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Rof und Gesellschaft.
Der Kaiser ist an Bord der Jacht „Hohenzoll^rn" von Hernösand nach Nyland in See gegangen. - Für die durck eine Flut zerstörte «todt Guannpmto tn Mexiko hat her » hie Summe von 1000 Mark gespendet.
* on feierlicher Weise hat gestern die Uebernahme der Reaieruna über die Herzogtümer SachsewKoburg und Gotha Mens des H e r z o g s K a r l E d u a r d stattgefunden, der âestürn sein 21. Lebensjahr und bannt seine Großjährigkeit erreichte Auf dem Schlosse Friedenstein unterzeichnete der Herzog in Gegenwart zahlreicher Fürstlichkeiten die Eidesurkunde Im Thronsaal hielt der Regent, Erbprinz von Hohenlohe-Lw:genbm-g, eine Ansprache, worauf der Herzog die Thronrede verlas, die mit der Verheißung schließt, daß $ der Herzog stets mit unerschütterlicher Treue zum Reich und seinen: erhabenen Oberhaupte stehen werde. Darauf fand ein Festgottesdienst statt. Im Landage wurde bekannt gegeben, daß OberrcgicrungSrat Richter-Berlin zum Staats- minister ernannt ist. — Der junge Herzog Karl Eduard ist der Sohn des Herzogs von Albany, des jüngsten Sohnes der Königin Viktoria von England. Er ist seit seiner Anwartschaft auf den koburg-gothaer Thron in Deutschland erzogen, hat in der Kadettenanstalt zu Groß-Lichterfelde das Fähnrichs-Examen bestanden, in Bonn studiert und tat als Leutnant im 1. Garde-Regiment z. F. in Potsdam Dienst. Er ist mit der Prinzessin Viktoria Adelheid von Schleswig- Holstein, einer Nicht? der Kaiserin, verlobt und mit dem Kronprinzen, sowie dem Prinzen Eitel-Friedrich eng be- treundet.
Soziales Leben.
=4= Die Aussperrung in Essen. D^r Arbeitgebea'bund für das Baugewerbe hat sich dmch die Stellungnahme des Oberbürgermeisters Zweigert nicht von seinen Entschlüssen abbrin- gen lassen. Er hat vielmehr jetzt sämtliche Bauarbeiter ausgesperrt und sich verpflichtet, Unternehmer, die in Verlegenheit und finanzielle Schwierigkeiten tommen sollten, zu unterstützen. Dies letztere geschah in Beantwortung des Vorgehens be§-Oberbürgermeisters Zweigert, defr für die Unterstützung der Bauarbeiter eine Zuwendung von 20 000 Mark beantragt hat.
=4= Straßcnbahnerstrcik in Basel. Das Personal der Va- , selar Straßenbahnen hat in einer von etwa 400 Mann besuchten Versammlung fast einstimmig beschlossen, sofort tn den Ausstand zu treten, und hat den Streik gestern früh begonnen. Der Schritt wird damit begründet, daß die Regierung die Beschwerden des Personals zu wenig berücksichtigt habe.
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Minister Balfour in späten.
Sieben Jahre dauert in England eine Legislaturperiode, d. h. die Mitglieder des Hauses der Gemeinen erhalten ein Mandat, das sieben Jahre Geltung behält — wenn nicht vor Ablauf dieser Frist eine Auflösung des Unterhauses erfolgt. Ein englisches Ministerium, das aus der Mehrheit des Unterhauses gebildet wird, hat somit in der Regel eine siebenjährige oder doch fast siebenjährige Regierungszeit vor sich, was natürlich nicht ausschließt, daß es darauf bedacht ist, seine-Herrschaft um weitere sieben Jahre und dann wieder um sieben Jahre zu verlängern. Das gelingt freilich nur in Ausnahmefällen: ein Beweis dafür, daß auch in England die Popularität der Abnützung unterworfen ist. Die Volks- stimmung ist w-andelbar, und diese Wandelbarkeit wird durch die nie aussetzende laute Kritik der oppositionellen Minder- i heit kräftigst unterstützt. Zeigt sich ein neues Gesetz in der , Handhabung als verfehlt, den Bedürfnissen und Wünschen der Bevölkerung widersprechend, so verliert dieRegierungalsbald i einen Teil ihres Anhangs, nicht sowohl im Unterhaus, als in der Wählerschaft, und das tritt bei den Nachwahlen, die
im Verlauf von sieben Jahren naturgemäß nicht selten not- ‘ wendig werden, mit greifbarer Deutlichkeit zu Tage. Wird [ für einen ausgeschiedenen Tory (Konservatives ein Tory, : für einen ausgeschiedenen Whig (Liberalen) ein Whig ge- i wählt, so hat sich nichts geändert, und die regierende Partei ! darf ohne Sorgen sein. Wird aber das Mandat, das bis £ dahin einem Tory gehörte, einem Whig übertragen oder umgekehrt, so Stufet das auf einen Unischwung in den An- i fdXiiiungen der Wählerschaft. Natürlich hat ein solches ' Zeichen nicht immer die gleiche beweisende Kraft. Es gibt Wahlbezirke, in denen die Parteien einander ungefähr die f Wage halten und beinahe nur ein Zufall die Entscheidung ’ durch wenige Stimmen hierhin oder dorthin lenkt. Der- ; gleichen Wahlen besagen nichts, sind als politische Stim- mungs-Barometer nicht zu verwerten. Wenn aber eine ! stattliche Mehrheit zur Minderheit wird, und wenn diese : Erscheinung an verschiedenen Orten und zu verschiedenen ; Zeiten sich wiederholt, so ist der Meinungsumschwung auf dem Wege, hat er sich teilweise bereits vollzogen. Haben die Führer der regierenden Partei, die Minister, solche Zeichen wahr genommen — und sie können gar nicht umhin, sie zu bemerken —, so haben sie zu erwägen und sich darüber zu entscheiden, ob sie den Kampf aufnehmen und den Versuch machen sollen, dem weiteren stillen Wachstum der Gegner entrcgen3utreten, indem sie das Parlament auflösen, allgemeine Neuwahlen anordnen und durch ihre vielleicht noch vorhandene Mehrheit sich ein neues siebenjähriges Mandat zu sichern suchen: oder ob sie das Abbröckeln ihrer Mehrheit als eine unausweichliche Schicksalsfügung hinnehmen und K wenigstens ihre gesetzliche Zeit ausregieren wollen. Beide b Experimente sind wiederholt gemacht worden, und bei beiden hat es nicht an Ueberraschungen gefehlt. Es hat englische k Minister gegeben, denen eine einzige Stimme Mehrheit ge= [ nügte, und wieder Minister, die ihren Ehrgeiz darein setzten, I von dem Vertrauen einer großen Mehrheit der Volksver- L tretung getragen zu sein. Die Volksstimmung ist in Eng- F land vielleicht noch schwerer zu berechnen als anderwärts.
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t Im Jahre 1878 brachte Benj. Disraeti vom Berliner Kongreß p für England, das sich bis dahin mit einer „Splendid Isola- * tion", einer glänzenden Vereinsamung trösten mußte, „Peace with Honour", Frieden und Ehre heim, und bei der nächsten Wahl war er gestürzt, lag er am Boden und konnte nicht mehr aufstehen. Eine gewisse Ähnlichkeit zeigte das Schicksal Gladstones, der nach Bismarcks Ausspruch unermeßliche Stande auf sein Vaterland gehäuft, den aber ein großer Teil des englischen Volkes mit Begeisterung verehrte und als Greis noch zur Negierung rief, um ihn dann plötzlich zu verlassen, als er den Iren Home-Rule, eigene Verwal- tung, gewähren wollte.
Tas jetzige englische Ministerium Balfour hat schon wiederholt und erst in dem hlnaften Tagen wieder eine Verwar-
nun« in der Form von imaünstipcn Nachwahl-^lusfällen erhalten Zwar feine Mehrheit ist noch gross gwng, aber qcrade weil sie noch groß ist, liegt ihm ®c^ den Gegner herauszufordern und m sch'ân ^ Neuwahlen sich eine neue volle Regierungsfrrst zu vernhafsen. Es ist deshalb beinahe selbstverständlich, das; an die Nachricht von der Berufung einer Versammlung der konservativen Par ter Großbritanniens durch den Premlcrmmlster Balfour sich das Gerücht knüpfte, das Kabinett wolle das Niitrrhaus auf. lösen Das Gerücht wurde schnell demontiert Beinahe in amtlicher Form wurde versichert das; eine Parlaments, autlösung nicht beabsichtigt sei, nicht omma eine Herb t- ses'ion des Unterhauses. Doch die Beisicherung ist wenig glaubhaft, namentlich, da hmzugefngt wnd. d e » • Versammlung bezwecke nur die Besprechung über die Ge- schäftsordnung für den Rest der Session und ubei die Neuem- leilung der Wahlkreise. Es wäre mehr als seltsam, wenn hierfür her große Apparat einer Landesparteiversammlung in Bewegung gelebt würde. Viel mahrfcheinl «er ist baß bic Auflösung über raschen b kommen soll, bannt ue Gegen- Partei möglichst wenig Zeit zu Wahlvorbereitungen ,md Wahlagitationen habe. Ein Umstand allerdings spricht für die Aufrichtigkeit der Versicherung: Herr Balfour ist nicht der Mann rasch» GutMteibungen und entschlossener Handlungen Ein zögerndes Abwarten entspricht seinem Natu- rell weit mehr, als festes und wagendes Zugrcifen Uebrr- gens hat er jetzt eine unzweifelhaft? Niederlage erlitten, da ar die Negierungsvorschläge über die Nëiieinteilung der Wahlkreise zurückziehen miißte. Chamberlain ist anberS geartet, aber Chamberlain ist eben nicht Premierminister und hat mit seiner waghalsigen Draufgängeirei nicht genug Erfolge erzielt, um seine Parteigenossen gegen den Willen des leitenden Mannes fortreißen zu können. Man schiebt im Gegenteil ihm den Hauptteil an der Schuld der mehrfachen Nachwahl-Niederlagen zu. So ist Minister Balfour in schweren Nöten. An der Seite der drängende Kollege mit dem faimi zu bändigenden Eifer, vor sich eine Opposition, für die dieser Eifer wachsenden Anhang geworben hat — er wird seinen Entschluß am Ende „ausknobeln" müssen.
piah und f&r
+ Schiffszusammenstoß. Bei der Ausfuhr aus dem Hafen von Saßnitz stieß am Dienstag Abend das Torpedoboot S 65" mit dem von einer Abendfahrt zuruckkehrenden Dampfer „Darß" zusammen. Menschen wurden nicht verletzt dagegen erlitten beide Schiffe schwere Havarien. ~er Dampfer „Darß" mußte auf Grund setzen und seine Passagier? ausbooten.
f Unglück im Seebade. In Rügenwaldermünde sind vorgestern beim Baden in der See zwei Töchter eines bortigeu Fuhi Herren ertrunken. Um die Mädchen zu retten, stürzte sich der Vcrsicherungsagent Selchow aus Berlin in die See, ging aber selber unter. Der Lehrer Rosper, der Leiter der Ehoisottenburger Ferienkolonie, der sodann das Rettungs- Werk versuchte, konnte das eine Mädchen lebend an Land bringen, wo es jedoch bald den Geist ausgab.
f Der ungetreue Prokurist. In einer ersten Hamburger Firma sollte dieser Tage der Prokurist nach, Ablauf seines Sommerurlaubs seine Tätigkeit wieder auf nehmen. Als er ausblieb, wurde die Kasse revidiert, und man entdeckte einen F-ehlbetrag von 120 000 Mark. Der ungetreue Be- mute hatte sich also sehr reichlich mit Reisegeld versehen.
t In den Flammen nmgekommen. In Eisenstein brach in einer der letzten Nächte in bem Anwesen eines Schuh- maiharS Feuer aus. Die Flammen griffen so schnell um sich, daß die auf dem Dachboden schlafenden Personen sich nicht mehr zu retten vermochten. So fanden die fünfzehnjährige Toebtor des Besitzers und eine Magd ihren Tob im Feuer. Dieser selber erlitt bei dem Versuche, sein Kind zu retten, so schwere Brandwunden, daß er nach dreistündigen, gräßlichen Leiden wrsebieb.
t Fund einer Kindesleiche. Auf der Gemarkung des Rittergutes Mylau in Böhmen wurde vor einigen Tagen in eimnn Waldesdickicht der Leichnam eines Kindes gefunden. Mancherlei Anzeichen deuten darauf hin, daß es sich um einen Lustmord handelt. Der kleine Leichnam ist wahrscheinlich ein seit Ende vorigen Monats vermißtes Kind aus der Nachbarschaft.
t Hingerichtete Giftmörderin. Pelogia Pawlak, die wegen Giftmordes an ihren Ehemann 311m Tod? verurteilt ist, wurde vorgesteru in Posen hingerichtet.
t Ein Schiff in die Luft geflogen. Zwischen Port Arthur und ben Elliot-^useln ist, wie jetzt bekannt würd, vor einiger Seil ein amerikanisches Schiff auf eine der daselbst noch vor- banbenen schwimmenden Mn?n geraten. Es erfolgte eine heftige Explosion, iinb binnen fünf Minuten ging das Schiff mit Mann und Maus unter. Die ganze, aus 28 Maun bestehende Besatzung hat ihren Tob gefunden.
t Brand deS Pariser Schlachthauses. Eine riesige sw>rr5bninst verachtete dieser Tage die großen Schlachthaus- cinlagen uon La Billette bei Paris. Ein heftiger Wind verhinderte die Rettui^sarbeiten, zu denen die gesamte Pariser Feuerinehr ausgerückt war. Indessen gelang es, das Vieh in Sicherheit zu bringen. Man vermutet Brandstiftung. Zwanzig ocrbädüige Gestalten wurden auf der Branbstellc orlowt und verhaftet.
t Ertrunkene Sommergäste. Auf der Loire kenterte vor einigen Tagen infolge eines Wirbelsvirmes ün Fischerboot, in dem eine Anzahl der zur Kur in St. Brevin weilenden Pariser Familien eine Wasserfahrt unternommen hatten. Alle Insassen, zehn an der Zahl, darunter drei Frauen und ein Kind, fanben ihren Tob in bert Fluten.
Hus dem GericbtsfaaL
§ Revision im Prozeß Tschirner. Der wegen Ermordung der Witwe Sinnig in Berlin zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe verurteilte Tschirner hat gegen dieses Urteil durch seinen Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, das Rechts- mittel der Revision anmelden lassen. Tschirner behauptet nach wie vor, nicht der Täter zu sein, und beabsichtigt, falls die Revisioi'sinstanz nicht den erhofften Erfolg der Aufhebung des Urteils hat, die Wiederaufnahme des Verfahrens zu betreiben.
§ Mcintidsprozeß gegen den Kellner Meyer. Vor dem Schwurgericht in Bückeburg gibt es fortgesetzt erregte Szeneu. Dem AngeUagten Meyer wird durchweg von allen Seiten ein gutes Leumundszeugnis ausgestellt. Ban einer Reihe von Zeuge:: wird die Meinung vertreten, daß es sich um Verwechselungen des durch das schroffe Auftreten des Vorsitzenden im Oldenburger Ruhstrat-Prozeß verwirrt ae-
machten Meyer gehandelt habe. Sehr scharf wird der Pol:- -»eikommissar Böning-Bremen von der Verteidigung angc- fafet der die Behandlung der Meyerschen Sache nach dessen Verhaftung in die Hand genommen hatte. Böning soll gegenüber anderen Zeugen, wie diese behaupten, sich so ge- äußert haben, als ob er von der Unschuld des Meyer überzeugt sei Er bestreitet es entschieden und bleibt dabei, obwohl der Verteidiger Dr. Sprenger ihn auf die beschworenen Zeugen-Aussagen verweist und ihm den Rat gibt, doch lieber feine Aussagen mit dem Bemerken 311 machen: „Meiner Erinnerung nach."
Vermischtes.
= Chinesen als amerikanische Soldaten. Neger-Regimenter Dm es in Amerika seit der Emanzipation der Sklaven schon gegeben. Neuerdings ist auch ein Regimes vor: Söhnen des himmlischen Reiches dazugekommen. Bet der starken chinesischen Einwanderung nach den Veretntgten Staaten kann das nicht so sehr Wunder nehmen. Unter allgemeinem Interesse marschierte in strammer Haltung vor kurzem das erste Chinesen-Regiment über den Broadway nach Long Island, um dort militärische Uebungen vorzunehmen. Diese werden ganz nach dem Reglement-des amerikanrschen Militärs ausgeführt, und die chinesischen Soldaten haben mich ihren Zopf dem Schermesser zum Opfer bringen müssen. Das Regiment steht unter Befehl des Majors George Mac Vicker, und die Hallring der Truppen wird sehr gelobt.
— Eine geriebene Betrügerin. Durch einen außerordentlich komplizierten Gaunertrick hat eine junge Pariserin sich eine bett achtliche Geldstimme verschafft. Sie ließ eine , Anzahl wertvoller Schmucksachen, die sie besaß, von einem Goldschniied in London mit falschen Diamanten und Perlen
1- Große Hitze in Amerika. In Nordamerika liegt über, bem Gebiet von bm Rocky Mountains bis zum Atlantischen! Ozean zurzeit miebetr eine Hitzwelle. Die hohe Temperatur hat wieder viele Unglücksfälle im Gefolge gehabt. So waren an einem Tage in den Hauptstädten fünfzig Todesfälle zu verzeichnen, darunter allein in Newyork dreiundzwanzig. In den heißen Nächten schlafen die Bewohner vielfach auf den Dächern und auf der Straße.
t Brandstiftung in den Newyorker Forts. In den beiden, den Hafeneingang von Newyork schützenden Forts brach an einem der letzten Abende Feuer aus, das augenscheinlich von ruchloser Hand angelegt war. In Fort Hamilton verbrannte die Kaserne, in Fort Wedsworth wurde das Pulver- mngazin vernichtet.
t Explosion infolge der Hitze. Dienstag fand in einer Drogerie in Chemnitz eine fürchterliche Explosion von Feuerwerkskörpern statt, die sich in der ungewöhnlich hohen Temperatur von selbst entzündet hatten. Mit ungeheurer Detonation flogen die Explosivstoffe über die Straße und setzten zwei gegemiberliegenbe Häuser in Brand. Mehrere Personen wurden durch umher fliegende Glassplitter und Explosivkörper verletzt.
t Gestohlen oder verloren? Einen großen Verlust erlitt eine Dame, die Montag von Frankfurt a. M. nach Honiburg in einem Coupee erster Klasse reiste. Während der Fahrt kam ihr eine Handtasche aus Krokodilleder abhanden. Die Tasche enthielt in einem grauen Bezug Schmucksachen, Halsketten, Brochen usw., alles mit Diamanten und wertvollen Perlen besetzt, alles in allem im Gesamtwert von 50 000 Mk.
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t Herzlose Eltern. Aus eineih Eisenbahnwagen, der mit russischen Auswanderern besetzt war, wurde während der Fahrt zwischen den Stationen Ascherbude und Filehne ein etwa zweijähriges Kind auf den Bahnkörper geschleudert. ; Das unglückliche Wesen, das schwere Kopfverletzungen davon- hug, wurde von einem Bahnwärter unmittelbar nach der Tat in seinem Blute schwimmend aufgesunben. Der Beamte • telephonierte den Vorfall sofort an die Station Filehne, wo die Rabeneltern beim Eintreffen des Zuges ermittelt und verhaftet wurden.
t Ein neues japanisches Kriegsschiff. Montag lief auf d<r Werft von Barrow in London der Panzer „Katori", das größte der bisher erbauten japanischen Schlachtschiffe in Gegenwart der Prinzessin Arisugawa von Stapel.
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— Der Hnnd als Lebensretter. Kapitän Fork vom Dampfer „Harparenda", der in einem Hafen des Finnischen Meerbusens lag, fuhr vor fürs cm in einem Boot, nur von seinem Hunde begleitet, auf die Entenjagd. Durch Zufall ging die Flinte los und der Schrolschuß verletzte den Kapitän so schwer am linken Bein, daß er ohnmächtig zusammen- sauf. Ter kluge Hund sprang über Boro, schwamm zu einem Fischerboot und wurde dort ausgenommen. Aber er sprang sofort unter Heulen und Winseln wieder ins Wasser und veranlaßte so die Fischer, ihn: zu folgen. Sie fanben den Kapitän am Verbluten, brachten ihn aber rechtzeitig ins Krankeuhaus, so daß er dank der Treue und Klugheit seines Hundes am Leben erhalten werden konnte.
= Japanische Höflichkeit. Bei bem ostasiatischen Insel Volk gilt eine übertriebene Bescheidenheit als Zeichen beson- bener Höflichkeit. So wies ein aus Japan zurückgekehrter Laudsmann jüngsthin eine Einladung vor die er in eine Familie, in der er sich sehr wohl fühlte, und zu einem köstlichen Diner von 15 Gängen erhalten hatte, und die folgm- dermaßen lautete: „Ich bitte um Verzeihung, wenn ich Ihnen die Beleidigung antue. Sie aufzuforderu, bei uns zu Mittag zu essen. Unser Haus ist sehr klein und sehr . schmutzig^ Unsere Manieren sind sehr schlecht, und vielleicht - werden Sie nicht einmal etwas zu esseu bekommen, was man 1 alS eßbar bezeichnen könnte, aber nichtsdestoweniger gebe ich der Hoffnung Ausdruck, daß Sie bereit sein werden, um 6 Uhr zu uns zum Essen zu kommen."
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= Der Riesen Hummer. Pünktlich, wie stets um diese Jahreszeit, ist auf die große Seeschlange ihr Vetter, der riesig große Hummer, gefolgt. Diesmal ist es gelungen, im Stillen Ozkau des herkömmlichen Hochsommer-Erem- plares Herr zu werden. 36 Pfund wiegt das liebliche Tierchen, 45 Zoll ist es lang, und seine Säuren sind so furchtbar groß, daß er den Leib eines ausgewachsenen Mannes damit umfassen kann. Der Korb, in dem seine Brüder und Schwestern sich fangen ließen, genügte nicht für den Riesenleib dieses Ueb-er-Hummers, und nur dem glücklichen Umstande, daß er sich von außen in den Korb verstrickt hatte, verdankt man den seltenen Fang. Im Boot begann er einen gewaltigen Kampf mit den Insassen, die alle sich an der Aufgabe, die Bestie zu bändigen, beteiligen mußten und von Glück sagen konnten, als sie ohne Wunden aus der Hutnmer- schlacht hervorgingen.
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