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Nr. 233.

Mittwoch, Den 4. Oktober 1905

14. Jahrgang

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Fer»sprech«schl«ß Nr. 863.

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(Gießener Ungeötatt)

Unabhängige Tageszeitung

(Hießener Zeitung)

für Overheffe« und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalameiger für Gietzen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen, des Großh. Polizeiamtes Gießen und anderer Behörden von Oberneisen.

Sin Mort zum frieden.

Von einer arbeiterfreundlichen, den stillgelegten Werkn mcht fernstehenden Seite wird uns zu der Berliner Riesen- Aussperrung geschrieben:

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zte Amme glaM Aber, statt iw das Kind eM er, die es a//M Imsägli^M überzer^ ^ ihr lte. i

ikamrin befand sich ' großer Gesellschast. "gehobener Tafel ) zwar Mieder mit 'ißffiije alte Dame , N'.. hätten Sie imen, so würden j fällen Sie, Ma- | er mit weniger I diese Bemerkung !

sich ein Mittagessen klein machen!" -

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Die Arbeiter dreier großen Elektrizitätsgesellschaften in Berlin, nicht weniger als 33 000 an der Zahl, sind ausgesperrt worden. Den äußeren Anlaß dazu boten Lohnforderungen, nicht etwa dieser 33 000, sondern einer kleinen Minderzahl von 500 Mann. Und auch bei diesen wr der Streitgegenstand sehr geringfügig. Der Vorwand zmn Streik ebenso wie der Vorwand zu der sich anschließen­den Aussperriing war ganz gleichgültig, den Arbeitgebern nicht weniger als den Arbeitern. Der Streik lag förmlich in der Luft, er drängte sich auf. Nicht von heute und gestern, sondern seit zwei Jahren. Fast von Woche zu Woche waren neue Lohnforderungen aufgetaucht, Forde­rungen über sonstige Arbeitsbedingungen, Forderungen endlich betreffs einer anderen Abstufung der Löhne, ohne daß damit für die Arbeitgeber eine höhere Belastung ver­bunden gewesen wäre. Eine undefinierbare Unruhe hatte die Arbeiterwelt ergriffen, die nicht einmal sagen konnte, daß sie mit ihrer materiellen Lage unzufrieden wäre. Selbst­verständlich hatte die Unruhe sich auf die Arbeitgeber über­tragen. Diese waren zu keiner Zeit sicher, daß sie die über­nommenen Aufträge auch würden aussühren können. Das mußte um so mehr verärgernd und direkt verbitternd wir­ken, als die großen Fabriken ihre Abschlüsse zu ungünstigen, kaum einen Nutzen übrig lassenden Bedingungen gemacht hatten, in der Hauptsache, um ihren Arbeitern dauernde Beschäftigung zu erhalten. Sie empfanden es als eine Un­dankbarkeit, daß ihnen unter solchen Umständen das Leben nvch schwer gemacht, der geringfügige Nutzen durch aller­hand Lohnsteigerungen vollends genommen werden sollte - und man wird ihnen solche Stimmung kaum verdenken können. Darum war ihnen zuletzt jeder Anlaß, jeder Vor« mand recht, die Bude überhaupt zuzumachen, wie man in Berlin sagt. Der Streik, meinten sie, würde doch kommen 3" Jar.mo^e er denn gleich im ganzen Umfang eintreten. Aehnlrch ging es den Arbeitern. Es war ihnen unbehag- M ohne daß sie eigentlich zu sagen wußten, weshalb.

Als es soweit gekommen war, als 33 000 Arbeiter Wich erwerbslos geworden, fragte man sich, weshalb das eigentlich so kommen mußte. Man suchte nach dem Aiilaß und suchte vergeblich. Man sah das Elend kommen. Denn die 33 000 Arbeiterfamilien haben im Durchschnitt keine Ersparnisse von Belang. In vierzehn Tagen etwa sind sie aufgezehrt. Dann ist das bißchen Habe an der Reihe, das auch nicht lange vorhält, und danach ist der Hunger da. Das geht nicht, das kann man nicht zulassen, das muß verhindert werden! Man drängte deshalb zu Verständigungsversuchen. Delegierte der Ärbeiterorgani- fationen und die Vertreter der Arbeitgeber traten vor das Emigungsamt, eigentlich vor den Vorsitzenden des Ge° dcrbegerichts. Magistratsrat von Schulz gab sich redliche Rühe, eine Verständigung herbeizuführen. Es gelang ihm nicht. An ihm hat es nicht gelegen. Wahrscheinlich waren die Arbeitgeber im vornhinein nicht gewillt, in irgend einem Punkte sich nachgiebig zu zeigen.

' Inzwischen droben die Dinge, sich immer weiter zum Minimeren zu entivickelil. Der Verband der Arbeitgeber der Metallindustrie hat sich schlüssig gemacht, seine Arbeiter gleichfalls auszusperren, b i. weitere 65 000 Arbeiter er- lverbslos zu machen. Das ist eineSympaihie-Aussper- tung", so zu sagen, ein Gegenstück zu demSvnipathie- streck" der Arbeiter der Berliner Elektrizitätswerke, der an WOO Arbeiter umfaßt. Gerade Hier ist die Arbeitsnieder­legung von bedauerlicher Unklugheit Die Berliner Elektri- i zitätswerke versorgen die Stadt Berlin mit eleftrifdjer Be- M)tung und die Berliner Straßenbahnen mit Strom. Die Arbeitsniederlegung würde hier, wenn wirksam, den Ver­kehr hemmen, die Belichtung in vielen Straßen und Läden unterbrechen. Das wäre eine Störung der öffentlichen Ord^ ming, die nicht geduldet werden sann. Einstweilen ist ba* Eingreifen von Pionieren nicht nötig gewesen Aber im M der Not werden sie im Auftrag pes Staates ihre Hilfe leihen. Die Berliner Elektrizitätswerke haben Arbeiter au- Len Provinzen herbeigeholt. Bis dahin halfen ihre Meister rind Ingenieure die Arbeit geleistet, die Maschinen mit Feuerung versehen. Auch die Feuerwehr kommandierte ent ehrliche Mannschaften zur Hilfsarbeit ab.

Wir gestehen, daß wir uns um die Berliner Elektrizi­tätswerke wenig Sorge machen. Die werden sich schon zu helfen wissen. Aber was soll aus den 115 000 ausgesperrten Arbeitern und ihren Familien, was soll aus diesen 400 000 Menschen werden, die dem Hunger prersgegeben sind, wenn Acht binnen 14 Tagen die Arbeit wieder ausgenommen ist^ Viermalhunderttausend Menschen dürfen nicht hungern u sie würden es sich auch nicht gefallen lassen.

Streik und Aussperrung sind wirtschaftliche Wassen. x Cegen ihren Mißbrauch laßt sich nichts mehr sagen. Rillig1 z Aber den Mißbrauch sollte man nicht zulassen. Unb bei /^w Sympathiestreik ist ebenso wie bie Sympathieaussperrung saß immer ein Mißbrauch. Lohnkämpte sind nicht zu der-

Ctt*O" ^l Weiden und müssen ausor'fnckst^n werden. Aber es müssen litte'- HI r

doch nicht gerade Lohn-Völkerschlachten sein. An die Ar­beiter wie an die Arbeitgeber muß die dringende Mahnung gerichtet werden, daß sie die Folgen ihres Tuns beizeiten bedenken, daß sie nicht in Eigensinn verharren. Beiden Parteien muß zugerusen werden, daß sie ihrer schweren. Verantwortung sich bewußt sein sollen; bei hm Parteien muß

es w ^h'r und wieder in

den Ohren ;Ti;:??n: Haftet einI

Zu den ausgesperrten trizitätswerke Allgemeine

33 000 Arbeitern der drei Elek- Elektrizitäts-Gesellschaft, Aktien-

gesellsäMst Siemens u. Halske, Siemens-Schuckert-Werke und den streikenden Maschinisten und Heizern der Berliner Elektrizitätswerke sind die Arbeiter der Glüh­lampenwerke in der Hutten- und Helmholtzstraße ge­treten, die gestern aus Solidaritätsgefühl die Arbeit nieder­legten. Auch die Arbeiter und Arbeiterinnen der Nern ft« Lampenfabrik haben die Arbeit eingestellt. Die bei­den Werke sind ebenfalls Eigentum der A.-G. Siemens u. Halske.

Zahlreiche Arbeitswillige bieten sich den Werken an, zum Teil aus Berlin, in Massen auch aus der Provinz her- beieklend. Der Betrieb der Straßenbahn und der Be­leuchtung wird als gesichert hingestellt, obwohl auch unter den Sttaßenbahnern augenblicklich eine Bewegung für Lohnerhöhung und Durchschnittsverdienst stattfindet. Bei längerem Andauern der Aussperrung ist aber die Aus­dehnung der Arbeitseinstellung nicht ausgeschlossen. In den Kraftstationen arbeiten Meister und Angestellte Tag und Nacht, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Man hält für die Dauer diesen Zustand nicht für angängig.

Die Bedienung der Maschinen in den Kraftwerken durch ungeübte Arbeitskräfte schließt nach Ansicht von Fachleiit^n eine große Gefahr in sich, da ein einziger Fehlgriff an den Schaltbrettern großes Unglück bertorrnfm kann. In Ar­beiterkreisen nimmt man an, daß in nächster Zeit sowohl die elektrische Straßenbeleuchtung als auch der Betrieb der Sttaßenbahn noch wesentlichere Einschränkungen wird er­fahren müssen, da die in den Werken vorhandenen Batte­rien, die mit Elektrizität gefüllt waren, nahezu geleert sind.

Oberbürgermeister Kirschner wurde von zwei Mit­gliedern des Streikkomitees um seine Vermittelung an­gegangen. Der Oberbürgermeister erklärte sich bereit, mit beiden Parteien zu verhandeln, da er die Lage für sehr ernst und bedenklich halte. Er stellte jedoch die Bedingung, daß das Streik-Komitee ihn ganz offiziell und in schriftlicher Form um seine Vermittelung ersuche.

Große Geldsammlungen werden für den Fall vorbereitet, daß die Massenaussperrung andauern sollte. Auch von bürgerlicher Seite plant man Samm­lungen zugunsten der Opfer der Aussperrung. Eine An­zahl Sozialpolitiker und Führerinnen der Frauenbewegung beabsichtigen eine Sympathiekundgebung für die _ Aus­gesperrten und die Veröffentlichung eines Aufrufs zu Sammlungen. Tie Ruhe in den Kreisen der Ausgesperrten ist durchweg eine musterhafte, die Polizei braucht nirgendwo einzugreisen.

Aufgabe zugeschoben hatten. Jedes Zugeständnis, das er machen würde, sollte ihm zum Fallstrick dienen. Die Bürde der ^riedensbedingungen sollte auf sein Konto geschrieben werdeil, so daß er Ansehen und Popularität zugleich verlor. Er erreichte, was unmöglich schien. Er verweigerte den Japanern alles, was als eine Demütigung Rußlands ge­deutet werden konnte, und ertrotzte von ihnen den völligen Verzicht auf Kriegskosten-Entschädigung. Jetzt mußten so­gar seine Feinde seine Größe und seine Verdienste aner­kennen, und der Zar zeichnete ihn durch rühmende Be­tonung seiner Leistungen und Verleihung des Grafentitels aus. Auch Kaiser Wilhelm hat sich dem russischen Staats­mann überaus huldvoll erwiesen. Bei dem Empfang in Reminten wurden Herrn von Witte ganz ungewöhnliche Ehrungen zuteil.

Jetzt hat es große Wahrscheinlichkeit gewonnen, daß Graj von Witte noch nicht am Ende seiner politischen Laufbahn steht. Zwar ist es einzig der Zar, der darüber zu entschei­den hat, wen er mit großen Staatsaufgaben in der Zukilnst betrauen will, und es wird jetzt und später nicht an Ver­suchen fehlen, den Zaren zuungunsten Wittes zu beeinflussen. 9tber im Augenblick jedenfalls besitzt Witte das Vertrauen des Zaren, fühlt der Zar seinem erfolgreichen Unterhändler sich zu Danke verpflichtet. Man spricht davon, daß Graf Witte Ministerpräsident und Minister des Inneren werden wird. Ist das der Fall, so wird er das Amt eines Minister­präsidenten mit den Befugnissen ausstatten, die erforderlich sind, ihm auch auf die Leitung der auswärtigen Politik Ein- fluß zu sichern. Das ist bei den eigenartigen russischen Ver­hältnissen in Petersburg weit mehr als anderwärts nötig.

Rußland kann und wird auf asiatische Politik nicht ver­zichten. Es wird ihr nur eine andere Grundlage geben als bisher. Das alte Vertrauensverhältnis zu Deutschland i irb wiederkehren, und das russisch-französische Bündnis wird dem nicht im Wege sein. Man darf im Gegenteil daraus rechnen, daß die ursprüngliche Grundlage dieses Bündnisses, die. Spannung zwischen Deutschland und Frankreich in Weg­fall kommt und aufrichtiger freundnachbarlicher Gesinnung Platz macht. Hierzu hat Graf Witte im wohlverstandenen Interesse Rußlands und den deutschen Wünschen entspreckfend nicht unwesentlich beigetragen. Man braucht deswegen noch nicht von einem deutsch-französisch-russischen Bündnis zu sprechen. Ein solches formales Bündnis ist gar nicht er­forderlich, wo die Gemeinsamkeit der Interessen klar er­kannt ist. Unter keinen Umständen kann von einer aggres­siven Spitze die Rede sein. Rußland hat Friedensarbeil nötig, langjährige Friedcasarbeit, und Graf Witte ist der Mann, sich ihr ohne Einschränkung zu widmen. Im In­neren wartet seiner eine umfassende Reformtätigkeit. Dieser wird seine ganze Kraft gehören, wenn der Zar ihn dazu beruft .

Graf von Mitte.

(Eig. Bericht.) Petersburg, 2. Oktober.

Als vor noch nicht zwei Jahren Herr von Witte aus» dem russischen Finanzministerium scheiden mußte, das er über 11 Jahre geleitet hatte, bestimmte der Zar, daß er Präsident des Ministerkonseils werden und die Handels­vertragsverhandlungen fortführen sollte. Die Ernennung war bedeutungslos, denn der Posten eines Präsidenten des Ministerkonseils war ein Ruheposten, dessen Inhaber kein eigenes Ressort besaß und auf die Erledigung rein formeller Geschäfte angewiesen war. Die andere Bestimmung hatte schon höheres Gewicht. Sie enthielt das Zugeständnis, daß Witte allein und jedenfalls mehr als seine Amtsnachfolger befähigt war, das schwere Werk der Erneuerung des Han­delsvertrages mit Deutschland zu gutem Ende zu bringen. Das bewahrheitete sich auch bald. Die deutschen Kom- missare kehrten unverrichteter Dinge nach Berlin, die russi- schen Kommissare ebenso unverrichteter Dinge nach Peters­burg zuriick, und erst Herrn v. Witte war Vorbehalten, in Norderney durch direkte Verhandlung mit dem deutschen Reichskanzler das große Werk zum Abschluß zu bringen.

Bei alledem verharrte Herr ^ le dabei, seine poli­tische Laufbahn als beendet zu .neu. Ob er das wirk­

lich selbst geglaubt hat, ist ein^ andere Frage. Jedenfalls bewahrte er vollkommene Zurückhaltung, als die inneren Wirren ausbrachen und der Feuerbrand der Volksaufstände in allen Teilen des Reiches emporloderte, selbst als die öffentliche Meinung immer entschiedener in ihm den Mann erkannte, der dem Lande Ruhe und Ordnung wiedergeben könne. Freilich versagte er seine Dienste nicht, wenn sie vom Zaren gefordert wurden. Er erhielt den Auftrag, in Portsmouth wegen des Friedens mit Japan zu unter­handeln. Seine Gegner waren es gewesen, die ihm die

Politische Rundschau.

Deutsches Reich.

* Der von Deutschland und Frankreich vereinbarte Pro­gramm-Entwurf für die Marokkokonferenz ist von der fran­zösischen Regierung den Mächten übersandt worden. Aus bem Entwurf ist hervorzuheben, daß die zu gründende Staatsbank die Münzprägung vermitteln soll. Der hieraus erzielte Gewinn würde dem Maghzen zufallen. Die Staats­bank würde ferner die Gesundung des Münzwesens in An­griff nehmen. Die dem Maghzen eröffneten Kredite wür­den für die Ausrüstung und den Sold der Polizeitruppen sowie für gewisse dringende öffentliche Arbeiten, namentlich Verbesserung der Hwsen und deren Verkehrsmittel, ver­wendet werden. Der Maghzen soll sich verpflichten, keinen öffentlichen Dienstzweig zugunsten privater Interessen aus der Hand zu geben Schließlich soll der Grundsatz aufgestellt tuet den, daß öffentliche Arbeiten nur im Submissionswege vergeben werden.

* Aus dem Aufstandsgebiet in Dcntfch-Ostafrika kommt die Nachricht, daß die Wangoni die Gegend am mittleren Rcvuma zu beunruhigen versuchen. Hauptmann Seyfried marschiert auf Massassi, um ihnen entgegenzutreten. Eine Anzahl Missionare mit Familien hat sich nach Kidugala in Sicherheit gebracht; andere sind in Lupimbe und Emmaburg geblieben. Die Misfionsstation Madibira ist gesichert. An der Westgrenze des Bezirk Jringa ist alles ruhig. Auf der Reede von Dar-es-Salam sind jetzt die deutschen Kriegsschiffe Thetis",Bussard" undSeeadler" vereinigt.

*

* Alsbald nach seinem Zusammentritt werden dein Reichstag Vorlagen über Bahnkanten in Teutsch-Afrika zugehen. Zunächst kommen eine Bahn von Lüderitzbucht nach Keetmannshoop und eine Bahn von Rehoboth-Keet-

mannshoop in Frage.

* Die Liberale Fraktion des bayerischen Landtags fordert in einem Anträge die Schaffung einmänniger Wahlkreise nach Art des Reichstagswahlrechts und Neueinteilung durch königliche Verordnung vor jeder neuen Wahl, unter Be­rücksichtigung der letzten Volkszählung, ferner Abschaffung