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Nr. 300

Donnerstag, den 21. Dezember 1905

14. Jahrgang

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H^ertivTsPrrt-» Die einspaltige Petitzeile für ««uz Ober- Men, die -reise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petttzeile 30 resp. 40 Pfg.

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Wie Sie sehen, 'N nach verschiedenen n ÄachHüvser unser Jeder muß solange

Papier aus einem Inder und hält es , bis es heiß wird, lägt mit der flachen ) klatscht das Blatt leiben, denn es üt sch geworden.

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irtetë, ein hoffnuna?- lang die Schule oe- eder und wird vom Na, kommst du nun m Montag gewesen?" Schule gewesen." - ksen." -Ach ist eich.

ein Hund auf mich .erbrot weggeschnappt.

du mein Butterbrot, und bin wieder nach ir erbaulich, Bartels; bin ich ja hier ge­wesen." - > bei.

Da haben mit ein- nd ich hab' gedacht, ich wieder nachHauie cht Bürschchen, um Mttwoch nW* cht in der Schâlt , Sage in die W

iger Nummer^

Die Zeitungsbestellung nicht vergessen!

In diesen Tagen, so nahe vor dem Fest, von anderen Dingen als W'ihnacktSangelegenheiten an dieser Stelle zu reden, ist eigentlich vergebliche Mühe, aber wir haben doch darauf h!pzuwtisen, daß d.e Post in diesen Tagen ihre Beamten m t den Zeckungs - Quittungen für das erste Quartal 1906 aussendet, und daß es sich empfi hlt für unsere Post-Abonnenten, von bufer zu ^ec B qaemlichtcit jetuff ntn E nrichtung Gebrauch zu machen und den Brief­trägern den Bctrag mitzugeben. Im Weihnachtètcubel lvird's leicht sonst vergessen, und von Weihnachten bis N u- johr sind es heuer bei der seiertagsreichen Festzeit nur vier Arbeitstage, an denen die Postämter für den ganzen Tag geöffnet sind. Und auch dabei ist der Andrang groß. D'e Bedeutung bi8 Zerturgs'Abonnemmts braucht zum Schluffe Don 1905 nicht weihr begründet zu werden, die harmlose Gc mml'chk, it ist aus der Zeitgeschichte geschwunden, es geht in der Welt, wie wir aus der Reichstags-Thronrede und den wieder­holten Kanzlerreden vernommen haben, recht ernst zu. Wir brauchen keine Besorgnis für uns zu hegen, aber wir haben aufzupasskn ! Darum wird das neue Jahr für deutsche Entwickelung und für deutsches wirtschaftliches Leben, für die Steuer- und Flottenpläne von der allergrößten Beoeutung stritt. Zudem treten die neuen Handelsverträge in Krast und bereiten sich außerdem noch wichtige Angelegenheiten vor. Im Ausland ist der Trubel bekanntermaßen groß. Was Ms Rußland werden wird, weiß kein Mensch, möglich ist alles und jedes. In Paris findet im Februar die N uwahl ebnes Präsidenten der R«publik statt, und es kann uns bei der Lage nicht egal sün, ob ein Chauvinist oder ein ruhiger Mann der Nachfolger von Loubet wird, der genug von der khre hat, der erste Mann in Frankreich zu sein. In Eng­land bringen die Parlamentèwahlen möglicherweise den uns nur zu gut bekannten Chamberlain ans Ruder, und j denfalls fäßt die Entscheidung über die künftige britische Handels­politik. In O-sterreich.Ungarn herrscht die Verworrenheit deL Parteihaders und Notionalitätenstreites weiter, im Orient rauchtè, kurzum, es kann mehr wie zuviel auf 1906 kommen.

politische Rundschau

Deutsches Reid)«

jeivwj^.

. A?km Anschein nach wird die Maroksokonferenz n ooch in Algeciras abgehalten zu werden. Die spanische 1 Gierung soll mit dem Plan der Verlegung nach Madrid leine besondere Geneigtheit in Paris und Berlin gefunden ] haben. Die Unterbringung der Konferenzmitglieder in i M ^clws soll bereits gesichert sein. Die noch schwebenden Vorfragen nähern sich dem Abschlusse.

SS-1" M^

* Durch eine offiziöse Veröffentlichung wird die Heraus­gabe eines deutschen Weißbuches über Marokko jetzt stimmt angekündigt. Das Weißbuch wird gegenüber dem rcnzösischen Gelbbuch eine Darstellung vom Standpunkte der

Die Bestrebungen zu einer Verbefferung der Be- pehungen zwischen England und Deutschland gewinnen uns an Boden. In mehreren größeren Städten West- uitschlands finden in den nächsten Tagen Versammlungen tat t, die s'ch mit der Frage beschäftigen werden. In Köln

^*-***'***^0 °® c^ne ^"k Betreiben der Handelskammer und der Handels- ^schule ein berufene Versammlung

Fielen» M- werden.

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am 14. Januar abge-

(. * In beteiligten Kreisen finden zahlreiche Protestver-

Bmmlungen gegen die geplanten neuen Reichssteuern -Mtd. Der Zentralausschuß Berliner kaufmännischer Vereine nach zwei Vollversammlungen beschlossen, dem Reichstage ; schweren Beden um, die gegen die von der Reichsregierung Iwrriejchlagenen Steuern auf Bier, Tabak und Zigaretten sviuße die Verkehrssteuern seitens des Berliner Handels und Berliner Industrie erhoben werden, in einer eingehend gründeten Eingabe zur Kenntnis zu bringen. Eine Ver- Iwmlunß von sächsischen Gastwirten protestierte gegen die ! Syenite Reichsbrausteuer und erk arte sich mit den Brauerei- ^'^i'n für solidarisch. Diese Sonderstener würde schließlich M' das Publikum abgewälzt werden. Die Srauiuetorbneien ien Magj'strcü ^ veranlassen, er solle gegen dis Besteuerung der Straßenbahnabonnements beim

>ZN der badischen Kammer trat der Finanzminister Dr. Becker sehr warm für die Reichsfinanzreform ein. Der Minister sagte, es sei dringend erwünscht, daß der erneute Versuch der Regierungen gelingt, eine Verbesserung der Reichsfinanzen herbeizuführen; welche Gestaltung diese aber auch annehmen werden, in jedem Falle würden sie von den süddeutschen Staaten namhafte finanzielle Opfer erheischen. Um so berechtigter sei das Verlangen, daß ganze Arbeit ge­macht werde unter grundsätzlicher Abgrenzung der Steuer- gebiete zwischen dem Reiche und den Bundesstaaten, und daß dem ersteren neue Einnahmequellen von solcher Er­giebigkeit und Steigerungsfähigkeit eröffnet würden, daß sie für eine Reihe von Jahren ausreichen.

Oesterreich-Ungarn*

** Die Stellung des Kabinetts Fejervarh ist ziemlich zweifelhaft geworden. Infolge der im Reichstage gegen die Regierung erfolgicn einstimmigen Kundgebung haben der erst kürzlich ernannte Gouverneur von Fiumè, Graf Paul Szapary, mehrere Obergespäne, ebenso der Unterrichtsminister Lukacs und Honvedminister Bihar ihre Demission angeboten. Ministerpräsident Baron Fejervary ist nach Wien gereist, um dem Monarchen über die Lage zu berichten.

Belgien*

** Da der von den türkischen Gerichten in Konstantinopel wegen des Mordanschlages auf ben Sultan zum Tode ver­urteilte Attentäter Joris belgischer Staatsangehöriger ist, hat die belgische Regierung seine Auslieferung verlangt. &ieje Forderung wird von französischer Seite unterstützt.

Frankreich*

°* Die im Januar bevorstehende Präsidentenwahl be­schäftigt das öffentliche Interesse in hohem Maße. Die Mel­dung, daß Ministerpräsident Rouvier nach dem Erfolge seiner Erklärungen über die Marokkopslitik der Regierung d.e meisten Aussich en habe, als Nachfolger Loubets das Elysee zu be­ziehen, soll nach zuverlässigen Nachrichten keine Beachtung verdienen. Als Kandidaten kommen nur Fallières und Doumer ernstlich inbetracht. Nach dem angeblichen Stand der Dinge zu schließen, scheint die Wah! Fallières mit mindestens 100 Stimmen Mehrheit gesichert zu sein.

Cngland*

** Für die Annäherung Englands an Deutschland, treten mehr und mehr einflußreiche Männer auf den Plan. Auf einer Versammlung in Penrith, die sich mit der Materie beschäftigte, wurde ein Telegramm des Lord Lonsdale ver­lesen, in dem er sagt:Alles, was dazu beiträgt, freund­schaftliche Gesinnung zwischen Deutschland und England herbeizuführen, bereitet mir die ausrichtigste Freude, Niemand weiß besser als ich, daß in Deutschland tatsächlich kein Gefühl der Animosität gegen England besteht. Die darüber run- laufenden Redereien sind lediglich das Resultat falscher Zeitungsdarsiellungeu; und es gibt niemanden, der ein leb­hafteres Gefühl der Freundschaft für das Reich Seiner Majestät Eduards VII. hat, als Kaiser Wilhelm und Fürst Bülow. Es erscheint verhängnisvoll für das Interesse unserer Nation, daß Flunkereien, die jeder tatsächlichen Be­gründung entbehren, mit der Absicht in Umlauf gesetzt werden, Feindschaft zwischen zwei Ländern gleichen Stammes und gleicher Religion, wie Deutschland und England, zn erregen."

^alkan-Staaten*

Die auf Grund der vom Fürsten freiwillig gewährten Verfassung gewählte erste montenegrinische Skupfchtina ist mit einer Thronrede in Cettinje eröffnet worden. . Die vom Fürsten Nikita verlesene Thronrede betont das zwischen Fürst und Volk seit Generationen bestehende gegenseitige Vertrauen, dessen Ergebnis die Gründung eines festen, seit hundert Jahren von der ganzen Welt als unabhängig anerkannten Staates gewesen sei. Obwohl die Entwicklung und das Ge­deihen des Landes durch die Autokratie nicht behindert worden seien, habe der Fürst doch beschlossen, an deren Stelle ein anderes Regime zu setzen, welches Montenegro auf dem Wege des Fortschrittes weiter bringen werde. Die Verfassung, die der Fürst seinem Volke gegeben habe, sei ein Erbe seiner liberalen Vorfahren, die das Freiheitsgefühl in den Herzen ihrer Untertanen am eifrigsten gefördert hätten. Die Thron­rede kündigt sodann an, daß der Skupschtina ein Verfassungs­gesetz sowie ein Gesetz über die Organisation Montenegros in militärischer, finanzieller und religiöser Beziehung zugehen werden. Nach dem Verlesen der Rede legte der Fürst den Eid auf die Verfassung ab.

Russland*

" Die Hamburg-Amerika-Linie hat mit der russischen Regierung Verträge über Rückbeförderung der russischen Truppen aus Ostafien abgeschlossen. Die DampferRugia", Rhaetia",Arcadia" undAndalusia" sind bereits von Nagasaki nach Wladiwostok abgegangen, um Truppen an Bord zu nehmen.

Hfrika.

** Die aufständische Bewegung im Innern von Marokko macht sich wieder stärker bemerkbar. Etwa 2000 Mann Sultanstruppen sind bei Sidimussa versammelt, um einem angeblich bevorstehenden Angriff des Prätendenten auf Udjida entgegenzutreten.

Men.

Das deutsche KanonenbootTiger" ist in Shanghai eingetroffen und hat 75 Mann an Land gesetzt. Amerikanische, französische und japanische Kriegsschiffe treffen ebenfalls ein. Die Unruhen sind noch nicht ganz gedämpft, wiederholt wurden Europäer angegriffen und verletzt. Das deutsche Landungskorps bewacht das deutsche Konsulat. Nachrichten über Ausschreitungen des Pöbels sind auch aus anderen Städten eingelaufen. Die Vorgänge werden als symptomatisch angesehen und mit den Zuständen vor Ausbruch des Boxer- Aufstandes verglichen. Wegen des Angriffs auf den deut­schen Generalkonsul, der bei den Unruhen mit Steinen be­worfen wurde, hat die chinesische Regierung amtlich um Ent­schuldigung bitten lassen.

Hof und Gesellschaft.

Der deutsche Kronprinz ist in Begleitung des Prinzen Joachim Albrecht in Königsberg i. P.eingetroffen, um an den dort stattfindenden Feierlichkeiten aus Anlaß des 250 jährigen Bestehens des Grenadierregiments Kronprinz (1. Ostpreußisches) Nr. 1 teilzunehmen. Die Prinzen nahmen an dem Festgott, sdienst in der Schloßkapelle teil. Dann fand auf dem Herzogsacker die Enthüllung des vor der Kaserne des Regiments gefallenen Kriegskameraden errichteten Denk­mals statt.

Die Hochzeit des Prinzen Eitel Friedrich von Preußen mit der Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg findet neueren Bestimmungen zufolge nicht am Tage der silbernen Hochzeit des Kaiserpaares, sondern erst Anfang März statt. Das neuvermählte Paar wird dann in der Villa Liegnitz in Potsdam Wohnung nehmen.

Der Kaiser hat dem Fürsten von Pleß zu Pleß, bei dem der Kaiser vor kurzem zur Jagd weilte, die Herzogs- Würde für seine Person verliehen.

steuer Generalstreik.

Die Katastrophe beginnt. Zum letzten entscheidenden Kampfe holen beide Teile aus. Die sozial-revolutionäre Partei beginnt wieder mit dem Generalstreik, der diesmal nur ein Vorspiel für die blutige Entscheidung bildet. Denn die Regierung zeigt sich entschlossen, nunmehr entschieden Widerstand zu leisten.

Den unmittelbaren Anlaß zum Ausbruch, den man erst im Januar erwartete, hat die Verhaftung des Vorsitzenden des Warschauer Eisenbahnverbandes gegeben. Auf die Weisung des Rates der Arbeiter-Deputierten sind nun alle Arbeiter, eingeschlossen die Verkehrsbeamten, zum Streik ent­schlossen.

Die Revolutionäre an die Armee.

Man rechnet diesmal schon ganz offen auf die Armee. Aus Petersburg wird darüber gemeldet:

In einem Aufruf des allrussischen Zentralverbandes von Militärpersonen werden alle Offiziere und Soldaten von Heer und Flotte aufgefordert, einen allrussischen Armeestreik zu inszenieren, nicht gegen die Freiheitstämpfer mit den Waffen vorzugehen, die Bürger vor Gewalttätig­keit zu schützen und eine neue Staatsordnung mit dem alliHmeinen Wahlrecht herbeiführen zu helfen.

In der Wirkung dieses Ausrufes ist die Entscheidung enthalten.

Die Republik Rußland.

Inzwischen haben die Revolutionäre es an der Zeit ge­halten, die Maske fallen zu lassen und offen ihre letzten Ziele zu enthüllen. Aus Moskau wird darüber berichtet:

Die Vertreter der revolutionären Parteien er­ließen ein Manifest, das die Arbeiter und die Truppen zur Gründung einer demokratischen Republik aufruft. Der Ton dieses Manifestes soll derartig heraus­fordernd sein, daß selbst radikale Blätter sich ent- ent:ch!offen, es nicht zu veröffentlichen.

Vorbereitet ist diese Wendung bereits durch die Auf­richtung der revolutionären Herrschaft in einzelnen Städten und Länderteilen. Was in den Ostseeprovinzen begann, ist im Süden des Zarenreiches fortgesetzt. Es wird darüber aus Petersburg gemeldet:

Charkow ist in den Händen der Revolutionäre. Sie haben eine neue Stadtvertretung gewählt, die aus dem Stadtvermögen 10 000 Rubel für die Ausständigen bewilligte. In Tiflis sind neue Kämpfe zivischen Armeniern und Tataren ausgebrochen.

Ganz offen treten kommunistische Bestrebungen hervor.

So haben in Jaroslawl 600 bewaffnete Arbeiter sich Korsinlinschen Fabrik bemächtigt und sie als Eigentum Proletariats erklärt.

Flüchtige Deutsche.

Wer kann, rettet sich noch vor Toresschluß über

der

des

die

Grenze. Die letzten aus Rußland gekommenen Züge haben Hunderte von Flüchtlingen nach Eydlkuhnen gebracht, die dort keine Unterkunft finden konnten und nach Stallupönen ge­schafft wurden. Für die Deutschen in den Ostseeprovinzen gehen weitere Dampfer ab. Dorthin ist auch ein englischer Kreuzer unterwegs.