Einzelbild herunterladen
 

Nr. 30

Zweites Blatt

Samstag, den 4. Februar 1905. WIKW

14. Jahrgang

cn''.

$9% kreisen ®

K Ss

S»fert1»«SpreiS 1 Die einspaltige Pâtteile für ganz Ober-

Wffcn, die Kreise Wetzlar Mb Marburg 10 Pfg. frust 16 Pfg. ^^^^^/^^ MM M^M MM^â^W^ ^®^^^

Reklamen die Petttzeile 30 restz. 40 Pfg. W^MM M W M

Redattion u. Hcmtztexpetzttio»: Gießen, Selters weg 8S. ArrufprechMMschluß Nr. 86*. 8

Absuuemeut-pret- : abgehrll monatlich 50 Pfg., in'S HauS gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljâhrl.Mk.1.50. G-MtiSbetlage«: Oberhefsifche Familieuzeituug (täglich) und die Siebener Seifenblasen (wöchentlich).

Das Blatt erscheint an allen Werttagen nachmittags.

6 Moser.

iL* ^tor 'kttich 8^

ab ®igat<

b»i« -

EMlgeè 6c : Kameraden er? ^maudo^ i-Anzüge, Clown, Tomiuos,

M verleihen. Ge- bis abends

Uhr, a. Sonntag.

Wilh. Karubach Nachf. Z.Ma«d, Weidengasse 1.

Neuen-Nue, lâng! ~ autleute !

(iwa »las

Mert 40 Mk.

^chgarnitum M Mk an.

tertikow, sowie alle Wcl.

Polhangstosse, Meter, alles Wr illig

Aufgabe

Filiale

Mg $L

Seibel , K LydwIgiplaU IStBk

k f. nar(utoD jAjjMM'W

Hekt

wM

JieM

Meodeko»-

Abachi von

/^ep. ^f

'l M fty st^ dsettè

Musste

(chietzeirer Hagevkrtt)

Unabhängige Tageszeitung

richte

(Kießener Zeitung)

für Oberhefsm und die Kreise Marburg und Wetzlar; LokalMZeiger für Metzen und Umgebung.

EnchiiU alle amtliche« Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhtsten.

@*^

Solidarität. . r -

(Politische W 0 chenscha n^

Das Ruhrgebiet und der oberschlesische Kohlenbezirk liegen recht weit auseinander. Zwischen den Belegschaften hier und dort sind persönliche Beziehungen wohl nur in sehr geringem Umfang vorhanden. Und doch fing es in Oberschlesien zu gären an, kurz nachdem in Westfalen der Bergarbeiterstreik ausgebrochen war. Dabei sind die Lohnverhältnisse in den beiden Provinzen recht verschieden und kaum boneinanber abhängig. Die Beschwerden der Arbeiter stimmen durchaus nicht überein, die ganzen Lebensbedingunjgen der Belcg- arbeiterschaften hier unb dort zeigen wesentliche Abweichun­gen. Aber alle diese Verschiedenheiten und selbst Gegen­sätzlichkeiten werden durch ein unbewußtes Solidaritäts- gefühl ausgewogen und ausgeglichen. Hier wirkt nicht ein­mal in erster ReiheParteizusammengehörigkeit mit, denn nicht einmal in Westfalen gehören die Bergarbeiter alle der nänp lichen politischen Partei an, und auch in Oberschlesien ist das nicht der Fall. Eben deshalb sprechen wir von einem unbewußten Solidaritätsgefühl. Der Bergarbeiter in Oberschlesien hört, daß der Bergarbeiter in Westfalen streikt, nnb flugs legt auch er, der gestern noch ganz zufrieden war nnb wenigstens nicht über drückende Beschwerden klagte, die Arbeit nieder.

In Rußland ist eine analoge Erscheinung noch schärfer zutage getreten. Dort sind die Zeitungen in dem, was sie mitteilen dürfen, durch die Zensur beschränkt; der russische Durchschnittsarbeiter liest überhaupt keine Zeitungen, und was außerhalb seines Wohnortes passiert, das hat für ihn kaum mehr als Märchenbedeirtung. Trotzdem haben die Ar­beitseinstellungen sich in erstaunlich kurzer Zeit und mit Flugfeuerschnelle über das ganze große Gebiet des westlichen Rußland verbreitet. In Petersburg und Moskau, in Riga und Kurländisch-Windau, in Lodz, Sosnowice und Odessa traten plötzlich und fast gleichzeitig die Arbeiterschaften in Ausstand. Keine Vorbereitung war getroffen, kein Streik- sonds gesammelt, keine Aussicht auf auswärtige Hilfe vor­handen, es gab nur leise Anfänge lockerer Organisationen. And doch pflanzte sich die Bewegung fort, zeigte sie sich zu­weilen fast gleichzeitig an Orten, die weit voneinander ent­kernt waren, oder in so kurzen Zwischenräumen, daß eine Verabredung von Platz zu Platz, daß eine instinktive Nach­ahmung für ausgeschlossen gelten muß. Auffällig ist auch, daß die russischen Ausständigen fast überall in der gleichen Richtung Bundesgenossen suchen: bei ben Angestellten der Verkehrsinstitute, der Eisenbahnen. Nichts hat siè zu der Annahme veranlaßt, daß sie gerade dort Gegenliebe finden würden; sie haben sie dort auch nicht gefunden. Es muß ei. gleicher aber ähnlicher Gedankengang sich der berfcbiebcm sten Köpfe zugleich bemächigt haben, um eine spontane ana­loge Bewegung an so vielen weitauseinanderliegenden Orten hervorzurufen. Unbewußtes Solidaritätsgefiihl auch in Rußland.

Etwas ganz anderes ist die bewußte Solidarität, die nicht einmal nationale Grenzen kennt. Der englische Kohlen­grubenarbeiter besteuert sich gern und reichlich, um dem west­fälischen Mittel zu geben, daß- er in dem Streik ausharren könne. Hier wirkt kein Schimmer von Eigensucht mit, etwa der Gedanke, daß der Streik in Westfalen die Nachfrage nach englischer Kohle verstärke und damit die Möglichkeit einer Lohnerhöhung für den englischen Bergmann borbereite. Nein, die ersparten Groschen werden in bewußtem Solidari­tätsgefühl hingegeben. Der belgische Bergarbeiter, der dem westfälischen Streikgebiet nächste Konkurrent, weigert sich so­gar, von der Gunst dieses Umstandes Nutzen zu ziehen, und tritt mit in den Ausstand.

So auffallend manchesmal die mit elementarer Kraft hervortretende Solidarität ist sie hat sich u. a. in der erfolgreichen Fürsprache der ganzen intellektuellen Welt für den russischen Schriftsteller Maxim Gorki gezeigt, der aus der Haft entlassen und hoffentlich weiteren Fährnissen ent­rückt ist so auffallend ist zuweilen ihr Mangel. Oester­reich-Ungarn bietet dafür ein Beispiel. In diesen beiden Reichshälften, deren Zusammenhalt viele Jahrhunderte ge­dauert hat, übernehmen bie zentrifugalen Kräfte mehr und mehr die Führung. Daß bei den jüngsten Wahlen in Ungarn die Kossuthpartei mit so großem Gewinn abgeschnitten hat, wäre noch nicht so schlimm, denn der ganze Zuwachs der Kossuthpartei steht wahrscheinlich gar nicht auf dem dynastie- feindlichen Kossuthprogramm. Aber das neue Ministerium des Grafen Julius Andrassy wird außerordentliche Schwie­rigkeiten haben, der Mehrheit, auf die er sich stützen muß, und deren Lebenselement nörgelnde Unzufriedenheit mit allem ist, was aus Wien kommt, die Zustimmung zu bem Handelsvertrag mit Deutschland abzugewinnen. Dieser Ver­trag ist für die Industrie-Interessen Oesterreich-Ungarns günstiger als für seine Agrar-Interessen, und es ist nicht zu verkennen, daß die Industrie-Interessen mehr in dem österreichischen, die Agrar-Interessen mehr in dem ungari­schen Teil der habsburgischen Gesamtmonarchie vertreten finb. Wäre Solidaritätsgefühl in beiden Teilen lebendig, so würde die ungleichmäßige Begünstigung die gleichmäßige Befriedigung nicht hindern. Doch das gegenteilige Gefühl ist erkennbar. Der. Vorteil, den Cisleithanien genießen

möchte, ist dem Transleithanier ein noch größeres Aerger- nis, als der eigene Nachteil. Es wird, wie gesagt, schwer halten, über diesen unnatürlichen, aber instinktiven Anta­gonismus hinwegzukommen. Die Hoffnung auf Gelingen beruht im wesentlichen daraus, daß es für Ungarn selbst ruinös sein würde, wollte es außerhalb des Rahmens der durch Handelsverträge und Meistbegünstigungen vereinig­ten Länder bleiben.

Daß unter Umständen eine Solidarität mit der anderen bei einer und derselben Partei in Konflikt geraten kann, zeigt sich augenblicklich in Frankreich. Politische Interessen, die allerdings mehr eingebildet als wirklich sind, haben eine französisch-russische Solidarität entstehen lassen, die schon, manche Belastungsprobe ausgehalten hat. Die Milliarden russischer Anleihewerte in französischem Besitz sind dessen Zeuge. Doch das neueste Schreckensregiment an der Newa hat die französische Solidarität mit den russischen Volks- Lestrebungen wachgerufen. Damit wird das russisch-franzö­sische Bündnis noch nicht beseitigt; doch ist bemerkenswert, daß gegen dieses Bündnis vordem niemals ein Wort laut geworden ist, während jetzt patriotische Franzosen zu be­weisen sich bemühen, jenes Bündnis, das vor kurzem noch den Trost und den Stolz Frankreichs ausgemacht, existiere eigentlich gar nicht.

Mie man ohne Klagen isst.

Wien, 30. Januar.

Als die chirurgische Wissenschaft es fertig brachte, eine Eröffnung des Magens vorzunehmen, um Fremdkörper, die hineingeraten waren, zu entfernen, galt das für einen ganz besonderen Fortschritt. Jetzt ist man schon soweit gelangt, einen unheilbar kranken Magen ganz zu entfernen und dabei doch Bedingungen im Körper zu schaffen, die das Fortleben des Menschen verbürgen.

Im Rothschild-Spital zu Wien befand sich seit einiger Zeit ein Mädchen, das über. unerträgliche Magenbeschwerden klagte. Die ärztliche Diagnose war eine sehr schwankende. Die zur Anwendung gebrachten Mittel versagten. Die Pa­tientin kam immer mehr herunter. Da entschloß man sich zur Operation. Nach Oeffnung der Bauchhöhle fand man den ganzen Magen in eine Krebsmasse verwandelt. Es blieb nichts übrig, als den Magen ganz zu entfernen. Dann wurde der Dünndarm unmittelbar an die Speiseröhre angenäht und behufs Ernährung der Patientin eine Fistel in den Darm gelegt.

Die kühne Operation war schon nach ein paar bangen Tagen vom glänzendsten Erfolge gekrönt, und das Mädchen ohne Magen hat alle Aussicht, weiter zu leben und einer ver­hältnismäßigen Gesundheit wiedergegeben 311 werden. Zu­nächst freilich mußte das Mädchen eine Woche lang wahre Tantalusqualen durchmachen. Ihre Nahrung zwar erhielt sie in reichlichster Weise durch die Darmfistel. Allein was sie in furchtbarer Weise quälte, war der Durst. Zur Be­feuchtung des Nachens durfte sie Wasser in den Mund neh- men, aber sie durfte es nicht trunken. Nach acht Tagen er= hielt die Patientin kleine Dosen Milch, die ihr in vorsichtiger Weise verabreicht wurden. Jetzt aber ist das Mädchen schon soweit, daß sie Flüssigkeiten reichlich zu sich nehmen kann und dazu breiartige Nahrung durch den Mund sich einführt, wie ein gesunder Mensch, und daß sie alles sehr gut verträgt. Die Kräftigung hat derartige Fortschritte gemacht, daß die Patientin zeitweise sogar das Bett verlassen kann.

Ganz neu ist die Magenentfernung nicht. Indessen wo früher durch chirurgische Eingriffe derartige Operationen vollzogen wurden, handelte es sich sttzts nur um die Entfer­nung eines kranken Teiles des Magens, von dem der größte Teil seine Funktion weiter vollziehen mußte. Die Entfer­nung eines ganzen Magens aus dem Körper mit völlig glück­lichem Ausgange ist ein Ereignis auf wissenschaftlichem Ge­biete, und die Patientin, an der die Operation vorgenommen wurde, ist dadurch gewissermaßen 31t einer Berühmtheit, wenigstens in chirurgischen Kreisen, gelangt.

Freilich ist wohl jeder bereit, alle Berühmtheit für die Gewißheit hinzugeben, daß er seinen eigenen gesunden Magen im Leibe hat!

< ®'e Hèite sind nur denen erschlossen, welche durch Ge- ^°b««ang em Anrecht darauf besitzen. In kleinen Resi- oenzen zahlen die Gattinnen der bürgerlichen Stabsoffiziere ^Ä "'.^rlin mcht wahreiid die Erzellenzen-Damen, ganz gleich, ob von Adel oder nicht, sämtlichhoffähig" sind. .

Zunächst gilt es aber für alle Familien, welche im Winter per Hofemusgehen" wollen, wie es gemeinhin genannt wird, bet bem Hofmarschallamt um die Zulassung zu den Hoffest- irchkerten ernzukmnmen, für das Offizierkorps, die jungen Herren vom Zwil, diediese Sache gern mal mitmachen"

^to., bei den betreffenden Hoschargen Besuche zu machen Früher genügte es, seine Karten abzugeben. Mit ^ten Zähren rsi es sowohl für die Familien als ein- ^tnen Herren ublrch, nrcht nur der Oberhofmeisterin seinen m ^^^^^'ondern kurze Zeit sich auf den Empfängen <er Botschafter, Gesandten und Minister zu zeigen, ehe die "^^ân^e Cour" im Schlosse die Vorzustellenden bei dem Herrscherpaar selbst einführt.

®ö an. bin und demselben Tage so und so viel Empfänge stets angesetzt sind, so findet man sich eigentlich überall wieder, spas häufig ungemein komisch wirkt. Die Gesandten, Mi- zugegen. Ihre Gemahlinnen halten allern Cercle.. Sie habvn stets einen jungen Offizier als Offizier du wur" ber sich, der Gewandtheit imb Physiogno- auengedachtnls haben muß und die nötigen Vorstellungen untereinander vermittelt. ,

Sind alle diese Präliminarien erfüllt, so erscheint ber' Hofiourier und überreicht die Einladungskarte des Hofmar-^ schallamts im Auftrag Ihrer Majestäten. Der große Tag der Vorstellung naht. Die Toilette ist genau borge= schrieben. Für die Damen:Robe de Coiir", dekolletiert, Schleier im Haar. Selbst die Länge des Schleiers, der 1111= erläßlich für dieCourtoilette" ist, ist genau bestimmt. Es soll vorgekommen sein, daß verschiedenen Damen im Vor­zimmer der zu lange Schleier bis zu der gestatteten Größe abgeschnitten wurde.

Wie dieVorfahrt" vor den versch'edenen Portalen des Schlosses genau geregelt ist, so weiß auch jeder einzelne Gast, in welckem Zimmer er sich auszuhalten hat, bis die Reihe an -bn kommt, nach dem meisten Saal geführt zu werden, wohin sich der kaiserliche fmg unter Vorantritt der Hof- oageu und desgroßen Hofdienstes" zuerst begieb\

Zur Cour wie zu den großen Hofbällen sind alle Pagen zum D'inst befohlen. Die Leibpagen müssen zum Empfang ihrer Herrschaften vor dem betreffenden Empfangsgemach a-'treren, während die vierilnözwair.üg Hofpagen in zwei Reiben Spalier bilden, bis sich der Zug geordnet hat, dem sie dann, geführt von ihrem Gouverneur, voranschreiten. Zeremonienmeister eilen voraus und verkünden das Nahen des Zuges durch Ausstößen mächtiger mit Kronen verzierter Stäbe. Es folgen die reichbesternten Gestalten der obersten itnb oberen Hofchargen, die höchsten Chargen des Marstalls,/ des Hof-Jagd-Departements usw. Nach dem entsprechen­den Zwischenraum der Kaiser. Wenn kein besonders zu ehrender Gast anwesend ist, führt er seine hohe Gemahlin. Wenn auf dem Gange zum Weißen Saal die Herrschaften hier und da das Wort an einen der Gäste richten, stockt der Zug. Die Pagen und die oberen Hofchargen müssen sich dem Fortschreiten der Majestäten anschließen. Am schwierigsten ist dies vielleicht für die vier Leibpagen der Kaiserin, bie die schwere Schleppe tragend jeder Wendung ausmerk­sam folgen müssen. Hinter den Leibpagen geht die Ober-

Hofmeisterin und die

diensthabenden Hofdamen. Letztere

tragen ihre Schleppe über dem Arm. Prinzessinnen wird derManteau de Cour" von zwei Pagen getragen.

Vor dem Eingang

in den weißen Saal bilden die Hoß

Pagen wiederum Spalier, während die Leibpagen achtsam die Schleppe ihrer fürstlichen Damen über die Stuhllehnen breiten nnb dann hinter ihr Aufstellung nehmen. I A. M. W. !

fasching bei Host.

(V 0 n unserem K 0 r r e s p 0 n d e n t e n.)'

Berlin, 31. Januar.

Die Saison hat ihren Höhepunkt erreicht. Die Parole heißt: Fasching! Die Hochflut der Geselligkeit braust über alle dahin, die inder Welt" leben. In den Zirkeln der eleganten Welt sowohl, als in minder vornehmen Kreisen lrnrd Terpsichore gehuldigt, und viele taumeln bon Genuß zu Genuß.

s bin er unter ihnen hat aber schon erfahren, daß

Parkett glatt ist, besonders das des Hofes, nnb die, die biqt ganz sicher auf ihm sind, schwer eine Stütze finden.

. ist sich dort selbst der Nächste. Dennoch stehen die Hof- wsie im Mittelpunkt des Interesses, sowohl bei denen, bie ne witmachen, als besonders auch bei benen, die fern von er üppigen Umgebung leben, in der die aufregende Atmo- svhare des Genusses herrscht.

Vermischtes.

sMan muß sich zu helfen wissen.j Einen Akrobaten­sprung aus einem in voller Fahrt befindlichen Eisenbahnzug unternahm ein junger Mann auf der Anhalter Eisenbahn zwischen Trebbin und Tyrow. Im Abteil 4. Klasse hatte er, ein fahrender Artist, plötzlich seine Oberkbeider abgetoorseit und stand nun im Trikot vor den Mitreisenden, benw er gegen eine kleine Geldspende allerlei gymnastische Kunststücke oormachte. Ein Schaffner hatte dies aber bemerkt und schritt ein. Er forderte dem Artisten zunächst das nach Berlin lau» tende Billet ab und erklärte ihm, er könne es sich vom Sta­tionsvorsteher wiederholen. Dadurch hatte er zu erkennen gegeben, daß er den Artisten zur Anzeige bringen wolle. Die­ser kleidete sich aber schnell an, öffnete die Tür und sprang ge. schickt aus dem Zug, wobei er nur auf die Hände fiel und dann unversehrt von dannen ging.

sHarzer Kanarienvögel für den Harem des Khedivc.j Harzer Kanarienvögel hat der Khedive von Egypten für die Frauen seines Harems bei einem Vogelversandtgeschäft in St. Andreasberg im Harz bestellt. Die große Kollektion ist bereits unterwegs nach Kairo, wo die gelbgefiederten Sänger das Los der Haremsschönen im goldenen Käsige teilen werden.