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U'u-au^ ibvci Tätigen prüft. Es haben näniüdi 92 burean- tratifcb, 7 foUegiol vc^lvaltete Arbeitsnachweise im ocr* ^angenen Jahre auch nicht eine einzige Arbeitsvermittelung zustande gebracht, die also nur auf Don Papier existiert. Es bleiben somit 58 bureaukratisch und 34 kollegial ver­waltete Arbeitsnachn>eise übrig, die wenigstens den Versuch einer Tätigkeit gemacht haben. Will man nun zugestehen, daß der Arbeitsnachweis als wirklich tätig anzusehen ist, der wöchentlich eine Arbeitsvermittelung, 50 im Jahre, zum Abschluß führt, so müssen weitere 31 bureankratisch, 5 kolle­gial verwaltete Arbeitsnachweise gestrichen werden, und es bleiben von jenen 27, von diesen 29 übrig.

Damit ist das Uebergewicht der Zahl schon aus die Seite der kollegial verwaltete!! Arbeitsnachweise gerückt, der Wunsch des Ministers hat also Beachtung gesunden.

Nun aber die Hauptsache: Große Erfolge, umfangreiche Tätigkeit haben fast allein die kollegial verwalteten Arbeits­nachweise. Darunter sind Frankfurt a. M. mit 29 216. Breslau mit 11 289, Erfurt mit 9483, Kassel mit 9195 Schöneberg, Magdeburg, Charlottenburg und Essen a. d. R. mit über 5000 Vermittelungen. Von den burcaufratijd geleiteten Anstalten hat einzig die Posener mit 8024 Ver­mittelungen sich gut bewährt. Dort haben die besonderen nationalen Verhältnisse es einstweilen noch nicht tunlich gemacht, die kollegiale Verwaltung einzuführen. In Danzig wiederum hat die bureaukratische Verwaltung völlig versagt, indem sie cs nur aus 1563 Vermittelungen brachte, was für eine Großstadt eine recht niedrige Ziffer ist. Im ganzen haben die 29 kollegialen Arbeitsnachweise 120 322, die 27 bureaukratischen Arbeitsnachweise 26 035 Stellen vermittelt, es kommen also auf jeden kollegialen Arbeitsnachweis über 40C0, aus jeden bureaukratischen noch nicht 1000 Veruntte- luNgLN.

Die iULcrIe3-.nFjf.it der kollegialen Leitung erweist sich als noch Neit stärker, wenn man die am gemeinnützigen Vereinen ins Leben gerufenen Arbeitsnachweise mit in Rechnung {teilt, die von den Gemeinden nur Unterstützungen, Zuschüsse erhalten imb 1 ach ihrer Organisation hinsichtlich der Be­teiligung der Arbeitgeber und Arbeiter durchaus loü'üu; eingerichtet sind. Drese Arbeitsnachweise privater gem in- nüblger Vereinigungen haben im vergangenen Jahre 176 415 Vermittelungen zmt.nde gebracht, d. i. crhcrlich mehr als alle kommunalen Arbeitsnachweise auiammtn. Auf dem £ ent rasterein für Ardi ne Nachweis in Berlin allein entfallen 05 57c Vermittelungen, auf die gemeinnützigen Vereine in Köln 27 357, in Tuss. lüorf 13 734, in Kiel 8132, in Wiesbaden 7; CC Vermittelungen.

Das Ergebnis ist auch gar n ü;t verwunderlich. Arbel.- geber und Arbeite r wissen naturgemäß am besten, wre eine Vermittelung einzrrichten ist, die ihren beiderseitigen Inter­essen dient, ganz abgesehen davon, daß sie durch ihre Beteili­gung an der Leitung dem ganzen Institut erhöhte Beachtung und Aufmerksamkeit zuwenden. Das ganze Institut Wirr dadurch ihr Werk mit, das sie demgemäß mit Eifer zu för­dern bestrebt bleiben. Daß Arbeitgeber und Arbeiter da­durch neue Gelegenheit haben, in gemeinsamer Betätigung gegenseitiges Verständnis und dadurch erhöhte Verträglich­keit zu gewinnen, ist eine Nebenwirkung, deren sozialer Wert nicht gerinn angeschlagen werden darf.

Plab und -fern.

T löblicher Sturz. Der Feldzeugmeister f^raf Felix vor. Orsini iirA Rosenberg, kommandierender General des 13. ungarischen Armeekorps, ist dieser Tage mit seinem Pferde so unglücklich gestürzt, daß er seinen Tod farch.

t Eine neue Harzbahn. Mit Ablauf der vorigen Woche wurde die neue Harzbahn Eisfelder Thalmühle-Snegp dem Verkehr übergeben. Sie stellt die Verbindung b^r zwilchen der Nord-Wernigeroder Bahn und der Anhaltrsclrcn Harz- bahn. '

I Eisenbahn-Unglück Auf der Strecke Ueckcndorf-Watten- scheid-Wcune entgleisten vor einigen Tagen die Lokomotive und achtzehn Wagen eines Güterzuges. Ein Schaffner kam dabei umg Leben, der Lokomotivführer und der Heizer er­litten Verwundungen.

T Verzweiflungstat eines Bräutigams. Ein junger Ta­pezierer in Berlin hatte viel unter den eifersüchtigen Regun­gen seiner Vrouf, einer Schneiderin, zu leiden. Die Szenen mürben besonders arg, als er mit der Braut, seiner Schwester und einem dritten Mädchen einen Ausflug gemacht hatte. Da sollte er dem letzteren wieder zu viel Aufmerk­samkeiten erwiesen haben. Schließlich erklärte der Bräuti­gam in der Erregung, er werde sich ob der fortgesetzten Vor- Nmrfe das Leben nehmen, und als die Braut daran Zweifel äußerte, rannte er zu einem nahen Kanal und sprang ins Wasser, in dein er vor den Augen der jammernden Braut den Tod fand.

I Ein hfscr Hund. In das Pasteursche Institut in Wien irmhen dieser Tage ein Erwachsener und acht Kinder aus dem Dorfe Dudschowitz in Mähren eingeliefert. Dort waren sie von einem von Tollwut belassenen Hunde gebissen. Das gefährliche Ticr hat auch noch an zwanzig andere Hunde an- gefossrn, so daß sich die ganze Gegend sehr gefährdet sieht.

f Mordversuch ans Eifersucht. Auf dem Vendome-Platz zu Paris uns Ende voriger Woche die zweiundzwanzigjährige Schristsnlieriu Baronin d'Entreville auf den ehemaligen Deputierten Baron Ladoucette, der im Automobil nach Hause fuhr. Als die Dame des Barons ansichtig wurde, auf den sie schon längst eifersüchtig war, feuerte sie mittels eines Revolvers vier Schüsse auf ihn ab. Durch eine der Kugeln wurde der Baron erheblich am Arm verletzt.

t Elektrische Fernbahn-Verbindung mit Belgien. In der belgischen Kammer hat die Regierung jetzt eine Kreditforde­rung von 56 Millionen Francs Angebracht zur Anlage einer elektrischen Bahn zwischen Brüssel und Aachen. Wenn diese Strecke elektrisch befahren wird, so würde damit die Bahnverbindung zwischen Berlin und der belgischen Haupt­stadt ganz beträchtlich verkürzt werden.

t Explosion eines Pulverhanses. Ein in der Nähe der Verginfpeftion Zabrze auf freiem Felde stehendes Pulver­haus, das einen Vorrat von über 7000 Zentner Pulver für die Königin Luisegrube barg, ist dieser Tage in die Luft ge­flogen. Bis auf eine Entfernung von 2 Klometern wurden die Fenster und Türen der Häuser eingedrückt. Im Zechen­bause des Westfeldes wurde ein Mann durch einen durchs Fenster fliegenden Stein am Kopfe verletzt.

t Tödliche Blitzschläge. In dein Torfe Stetten in Baden wurden bei einem sehr schweren Gewitter zwei Frauen und ein Mann vom Blitz erfcMaacn, und vier andere Personen

würd SN ferner beriet. Auch in dm schweszc.ru Jen Oete Näsen wurden drei Personen vom Blitz getötet, und drei andere erlitten schwere Verletzungen. Auch in Böhmen hat der Blitz schwere Verluste gefordert. In Sielec wurden drei Personen erschlagen und zwölf verletzt, und auf der Hohen- station deS Donnersberges bei Teplitz wurden sechs Maurer vom Blitz getroffen.

t Brand von Petroleum-Tanks. In Bremerhaven kam vor einigen Tagen in den Anlagen der Mannheimer Petro- leum-Gejellschaft Fener auf, das zunächst einen Schuppen mit Petroleum- und Terpentin-Barrels vernichtete und so­dann auf einen Tank Übergriff, der 12 000 Liter Petro­leum enthielt. Ein größerer gefüllter Tank konnte mit Mühe vor bem Feuer bewert kerben.

t Tie höchste Alpenstraße. Die neue Poststraße über den großen St. Bernhard ist vor einigen Tagen eingeweiht. Es ist das die höchste Straße, die über die Alpen führt. Zwischen den Teilnehmern aus der Schweiz und aus Italien kam es bei der Feier zu stürmischen Kundgebungen für die Freund­schaft der beiden durch die neue Straße miteinander verbun­denen Länder und deren Staatsoberhäupter.

t Der Berliner Spielklub. Im Klub von 1900 zu Berlin hat man es vorgezogen, sich zu vertragen und nicht vor Ge­richt zu gehen. Die Beschuldigungen gegen den Klubleiter sind zurückgcnommen, und darauf hat dieser die von ihm gegen eine Anzahl Mitglieder des Klubs angestellten Klagen zurückgezogen. Der Sensationsprozeß, auf den man sich schon freute, findet also nicht statt.

t Das gesunkene Unterseeboot. Das französische Unter­seeboot „Farfadet" ist nunmehr ganz gehoben. Es ist mit dem Schwimmdock sofort nach Sidr Abdallah gebracht, wc das Schiff ins Trockendock geschafft werden soll.

t Unwetter in Venedig. Fürchterlich hat Ende voriger Woche ein Wetter in der Lagunenstadt gehaust. Viele Gon­deln wurden zum Sinken gebracht, und zahlreiche Häuser wurden ihrer Dächer beraubt.

Das Judilüuwtzfest der Gießener

Freiwilligen Feuerwehren ist soweit ganz gut verlaufen bis auf den — Regen, der als ungebetener Gast pcogrammwidrig sich beim Festzug ein­stellte. Auszu!öschm vermochte er aber die Feststimmung trotzdem nicht, obwohl er am Sonntag Nachmittag mit wahren Wolkenbrüchen hernieder ging. Die Feststimmuvg saß zu tief und die Wehren sind mit der Gießener Be­völkerung zu innig verbunden, als daß ein so außer mensch­licher Macht liegender Faktor mchr als eine vorübergehende Störung hervorbringey konnte. Das ganze Fest war über­haupt von selten schöner E.nt.acht getragen und Uniform und Zivllrock begegneten sich auf daS Freundschaftlichste. Dieser Grundton der Zusammengchöügkeit kam gleich am Samstag Abend bei der Begrüßungsfeier zur Geltung.

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Samètag, 15. Juli.

Gießen hat Festschmuck angelegt, in allen Straßen und Plätzen gewahrt man Fahnen und verschiedentlich laufen an den Häuserfronten Guirlanden in hübschen Windungen entlang und springen mit kühnen Bogen üb r die Straße hinüber. Den ganzen Nachmittag über befand daS Publikum sich auf den Beinen und verlieh den Straßen ein ungemein lebhaftes Gepräge. Gegen Abend wurden die Massen dichter und namentlich am Lindenplatz und die an­grenzenden Straßen dem Ausgangspunkte des Zapftiistrerchs, staute sich die Menge. Präzs- 8 Uhr rückten Oie Wehren unter Musik nach dem Festplatz, wo die Korps abtraten und sich in die Festhalle zur Begrüßungsfeier gaben. Mittlerweile aber fand sich auch das Publikum ein und bald war die große 2000 Personen fassende Festhalle dicht gefüllt. Zur Einleitung des Kommers gab die Kapelle des Jnf.-Reg. Nr. 116, Kaiser Wilhelm II., einige Musikpiecen und den Festteilt ehmern war dadurch ausreichende Muße gegönnt, das Innere der Halle einer eingehenden Musterung zu unterziehen. Zunächst springt die von dem Erbauer, Zimmermcister Schubecker^ Gießen, getroffene praktische An­ordnung ins Auge, dann aber die hübsche, geschmackvolle Ausschmückung iUberaH gewahrt man Dekorationen, ohne daß man von einer Uebersabung sprechen kann. Durch die ganze Halle schlingen sich kreuzwuje Girlanden und werden durch zu Drapieren gefaltetes Fahnentuch lebhaft unterbrochen. Auf Lebhaftigkeit ist überhaupt usUS abgestimmt, besonders tragen dazu auch die mächtigen Kastanienbäume bei, die sich durch den ganzen Raum verteilen. Nachdem die Musik verklungen und man sich häuslich eingerichtet, eröffnete Stadtrat Helm namenè der Ausschüsse den Kommis mit einer Begrüßungsansprache. Er sprach den Wunsch aus, daß das Fest alle gehegten Hoffnungen erfüllen möge. Die Arbeiten seien umfangreiche und schwierige gewesen, aber sie seien gern geschehen, da die A: sschüsse wußten, wer hinter ihnen stehe Ec hoffe, daß das Ftst von Anfang bis Ende gut gelingen möge und bitte die Anwesenden mit ihm in ein Hoch auf daS gute G ringen einzustimmen Aus ganzem Herzen kam man diesem Wunsche in der nach­drücklichsten Weise nach.

Dann bestieg Stadtrat Schm all die Tribüne und richttte folgende Ansprache an die Festversammlung.

Hochgeehrte Festversammlung!

Im Namen des Festausschusses habe ich die Ehre, Sie zur Jubelfeier unserer Feuerwehren nochmals zu begrüßen, Sie alle herzlich Willkommen zu heißen, die Sie in dichten Scharen hier zusammengeströmt sind, um das Ehrenfest würdig einzuleiten! Gut Wehr! rufen Sie mit mir einmütig den beiden Jubilaren, der Gailffchen und der Gießener freiwilligen Feuerwehr heute zu, die so oft Schulter an Schulter in einem halben Jahrhundert dem verheerenden Element in Sturm und Graus entgegengetreten sind und nun nach so manchem gemeinsam siegreich durch­geführten Kampf heute festlich vereint sind, einen Höhepunkt der Erinnerung zu feiern, ihrem Wirken ein Gedenkzeichen aufzurichten, von dem uns neue Begeisterung zu künftigen Taten ausgehen soll. Fünfzig Jahre sind im Strom der Zeiten nur eine

kurze Spanne Zeit, aber für uns sterbliche Menschen bedeuten sie mehr und wir nehmen noch hierzu, was sich innerhalb derselben alles in unserer Stadt Gießen entwickelt hat, wie die manigfachen Organisationen der Menschen- und Nächstenliebe zur tatkräftigen Hülfe in schwerer Not, zu denen in erster Linie auch die Feuerwehren gehören mit ihrem Doppelwahlspruch:

„Einer für Alle und Alle für Einen!"

„Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr!"

Mit diesem Wahl'pruch, mit solchen idealen Ge­danken sind nach den primitiven Feuerlöscheinrichtungen vor 50 Jahren unsere hiesigen Feuerwehren gegründet worden im Jahre 1855, und ein hochherziger, edler Bürger unserer Stadt, ein Mann, dem Gießen ein für alle Zeit hervorragendes Tei! seiner wirtschaft­lichen Bedeutung verdankt — Herr Georg Philipp Gail gab hierzu die erste Anregung, er schuf und stützte die erste organisierte Gail'sche Feuerwehr, ihm folgend traten Bürger und Bürgerssöhne zusammen — und der Feuer-Funken echter hülföbereiter Menschen­liebe zündete weiter, sodaß bald die „städtische" Feuer­wehr ins Leben trat. Das waren in damaliger Zeit umso größere Taten, als unsere Stadt noch in kleinen, engen Verhältnissen lebte; noch wissen die Aelteren unter uns, wie eng unsere Grenzen gewesen, welch schmaler Gürtel die Stadt umschloß, wie trüb die Straßenlaternen damals brannten, die an ihren eisernen Ketten hin und Hec schaukelnd, die Finsternis zu erhellen suchten, bis mit dem Gas „Mehr ^t^t in unsere Mauern kam. Und „Mehr Licht" war nicht nur da, sondern auch sonst noch nötig, auch notig um die Feuerwehr populär zu machen, von der ein Lied aus jener Zeit scherzhaft, vielleicht auch spottweise sang:

„In Rodheim tat es brennen,

Der Bauer sagt es an, Die Feuerwehr tut rennen Ist rüstig angetan!

Der Moritz mit dec Schelle, Der Hauptmann mit der Brill

Sie kommen oll zur Stelle

Man weiß nicht was man will!"

Aber man wußte es doch! und nachdem die Metz'sche Spritze hier ihren Einzug gehalten, da waren die Wehren bald schon so gut organisiert, so trefflich geschult, daß sie im Ernst von sich rühmen durften:

„Wir dämpfen jedes Feuermeer mit unsrer Metz'schen Spritze!

Seitdem sind die Gießener Feuerwehren immer mehr aus sich heraus gewachsen zu einer dec tat­kräftigsten Wohlfahrtseinrichtungen unserer Stadt und wenn ich hie. als Stadtverordneter noch ein Wort einlegen darf, dem meine Kollegen im Stadtrat freudig beistimmen, so sei es dies, daß wir alle stolz darauf sind, solche Wehren als kostbares Gemeingut unser eigen nennen zu dürfen! (Bravo!) Was früher unseren Bürgern und Bürgerssöhnen als lokalpatriotische Pflicht erschien, aus freiem edlen Willen gegründet, gefördert, gepflegt und zu hoher Stufe der Entwick­lung gebracht wurde, das hat unter Mitwirkung der Gesetzgebung noch eine weitere Förderung erfahren und so stehen unsere Wehren heute groß da, in 50 Jahren ein Schutz und Schirm der Stadt gewesen, heute noch mehr und mit allen modernen Hülfs­mitteln unserer Zeit, eine mächtige Wehr für Haus und Hof, für Leben und Gut der Mitmenschen! Und wenn wir nun jetzt in festlich frohen Stunden dieses Toppeljubiläum feiern, wenn unsere Herzen warm werden in der Erinnerung an vergangene Seiten und wenn in ihnen aufsteigen auch die Schatten­bilder so mancher aus der Vergangenheit, die sich hochherzig einst jenem Dienst geweiht, wenn wir in unserer Mitte und in unserer Stadt noch so viele Wendige Zeugen sehen, die in den besten Jahren den Wehren ihre Kräfte gewidmet haben in uneigen­nützigster, selbstverleugnender Weise, und wenn wir umgeben sind von den Feuerwehrleuten unserer Tage dann ist cs ein erhebendes Gefühl zu wissen dab alles dies entsprungen ist dem einen Gedanken: B

„Einer für Alle und Alle für Einen!"

So möge es dann allezeit bleiben, getragen von edelstem Burgerst^n, gestutzt durch die Opferwilliakeit der Familie Gail, die selbstlos bis zu Ar Stunde dauert gefördert durch Stadt und' Staat, unsere Wehren weiter blühen und gute Früchte reitiaen' Ja die Zeit eilt in raschem Flug an uns wissen die am besten, die noch aus dem Gründungs­jahr unter uns weilen, die Zeit und der alte schöne Brauch ist in den Städten längst vorüber, wo es noch in nächtlicher Stunde durch die stillen Gassen klang:

„Bewahrt das Feuer und das Licht, Daß dieser Stadt kein Leid geschieht Und lobet Gott den Herrn!"

Aber der Geist jener Zeit umweht uns noch weil wir wissen, daß Gottes Auge nicht aufhört über uns zu wachen, und daß wohlgeübte zielbewußte Männer unsere Wehren bilden für die Stunden der Not und Gefahr! Darum weiter fort in die neue Zweite Hälfte des Jahrhunderts mit der alten Losung:

„Gott zur Ehr', dem Nächsten zur Wehr!" Dies wollen wir besiegeln als unseren Gruß, Dank und Glückwunsch am heutigen Jubiläums- und Ehren­tag in dem dreifachen Ruf: „Gut Wehr!"

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Ober-Bürgermeister Mecum dankte für die Ehre, die u. ihm durch die Ernennung zum Ehrenmitgliede geworden sei, gedachte der Gründer der Wehren. Daraus wurden die lebenden Gründer zu Ehrenmitgliedern ernannt. Es dies die Kameraden Georg Schwan, Ott

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