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Nr. 18z.
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für Ofterhessen und die Kreise Ät^w und Metzlar; LekKlameiger für Gießm und Umaebuna enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von rtherfu.«™ ' ^
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Die Bevölkerung Marokkos.
(Sprache, Abstammung und Stammeseigentümlichkeiten.)'
Man teilt die marokkanischen Völker gewöhnlich in Berber, Araber, Mauren, Inden, Neger und Europäer. Der eingeborene Jude ist von einem Neger und auch von einem Europäer leicht zu unterscheiden, schwieriger dagegen ist die Trennung der Berber, Araber und Mauren. Diese Namen bezeichnen auch mehr eine Besonderheit der Sitten, der Sprache usw., als eine ethnologische Einteilung. Für Anthropologie und Ethnologie ist Marokko heute wie früher nur eine Fortsetzung von Algier gegen den Atlantischen Ozean hin. Die Knochenhöhlen, die steinzeitlichen Niederlassungen, die Felsendenkmäler nach Art der nordischen Dolmen, die alten Inschriften und Gräber in Marokko gleichen durchaus denen von Oran und Algier. Ueber die heutigen Bewohner von Marokko weiß man eigentlich wenig, aber auch dies Wenige erinnert sehr an die Ergebnisse der gründlicheren Forschungen in Algier und Tunis. Dennoch ist die Verteilung der einzelnen Stämme hier und dort sehr verschieden, indem in Marokko die Urbevölkerung einen weit größeren Teil der Gesamtheit bildet. Die drei großen Gruppen der Berber (Riffaners, Beraber und Cleuh) bilden mit 5 200 000 - Köpfen erheblich mehr als die Hälfte der auf etwa 9 Millio-
neu geschätzten Bevölkerung und haben sich nie durch die Fremden verdrängen lassen. Die Karthager vermochten nur einige Plätze an der Küste zu besetzen, und die Eroberung durch die Römer ging gegen Süden nicht über eine Linie von Sal^ nach Fez hinaus. Die Araber ferner schienen, nachdem sie mitten in die Berberstämme vorgedrungen waren, von diesen aufgesogen zu sein und ihre Nasseeigentüm- licksteiten ganz aufgegeben zu habest. Die Volkszahl der Stämme außer den Berbern wird geschätzt auf 1 200 000 Mauren, 1000 000 Araber, 200 000 Juden, 150 000 Neger und 15 000 Europäer, die mittlere Volksdichtigkeit auf 19 Einwohner auf je 1 Quadratkilometer. Die verschiedenen Namen Berber, Beraber, Riffaner (Niffpiraten), Kaby- len oder Kebail, Chelleuhs oder Chleuhs und Haratiner bezeichnen in verschiedenen Gegenden dieselbe Rasse, deren na- tionaler Namb Amazigh, Mehrzahl: Jmaziru, ist. Die Ber- ber von Marokko haben die gleichen EigentümNchkeiten und Fehler wie die von Algier. Sie sind kräftig unD arbeitssam, aber wenig zur Unterwerfung geneigt; sie halten sich vom Ufer und von den Städten fern, bewohnen also den ganzen gebirgigen Teil des Landes. Ihr Ursprung ist ungewiß, ^hre Unterwerfung ist weder den Karthagern und Römern noch den Vandalen und Gothen gelungen. Zuweilen na» mentlid) unter den Riff, finden sich auffallend viel blonde Menschen, im mittleren und südlichen Marokko mehr braune aber der Wechsel ist so groß, daß die sichere Unterfdxübung eines Berbers von einem Araber unmöglich wird. Man kann bie Marokkaner in arabisch und berberisch sprechende scheiden, in Nomaden und Ansässige, in Berg- und Flachland- vetnohner; man kann Gruppen unterscheiden, die mehr oder weniger von der. Kultur des Islams beeinflußt worden sind Die Trennung in Berber und Araber aber ist willkürlich, sie sich auf keine wissenschaftlich begründete Tatsache . t L 1 r V ’ schwer hin versteht man unter den Berbern insbe- SâhtkanOjpUl sonore die Stämme der Berbersprache. Die Araber dagegen * 1L« 'm obern Gebiet des atlantischen Teils und im Tal der
ant taget. Mnliiia vertreten: wie in Algier sind sie vornehmlich Hirten
lankOL x ^°?"°den (Beduinen), aber äußerlich nicht als Araber « kenntlich. Die arabische Sprache ist übrigens in der Aus-
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lwd mehr. In den Städten leben die Mauren deren Ursprung ein sehr mannigfaltiger ist. Zum größten Teil stammen sie von den aus Spanien vertriebenen Mauren ab Außerdem sind sie aus Ehen mit Arabern, Berbern, jüdischen und christlichen Renegaten hervorgegangen. Sie sind sanft, gesittet und intelligent und stellen die leitende Bourgeoisie der, aus der viele hohe Beamte des Maghzen und Großkaufleute hervorgehen. Die Juden von Marokko haben zwei I selir verschiedene Abstammungen. Die in den Riffen und in Niedermarokko leiten ihre Abkunft von Stämmen her, die schon vor ber Zerstörung Jerusalems bestanden; das gilt aucb von den jüdischen Bauern bei Mogador und im hohen Atlasgebirge. Die Juden sprechen sämtlich nur arabisch. Ihre Glaubensgenossen, die 1242 aus Italien, 1350 aus den Niederlanden, 1407 aus Frankreich und England, 1476 aus Portugal und namentlich 1494 aus Spanien eingewandert sind, behandeln sie durchaus als „so raste ros" (Freunde). Diese sprechen spanisch und sranzösisch, finden sich fast ausschließlich in den Küstenhäfen und spielen als Handelsleute und Unterhändler eine wichtige Rolle in der wirtschaftlichen Erschließung des Landes. Die marokkanischen Neger sind sudanesischer Abkunft und in Marokko weit zahlreicher vertreten als in Algier. Sie stammen meist von Sklaven
nb, die mehr oder weniger ihre Freiheit zurückgewonnen eu ' haben. Ein Teil der Neger ist auch direkt eingeführt wor° ü7n' ^oc% sind die Sklavenkarawanen, seit die Franzosen den ( rMiltenr Sudan besetzt haben, eine immer seltenere Erscheinung ge-
--?^ au» l'edk^ ^ Norden. Dennoch herrscht die Sklaverei in Marokko noch
' bi^tti allgemein. In den Städten des Innern werden die Skla
ven noch öffentlich versteigert und erzielen schon sehr verschiedene Preise; eine junge Negerin erreicht oft 400 Mark,
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Samstag, den 5. August 19ob.
AG-<rtt««S»rei-: Die einspaltige Petit-eile für ganz Cber- hèn, die Kreise Wetzlar mrd Marburg 10 Pfg. sanft 15 Pfg- Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg-
Gestion u. -auptexpedltioN : Gießen, Geitertweg 88. AerUsprechMlschlnft Är. W®.
eine alte kaum 20. Die Gesellschaften zur Bekäinpfung der Sklaverei haben in Marokko also bisher wenig Erfolg gehabt. Die meisten Neger finden sich in der Gegend zwischen Mekines und Sal6. Die Europäer wohnen in den Häfen, einige in der Hauptstadt Fez. Die Mehrzahl besteht aus Spa
niern, ferner sind vertreten Franzosen, Engländer, Deutsche, Amerikaner, Portugiesen, Italiener, Oesterreicher, Griechen, Schweizer, Belgier, Schweden und Dänen.
Der Krieg in Ostafien.
Der vollständige Uebergang der Insel Sachalin in jopa- ni)d>c Hände ist nunmehr Tatsache geworden. Der größte Teil der russischen Besatzungstruppen l)at sich den Japanern ergeben. Einige kleine versprengte Reste der Russen verbergen sich noch in den Wäldern. Der Gouverneur, 70 Offiziere und 3200 Mann ergaben sich.
Sachalin ist japanisch geworden durch diese Kapitulation und wird es wahrscheinlich auch nach dem Friedensschlüsse bleiben. Japan richtet bereits eine geordnete Verwaltung ein.
Ter Stab der japanischen Z.wilve/rwaltung reist am 6. August von Tokio nach Sachalin ab. Tas Hauptquartier wird in Alexandrowsk sein.
Das Schicksal der Mandschurei.
Japan hat nach amerikanischen Bü^ tarn anscheinend die feste Absicht, die Mandschurei nicht aufzugeben. Hierauf lassen die Vorbereitungen schließen, welche getroffen werden, um die Bahn von Söul nach Fusan durch einen 150 Meilen langen Erweiterungsbau durch die Mandschurei mit der chinesischen Ostbahn zu verbinden, ferner der Umstand, daß in größter Eile in Amerika 350 Stahlbrücken, 150 Lokomotiven und 2000 stählerne Wagen bestellt worden sind. Die Lieferungen für diese Bestellungen sollen auf dem Landwege gemacht werden, obgleich die Zeitersparnis kaum mehr als 3 Wochen beträgt.
Die russischen Streitkräfte.
Japanische Offiziere, welche bom Kriegsschauplätze zurückkehrten, erklären, daß die ruffifdyem Streitkräfte augenblicklich ca. 20 Armeekorps umfaßten mit je zwei Divisionen zu je 15 000 Mann. General Linewitsch beräge über 800 Geschütze und weitere Geschützsendungen aus Rußland seien unterwegs. Die Hauptstreitmacht des Generals Linewitsch stehe in der Gegend von Takumen und der Linie von Changchun. General Linewitsch lege eine große Tätigkeit an den Tag.
Die Friedensverhandlungcn.
Die Hoffnungen auf das baldige Zustandekommen des Friedens verstärken sich. Der japanische Unterhändler Gato äußerte zu Wittes Erklärungen, er sehe darin nichts, woraus sich ergebe, daß Witte nicht unumschränkte Vollmacht besitze, die Friedensbedingungen zu vereinbaren. Es sei für ihn klar, daß Wittes Entscheidung für den Kaiser von Rußland bindend sein werde. Sato schätzte die Kriegskosten für Japan auf zwei Millionen Neu täglich oder insgesamt 500 Millionen Dollars. Sato wollte nicht angeben, welche Entschädigung Japan verlangt; er bemerkte aber, wenn ein Land eine Entschädigung fordere, so bestehe es gewöhnlich auf Zahlung einer viel größeren Summe als der tatsächlich ausgegebenen. Witte stellte nochmals nachdrücklich in Ab» rede, daß er Mangel an Vertrauen hinsichtlich des Ergebnisses der Verhandlungen geäußert habe, und erklärte, er habe nichts derartiges gesagt, auch nichts, das so hätte a ls- gelegt werden können.
Wie in Newport behauptet wird, hatte der russische FAe- densbevollmächtigte Witte mit Vertretern von einer ooer zwei der angesehensten amerikanischen Bankhäuser Besprechungen, um ihre Ansichten über eine neue Anleihe zu hören.
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Deutsches 11 eich»
* Die Meldung des „Manchester CuarMan", daß König Eduard von England durch direkten Botschafter den Reichskanzler habe wissen lassen, er wünsche die Erhaltung guter beiftfdpenglifdjcr Beziehungen, ist in dieser Fassung nicht richtig, wie unser Berliner ^F-Mitarbeiter erfährt. Von einer direkten Botschaft an den Reichskanzler ist nicht die Diebe. Zutreffend ist, daß König Eduard eine Aeußerung dör gedachten Art getan hat, imd daß sie dem Reichskanzler — was von vornherein die Absicht gewesen — zugetragen worden ist. In Zusamncenhang hiermit steht das Gerücht von einer Begegnung, die König Eduard gelegentlich seiner 9A'arieubader Reise mit Kaiser Wilhelm in Frankfurt am Main oder in einer anderen Stadt haben möchte. Zur (Bnmbe ist der Wunsch noch nicht amtlich verlautbart.
‘ Am vorigen Samstag ist eine Abteilung von 22 Offizieren, 9 Unteroffizieren und 280 Mann von Hamburg nach Deutslh-Sndwcstasrika ausgereist. In einzelnen Zeitungen
—14. Jahrgang
tüirb bnii.OÄ Silage geführt, bag öicjc Verstärkung ohn: vorherige E-euehnngimg ber Mittel durch den Reichstag ausgesandt worden sei. Schon in der vorigen Session habe ^er âlch^tag zwar für Ausgaben, die die Regierung eigen- ^oânig bei iiicii bet, Indemnität erteilt, aber ausdrücklich er- tlait, dag bie nachträglichen Bewilligungen nicht zur Regel werde,, durucn. — Sie Beschwerde ist gegenstandslos, S>ie am Siunstag zur Verschissung gelangte Abteilung bildet,
schon dir geringe Zahl anzeigt, keine Verstärkung der Streitkräfte in Deutsch-Südwestasrika, sondern nur einen Ersatz für den Abgang durch Krankheit und Gefechtsverluste. Würde der Reichstag beanspruchen, auch um die Entsendung von Ersatzmannschaften im voraus befragt zu werden. so wäre bei Anerkennung dieses Anspruchs die Folge nur die, daß die Reichsregickcung mit ihren Forderungen dem Bedarf voranseilt, um unter keinen Umständen den rechten Zeitpunkt für eine Ergänzung versäumen zu müssen.
* Ueber bie Auffassung der englischen Neutralität gegen- über dem Aufstand in Dentsch-Südwestafrika gibt ein jetzt an die Oeffentlichkeit gelangendes Schreiben des Kolonial- Untersekretärs der Kapkolonie Aufschluß. Es wird darin erklärt, die Kapregierung wolle nicht zulassen, daß das Gebiet der Oranjekolonie direkt oder indirekt als Zusichr- l aus für die deutschen Truppen benutzt werde, weil die Möglichkeit bestehe, daß sich der Aufstand der Eingeborenen c.uf die Stämme an der Grenze ausdehne. Würben sich den Aufständischen ihre Freunde und Stammesverwandten in der Kapkolonie anschließen, so würde der deutschen A gie- rung durch die Vennehrung der Streitkräfte der Rebellen nur noch größere Schwierigkeiten ewachsen, und die Ne° gierimg der Kapkolonie würde ungeheure Kosten haben, einen Aufstand in ihrem Gebiet abseits der Eisenbahn zu unterdrücken. Auf erhobene Vorstellungen einer englischen Gesellschaft hin, bie^e Hand^mgswchse würdse tatsächlich bedeuten, daß nicht nur die deutschen Tnippen, sondern auch die Zivilbevölkerung von Warmbad, darunter viele Engländer, Hunger leiden müßten, gab die Regierung der Kapkolonie schließlich die Erlaubnis, monatlich eine beschränkte Menge von Vorräten über den Oranjeflutz zu senden, welche für den Bedarf der Zivilisten allein für ausreichend geschätzt werde.
* Die Nachwehen der Meinungsverschiedenheiten in der lippischen Thrunfolgefragc wollen nicht zu Ende kommen. Staatsminister Gevekot stellt in einer öffentlichen Erklärung fest, auf welche Weise der Landtagsvizepräsident Hoffmann wider seinen Willen Konnnerzienrat wurde. Der Minister tritt darin der Behauptung des Rechtsanwalt Klasing entgegen, er habe Herrn Hoffmann gegen dessen ausdrücklichen Wunsch jenen Titel aufgedrängt. Der Graf-Regent faßte eine ablehnende Aeußerung Hoffmanns als Bescheidenheit auf, welcher Auffassung Minister Gevekot, wie er sagt, „aus seiner damaligen Kenntnis der Person md)t widersprechen konnte," und verfügte die Titelverleihung. Erst einige Zeit später erklärte Hoffmann dem Minister, daß er den Titel abzulehnen und die Verleihungsurkunde zurückziifeii- ben gedenke. Auf Zureden unterließ er es jedoch. Vier Jahre später verbat sich Hoffmann ausdrücklich in einem Schreiben an einen Negierungssekretär den Kommerzwn- lukureL Daraufhin wurde der Titel zurückgenomitlen.
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** Im englischen Unterhause kam bei der Besprechung des Etats des Auswärtigeii Amts die Rede auf die Beziehungen Englands zu Deutschland. Unterstaatssekretär Earl of Percy sagte dabei, in bezug auf den allgemeinen Frieden würde gegenwärtig viel iveniger Grund zur Besorgnis vorliegen, wenn eine solche nicht vorhanden wäre für den ganz unnötigen Scharfsinn von Menschen ohne Verantwortung, bie beständig England machiavellistische Motive beimessen, an denen es aber vollständig unschuldig ist, und die stets meinen, England könne kein Uebereinkommen mit einer Macht treffen, ohne gleichzeitig etwas feindseliges gegen ein anderen Land zu beabsichtigen. In diesen! Sinne sei das Abkommen mit Japan aufzu fassen. Es sei nicht richtig, daß die deut.che Regierung die Bergrechte in Schantung monopoustert habe, und bis der Nachweis nicht geführt ist, welcher der brunchen Negierung recht geben würde, wenn sie Annahme, daß_ bie Politik der offenen Tür verletzt sei, bin ich nicht der Anpcht, daß irgend ein Vorgehen erforderlich ist. Es ist richtig, dap Deutschland rapide Fortschritte in der Erichllcgung von Schantung gemacht hat: das sollte aber für un- eher e n sporn sein als ein Anlass zu tlagen. Der bntis^ Hâl in China ist zuriickgegangen, aber der Handel > de- ^aâ europäischen Landes eben|o. Japan ist ^^ °mzige X^ l eisen Handel mit China zummmt; und wenn wir niinein Eisenbahn in das Innere einüringen wurden wir den i P^ rifdien Wettbewerb dort eben so tätig finben, wie an
Cceiüfte.
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