervereins-Vorstandsmitgliedes wahr- zunehmen hat, wurde aufgegeben, sich wegen deS Verstoßes gegen dieHassia"-Satzungen zu verantworten. Nach ein» gehender Beratung und politischen Auseinanderfitzungen seitens des Vorstandes erklärte der von sozialdemokratischer Seite aufgestellte Wahlmann durch feierliches Handgelöbnis und Ehrenverpflichtung, daß er der Sozialdemokratie über­haupt garnicht angehöre und leider ohne sein Wissen und seinen Willen als sog. Wahlmanns-Kandidat hineingezerrt worden wäre. Daraus erficht man wieder, mit welchen Waffen seitens hiesiger Sozialdemokraten gekämpft wird, um eine national gesinnte Persönlichkeit tote Schiffer ohne fein Wissen jum führenden Genossen der Lang-Gonser Genossen zu stempeln.