Nr. 295
Freitag, den 15. Dezember 1905
14. Jahrgang
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XtitbiQtHI» Die einspaltige Pentene für ganz Ober* haßen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.
Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.
Gedaktion u. Hauptexpeditton: Gießen, Selter« weg 88.
Kernsprech anschlnH Nr. 368.
Neueste Nachrichten
(Hießener Ungevritt)
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für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalauzeiger für Gießen und Umgebung. «Mtbält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberheg«.
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Spanische Ansprüche.
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Die Marokko-Konferenz, deren Eröffnung nahe bevorsteht, findet auf spanischem Boden statt, in Algeciras. Ob mit der Wahl des Ortes ausgedrückt werden soll, daß die Konferenz über Interessen zu entscheiden hat, die in der Hauptsache spanische Interessen sind, darf dahingestellt bleiben. Die Spanier scheinen es anzunehmen. Unzweifelhaft ist auch, daß kein europäischer Staat so alte Beziehungen zu Marokko hat, wie Spanien. Ebenso mag zugegeben werden, daß die Augen Spaniens seit Jahrhunderten auf Marokko gerichtet gewesen sind, zu einer Zeit schon, als die spanische Begehrlichkeit noch die .Kraft besaß, sich geltend zu machen. Doch diese Zeiten sind vorüber und verschollen, außerhalb Spaniens denkt man ihrer nicht anders als mit dem Märchenzusatz: „es war einmal". In Spanien selbst freilich hat man andere Anschauungen. Dort gibt es wirklich Leute, die in der ^Vergangenheit leben und ein Gegenwartsdasein kaum führen. Sie halten mit Gewalt die Selbsttäuschung fest, als ob Spanien noch wäre, was es vor langen, langen Zeiten gewesen, als wäre es noch eine Macht und nicht zur hohlen
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Maske einer Macht herabgesunken, die man nur mit unterdrücktem Lächeln eine Großmacht nennt. Sogar unter den ^Deputierten des spanischen Volkes gibt es Leute, diese patriotische Komödie sich selbst und anderen vorspielen und ^Freude empfinden an der „heroischen Geberde", die der eigenen Kraftlosigkeit spottet. Ein Abgeordneter hat in den Cortes an die Regierung Fragen bezüglich der Marokko-Konferenz 'von Algeciras gerichtet, die ungefähr zur Voraussetzung I hatten, daß Spanien nicht blos der Gastwiri, sondern der Veranstalter und der Herr der Konferenz sei, mit der Befugnis und der Macht ausgestattet, den anderen Staaten ihr Verhalten in Marokko und Spanien gegenüber vorzuschreiben. Die Regierung antwortete nicht, und der Deputierte war mit bm Schweigen ganz einverstanden — Beweis genug, daß ihm wenigstens eine Ahnung der Wahrheit aufgedämmert ist und daß es ihm blos darauf angekommen war, sich selbst und seinen Hörern eine vorzügliche, die nationale Eitelkeit schmeichelnde Augenblickstäuschung zu bereiten.
Die spanischen Zeitungen dürfen sich nicht in demselben Maße den Luxus der Naivetät gestatten, wie die spanischen Volksvertreter. Ihre Leser sind doch nicht ausschließlich Deputierte, nicht einmal ausschließlich Spanier. Sie müssen darauf Rücksicht nehmen, daß sie doch auch als ernsthafte Organe angesehen werden sollen. In diesem Zwiespalt zwischen der Neigung zur nationalen Großmachts-Phantastik und der unergründlich nüchternen Wirklichkeit ist es nicht leicht, einen gangbaren Mittelweg zu finden, der auf der armen Stadt die spanische Eitelkeit nicht verletzt, auf der anderen Seite ein Uebermaß von Lächerlichkeit vermeidet. Ein führendes spanisches Blatt unternimmt die Lösung dieser Seiltänzeraufgabe, i indem es der spanischen Regierung vorichreibt, was sie auf der Konferenz in Algeciras zu beachten und zu erreichen i haben. Die Zahl der Forderungen ist nicht zu klein, und jede I einzelne ist nicht unbedeutend.
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Selbstverständlich wird mit einem historischen Rückblick i der Anfang gemacht, wobei ebenso selbstverständlich mit keiner Silbe des Umstands gedacht wird, daß Spaniens Wehrkraft stetig zurückgegangen ist, daß Spanien für jeden Staat, der mit ihm anbinden mag, zur „quantité négligeable“ geworden ist. Ganz ernsthaft wird vorgetragen, daß Marokko für 1 Spanien mehr sei, als Algier für Frankreich, denn Algier sei doch „nur eine Kolonie". Um so unverständlicher ist es, daß ; Spanien im Begriffe war, ohne den Versuch einer Einrede
.,„ am |®^w^ zu dulden, daß Frankreich in Vorbereitung der formalen % n btsorst'^Ä Annexion sich anschickte, Marokko unter sein Protektorat zu h kn bU örtl' nehmen. Es bedurfte erst des deutschen Einspruchs und sehr in unb ernsthafter und nachdrücklicher deutscher Vorhaltungen Frank-
Kâ W^ reich gegenüber, um die Einberufung einer neuen Marokko-
Konferenz und die Anerkennung der Tatsache zu erwirken, '^ 0* baß Frankreich in Marokko nicht der Wortführer Europas sei -her»'" nnd daß niemand befugt ist, die Rechte irgend eines andern geN-^KssiS--^ Staates in Marokko zu schmälern. Spanien hat nicht blos
«iderspruchslos das gegenteilige Verhalten Frankreichs und
Englands geduldet, es hat sogar lange gezögert, ehe es wagte,
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idie von Deutschland gebotene I ' seiner Stellung in Marokko zi
■ 1 ^ 1 ^ . Nach dem in Rede ftL^viivm ipuinp^tn ^mn juu
1 Spanien den Bau des Hafens von Melilla iiub überwiegen- ^' I i den Einfluß auf diesen verlangen, soll es überdies darauf
Oten*v 20 \^ bestehen, daß in ganz Marokko spanisches Geld Umlauf habe. hWL8Ä# V Hier hat schon die reine Phantastik wieder begonnen. a^2 Es handelt sich auf der Konferenz in Algeciras nicht um
An II eine Aukteiluna Marokkos. Gaur im Gegenteil fnU hi»
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: Gelegenheit zur Verbesserung zu ergreifen.
stehenden spanischen Blatt soll
eine Aufteilung Marokkos.
Ganz im Gegenteil soll die
Selbständigkeit und Unabhängigkeit Marokkos gewahrt nnd werden. Die marokkanischen Häfen sind allen
itaaten offen und gehören im übrigen Marokko selbst, das
nach eigenem Gutdünken bestimmt, wem es öffentliche Arbeiten
übertragen mag. Gegen spanisches Geld hat niemand etwas einzuwenden, sobald es vollwichtig ist. Spanische Goldmünzen haben nicht geringeren Wert als gleich schwere und gleichlegierte flO^1 Goldmünzen anderer Staaten, und spanische Silbermünzen * den keinen höheren Kttrs beanspruchen, als sie verdienen.
fein viel spanisches Geld nach Marokko kommt — 1 M Porto u *-1*10 j ?^"rokkaner werden seine Annahme nicht verweigern.
I veberflüssig zu sagen, daß Spanien auf ein iraenb wie
Gie Hieltet
Unabhängige Tageszeitung
geartetes Vorrecht in tUCarotto seinen Anspruch hat. Sein Recht ist so gut wie das eines anderen in Marokko durch Haudelsbez ehungen inti regierten Staates, nicht mehr noch weniger. Besäße Spanien Gibraltar, hätte es hier seinen eigenen Boden zu verteidigen, zu behaupten oder wieder- zugewinnen verstanden, so lägen die Dinge anders. Dann hielte Spanien den Schlüssel zum Mittelmeer in Händen unb könnte verlangen, daß ihm nicht von Marokko aus dieser Schlüssel entwunden werde. Das ist aber einmal nicht der Fall. England besitzt Gibraltar und ist durch seine Flotte so stark, daß es Marokko nicht nötig hat, auch nicht bcn Hafen von Melilla. Aber auch mit der Erfüllung bescheidenerer Forderungen wird Spanien zufrieden sein. Denn in seinem Herzen weiß es doch, daß es für sich allein und aus eigener Kraft in Marokko nichts, absolut nichts erreicht hätte.
I Zar und Regierung ratlos!
Immer größer wird in Rußland die Verwirrung. Zwar heißt es, daß zur Zeit Witte wieder fest im Sattel fitze. Allein in den Zuständen des Zarenreiches ist zurzeit der Wechsel das allein bleibende Moment; und das durcheinander der Nachrichten deutet darauf hin, daß in dieser Beziehung schwerlich bald eine Wendung zum Besseren für das schwer geprüfte ßanb eintreten dürfte.
Mancherlei Umstände scheinen auf bevorstehende wichtige Entscheidungen hinzudeuten.
p Der Zar reist nach Moskau.
„Mütterchen" Moskau gilt als der Mittelpunkt des ganzen russischen Staatswesens. Alle wichtigen Staatsakte finden dort ihre äußerliche und feierliche Sanktion. Unter diesen Umständen wohnt folgender Meldung aus Petersburg eine besondere Bedeutung bei:
Nach einem umlaufenden Gerücht will der Zar nach Moskau reisen. Dort soll ein Akt von höchster Wichtigkeit für den Staat bevorstehen.
Bestätigt sich die Meldung, so dürfte es sich um die feierliche Verkündigung der staatlichen Freiheiten durch den Mund des Zaren handeln. Das wäre ein sehr deutliches Zeichen dafür, daß Wittes Einfluß zurzeit der maßgebende ist; — was aber nicht hindert, daß auch zu gleicher Zeit der baldige Ersatz Wittes durch den liberalen Fürsten Swiatopolk- iMirsky, den früheren Minister des Innern, angekündigt wird.
1 Jgnatiew verhaftet?
Ueber die Ursachen, die den Zaren wieder in die Arme Wittes geführt haben sollen, wird aus Petersburg gemeldet:
Die reaktionäre Hofpartei, die ihre Zeit für gekommen erachtete, hatte eine Verschwörung zur Entthronung des Zaren angestiftet, an dessen Stelle eine Diktatur unter einem Großfürsten treten sollte. Witte entlarvte diesen Plan, worauf der Zar seine Einwilligung zur Verhaftung des Grafen Jgnatiew gab.
Jgnatiew galt als intimster Freund des Zaren, zugleich aber auch neben Podjedonoszew als fanatischster Gegner des Reformwerkes Wittes. Schon das Gerücht von seiner Verhaftung zeigt das Sprunghafte der inneren Politik des Zarenreiches.
Die lettische Republik.
Ueberall im russischen Reiche nimmt die Verwirrung ihren Gang. Der andauernde Streik der Verkehrsbeamten hält das gesamte wirtschaftliche und geschäftliche Leben im Stocken, und »die Soldaten-Mentereien nehmen kein Ende. Anr schlimmsten sieht es in den Ostseeprovinzen aus. Livland und Kurland sind tatsächlich vom russischen Reich abgefallen und haben sich als lettische Republik erklärt. Die lettische Bauernbevölkerung hat die russichen Beamten verjagt und schlägt einfach jeden tot, der nicht mitmacht. Die Deutschen sind schwer bedroht. Viele Schlösser stehen verlaffen. Damit hat die Auflösung des Zarenreiches in seine einzelnen Teile auch äußerlich begonnen.
Der Minister im Arbeiterkittel.
(Eig Bericht.) London, 13. Dezember.
Die Riesenstadt an der Themse hat wieder eine Sensation, um die man sie in der Welt weidlich beneiden wird. Diese Sensation heißt John Burns, vor wenigen Jahren noch ein gewöhnlicher Maschinenarbeiter, heute Right Honow- rable, Minister von Großbritannien mit einem Einkommen von 40000 Mark jährlich. Das ist mal etwas für die Londoner, nicht nur für die Arbeiter, deren Vertreter Burns im Ministerium ist, sondern auch für die höheren Klassen, die gern einmal den Mann in der blauen Arbeitsbluse sehen möchten, der nicht einmal zum Besuche beim König sich den Ministerfrack anzieht und von den eifrigen Türhütern im Buckingham-Palast seines unhosmäßigen Anzuges wegen beinahe nicht vorgelassen worden war. Die Depeschenboten in Battersea, wo Burns seine einfache Wohnung hat, haben wohl noch nie so viel rennen müssen, als an dem Tage, da Burns znm Minister ernannt worden ist, denn alles beeilte sich, seine Glückwünsche zu drahten oder persönlich auszusprechen. Burns hatte sich aus eigner Kraft zum Führer der Arbeiterpartei emporaearbeitet. Er stammt aus aani
Av»««e»e»t-pre1S: abgehslt monatlich 50 Pfg., in's £xn* gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljâhrl.Mk.1.50.
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Das Blatt erscheint an alle« Werktagen nachmittag-.
(Gießener Zeitung)
niedrigem Sianöè, seine Mutter war Wäscherin. Als Arbeiter in der Fabrik, verstand er es, sich bis zum Ingenieur fort- zubilden und sich daneben noch Geld zu sparen, um durch Weltreisen seine Wissensgrenzen zu erweitern. Als Organisator der Partei und angesehener Streikführer erhielt er einmal sechs Wocheii Gefängnis wegen Widerstandes gegen die Polizei. Sein Eintritt in das Kabinett Campbell-Bannermann zeigt jedenfalls, daß das neue Ministerium mit den bisherigen Traditionen gebrochen hat. Man ist voll Erwartung, wie sich der Mann im Arbeiterkiltel auf seinem neuen Sitze „machen" wird. Es fehlt natürlich nicht an Stimmen, sogar aus Arbeiterkreisen, die Burns Ernennung nicht gerade freudig begrüßen: im allgemeinen aber erfreut sich der Minister, dem die Lokalregierungen übertragen worden sind, ziemlicher Beliebtheit. Burns wird wahrscheinlich den Arbeitslosen gegenüber einen schweren Stand haben, da unter diesen sich viele ehemalige Arbeitsgenossen des Ministers befinden, die ihm durch diese Beziehungen zu imponieren versuchen werden. Natürlich kann auch Burns allein nicht die Arbeitslosigkeit mit einem Schlage beenden, aber es wird nicht an Aufwieglern fehlen, die seine Stellungnahme, so oder so, in dieser Sache ausbeuten und gegen ihn verwenden werden, abgesehen davon, daß auch die bisherigen Regierungsinhaber dem neuen Kabinett gern ein Bein stellen werden. Nach der Laufbahn, die Burns durchgemacht hat, hat man es aber hier mit einem Mann zu tun, der weiß, was er will und in jeder Lage auf seinem Posten sein wird.
politische Rundschau. - ,
I Deutsches Reich«
* Eine allgemeine Rangerhöhung der deutschen Kolonien-Gouverneure wird amtlich bekannt gemacht. Der Kaiser hat den Gouverneuren der Schutzgebiete in Afrika und der Südsee Mr die Dauer-ihres Amts und ihres Aufenthalts außerhalb Europas das Prädikat Exzellenz verliehen, ebenso dem Gouverneur von Kiautschou. Ferner hat ber, Kaiser für die Dauer ihrer Verwendung im Kolonialdienst als heimischen Rang den Gouverneuren von Deutsch-Ostafrika, Kamerun und Südwestafrika den Rang der Räte erster Klasse,; den Gouverneuren von Togo und den Schutzgebieten der Südsee den Rang der Räte zweiter Klasse verliehen.
* Der Zwischenfall mit dem deutschen Kanonenboot „Panther" kam in der brasilischen Abgeordnetenkammer zur Sprache. Der Minister des Aeußeren ließ durch den Führer der Mehrheit die Meldung als falsch bezeichnen, daß der brasilianische Botschafter in Washington dem Staatsdepartement Mitteilung von den Informationen gemacht habe, die er über die Panther-Angelegenheit erhalten hat. Der Führer erklärte der Kammer im Namen der Regierung, daß das Auslaufen des brasilianischen Geschwaders lediglich zum Zweck der jährlichen Uebungen, nicht zum Zweck der Demonstration erfolgt sei. Eine baldige Beilegung irgendwelcher Schwierigkeiten ist bei den freundlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Brasilien übrigens zweifellos zu erwarten.
" Gegen die vom Reichsschatzsekretär vorgeschlagene Quittungstteuer wendet sich die „Kölnische Zeitung" in längeren Ausführungen. Das Blatt befürchtet durch die Steuer große Unordnung im geschäftlichen und privaten Verkehr, sowie Zunahme der Prozesse. In vielen Fällen werde die Ausstellung der Quittung bei Geschäften unterbleiben. Dies würde aber zu einer Verkehrsunsicherheit und damit' zu einer Häufung der Prozesse führen, unb gerade der am wenigsten zur Prozeßführung geigneten, unbegüterten Kreise. Auch werden die Steuerbehörden überlastet werden mit einer Unzahl von geringfügigen Strafverfahren, deren Ergebnis die ausgewandte Mühe kaum verlohnt, und endlich wird den Gerichten ihre unsympathische Aufgabe, Steuerhinterziehungen anzuzeigen noch viel fühlbarer werden. Alle diese Gesichtspunkte ließen diese Steuer vom Standpunkt einer gesunden Rechtspflege als Rückschritt erscheinen.
* Die anhaltende Teuerung macht sich auf den verschiedensten Gebieten bemerkbar. Die Erholungsstätte
Volksheilstättenvereins zum Roten Kreuz in Eichkamp Berlin bleibt den Winter über geöffnet. Die Kosten für Mittagessen müssen aber von 30 auf 45 Pfennig wegen Preissteigerung der Lebensmittel erhöht werden. Die
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meindevertremng zu Pankow hat sich in ihrer letzten Sitzung mit dem Anträge der Lehrer, Gemeindebeamten und Ge- meindcarbeiler, ihnen eine Teuerungszulage zu gewähren, beschäftigt. Nach längerer Aussprache wurde beschlossen, den Petenten ein halbes Monatsgehalt als Teuerungszulage zu zahlen. Die dadurch für die Gemeinde entstehende einmalige Ausgabe beläuft sich auf etwa 17 000 Mark.
* Der zwischen Preußen und Oldenburg abgeschlossene Lotterievertrag bewegt sich in derselben Richtung lüie die Verträge, die Preußen bisher mit solchen Bundesstaaten abgeschlossen hat, die keine Staatslotterie besaßen. Es wird eine Abfindung in Form einer beweglichen Jahresrente gewährt. Die Lotterieverträge mit Hessen, Thüringen und Reuß jüngere Linie bedürfen nur noch der Zustimmung des preußischen Abgeordnetenhauses, die wahrscheinlich ohne Einsprüche vor sich gehen wird. i