Einzelbild herunterladen
 

Geheimrat.Eobako hat bcMossen, daß in Zukmist die Re- nienina keine Leitung mehr 1 o 11 nnterd r u ä e n dürfen der BeM»b unterliegt fehl der Codrftkatwn durch den Senat: und wenn das geschehen ist, wird bie Re- nicnmq sortsahren, 3» tun war sie früher getan hat, und Zeitungen nach ihrem Gefallen unterdrücken. Die mansch- Ucbe Behandlung von Untersuchung^- und Strafgefangenen ist auch Zugesagt' und doch ist im Gefängnis vcm Pawink der KaufmannZsohn Gutzma-nn, der im vorigen Jahre bei der Aufhebung einer Druckerei in Warfck)au mehrere Polizisten getötet hatten zu Tode gemartert worden.

Türkei.

^/ Der bulgarisch-serbisch-grieckgsche Baiidenkleinkrieg in MaZedoxien hat die Türkei nun doch zu einer teilweisen Mobilmachung gezwungen. Die Redifbataillone erster Klasse in Durapp und Tirana haben entsprechende Ordre erhalten.

Afrika.

£ Die streikenden Chinesen in Transvaal zeigen sich er­staunlich hartnäckig. Am Sonntag ergriffen 500 chinesische Arbeiter der Jumpers Deep-Mine die Flucht in der Rich­tung nach Johannesburg. Berittene Polizisten eilten ihnen nach und holten sie zurück. Die Chinesen gaben ihrem Miß- Vergnügen über diesen Ausgang ihrer Hedschra durch drei- stündiges Steinbombardement gegen die Polizei Ausdruck. Sie müssen aber nicht sehr geschickt oder nicht gewillt ge­wesen sein, Unheil anzurichten. Denn die Polizei fühlte sich durch die Steinwürfe nicht gereizt und nicht einmal geniert. Sie gab keinen Schuß ab. So kam es, daß auch kein Chi­nese verletzt wurde, bis auf einen, der sich fallend einen Lembruch zuzog. Kaffern aus der Mine George Goch unter­stützten die Polizei.

Rof und Gesellschaft.

Der Kaiser hat nunmehr von Messina aus seine Fahrt ins Mittelmeer fortgesetzt und ist an Bord derHohen- zollern" zunächst nach Korfu in See gegangen. Der Panzer Friedrich Karl" und das DepeschenbootSleipner" beglei­ten die Kaiserjacht. Im Sonntag war die fai" bliche Fa­milie, soweit sie in Süditalien sich aufhält, um den Kaiser vereinigt. Im Beisein der Kaiserin, der Prinzen Eitel- Friedrich, Adalbert und Oskar, sowie des Herzogs von Sachsen-Koburg hielt der Kaiser auf derHohenzollern" Gottesdienst ab; er verlas eine Predigt, deren Text der Ge­schichte der Kreuzigung Christi entnommen war. 9ua chmiU tags war auf dem Achterdeck der Kaiserjacht ein Tee veran­staltet, zu dem auch das Offizierkorps des KreuzersHertha" geladen war. Die Gäste des Kaiserpaares nahmen an kleinen Tischen Platz, und die Kaiserin bewegte sich von einem zum anderen, um sich mit den Geladenen huldvoll zu unterhal­ten. Abends waren die im Hafen liegenden Schiffe glänzend illuminiert. Nach der Abfahrt des Kaisers fuhr die Kaiserin auf dem Landwege nach Taormina zurück, wo­hin sich die Prinzen schon vorher begeben hatten. Die Ab­sicht, an Bord derHohenzollern" die Fahrt nach Taormina zu machen, mußte die Kaiserin des Heftigen Sturmes wegen aufgeben. â

*% Der König von England weilt in Begleitung der Königin in Port Mohon, wo eine offizielle Begrüßung durch die Behörden stattfand. Die Straßen der Stadt zeigen aus Anlaß des Monarchenbesuches reichen Flaggenschumck.

Die Katastrophe von JVIadrid.

Madrid, 9. April.

Im Nordwesten der Stadt ist das große Reservoir des Kanals, der Madrid mit Wasser versorgt, von dem Gebirgs­fluß Lozoya gespeist wird und 200 000 Kubikmeter. Wasser faßt. Vor 13 Jahren hat man den Bair begonnen, der viele Millionen in Anspruch nahm, vor 4 Jahren war man bereits so weit, einen Einsturz zu befürchten, und gestern ist der Einsturz wirklich erfolgt.

Eine Gewölbedecke von 8000 Quadratmeter Fläche, über drei Morgen groß, die über dem Wasserbassin auf zahlreichen Säulen ruhte, ist in sich zusammengefallen. Warnende Zeichen, die auf das bevorstehende Unheil hinwiesen, waren beobachtet, aber nicht beachtet worden. Jetzt schon will man wissen, ivas erst eine eingehende Untersuchung ergeben könnte, daß die Gewölbedecke nicht aus armiertem Beton, sondern aus Kalk und Sand hergestellt worden fei und darum auf die Dauer die Spannung nicht aushalten konnte. Hof­fentlich wird herausgefunden, daß diese arge Vermutung sich nicht bewahrheitet, daß nur ein Unglücksfall und nicht zugleich ein Verbrechen vorliegt.

Wie es in solchen Fällen zu gehen pflegt, nahm man im ersten Augenblick an, daß alle bei den Wasserwerken beschäf­tigten Arbeiter, 400 an der Zahl, zu Tode gekommen seien; wie immer in solchen Fällen, stellte sich heraus, daß das Un- glück so exzessiven Umfang nicht hatte. Ein Teil der Arbeiter war noch nicht zur Arbeit gekommen, ein anderer Teil war, trotz der Plötzlichkeit des Zusammenbynches, noch in der Lage sich zu retten. Immerhin bleibt die Katastrophe eine der schwersten ihrer Art, nur übertroffen von der gleich­zeitigen Erdbebenkatastrophe in Ostindien, wo 400 Mann der englisch-indischen Truppen rettungslos verschüttet wurden.

Die Art der Baulichkeit das einheitliche Riesengewölbe brachte es mit sich, daß der Zusammensturz nicht stückweise, nicht bröckelnd, sondern mit einem Male erfolgte. Ein um geheueres Getöse, eine ungeheuere Staubwolke und alles war vorüber. Die Straßenbahn, die zu der Unglücksstätte hinausführt, brachte in kürzester Frist die mögliche, allerdings sehr geringe Hilfe herbei, die schnell und in lobenswerter Weise organisiert wurde. Es war keine halbe Stunde ver­gangen, als bereits Hunderte von Sappeure, Hunderte von Zöglingen der Minenschule und ungezählte Arbeiter dabei waren, die Trümmer zu beseitigen, die Leichen zu bergen, die Verwundeten zu befreien. Von allen Seiten waren Frei­willige, namentlich Frauen, bei ber, Hand, die Unglücklichen mit Trinkwasser zu laben und die Helfer mit Stärkungs­mitteln zu versehen. Studenten besorgten den Totendienst. In den nahen öffentlichen Gebäuden wurden die Leichen rei herlweise geordnet und zur etwaigen Rekognoszierung, soweit dies überhaupt möglich war, vom Schutt gereinigt. Einzelne von den Opfern, die ein nun kaum noch glücklich zu nennender Zufall vor Beschädigungen bewahrst hatte, verfielen vor Schreck in Wahnsinn. Für die Hinterbliebenen der Gefallenen wurde eiligst gesammelt und der Ertrag war reichlich genug, den Bedarf, allerdings nur für die erste Zeit, zu decken.

Nachdem die Bergungsarbeiten beendet waren, fanden imposante, ergreifende Iranertiinbgebungen statt. Klage- mge, an denen viele Tausende sich beteiligten, durchzogen die Straßen. Es muß hervorgehoben werden, waI bei der Er- regsamkeit der Madrider Bevölkerung noch besondere Beach- timg verdient, daß die Trauer nicht in vorschnelle Entrüstung umschlug, nicht nachSchuldigen" schrie, wenngleich es na­türlich nicht an recht deutlichen und kräftigen Ausdrücken der Verwünschung gegenüber denen fehlte, die das Unglück ver­anlaßt hätten.

Unter denen, die lebhaftes und fürsorgendes Interesse kür die Verunglückten und ihre Hinterbliebenen bekundeten, stand der König voran, der die Stätte der Katastrophe und die Lazarette besuchte, in denen die Verwundeten Aufnahme gefunden hatten. Die Sammlungen für die Hinterbliebenen wurden von der Studentenschaft organisiert, deren Ange- bärige mit Trauerfahnen von Haus zu Haus zogen, um Beiträge einzuholen.

Die Haltung der Bevölkerung war im ganzen würdig und wäre geradezu musterhaft zu nennen gewesen, wenn nicht in den Augenblicken der ersten Angst der Subrang der Menge zu der Unglücksstätte ein entschiedenes Eingreifen der Polizei nötig gemacht hätte, wobei es nicht ohne Der- Wundungen abging. Es wäre unrecht, wollte man hier von polizeilichem Uebereifer reden; man mußte eben mit Gewalt einschreiten, um den Verunglückten nicht die Rettungsmög­lichkeit abschneiden zu lassen. Das wurde auch schnell er­kannt und anerkannt, so daß die zwecklose Erregung bald schwand. Bisher sind 42 Leichen und 87 Verwundete ge­borgen, 22 Arbeiter werden noch vermißt.

stab und fern.

i" Tie Genickstarre gewinnt in Oberschlesien inaner wei­tere Ausdehnung. Sm Stadt- und Landkreis Kattowitz kamen in der. letzten Woche 47 ne.ua Krankheitsfälle und 25 Todesfälle zur Anmeldung, die höchste Ziffer, die bisher zu verzeichnen war. Seit dem ersten Auftreten der Epidemie sind 236 Fälle bekannt geworden, davon 133 mit tödlichem Ausgang. Auch Oesterreichisch-Schlesien und Mahren sind von der gefährlichen Krankheit durchseucht. Im Zentrum des Ostrau-Karwiner Kohlenreviers, in Mährisch-Ostrau, kamen bisher zwanzig Erkrankungen und zwei Todes­fälle vor.

cf Ein Mörderpaar ist infolge gegenseitiger Bezichtigung der Aachener Polizei in die Hände gefallen. Eine Frau Ratz erstattete nach einem heftigen Streit mit ihrem Manne gegen diesen die Anzeige, daß er vor drei Jahren einen Lust" morb verübt habe. Sie erklärte vor der Polizei, daß sie nach Bekanntwerden jenes Mordes den Arbeitsrock des Ratz, der noch mit anderen, bisher unentdeckt gebliebenen Ver­brechen in Verbindung gebracht wird, habe verbrennen müssen. Der festgenommene Mann bezichtigt nun seine Frau des Kindesmordes.

X Eine Millivncnstistnng für Arbeiter hat der in Krefeld verstorbene Großindustrielle Konrad Krahnen testamentarisch festgesetzt. Er hinterließ über 1 Million Mark für Arbei- ter-Wohlsahrtszwecke.

4= Opfer der See. Bei Stolpmünde fanden bei schwerem Nordoststurm zwei Fischkutter mit der ganzen Besatzung von sieben Fischern ihren Untergang in den Wellen. Zwei wei­tere auf See verschlagene Stolpmünder Fischkutter haben den Hafen von Rügenwaldemünde noch glücklich zu erreichen vermocht.

*1* Große Unterschlagungen eines Bürgermeisters wurden in Friedland (Mecklenburg) entdeckt, allerdings erst nach dem Tode des Schrrldigen. Der kürzlich verstorbene Bürger­meister Voß bat seit Jahren Fälschungen im großen Stil be­trieben. Bisher wurde ein Defizit von 200 000 Mark fest- gestellt. Ueber den dèachlaß des Verstorbenen wurde das Konkursverfahren eröffnet.

^- Die Würgerin. Eine furchtbare Wahnsinnstat setzte Paris in Aufregung. Die Eheleute Weber, wohlhabende Kaufleute, fanden, als sie von einer Besorgung zurückkehrten, ihren zweijährigen Sohn röchelnd mit Würgespuren am Halse vor. Das Kind starb, als es kaum ins Spital gebracht war. Der Verdacht lenkte sich auf eine zu Besuch gekom­mene Tante aus der Provinz, die allein mit ihrem Neffen in der Wohnung gewesen war. Sie wurde verhaftet. Kaum saß sie hinter Schloß und Niegel, kam aus der Provinz die Nachricht, daß die Unglückliche dort ihre beiden eigenen Kin­der sowie zwei Nichten und einen Neffen, die alle in den letzten Wochen plötzlich gestorben lvaren, offenbar auch er­würgt hatte,

G Dynamit in Briefen. Seit einiger Seit erhalten zahl­reiche Bankiers, Kaufleute und Industrielle in Budapest Briefe, in denen sie unter furchtbaren Drohungen aufge­fordert werden, große Summen unter Chiffre postlagernd einzusenden. Falls sie der Aufforderung nicht Folge leiste­ten, ließe man ihnendie Wahl zwischen Vitriol, Messer und Dynamit". Zum Zeichen, daß es den Absendern, die sichdie D-reizehn" nennen, ernst mit ihren Drohungen sei, lag jedem Brief ein Pröbchen Dynamit bei. Bisher ist es nicht gelungen, die Verfasser der mysteriösen Schreiben zu ermitteln.

Kus dem GenebtssaaL

§ Ein gefährlicher Kurpfuscher stand in Kaiserslautern in der Person des 23jährigen Schreiners Josef Schwager aus Hochspangen vor der Strafkammer. Der Angeklagte, der im Jahre 1903 eine stark wissenschaftliche Ader in sich ent­deckte, fand sich berufen, Kranke zu heilen, die andere Aerzte nicht mehr kurieren konnten. So verordnete er einem Kehl­kopf- und Lungenschwindsüchtigen, täglich 14 Tassen Tee zu trinken und schließlich noch einen halben Liter Harn zu sich zu nehmen. Dieser Kranke, dem er binnen vier Wochen Heilung versprach, erlag schon nach fünf Tagen dieser Ra­dikalkur. Eine lungen- und herzleidende Witwe behandelte der Kurpfuscher auf dieselbe Weise; auch diese Frau war schon nach drei Tagen eine Leiche. Einem dritten Mann, der eine starke Glatze hatte, gab er Tee aus Jerusalem und eine Salbe zum Einreiben, damit er seine Haare wieder er­halte. Auch da half die Weisheit des Wunderdoktors nichts. Nach dem Ergebnisse der Verhandlung kam das Gericht, ob­wohl es die Handlungsweise des Schwager für großen Schwindel hielt, zur. Ueberzeugung, daß er nach Sachver­ständigengutachten ein sehr beschränkter Mensch wirklich an die Erfolge seiner Heilkunst geglaubt und deshalb nicht bewußt rechtswidrig gehandelt habe, und sprach ihn kosten­los frei.

§ Ein moderner Blaubart vor Gericht. Der erste Ver- Handlungstag gegen den des Giftmordes an seiner Gattin verdächtigen Arzt Dr. Iwan Gustin Braunstein vor dem Rtünchener Landgericht brachte wenig, was nicht aus bem Vorbericht bekannt wäre. Dr. Braunstein, der sich erst ein­mal wegen Urkundenfälschung und Betrugs zu verantworten hat, wies alle ihm zur Last gelegten Anschuldigungen zurück Er wies darauf hin, daß seine Frau zur Zeit der Anferti" gung ihrer Unterschriften noch gelebt und ihm den ausdrück­lichen Auftrag dazu erteilt habe, weil sie selbst infolge ihres leidenden Zustandes die Unterschrift nicht habe ausführen können. Aus Karten, die verlesen wurden, geht hervor, daß der Angeklagte Angehörige und Freunde über den in Italien erfolgten Tod seiner Frau in Ungewißheit gehalten hat.

§ Der Detmolder Schmähbriefprozeß wird voraussichtlich eine zweite Auflage erleben. Die zu 1% Jahren Zuchthaus verurteilte Frau Kracht hat ihren Anwalt beauftragt, Re­vision einzulegen.

§ Im Prozeß gegen den Mainzer Dompropst Malzi 6^ gönnen die Plaidoyers, nachdem die Beweisaufnahme ge­schlossen worden war. Hedwig Schmidt, die zweite der bei­den Mädchen, gegen die sich der Propst angeblich vergangen hatte, bestätigte die Aussage der kleinen Simmermann Punkt für Punkt. Auf alle Vorhaltungen des Vorsitzenden und deS StaatsaiNvalts erklärten beide Mädchen, streng bei ber. Wahrheit geblieben zu sein. Für den Propst, der wiederholt die Aussagen der Mädchen als Erfindungen bezeichnete, trat der Kaufmann Bielefeld warm ein. Er behauptete, daß das geradezu Schlangen sein müßten, die den Propst zu einer unsittlichen Handlung anreizen könnten. Der Lehrer Grö- ninger bezeichnet die Sittlichkeitsverhältnisse unter der Wormser Schuljugend als sehr fd)limm.. Auch Lehrer seien von Schülerinnen fälschlich ähnlicher Dinge bezichtigt wor­den, wie jetzt Donlpropst Malzi.

Der Landwirt.

-ck Der Erdfloh, einer unserer gefährlichsten Gartenschäd­linge, beginnt jetzt seine zerstörende Tätigkeit. Er frißt mit mehrer Wut Kohl, Rettich, Radies, Rüben, Kresse usw. und richtet mitunter großen Schaden an. Ein Mittel zum Schutze der Saaten ist das Bestreuen mit Tabakstaub, der billig aus Tabakfabriken zu beziehen ist. Ein anderes Mittel, diese kleinen, schwarzen Käferchen zu bertreiben ist, besonders bei langer warmer, trockener Witterung, fleißiges Begießeln der jungen Saaten, denn Nässe können die Erdflöhe nicht vertragen. Wenn die Beete nie recht trocknen, also etwa vier- bis fünfmal am Tage bei sonnigem Wetter, auch in der Mittagszeit, überbraust werden, dann kommen die Käfer von. einem zum anderen Begießen nicht recht zur Besinnung und bleiben weg von diesen Beeten. Auch das Bestreuen der Pflanzen, nachdem sie angefeuchtet sind, mit einer ganz feinen Schicht Ruß oder Asche hat sich bewährt; ebenso ein Ueber- ftreuen mit feinem weißen Sand.

Maia

11. April 1905.

PA. Tollwut. Rach einer heute bei Großh.

Polizeiamt emgetroffeneu Mitteilung des Kgl.

Instituts für Jufekttouèkrankheiteu in Berlin wurde bei dem am 22. v. Mts. Von hier einge­lieferten Hund die Tollwut festgestellt. Da im zwischen zwei weitere Hunde als tottwutverdächiig eingefangen bezw. eingegangen sind, ergeht die weitere Aufforderung hiermit, die Bestimmungen der -Httudesperre strengstens zu beachte«. Hunde, welche sich herrenlos herumtreiben, werden aus Beraulaffuug der Polizei eingesangen und getötet.

* ** Laudeslotterie. (Privattelegramm.) Bei der heutigen Z i e hun g der 6. Hess. -Thür. Landcslotterie wurden gezogen 40 000 Mk. auf 88 854, 10 000 Mk. auf 4041, 5000 Mk. auf 8435, 24 496, 53 339, 63 954 und 77 992.

* * Der Großherzog hat den Kreisgeometer des Kreisvermessuugèamts Nidda, Georg Hohenadel-Nidda, zum Kreiègeometer des KreisvermessungLamtS Büdingen ernannt.

* Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Solms- HohensolmS'Lich auf die 2 L Hrerstelle an der Gemeinde- schule zu L i ch präsentierte Schullehrer Jokob Schneider daselbst für diese Stelle und der von dem Grafen zu Solms- Laubach auf die 3. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Laubach präsentierte Schullehrer Heinrich Massing zu Nieder-Ohmen, für diese Stelle.

** Das Ehrenzeichen für Mitglieder frei­williger Feuerwehren wurde vom Großherzog dem Milgliede der freiwilligen Feuerwehr zu Schotten Wilhelm Engel verliehen.

r Pfarr-Jnbiläum. Es sind heute 25 Jahre hingegangen, feit Herr Kirchenrat Vr. Naumann auf einstimmige Präsentation des Stadtvorstandes hm sein Amt als 1. Stadtpfarrer Gießens antrat. Wer die Gießener Verhältnisse kennt und diese 25 Jahre ganz oder teilweise hier mit durchlebt hat, weiß, welche Verdienste sich der hochgeschätzte Jubilar um das kirchliche Leben unserer Stadt erworben hat, und wieviele heute in Dankbarkeit und Verehrung seiner gedenken. Leider gestattet der ungünstige Gesundheitszustand des Herrn Jubilars nicht eine Feier in größerem Stil. Wie wir erfahren, hat ihm heute eine Deputation jber Geistlichkeit, des GesamtkirchmvorstandS, des Klrchenvorstands der Johannesgemeinde und der Ge­samtkirchengemeindevertretung eine künstlerisch ausgeführte Adresse überreicht, die folgenden Wortlaut hat:

Hochgeehrter Herr Kirchenrat!

Heute sind es 25 Jahre, daß Sie Ihr Amt an der evangelischen Gemeinde zu Gießen angetreten haben. Die Gemeinde gedenkt an diesem Tage mit aufrichtigem Dank alles dessen, was Sie ihr in dieser langen Zeit gewesen sind, und wir, die gesetzlichen Vertreter der Gesamtgemeinde und Ihrer Johannesgemeinde, dürfen Ihnen heute in ihrem Namen den Dank und die herz­lichen Wünsche, die wir für Sie hegen, aussprechen.