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Nr. 212. Zweites Blatt.

J«sertto«Spreis : Die einspaltige Petitzeile für ganz Ober­hessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.

Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg.

Redaktion u. Haupte Spedition: Gießen, Seltersweg 83. ^eeasprechaafchluß Nr. 362.

Samstag, den 9. September 1905.

Die lener

14, Jahrgang

PdousemeutöpreiS : abgebslt monatlich 50 Pfg., in's HauS gebracht ^0 Pfg., durch die Post bezogen vierteljâhrl. Mk. 1.50.

Gratisbeilage» : Qberheffische Famitte«ze1tu»g (täglich) und die Gießeuer Setfe«blasc« (wöchentlich).

Das Blatt erscheint an alle» Werktagen nachmittags.

Weiteste Wacstricstten

(Gießener Tag-vratt) Unabhängige Tageszeitung (Gießener Zeitung)

für Overhefsen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.

Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberhesien.

fallende Blätter.

^Politische Wochenschau.)

Noch scheint die Sonne freundlich und heiß, aber n,r glühender Brand beschränkt sich auf eine Heine Zahl von Stunden Noch hat das Auge des Himmels reisende.Kraft, aber es ist fast die Rebe allein, die fein treuer in sich aus­nimmt und speichert. Noch blickt die Sonne auf grüne Flur- aber das Grün beginnt bereits übersatt zu werden und goldig-fablen Schimmer anzunehmen. Der L-aft aufgezehrt, und mählich fallen bie Blatter. Zunächst noch vereinzelt und langsam, sie wiegen sich saft zur Erde nieder ein neuer Reiz und eine neue Art Regung in der leben­digen Landschaft. Doch nicht lange mehr, und der Flug,ab­wärts wird Mueller, zeigen sich größere und immer größere Zücken im, wandelt sich der Schmuck der Baume, ui dem der Wind säuselnd spielte, 3um wechselnden Deppich. Dem fliehenden Sommer eilt der Wmd nach, als wollte er ihn einsangen und festhalten. Doch er holt ihn nicht em sein Jagen fegt nur in desto wilderem Tänze die Blatter vor sich her, für die es zunächst feine Erneuerung gibt. Noch ist der Herbst nicht da. aber es herbstelt bereits.

Die Menschheitsferien sind vorüber mit ihrem Uebermut, die geregelte Arbeit tritt wieder in ihr Recht, d. h. mit ihren ernsten Forderungen an uns heran. Aus den ^Immerfrischen und von den stärkenden Heilquellen find ' bie Staatsmänner zu ihrem Beruf zurückgekehrt, an ben ite freilich auch während der Ruhezeit oft haben denken müssen. Neue Taten werden von ihnen erwartet und beinahe ver­langt. Sie selbst aber sind für ihre Taten auf bie Mitarbeil zahlreicher Helfer angewiesen, der Parlamentarier, bie ihren Rat nicht immer den realen Möglichkeiten genau anpassen, zuweilen mehr das Erwiiiischte als das Erreichbare zuin Maßstab ihrer Kritik wie ihrer eigenen Vorschläge machen.

Reichsschatzsekretär Freiherr von Stengel wird das zuerfl erfahren. Seine Aufgabe ist die Durchführuiig ein-r R e i ch s f i n a n z r e f o r m. Das wäre gar so schwierig nicht, wenn die Resormarbeit in die Zeit des Ueberflusses und der Ueberschüsse fiele. Doch hat man wohl noch nie er­lebt, daß man an Reformen herantrat, wenn man sich be­haglich fühlte.Ein jeder Wechsel schreckt den Glücklichen," heißt es dann, und man läßt alles hübsch beim alten, wenn keine Not nach Aenderungen schreit. Ist aber die Not da, so bietet sie selbst ein Hindernis für die Reform. Wenn die Finanzen in Unordnung sind, wenn es an Einnahmen in ausreichendem Maße fehlt und die vorhandenen Einnahmen

nicht aus der rechten Ouelle fließen, dann soll eiligrefor­miert" werden. Nur versteht jeder unter der rechten Reform nicht eine wohlangebrachte allgemeine Opferwilligkeit, son­dern im Gegenteil die Anerkennung der Berechtigung für eine wachsende allgemeine Steuerscheu. Noch kennt man den Finanzreformplan des Reichsschatzsekretärs nicht; aber es ist ungefähr sicher, daß man ihn mißbilligt. Er bringt eben neue Steuern, und eben die will man nicht haben. Beliebt sind immer nur die Steuern, die ein anderer zahlt, und der andere hat genau die gleiche Gesinnung. Hier wird der Reichstag im Bewußtsein seiner Verantwortlichkeit durch­greifend helfen müssen. Die Ausgaben des Reichs, die der Reichstag bewilligt hat und weiter bewilligt, lassen sich in Kleinigkeiten kürzen, aber im ganzen ist ihr Wachstum nicht aufzuhalten. Darum müssen auch die Einnahmen wachsen. Und das Reich darf nicht fortfahren, einen Teil seiner regelmäßigen Ausgaben auf Deckung durch Schulden anzuweisen. Eine solche Verlegenheits-Finanzpolitik ist ver­derblich, wenn sie längere Zeit fortgesetzt wird. Man muß sich von der irrigen Voraussetzung freimadjen, daß es in absehbarer Zeit überhaupt möglich wäre, mit einer Steuer- Verminderung zu rechnen. Aufgabe einer klugen Staats- wirtsck)astspolitik ist es, den Nationalwohlstand so zu heben, daß auch die erhöhten Abgaben leicht aufgebracht werden können. Dafür gibt es freilich keine Formel und kein Schema. Zahlreiche lebendige Kräfte müssen zur Erreichung dieses Zieles in glücklicher Eintracht zusammen wirken. Im Deutschen Reich ist eS bisher gelungen es liegt kein Grund vor, am künftigen Gelingen zu verzagen.

Herbstliche, trübe Stimmung liegt über Oesterreich- Ungarn. Die Zeit der fallenden Blätter sieht dort kauni noch eine lebendige Hoffnung auf freundlichere Gestaltung der Verhältnisse. Die oppositionelle Koalition ist zu jedem Skandal entschlossen und stellt das Parteiinteresse über d^.s Staatsinteresfe. Die kommende Woche bringt das Ende der ungarischen Parlamentsvertagung und damit eine erste Ent­scheidung, von der man aber nicht erwarten darf, daß sie eine endgültige sein wirb.

Zwischen zwei Jahreszeiten" liegen auch die Verhält­nisse in M a r o k k o. Der Sultan versuchte in erwachendem und gesteigertem Selbstbewußtsein, den Trotzigen zu spielen. Das ist keine neue Erscheinung. Er hat nach einigem Schmollen sich gefügt. Das war für ihn um so notwendig als er Geld braucht, Anlehen aber nur zu haben finb, wenn er sich gefügig zeigt.

Der Abschluß des russisch-japanischen Frie­de n sv e r t r a g e s, der nur noch der Ratifikation durch die beiderseitigen Monarchen bedarf, hat weder hier noch dort ganz befriedigt. Nicht alle Blütenträume der Japaner

sind zur Reife gekommen. Die Enttäuschung hat sogar zu heftigen Ausbrüchen der Volksleidenschaft geführt. Die Russen andererseits empfinden wie sie gar nicht anbe 3 können trotz der ersparten Kriegskostenentschädigung - den Frieden als demütigend. Die Blätter fallen in beiden Reichen, in beiden Reichen muß die ersetzende Arbeit be­ginnen. '

Kunst und Wissen schäft.

BO Karl von geiget t- In Riva ist der Dichter und Ro­manschriftsteller Karl von Heigel im 70. Lebensjahre ge­storben. Er wurde seinerzeit vor allem dadurch bekannt, daß er als Hofpoet des unglücklichen Königs Ludwig II. von Bayern galt. Heigel hat eine Anzahl Romane und Novellen geschrieben. Am bekanntesten sind seine sogenannten Königs­dramen geworden, dramatische Schöpfungen, die er als Lite­rat Ludwigs II. verfaßte.

Hus dem Gerichtssaal

§ Die anonymen Briefe von Lemgo. Ueber die neuer- )ings eingegangenen vier anonymen Briefe haben jetzt die Ion dem Landgericht Detmold beauftragten Schreibsachver- ständigen Dr. Look-Düsseldorf und Dr. Meier-Berlin ihr Gutachten dahin abgegeben, daß der Schreiber der letzten Briefe mit dem Schreiber der früheren anonymen Briefe und Karten identisch sein muß. Da das Landgericht den Antrag der Verteidigung, das Verfahren in Sachen der zu Zuchthaus verurteilten Frau Kracht wieder aufzunebmen, für berechtigt anerkannt hat, so dürfte ein neuer Prozeß demnächst bevorstehen.

§ Die Ehescheidung der Prinzessin Luise Iw.: Kobu^. Während Prinz Philipp von Koburg die Klage auf Scheidung seiner Ehe vor dem Landgericht zu Gotha angestrengt hat, gedenkt die Prinzessin Luise ihrerseits die Auflösung der Ehe vor den ungarischen Gerichten nachzusuchen. Sie hat bereits mit dem ungarischen Nerchstagsabgeordneten Advo­katen Dr. Visontai konferiert. Durch den ungarischen Gesetz­artikel 41 aus dem Jahre 1827 ist dem Großvater des Prinzen Philipp, dem Prinzen Georg Ferdinand, bei: Gatten der ungarischen Fürstin Kohary, das auch auf de^n Nachkommen übergehende ungarische Jndigenat in feier- licher Weise verliehen worden. Auf dieser Grundlage hat Prinz Philipp seine ungarischen Staatsbürgerrechte stets ausgeübt, und als Mitglied des ungarischen Magnatenhauses hat er die ungarische Staatsangehörigkeit in unzweifelhafter Weise dokumentiert. Laut Gesetzesartikel 50 aus dem Jahre 1879 übergeht diese ungarische Staatsbürgerschaft auf die Prinzessin Luise als Gattin des Prinzen Philipp. Dazv kommt, daß Prinz Philipp selbst der Kompetenz des Wiemi Obersthofmarschallamtes entsagte, als er mit seiner Klage nach Gotha wanderte. Nach Ansicht Dr. Visontais kann d c im Jahre 1858 erfolgte Bestellung des Obersthofmarscha.. amtes zum Personalgericht für die Familie Koburg toeb'/t der Wirksamkeit des beim Wiener Hofgericht auch sonst u c respektierten ungarischen materiellen Rechts, noch der Ko .- petenz der ungarischen Gerichte Abbruch tun

Vermischtes.

Die Vollendung ded Cut'W^ n

Tunnel.

als 2'2 Jahrtausende zurückliegt.

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Der älteste------- --------- - - - .

Tunnels hat die Erinnerung an einen Tunnelbau anfge- frischt, der mehr als 2^ Jahrtausende zurückliegt. Jesus Sirach berichtet von biefein Bau, mittelst dessen Köllig Ezechias seine Hauptstadt Jerusalem mit einer Wasserleitung versah:Ezechias befestigte die Stadt und leitete Wasser hinein; er ließ mit Bronze den Fels durchbohren, um bav Wasser in einem Reservoir aufzubewahren." Dieser Tunnel von Siloe besteht noch heute. Im Jahre 1888 entdeckten dort badende Kinder eine Inschrift, die sich als althebräiül

erwies. Der Inhalt macht Airgaben über den Bau be; Tunnels und beweist, daß die Arbeit damals, ebenso wic cs bei den heutigen Tunnelbauten geschieht, von beiden Seiten gleichzeitig begonnen wurde und daß sich dann bie Arbeiter in der Mitte begegneten. Der Tunnel ist 531 Meter lang und hat die gebogene Gestalt eines S. Nock heute läßt sich feststellen, an welcher Stelle die Arbeiter auf­einander gestoßen sein müssen.

Eine Berichtigung in Rußland. Der Redaktion einer Moskauer Zeitung ging von dem dortigen Gouverneur Mar tinow folgende Berichtigung zu, die in allen Teilen für sich selber spricht:In der Nr. 7901 Ihrer Zeitung wird in einer Notiz behauptet, daß der Kanzleichef des Gouverneurs ein ehemaliger Zuchthäusler sei, der sich der Verbüßung seiner Strafe durch die Flucht entzogen habe. Ich bitte ^:^^ von Herrn Anthej gezeichnete Notiz dahin zu berichtigen, daß dieser flüchtige Zuchthäusler nicht der Chef meiner Kanzlei sondern der Kanzlei des Petrokowskischen Gouverneure UL

----- Künstliche Diamanten. Ueber die Herstellung künst­licher' Diamanten hat ein englischer Gelehrter in einem n Kimbcrlev gehaltenen Vortrage einige interepante Angaben gemacht. Danach nimmt man ganz reines Enen das man mit reiner Zuckerholzkohle in einen Kohlenfchmelztiegel tut.

Diefer kommt dann in einen cletiit^r Ofen, wo er einige Rannten lang einer Temperatur von über 4000 Grad I ©elnuè aus gefetzt wird. Das Eisen schmilzt bei dieser Hitze 1 ^>i^e wie Wachs und verflüchtigt sich in Wolken. Der Strom wird abgestellt, und der Tiegel kommt in kaltes Wasser, wo

bleibt, bis Notglühhitze eintritt. Die plötzliche , Abkühlung laßt die Außenflächen des Eisens erstarren, die die innere noch geschmolzene Masse fest ^rmschließt. Bei deren Erkalten wird ein ungeheurer Truck auf die feste Außenwand aue-geübt, unter dein die geschmolzene Kohle heraustritt in der Form von winzig steinen, aber vollkommen echten Tia- ' manten, die sich von den natürlichen in Forni, Glanz, Farbe und Schärfe nicht unterscheiden. Der Vortragende erzählre ferner, es sei nichts Ungewöhnliches, daß Diamanten, bald nachdem sie ans Tageslicht gefördert waren, explodierten, oft erst in den wannen Händen oder Tcischen der Minen­arbeiter. Da die größeren, also wertvolleren Steine noch mehr hierzu neigen, so werden an einzelnen Minen Verbote erlassen, Sterne, die frisch aus der Erde kommen, in die Hand zu nehmen oder in die Tasche zu stecken, und vorsichtige Händler lassen sich frisch geförderte Steine in großen Kar­toffeln eingebettet zuschickeu. . 'i

= Die abgeschabte Schönheit. In einer französischen Provinzialstadt lebt ein Rentier, der, selber in den besten Jahren stehend, sich einer gerade in ihrer reifen Schönheit entzückenden Frau erfreut. Eines Sonntags wurde sie auf bem Wege zur Messe von einem Dragonerpferde überrannt und erhielt einige Schratnmen im Gesicht. Daraufhin ver- klagte der Besitzer der Frau den Besitzer des Pferdes, einen Dt'agoner-Hauptmann, indem er in der Klageschrift wört­lich anführte, daß die Frau des Klägers, die nach dem Urteil von Kennern recht hübsch war, seit der Katastrophe ihm kein Vergnügen mehr bereite und für ihn keine Reize mehr habe und daß ihm aus der verminderten Schönheit seiner Gattin ein Schaden erwachsen sei, den er auf 5500 Francs beziffere.

Der tote Lokomotivführer. In einer furchtbaren Ge- fahr schwebte vor kurzem der Blitzzug von Jersey City nach dem Süden der Vereinigten Staaten. Zwischen Trenton und Philadelphia hatte sich eine Achse heiß gelaufen, und der Lokomotivführer, der, um Ausschau zu halten, den Kopf herausgesteckt hatte, war gegen einen Pfosten gestoßen und auf der Stelle tot geblieben. Die an dem Hebel liegende Hand des Toten hatte das Ventil weiter geöffnet und den Zug in immer größere Schnelligkeit versetzt. Zum Glück entdeckte der Heizer rechtzeitig den grausigen Vorfall, er zog die Luftbremse und konnte den Zug zum Stehen bringen, ehe er auf die Station Philadelphia mit ihrem Netz von Weichen und Seiten ^ l-nsen krak

Londoner Hnndemoden. Die wertvollen Sprtzchm, Möpschen und Terriers der vornehmen Londoner Mode­damen sieht man an kühlen Tagen nur noch mit Paletots spazieren gehen, die von Hunde-Schneidern angefertigt wer­den. Außerdem sieht man in den Schaufenstern der Hunde- Kleidergeschäfte Hundestehkragen mit abgerundeten oder umgelegten Ecken, die sich genau dem Paletotausschnitt an- passen und mit einer zu der Haarfarbe des Trägers passen­den Krawatte und mit einer goldenen oder silbernen Schells versehen sind. Man findet in den Gesihästen auch Stiefelchen für Hunde, Schnürschuhe, Knöpfschuhe, und Schuhe mit Gummizug. Eine vornehme Dame hat konstatiert, daß ihr Terrier ohne Schuhe nicht ausgehen will; wenn man ihm nicht seine kleinen Chevreaux-Stiefelchen anzieht, weiß er, daß es sich höchstens um einen notwendigen Ausflug in den Garten handelt; sobald man ihn aber beschuht, geht es, wie er genau weiß, in die Stadt. Diesem unglaublich gebildeten Terrier fehlt nur noch ein Monocle und ein .^vlinderbut

Tcr^LiUundu.c »us Bursuyter. Joyll D. Moeses eiter, der bekannte amerikanische Milliardär, hat zur Kneippkur seine Zuflucht genommen und geht täglich barfuß auf dem Rasen in dem Garten seiner Prachtvilla spazieren. ^ie Blätter können nicht genug Witze reißen über ine bloßen Füße Rockefellers. Ein Blatt schrieb: Barfuß ist John Da­vison auf die Welt gekommen, barfuß lief er m seiner Ju­gend herum, und barfuß scheint er auch aus dem Leben )d)Ci den zu wollen!

= Opfer des Heiratsschwindels in Amerika. Die Auf­deckung des Treibens der amerikanischen Blaubarte und Frauenbetrüger hat eine merkwürdige Folge gezeitigt Es hat sich herausgestellt, daß es in Newyork und anderen großen amerikanischen Städten sehr viele Männer gibt, die sich ein Gewerbe daraus geniachr haben, arglose Frauen zu heiraten, nur um sie zu berauben. DieInternationale Rettungs-Liga amerikanischer Frauen" hat sich der Sache angenommen und gibt der Polizei ^Material an die Hand, um eine Verfolgung dieser Männer in großein Matzsiabe ein- autciten. Mrs. Charlotte Smith, die Vorsitzende dieser Liga, behauptet, daß es nach bc-n Berichten ihrer Agenten in den Vereinigten Staaten gegenwärtig gut 50 000 Frauen gäbe, die ein Opfer dieses Heiratsschwindels geworden sind. Viele der Frauen, die nur geheiratet wurden, um bann beraubt imb verlassen zu werden, können sich jedoch nicht entfallenen, Klage zu erheben, so daß die Zabl eher zu medrig, alv zu boch wäre Namentlich bei den Heiratsagenten, die in den Kreisen der Eingewanderten tätig sind, finden die Segroinbler eifrige Unterstützung.