England.
3 Die deutschfeindliche Rede deS ZivillordS der Admiralität, Arthur Lee, die ganz unzweideutig mit einer Kriegserklärung drohte, ist in den Berichten der englischen Zeitungen wohl arg entstellt gewesen. Der mißverstandene Redner versichert in einer Zuschrift an den „Standard", er habe nur gesagt, daß die englische Flotte jetzt strategisch für jeden denkbaren Fall vorbereitet sei, wobei alle fremden Seemächte als „mögliche" Feinde vorausgesetzt werden müßten. Die Zahl dieser „möglichen" Feinde sei jetzt größer als früher, da neue Seenlächte ausgenommen, und deshalb müßten die Engländer ihr Augenmerk auf die Nordsee ebenso wie auf das Mittelländische Meer und den Atlantischen Ozean gerichtet halten.— Der „Standard" bestätigt Herrn Lee, daß dieser an keine bestimmte Macht gedacht habe, daß zu den „möglichen" Feinden Amerika, Frankreich, Italien, Rußland genau so gehörten lute Deutschland.
Es ist keine Ursache vorhanden, an der AufrichtWeit dieser Erklärung zu zweifeln. Der Zivillord der Admiralität — er hat den Rang beinahe eines llnterstaatssekretärs — ist offenbar kein sehr gewandter Redner und hat sich im Ausdruck vergriffen. Dergleichen ist in England wohl schon öfter dagewesen. Unter Gladstones Ministerpräsidentschaft ist es vorgekommen, daß ein Unterstaatssekretär eine Rede hielt, die im Ausland das mißfälligste Aufsehen erregte. Gladstone, deswegen interpelliert, gab die Erklärung ab: Der junge Mann hat gesagt, was er nicht hätte sagen sollen, und was er wohl auch nicht gesagt haben würde, wenn er sich in einer verantwortlicheren Stellung befände.
Russland»
-^- In der Gegend von Sosnowice, nahe der schlesischen Grenze, dauert die Ausstandsbewegnng fort und nimmt allmählich auch spezifisch polnischen Charakter an. Unter den Forderungen der Arbeiter figuriert neben der freien Aerzte- Wahl auch die Wiederherstellung der polnischen Autonomie. Das in hinreichender Stärke angesammelte russische Militär hat Befehl nicht selbst anzugreifen, sondern nur Angriffe abzuwehren. Die Kosaken haben auch, ohne von ihren Waffen Gebrauch zu machen, einen Zug von 15 OOO Streikenden verhindert, nach dem Warschauer Bahnhof von Sosnowice zu marschieren. Trotzdem mußte der Betrieb der Weichselbahn auf derStrecke Sosnowice-Olkusch seitSamstag eingestellt werden, weil die Eisenbahnarbeiter dem Ausstand beigetreten sind. Auch in der Realschule und in der Handelsschule zu Sosnowice wird seit vergangener Woche kein Unterricht mehr erteilt. — In Warschau kehrt nach Verhaftung von 700 Personen das Leben wieder zu normalem Gang zurück. Der „Warschawsky Dncwnick" behauptet auch schon und beweist es, daß der Ausstand aus dem Ausland „importiert" sei.
Hmertka.
o” Der Aufstand in Buenos Aires ist mißglückt. Die Herren Rebellen sind ihrer eigenen Leute nicht sicher gewesen und von ihnen nicht bloß verlassen — das wäre so schlimm noch nicht gewesen — nein, gebunden und ausgeliefert worden. Die Offiziere vom 9. Kavallerie-Regiment ivaren es, die das tragikomische Schicksal erlitten, als sie in das Rote Haus, den Sitz der Legierung, eindrangen, um sich des Präsidenten Manuel Quintena und des Vizepräsidenten Figueroa Alcorta zu bemächtigen. Die Unteroffiziere teil- ten die Gesinnung ihrer Vorgesetzten nicht und brachten diese mit Hilfe der Gemeinen gebunden ins Gefängnis. In der argentinifdjen Hauptstadt wurde eine Brücke zerstört, fünf Minen wurden unschädlich gemacht. Ueber das Land ist für die Dauer von 30 Tagen der Belagerungszustand verhängt.
Ros und Gesellschaft
*** Der Kronprinz hat seine Reise nach dem Süden angetreten. Er reist in strengstem Inkognito unter dem Namen eines Grafen von Ravensburg. Das Ziel der Reise ist zunächst Florenz, wo der „Graf v. Ravensburg" mit seiner Braut, der Herzogin Cäcilie, und deren Mutter, bei Großherzogin Anastasia von Mecklenburg, zusammentrifft. Von anderer Seite wird das bislang noch nicht bestätigte Gerücht verbreitet, daß der „Graf v. Ravensburg" auch bem Winteraufenthalt seiner Braut, der Villa Wanden in Cannes einen Besuch abstatten, also auf französisches Gebiet sich be- geben werde. Mit dieser Möglichkeit bringt man das tiefe Inkognito in Verbindung, unter dem der Kronprinz reist.
* * Im Befinden des Prinzen Eitel Friedrick schreitet die Besserung stetig fort. Der Prinz weilt schor täglich kurze Zeit außerhalb des Bettes. Die Kaiserin ge> denkt daher auch an den Hoffestlichkeiten teilzunehmen.
Deutsches? Reichstag.
(134. Sitzung.) CB Berlin, 6. Februar.
Der Nachtragset a4 für Südwestafrika wurde heute ohne Debatte in dritter Beratung nach den Beschlüssen der zweiten Lesung angenommen. Dann schritt das Haus, das sehr schwach besucht war, zu der von den Freisinnigen eingebrachten Interpellation über die Stellung des Reichskanzlers zu der in Preußen beabsichtigten Einführung von Gebühren auf den natürlichen Binnenschiffahrtsstraßen. Der Abgeordnete K ä m p f f begründete die Anfrage mit dem Hinweis darauf, daß in weiten Greifen große Beunruhigung Platz gegriffen habe, da die neueren Erklärungen der preußischen Negierung in Widerspruch mit denen stehen, die der Reichskanzler und der Staatssekretär des Innern noch vor einem Jahre im Reichstage abgegeben haben. Er bekämpfte die Abgabenerhebung, weil sie volkswirtschaftlich schädlich und rechtlich unzulässig seien, denn sie widersprächen den mit Oesterreich-Ungarn und Holland abgeschlossenen Verträgen und dem Artikel 54 der Neichsderfassung. Dieser Standpunkt habe am 10. Dezember 1903 auch Graf Bülow vertreten, jetzt scheine er seine Ansichten allerdings geändert zu haben. Mes wäre nicht richtig, wenn die Antwort des Grafen Posadowsky das be- bentet, was ihre Worte sagen. Der Staatssekretär nahm ausdrücklich auf seine und des Kanzlers frühere Aeußerungen über die Frage Bezug, und meinte, es sei nicht zweifelhaft, daß die preußische Regierung die reichsgesetzliche Genehmigung zuvor nad)fud)en würde, falls sie Abgaben über die im Artikel 54 gezogene Grenze hinaus einführen wolle. Erst wenn sie mit bestimmten Anregungen an die Reichsregierung herantreten sollte, würde diese Anlaß hoben, sachlich zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Die Interpellanten dürften demnach gedacht haben, daß hier ein bekanntes Sprichwort in seiner Umkehrung Geltung erbalten habe, daß eine Antwort hier einmal keine Antwort
gewesen sei. Wie der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. David alsbald hervorhob, sei der Staatssekretär auf den springenden Punkt nicht eingegangen, habe sich nicht dazu geäußert, ob die preußische Negierung allein berechtigt sei, darüber zu entscheiden, in welchem Umfange die Neichsver- fassung die Abgabenerhebung zulasse. Sei dies der Fall, so sei der Schutz, den die Verfassung gewähren sollte, beseitigt. Auf die Beseitigung dieses Schutzes aber, meinte der Redner, sei es nur.abgesehen; die Antwort des Staatssekretärs sei eine Verhöhnung des Reichstags. Der bayerische ZentrumS-Abgeorduete Osel hingegen war mit der Antwort zufrieden, er teilt den angeblichen Standpunkt her preußischen Regierung, daß Rhein und Elbe nach den vielen Korrektionen, die an ihnen vorgenommen wurden, gar nicht mehr als natürliche Wasserstraßen 311 betrachten seien. Während der nationalliberale Abgeordnete Wallb.recht, der die Abgaben für sachlich gerechtfertigt hält, auf die Frage ihrer rechtlichen Zulässigkeit gar nicht einging und der freisinnige Abgeordnete Goth ein sie absolut verneinte, meinte der konservative Abgeordnete Graf Limburg- Stirum, über die Verfassungsfrage könne nicht anders als durch Abstimmung an zuständiger Stelle entschieden werden. Aus wirtschaftlichen Gründen und aus Gründen der Billigkeit trat dieser Redner und nach ihm der Abgeordnete Lottmann von der wirtschaftlichen Vereinigung für die Aufhebung der Abgabenfreiheit ein.
Der Streit im Ruhrrevier.*)
Eine kritische Betrachtung
von R. G 0 e b e l, Dipl.Berg-Jngenieur zu G i e ß en.
Wir gehen nun einen Schritt weiter und wollen die Folgen betrachten, die ein solcher Ausstand mit sich bringt. Vor allem ist darauf hinzuweisen, daß eine längere Stilllegung einer Zeche eine sofortige Aufnahme des Betriebes in seiner ganzen Ausdehnung ausschließt. Die aufgefahrenen Brennbecge (Verbindungen zwischen höheren und tieferen Forderungen, Sohlen) weisen durch das Quellen des Thores schon nach einem Monat nur noch die Hälfte ihres früheren Querschnittes auf, das zur Unterstützung der Hungernden eingebrachte und teilweise zu Bruche gegangene Holz ist auszuwechseln usw. Auch kann eine Zeche durch Außerbetriebsetzung von Wasserhaltungsmaschinen vollständig ersaufen. Welche Verluste schon durch eine Pause von nur ganz kurzer Zeit durch Einstellung der Förderung verursacht werden und auch aus die Belegschaft sich übertragen, sind unabsehbar. Dann ist es auch unmöglich, die ungeheueren, nicht abschätzbaren Verluste und Kosten durch einen Streik von nur geringer Zeit zu übersehen.
Um auch einen Ausblick zu geben, sei erwähnt, daß die ausgeblasenen Hochöfen erst nach ca. 4 Wochen ihren Betrieb wieder aufnehmen können. Man wird einsehen, daß ein solcher Streik nicht nur für die Arbeitgeber, sondern auch für die Arbeitnehmer (vergl. die Hüttenleute) sehr schädigend einwirkt. Ist es außerdem von den Arbeitern sehr sozialdemokratisch gedacht, wenn sie aus rein egoistischen Interessen, die Minderbemittelten, die Zentner für Zentner kaufen, zwingen, die durch die Zwischenhändler hinaufgeschraubten Preise zu zahlen, die dann nicht nur teurer, sondern auch eine schlechtere Ware kaufen müssen. Der unbemittelte Mann hat hier doch den empfindlichsten Schaden zu leiden durch diese sozialdemokratische Agitation.
Nun werden diese Zechen und Syndikate als wahre Blutsauger und als Kohlenbarone bargeftcUt Ist dies tatsächlich der Fall? Heutzutage, wo die Actie und der Kux die Welt regiert, fällt es keinem Unternehmer mehr ein, das Risiko auf seine eignen beiden Schultern zu nehmen. Wer eine Grube zu einer Aktien-Gesell- schaft oder einer Gewerkschaft verwandeln kann, der tut es, um für sich Gelder flüssig zu machen und das Risiko zu verteilen. Wer hat denn nun diese Papiere? Diese sind doch über das ganze Reich verteilt und ein jeder ist froh, wenn das Puvier möglichst hohe Dividende und Ausbeute bringt. Also wäre jeder Aktienteilhabec ein auf die jeweilige Höhe seiner Aktie lautender Blutsauger. Dann hieße es von Seiten des Petrus bei dem Einlaßvcgchcen eines solchen üblen Menschen an der Himm lstür: Petrus: Haben Sie ein Aktie gehabt? Antwort: Ja! Petrus: Raus! Das ist dann das Ideal auf Erden, die aktienlose, die selige Zeit.
Wenden wir uns nochmals zurück zu unserem Ausgangspunkt der Lohnfrage. Es ist eine allgemeine Tatsache, daß in Westfalen die älteren verständigeren Arbeiter vollkommen zufrieden und nicht sozialdemo- kratisch gesinnt sind und keinen Anlaß zum Klagen haben. Der Grund, warum auch diese mitstreiken, liegt darin, daß sie von ihren eignen Kameraden gezwungen werden, die Arbeit einzustellen. Sie haben nicht den geringsten Anlaß, über die von der Bergbehörde Vocgeschciebenen und durch die Grubenverwaltung eingerichteten sanitären Einrichtungen zu klagen. Ich erinnere nur an die ungeheueren Kosten, die allein eine Berieselungsanlage verursacht. Die in alle Teile des unterirdischen Glubenfeldes oft kilometerweit eingebauten und sich verzweigenden Wasserleitungsröhren, Anschlußschläuche und Streudüsen, die das Wasser in feinerem Sprühregen über den cxplosibelen Kohlenstaub zu dessen Anfeuchtung und Niederschlagung ausspren^ea, kosten eine Unmenge Geld und doch unterläßt es der Bergarbeiter, das cxplosibele Gemenge zu seiner eignen Sicherheit anzufeuchten, ec muß sehr oft erst durch einen Aussichtsbeamten hierzu ausdrücklich aufgeforbert werden. Gerade durch diese bergpolizeiliche und notwendige Berieselung entstand die sog. Bergarbeiterkcankheit, da die verunreinigten Wasser infolge des Unverstandes der Arbeiter zu Trinkzwecken benutzt wurden. Daher er
*) Wir bringen diesen Artikel nur der darin enthaltenen technischen Ausführungen v egen.
klärt es sich auch, daß infolge der Schlagwcktecfceiheit dec oberschlesischen Kohle erst durch Einschleppung diese Krankheit ausbrach.
Wenn man z. B. die Waschküche für die Bergleute im Ruhrbezirk betritt, so ist man erstaunt über diese luftigen, sauberen, bequemen und soliden Badeanlagen. Ein Privatmann würde über diese hygienischen Einrichtungen staunen. Der Ruhrbezick steht ja bekanntlich hierin an der Spitze.
Daß eine schlechte Luft unter Tag herrsche ist eine verbreitete Ansicht. Wenn man aber bedenkt, daß Schlagwettergemische mit einem Gehalt von 9—14°/o Schlagwettergase explosibel sind und auch nur die geringste Ansammlung von Grubengasen, die man übrigens gar nicht nachteilig empfindet, durch zweckmäßige Auffahrung von Strecken, durch Separatventilation usw. hintengehalten werden, so wird man ermessen können, daß im eignen Interesse die Verwaltung für frische Lufteinleitung sorgt und keine schlechte Luft unten herrscht. ,So wird z. B. auf „Friedrich der Große" bei Herne pro Minute 500 000 ebm. Wetter (Luft) durch einen Ventilator eingeblasen und durch die ganze Grube geleitet. Man kann schon aus den hierzu nötigen Dimensionen des Ventilators die hohen Anschaffungskosten ausmalen, die trotzdem nicht gescheut werden.
Die Bergarbeiter erhalten z. Z. schöne Wohnungen zur Miete, die die Verwaltung auf eigene Kosten erbaut und gegen geringe Miete abgiebt. Wie mancher Berliner Bewohner würde gerne in diesen Häusern wohnen, anstatt im 2. Hinterhof 4 Treppen ohne Luft und Licht einen hohen Mietspreis zahlen zu müssen und doch tagsüber in trüben, schlecht ventilierten Fabcikräumen für das tägliche Brot hart arbeiten zu müssen. Man betrachte nur die tadellosen, mit Billard versehenen, und gemalten Wänden ausgeschmückten Bierwirtschaften und man wird sofort einsehen, daß dort „einige" Pfennige mehr verdient werden als Zu einem kärglichen Auskommen erforderlich find. Man beantworte mir die Frage: warum jetzt allenthalben im Ruhrbezirk in den Lokalen Musikunterhaltungen veranstaltet werden, wie ich von einem hiesigen Bürger erfuhr, dec kürzlich denselben Bezirk bereiste. Sammelt man deshalb für diese gedrückte Armut Gelder?
Ich muß mich noch gegen der Vorwurf wenden, daß sog. „Deputatkohlen" (Hausbrand) auf Bruchstraße abzugeben verweigert worden sei. Tatsächlich wurde aber von Seiten des Betrtebsführecs anstatt 25 Wagen pro Tag der siebente geförderte Wagen von einer Förderung von 1600 Wagen d. f 200 Wagen überlassen. Reine Deputatkohle wird sogar von vielen Zechender Belegschaft unter Selbstkostenpreis abgegeben.
(Fortsetzung folgt.)
Das Grohherzogs-Paar in Romrod.
v Ueber die Ankunft des Großherzoglichett Paares irr Romrod wird noch geschrieben: Mit Ehrenpforten, Girlanden, wehenden Fahnen und flatternden Schleifen stand Romrod da, unseren Großherzog festlich zu empfangen. Obwohl die Witterung keine besonders günstige war, hatte sich doch Jung und Alt eingefunden, um die hohen Herrschaften zu begrüßen. Es waren erwartungsvolle Augenblicke, die durch's Publikum, das mit Lampions und Fackeln dichtes Spalier bildete, gingen. Da ertönten gegen W Uhr plötzlich die Kannonenschläge und unter dem Klange der Gwcken führte da8 prächtig mit Blumen geschmückte Großherzogliche Automobil das hahe Paar in unseren Ort. An der Ehrenpforte, zu deren Seiten die ehrwürdige Stsdtsohne und die Fahne des Kriegervereins standen, hüt das Automobil und Bürgermeister Schmidt trat zur Begrüßung des landesfürstlichen Paares heran, in dem er ihm die Glück- und Segenswünsche der Gemeinde darbrachte. Die Hohm Herrs haften waren freudig bewegt über den schönen Empfang; und der Großherzog sprach seinen Dank aus und versicherte, daß Romrod noch recht oft den Besuch seines Fürsienpaares erwarten dürfe. Brausende Jubel- und Hochrufe folgten diesen Worten und pflanzten sich fort durch die lange Reihe der Spalier bildenden Menge. Nachdem die Fackeln unter den Klängen der Hessenhymne zusammen- geworfen waren, wurde es st ller auf den Straßen. Am nächsten Tage lag Romrod und seine Umgebung unter einer blendend werßen Schneedecke, über die weckhur sichtbar dis Fahnen von den Türmen des Schlosses herab ins Land hrneingrüßen.
)( Romrod, 6. Febc. Das Großherzogliche Paar bleibt bis zum 14. Februar hier, begibt sich dann auf einige Tage nach Lich, der Heimat bet Großherzogin und etwa am 18. zurück nach Darmstadt.
)( Der Grotzherzog nrr- der Butterfahrmau«. Großherzog Ernst Ludwig ist bekanntlich wegen seines freien, ungezwungenen Verkehrs selbst mit dem Geringsten seines Volkes berühmt und gerade dadurch hat er sich eine so große Volkstümlichkeit und Beliebtheit bis über die Grenzen des Hessenlandes erworben. Der ungezwungene Verkehr tritt auch jetzt bei dem Aufenthalt des Großherzoglichen Paares in Romrod so recht zu tage. Täglich unternimmt das Paar Spaziergänge in die Ulngegend meist ohne jegliche Begleitung. Das Paar besitzt eine große Vorliebe dafür, mit Kindern oder auch mit Fremden zu plaudern. So traf das Paar am Samstag nachmittag, als es auf der Straße nach Alsfeld vom Spaziergang umkehcte, mit einem Buttechändlec aus dem preußischem Dorfe Rollhausen zusammen. Der Butterhändler hielt das Paar für Alsfelder und sagte: „Gelt, Ihr wollt noch nach Romrod en wollt die Großherzog en die Großherzogin sehn,