sprechungen gegeben haben; diese Bindung, nicht aber sein liberales Programm soll ihm das Genick gebrochen haben. Tatsache ist jedenfalls, daß eine Kreatur seines Vorgängers wieder bei dem Zaren in besonderer Huld steht — immerhin ein Svmptom für die augenblickliche Stimmung des Zaren. Es wird also in Rußland noch nicht Frühling werden.
Die Gerechtigkeit erfordert übrigens auch das Zugeständnis, daß die Lösung des Reformproblems nicht leicht ist, weil die Interessen gar zu verschiedenartig sind. Die Bauern verlangen Aufhebung und die Sozialisten verlangen straffere Durchführung des Kommunismus. Diesem Wunsche schließt sich mich Graf Leo Tolstoi in einem soeben in der „Times" veröffentlichten Briefe an. Dieses Schriftstück wurde von Tolstoi vor drei Jahren an den Zaren gerichtet, zu einer Zeit, da der berühmte russische Schriftsteller glaubte, ans seinem Sterbebette zu liegen. Der Brief enthält eine leidenschaftliche Anklage gegen die russische politische Autokratie und religiöse Orthodoxie. Graf Tolstoi beschwört den Zaren, politische Reformen einzuführen und den Anfang damit zu machen, das bestehende Recht abzuscl-affen, Land als Privateigentum besitzen zu dürfen. Tolstoi sagte,, er betrachte die Nationalisierung des Bodens als den ersten Schritt zur Besserung der Verhältnisse Rußlands. Außerdem forderte er den Zaren auf, dem Volke absolute Freiheit zu geben.
Bei so divergierenden Anschauungen und bei den großen Kulturunterschieden innerhalb der Bevölkerung ist es sshr schwer für die Negierung, eine einheitliche Reform durchzu- führen. Dieses Problem ist für sie eine reine Znnckmühle.
JVIoderner feUungskrieg.
— Zur Einnahme von Port Arthur. —
Die japanischen Nachtangriffe fanden ein besonderes Hemmnis in der Verwendung der Scheinwerfer, welche die anrückenden Sturmkolonnen, die durch Sternlichter entdeckt waren, in blendendes Licht hüllten, während die russischen Linien im Dunkel blieben. Die Scheinwerfer blendeten und verwirrten die Japaner völlig. In einem Augenblicke schien der blendende Glanz der Scheinwerfer den Japanern voll in die Augen, im nächsten Augenblicke war das Licht ganz verschwunden, und völlige, verwirrende Dunkelheit herrschte. Sie konnten nichts sehen, und nur das Knattern der feindlichen Gewehre gab ihnen das Ziel an. Das elektrische Licht blendete und verwirrte sie dann wieder, und wo sie seinen Strahlen ausgesetzt waren, fielen die russischen Kugeln dicht auf sie nieder. Auch dagegen konnten sie sich nicht wehren, denn die Feinde waren hinter einem Schirme von Licht verborgen, die Japaner konnten bar um weiter nichts tun, als nur immer Deckung suchen hinter kleinen Unebenheiten des Bodens, hinter Hügeln und Hügelä>en, hinter welche die unwiderstehlichen Lichtstrahlen nicht gelangten. „Selbst wir weit entfernten Zuschauer" - - so erzählt ein Kriegskorrespondent — „wurden von dem tag^s- hellen Scheine der Scheintuerfer geblendet; jeder Stein, jeder Grashalm, auch jeder Gesichtszug von uns wurde wie der Tageshelle sichtbar, und wir waren über sechs englische Meilen entfernt!"
„Unter den vielen Vorrichtungen, die dazu freigetragen haben, Port Arthur zu dem zu machen, was es war, sind die Drahtverzäunungen die allerwichtigsten. Die einfachen und doppelten Reihen von Verzäunungen waren die stärksten passiven Verteidigungsmittel der Forts, und die Japaner haben viele Mittel versucht, um sich Wege hindurch zu schneiden. Anfangs glaubten sie, dies würde ihnen einfach mit ^ilfe von Scheren gelingen, und sie hatten zu diesem Zwecke 50 000 Scheren mitgebracht, aber der Draht war zu stark. Tie Soldaten pflegten meist nach Eintritt der Dunkelheit heranzukriech?n und dann, auf dem Rücken liegend, zu versuchen, die Drähte mit der Schere zu durchschneiden. Darüber, daß das nicht gelang, gerieten die japanischen Soldaten mitunter in solche Wut, daß sie die Schere fallen ließen, den Draht mit Händen und Zähnen anpackten und dann so lange daran bogen und zerrten, bis er endlich durchbrach. Dann versuchten es die Japaner auf die Weise, daß sie die ganze Verzäunung samt den Stangen, an denen die Drähte längs- weise imb 'kreuzweise in jeder Richtung angebracht waren, durch Abschneiden der Stangen Umstürzen wollten. Einrnal gelang dies, aber das Experiment wurde nie wiederholt. Die Soldaten waren dabei dem feindlichen Feuer völlig ausgesetzt, und man musste ein Mittel finden, das weniger Menschenleben kostete. Eine Zeitlang hatte ein anderes Mittel mehr Erfolg. Ein Mann kroch während der Nacht zur Drahtverzäunung hin, befestigte oben cm den Stangen derselben Stricke und kroch dann, mit den Enden der Stricke in den Händen, zu den nächsten SchanMaben zurück, wo seine Kameraden so lange daran zogen, bis der ganze Drahtzaun zu Boden stürzte. Aber die Russen fanden dieses Manöver bald heraus, und als die Japaner es das nächstem"l wieder versuchten, fanden sie, daß die Stangen so mit Drähten befestigt waren, daß alle Versuche, sie umzureißen, scheiterten.
Selbstverständlich zerstörte das Artilleriefeuer viele Drahtzäune, aber die Japaner hatten auch noch ein anderes Mittel, sie zu zerstören. Sie nahmen lange Bambusrohre und fülltem sie mit schwarzem, starken, viel Rauch entwickelnden Pulver. Dann kam ein Mann damit angekrochen, legte das Bambusrohr unter die Verzäunung, zündete eine Zündschnur an und sprengte so einen Teil der Verzäunung in die Luit. Dieselben mit Pulver gefüllten Bambusrohre wurden auch zu Angriffen auf bombensichere Gräben und Kapon- nieren in den Forts benützt; sie wurden durch Schießsck-arten geschoben und dann zum Explodieren gebracht, und von der dichten Wolke schweren schwarzen Rauches, der die Verteidiger erstickte und blendete, geeckt, machten die Japaner dann ihren Sturmangriff. Bisweilen machten die Japaner den letzten verzweifelten Versuch, bei hellem Tageslicht, geschützt durch grosse Schilde, auf die Verzäunungen loszugehen und dann ruhig vor den Augen der Verteidiger mit dem Durchschneiden der Drähte 31t beginnen. Der erste Mann, der mit einem solchen von den Schultern bis zu den Fâsten reichenden Sänlde misgeschickt wurde, erhielt sofort eine ganze Anzahl Gewehrschüsse, die ihn vor der Brust trafen, aber den eisernen Schild nicht durchdringen konnten. Doch wirkte der Stoß der Kugeln wie der Schlag eines großen Hammers und wars den Mann sofort auf den Rücken. Er war nicht verletzt, konnte wieder aufstehe«, und obwohl er immer wieder getroffen wurde und immer wieder hinfiel, kam er doch zu den Verzäunungen hin. Bisweilen stützte sich der Schildträger von hinten mit zwei Bambusstöcken, deren obere Enden er mit einem Stricke fest an seinem Leibe angebunden hatte, während die unteren Enden hinten herabhingen und nach- schleiften Wenn dann der Aufschlag der Kugeln auf den
Schild'ihn ümzuwer fen drohte, bohrten sich die Bamvusstocke hinten in den Boden und hielten ihn aufrecht. Man sieht, der moderne Festungskrieg gibt an romantischen Episoden den mittelalterlichen Fehden uichts nach. Außer den vervollkommneten technischen Hilfsmitteln ist es immer noch der Mannesmut, auf den es am letzten Ende ankommt. Auch f^tte heißt es noch vom Soldaten: Da tritt kein anderer für ^ ,1 ein , . ,. E. K.
pjab und -fern.
er? Ein Landgerichtsdireltor wegen Mordversuchs verhaftet. Der Landgerichtsdirektor Hasse aus Breslau hat sich in Berlin wegen eines an einem jungen Menschen, namens Lindner begangenen Mordversuchs selbst der Polizei gestellt. Hasse war vor einigen Jahren mit Lindner in häßliche sträfliche Beziehungen getreten. Nach Abbruch jener Beziehungen verlegte sich Lindner darauf, die Lage Hasses in gemeinster Weise auszubeuten, indem er durch die Drohung, ihn zur Anzeige zu bringen, zur Hergabe größerer Summen veranlaßte. Auf diese Weise hatte er bereits gegen 30 000 Mark von dem Beamten zu erpressen gewußt und diesen allmählich in einen Zustand größter Verzweiflung versetzt. Als Lindner neuerdings wieder Geld forderte, ließ die seelische Depression in dem unglücklichen Beamten den Plan reifen, sich gewaltsam von seinem bösen Dämon zu befreien. Er reiste nach Berlin und veranlaßte eine Zusammenkunft mit Lindner. Als dieser wieder eine seiner schamlosen Erpressungen versuchte, griff Hasse zum Revolver und versuchte, den Erpresser zu erschießen. Ein Schuß streifte die Wange Lindners, der im übrigen unverletzt entkam, worauf Hasse sich selbst dem Staatsanwalt stellte.
A Aus dem Irrenhause entflohen. Die Affäre der Frau Oberst Munthe hält die Kopenhagener Gesellschaft durch imiper neue Zwischenfälle in Atem. Die Dame wurde beschuldigt, Wechsel gefälscht und dabei den Namen des Prinzen Harold von Dänemark missbraucht zu haben. Trotz allel Beteuerungen ihrer Unschuld wurde die Frau Oberst für unzurechnungsfähig erklärt und von ihrer Familie in der Irrenanstalt zu Middelfort interniert. Bei einem Besuch, den sie ihrem Ehemanne, der als Oberst in Aarhus steht, abstattete, verlangte die Dame sehr energisch, aus der Irren- hast freigegeben zu werden, da sie sich völlig gesund fühle. Um sie zu beruhigen, stellte der Oberst die Gewährung des Wunsches in baldige Aussicht. Allein die Frau Oberst schenkte wohl den Verheißungen wenig Zutrauen, und so benutzte sie eine ihr sich bietende Gelegenheit, um bei Nachtzeit aus der Anstalt zu entfliehen. Man nimmt an, daß es ihr gelungen ist, sich in Hamburg in Sicherheit zu bringen.
1" Auf offener Straße durch Nevolverschüsse getötet wurde in Schuscha im Kaukasus der Steuerinspektor' Scherbakow. Der Mörder entkam; politische Beweggründe sollen die Ur- fache zur Begehung des Verbrechens gewesen sein.
0% Ertrunkener Lebensretter. In Lennep liefen auf dem dortigen Eisteich eine Anzahl Knaben Schlittschuh. Auf dem jungen Eise brachen sechs der Knaben ein. Der Maurermeister Koch, selbst Vater von sechs Kindern, rettete fünf der Verunglückten. Als er den lechsten Knaben schon gefaßt hatte, sank er mit ihm in die Tiefe und kam ums Leben.
4= Verhafteter Massenmörder. In der kleinen spanischen Stadt Penaflor bei Sevilla hatte, wie erinnerlich, ein Franzose namens Jean Andr6 Aldije Personen, die von ihm das Falschspiel erlernen wollten, und sich zu dem Zwecke bei Nachtzeit heimlich in sein einsam stehendes Haus schlichen, ermordet und beraubt^ Der Mörder war entflohen, ist aber von seinem eigenen Schwager ausgeliefert und verhaftet worden.
* Der Revolver auf der Bühne. Im Tivoli-Theater zu Rotterbam hatte ein Schauspieler in seiner Rolle mit einem Revolver auf seinen Mitspieler einen Schuß abzugeben, trr )atte unwissentlich eine geladene Waffe in die Hand be- tommen. Die Kugel traf den Mitspieler tödlich und ver- wundete noch einen anderen auf der Bühne stehenden Scham
^ Eine Untersuchung in der neuesten Affäre Offener ist, i1'-- uuâ Koblenz gemeldet wird, vom dortigen Generalkom- rnando angeordnet worden. Ihr Ergebnis wird demnächst veröffentlicht werden. Man zweifelt nicht, daß es ungeheuer- uche Gerüchte, die in letzter Zeit über die Behandlung des Fähnrichs Hüssener im Schwange waren, gründlich wider- legen wird. Bekanntlich schilderten mehrere sozialdemokra- ti|a}2 £rgane die Festung Ehrenbreitstein, wo Hüssener, der m Epen den Freiwilligen Hartmann erstach, die ihm dafür zuertannten 2 Jahre Festungshaft verbüßt, als ein sideles Gefängnis. Sie veröffentlichten ein Bild, auf dem man ihn nut zwei anderen Kumpanen vergnügt hinter einer Batterie eben geleerter Weinflasck)en sitzen sieht. Sie behaupteten ferner, daß er in einem Gasthofe zu Koblenz als sonntäg- itr o^uhschoppengast bekannt sei, daß er sich reichlichen Urlaubs erfreue, den er zu Vergnügungsreisen benutze, daß er «ogar m Köln eines Sonntags mit seinen Freunden lustdürfen m eiUeni öffentlichen Garten sich habe zeigen
Tageschronik. Der in der Provinz Sachsen durch Unwetter vor Neujahr angerichtete Schaden beträgt über drei Millionen Mart.
.— In Triest wurden infolge eines ungewöhnlich Hes7.6eu Lorasiurines mehrere Personen schwer verletzt.
’— In Saloniki wurde ein starker Erdstoß verspürt.
Der Landwirt.
KC Die Haubarkeit der Butter. Interessante Untersuchungen über die Haltbarkeit der Butter sind im Kaiser- liehen Gesundheitsamt von Dr. Kraus angestellt worden. Man hat dabei den Einfluß der Herstellung, Verpackung und des Kochsalzgehaltes auf ihre Haltbarkeit, namentlich mit Berücksichtigung des Versandts in die Tropen geprüft. Es ergab sich, daß für die Haltbarkeit der Dauerbutter die Höhe des llochsalzgehaltes nicht ausschlagggebend ist. Während Butter ohne Kochsalzzusatz sich sehr schwierig hält, ist für die Haltbarkeit am besten ein solcher von 3—5 Pro^., beträgt er mehr als 6 Proz., so wird die Haltbarkeit der Bmter beeinträchtigt. $6 sorgsamer die .Herstellung, desto besser hält sich die Butter Saurer, pasteurisierter Rahm eignet sich am besten dazu namentlich wenn derselbe rasch abgekühlt wird und bü Butterung bei niedriger Temperatur stattfindet, peinlichste Sauberkeit im ganzen Betrieb ist unerläßlich. Die gccig neusten Verpackungsgefäße für Dauerbutter sind luftbidp verschlossene Glasbüchsen.
...t und Wissen kjaft
Rr n^r als Heilmittel gegen die Ägyptische Augen-' krankheit, auch äoinerfrau-dvit oder Trachom genannt, empfiehlt der Breslauer Augenarzt Prof. H. Cohn. Er veröffentlicht folgende interessante Mitteilung: Nachdem Lassar u. a. feftgeftedt hatten, daß Tumoren durch Radium günstig beeinflußt werden, lag es nahe, das Radium auch bei Granulationen der Bindehaut zu versuchen. Die von Geh. Rat. gewählte Methode der Anwendung selbstthat rein fachmännisches Interesse. Es genügt für weitere Kreise die Mitteilung, daß nach seinen Angaben die Körner 10—15 Minuten belichtet werden, und daß sie in überraschend kurzer Zeit verschwanden, nachdem sie vorher von ihm und von anderen Aerzten mit schmerzhaften Mitteln monatelang vergeblich behandelt waren. Der Ophthalmologe verfügt zunächst nur über drei Fälle (denn das Körner-Trachom sehe ev nur recht selten), und er will aus diesem Material noch feit« allgemeinen Schlüsse ziehen. Aber diese Fälle seien schnell und schmerzlos geheilt worden, und von irgend schädliche« Folgen für das Lid oder das Sehvermögen wäre keine Spue zu bemerken. Er empfiehlt weitere Versuche. Besonder- in Egypten sollte das Radium ausgeprüst werden.
#C. An gebrochenem Herzen. Der Tod an gebrochenem Herzen kommt nicht nur in der Dichtung vor, ist aber glücklicherweise in Wirklichkeit seltener, als in Romanen. JüngK ist der besonders merkwürdige Fall dieser Todesursache M einem Geisteskranken vorgekommen. So schlver die Leide» dieser Kranken unter Umständen sein mögen, so ist es doch eine Tatsache, daß Herzfehler nur ganz ausnahmsweise zuv Todesursache bei ihnen werden. Nach einer neuen Statplil starben von 18 601 Geisteskranken nur 9 dyrch eine Degeneration des Herzmuskels. Da von diesen sich vier auß Männer und fünf auf Frauen beziehen, so scheint ein Unterschied in Hinsicht auf das Geschlecht kaum zu besteh.m. Der oben erwähnte Geisteskranke war bereits 76 Jahre alt. Er litt an einer geistigen Depression und Neigung zu Selbstmord, in übrigen aber an einer milden Form des Irrsinns. Der Puls war regelmäßig, aber schwach, die Herztöne gleichfalls. Der Tod erfolgte ganz plötzlich, iiibcm der Mann leblos auf dem Fußboden seines Zimmers gefunden iuurN. Vermutlich war er nach dein Aufstehen einfach zusammengebrochen. Die Untersuchung stellte fest, daß die linke Herzkammer zerrissen war. Das Wunderbare an diesem FaA liegt darin, daß eine unmittelbare Ursache für die gewaltsame Zerstörung des Herzens nicht gefunden werden sonnig weil der gewöhnlich vorhandene Grund einer besonderen Anstrengung oder Aufregung bei diesem Mann ausgeschlossen zu sein schien.
Vermischtes. . 1
— sDas Ende des Wolfcs.j Ein einer Menagerie entsprungener Wolf, der ganz Northumberland so lange in Aufregung versetzt hat und allen Verfolgungen glücklich entrann, hat nun einen unrühmlichen Tod gefunden. Er endete au# den Schienen eines Eisenbahnzuges, der ihn erbarmungslos tötete. Er war über die Gleise gelaufen, um einige Schafe in einem benachbarten Feld zu erjagen. Da sauste d?r Schnellzug, der von London nach Schottland fährt, heran, und bei einer scharfen Kurve erreichte er das auf Raub ausziehende Tier, packte es mit den Rädern seiner Maschine unschleuderte es zur Seite. Am anderen Morgen fanden Land- leute den Leichnam, den sie für den ^abawr eines großen Hundes hielten, und begruben ihn sang- und klanglos. Als sie aber von der außerordentlichen Größe dieses Hundes dem Stationsvorsteher von Cumwinthon erzählten, da kam diesem der Gedanke, daß der große Hund vielleicht der gefürchtete Ruhestörer und Räuber der Herden sei. Man grub sogleich das Tier wieder aus und fand wirklich den Leichncu« des Wolfes. Es war ein sehr großer männlicher grauer Wolf mit einem stark ausgebildeten Gebiß und kräftigen Körperbau.
= sDer Hund als Bergführcr.j Von dem romantisch ge- legenen Städtchen Gebweiler gelangt man in vier Stunbew auf den höchsten Riesen der Vogesen, den Gebweiler Belchen. Hunderte von Touristen unternehmen alljährlich den Auf- stieg von Gebweiler aus. Seit Jahren hat es sich nun der Besitzer des Gebweiler Hotels „Zur goldenen Kanone" aw- gelegen sein lassen, den des Weges unkundigen Touriste» einen Führer zu verschaffen und zwar in Gestalt seines Haushundes Marquis. Das Tier, eine Kreuzung eines Bernhardtners mit einem Jagdhund, ist jetzt acht Jahre alt und 75 Zentimeter hoch. Betritt ein Tourist das genannte Hotel, und Marquis hat ihn bemerft, so läuft er ihm auf Schritt und Tritt nach; übernachtet der Betreffende im Hotel, so legt sich das intelligente Tier vor die Zimmertür, uni beim Aufbruch springt es freudig bellend vor dem Wanderer her, und schnurqtrchcks geht's dann den Weg zum Beläx?» hinauf. Verbleibt ^in Tourist mehrere Tage dort oben, st kommt Marquis allein zurück. Die Begeisterung der Touristen, denen der vierbeinige Belchenführer das Geleite gab, geht manchmal sogar so weit, daß sie an Marquis Ansicht^ karten senden, die von der Post jedesmal prompt bestellt werden.
— sDas Begräbnis im Meer.j Eine merkwürdige Angelegenheit beschäftigt augenblicklich gewisse Greife im Staate Newyork. Es gibt dort eine Vereinigung von Unternehmern zur Einbalsamierung Toter. Diese Gesellschaft hat neulich ein Gesuch einer staatlichen Behörde eingereicht, wonach eine Bestattung von Toten ins Meer verboten werden solle. Dir angesehenste ärztliche Zeitschrift der Vereinigten Staaten, das Journal der amerikanischen medizinischen Vereinigung, wendet sich mit Entschiedenheit gegen diesen Antrag, indem es herborhebt, daß gegen das Begräbnis im Meer vom gesundheitlichen Standpunkt nicht der geringste Einwand zu erheben sei. Außer persönlichen und sentimentalen Gründen kann nur der Verlust der aus der Verwesung hervorgehenden befruchtenden Stoffe für den Erdboden in Frage kommen, und ihre Berücksichtigung wäre geradezu absurd. Andererseits würde die Zurückbehaltung von Leichen auf dem Schiff, wo oft nur sehr unvollkommene Mittel zur Konservierung bestehen, namentlich bei Todesfällen an gewissen ansteckenden Krankheiten gleichbedeutend einer sehr erhebliche Gefahr sein. In Amerika würde der Erlaß eines derk artigen Gesetzes, wie es von der Gesellschaft der Einbalsa- mierer aus Geschäftsrücksichten betrieben wird, nicht zu den Unmöglichfeiteil gehören, weil dort schon zuweilen die sonorsten Dinge auf solche Veranlassung hin geschehen sind. ;
= lTer Fernsprecher im Eisenbahuzuge. | Wie ein eng» lisches technisches Blatt beruhtet, hat kürzlich eine angesehene kaufmännische Vereinigung von Pittsburg zu einer Reise bürd) Pennsylvanien und Ohio einen aus acht Pullman-