Hcd^n. Ten i d cSmal werden sich die Ratgeber des Mikado durch fcürcrlci Trübungen bereit finden lassen, auf die kost bare Beute zu verzichten.
Ter c' Tv Port ArtKurS fiebert bcii Japanern im seligen Kriege die unumschränkte Herrschaft aiir See. DaS russische baltische Gesckuxider tut unter diesen Umständen am besten, die ^cle hciniatwärts zu wenden und eS gar nicht darauf ankommen zu lassen in einem Kampfe mit Admiral Kami- n'uraS Kreuzern den kürzeren 311 ziehen. Der Smets seines KreunugcS nach dem fernen Osten ist ja dock ein für allemal Verfehlt Die Wirkungen deS Falls von Port Arthur auf die ^ertfetmna deS LandknegeS ist vorläufig mckt abzuseben 70 000 Mann japanischer Truppen werben frei, um auf dem nördli^en Kriegsschauplatz uir Derwendling zu fommen. Cb man allerdings dort in allernächster Zeit schon grosse kriegerische Aktionen erwarten darf. ist fraglich Sicker ist. baß die Javaner Port ArtburS Befestigungen schleunigst in neuer Stärke werden ersteben lassen. Dort werden sie sick iestsctzan und den kommenden Ereignissen in Ruhe entgegen- sehen. - * * ^
Die Politik.
•f Bei den diesjährigen diplomatischen NeusahrSempfängm irden mehrfach die Schiedogerichtsverträge von den Staats- i crl auptkru nie ein wichtiger Fortschritt gefeiert. Der 3d i^a.ericht^gebanfe ist die herrschende Tendenz der Zeit.
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Ter flauer hat bei dein diesmaligen Empfang des bi- Vlomatisd n KorpS mit dem amerikanischen Botsâ>after Charlemagne Tower den Plan eines Austausches der Wissenschaft zwischen Tentidjlnnb und Amerika erörtert. Amerikanische Professoren sollten an deutschen Universitäten Vorträge halten und umgekehrt. Ein derartiger Austausch müsse möglich fein und möglich gemacht werden.
Dürkeu
A Die Türkei hat die Anweisung an das Finanzministerium ergeben lassen, daß die Verhandlungen wegen Abschlusses ei; er Anleihe eingestellt werden sollten. Wahrscheinlich waren die Bedingungen der Uebernahme zu Kart, und schliesslich gibt cs ja in der Türkei ein sehr einfaches Mittel, um die Staatskasse zu sanieren: Abzüge bei den Beamten- gehäUern.
Hmcrikx
Ä Eine hübsche Illustration für die imperialistischen Plänc der Präsidenten Roosevelt ist der Fehlbetrag im diesjährigtu Staatshaushalte in Höhe von zweiundzwanzig Millionen Dollars, mit welchem das Jahr 1904 abgeschlossen hat. Daß Jabr 1905 wird kaum viel besser werden. Infolgedessen wird vielleicht die temperamentvone Verstärkung der Flotte etwas verlangsamt werden Wie übrigens die Parlamenta rier auf Kosten des Staates spekillieren. mag die Tatsache zeigen, dass zwei angesehene Senatsmitglikder vor dem Schwurgericht wegen Grundstuckoschwindels zu ungunsten der Staatskasse zu ersâzeinen haben Sie haben den Staat, dessen Interessen sie wabrnehmen sollten, um Tausende vor Morgen betrogen.
. fHer und flotte.
Vier neue Generalfeldmarschälle hat dem deutschen Heere der Beginn des neuen Jahres beschert. Der Kaiser hat die im Range von Generalfeldmarschällen stehenden General- obersten GrafHaeseler, v. .Hahnke, den Oberstkommandicren den in den Marken, und Freitzerrn v. ßoë zu General feld- marfdiäflen ernannt Ausserdem wurde Prinz Leopold von Bauern, der zweite Sohn des Prinzregenten Luitpold, vor diesem zum bäuerischen Generalfeldmarschall befördert. Prin' Leopold war bisher bäuerischer Generaloberst der Kavalleric mit dem Range eines Generalfeldmarschalls Prinz Leovolt ist Geueralinspekteur der vierten Armeeinspcktion des deutschen Reichsheeres. Die Würde eines Feldmarschalls ist seil dem Jahre 18GG in Bayern nicht mehr vergeben worden. Der letzte, der sie besass, war Prinz Karl von Bayern, der Bruder Königs Ludwig I. von Bayern, der sie vom Juhrc 1841 bis 1866 innehatte, dann aber infolge der historischer Vorgänge seine sämtlichen militärisä^n Würden niederlegte Bisher zählte das deutsche Heer nur zwei Generalfeld. Marschälle, Kaiser Wilhelm 11. und Prinz Albrecht von Preußen, den Regenten von Braunschweig.
platz und fern.
d Nach dem Sturme. Ueber die Nachwehen des Un- Wetters, das wie berichtet, unmittelbar vor Schluss des alten Jahres Mitteleuropa heimsuchte und besonders auch Deutschland sehr in Mitleidenschaft zog, laufen jetzt vielfache Mel- düngen ein In der Nähe von Helgoland traf der Hcci.'eefischereidampfer ,.M. Rathmann und Sohn" das mit einer Ladung Oelkuchen von .Harburg nach England bestimmte Küstenfahrzeug „Neptun", Kapitän Brinkema, aus Oü'riesland ohne Mannschaft und brachte das Fahrzeug nach Altonc luscheinend war die Besatzung über Bord gespült und ertrunken. - Der Fährbetrieb zwischen Stralsund Haien und Altefähr, der durch das Unwetter unterbrochen worden war, ist wieder ausgenommen, ebenso findet auch der Verkehr nach Rügen und Schweden wieder statt. — In der Prercr Wiek war infolge des Sturmes eine Fischerquatz gt brandet, die Besatzung ertrank bis auf drei Mann, die durch ein ^ttungsboot in Sicherheit gebracht werden konnten. — Auch in Südtirol hat der Sturm mit einer Heftigkeit getobt, wie cs dort selten erlebt worden ist Nach dem Sturm ist dort Kälte eingetreten. - ,
<£, Ten eigenen Namen vergessen. Der Gewerbeinspektor Alfred Thyll aus Reichenberg, der seit November 1903 spurlos verschwunden war und nicht aufgefunden werden konnte, ist in einer Budapester Heilanstalt gefunden worden. Tbnil hatte seinen Namen vergessen und so konnte erst nach fast nderthalbjähriger Nachforschung seine Identität fest» gestellt werden.
S Streikuornhen in Russland. In den Werkstätten der OrienlgeicNschaft und der Compagnie Nadeschda in Tiflis ist die Arbeit eingestellt worden, ebenso in einer Tabakfabrik, 'n t r Nähe von Dibi-Eibat und Valachany wurden Der- hnmilungen abgehalten, an ein*: derselben nahmen gegen 30'jO Arbeiter teil; als die Polizei erschien, kehrten die Teil- nehnlcr gruppenweise nach Bolachany zurück. Auf dem Rückwege warfen sie die Fensterscheiben eines vorüberfahrenden Zuges rin Eine Anzahl Personen wurden verhaftet, bis auf 14 aber wieder freigelaffen
* Ter Gatte der amerikanischen Humbert, Doktor 0hab- miet weilt augenblicklich in Pretoria. Er beteuert, an den Schwindeleien seiner Gattin gänzlich unschuldig zu sein und auch nichts davon zu wissen, dass sie mit der Zuchthäuslerin Tonern identisch ist. Der Sherif Barry, der mit Haftbefehl und AusliefcrungSbefehl zum Nun fam, ist übrigens ein alter Freund von ihm. Doltor (Sha di viel folgte dein Oberin, der erklärte, dass Chadwick sein Gast, nicht sein Gefangener sei, sofort sreinüllig nach Cleveland.
A Tie Lawine als Lichtferndln. Durch eine Lawine murbc die elektrische Leitung, die die Stadt Grenoble mit Licht her sorgt, unterbrochen. Die Stadt mar infolgedessen fast die ganze Nacht in tiefstes Dunkel gehüllt.
0 Gin schweres Bahnunglück ereignete sich in Eiöleben. Dort stürzte ^'" Wu .cn der elektrischen Kleinbahn^um, wobei sechs Zonen schwer verletzt wurden. Eine Frau verstarb auf, dem Transport zum Krgnlenhaus.
4= Ein, schöne Tat der Schwesternliebe wird aus Hamburg beriet: t. Im Oktober v. Js. erlitt die 2^jährige Tochter eines vuiiib 4^.z^> uckcreibesitzerS durch kochendes Wasser
Besicht, am Hals und an > Beust. Währ« nd die Wunden ;m Gesicht abheilten, konnten die übrigen Br-ndstellen nui viim Auslegen neuer Menschen- baut lu rl.V 1 'rdcn. Die 12jährige Schlvester der kleinen Demund ten eruoi u). die zur Heilung nötige Haut, ein handgrosses Stück, sich von .rem Körper ablösen zu lassen. Die Che Tikn wurde im Krankenhause (Lohmühlenstrasse^ auvgeführt. Die beiden kleinen Patientinnen befinden sich wohl.
T Dämon Alkohol. Ein furchtbarer Vorfall spielte sich in dem südtiroler ©interfurort Arco ab. Dort wurde der Mur- irzt, faiscrlidcr Rat Dr. Gerke, in her Sylvester nackt vor seiner Villa von dein Kurgast Oekonom Rohde au£ Oldenburg ohne jeden A«lass überfallen und durch neun Messerstiche schwer verletzt. Rohde, der Alkoholiker ist, hat die Tat unter dem bamonihb’i! Einfluss seines Leidens vollführt, das ihn in den behände in den Aerzten feine Feinde sehen liess. Der Mörder erschoss lieb später selbst im Murpart.
Millionäre im ßaucrnkittcl.
Budapest, 2. Januar.
Ein interessantes Werk ist zu Weihnachten auf dem Bückermarkt erschienen .. Der ungarische Bauer in Wort und Bild" heisst es Sein Inhalt und seine Aufgabe ist aus dem Inhalt ersichtlich, man kann sagen, dass es sich seiner Aufgabe in recht geschickter und fesselnder Weife entledigt hat Wir entnehmen dem Buch zunächst die interessante Tat. fache, dass die ungarischen Dörfer an Kopfzahl die Bauern- gemeinden anderer Länder durchschnittlich weit übertreffen. Torf er von 10—60 000 Einwohnern sind hier keine Seltenheit, eigentlich mehr Bauernstädte, die sich jedoch durch ihren rustikalen Charakter von den Bürgerstädten grundlegend unterscheiden. Solch eine Bauernsiadt ist eine Eigenart, weniger schön als charakteristisch mit seinen schier endlosen Strassen, in denen sich Bauernhof an Bauernhof reiht, jeder mit einem kleinen Hause, aus dem zwei ebenfalls kleine Fenster auf die Straße bliesen.
Ebenso eigenartig sind auch die Bewohner dieser Dörfer. Die Bauern sind sich sonst in der ganzen Welt im allgemeinen gleich, jer ungarische Bauer aber macht eine Ausnahme von dieser Regel, einmal durch seinen Stolz, zum andernmal durch seinen Reichtlim. Gibl es doch hierzulande Bauern, deren Vermögen bis in die Hunderttausende, ja verschiedent- sich sogar in die Millionen gebt die aber dennoch ihren Sitten, Gewohnheiten und ihrer Lebensweise nach stets einfache Bauern sind und bleiben.
Ueber einen dieser Millionäre im Bauernkittel, Johann Bagi in Szentes, hat auch Maurus Jokai berichtet. Als Vagi einst auf seinen Gittern umberging, wurde er von zwei Gendarmen angehalten, die feinen Pass verlangten. Tif Gendarmen wollten ihm nicht Glauben schenken, als er sagte, er brauche keinen Pass, da er sich auf eigenem Grund und Boden befinde. Als gar Bagi auf die Frage, welches eigentlich sein Besitz sei, hinzufügw, daß alles, wie weit man nur lebe, ihm gehöre, waren sie fest davon überzeugt, dass sie es aiit einem Vagabunden zu tun hatten, und führ'eu ihn einfach ins Szegcdincr Gefängnis. Tort bemerkte ihn ein l ^fängniswächter. der einmal als Knecht bei Bagi gedient hatte. Erstaunt fragte ihn der Tiener. was er denn mache, und als ihm Bagi das Vorgefallene erzählte, lief er rasch zum Komitatschef, um das Missverständnis aufzuklären. Man wollte ihm jedoch lange nicht glauben, und erst nachdem der frühere Kitecht in formeller Weise Bürgschaft für den reichen Bagi übernommen hatte, liess man ihn frei. Ein anderen mal, als nach dem Freiheitskrieg der frühere Gutsherr Vagi?, Graf Georg Karolyi, in Geldverlegenheit geriet, erschien Bagi bei dein Güterdirektor des Grafen un teilte ihm de- mütig mit, dass er dem „hochgeborenen Herrn" gern helfen würde. Der Güterdirektor lächelte nachsichtig, erklärte jedoch, dass es sich um viel Geld, um zweimalhunderttausend Gulden handle. Vagi verlor jedoch seine Ruhe nicht; er zog eine alte Vanknotentasche hervor und sagte, daß er zwei- hunderttausend Gulden freilich nickt bei sich habe, wohl aber IGO 000 Gulden. Den Rest werde er binnen drei Tagen besorgen. Der Direktor — fügt Jokai, der diese Geschichte erzählt, hinzu — lächelte nickt mehr.
Einen anderen charakteristischen Fall erzählt von diesem reichen Bagi Koloman Mikszath. Ein neuer Komitatschef gab einmal den Spitzen seines Komitats ein Festessen. Geladen waren alle, die als die reichsten Grundbesitzer der Ge- gend bezeichnet wurden, darunter selbstverständlich auch Vagi. Pünktlich zur ungesagten Stunde kam Bagi angerückt, selbstverständlich in seinem Feiertagsgewand aus blauem Tuch, mit grossen silbernen Knöpfen daran. Tie Diener wollten ihn jedoch nicht entlassen und erklärten, sie hätten die Wei- sung, nur Gästen im Frack den Eintritt zu gestatten. Bagi machte wütend Kehrt, eilte zum nächsten Schneider und liess sich einen Frack und alles, was dazu gehörte, geben. So kehrte er zurück. Der Empfang war bereits zu Ende und man setzte sich zu Tisch. Als dann die Suppe serviert wurde, erhob sich auf einmal Bagi, packte einen Flügel seines Fracks und tauchte ihn in die Suppe ein. „Um Himmelswillon, was machen Sie?" riefen alle Gäste „Ich speise meinen Frack," erwiderte Vagi, „denn wie es scheint, ist e r zum Essen geladen und nicht ich."
Ein anderer Bauernmiklionär war Andreas Nagy m Hodmezövasarl-ely. Nagy beklagte sich einmal beim Bür- germeister, daß der artesische Brunnen der Stadt nicht genug Wasser gebe. Ja freilich," lautete die Antwort, „der Brunnen aibt nur 94 000 Liter in vierunbAWaruia Stunden, und
oas ist für unsere Stadt nicht viel." „Mber man müsste einen zweiten, grösseren Brunnen bauen lassen, damit wir täglich mindestens eine Million Liter haben," meinte Nagy
„Das Wäre sehr gescheit," sagte der Bürgermeister, „aber das kostet Geld, viel Geld." — Der alte Nagy griff einfach in die Tasche. „Zivcinwlhnnderttausond Gulden gebe ich gern dafür," sagte er und zählte eine Reihe schöner Banknoten auf den Tisch. Und heute hat Hodwezövasarhely das Wasser. daS cs braucht. Als die Alföld-Fiumancr Bahn ausgeballt werden sollte, ging eine grosse Deputation zum Kaiser nach Wieil. um die Konzession zu verlangen. ?luch Herr Nagy war Mitglied der Deputation, und es soll in Wien allge meines Aufsehen erregt haben, als er in einem der feinsten Restaurants, in dem die Deputation ihre Mahlzeit einnahnl, das Esszeug beiseite schob und sich nur eines auS dem Stiefec- schaft gezogenen Messers bediente, wie es ein jeder Bauer in Ungarn mit sich zu führen pflegt. Abends erschienen die Mitglieder der Deputation im Theater. Da es aber sehr wann war, so entledigte sich Herr Nagy ohne weiteres feines blauen TuchrockcS und saß in Hemdärmeln dort, so wie menr in Ungarn in geschlossenen Räumen zu sitzen pflegt. Einer der Thenterbiener musste ihn auffordern, seinen Rock wieder anzuziehen. Aber Herrn Nagy ging es lange nicht in den Kopf, weshalb man ihm das Sitzen in Hemdärmeln nicht gestatte an einem Orte, wo die meisten Damen tief dekolletiert erscheinen.
Das sind die ungarischen Bauernmillionäre, die trotz ihrer Millionen den Baucrnkittel nicht um alles in der Welt mit dem Rock vertauschen würden und in so manchem ihren großstädtischen Millionenkollegen als Vorbild dienen können.
Kunst und Glissen schaft.
£0 An der Grenze des Menschlichen. Der treffliche Naturforscher und Reisende Dr. Beccari hat in den letzten Jahren grossartige Forschungen auf der Insel Borneo ausgeführt, die nun durch eine treffliche Bearbeitung in ihren Ergebnissen auch grösseren Kreisen angänglich gemacht worden find. TaS Wundersamste in seinen Veröffentlichungen sind wohl die Rücksichten über den Orang-Utan, die wenigstens von den Zoologen als der wertvollste Teil seiner Arbeiten geschämt werden. Die DajakS von Borneo unterscheiden mehrere Spielarten des Drang, von denen die beiden wichtigsten ^als Mayas-kassa und MayaS-tjaping bezeichnet wer den. Sie sind in höchste merkwürdiger Weise ausgezeichnet durch eine seitliche Ausdehnung der nackten .Haut auf der Vorderseite des Gesichts vor jedem Ohr. Man kann kaum ?tmas Wunderbareres sehen, als die Abbildung eines Drang- utankopfes nach einer Photographie. Es ist das ein Gesicht, das man nicht für einen Affen und nicht für einen Menschen halten kann. Die Form der Rase und des Mundes deutet freilich auf den Affen, aSr die fingen Aeuglein, die Forni der Stirn, die Behaarung des Kopfes und vor allen Tin gen der stattliche Vollbart geben dem Antlitz ein wunderbar menschliches Gepräge.
Hus dem Geriebtssaal.
8 Ein Streit um Lincolns Ueberroef. Der 90 Jahre alle Neger Alcrander Freeman hat eine Rewyorker Erpreß- gesell schuft auf Zahlung einer Summe von 300 Pfund Sterling verklagt, weil er ihr den Vdnust eines UeberüeherS des Präsidenten Abraham Lincoln schuld gibt. Freeinan war aus der Sklaverei nach Washington geflohen und hatte im Weißen Hause als Diener Abraham Lincolns Beschäftigung gefunden, wo er ihm bei einer Gelegenheit einen seiner Ucberröckc schenkte, den der Reger als eine wertvolle Reliquie mit Argu:augen behütete. Der Wert des Ueberrockes wird von den Richtern festgesetzt werden.
Vermischtes.
= sVillige Pferde.] Eine unglaubliche Baisse auf dem Pfcrdemarkte herrscht zurzeit in Rußland. Die billigen Pferde namentlich sind zu geradezu lächerlichen Preisen jn haben. Die Bauern verlangen pro Stück 5 Rubel (zirka 10 Mark) und geben sie häufig noch billiger weg.
— sTas Festmahl der Totengräber.] Den, Stadtrat von Luzern wurde ein Legat vermacht mit der Bestimmung, dem städtischen Gruben- und Strassenreinigern, sowie den Totengräbern jährlich im Fasching ein gemeinsames Nachtessen zu liefern.
— fWaö der letzte Londoner Nebel kostet.] Die geradezu fürchterlichen Verluste, die der letzte Nebel in London zur Folge gehabt hat, lassen sich erst nach und nach übersehen. Schiffseigner und Kaufleute sind natürlich diejenigen, die am meisten verloren haben, und die ersteren find wohl die einzigen, die jetzt schon ungefähr berechnen können, welchen Verlust sie tatsächlich erlitten haben. Der Sünden derselben wird auf ehva anderthalb Millionen Pfund, also etn>) 30 000 000 Mark, per Tag angegeben, und die ganze Nebel Woche wird ihnen etwa 200 000 000 Mark kosten. Während voller sieben Tage hat eigentlich jeder Verkehr auf der Themse aufgehört, und nur die allertollkühnslen der Kapitäne Wagten es, die Anker zu lichten.
= sGinc Schule für Mütter in Paris.j Die französische Hauptstadt Wird demnächst um ein neues, wichtiges und nach- ahmcnswertes Institut reicher sein. In Dordocuir hat bereist seit mehreren Jahren eine Dame. Mme. Moll-Wciss. eine Schule errichtet, die sich eine „Schule für Mütter" nennt und in der die Frauen und Wäbeben bis ins kleinste das lerne«, was sie als Gattinnen, Hausfrauen und Mütter brauchen. Was Mme. Moll Weiss in kleinem Maßstabe in der Provinz erfolgreich burchsübrte, will sie nunmehr im grossen in Paris aus führen und dort ein Institut ins Leben- rufen, das für alle künftig zu begründenden Institute vorbildlich wirfen soll. In der Führung des .^anShaltS, in Küche, Kinder- und Krankenpflege sollen die Schülerinnen gründlich unterwiesen werden.
= s Englische Rrnjahrssitten.1 Eine Menge volkstümlicher Bräuche ist auch in England mit der Feier des Neu- jahrvtageS verknüpft. So besteht seit alters »er ^ rauch, dass der Bürgermeister eines Ortes zusammen mit seiner Hausfrau dem Armenhaus einen Gesuch abstattet und drei oder. Vier der ältesten Einwohner an Reichn et und beschenkt, (hu n vialer und reicher Bürgermeister hat m den patriarchalischen Seiten der Bcrgamwnhcit eine Sitte emgefuhrt, nach der von nenn Uhr früh am Reumbrstage bis neun Nss. nbcnixs fein frwv für jedermann offen stellt Essen. Trinkt» unb ViiftMkü' 'fl ^nn bte Larose, nnb dn« sonst so stille IM» ehrwürdige Haus des StadtvaterS gleicht dann einem leb-