besetzt, die von dort und von den Booten, die in großer Menne auf dein Wasser lagen, dem Kaiser lebhafte Ve- grü Bungen spendeten. Alsbald, nachdein die „Hamburg" festgemacht hatte, kamen der deutsche Konsul und die Vertreter der fpmii)d}cn Behörden an Bord. Bei der lleVeFahrt von Gibraltar nach Port Mahon batten die deutschen Schiffe eine sehr angenehme Fahrt bei völlig ruhiger See und herrlichem Wetter. Am Sonntag Vormittag hielt der Kaiser selbst im großen Speisesalon der „Hamburg" Gottesdienst ab. Die vom Kaiser verlesene Predigt behandelte die Lei- densgeschichte Christi nach Lukas 22, Vers 63 bis 71. Die Gemeinde sang unter Begleitung der Schiffskapelle der „Hohenzollern" den Choral „Ein feste Burg ist unser Gott!" und darauf das „Niederländische Dankgebet".
Der junge König Alfons von Spanien wird wieder einnral verlobt. Diesmal ist es die österreichische Prinzessin Maria Immakulata, eine Tochter des Erzherzogs Stefan, der die Würde der spanischen Königin in Aussicht gestellt wird. Tie angebliche Königsbrant ist 19 Jahre alt.
Nab und fern
G Die feierliche Eröffnung des Simpluntunnels hat unter Festlichkeiten stattgefunden, die teils in Iselle, teils in Brig, den beiden Endpunkten des Tunnels, vor sich gingen. Von beiden Seiten fuhren blutnengeschmückte Züge in den Tunnel ein, in dessen Mitte sie sich an dem großen eisernen Tor trafen, dessen Oeffnung die Uebergabe des neuen Schienenweges an den Weltverkehr symbolisierte.
cf1 Eine schwere Elsenbohukataftrophe ereignete sich auf der Station Liegnitz Eine Lokomotive fuhr auf einen in der Einfahrt begriffenen Güterzug auf, der drei Wag^n Auswanderer beförderte. Dabei wurde der Schaffner H?.n'' und ein sechsjähriges Mädchen sofort getötet, ein 16jähriges Mädchen wird vermißt. Von vier Weiteren schwer verletzten Personen ist eine Frau ihren Wunden erlegen. 30 Person n wurden leicht verletzt. Der Schaden an Material ist schr bedeutend.
>£ Skandalöse Enthüllungen ans dem Pariser Rechtsanwaltsstande bringt ein dortiges Blatt. Fünf jüngere An- wälte verfielen auf die „ingeniöse" Idee, vornehme Warenhausdiebinnen, deren Namen sie durch einen Gerichtsbeomten ermittelten, in der schamlosesten Weise zu brandschatzen. Sie ließen sich Zusicherung Don Diskretion und Aussicht auf Frei- sprechmrg mit vielen Tausenden bezahlen, ohne die Gegenleistung bieten zu können. Die gewissenlosen Anwälte sehen selbstverständlich strengen Strafen entgegen.
/ Der Kellner Ramm verhaftet. Der von der Verlinei riminalpolizei mit Hilfe von vielen Tausenden Fahndungs- füttern in ganz Deutschland gesuchte Einbrecher und Totschläger Kellner Alfred Ramm wurde jetzt, nach Verlauf von drei Wochen, in der Reichshauptstadt selbst, in einem Haust der Skalitzer Straße festgenommen. Er hat Berlin gar nicht verlassen und will sich auf Hausböden versteckt gehalten und von gestohlener Frühstücksmilch und Semmeln genährt haben. Doch gab er schließlich zu, sich auch offen auf der Strafe bewegt zu haben. Er leugnet aber entschieden, am Morgen des 11. März in die Grabowsche Gastwirtschaft eingebrochen zu sein und dabei durch Messerstiche den 12jährigen Hans Grabow tödlich und dessen läjährige Schwester Margarete schwer verletzt zu haben. Die gegen ihn vorliegenden Verdachtsmomente sind aber jetzt schon erdrückend.
Der neue Prozess Rubstrai.
(Eigener Berich t.)
Oldenburg, 3. April.
Zu der erneuten Verhandlung gegen den Redakteur Viev mann vom „Residenzboten" sind mehr als 60 Zeugen ge laden, die über die Hergänge beim Spiel im Kasino zr Oldenburg aussagen sollen. Es handelt sich um zwei verschiedene Anklagen gegen Liermann; außer der auf Beleidigung des Iustiznünisters Ruhstrat hat sich Biermann auch wegen Beleidigung des Rechtsanwalts Wissen des Rechts- beistandes des Ministers, zu verantworten. Heute wurde mit der Anklage wegen Minister-Beleidigung begonnen.
Der Angeklagte Biermann wurde von zwei Gefängnisaufsehern der Strafanstalt Vechta vorgeführt. Er sieht kräntlich aus und begrüßt zunächst seine als Zeugin anwesende Ehefrau, die während seiner Haft den „Residenz- boten" leitet, Sodann fixiert Viermann mit lächelnder Mlene den Justizmmst'ter Ruhstrat, der ihm jedoch sofort den Rücken zuwendet. Bei der Aufzählung feiner Vorstrafen erklärt Biermann mit lachendem Munde: „Ich bin schon so oft bestraft, daß ich nicht weiß, ob das alle Strafen sind." Der Angeklagte erklärt sodann, noch heute davon überzeugt zu fein, daß der Iustizminister einen Meineid geschworen habe: der Minister habe vor Gericht ausgesagt, daß er vor 10 bis 12 Jahren „solche Dummheiten begangen" (d. h. gespielt) habe. In der Strafanstalt will der Angeklagte gehört und diese Ansicht durch Unterredungen mit den Kellnern Laturnus und Meyer, sowie mit Rechtsanwalt Sprenger in Bremen bestätigt gefunden haben, daß Ruhstrat viel länger noch gespielt habe. Den Meineid findet der Angeklagte besonders darin, daß der Minister beschworen, daß er nur im Kasino gespielt, während er tatsächlich auch im Restaurant Eilers gespielt habe. Weiter habe der Minister eidlich bestritten, daß er mit Leidenschaft gespielt habe, während er doch ein leidenschaftlicher Spieler sei. Weitere Erklärungen will Biermann nicht abgeben.
Einer der beiden Verteidiger Biermanns, Rechtsanwalt Dr. Sprenger aus Bremen, wird zunächst als Zeuge veruom- men; er hatte daher während des Beginns der Verhandlungen den Saal verlassen müssen. Er bekundet, den Sinbrud aus der eidlichen Bekundung des Ministers Ruhstrat gehabt zu haben, daß dessen Spiel 12 bis 13 Jahre zurücktiege. Ausdrücklich erklärte Dr. Sprenger, er stehe dem Angeklagten lediglich als Jurist zur Seite, während er ben „Residenz- boten" als Blatt durchaus nicht schätze.
Darauf ersucht auch der zweite Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Herz, ihn als Zeugen zu vernehmen, ein Verlangen, das indessen vom Gericht abgelehnt wird. Die Erklärungen des Dr. Herz bringen bereits ein sensationelles Moment in die Verhandlung hinein. Er verwies nämlich auf einen von ilM veröffentlichten Zeitungsartikel, in dem er seiner Ueber zeugung Ausdruck gegeben hatte, daß der jetzige Prozeß Ruh- strat ein „Kesseltreiben" gegen Dr. Sprenger bringen werde. Der Vorsitzende bat sofort, solche Aeußerungen zu unterlassen.
Im Fortgange der Verhandlung stellten die Verteidiger eine ganze Reihe von Beweisanträgen; so die Vernehmung sämtlicher an den früheren Prozessen beteiligten oldenburgischen Richter über die Spielvorgänge und die Ladung des Polizeipräsidenten von Borries und des Kriminalkom- missars von Manteuffel aus Berlin, zur Bekundung, ob Pokern ein Glücksspiel sei. Die Entscheidung über dies) Anträge wird vorläufig ansgesetzt.
Hus dem 6erkbtsfaaL
§ Eine böse Stiefmutter ist die Ehefrau des Hausierers Lentzeu aus Bauchene bei Geilenkirchen. Sie wurde wegen schwerer Mißhandlung ihres Stiefkindes zu neun Monaten Gefäuguis verurteilt. Sie hatte das Kind hungern lassen, es mit Besen, Steckeisen, Stöcken u. dergl. so mißhandelt, daß es, mit Wunden bedeckt, ins Krankenhaus geschasst werden mußte. Die entmenschte Mutter erklärte offen, sie wollt- das Kind so lange mißhandeln, bis es tot sei.
§ Im lippeschen Schmähbricfprozeß erstand den Airgeklagten, speziell dein Ehemann Kracht, ein warmer Verteidiger in der Perlon des Entlastungszeugen Regierungsrat Ernst. Dieser war im vornhinein von den Vertretern ber Lebenslage aufs Heftigste angegriffen worden. Erst hieß es, er hätte den Versuch gemacht, Geschworene zu beeinflussend Wie festgestellt wurde, war dieser Vorwurf auf bloßen Klatsch gegründet. Dann begann man ihn weiter zu verdächtigen, daß er seine Stellung als Beamter stark kompromittiert hätte, als er sich für die Angeklagten in auffälliger Weise ins Zeug gelegt hätte. Der Verteidiger wandte dagegen.ein, daß man den Negierungsrat sicher ebenso geschmäht hätte, wenn er seine bisherigen Freunde im Unglück verlassen hätte. Aber and) der nochmals als Zeuge vernommene Staatsanwalt Credä sagt aus, daß er das Verhalten des Negierungsrats nicht hätte billigen können. Trotzdein beschließt das Gericht gegen ben Antrag der Nebenkläger die Vereidigung des Negierungsrats Ernst als Zeuge, da ein Verdacht der Teilnahme nicht hervorgetreten sei. Der Zeuge erklärt, daß er von der Unschuld der Angeklagten nach wie vor fest überzeugt sei. Er schildert dem Gerichtshof, wie Paul Kracht durch den Löschblätterfund so in Erregung geraten sei, daß er seine Frau anschrie: „Weib, du hast es getan, bekenne! Ich lasse mich von dir scheiden!" Das sei trotz des schweren Belastungsmaterials, das unstreitig gegen den Angeklagten vorliege, durchschlagend für ihn gewesen, an seine Unschuld zu glauben. Aber auch die Frau halte er für unschuldig. Er halte es nicht für möglich, daß diese Frau ein mystisches Doppelleben führen könne, einmal gute Mutter und zärtliche Gattin, ein anderes Mal ein Dämon, den man mit Fäusten erwürgen könnte. Nach dieser Vernehmung, die großen Eindruck machte, war nur noch die der Zeugin Luise Wippermann und ihrer Tunre Karoline von Interesse. Luise W. will ein blaues Buch gefunben haben mit den Verdächtigen Schriftzeichen des Anonymus und ihrer Tante gezeigt haben. Diese erklärt, von einer Aehnlichkeit der Schrüftzüge nichts entdeckt zu haben. Das Buch ist inzwischen verschwunden. Aus Fragestellungen der Verteidiger geht hervor, daß sie gegen diese Zeugin Verdacht der Teilnahme hegen.
§ Wegen Fahnenflucht wurde ein Vierteljahrhundert nach begangener Tat der Musketier Hartmann vom Infanterie- Regiment 69 vom Kriegsgericht zu Trier zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Am 14. Juni 1880 hatte Hartmann sein Regiment verlassen, war heimatlos durch aller Herren Länder geirrt und hatte auch eine Zeitlang in der Fremdenlegion gedient. Er war der Meinimg, daß er jetzt ungefährdet nach seiner Heimat, einem elsässischen Dorfe, zurückkehren könne, da die gesetzliche Verjährungsfrist mit dem 40. Lebensjahre einzutreten pflegt, wenn nicht der Steckbrief alle fünf Jahre erneuert und damit die Verjährung unterbrochen wird. Dies war aber im Hartmannschen Falle geschehen, und so kam der bejahrte Fahnenfliichtige vor Gericht. Nachzudienen braucht er nicht mehr, da er inzwischen über 47 Fahre alt geworden ist.
§ In gutem Glauben. Ein netter Scherz, der, falls er nicht wahr sein sollte, jedenfalls gut erfunden ist, wird aus den Schöffengerichtssitzungen einer kleinen rheinischen Stadt mitgeteilt. Des unberechtigten Fischfangs angeklagt ist der Jupp (Josef) Schmitz. Auf die Frage des Vorsitzenden, weshalb er an dem Bache geangelt habe, erklärt Jupp, daß er sich als Einwohner seines Dorfes dazu berechtigt geglaubt habe. Vorsitzender: „Also Sie fischten mit bona liâc-8?" — Schmitz: „Nä, Herr Präsendent, mit ner Wurm." — Vorsitzender: „Sie verstehen mich nicht. Ich meine, ob Sie in gutem Glauben fischten?" — Schmitz: „Dat versteht sich, römisch-katholisch!"
Die tippe sebe Scbmäbbrief-Hffaire.
(Von unserem Gerichtsberichter st atter.)
Detmold, 3. April.
Ter „Schmähbriefprozeß" gegen die Eheleute Krackst geh! feinem Ende entgegen. Die Zeugenvernehmung ist beendet das Wort haben nun die Sachverständigen. Am Mittwock und Donnerstag folgen die Plädoyers und für Freitag spätestens sieht man die Urteilsfällung voraus. Interessante! als die Vorgänge im Gerichtssaal selbst war das, was bei Präsident über die Haltung des Publikums außerhalb ben Angeklagten, dem Gerichtshof und den Geschworenen gegenüber äußerte. Im Laufe der letzten Woche — so erzählt! der Präsident — ist eine große Anzahl von Briefen an bas Gericht, an ihn und den Staatsanwalt gelangt, aus Detmolt und Lemgo, aus Herford und Münster, aus Bielefeld unk Hannover. Es befinden sich darunter allerlei Zuschrifter von genannten und ungenannten Personen, die auf Grünt von Zeitungsberichten in der Lage zu sein glauben, Ratschläge zu erteilen, wie man den Urheber der anonymer Briefschreiberei ausfindig machen könne. Unter den Absendern befindet sich z. V. ein Redakteur, der sich in wissenschaftlichen Auseinandel'setzungen über die Herkunft des Wor, tes.„Oettfchwein" ergeht. Es befindet sich darunter auch ein Spiritist, der der Meinung ist, auch seinerseits zur Entdeckung des Anonymus beitragen zu können. Anders Briefe, die dem Anschein nach sowohl von Männer-, wie von Frauenhand geschrieben sind, enthalten allerlei Blödsinn, Beleidigungen des Gerichts, der Staatsanwaltschaft, Verdächtigungen von Zeugen usw. Briefe an Frau Kracht enthalten allerlei Betrachtungen über dm Prozeß, sowie über den Verlauf. ^u kommen Zeitungsausschnitte mit Randglossen versehen und auch an Frau Kracht adressiert.
Unter den eingesandten Briefen sind aber auch solche, die augenscheinlich bezwecken, das Gericht auf abwegige
Spuren und Verwirrung in die ganze Sache zu bringen. Das Nèerkwiirdige an allen Eingesandts ist, daß sie bitrcf)> weg für die Unschuld ber Angeklagten plädieren und den Verdacht auf Dritte zu senken suchen. Einige von diesen Briefen sind so abgefaßt, daß der Anschein erweckt werden soll, der Anonymus habe sie geschrieben. „Wir haben nie daran gezweifelt," — so erklärte der Vorsitzende — daß es sich um Falsifikationen handelt. Auffällig ist nur, daß die Schreiberei erst losging, „achdem Dr. Niemeyer am vorigen Freitag seiner Verwunderung darüber Ausdruck gegeben, hatte, daß, während Frau Krackst in Haft sitzt, kein anonymer Brief geschrieben sei. Prompt am anderen Morgen bekam ich den ersten Brief. (Heiterkeit.) Aus Münster kam bas Geschreibsel und ununterbrochen folgte im Laufe der Woche eine große Anzahl weiterer Briefe, aus Lemgo, Destnold, Würzburg, Hannover und anderen Orten. Ein anderes Mal wurde mir angedeutet, der Anonymus wäre längst über die Grenze des Deutschen Reiches hinaus. An demselben Tage aber erhielt ich auch einen Brief, in dein der Anonymus mir e ^v- ^r mitteilte, er säße noch ganz wohlbehalten in Lemgo. (Große 1 OiHaoelm ‘ Heiterkeit.) Dabei machte er noch Glossen über mich per- ' " sönlich. Das Erheiternde an der ganzen Geschichte ist, bat keiner von diesen verschiedenen Anonymussen — ich' bari diesen Ausdruck wohl anwenden in Anlehnung an den in den anonymen Briefen vorkommenden Ansdnrck „Inti- müssen" (Heiterkeit) —- von der Existenz des anderen etlvas wußte. So schrieb mir der eine Anonymus aus Würzburg, er säße in einem Hotel bei einer guten Flasche (StürmisK Heiterkeit), dabei wußte er nichts davon, daß am gleichen Tage auch ein Lemgoer Anonymus an mich geschrieben hatte." Sollten die anonymen Briefsteller die Absicht gehabt haben, für die Angeklagten günstig einzuwirken, st? dürften sie eher das Gegenteil erreicht haben. Der Präsid^// hat Veranlassung genommen, die Staatsanwaltschaft mit Nachforschungen nach ihnen zu beauftragen. Er selbst eb klärte für seine Person, daß ihm das Sensationsbedürfnis des Publikums vollständig „wurscht" sei.
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Der Landwirt.
' ”m Zum Veredeln der Bäume und Sträucher ist jetzt, wo sich der Saft in Bewegung setzt, die rechte Zeit. Wer früher damit beginnt, ist vor Schaden nicht sicher. Er muß die Veredelungsstellen in Sand einschlagen, was stets von Nachteil ist. Wenn die Augen zu schwellen beginnen, so veredle man sofort und setze die Veredelungen sofort unvermittelt in die Schule. Gesundes, frisches Holz beider Teile, fester Verband und sofortiges Setzen geben Aussicht auf gutes Anwachsen.
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Kunst und Kliffen schaff.
MO Die Ausgrabung eines römischen Gutshofes in Rheinhessen ist bei Wachenheim, Kreis Worms, geglückt. Außer den Wirtschaftsgebäuden des Hofes, der aus dem dritten oder vierten Jahrhundert stammt, den Ställen, Scheunen, Schuppen, ist auch das Wohnhaus vorzüglich erhalten.
PB Ein Werk Leo Tolstois über den russisch-asiatischen Krieg soll in Vorbereitung sein, das sich auf Aufzeichnungen von Kriegsteilnehmern stützt. Mehrere der aus _ Port Arthur heimgekehrten Offiziere werden sich demnächst nach Jaßnaja Poljapa begeben, um dem greisen Tolstoi ihre Kriegseindrücke zu schildern. Die Offiziere — unter ihnen befinden sich auch zwei Studenten, die den Krieg als Freiwillige mitgemackst haben — waren alle auf vorgeschobenen Positionen, und alle sind mehr ober minder schwer verwundet worden. Sie haben Tagebücher geführt, die sie nun dem Philosophen von Jaßnaja Poljana vorlegen wollen.
LG Die 100. Wiederkehr des Geburtstages des dänische» Märchendichters Andersen am 2. April wird mit großen Festlichkeiten begangen werden. Das preußische âstus- Ministerium läßt sich bei der Feier in Odense, dem Geburtsort des Dichters, durch den Geheimrat Dr. Matthias vertreten.
Maks.
4. April 1905
*.* Am Donnerstag, den 6. April, nachmittags 4 Uhr findet eine Sitzung der Stadtverordneten Versammlung zu Gießen mit folgender Tagesordnung statt:
1. Mitteilungen. — 2. Baugesach des Jakob H ngst für die Licherstraße; hier: Dispens. — 3. Baugesuch deS August Deibel für den Neuenweg; hier: Dispens. — 4. Errichtung eines Stalles durch A. Rahnefeld auf seinem Grundstück, Schanzenstraße 2; hier: DispenS. — 5. Entwässerung des H. Kühn'schen Grundstücks, Seltersweg 36.
— 6. Ausbau der Roonstraße; hier: Geländeerwerb von Karl Stohr 1. Witwe. — 7. Verkauf eines Grundstücks an Dr. Kennel. — 8. Verkauf eines Reftgrundstücks aus dem ehemaligen Stephansweg. — 9. Unterhaltung der Anlagen vor dem Uaiversttätsgebäude. — 10. Wiederherstellung der Holzsasfade am V. Frey'schen Hause, Reuenbäue Nr. 9.
— 11. Verlegung des Stadtringgrabens in der Nordanlage.
— 12. Vervielfältigung der Bebauungspläne. — 13. Die Parzellenvermessung in der Gemarkung Gießen. — 14. Vertrag mit der Brühl'schen Druckerei. — 15. Ziegenbock- Haltung. — 16. Gesuch des Georg Korndörser dahier um Erlaubnis zum Wirtschastsbetcieb im Hause Kaplaneigasse Nr. 7. — 17. Desgleichen des Peter Wagner dahier für die Schloßgasse 9. — 18. Desgleichen des K. Schmalz dahier für den Landgraf Philipp-Platz 9. — 19. Desgleichen deS Johannes Carle dahier für die Lindengasse 2.
Landeslotterie, (Privattelegramm.) Bei der heutigen Ziehung der 6. H ss. Thür. Landeslotterie wurden gezogen 30 000 Mk. auf 13 427, 20 000 Mk. aus 74 041, 10 000 Mk. auf 18 395 und auf 37 806, 5000 Mk. auf 56123 und aus 69 378.
* Zur hessisch-preußisch?« Lotteriefrage erfährt der „Mainzer Anz." aus zuverlässiger Quelle, daß von autoritativer Seite aus eine Anfrage erklärt wurde, die 6 Hefiisch- Thüringische Staatslotterie werde jedenfalls ausgespielt werden, wogegen aber eine Gewähr für ein weiteres Fortbestehen der hessisch-thüringischen Staatslotterie zur Zeit nicht übernommen werden könne. Für den Fall ihres Aufgehens in der Preußischen Klassenlotterie sei von der Regierung
Mj-’nigtit 1905 25, msgefordert/ Punktes 5( mspektor Wi Md knüpft festes ein 6 ms, die Uebi M Korps? stifte. Eben Araber a> trenn die S ton Feuer!, tanb die Ve
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