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1905

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Nr. 260

Erstes Blatt

3*fettiD«»nrei51 Die einspaltige Petitzerle für ganz Ober- tzeGen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg- 1 Reklamen die Petilzeile 30 resp. 40 Pfg.

«edattion u. Haupterpedition : Gießen, SelterSweg'83.

^er«sprech««schl»ft Nr. 368.

Quelle Nachrichten (Gießener Wag-vta«) Knaöhängige Tageszeitung fOießener Zeitung)

für Oberhessc» und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalameiger für Gießen und umgebMg. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behärden von Oberhejstn.

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Tibet 1905.

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serS bei der Statt Art >6 anderrveitig zu be^ Vorlage von Zeugnissen! H bis zum 1. Dezember l

£ stöbet 1905.

germtifterei Srüubtt- immer.

Htig! Unisoni are bisher noch nicht Mannt Nickel-Uhrkette Nr. ^80 'erzrutzung der Quahiät flil 1 vO int Porto und ndcl. Reeller Wert rett. Als Probe nw zedvch nur n Ltuel.

Hi Kataloge

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Politische Rundschau.

Deutsches Reich.

*** Ter Kaiser nahm gestern an der St. Hubertus­jagd in Töberitz teil.

* Die von der chinesischen Regierung mit der Führung der Verhandlungen über einen deutsch-chinesischen Handels- Vertrag beauftragten Kommissare sind zu keiner Einigung gelangt.

Wie kühn einzelne Banden von Aufständischen in Süd- veftasrika noch immmer vorgehen, zeigt eine telegroph.sche Meldung aus Windhuk, nach der Hottentotten die deutsche Post für Warmbad bei RomauSdrist genommen haben. Die verlorene Post umfaßt die Briessendungen vom 1. bis ein­schließlich 29. September.

Oesterreich-Uugar«.

* Die Agitation für das allgemeine Wahlrecht nimmt heftige Formen an. In Wien kam eS anläßlich einer Demonstration zu einem scharfen Zusammenstoß mit der Polizei, bei dem viele Personen verletzt wurden. DaS Gerücht, daß die Kane bereits ihre Bereitwilligkeit ausgesprochen habe, daS allgemeine Wahlrecht für ganz Oesterreich-Ungarn einzuführen, wird als unrichtig bezeichnet.

Rußland.

Kaum eine Maßregel wurde drückender empfunden, als die Knebelung der Presse. Hier soll nun Wandel geschaffen werden. Aus Petersburg wird gemeldet:

Amtlich wird mitgeteilt, daß alle sie die Presse er­lassenen Zirkularvorschritten aufgehoben find und der Ober- ^reßbehörde verboten wird, neue zu erlassen. Auch die Zensur für nichtamtliche Zeitungstelegramme wurde aufgehoben.

Graf Witte rechnet bekanntlich auf die Mitwirkung dersiebenten Großmacht", der Presse, und ihm ist zweifellos diese neue Errungenschaft zu danken. Er hat eine neue Konferenz der Herausgeber von sieben großen Petersburger Blättern berufen, um mit ihnen Wünsche

der Presse zu besprechen.

In Finnland vermag sich vor der allgemeinen Be­wegung das russische Militär nicht zu behaupten. Aus

-° ^vautr^- -4' Haparanda wird darüber berichtet:

i° Die russischen Soldaten in Uleaborg haben ohne Widcr-

T:S6w*->°"'^ stand ihre Waffen ausgeliefert.

rMrum^ E n kaiserlicher Ufa«, betreffend den Erlaß einer Am-

nestle, ist unterzeichnet.

Torwegen.

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Bell, Grafrath bei W m. _ ^fvnâet 1876..

* Die Frage, ob Republik oder Monarchie als zu­künftige StaatSform vorzuziehen sei, wird von beiden Seiten dem Volke unterbreitet. Zunächst kam ein Ausruf an daS ® norwegische Volk zugunsten einer Republik heraus. Der Aufruf trägt 200 Unterschriften. Unter diesen befinden sich die Unterschriften deS ehemaligen FinanzministerS Gunnar Knudsen, sowie der StorthingSabgeordneten Konow und Obel st Stang.

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4. November 1905.

V Zur Landtagswahl. Der Bund der Land­wirte stellte als Kandidaten für den Wahlkreis Wörrstadt den cn bisherigen Abgeordneten Wolf-Stadecken aus, während der

Freisinn für die Kandidatur der früheren Abgeordneten ^ltlfÄCn® Bürgermeister Christ- Wörrstadt eintritt.

V Die freisinnige Volkspartei für Hessen hat ^bes'^^1 . beschlossen, in den rheinhesfischen Wahlkreisen Alz<y, Wörr-

ßftC^ stabt, Wöllstein und Bingen-Land zur bevorstehenden Land- 4heW tagSwahl eigene Kandidaten aufzustellen. In Bad-Nauheim

wie wir seinerzeit berichteten, ein Komitee zusammen- ^treten, um einen eigenen Kandidaten aufzustellen.

röie jetzt verlautet, sollen die Bemühungen von Erfolg ge» esen und eine Person gefunden sein, die der Majorität, esonderS auch der Unterstützung seitens der ländlichen Arbeiter, ^er ist.

^ RB. Am 13. November wird in SenSburg eine von

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Ur Reichrbankstellt in Sllenstein abhängige Reichèbankneben- Äelle mit Kasseneiurichtung und beschränktem Giroverkehr f'öffnet werden.

V Die Hauptversammlung des landw. Vereins |elr die Provinz Oberheffen wird Donnerstag, den V November, nachmittags 2 Uhr, imNeuen Saalbau" zu / Gießen abgehalten. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Er- Lattung des Jahresberichtes; 2. Referat des Professor Hr. Hansen-Bonn-Poppelèdors über die Winterfütterung deS ^ßindviehS ; 3. Stellungnahme des landw. Provinzialvereins ^ Frage der Fleischteuerung, Referent: Oekonomierat

es Präsidenten und Vizepräsidenten.

tenburg, Korreferent: Kreisveterinärarzt Dr. Schmidt«

Samstag, den 4. November 1905

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* Mit dem VergleichSvorschlag der Baufirma Jäger L j Lüdertat zieht, die halbe K^ël^m^bchrelcht^aS Rumpf, wonach eine Zahlung von 25 Prozent gtsichert F : ^ - - -

werden soll, erklärt sich die Stadt Hanau, die auch eine kleinere Forderung an die Firma hat, einverstanden.

* Die Anklage gegen den Bürgermeister Köhler-Langs orf ist nunmehr erhoben worden. Die Bolkswacht" verkündet dies in nachstehender We.se: Nach­dem nunmehr der Landtag geschlossen ist, hat die Staats­anwaltschaft zu Gießen die Harptverhandlung gegen den LandtagSabgeordneten Köhler in der besonnten Eberstädter KindeSmordgeschichte angefetzt aus Dienètag, den 7. November, morgens 87a Uhr im Ammer 30 des Land­gericht- zu Gr ßen.

* Viehhändler und Fleischtenerung. Heute Samètag, mittags 1 Uhr, findet im Saale des HotelZum Storchen" in Frankfurt eine größere Viehhändler-Versammlung statt. Zu dieser Versammlung erhielten bisondere Ein­ladungen: 1. Der Mitteldeutsche Viehhändler-Verein in Frankfurt, 2. der Hessische Viehhändler-Verein in Mainz, 3. der Oberhessische Vrehhändler-Verein in Alsfeld, 4. der Nassauische Viehhändler-Verein in Wiesbaden, 5. der Deutsche Viehhänler-Verein in DierSdorf. In dieser Versammlung wird über die Fleischteuerung referiert und die Bundesfrage verhandelt, sowie über den heutigen Stand der Viehhändler­bewegung berichtet werden.

tt, Stadttheater Gießen. Die Sonntagsaufführung der klassischen PosseRobert und Bertram" dürste besondere Attraktion ausüben, da in 3 Akten Ballet- und Gesangseinlagen vorgeführt werden. Das Nähere ist auf dem Theaterztttil zu ersehen.

** Heute Abend hält dieContentic" in der Turnhalle zu Gießen ihr Wintervergnügen ab, zu der ein sehr abwechslungsreiches Programm aufgestellt ist. Ein Besuch dürste sicherlich die beste Unterhaltung bringen.

*** Am 18. November blickt der Männer-Tnrn- Verein Gießen auf sein 20jähriges Bestehen zurück. Zur Feier des Jubiläums sind für Samètag-Abend ein Kommers und für Sonntag-Abend ein Ball vorgesehen.

* Zum Fall Chelius erfahren dieN. H. V.", daß Geh. Oberbergrat Pros. Dr. CheliuS nunmehr wieder in baS Darmstädter Untersuchungsgefängnis eingeliefert wurde. DaS Gutachten der Hofheimer Irrenärzte geht, wie verlautet, dahin, daß CheliuS geistig minderwertig fei. Dadurch ist CheliuS zwar nicht straflos, aber immerhin nur bis zu einem gewissen Grade für seine Haudlungen strafrechtlich ver­antwortlich. Zweifillos wird CheliuS sich demnächst vor der hiesigen Strafkammer wegen Verbrechens aus § 176 Abs. 2 des Strafgesetzbuches zu verantworten haben. Wenn bei ihm § 51 in Anwendung kommt, wonach eine strafbare Handlung nicht vorliegt, wenn sich der Täter bei ihrer Be- gthung in einem Zustande von krankhafter Störung der lLeisteStätigkeit befand, so wird er freigesprochen werden müssen. Andernfalls muß Chelius bestraft werden, wobei die Mindeststrase sechs Monate beträgt. Wie wir weiterhin erfahren, stellt der Angeklagte einen Teil der Handlungen, soweit sie straffrei sind, überhaupt nicht in Abrede, während die effektiven Vergehen von ihm beschritten werden.

? Laug-Göns, 3. November. Mit Freuden begrüßt man hier, daß Zigarrenfabrikant Nathmann-Gießen in der geräumigen Hofraithe des Anliegers Spies eine Zigarreufabrik gegründet hat. Mit einer stattlichen Anzahl Arbeiter und Arbeiterinnen nimmt die Fabrik am 6. d. M. ihren Betrieb auf. Arbeiter von Watzenborn, Steinberg, Großen-Linden^usw. werden in ihr tätig sein.

* Wetzlar, 3. November. DaS Schöffengericht vertagte die Verhandlung gegen den Unternehmer K. R. von Gießen, der angeschuldigt ist, auf unerlaubtem Gebiete in der Lahn gebaggert zu haben, wegen Feststellung der genauen Grenze zwischen Preußen und Hissen auf einen späteren Termin.

§ Birklar, 2. November. Kindesmörderin. Die 37jährige, von ihrem Mann getrennt lebende Arbeiterfrau Horney hat ihr neugeborenes Kind durch Ersticken getötet. Die Kindesmörderin wurde verhaftet.

? Nieder-Gemündeu, 3. November. Das neue Kornhans der Oberhessischen Kornhaus-Genossenschaft wird SamStaa, den 4 November dem Betrieb übergeben.

> Alsfeld. Unsere Stadt hat die Erweiterung der Wasserleitung ^schlossen.

" Romrod, 3. Ncv.mber. Wahlversammlung. Der seitherige Vertreter des Wahlkreises Alèfeld-Ulrichfteiu, Abg. Korell, w rd in einer öffentlichen Versammlung Mittwoch, den 8. November im Schmidt'jchen Saale zu Romrod über die Arbeiten des 32. und Aufgaben deS 33. Landtags sprechen.

* Fulda. Der Kreis-Eisenbahnrat strebt jetzt den Bau einer neuen Linie an, die sich durch dar Fulda» und

14. Jahrgang

Ubo»e«e«tSpre1-: abgebstt monatlich 50 Pfg., in'- HauS gebrachl 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierleljLhrl. Mk. 1.50.

Gratisbeilage« : Qberheffifche ^amtlie«ze1tu«q (tSglich) und die Äiefecwtr Eeife«blafe« (wöchentlich)

DaS Blatt erscheint an alle« Werktagen nachmittags.

Schlitzerland erschließt und durch den Bogelsberg nach Freiensttinau geht

** Darmstadt, 3. November. Kein Vrotaufschlag. Die Bäcker-Innung erklärt, daß sie entgegen anders lautenden Nachrichten einen Brotaufschlag nicht plane.

Standesamt-Rachrichten der Stadt Gießen.

Geborene.

Am 22 Oktober. Dem Hausburschen Wilhelm Lipp ein Sohn, Karl; 23. Schuhmachermeister Karl Waldschmidt eine Tochter, Marie Margarete Helene; 28. Briefträger Johannes Reitz ein Sohn, Karl Georg Heinrich; Kausmaun Gustav Bley ein Sohn; 30. Oberlehrer Heinrich Ernst Lucius ein Sohn, Ernst Konrad Heinrich; 31. Weißbinder Johann Weiershäuser ein Sohn. Am 2. November. Ofen­setzer Philipp Hof eine Tochter, Helene.

Aufgebote.

Am 25. Oktober. Adam Menz, Maurer dahier mit Luise Wehrum, geb. Oppermann hierselbst. Am 1. November. Otto Müller, Großh. Steuerkommissar in Friedberg mit Luise Marie Elisabeth Winn dahier. 3. Christian Belz, Wirt dahier mit Marie Steinte in Stuttgart.

Eheschließungen.

Am 28 Oktober. Ludwig Kroueberg, Bäcker dahier mit Luise Kreiling hierselbst. Adolf Deichert, Bäcker dahier mit Lina Mootz hierselbst. Wilhelm Dannewitz, Telegrophev- vorarbeiter in Grävenwiesbach mit Elisabethe DongeS in Wiesbaden.

Gestorbene.

Am 28. Oktober. Kaspar Wilhelm Lenz, 9 Mte. alt, Sohn des TaglöhnerS Heiurich Lenz 2. dahier. 29. Marie Katharine Albohn, geb. Rohn, 57 Jahre alt, Ehefrau des Dreschmaschinenbesitzers Wilhelm Albohn dahier. Ernst Ludwig Frischholz, 1 Jähr alt, Sohn des TaglöhnerS Philipp Frischholz dahier. 30. Luise Michel, geb. Konrad, 81 Jahre alt, ohne Beruf dahier. Marie Stein, 2 Jahre alt, Tochter deS MetzgerS Josef Stein dahier. 31. Julius Hartmann, 74 Jahre alt, Registrator i. P. dahier. Am 3. November. Katharine Jäger, geb. Weitz, 72 Jahre alt, ohne Beruf dahier.

Herbftkontroll-Bersammlnngen.

Gießen-Land.

(Koutrollplatz: Hef der Zeughauskaserne am Landgraf- Philipp.Platz.)

Es haben zu erscheinen die Gestellungspflichtigen aus: Annerod, Allendorf a. d. Lahn, Alten-Buseck, Beuern, Burkhardsfelden und Großen-Buseck am 6. November nachmittags 2 Uhr.

Großen-Linden, Hausen, Heuchelheim, Klein-Linden, Lang-GönS und Leihgestern am 7. November vormittags 9 Uhr.

Oppenrod, Rödgen, Trohe, Watzenborn, Steinberg und W i e s e ck am 7. Novbr. nachm. 2 Uhr.

am

Gießen Stadt.

Die Jahrgänge 1898, 1899 und 1900 der Infanterie 8. November vormittags 9 Uhr.

Die Jahrgänge 1901 und 1902 der Infanterie am

8. Nov. nachm. 2 Uhr.

Die Jahrgänge 1903, 1904 und 1905 und der Infanterie am 9. November vormittags 9 Uhr.

Sämtliche Jahr gänge der Reserve der Garde- Jäger, Kavallerie, Feldartillerie, Fußartillerie, Pioniere und Verkehrstruppm am 9* November nachmittags 2 Uhr.

Sämtliche Jahrgänge der Reserve des Trains, Sanitätspersonals, Veterinärpersonals sonstige Mann­schaften und Marine, sowie die zur Disposition der Truppen­teile und Ersatzbehörden entlassenen Mannschaften aller Waffen und die Landwehr I. Aufgebots, denen ein besonderer Gestellungsbefehl zum Erscheinen bei der Kontrollversammlung zugcht, am 10. November vormittags 872 Uhr.

Gießen-Land.

Die Gestellungpèflichtigen aus:

Allendorf an der Lumda, Climbach, Daubringen, Heibertèbausen, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen, Kirch­berg Staufenberg, Friedelhausen und Trais 0. d. Lumda am B a h n h 0 f zu Lollar am 10. November nachmittags 2 Vs Uhr;

Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen, Ringelshausen, Rodheim, Hof-Graß, Röthges, Steinheim