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Nr. 2o9

A<1er11o»Spre1S» Die einspaltige Petit-eile für ganz Oder- beflen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 16 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.

Redaktion u. Hauptecvedition : Gießen, SelterSweg 83.

Fer«sprechâ«schl»ß Nr. »82.

Ab»„eme«t-preiS: abgehslt monatlich öOPfg., in'S Haus gebracht 60 Pfg., durch die Posi bezogen vierteljâhrl. Mk.I.bO. Gr«ttSbeil«ge» : Qberhesfiscke Famitte«zeitv«g (täglich) und die ©ie^mer Seifenblase* (wöchenüich).

Ta« Mett erscheint an eße* Werktagen nachmittag«

eueste Nachrichten

<Hieße«er UcrgeSratt)

ItnaöhânKis« HagesjeUung

(Hießemer Deilung)

für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behöben von Oberheiin».

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M der Pollzeiverordnu^ wir zur öffentlichen bi f, daß die SchutzmanHr hingen Mnachsichtlich ^

bet 1905.

mt Siegen.

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ollen für den Fußgänge

loten, auf den Bürgersteige. Mitten und Fahrräder z lesem Verbot ist das FaV iten Kranken- oder Kinder er Kinder gefahren vâ )t neben einander gesayca erSiirgersteigezwâ' iofwlten und GrundM schritt, auf dem 61^ Wehr durch ung«*! "Ä Serrig*-

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Ru fit scher Staate-Banherott ?

Von einem mit den russischen Verhältnissen wohlvertrau­ten Finanzpolitiker wird der „Deutschen Reform-Korrespondenz" geschnebel^d .^ ^ trügst gekannte Land Europas. Man ; hat ihm schon immer unrecht getan, da man es als ein euro­päisches Land betrachtete, während es doch nur einige Fenster nach der europäischen Seite ausgebrochen hatte. Eine ganze Anzahl Äußerlichkeiten waren nach europäischem Muster ein­gerichtet worden, aber das Herz des Volkes war asiatisch ge­blieben. Daß Asiaten nicht nach europäischer Art regiert wurden, war natürlich; sie verlangen eben asiatisches Regi­ment. Erst mußte die Bevölkerung durch langen Ausblick auf Europa Geschmack an europäische«! Wesen und Neigung dafür gewonnen haben, erst mußten die Russen diesseits des Ural genaue Vorstellung davon erlangt haben, daß Moskau beinahe den Mittelpunkt und ganz den Schwerpunkt Europas bildet, ehe das Verlangen nach europäischer Verfassung laut und lebendig werden konnte. Rußlands Entwicklung geht um ein halbes Jahrhundert gegen Deutschlands nach. Die Aufhebung der Leibeigenschaft vollzog sich in Preußen im Jahre 1810, in Rußland im Jahre 1861. Die Begleit- und Folgeerscheinungen waren hier wie da ungefähr die nämlichen. Den Fortschritt zur repräsentativen Verfassung macht Rußland 56 Jahre später als Preußen, und aller Wahrscheinlichkeit nach merben Rußland die Verfassungskämpfe nicht erspart bleiben, die Preußen durchzukämpfen hatte.

Die russische revolutionäre Bewegung hatte und hat überdies manche Komplikationen, die man anderwärts nicht oder wenigstens nicht in gleichem Maße kannte unb deshalb nicht zu berücksichtigen brauchte. In dem Riesenreich gibt es geschlossene Nationalitäten, die sich bisher nicht vollständig haben aussaugen lassen und von gesonderter Selbständigkeit immer noch träumen. Erstaunlich genug, daß die Revolution für diese Nationalitäten keinen Weckruf bildete. Einzig die Finnen regtet. sich kräftig und stellten ihre vorige Autonomie wieder her. Die Polen aber überließen den Eisenbahnern und den Arbeitern die Teilnahme am Aufstand. Sie be­gnügten sich, um Selbstverwaltung zu petitionieren. Mit drohend erhobenem Finger wurden sie zurückgewiesen.

Rußland ist ein Verfassungsstaat geworden und damit icin europäischer Staat. Das war nicht möglich, ehe die Russen nicht Europäer geworden. Jetzt ist das geschehen. »Sie haben ihr Europäertum denen in die Ohren geschrien, die nicht daran glauben wollten, und die nun wohl oder übel daran glauben mußten. Wer Rußland wirklich kennt, .der zweifelt nicht, daß die Russen sich im Verfassungsleben sehr schnell 'zurecht finden werden, mindestens so schnell wie die älteren Europäer.

Man spricht im westlichen Europa und namentlich in Deutschland viel von den russischen Finanzen, die schlecht seien und zum Staatsbankerott drängten. Nationalökonomen, die Aufsehen erregen wollen, rechnen aits, wann Rußland außer Stande sein würde, seinen Verpflichtungen zu genügen, die Zinsen seiner Schulden zu bezahlen. Theoretisch ist das in­sofern richtig, als schon mancher Staat sich gezivungen gesehen hat, die Zahlungen teilweise einzustellen, d. h. die Zinsen seiner Schulden zu reduzieren. Auch Rußland kann das begegnen. Aber daß es ihm begegnen muß, ist eine phantastische Be­hauptung. Mit dem kleinen Einmaleins sind solche Rech-

mmgen nicht zu machen, und mit dem großen auch nicht. Hier spielen andere Faktoren mit, die sich n'cht ohne weiteres in Mark und Pfennig umsetzen lassen. Die lebendigen Kräfte einer Nation entziehen sich der Schätzung. Die der russischen

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0- Nation haben noch keine Gelegenheit gebabt, hervorzutreten. Md nj Wahrscheinlichkeit svricht dafür, daß die Bewegungsfreiheit,

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hie jetzt erst der Bevölkerung gegeben ist, einen ganz außer­ordentlichen Aufschwung Hervorrufen wird. Landwirtschaft und Industrie, beide haben in Rußland eine große Zukunst. Die Steuerfähigkeit des Landes ist erst zu einem geringen leil ausgenutzt. Der Wegfall der lastendsten Steuer, der Dearntenbcstechung, die eine förmliche Staatsinstitution war, macht für sich allein Hunderte von Millionen Rubel jährlich

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!. Die Beamtenkontrole, die den Kern der Reformen bildet, hindert die unendlichen Diebstähle und Unterschlagungen,

; die ein Krebsschaden der russischen Verwaltung und der rus-

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1 grumte ^-chen Finanzen waren.

it Eine andere Frage ist es, ob es sich empfiehlt, deutsche

3 Hainbillk; Ersparnisse in russischen Werten anzulegen. Eine einfache

naie lnit oeu ,. ^ p Beantwortung mit ja oder nein ist unmöglich, Die russischen - M^de^ 1 Werte sind unter allen Umständen viel sicherer als die

Goldl^O^ D' griechischen, rumänischen, serbischen. Deswegen brauchen sie

hk immer noch nicht gut zu sein. Es wird aber immer Leute

K u ' rMWfy^ geben, die lieber gut essen als gut schlafen wollen, .m innell tv 1^101 • b h die einen höheren Zinsfuß bei geringerer Sicherheit

.dtückter V dem geringeren Zinsfuß bei höherer Sicherheit vorziehen.

Wer zu diesen gehört, der folgt dem Rat nicht, sein Geld mir in müudelsichereu papieren anzulegen. Es liegt aber b les Grund vor, die Leute ängstlich ru macken, sie aus ihrem

^mdeN^ ^e^ 5 herauszugraulen, sie zum L

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les Grund vor, die Leute ängstlich zu machen, sie aus ihrem Losschlagen mit Verlust zu

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Das Schlimmste ist in Rußlanü überstanden; lras kommt, kann nur eine Besserung sein. Rußland wird feine Biunengrenzen einreißen, unb das wird für Rußland genau die gleichen segensreichen Folgen in wirtschaftlicher Hinsicht haben, wie die Aufhebung der Binnenzölle im Zoll­verein sie für diesen gehabt bat.

Mittwoch, den 15. November 1905

Es gibt kaum ein Land, dessen Sparer ihre Ersparnisse ausschließlich in heimischen Werten anlegten ; unb wenn es ein solches Land gibt, so fehlt seiner wirtschaftlichen Ent­wickelung etwas. Auch darf man nicht glauben, daß das Kapital, das im Lande bleibt, vor Verlusten unbedingt ge­schützt wäre. Man kann auch im Inland Geld verlieren. Die Frage, welche Anlage den Vorzug verdient, kaun immer nur vou Fall zu Fall beantwortet werden, wobei es nicht zum wenigsten aus die Verhältnisse des Anlagesuchenden an­kommt. Wer nichts riskieren darf, der bleibe bei Konsols des Reichs und der Einzelstaaten, bei städtischen Obligationen und bei Pfandbriefen, höchstens bei Banken, die stetige Divi-

dende zahlen, oder auch bei der Sparkasse — und wer einen Verlust ertragen kann, ist von sich und den Seinigen befugt, innerhalb gewisser Grenzen mit seinen Anlagen über

die

Grenzen zu gehen.

Das «lirrsal in Rußland.

Die Ruhe hält in den meisten Gegenden Rußlands an; wenigstens soweit mau von den Vorgängen im Innern Kunde hat. Der Zar wird demnächst seinen abgeschiedenen Aufent­halt in Peters Hof aufgeben, und das kaiserliche Hoflager nach Zarskoje-Selo verlegen. Indessen bilden sich immer neue Herde, an denen das Feuer der Revolution frisch auf­flackert.

Revolution in Ostasien.

Schlimme Kunde kommt aus den Teilen des fernen Ostens, wo die Russen ihre Herrschaft behauptet haben. Ueber London sind darüber folgende Meldungen eingetroffen :

In Wladiwastock herrscht voller Ausruhr. Heftige Straßenkämpfe haben dort stattgefunden. Die Auf­ständischen und die Truppen stießen inehrfach zusammen, viele Personen sind um« Leben gekommen. Die aus­ländischen Einwohner ersuchten ihre Regierungen, Kriegs­schiffe zu ihrem Schutze nach Wladiwostock zu entsenden. Nach weiteren Meldungen herrschen Feuersbriinste, und die Hälfte der Stadt liegt in Trümmer.

Andere Meldungen wollen wissen, daß auch russische Truppenteile auf Seite der Anführer gekämpft haben. In Wladiwostock haben bte Reservisten die sofortige Rücksendung in die Heimat verlangt und die Markthallen und Magazine geplündert. Auch in Wladikawkas sind die Reservisten mit ähnlichen Forderungen hervorgetreten, in die sich aber auch solche politischer Natur wie eine Amnestie der politischen Ver­hafteten mischten. Man befürchtet, daß auch in Sibirien Re­volution herrscht, und daß auch dort die Truppen daran be­teiligt sind. Durch diese Vorgänge wird auch die Reise des Admirals Rostjestwenstki in die Heimat aufgehalten werden, der sich jetzt von Japan auf dem Landwege über Wladiwostock nach Rußland begeben hat.

Polen vor dem Losbruch.

Die meiste Sorge bereiten dem Grafen Witte fortgesetzt die polnischen Ansprüche. In diesem Punkte kennt er keine Nachgiebigkeit. Es wird darüber aus Petersburg berichtet: Bei dem Empfange einer Abordnung aller polnischen Stände erklärte Graf Witte, daß die Regierung nicht daran denke Zngeständniffe an die Polen zu machen, da deren Unreife für Reformen greifbar zu Tage getreten sei. Es sei jetzt klar, daß nur ein kleines Häuflein Revolutionäre Re­formen wünsche. Ferner erinnerte Witte daran, daß wieder eine Reaktion ein treten könne.

VZas die Polen fordern, kommt allerdings trotz aller gegenteiligen Versicherungen auf eine Aufrichtung des alten Königtums heraus, wenn auch mit dem Zaren au der Spitze. Die Forderungen enthalten: Krönung des Zaren zmn König von Polen, ausschließlicher Gebrauch der polnischen Sprache in Schulen, Aemtern und sonstigen Betrieben, Schaffung einer rein national-polnischen Armee und Anerkennung des Grundprinzips „Polen für Polen". Das bedenklichste bei dieser Betvegnng ist, daß auch die fortschrittlichen Elemente in Rußland für die Polen Partei nehmen und das Vorgehen gegen diese verurteilen. Dagegen hat der Papst den polni­schen Bischöfen die Teilnahme an kirchlichen Prozessionen politischen Charakters verboten.

In ganz Polen herrscht starke Gährung. Aus War­schau wird darüber gemeldet:

Das Aktionskomitee der polnischen Revolutionäre trifft alle Vorbereitungen zum gewaltsamen Aufstand. In den Kasernen wurden Manifeste verbreitet, in denen die Truppen aufgefordert werden, mit dem Volke gemein­

same Sache zu machen! Die Revolutionäre im Besitze von Sprengstoffen und Bomben sämtliche öffentliche Gebäude in die Luft Begüterte Familien verlassen in Massen die dem Lande herrscht völlige Anarchie.

befinden sich und drohen, zu sprengen. Städte. Auf

Der Abfall des Kaukasus.

Die russische Herrschdft über den Kaukasus ist zurz als nicht bestehend zu betrachten. Die Aufständischen i^ > gut bewaffnet und machen andauernd Fortschritte. Der ganze Bezirk Georgia ist in ihren Händen. Der Verkehr auf den Eisenbahnen ruht vollständig. Es wird eines lang dauernden Feldzuges bedürfe' um die russische Herrschau im Kaukasus Uneber aufzurich. n. Man rechnet, daß min­destens zwei Armeekorps nötig seien, um diesen Feldzug erfolgreich durchzuführen.

14. Jahrgang

Die Reinigung der Verwaltung.

Unentwegt bleibt Graf Witte am Werk, die Beruhigung i im Innern dadurch zu festigen, daß die Anstifter der Gegen­revolution aus den hohen Verwaltungsämtern entfernt werden. Eine ganze >)ieihe von Gouverneuren sind abgcsctzt, und in eine Anzahl besonders unruhiger Distrikte sind an Stelle der entfernten Gouverneure kaiserliche General-Adjutanten entsandt worden. Sie haben besondere Vollmachten erhalten, über die aus Petersburg berichtet wird:

Die Dienstanweisung an die in die Provinz entsandten Generaladjutanten verleiht ihnen das Oberkommando über die Truppen und Polizeimannschaften des Gouvernements, unterstellt ihnen alle Regierungs- und Kommunalbehörden mit Ausnahme der Gerichts- und Kontrollbehörden und ver­leiht ihnen das Recht, alle für die öffentliche Ruhe ge­fährlich erscheinenden Personen verhaften zu lassen, Handels­und Industrieunternehmen zu schließen, Zeitungen zu unter­drücken und obligatorische Verfügungen zur Wahrung ber. öffentlichen Ordnung zu erlassen.

Große Ueberraschung hat die in Rußland noch nie da-^ gewesene Tatsache der Berufung eines Juden, Abrahamsons,^ zum Hauptadministrator der Südwesteisenbahn, hervorgerufen. Der Ministerrat arbeitet zur Zeit Bestimmungen zu Er­weiterungen des Wahlrechts aus, nach deren Veröffentlichung' die Wahlen zur Reichsduma erfolgen sollen.

Die Mächte in Rußland.

Es wird hohe Zeit, daß die Besserung in den russischen Zuständen sich befestigt. Die Regierung der Vereinigten Staaten von Nordamerika hat ein -Kriegsschiff nach Kronstadt entsandt, bad im Notfälle Mannschaften zum Schutz der amerikanischen Staatsangehörigkeit ausschiffen soll. In London ist in einer dort tagenden Versammlung, die gegen die Juden­verfolgungen in Rußland Protest erhob, ein Telegramm des englischen Premierministers Balfour verlesen worden, das fofgenberma^cn lautet: „Die Regierung Seiner Majestät hat mit Bedauern und Entsetzen von den Judenmassakres gehört und bereits alle Maßregeln ergriffen, die geeignet erscheinen, daS Unqemnrb zu mildern." — Danach könnte die Wieder­holung bn Greuelszenen auch noch auswärtige Verwicklungen für .Zarenreich nach sich peben.

politische Rundschau.

Deutsches Reich*

* Die Vertreter der deutschen Staatsbahnen sind zur­zeit in Eisenach versammelt. Es wird über den Ausbau eingleisiger in zweigleisige Bahnen beraten. Anwesend sind aus Preußen drei, Sachsen ein, Bayern zivei und Württem­berg ein Regierungsvertretcr.

* Die gegenseitigen Gesandschaften Deutschlands und Japans iverden in Botschaften umgewandelt. Auf Anregung Hapans sind die deutsche und die japanische Regierung schon vor einiger Zeit überemgefommen, die Umwandlung der Ge­sandtschaften in Tokio und Berlin in Botschaften in die Wege zu leiten.

* Der preußische Eiscnbahnminister hat die seit einigen Monaten eingeführte Ntilcheinfuhr von Dänemark in Tankwagen verboten. Das Hauptquantum der Milch mürbe nach Berlin importiert. Die Folge des Verbots wird wahrscheinlich eine Steigerung des Milchpreises im Gefolge haben, da der Milchimport durch die Venveigerung der Tank­wagen fast unmöglich gen acht mirb. Aus welchen Gründen das Verbot der Eisenbahnverwaltung erging, ist nicht bekannt. Aus Milchhändlerkreisen will man Protest gegen die Verfü­gung einlegen.

* An der holländischen Grenze werden infolge der Fleischteuerung große Mengen geschlachteter Schweine ein- geführt. In einzelnen deutschen Orten haben die Metzger das selbständige Schlachten aufgegeben und liefern ihren Kunden nur eingeführtes Schweinefleisch aus dem Holländi­schen, das sich erheblich billiger stellt. In den Zollstationsort Kaldenkirchen wurden in wenigen Tagen fünfhundert ge- schlcuhtete Schweine eingebracht. Dieser Tage weilten Ver­treter des Ministeriums und anderer Behörden dort, »velche ßch mit dem Plane einer Erweiterung des Untersuchungs- gebündes und mit der Organisation des Besichtigungswesens beschäftigte

♦ Der Entwurf für das preußische Schulunterhaltungs» gesetz ist jetzt, wie verlautet, von der Regierung definitiv fertiggestellt worden. Das Gesetz soll dem Landtag bei seiner bevorstehenden Eröffnung sofort zugehen.

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*♦ In Konstantinopel tagte eine Konferenz der euro­päischen Botschafter. Die Pforte richtete eine 9?ote morn Ar den Fall der Nichtannahme der Forderungen der JM.Ote in der mezedonischen Franc eine Flândemons^ kündigt wird, die vor cingen ^iiseln der klciiwsi.nnchru Süsse ftattfinben soll und wobei Truppenlandungen beab-

sichtigt sind.

Kalhan-dtaatcn

- Der griechische Metropolit Joachim von Monastir, der als treibende Kraft der griechischen Banden ingesehen wird, ist nun selbst von einer bulgarischen Bande angegriffen worden. Er war trotz wiederholten Verbotes, die Dörfer zu