Gute Nacht
1927
An der Bahre eines langen JahreS.
die
erfreut, kommt ja sowieso von selbst!
h-
zu denen.
weg milzugeben.
G.
Der Brand von Harmuthsachsen,
ursacht
Ak hiutto fiumsiH ElirSkllki
Aus -em Vereinsleben.
Die Weihnachtsfeier des BismarckordenS
Sie Konnten nicht sterben.
Sühne für Verzweiflungstaten einer Ehe.
Hamburg, 30. Dezember.
Das Schwurgericht verurteilte die Eheleute Just wegen vorsätzlicher Tötung ihrer beiden Kinder zu je achtzehn Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft in Höhe von acht Monaten. Das Ehepaar hatte aus Verzweiflung über den schlechten Geschäftsgang der von ihnen betriebenen Drogerie und der dadurch entstandenen großen Schuldenlast die Kinder vergiftet und ebenfalls G if t genommen. Das Gift hatte jedoch bei ihnen keine tätliche Wirkung. Beim Versuch, sich zu ertränken, war die Fra« wieder aus dem Wasser gezogen worden. Der Mann hatte versucht, sich zu erhängen. Ter Versuch mißlang, weil die Hosenträger zerrissen. Nach nächtlichem Umher- irren hat er sich dann der Polizei gestellt.
<Sin vchnerfturm-Drama im Gebirge,
Berlin, 30. Dezember. (Durch Funkspruch.) Gestern »vurden auf der tschechischen Seite des Riesengebirges die Leichen eines 35jährigen Mannes und einer jüngeren Frau aufgefunden. Man nimmt an, daß es sich um ein reichsdeutsches Ehepaar handelt, das auf dem Wege vom Riesengebirgskamm nach Spindelmühle im Schneesturm infolge von Entkräftung znsam- mengebrochrn ist.
mals bekannte Abendland erhob, dieweil der Kaiser nach Byzanz zog, zum Bosporus, dort, wo das blaue Meer den Occident vom Orient scheidet... eine Legende wie wohl alles andere, was der Nachwelt überliefert ist bis auf die Tatsache, daß der Silvesterabend das Gedächtnis an den zweifellos außerordentlich hervorragenden Papst noch in fernste Zeiten tragen wird.
Und an diesem Abend sind wir nun wieder einmal angelangt und selbst ernstdenkende Menschen sind aus dem Häuschen geraten, denken an allerhand Ulk und Scherz und huldigen sogar dem... Aberglauben, wenn das übliche Bleigießen als solcher aufgefatzt werden soll.
Und warum der Zauber, für den eine ganze Industrie mobil gemacht hat, wie Scherzartikel und Feuerwerkskörpers vor Unfug mit Fröschen, bengalis hen Streichhölzern usw. warnt erneut der Polizeipräsident!) in allen möglichen Schaufenstern bekunden?
Der Mensch ist des JahreS müde, daS ja immer nur Enttäuschungen im Gedächtnis verankert (schöne Tage verfliegen zu schnell!) und mit dem Ablauf diefes Jahres fällt ihm mehr als ein Stein vom Herzen. Er bereitet mit ausgelassener Freude den Boden für daS Hoffen aus Besseruug im neuen Jahre...
Hoffen Wir auch, wenn wir morgen die Gläser erheben auf das neue, das kommende Jahr, das Beste... das, was den Menschen weniger
bei dem, wie bekannt, ein Stall und zwei Scheunen, sowie ein Drescher der Firma Her- dold in Spangenberg zum Opfer gefallen sind, hat das Amtsgericht in Hess-Lichtenau beschäftigt. Der Maschinist Möller hatte sich wegen
ist, auch in früheren Jahren ans "> 'igestell^^und er bei
ilntm jugendlichen Alter Mat Bedenken aben könne, di« Maschine bett ebenfalls eKtit Er wurde jreigefprochen.
Frostiges Zahresen-e.
Der Frankfurter Wetterdienst
eldet am Freitag mittag, daß eine wesentliche enderunq der Wetterlage seit gestern nicht ein-
etreten ist. DaS Hochdruckgebiet über Rordeu- topa beherrscht noch immer die Witterung ganz Deutschlands, sodaß vorläufig bei nordöstlichen Winden noch mit Fortdauer des trockenen Frostes, höchstens mit geringer Abschwächung, zu rechnen ist.
Schneesturmopser in Japan.
Tokio, 30. Dezember. (Funkdienst) In Nordwestjapan habe« Schneestürme gewütet. Der Eisenbahnverkehr ist unterbrochen. Durch Unfälle find nrehrere Menschen umgekommen.
Um keinen der Kirchenväter hat sich . Legende so dicht versponnen wie um Silvester den Ersten, der von 314 bis 335 das Haupt der Christenheit gewesen. Er soll Konstantin den Großen, der im Zeichen des bisher bekämpften Kreuzes siegte, durch die Taufe vom Aussatz gereinigt haben, er ist der Held der „Konstan- tinischen Schenkung", die den Papst zum Herrn über Rom und Italien, ja über daS ganze da-
Mkucheimord am Abgrorvneten.
Drag, 30. Dezember. Der Abgeordnete Z a - lobin wurde gestern früh in einem Walde nach einer Jagd mit einem Kopfschuß tot aufgefunden. Er dürfte einem Verbrechen zum Opfer gefallen fein, worauf alle Umstände schließen lassen. Zalobin war der Organisator der tschechischen Republikanischen Partei.
Die Siima wird sich freuen.
Paris, 30. Dezember (Eigene Drahttnel- dung.) Der junge Kaufmann Rudolf Koch, den eine Firma in Württemberg zur Ausbildung in einem Pariser Geschäftshaus e unter- gebracht hatte, wurde verhaftet, weil er im Laufe mehrerer Monate dreißigtausend Franken aus der Kasse entwendet hatte.
Sein letzter Todessprung.
London, 30. Dezember. (Eigene Drahtmeldung) Während einer Vorstellung im Palast- Stno in Wellingborough stürzte ein Trapezkünst- ler beim Todessprung in den Zuschauerraum, wo er t o t l i e g en blieb. Eine Dame, auf die der Artist stürzte, erlitt einen Schenkelbruch. Fünfundzwanzig Frauen wurden ohnmächtig. Die Vorstellung wurde jedoch fortgesetzt.
2m Luftdruck des krachenden Woitenkratzer».
Freie Nacht...!
Wie es bisher schon immer so gehandhabt wurde, drückt die Polizei in der Nacht zum neuen Jahre beide Augen zu und gestattet, daß sich die durch die normale Polizeistunde nicht verwöhnte Bevölkerung einmal auch in den Sälen und Lokalen eine Nacht „um die Ohren schlägt". Im Interesse der allgemeinen Ordnung ist davon abgesehen worden, die Polizeistunde für diese Nacht aufzuheben, dagegen sind die Polizeibeamten angewiesen, stillschweigend die „freie Nacht" zu dulden, solange nicht Gesetzwidrigkeiten eine a" bere Haltung erfordern.
Der Verkehr in der Stadt
ist dementsprechend eingestellt. So fährt die Große Kasseler Straßenbahn planmäßig bis gegen 3 Uhr. Von da ab verkehrt noch ein Sonderspätwagen ab Friedrichsplatz. Auch der , Tagesverkehr ist am 31. Dezember wie am Reu- 1 jahrstag erheblich verstärkt. Die Autobusse vom l Auto-Peter verkehren sogar bis 4 Uhr morgens.
Beide Verkehrseinrichtungen veröffentlichen im heutigen Anzeigenteil ihre Sonderfahrpläne für die Jahreswende.
-T- Ein Gewaltmarsch. In zwölf Stunden nach Marburg. Der Kasseler Sportsman» Erich Kropf unternahm es, zu Fuß von Kassel «ach Marburg zu laufen. Er war um 8 Uhr vormittags in Kassel aufgebrochen und kam um 8,45 Uhr abends am Bahnhof Marburg an. begleitet von dem Altherrenfabrer Erich Seentann und dem Motorradfahrer Erich Kessel. Kropf hat also die rund 100 Kilometer lange Strecke trotz des scharf schneidenden Windes in rund 12 Stunden zurückgelegt. Er befand sich nach seinem Dauermarsch in guter Versaffunq. Dieser Marsch war die Auswirkung einer Wette.
Veranstaltungen am Silvesterabend.
»«pelle «niet ihrem Kapellmeister Bettel werden dafür sorgen, daß die Tanzlustigen nicht zu kur» kommen. — Rhythm«» ist die Devise. In den oberen Festräumen wird Sttmmnngs- «mstk zur Erhöhung der Festesfreude beitragen und Kabaretckräfte werden in den Tanz- pausen mit erstklassigen Darbietungen aufwar- ten. Für die Tombola sind weitere namhafte Gewinne eingegangen. El wird in der Tat alle» getan, um auch den verwöhntesten Geschmack zuftieden zu pellen.
auf, so heißt daS: Strecke gesperrt, anhalten! Auf diese Weise sollen Zusammenstöße vermieden werden. Besonders unübersichtlich ist die Kreuzung an der Vogtschen Mühle, deren Ge- fahr dadurch noch größer geworden ist, daß außer der Linie 4 jetzt auch noch die Linie 14 auf dieser Sttecke fährt. Am gestrigen Nachmtt- tag kam der Triebwagen der Linie 4 vom Ful- datal her. Gleichzeitig fuhr diesem der Triebwagen der Linie 14 entgegen. Der letztere be- and sich bereit» in der gesperrten Strecke, als der Triebwagen der Linie 4 die Kurve nehmen wollte. Die Signallampe brannte, was aber der Führer des Wagens der Linie 4 nicht ge- sehen haben will. Er gibt an, daß er von der Sonne geblendet, daß ihm dadurch die Sicht genommen worden war. Die
Direktion der Großen Kasseler Straßenbahn teilt hierzu mit, daß der Führer das Aufleuchten der Signallampe hätte sehen müssen. Gewiß könne insofern von einer Entlastung des Führers gesprochen werden, da er von der Sonne geblendet worden sei. In diesem Falle hätte der Führer aber gerade vorsichtig sein müs- en. Er könne aber keineswegs schuldlos gebrochen werden. Glücklicherweise ging eS bei dem Zusammenstoß noch glimpflich ab,
Personen kamen nicht zu Schaden.
Lediglich Materialschaden wurde durch den Zusammenstoß verursacht. DaS Katastrophenjahr auch für die Straßenbahn neigt sich zum Ende ... hoffen wir, daß das neue Jahr die Straßenbahn von Unfällen, wie die bedauerlichen des Vorjahres verschont läßt! «a.
Grotzfeuee in Gschwege.
Die Lohgerbcrei von Brill niedergebrannt.
In der vergangenen Nacht brannte in Esch- Wege die große Lohgerberei von Rudolf Brill vollständig nieder. Die zum Teil leichten Fachwerksgebäude brannten bis zur Grundmauerung nieder. Die Ursacke steht noch nicht einwandfrei fest. Wertvolle Maschinen und große Vorräte wurden vernichtet. Die Eschweger Feuerwehr hatte heiße Arbeit. Ms auch der angrenzende Wagenschuppen in Flammen aufging und die benachbarten Wohngebäude in ernste Gefahr gerieten, von dem Brand erfaßt zu werden, wurde
bie Kasseler Feuerwehr alarmiert.
Die Ueberländspritze und eine kleine Motor- Pritze rückten gegen halb 1 Uhr nachts aus und anden bei ihre Ankunst das Werk in vollster Ausdehnung in Flammen. Unter Führung von Branddirektor Bliesener und Brandmeister List griff die Kasseler Wehr tatkräftig an und vereint mit den Eschweger« gelang es, den Brand des Wagensckuppens auf feinen Herd zu beschränken, die Grobgefahr für die Nachbarschaft ab« zuriegeln. Erst um 7.42 Uhr kehrte die Kasseler Wehr nach angestrengter Nachtarbeit wieder nach Kassel zurück.
Die Vorbereitungen zu dem Fest der Kasseler Presse sind in ihr letztes Stadium getreten. Die Proben zu der Kasseler Revue »In der Redaktion der Wehlheider Weltpost", die unter Mitwirkung bekannter Kasseler Künstler die Festteilnebmer ein Stündchen die Heinen Sorgen des Alltags vergessen machen wird, haben begonnen. Der Sen- lations-Filmketsch, betitelt .Nachtspuck in der Redaktion", der nur auf dem Fest der Kasseler Presse zur Vorführung gelangen und durch -die Mitwirkung prominenter Kasseler Persönlichkeiten, wie beim Kurbeln auf dem Frie- drichsplatz, vor dem Bahnhof, aus der Terrasse usw. Aussehen erregen wird, ist fertiggestellt. Ueber den Inhalt kann vorher nichts verraten ... ...... vullt ,lw lvt„tll
werden. Die Dekoration der Stadtparkräume sahrlässiger Brandstiftung ;« verantworten Das zu dem Fest, die unter der künstlerischen Lei- Gericht kam zu der Ueber,eugnnq, daß ein Wertung von Professor Virl steht, wird die Innen- schulden des Angeklagten nickt in Frage komme raunte deS StadtparkeS von einer neuen reiz- da die Dr-sck-gfchine. dnrck die der Brand ver- vollen Seite zeigen. $te bekannte Tanzkapelle - - - - —
»'lotzki nnb Mt nicht Minder trefflich« W
Mit Stumpf unö Stiel.
Autonomistenjagb im Elsaß.
Paris, 30. Dezember.
In Straßburg wurden die dreizehn Führer der Autonomisten-Bewegung im Elsaß, darunter der frühere Abbee Faßhauer, feine Schwägerin, ein Chefredakteur und der Schatzmeister verhaf. tet. Die polizeilichen Operationen gehen weiter.
In Sturm- und Regenfluten.
WettergranS im „blauen Süden".
Rom, 30. Dezember.
In ganz Italien herrschten stark« Regengüsse und Stürme. Ans Sardinien sind die Flüsse über die Ufer getreten und haben Dörfer und Aecker überschwemmt, sodaß Südfrüchte und Wintersaat schweren Schaden erlitten Bei hohem Seegang und starkem Regen sind mehrere Barken und Segelboote untergegangen. Häuser wurden abgedeckt. Bei Salerno bat eine Springflut an mehreren Stellen die Kaimauern und auch die Eisenbahn beschädigt. Eine Fran wurde von einem herabfallen- den Holzbrett lebensgefährlich verletzt. In Rimini sind die Straßen überschwemmt. Die Gebäude waren in großer Gesahr.
In Kassel wurde gestern abend die Feuerwehr von zwei Stellen nachder Schösferhofstraße gerufen unter der Angabe, daß dos Feuer aus dem Dachstuhl scklage. Deshalb rückte auch die Haupifeuer- matfe aus zur Bekämpfung eines kleinen . . . Schor nsteinbrandes!
* * *
Roch ein Großfeuer.
In Hann. Münden brach in der vergangenen Nacht im Hinterhause de» Schlossermeisters Behnfen in der Schmiedestraße ein Schadenseuer auS Es brannte der Dachstuhl der Werkstatt. Die Freiwillige Feuerwehr bekämpfte den Brand mit drei Schlauchleitungen. Der Brandschaden ist beträchtlich Die Ent- stehnngsurfache deS Feuers ist bisher noch nicht aufgeklärt.
Das Fest -er presse.
Am 14. Januar im Stadtpark.
im „Saale der Jugend" gehörte auch zr
die von einer schönen Weihestimmung zeugen. Tief und eindringlich mahnte Pfarrer tto und ergreifend erklang das Posaunenspiel m Musiker der Deutt'chen Ehrenlegion. Eine Herzen gehende Aufführung, Rezitattonen Gesangsvorträge, Kinderbescherung dnrck „Weihnachtsmann" sowie Verlosung taten übrige, um den in vorgerückter Stunde leidenden Familien das Bewußtsein eineS eihevoll verlebten Abends auf den Nachhause-
Lokalnachrichten vom Tage.
4- Provinziallandtag Mitte März — Kassel. DaS preußische Staatsministerium wird die Einberufung des 18. Provinziallandrages der Pro- ■ vinz Hessen-Nassau voraussichtlich Mitte März
1928 nack der Stadt Kassel anordnen. Im gleichen Monat wird auch der Kommunalland- tag nach Kassel einberuf-n werden.
-4- Fledermaus im Staatstheater. Die dem Silvesterball vorangehende Neueinstudierung von Johann Strauß'S Operette „Die Fledermaus" ist folgendermaßen besetzt: Orlolsky: Mary Keysell, Alfred: Karl M. Martell, Eisenstein: Willy Schillings, Rosalinde: Therese von Lemheny, Falke: Kurt Lehmann, Frank: Karl Ebhardt, Adele: Alice Ritter-Wünsch, Ida: Ursula von Wiese, Blind: Gustav Warbeck, Frosch: Fritz Verend, Ivan: Johannes Schrader, Ca- riconi: Werner Scharf, Ramustn: Werner Stock. Regie: M. DerichS, Dirigent: Wilhelm Franz Reuß. Tätize: Ritta Rokst.
-T- Der Hexer im Kleinen Theater. DaS Gastfpielensemble „Hexer", daS am Düsseldorfer Schauspielhaus mit Erfolg gastierte, wurde vorn Kleinen Theater für ein neues Gastspiel vom 1. bis 4. Januar verpflichtet. Die Besetzung ist die gleiche wie bei dem letzten Gastspiel mit Hans Mierendorf, Friedrich Lobe, Georg Baselt, Joses Lorandt, Marion Heiden, usw.
-r- Zur Beachtung für Kleinrentner. Die Auszahlung der Unterstützung für den Monat Januar 1928 findet unter Vorlage bet grünen Ausweiskarte in den Büroräumen der Rentnerfürsorge, Kölnische Straße 28, „Hansahaus", Hofgebäude, wie folgt statt: Montag, den 2. Januar 1928 Nr. 1 bis 800, Dienstag, den 3. Januar 1928 Nr. 801 bis 1600, Mittwoch, den 4. Januar 1928 Nr. 1601 bis 2300. Donnerstag, den 5. Januar 1928 Nr. 2301 bis 3000 Freitag, den 6. Januar 1928 Nr. 3001 bis Ende. Um Nachzahlungen zu vermeiden, wird ersucht, die festgesetzten Zahltage einzuhalten. Die Kassen sind geöffnet von 9 bi» 13 Uhr.
--- Aus der Justizverwaltung. Franz Da- leisch von Dolsperg, geboren in Kassel, ehemaliger Schüler des hiesigen Real-Gymnasiums, bestand im November seine Referendar-Prüfung. Am 19. Dezember wurde ihm die Doktorwürde verliehen.
■— Der 80. Geburtstag. Heute feiert die frühere Besitzerin de- Schuhwarengeschäftes, Pferdemarkt 30, Frau Martha Müller, in seltener körperlicher und geistiger Frische, ihren 80. Geburtstag. Die alte Dame erfreut sich allgemeiner Beliebtheit.
~ Erweiterung einer Handelsschule. Die Handelsschule Stund hat, wie uns geschrieben wird, jetzt die feit längerer Zeit bei ihr bestehenden Raumschwierigkeiten überwunden. Der Unterricht findet von Anfang Januar 1928 an in den während der Weihnachts-Ferien neu hergerichteten großen und hellen Räumen Ecke Hoheuzollern- und Karthäuserstraße statt. Ein künstlerisch aus Glas ausgeführter Merkurkopf, das Symbol des auf der Höhe stehenden Kaufmanns, zeigt sich an allen Fenstern und verleiht dem Straßenbild im Verein mit dem ebenfalls künstlerisch und gediegen ausgesühr- ten Glasschild an der Ecke ein vornehmes Aussehen.
-7- Das Gastspiel der Tirolerinnen. Tie letzten Tage des Gastspiels der Geschwister Klett im Reißschen „Oberbayern" haben sich zu einem Erfolg ausgewirkt, der beispiellos dasteht. Allabendlich werden die frischen Lieder voller Höhensonne und Bergatem mit stärkstem Bei- all bejubelt und wenn die forschen Damen in ihrer kleidsamen Landestracht mit den mächtigen grünen Hüten gar das treue deutsche Süd- irol feiern, wenn dabei der Geist Andreas Ho- erS umgeht, so schweigt der sonst diese Bier- tätte beherrschende Trubel, das deutsche Gewis- en regt sich und der Beifall wird zur förmlichen Kundgebung für treue deutsche Brüder unter der Fremdherrschaft Mussolinis. Die KlettS haben hier mehr als Unterhaltung geboten, sie leisteten wertvollste Werbearbeit für den groß- deutschen Gedanken. -m-
ieranken di« grauen Stetnterrassen, auf bi« im reuen Jahre noch kleine Lauben kommen. Eine ügene Stromerzeugungsanlage ermöglicht nicht nur eine gute Beleuchtung der Wege zu diesem „Auslug" sondern auch der Haltestelle Rengers- hausen der Reichsbahn. Und nun lud Schröder »ur Besichtigung eines großen Saales für mehr als 300 Personen ein, der in den letzten Monaten auS einer... Gefangenenlagerbaracke erstand. Nette Einbauten mit Weinlaubschmuck und farbigen Glühbirnen geben biefem Saal die besondere Note. Polster laufen ringsum und die Fenster nach der Südseite sind so angeordnet, daß der Saal im Sommer zu einer offenen Veranda wird, die den schönen Blick aus den Fuldakessel und die Höhen der Söhre frei» gibt. Hier trafen wir auch die bekannten Matthäi-Wandbilder aus dem „Kasseler Hof" wieder, die Verherrlichung von Jugend und Kunst und Gewerke... sie haben, gut erneuert, eine würdige Stätte gefunden und verleihen dem neuen Saale den Charakter einer Festhalle. Alle Achtung vor der zähen Arbeit, die hier oben in der „Wildnis" geleistet worden ist und eine Schönheit erschloß, die bislang verborgen lag...! -a-
Newyork, 30. Dezember. (Durch Funkspruck.) Beim Brand in einem achtstöckigen Lagerhause unb Bürogebäude stürzten mehrere Stockwerke ern. Der Luftdruck riß siebzig Feuerwehrleute auf der Straße um und schleu- betten bie ©ebäubetrümmer den Broadway entlang, ohne jemand zu verletzen. Der Sachschaden beträgt über eine Million Dollar.
•Sn der brennenden Alpenvtlla.
Spindelmühle, 30. Dezember. (Privattele- gramm.) I« bei« bekannten Sport- unb Touri- ftenortc St. Peter in der Nähe von Spindel, «ruhle ist bas mit zwanzig Gästen besetzte Hotel „Alpenvilla bis auf bie Grundmauern nieder- gebrannt. Ueber Unfälle ist noch nichts bekannt.
Beide Piloten tot
Paris, 30. Dezember «Eigene Drahtmel- bung.) Ein Militärflugzeug ist bei Diebenhafen aus hundert Meter Höhe abgestürzt. Beide Mi- (ifärflieger sind tot.
Amerika zuliebe.
Mexiko, 30. Dezember. (Durch Funkspruch.) Trat, der Einwendungen eines Senators, daß die Abänderungen des Oelgesetzes den amerika- mschen Petroleumgcsellschasten mehr Zugestänb- nisse machen als diese selbst verlangten, wurden diese angenommen.
Herzliche Neujahrswünsche
für 3 unb 5 Reichspfennige.
Ohne Umschlag versanble gebrückte einfache Neujahrskarten, die den Bestimmungen für Postkarten entsprechen müssen, kosten sowohl im Ortsbereich des Aufgabeorts, als auch Im Fernverkehr 3 Rpf. Es dürfen in diesen Karten außer den f»genannten Abfenderangaben (Ab- sendungstag, Name, Stand und Wohnort und Wohnung deS Absenders usw.) noch weitere "nf Worte, die aber mit dem gedruckten Wort-
nt ix leicht erkennbarem Zus^nrmochrng
»Dein Freund", sendet Dir", „sendet mit be- sten Gruße« Ihre" usw. Werden solch« Karten im offenen Umschlag versandt, so koste» sie sowohl im Ortsbereich deS Aufgabeort» wie auch nach außerhalb 5 Rpf. Unzureichend freige- machte Sendungen werden mit Nachgebühr be- lastet. E» kann daher den Versendern nur dringend geraten werden, die Bestimmungen zu beachten.
Stratzenbahnzusammenstotz In der Weserstratze.
Gestern nachmittag 14,30 Uhr erfolgte in der Weferstraße ein Zusammenstoß eine» Wagens der Linie 4 mit einem anderen der Linie 14. Die vorderen Plattformen der beiden Wagen wurden beschädigt. Die Schuldfrage wird noch geklärt. Soweit der amtliche Polizeibericht. Wie wird dazu erfahren, erfolgte der Zusam- menstotz in der Kreuzung an der Vogtschen Mühle, einer sogenannten gesperrten Strecke. Bekanntlich hat die Straßenbahn an Kreuzungen, bei denen sich die Uebersichtlichkeit schwer gestaltet, rote Signallampen angebracht.
Leuchtet da» rote Licht
LtaatStheater: „Fledermaus" und Tbeaderdall. 19 Uhr.
KleinesTHeater: „Revue Kurfüritendamm", 19,80 Uhr.
Sil»efterfeiern: Stadwark. Ständehaus. Rest- denq-Kaffee. Kaffee Lanqhals, Parkschlötzchen, Germania. Martinshalle. RSver.
sa: „Gustav Mond, dn gehst so stille".
‘ino des Westens: „DaS ffrauenbaus von Rio", khassalla: „Stolzenfels am Rhein".
Palast-Theater: „Gauner im Srad".
1fpoIIO'$6eater: „Der Bezwinger der 1000 Gefahren".