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Nr. 54

Erkes Blatt

^" Samstag, dm 4. März I9n5.

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14. Jahrgang

W,«»e»e«tSpreiS: abgehslt monatlich 50 Pfg., in'S HauS gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährl. Mk. 1.50. GrâttsbeUage« : Oberhesfische Famittenzettvag (täglich) und die Gietzener Seifenblase« (wöchentlich).

Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags.

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Redaktion u. HauptexpVditto«: Stehen, SelterSweg 83.

Ker«fprech««schl«ß Nr. 868.

(Aießener GageMaLL)

Unabhängige Tageszeitung

(Gießener Aettnng)

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Ihre Äugen

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Enthält alle amtlichen Bekanntinachunqen der Grokh. Bürgermeisterei Gießcn und anderer Behörden von Oberhessen.

Der Zar an das Volk

Was schon seit langem in russischen und fremdländischen glättern vorausgesagt wurde, ist nun wirklich eingetroffen: Zar Nikolaus hat sich unter dem Druck der schweren Zeiten, üe sein Land durchzumachen hat, bewogen gesehen, sich an 'ein Volk in einem längeren Aufruf zu wenden. Was man Mit dessen Inhalt prophezeite, hat sich aber als trügerisch nwiesen. Der Zar macht die Hoffnungen der Reformpartei gründlich zu schänden. Er denkt gar nicht an Reformen, ändern nur daran, seine Selbstherrschaft zu stützen und zu

l.stigen.

Das Manifest des Zaren

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gedenkt mit keiner Silbe der Gleichberechtigung der Kon­fessionen, spricht vielmehr nur von den Rechten der ortho- boren Kirche, als ob es außer dieser gar keine anderen Kir- fien in Rußland gäbe. Das Manifest ist so abgefaßt, als itte es Großfürst Sergius bem Generalprokureur Pobje- öonoszew diktiert!

Der erste Absatz des Manifests handelt vom japanischen Uri eg, der für die Ehre Richlands, für das Christentum und für die Herrsckzaft in den Gewässern des Stillen Ozeans ge- führt werde. Während dieses heiligen Krieges hätten von Hochmut verblendete übelgesinnte Führer einer aufrühre- 'iichen Bewegung freche Einschläge gegen die heilige ortho­doxe Kirche gemacht und sich 311m Umsturz der bestehenden Staatsordnung verschworen, während bei einer anderen Staatsordnung, also

außerhalb der Autokratie kein Heil für Rußland denkbar sei. Der zweite Absatz des Manifestes gedenkt mit Trauer desAnschlages" auf den Großfürsten Sergius, und führt dann in breiter Wiederholung aus, daß nur die " orthodoxe Kirche und nur das seibstherrscherliche Regiment Nußland zum Sieg und zur Wohlfahrt führen könnten. Er, der Zar, fei unausgesetzt auf das Volkswohl bedacht, und fordere alle Gutgesinnten aller Stände auf, mitzuwirken bei dem heiligen großen Werk der Ueberwindung des Hart- - niickigen äußeren Feindes und zur Ausrottung des Aufruhrs im Lande".

Gleichzeitig ist in Petersburg ein anderer Erlaß des Zaren veröffentlicht irorben, der dem Wortlaut nach

eine Art Petitionsfreiheit

snwährt, in Wirklichkeit aber alles beim alten läßt. Ter Erlaß befiehltdamit allen treuen Untertanen möglich werde, vom Kaiser unmittelbar gehört zu werden", daß der Ministerrat auch die Durchsicht und Beratung aller an den Zaren gerichteten Meinungsäußerungen und Wünsche hinsichtlich der Vervollkonimnung der Staatsverwaltung übernehme. Wer von dieser Petitionsfreiheit Gebrauch machen wollte, könnte erfahren, wie leicht es ist, nicht zu den treuen" Untertanen gerechnet zu werden.

Man hat außerhalb Rußlands schwerlich die Hoffnungen der russischer: Reformpartei im vollen Umfang geteilt. Aber daß so ganz unb gar nichts in Erfüllung gehen würde, bürste man nirgend vorausgesehen haben. Das Manifest deutet nicht einmal spätere Reformen an.

Die Enttäuschung in den russischen -liberalen Kreisen - selbst muß naturgemäß noch größer sein, als außerhalb Ruß­lands. Jedenfalls hat es den Anschein, als ob die Führer der revolutionären Bewegung schon darauf Vorbereitei waren ganz im ©inne G apo ns sich gegen den Zaren selbst zu wenden und Beamte und Soldaten zu Genossen zn werben.

Revolutionäre Kundgebungen.

An die Soldaten sind aufrührerische Schriften verteil! worden, in denen chnen gesagt wird, daß sie Verbrecherifcl handeln würden, wenn sie auf Streikende schössen Prokla­mationen werden verbreitet mit der Zarenhymne in bei bie WorteGott schütze den Zaren" ersetzt sind durchGob begrabe den Zaren". Die Post- und Telegraphenbeamter, sind zur Teilnahme am Streik unter der Androhung aufge fordert worden, daß man sonst ihre Bureaus in die 2uf sprengen werde.

Eine förmliche Komödie

führt die Commission auf, die unter Vorsitz des Geheimrats Kobeko die Erleichterung der Preßverhältnisse berät Herr . Kobeko spricht sich immer für die liberalsten Forderungen aus im Prinzip er will jedem majorennen Russen das Recht zur Herausgabe einer zensurfreien Zeitung ge­währen, und er weiß ganz genau, daß nichts von allem, was er selbst als seine Forderung hinstellt, verwirklicht werden wird.

Herr Koboko mag im stillen Kämmerlein laut lachen unk sich selbst Beifall klatschen über die Ernsthaftigkeit, die er in den Sitzungen bewahrt. Doch gar so lächerlich sind die Dingc aicht, wenigstens nicht in der Wirkung, die sie möglicherweist kusüben. Vielleicht sind es nur Rodomontaden, daß die Re- : Missionäre sich rühmen, sie hätten eine Anzahl auserlesener ^o.chbcn schleuderen zu ihrer Verfügung doch möglicher­weise ist es auch Wahrheit, daß sie Petersburg vollkommen in isolieren imstande seien.

Der Krieg in Ostasien.

Die Schönfärberei der letzten russischen Berichte hat sick schon offenbart. Jetzt ist die russische Telegraphenageickur gezwungen, ein Telegramm aus Sachetun zu veröffentlichen, - daß die Sachlage im schwärzesten Lichte zeigt. Die bisher stets mit Stillschweigen übergangene umfassende Bewegung der Japaner auf dem russischen rechten Flügel stellt sich als Tatsache heraus. Diese Umgehung der Russen gefährde! die Position bei Mukden aufs höchste und es ist leicht mög­lich, daß englische Berichterstatter recht haben, die Mukdens Fall unmittelbar als bevorstehend erklären.

Das oben erwähnte Telegramm, das eint Umzingelung der Russen höchst wahrscheinlich macht, lautet:

Auf der rechten Flanke fahren die Japaner fort, ener gisch vorzurücken. Auf dem linken Hunhoufer bestehen di, Russen einen hartnäckigen Kampf. Vier japanische Divi sionen, die den russischen rechten Flügel am Liaho um­gingen, haben Sawinpu gegen 18 Kilometer westlich Don Mukden erreicht, wo ihnen entgegengesandte Truppen ihren weiteren Vormarsch aufhielten.

Schon vor mehreren Tagen wurde von dem überraschen­den Auftreten starker japanischer Truppenmassen im Nord­westen von Mukden berichtet, doch hielt man diese Nachricht bisher für Uebertreibungen von englischer Seite, da die Russen alles ableugneten. Jetzt wird sie in vollem Umfangt bestätigt. Japanische Kavallerie, die den äußersten Flügel der Umgehungsdivisionen bildet, zeigte sich in Sinminting

Einzelheiten aus den letzten Kämpfen

bringen russische Telegramme aus Sachetun vom 3. März Die Angriffe auf beiden Flügeln fortsetzend, gingen die Ja paner heute Nacht zum Vormarsch gegen das Zentrum übel und griffen morgens 4 Uhr die Stellungen östlich von Erl dagu an, wurden aber zurückgeschlagen. Starkes Feuer aus Belagerungs- und Feldgeschützen dauert an und wird vor zugsweise gegen den Putilowhügel gerichtet. Unter bei Deckung des Artilleriefeuers und dem Schutz des Nebels be gann heute früh um 7 Uhr morgens auch die japanisch In fmiterie den Putilowhügel anzugreifen, der Angriff wurd( jedoch zurückgeschlagen. Ein zweiter Angriff erfolgte gege; Mittag, blieb aber auch ohne Erfolg. Auf feiten der Ja­paner sind die Verluste groß. Da die Beschießung des Puti lowhügels fortgesetzt wird, erwartet man einen neuen An griff. Die Truppen aus Port Arthur von der Armee Generai Nogis kämpfen mit. Auf dem linken Flügel dauert hart näckiger Kampf fort, die östliche Abteilung schlug einen äußerst heftigen Angriff gegen Kudjafa ab. Der Vormarsch gegen die Mteilung bei Tsinchentschen und gegen den Gutu linpiß wird auch heute fortgesetzt. Beiderseits sind die Ver­luste groß, entscheidende Resultate wurden nicht erzielt. Im Rayon des Putilowhügels wurden wir mit mindestens 2500 Geschossen aus Belagerungs und Feldgeschützen über­schüttet. Die Bomben der 12zölligen Mörser mären an ihrer enormen Explosivkraft und den massiven Splittern erkenn­bar. Gegen Abend gingen die Japaner zum Vormarsch gegen den rechten Flügel über, wo sich ein heftiger Kampf entwickelte, der noch fortdauert.

Nach Meldungen ans Tokio ist der rechte japanische Flü­gel bis zu einem Punkt 22 Meilen südlich Bujik vorgerückt, wobei dem Feinde ein Verlust von 3000 Mann zugefügt 1ei. Die japanische Armee ist jetzt mit Tausenden von Handgra­naten ausgerüstet, womit sie die mächtigen Befestigungs- anlagen der Russen am ^chaho aufräumten.

Hinrichtung japanischer Offiziere.

Vier japanische Offiziere und ein Sergeant, die am 23. Februar versucht hatten, die Eisenbahn nördlich von Tie- ling 'n zerstören, waren den Russen von Chinesen, die dafür 3(^)0 ^nbes Belohnung erhalten hatten, verraten worden; vre I,. *er wurden unmittelbar darauf hingerichtet.

Sonst ist noch ein Gerücht zu vermerken, wonach die 'a paner dieJnselSachalin besetzt haben sollen.

Die Politik

+ Im Jahre 1904 sind ist Millionen Mark Mchrcinnay- men aus der Börsensteuer gegenüber dem Voranschlag von 29,9 Millionen Mark zu erwarten. Der Ueberschuß b erteilt sich bisher gleichmäßig auf die S temp elab für Wert­papiere und die Stempelabgabe für Kaufgeschäfte.

Die Gründung einer Volkshochschule in Nordschleswig ist in Vorschlag gebracht. Das Weiterbildungsbedürfms der schulentlassenen Jugend in Nordschleswig ist bisher von den dänischen Protestlern für ihre Zwecke aus genutzt worden. Der dänische Schulverein für Nordschleswig verstand es, die jungen Leute zum Besuch der Volkshoch sch ulen in ©anemari zu bestimmen, wo natürlich die Beeinflussung im dänischen Sinne systenratisch betrieben wurde. Jetzt will man ein Gegengewicht schaffen, indem man in Tingleff im Kreis Ton- dern eine deutsche Volkshochschule errichtet.

0 Ein Exernplar der BroschüreDie britischen Kriegs-

SFW

slotreu", Deren Verfasser Archibald Hurd ist, ist vom Kaiser Wilhelm dankend angenommen worden. In der Vorrede, zu der Schrift wird an die Worte erinnert, die König Eduard am 25. Juni v. I. in Kiel zu Kaiser Wilhelm gesprochen bat:Möchten unsere beiden Flaggen bis in die fernsten Zeiten, ebenso wie heute, nebeneinander wehen zur Aufrec^- Erhaltung des Friedens und der Wohlfahrt nicht allein unserer Länder, sondern auch aller Nationen." Die Schrift wendet sich mit Entschiedenheit gegen die Versuche, Feindschaft zwischen Deutschland und England zu säen.

Oesterreicb-Ungam.

Es herrscht in beiden Reichshälften Ministernot. In Tisleithanien soll das Kabinett Gautsch durch Heranziehung oon Vertretern der großen Parteien zu einem Parlamente nschen Ministerium umgestaltet werden. In Ungarn ist die Bilbung eines Kabinetts noch immer nicht gelungen. Nicht reuiger als 17 verschiedene Parlamentarier, 9 der liberalen Partei, 8 der vereinigten Opposition angehörig, hat Kaiser Z-ranz Josef zu sich berufen. Die Audienzen werden über une Reihe von Tagen verteilt, so daß es wohl mindestens wch eine Woche dauern wird, ehe ein Ministerium zustande kommt.

England.

^c Verminderung des englischen Mnrinebndgets, die zanz bedeutend ist, wird damit erklärt, daß nach Ansicht bei englischen Marine-Sachverständigen die russische Flotte durch den japanischen Krieg um ein halbes Jahrhundert zurück- gebracht worden sei. England habe deshalb nicht nötig, für ^ne Flottenvermehrung so hoch zu stecken wie

franhreieb.

$ In Toulon ist ein Streik der kaufmännischen Sinne. Eliten ausgebrochen. Die Angestellten hatten Schließuno der Geschäfte um 7 Uhr abends verlangt. Bei ihren öffent baten Kundgebungen kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei und zu mehreren Verletzungen.

Hmertha.

Das Repräsentantenhaus in Washington glaubt Panama zur Annexion reif. Eine Resolution verlangt die Einverleibung und fordert den Präsidenten auf, dem Kongreß ue Modalitäten mitzuteilen.

i-c:i den Parlamenten.

. ?? Sehnig des Toler anzantraqes des ^en.1 mIV? m der Reichstagskommission begnr 'cn. Aller

' -chernlichkeit nach wird, wenn man nach dein bisherigen ver.auf urteilen darf, der Antrag in allen Smck-mntt^ ü^^^^a^ -ta-nobme finden. Die Amendeniciiis, die Zu- Kimmung erlangten, waren fast nur redaktioneller Naturi <

Reer und flotte.

Volksschullehrer als Einjahrig-Freiwillige, ^ch einer tatistischen Aufstellung des Deutschen Lehrervereins haben m Jahre 1903 in Berlin, Koburg-Gotha, Lippe und Mei- üngen sämtliche Volksschullehrer, die ihrer Militärpflicht ge- i ligten, einjährig-freiwillig gedient. In Bayern dienten L37 von 149 militärpflichtigen Lehrern gleich 92.Prozeick rls Einjährig-Freiwillige. In Braunschweig 74 Prozent, in pannober 60 Prozent, in Hessen-Nassau 56 Prozent, in Altenburg 53 Prozent, in Baden 50 Prozent als Einjährige. Den niedrigsten Prozentsatz, 4 Prozent, stellte Oldenburg.

iMtkXw Reichstag,

(154. Sitzung.) ^^ Berlin, 3. März.

Auf die gestrige bedeutungsvolle Rede des Grafen Posa- rowsky erfolgte heute eine kurze Antwort von fetten des >lba Dr Spahn. Der Führer der ausschlaggebenden llartei erklärte, er hätte doch seine Bedenken, wenn der Reichstag auf die Spezialberatung eines, großen gefetzgebe- -ischen Werkes verzichten würde. Aber die Deremrgung der wer großer: Versicherungszweige sei notwendig, der Staats- ekretär solle nur nicht ängstlich sein, die Arbeit werde zu- itande fommeu, auch wenn das Parlament mit berate. An ne knappen und ruhigen Ausfirhrungen des H^rmi Dr. Spahn reihte sich eine sehr lebhafte 2stundige Rede be? Abg. Dr. Mugdan von der Freisinnigen Vo-lksfxrrt^ ber erne er- frischende Abwechselung in die Diskussion brachte. ^ schlug nämlid) einen im vorigen Jahre bis zum ^^^^^ehorter, neuerdings aber selten erklungenen Ton an, den Ton heftiger Polemik gegen die Sozialdmokratie. Er ärgerte diese mit seinen temperamentvoll vorgebrachten Anklag en so sehr ^ sie sich zu Zwischenrufen verstiegen, bie der SBiaeprafu ent Graf Stolberg-Wernigerode mit einem Ordnungsruf belegte. Den äußeren Anlaß zu den Angriffen boten dem f^ ^ gestrigen Auslassungen des Abg. Fraßdorf, der hefere Grunl ist in der Behandlung der Aerzte durch die^ Krankenkassen zu suchen, in der Herr Mugdan eine Terroriperung erblickt. Die Bemerkungen des freisinnigen Abgeordneten hlerrlber. die auf der rechten Seite des Hauses lebhaften eifall s den, bildeten dann großenteils die Grundlage ^ der weiteren Erörterungen. Der Sozialdemokrat Lipinski antwortet ii. a. darauf in einer Weise, daß ihn schon bei feinen erster Worten ein Ordnungsruf des Präsidenten ereilte.