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Nr. 296. Zweites Blatt.

Samstag, den 16. Dezember 1905

14. Jahrgang

Nefertto«S»r et- r Die einspaltige PerttzrUe für ganz Od^r- *&&, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 16 Pfg. Reklamen die Petttzeile 30 resp. 40 Pfg.

'«edaktion u. Haupterveditton: Gießen, Seltersweg 88.

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Greßener

Ldo»e«e»tSpreiS: abgebstt monatlich 50 Pfg., in'S Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljLhrl. Mk.I.bV.

Gratisbeilage» : Ober Hessische Armiliexzeituxg (tägldU und die Gießever Eeife»dlasc« (wöchenilich).

DaS Blatt erscheint an aßt® Werktagen nachmittag-.

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1 ®Wwg Qi <Hirße«-r T»gevratt) NnabhânKige Tagkszeitung (Gi-ßkmer Iett««g)

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für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lskalauzeiger für Gießen und UmgebMg.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Grohh. Bürgermeisterei Gießen, des Gr»ßh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden »en Oberhestr».

Vermischtes.

= Heiteres von der Volkszählung. In einem badi­schen Orte spielte sich bei der Volkszählung ein heiteres Vor­kommnis ab. Als der Zähler einer alten, schwerhörigen Frau Lie Zählerkarten übergeben wollte, wies diese die Annahme i rurück, mit den Worten:Als ab, i zahl nix." Der Zähler s suchte ihr nun begreiflich zu machen, daß es sich nicht um Bezahlen handle; die Frau aber schnitt jede Erzählung mit < den Worten ab:I hab Ihne schon e mol g'sagt, daß i ) nix zahl. Als ab." Eine hinzugekommene Hausbewohnerin i erhielt nun den Auftrag, das Formular an die Angehörigen ' abzuliefern. Die gute Frau geriet dariWer erst recht aus dem Häuschen und rief der Hausbewohnerin zu :I hab doch dem schon e paar mol g'sagt, daß i nix zahl. I zahl nix." Den ganzen Nachmittag befand sie sich in höchster Erregung wegen des vermeintlich unheilvollen Zettels, und erst am Abend, als ihr Sohn von der Arbeit nach Hause kam und ihr die Be­deutung des Formulars erklärte, gab sie sich zufrieden. Die gute Frau hatte geglaubt, sie sollezahlen" statt zählen.

= Sicherung des Schiffsverkehrs. Ein österreichischer Ingenieur hat eine Schiffsbremse erfunden, die eine weitere Sicherung des Schiffsverkehrs herbeiführen soll. Der Apparat, mit dem gegenwärtig in Fiume Versuche angestellt werden, bat die Form eines Fallschirms und besteht aus Stahlplatten. Er wurde an einem Schiffe befestigt und dann Volldanivf

gegeben. Sobald die volle Geschwindigkeit, etwa I6 Kilo­meter pro Stunde, erreicht war, wurde der zusammenfassende Bolzen herausgezogen und der Fallschirm sank in das Wasser. Das Schiff erlitt eine kaum wahrnehmbare Erschütterung und kam innerhalb 30 Fuß zum Stillstehen. Die Stangen und Bolzen, welche die Platten der Bremse zusammenhielten, hatten sich jedoch stark verbogen; aus ihrer Nachgiebigkeit erklärte sich auch die geringfügige Stoßwirkung. Später wurde ein Versuch mit einer stärkeren Bremse geniacht, und jetzt hielt das Schiff beim Fallen der Bremse fast momentan an. Zweifellos kann der Apparat bei richtigem Ausbau viele Schiffsunfälle verhüten oder abschwächen.

= Die Kosten einer Präsidentenwahl. Welche Un­summen für die Wahlagitation in den Vereinigten Staaten ausgegeben werden, zeigt eine Aufstellung, die jetzt von ameri­kanischen Blättern veröffentlicht wird. Danach hat die Wahl Roosevelts zum Präsidenten und Mr. Fairbanks zum Vize­präsidenten der Vereinigten Staaten die Kleinigkeit von 6 200 000 Mark gekostet. Als Cleveland zum zweiten Mal zum Präsidenten gewählt wurde, gaben die Demokraten fast 20 000 000 Mark aus; diese Zahl stellt einen bisher nicht wieder erreichten Rekord in der amerikanischen Politik auf. Zu Präsident Roosevelts Wahlfonds haben 10 000 Personen unb Korporationen beigesteuert. Es ist klar, daß gewisse Ge­sellschaften mit der Hergabe solcher Beträge eigennützige Zwecke verfolgen. Man fordert deshalb ein Gesetz, daß solche , Manöver verhindern soll.

Fehler bei der Volkszählung. Die Stadt München- Gladbach weist bei der Zählung nur 60 313 Einwohner gegen 58 023 im Jahre 1900 auf. Die Behörde nimmt daher an, daß Häusergruppen beim Zählen vergessen worden sind, und hat eine Nachzählung angeordnet.

Gesund bleiben = ist billiger.--

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