Nr. 130.
Montag, den 5. Juni 19uö
14. Jahrgang
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Zum 6. Juni 1905
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Willkommen, hochwillkommen, / Du junger Kaisersobn, j Der zu des Reiches Trommen / der nächste an dem | Und die an seiner Seite / holdselig auf ihn schaut [Chrom J Tn fürstlichem Geleite —/ willkommen, herzogliche Braut! $
Du Sohn aus Zollernstamme, / wir rufen Dir Glück und Reil, $ Der Volkesliebe Tlamme / sei immerdar Dein Ceil! {
Wir tragen Dir entgegen/der Creue Ehrenschuld j
Aus tiefstem Rerzensregen — / vergönne Du uns Deine Ruld“. i
Dich hielt auf ihrem Schosse / die mutter, hochbeglückt.
Als Kaiser Wilhelm der Grosse / Dich segnend angeblickt: Du Hoffnung späten Geschlechtes, / erblühe fest und stark Zum Küter deutschen Rechtes, / zum Schirmer unsrer deutschen [mark!
Das Reich, das ich gezimmert, / das seh ich unverderbt, Von meinen Caten umschimmert, / auf Sohn und Enkel vererbt. Die lehrt ich in ihrer Jugend / und prägte Ihnen ein: Des Herrschers Stand will Cugend — / der König soll der Beste
[sein!
Dich soils dein Uater lehren,/dies Wort voll heiligen Lichts< nichts kann dich besser ehren, / dich besser fördern nichts. Ich weiss, es wird mein Gedächtnis / dir lieb und teuer sein Drum schreibe mein Vermächtnis/in deines Herzens Casein ein.
Sei dir des Anherrn Segen / erhebendes Geleit, Und paare auf allen Wegen / mit Würde Würdigkeit! Dann spricht in frohem Behagen / der Kaiser zu seinem Sohn. Dun bin ich ohne Zagen, / geniesse schönsten Uaterlohn.
Was ich vom grossen Ahnen / erhielt, von „unserm Tritz Tür meines Landes Tabnen / ist’s dauernder Besitz, letzt seh ich voller Klarheit / der Zukunft Sonnenschein, Es bleibt auch weiter Wahrheit: / der König wird der Beste [sein!" Willkommen, hochwillkommen, / du junger Kaisersohn, Der zu des Reiches Trommen / der nächste an dem Chrom Und die an seiner Seite / holdselig auf ihn schaut Tn fürstlichem Geleite — / willkommen herzogliche Braut!
Die Vermâklungsfeier am Kaiserbof.
Von bem Hcucs der Hohenzollern darf man sagen, daß allezeit seine Männer tapfer gewesen und seine Frauen tugendhaft. Und die dem Haus der Hohenzollern sich anschlossen, haben diese rufim reiche Ueberlieferung angenommen. Kein Prinz auS dem .Hause Hohenzollern, der nicht die Siegesstraße vom Brandenburger Tor zum Denkmal des „alten Fritz" gezogen, das Herz voll von den Vorbildern der Ahnen, die ihn den Weg zum Ruhme weisen. Keine Prinzessin trat je in das Haus der Hohenzollern, ohne die erhebende Verpflichtung zu empfinden, zu den ererbten Tugenden des eigenen Stammes die der Frauen des Hauses Hohenzollern hinzuzufügen, damit sie unter den Zollernschen Frauen würdig genannt iverbe. Die Prinzessin, die der Kronprinz des Deutschen Reichs und von Preußen freit, soll dereinst die erste Frau im Lande sein — nicht bloß dem Range nach, den der Gemahl ihr verleiht. Sie wird heute den nämlichen Weg geführt, den vor ihr andere Prinzessinnen
unter gleichen Verpflichtungen gegangen sind, und sie weiß, daß diese anderen solchen Pflichten in vorbildlicher Weise gerecht geworden sind. Königin Luise — Kaiserin Augusta — Kaiserin Friedrich — Kaiserin Auguste Victoria füllen den Kreislauf eines Jahrhunderts aus — Herzogin Cecilie leitet ein neues Jahrhundert ein. Sei ihr Einzug gesegnet, gesegnet ihr ganzes Walten, auf daß ihr Name hell strahle wie der Name derer, die ihr vorangeleuchtet 1
Heil der Herzogin Cecilie!
Heil der Braut des Kronprinzen!
Heil dem kaiserlichen Haus!
Ginzug der Kronprinzessin - Braut in Berlin.
Ueber den Einzug und den Empfang der Herzogin-Braut gehen uns von unseren Mitarbeitern in der Reichshauptstadt die nachstehenden ausführlichen Berichte zu:
Berlin, 3. Juni.
Das große offizielle Schauspiel, das sich heute nachmittag Unter den Linden absvielen soll, hatte mittags sein
intimes Präludium. Um 12 Uhr 5 Min. lief der Sonder- Zug, der die Herzogin Cecilie von Mecklenburg ihrer neuen Bestimmung und Residenz zuführte, in die Halle des Lehrter Bahnhofs ein. Nach kurzer Begrüßung durch die Hof- chargen fuhr zuerst die Großherzogin Anastasia, die ihre Tochter von Schwerin hergeleitet hatte, und fobann die Kronprinzenbraut in Gesellscliaft ihrer künftigen Oberhof- Meisterin, Gräfin Tiele-Winckler, durch den maifrischen Tiergarten dem Schloß Bellevue zu, vom Publikum, das in hellen Scharen die Wege umsäumte, stürmisch begrüßt.
Empfang im Schloß Bellevue.
Dort erwarteten ihr Kommen das Kaiserpaar, die Prinzen und vor allem mit sehnender Ungeduld der fron« prinzliche Bräutigam. Dieser blieb, während die Kaiserin sich mit der zuerst eingetroffenen Großherzogin Anastasia ins Innere des Schlosses zurückzog, mit seinem kaiserlichen Vater vor dem Schloßportal stehen. Als der Galawagen heranrollte, vom frohen Spiel der Kapelle des 1. Garderegiments zu Fuß begrüßt, trat der Kaiser, ritterlich das Haupt entblößend, an den Wagenschlag und reichte der Hold errötenden Braut den Arm, um sie seinem Sohne zuzuführen. Und nun folgte mitten im Prunk des höfischen Zeremoniells ein kurzes Liebesidyll. Glückstrahlend schloß hpr ^hrnnfnsrrpr fpinp WprTnhfp in hip Wrmp tmh fiiüfp fip