Einzelbild herunterladen
 

Nr. 43

Montag, den 20. Februar 1905

14. Jahrgang

Z»fertio»SpreiS: Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober- Hellen, die f? : r? Wetzer und Ma' ^urg 10 Pfg. sonst 15 V' .. Reklamen die Petitzeüe 30 resp. 40 Pfg.

Redaktion u. Hauptexl edi.wn: Gießen, Selters weg 83.

Fkr«sprecha»lch!«st Nr. 362,

re

sneI

<3'3 2. 3 3 *

ELZ^

2.

Meuche

Abo»«eme«tspreis: abgeholt monatlich 50 Pfg., in'S HauS gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl.Mk.1.^0. GrâttSbeilage« : Oberheffifche Familienzeitvug (täglich) und die Gietzexer Seifenblase« (wöchentlich).

DaS Blatt erscheint an alle» Werktagen nachmittags.

richten

^5 Q

(Gießener GagsLkaLt)

Wnaöhängige Tageszeitung

(Hießener Deitnng)

2Z N

für Oberhefien und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhesien.

:-o 0 2 3

*4g§5

: 3 3: . 0:

IW

«Wffé

te

WZ

D ^{y0

8=

"3d e $

&

aw LZ 3

1 3»

t/2

D mW

5 =

53

6?^* * v 2' 5 2

Die Jünger Bakunins.

(Mahnwort eines Deutsch-Russen zum Moskauer Attentat.)

Die Ermordung des Großfürsten Sergei von Rußland bat die Welt erschreckt überrascht hat sie sie nicht. Man wußte, daß der Nihilismus in Rußland wieder aufgelebt ist; man weiß, daß gerade Großfürst Sergei durch seine intran­sigente, jede Vermittelung ausschließende Repressionspolitik zu dieser Wiederbelebung wesentlich beigetragen hat; es ist seit Monaten offen davon gesprochen worden, daß nach dem Minister v. Plehwe der Großfürst Sergei, nach dem Hand- ümger der Meister das nächste Opfer des Nihilismus sein wurde.

Die Ermordung des Großfürsten Sergei steht mit der jüngsten Bewegung, die das russische Riesenreich bura^itterte, m keinem unmittelbaren Zusammenhang. Jene Bewegung hatte in vorderster Reihe wirtschaftliche Ursachen, und die Ziele der Bewegung wurden erst allmählich zu politischen Zielen. Die Arbeiter, die in fast allen Zentren Westruß­lands ausständig wurden, waren der Mehrzahl nach keine Sozialisten und ganz gewiß keine Nihilisten,'wie denn über­haupt der Nihilismus seiner ganzen Natur nach wesentlich auf die Kreise der Intellektuellen beschränkt bleiben muß. Die Arbeiter waren mit ihrem und ihrer Frauen Lohn unzu- ftieden, sie klagten über Härten in den Arbeitsbedingungen und wußten für ihre Beschwerden keinen anderen Ausdruck zu finden, als den Streik und Umzüge unter Führung von Priestern. Die Arbeiter, an deren Spitze Gapon schritt, waren keine Revolutionäre. Sie wurden dazu bloß durch die unselige russische Gesetzgebung gestempelt, die in der Be­kundung auch der rein wirtschaftlichen Unzufriedenheit einen FriedenÄbruch sieht und eine Auflehnung gegen dasgott­gewollte selbstherrscherliche Regiment". Diese Arbeiter wollten Bitten vortragen. Knieend hätten sie es getan, de- mutsvoll gegenüber dem Zaren, auch wenn er ihre Bitten abschlug. Man hat die Arbeiter nicht vor den Zaren gelassen, man hat die Waffenloses niedergeknallt.

Die Urheberschaft des Rates zu solchem Vorgehen hat man bei dem Großfürsten Sergei gesucht. Dieses Vorgehen war es, das den Nihilismus neu auf den Plan rief, ihm die Mordwaffe in die Hand drückte. Die politischen Forderungen der Reformer, von denen vorher so viel die Rede gewesen, waren ungefährlich ungefährlich, wie die derrtsche Revo- lutionsbewegung des Jahres 1848, mit der die neueste rus­sische Reformbewequnq überhaupt sehr viel Ähnlichkeit hat. Hätte die russische Regierung von heute die Klugheit der da- V maligen preußischen Regierung gehabt, auf die Stimme der Zeit gehört und dem Volk einen Anteil an der Staatsver­waltung zugestanden, die angeblich revolutionäre Bewegung 1 wäre in helle Loyalitätsbegersterung für den Zaren umge-

8

è * $

<

; schlagen. . t iy. _ . r

Schon die Ermordung Plehwes war ein deutliches Zeichen »dafür gewesen, daß der Nihilismus wieder da und bereit $ sei dem Terrorismus eines barbarischen Beamtentums mit L dem barbarischen Terror des Meuchelmords entgegenzu- treten Gegen die Grausamkeit Plehwes hatte sich die Mord- i Waffe gerichtet. Als der reform- und menschenfreundliche Fürst Swiatopolk-Mirski Minister des Innern an Plehwes Stelle geworden war, zeigte sich vom Nihilismus feine Spur mehr. Sobald aber die Brutalität aufs neue zum Regie- rungsprinzip gemacht worden war, stellte sich auch der Nihi- kflismus wieder ein und wandte sich diesmal nicht gegen das : ©erzeug, nicht gegen den mit bestimmten Aufträgen ver- : sehenen Beamten, sondern gegen den Auftraggeber selbst, ; den man im Großfürsten Sergei vermutete.

Es ist zum erstenmal, daß der Nihilismus seine Mord- toaffe gegen einen Großfürsten gerichtet hat. Vernnitlich, Weil früher Großfürsten nicht in gleichem Maße politisch be- stimmend hervorgetreten waren. Geschah dies in vergangenen : Tagen, so wurde entweder der Großfürst vom Zaren oder ! der Zar vom Großfürst umgebracht. Für beides gibt es mehrfache Beispiele. Der Nihilismus aber, von Bakunin 1 Jugend verbreitet, behandelte rrrsprüng- Beamteir, die in der Anwendung der russischen

< mehrfache Beispiele unter der russischen lich nur die Beamb

Gesetze oder ihrer diskretionären Macht besondere Härte an

£3 2 C2 £ - roo p

Mw ??»~o 2-5 ?hgf" * ^ * s^ p

den Tag gelegt hatten, als Feinde, gleichsam als Gemeinsam- . keitsfeinde. Die Bakuninsche Saat war Ende der sechziger iJahre ausgegangen. Gouverneure, Polizeigewaltige, Mi- nister fielen ihr zum Opfer. Der damalige Zar Alexan­der II. war schon willens, freiheitliche Reformen einzuführen. Ehe er seine Absicht ausführen konnte, war er ermordet. Sein Nachfolger Alexander III. hat Reformabsichten nie gehegt. Während seiner vierzehnjährigen Negierung hat es, ganz wie in den letzten Jahren seines Vaters, Attentate auf Atten- iate gegeben. Alexander III. fiel nicht unmittelbar unter Nörderhand, er durfte im Bett sterben. Doch die Todes- irankheit hat auch ihm ein nihilistisches Attentat gebracht.

Seit zehn Jahren herrschte eine Art Gottesfriede. Der Nihilismus schien vom Zar Nikolai II. einen Wandel der ' Verhältnisse und Zustände zu erhoffen. Die Hoffnung hat sich nicht verwirklicht. Das selbstherrscherliche Regiment des Zaren wurde im Sergeischen Sinn geführt und nun ist > Großfürst Sergei ermordet. Jünger Bakunins haben die &rt getan. Der Nihilismus hat seine Schreckensherrschaft aufS neue begonnen. . . 7,

plack dem Moskauer Attentat.

Das furchtbare Ende des Großfürsten Sergius hat in ganz Rußland einen tiefen Eindruck gemacht. In den libe­ralen Kreisen lehnt man jeden Anteil an dem vergossenen Blut mit Entrüstung ab, weist aber mahnend darauf hin, daß die Moskauer Freveltat ein Menetekel für die Regie­rung sei, den Bogen der Reaktion nicht zu straff zu spannen. In den Regierungs- und Hofkreisen ist auf die anfängliche lähmende Bestürzung eine Phase fieberhafter Tätigkeit ge­folgt. Doch dürfte es noch zu vorzeitig sein, bestimmte Vor­aussagen zu rnachen, ob die Nadel des Staatskompasses nach der Seite der Reformen oder verschärften Gewaltherrschaft ausschlagen wird. Nachfolgend ein

Stimmungsbild aus der russischen Hauptstadt

I Petersburg, 18. Februar.

' Wie bei Vombenattentaten die Regel, ist auch diesmal der Urheber des Mordanschlags durch seinen eigenen An­schlag verwundet und ergriffen worden. Ebenso ist es bei­nahe programmmäßig, daß der Täter seinen Namen ver­hehlt, was nicht hindert, daß man ihn über kurz oder lang ausfindig macht. Der Name des Attentäters vom Freitag ist noch nicht ermittelt. Dem Herkommen, möchte man sagen, entspricht es auch, daß der Mörder um sein eigenes Schicksal, das übrigens kaum zweifelhaft ist, sich unbekümmert zeigt und einen beinahe fanatischen Stolz auf seine Tat an den Tag legt, die er als eine Notwendigkeit und als eine Pflicht bezeichnet.

Aus welchen Kreisen die nihilistischen Meuchelmörder sich vorwiegend rekrutieren, ist schon oft dargelegt wordeii. Ihre Jünger findet die nihilisüsche Lehre in der gebildeten, zu einer gewissen Ueberspanntheit neigenden russischen Ju­gend, die durch eigene Hoffnungslosigkeit und durch die Wahrnehmung grausamer Zustände in verzweifelte Stim­mung geraten ist, und Aussicht auf Besserung sich nur von der Wirkung der Furcht und des Entsetzens sich verspricht. Die Studentenschaft wird von vornherein als nihilisttsch diirchseucht, zum mindesten als nihilistisch angekränkelt be­trachtet. Daraus erklärt sich, daß in Moskau die Erregung über das Attentat in der Verprügelung zufällig sich anfin­dender Studenten durch die Menge ihren ersten Ailsdruck erhielt. Es ist nicht erwiesen, aber in hohem Maße wahr­scheinlich, daß in gewissen studentischen Kreisen, die zu einem höheren Ehrgefühl gelangt sind, gerade durch Beleidigungen des Ehrgefühls ein Rachebedürfnis, ein Racheverlangen an­gestachelt wird. Dieses Rachebedürfnis wendet sich gegen die Personen, die als Anstifter oder Begünstiger von Bru­talitäten bekannt sind oder dafür gelten.

Der Jugend des Durchschnittsnihilisten ist auch eine ge­wisse Neigung zur Verschwörer-Pose zuzuschreiben. Droh­briefe, die doch unter allen Umständen den Absichten der Nihilisten zuwider laufen, indem sie zur Vorsicht mahnen, werden verschickt, Proklamationen bombastischen Sttls werden verteilt. , r ,

Alles das ist im vorliegenden Fall wahrzunehmen. Groß­fürst Sergei, der für den Kopf der extremsten Reaktion, für den Urheber der schärflten Maßregeln gehalten wurde er­hielt aus den nihilistischen .Kreisen, die ihn persönlich haßten, Drohbriefe in Menge. Uebrigens nicht Großfürst Sergei allein Auch die anderen Großfürsten sind, mit solchen Zu­sendungen bedacht worden, mit förmlichen,, Todesurteilen im Auftrag eines natürlich anonymen Volksgerichts. Ge­neral Trepow und Minister des Innern Bulygin . hcwen gleichfalls Todesurteile erhalten. Großfürst Sergei, sagt man, hat das ihm übermittelte Todesurteil sehr ernst aus­genommen und soll zu seiner Umgebung geäußert haben, daß er nicht auf langes Leben rechne. Es ist begreiflich, daß die Großfürsten alle jetzt unter dem Druck einer leb­haften Besorgnis stehen, daß in ihrer Nähe die Ueberwach- ung besonders sorgsam geworden ist. Derartige Sorgfalt hat freilich in Rußland niemals lange Dauer. . ^n der Regel tritt nach kurzer Zeit der alte Sckflendrian wieder em. Hoffentlich hält die Sorgfalt wenigstens bis über die Bei- setzungsfeierlichkeiten vor, denen der Zar und alle Groß­fürsten beiwohnen wollen. ,

Der Zar, der an den Mitgliedern seines Hauses mit großer Zärtlichkeit hängt und namentlich seinen Oh-nnen schöne Pietät zollt, ist von dem tragischen Ende des Groß­fürsten Sergei aufs schmerzlichste ergriffen worden. Die erste Nachricht warf ihn in tiefe Ohnmacht, die die Wenn fast ebensosehr wie die Ursacha der Ohninacht erschreckte. Von einer Mreise der kaiserlichen Fmnilie ins Ausland ist zwar die Rede, aber wahrscheinlich ist die Ausführung eme^ solchen Planes nicht, aus der man entnehmen mußte, daß für den Zaren und seine Familie Sicherheit nirgend mehr erzielt werden könnte. Das hxire doch ein schlimmes Zeug' nis, das man nicht für berechtigt zu halten braucht, selbst wenn man General Trepows Versicherung, er werdeme Verschwörung ersticken", für eine bramarbasierende Redens­art hält.

Der Aufenthalt des Prinzen Friedrich Leopold von Preußen in Zarskoje Selo hat nach dem freundlichsten Emv-

sang durch das Unglück vom Freitag ein plötzliches Ende gefunden. Daß der Prinz zunächst nach Berlin zurückkehrt, war früher schon geplant. Der Prinz hat es aufgegeben, den Landweg nach dem Kriegssck)auplatz im Osten zu neh­men. Er fährt von Berlin nach Genua, von dort aus zu Schiff nach China.

Bei allem Abscheu vor dem Verbrechen, dem Großfi'rrst Sergei zum Opfer gefallen ist, bleibt in den gebildeten Schichten der Bevölkerung der dringende Wunsch nach frei­heitlichen Reformen lebendig und ringt fortgesetzt nach Aus­druck. So hielt imLiterarischen Theater" der Rechtsanwalt Bychowsky eine donnernde Philippika gegen das selbstherr­scherliche Regiment. Natürlich wurde der Redner und ein Teil der Zuhörerschaft verhaftet und nach der Peter Pauls- Festung gebracht, wo übrigens Gorki noch immer sitzt. Man sagt, er sei an Typhus schwer erkrankt.

In Petersburg hat der Vorfall vom Freitag wieder ein­mal Extrablätter auf die Straße gerufen, die laut ausge­schrieen wurden. Der Reichsrat vereinigte sich alsbald zu einer außerordentlichen Sitzung, deren Ergebnis vermutlich eine Beileidskundgebung an den Zaren sein wird. Das kaiserliche Manifest, in dem der Zar von dem Tod seines Oheims Mitteilung macht und die von dem Verstorbenem dem Staat geleisteten Dienste rühmend anerkennt, spricht sehr für das gute Herz des Zaren.

Ueber den Verlauf des Attentats kursierten in Moskau am Abend darauf und in den folgenden Tagen recht wider­spruchsvolle Versionen. Wenn man sie von dem wie immer in solchen Fällen hinzugefügten Beiwerk befreit, so ergibt sich das folgende Bild des furchtbaren Ereignisses.

Der Schauplatz des Attentats

liegt im nördlichen Teil des Kreml, ber mit dem Arsenal im Westen und dem Jusüzpalast im Osten in einen spitzen Win­kel ausläuft. Zwischen dem Arsenal und dem Justizpalast befindet sich der Senatsplatz, der nach Norden hin in dem Nikolaitor einen Ausgang nach dem Roten Platz (Krassnaja Ploschtschad) außerhalb des Kremls hat. Großfürst Sergius hat, seitdem er den Posten als Generalgouverneur nieder­gelegt hatte, das Nikolauspalais im Kreml bezogen, das an dem großen Zarenplatze gegenüber dem berühmten Glocken- turme Iwan Weliki liegt. Da er nur in das Historische Museum wollte, das dicht an die Nordecke des Kreml grenzt, hatte er unter Benutzung des Nikolaitores nur einige Hun­derte von Schritten zu fahren. Aber ehe er noch das Tor erreichte, hatte ihn die Bombe des Meuchelmörders nieder­

gestreckt.

Die Katastrophe

hätte bei der furchtbaren Expansionsgewalt des angewendeten Handgeschosses in anderen Gegenden des Kreml sicher weit mehr Opfer gefordert. Namentlich der Verkehr durch das Haupttor (Spasskaja-Tor) ist in der Regel sehr lebhaft. Aber der Teil, den sich der Mörder zu seiner grausigen Tat.auser­sehen hatte, ist gewöhnlich verödet und war es auch, in dem verhängnisvollen Augenblick, als Großfürst Sergius zu Wagen vom Nikolausplatz kommend sich dem Justizpalask näherte. Plötzlich eilte ein Mann^ der, wie man meint, den Großfürsten in einem Wagen oder Schlitten erwartet hatte^ auf die Hofequipage zu, und ehe noch der am Nikolaustou stationierte Polizist es verhindern konnte, warf er mit kräf­tigem Schwung eine Bombe unter die Räder des Wagens., Eine furchtbare Explosion erfolgte, durch die alle Fenster­scheiben im Justizpalast zersplitterten. Den Hinzueikenden bot sich ein furchtbares Bild. Der Wagen des Großfürsten war in rmzählige Trümmer zersplittert, an denen Fetzen seiner Uniform und Teile seines Körpers kleben. Der Kopf lag abgetrennt vom Rumpfe, der eine ganz unkenntliche Maße bildete, ein Bein war abgerissen, ein Arm zur Seite geschleu­dert. Eine Frau wickelte die frei umherliegenden Stücke des Gehirns in ein Tuch und überreichte es dem Bezirks­aufseher. Von der gewaltigen Kraft der Bombe zeugt es, daß! mich in den Boden drei tiefe Löcher gerissen waren. Sie war mit Nägeln gefüllt. Der Kutscher des Großfürsten war am Kopfe schwer verwundet worden und starb auf dem Wege zum Krankenhaus. \

Die Gemahlin des Großfürsten

war eine der ersten, die auf den Tatort geeilt waren. ®ie hatte sich gar nicht die Zeit genommen, einen Hut rufzusetzen, sondern hatte den Kopf mit einem Shawl um- Vunden. So war sie, während ihre Dienerinnen Hände-- ringend hinter ihr her liefen, die Treppe hinuntergestürzt und, 'm die nächste Droschke gesprungen. Sie sank auf der blui^ überströmten Erde neben den traurigen Ueberresten des? Großfürsten in die Knie und sah tränenden Auges zu, wie man oon den Trümmern des Wagens Muskelstücke und Knochen­splitter loslöste. Ein -Militärkördon hatte das entsetzliche Schauspiel den Augen der Umstehenden entzogen. Die Gattin des Getöteten aber harrte trotz aller ehrerbietigem Vorstellungen des Hauptmanns der Kremlrvache, der dre lluftäumungsarbeiten leitete, standhaft bis zum letzten Mo­ment aus. Als alles, was die Bombe des Mörders von denr vor wenigen Augenblicken noch kräftigen, lebenssrisèn Großfürsten übria aelassen hatte, in eine Truhe gelegt wor-