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Kasseler Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Kasseler Abendzeitung

Nummer 306. A«tltch-S Organ der Stadt Staffel Sonnabend, 31. Dezember 1927. Amtliches Organ der Stadt K-ffel 17. Jahrgang

vte «afleln «cuttttii «a»rtd>tea ertoeiwe oMeetii» '-»»'»-l'wck'nm-«» Der «boenementSsrei» betragt I8i »en SRoiwt i. Z bei freier SuBennM tng g>au8. in »er kSelchSlntftelle abaebolt l.«O Z Durch btt Poft monsttt» 2. Z aurtchlieftlich 8ufttHitn<i#<itbübt. Äernlnretber 951 und 952 ^ür nnoerlanfli etngefmbte »eiträae kann die Redaktion eine «erantmortuna ober «eroäbr in keinem i^alle übernehmen Rückzahlung de« «e,ns»sewe« oder Anttirücke menen etwaiaer nick' orbnanaemWott eteteratt» t« <nt««eftbl^en - Jjof»f4e«Biitt Äranflttrt e M «utnmtt 6390 ®ln«(nummer 10 4 SvnntasSmtmmer LQ 4

ÄnieiflenpreHe: »ndetmifche ®ef*4ft»«B»etaen bte mm-Setle 10 4. «uSmfirrt« ©ttoaftSdnAefflen die tnm»seile 10 4. Familien anzeigen ote mm»3etle 10 4. Rleine Änze'nen an« ffaffel ^a« Äon 5 4. audmärtt-e kleine P^euien bte mm* ÄtoT Mmen Ile mm.Seile 88 4. Oner.gebübr 4 «fo 3«fieHun« 85 41. Rechnungsbeträge Innerba b 5 Tagen zahlbar Kür «»«(»«« aOer Lueck Fernsprecher aufgeaebenen Anzeigen sowie für Auknabmedaten und Platze kann nickt garantiert werden. Mr Anzeigen mit besonder« schwierigem Latz 100 Prozent Aufschlag Druckerei: Sckiach'bosftr. 28'80. KeschäfiSftelle: KSfnischeftr. 5.

Mussolini freift den Balkan ein.

l32MIMarden!

Papageienpolitik belügt die Well.

Don Dr. Paul Rohrbach.

AuS dem Rus deS Reparationsagenten nach der Endsumme geht hervor, daß maßgebende amerikanische und wahrscheinlich auch englische Stellen eingesehen haben, daß nächstens mit den von Deutschland gesorderten Zahlungen ins Blaue hinein ein Ende gemacht werden mutz. Den Vätern deS DaweSlaneS schwebt« eine Endsumme von 40 bi» 50 Milliarden Mark vor. Diese Last wäre, wenn vernünftig gesprochen werden soll, nach allen aus das Konto der Re» paration (in Wahrheit Kriegsentschädigung) schütt beglichenen deutschen Vorleistungen immer noch umS Doppelte zu hoch. Es ist auch weder nötig, noch liegt «S im deutschen Interesse Verhandlungen über die Endsumme ru forcieren. Denn man kann heute schon sagen, daß je später ste beginnen, desto weniger un­günstig ihr Ergebnis vermutlich für Deutschland sein wird Daß, nachdem Parker Gilbert die Frage angeschnitten hat, die Gegenpartei ihre Ansprüche so hoch wte möglich bezisfern würde, war vorauszusehen Immerhin könnt» man er­warten daß irgendein Mindestmaß von Ver­nunft bei der Sache fein würde Daß Poincars und seine Gruppe einfach mit Berufung auf die alte unsinnige Festsetzung von 1921 ge­antwortet haben: 132 Milliarden i st keine Politik mehr, oder wenn eS eine sein soll, so ist es die Politik deS Papageis, der eine Zabl auswendig gelernt hat und nichts anderrS- dersteht. als nur sie zu wiederholen: 13; Milliarden! 132 Milliarden!

Es gibt in der ganzen Welt keinen Menschen von Verstand, der die 132 Milliarden heute ernst nähme oder semalS ernst genommen hätte Heute, nach den ungeheueren Verlusten, die uns auf der einen Seite durch den Frieden, den Kolonien» und Länderraub, auf der anderen durch die innere VermögrnSzerstSrung infolge der Inflation zugefügt worden sind, wäre selbst der vierte Teil deS mtfprünglichen deutschen Angebots von 100 Milliarden (aber ohne Ge- bietSraub). wenn überhaupt, so nur unter der Voraussetzung tragbar, daß wir die Räumung des Rheinlandes und deS Saargebiets, die Ver­einigung der reichsdeutschen mit dem österreichi­sch-n Wirtschaftsgebiet und die Biederherstel- suna einer ausgiebigen kolonialpolitifchen Be-

.qung er batten Die Pap^aeienzahl von 132 Milliarden im Munde PoincaräS zeigt, daß die­ser Mann die Unwahrheit spricht, wenn er behauptet ihm läge etwaS an einem deutsch- französischen Ausgleich Er kann nicht einmal sagen daß er durch Rücksichten auf die im Mai 192R bevorstehenden Kammerwahlen genötigt ist. den Papagei zn spielen, denn alle französi­schen Parteien sind sich darüber klar, daß es für Frankreich keinen anderen Weg auS seinen wirtschaftlichen Röten hinaus gibt, als den über einen Ausgleich mit Deutschland .Ausgleich" heißt in diesem Fall so viel wie Verständi­gung über Produktion und Absatz auf bestimmten Gebieten Mit einer solchen Verständigung kann Frankreich allmählich da­hin kommen, daß eg feinen übersteigerten in dustriellen Produktionsapparat annähernd anS- nutzt: ohne sie muß es mit einer lange dau­ernden Krisis und schließlich mit großen Ver­lusten rechnen Die französischen Militaristen deren ökonomisches Denken nicht auSreicht. um diese Zusammenhänge zu begreifen wollen bei den Wahlen von 1928 den grundsätzlichen Poin- earismus gegenüber Deutsbland dadurch am Ruder erhalten daß ste den Frauen d a S Wahlrecht geben Die Frauen glaubt man durch das .SicherheitS'-Aeschrei so ängstigen zn können daß ste lauter Politiker deS .Rationalen Blocks' wählen So ergibt sich daS kuriose Bild daß die reaktionäre Rechte für und die relativ verständigunaSfreundliche Linke, der auch die 132 Milliarden PoinearSS ärgerlich sind, g e ge n das Frauenstimmrecht *R!

Ein Blatt schreibt , B. die Ziffer Von 132 Milliarden fei eine derartige Absurdität daß sie nur genannt werden könne wenn gleich Seitta ihr durchaus eingebildeter Charakter be­tont würde Poinears dagegen hätte von ihr als von einer möglichen und einzubrinaenden Summe gesprochen und damit die .Aera der Lügen und fBtuffg* wieder heraufbeschworen die feinerfeitg zur Besetzung deS Ruhr tzebiets führten Auch andere Stimmen war neu daS Wiederauftauchen solch lange begrabe ner versteinerter Unmöglichkeiten werde in be* Politik verheerend wirken Interessanter wei' Mit stärkeren Rückhalten versehen sind die eng­lischen «timmen unter denen ein Mitt' daran erinnert Poinears selbst >m Fabre 19°>st r>->i-raulich die Summe vs» =* Milliarde« Gokdmark al? Frankreichs .unnVrub.-ettchen Mmdestbetrag* bezeichnet babe Natürlich liegt auch die dabei auf 50 Milliarden veranfckSagte

200 Diners für Wilson...

Er hat Deutschland betrogen. Aber

London, 30. Dezember. Anläßlich des 71. Geburtstages de« verstorbenen Präsidenten Wilson fanden in Amerika zweihundert öffent­liche DinerS von Bölkerbundfreunden statt. Es wurde betont, daß feit Gründung des Bundes sieben Kriege vermieden worden seien. Wilsons Kriegsminifter, Baker, sagte voraus, daß die Vereinigten Staaten doch einmal dem Völker­bund beitreten müßten.

* * *

Der erste Aeirjahrsgrirtz.

vom Rewyorker Stadthaupt an uns.

Rewyork, 30. Dezember.

I« einem herzlichen ReuiahrSaruß des Bür­germeisters Walker an daS deutsche Volk heißt eS u. a.- Die Bevölkerung RewyorkS, unter der sich viele Bürger deutscher Abkunft befinden, schließt sich mir. dessen bitt ich sicher, in diesem Wunsche an. Möge das neue Jahr die Freund- schaftsbande, die unsere beiden großen Rationen verknüpfen weiter stärken!

Von hinten herum

...will Mussolini den Balkan bezwingen.

London. 30. Dezember.

Zu den Verhandlungen des griechifcheu Außenministers in Rom, die auf den Abschluß einer Allianz zwischen Griechenland und Italien abzielen, bemerkt ein dtploma'tfcher Korrespondent: Griechenland dürfte sich jeder Stellungnahme zugunsten einer der Gruppen auf dem Balkan enthalten. Ein Athener Korrespondent spricht lediglich von der Erhal­tung der freundschaftlichen und herz­lichen Beziehungen zwischen den beiden Län­dern. Die Frage eineS PatteS fei bisher nicht berührt worden.

Räumung gegen Rontrolle.

Wie die Sozialdemokraten sich verständigen

Berlin, 30. Dezember

In einer Zuschrift der deutschen Sozialdemo- kratie aus die Aeußerung Paul Boneours im Soztalistenkvngreß. daß die Luxemburger Konferenz 1936m Einvernehmen mit den deut- scheu Sozialdemokraten die Räumung des besetz­ten Gebietes von der Schaffung einer Sicher-

der Völkerbund verdantt ihm fei« Leben.

heitSbedingung. nämlich der inter- nationalen Kontrolle abhängig ge macht hätte, erklären die deutschen Sozialdemo­kraten: Es fei erwogen worden, die im Rhein­land, alfo in Köln, ansässigen Konsuln der Bölkerbundsmächte unter Zuziehung eines Vertreters der Reichsregierung alsKon- trollkommisflvn des Völkerbundes" zu konstituie­ren. Bon den deutschen Vertretern wurde mit Entschiedenheit und wiederholt zum Ausdruck gebracht, daß die deutsche Partei einem solchen Sonderregime für das Rheinland nur als frei­willige Gegenleistung für den freiwilli­gen Verzicht Frankreichs auf die volle Aus­nutzung seines Besetznngsrechts zustimmen könnte. Infolgedessen müßte diese Sonderkon- trolle für dos Rheinland spätestens mit Ablauf der fünfzehnjährigen BesetwngSfrist ihr Ende finde«.

* * *

Das Rheinland als Stiefkind-

Erst kommen Frankreichs Sozialisten selbst.

Paris, 30. Dezember.

Born sozialistischen Parteitag werden u. a. gefordert: Fortfall des Senates, Gleichstellung beider Geschlechter, wirtschaftliche Reorganisa- tion mit Preiskontrolle. Kontrolle der Banken und Kartelle, Aufteilung des Bodens. Rationakisierung der Bergwerke und Eisenbahnen. Nebernahme der Monopole in st a a t l tz-v e P e f t i t f> Militärrekornr Rege­lung dr-? Problems bei Belebung von Rhein­land und Saargebiet usw. (Die nichtSstgcnde Redewendung über die Besatzungsfrage läßt wieder deutlich erkennen, daß auch von den So­zialisten für das Rheinland so gut wie nichts zu erwarten ist. D. Red.)

Vor dem Endspurt.

Roch eine kleine Partei-Atempause.

Berlin, 30. Dezember Eine Ministerbespre chung über die Verwalt ttngsreform wird am 31. Dezember ftattfinden. Dann werde das Kabinett eine längere Panse, etwa bis 10. Januar, eintreten lassen. Am S. Januar dürf­ten die interfrattionellen Schulgesetz-Be­sprechungen beginnen, im Anschluß daran die über die Standesherren. Am 1L Januar treten dann die wichtigsten Ausschüsse deS Reichs­tages zusammen.

Abbau bei der Technischen Noihilse.

Rur noch bei augenscheinlicher Gefahr. Vereinfachung des Apparats.

Berlin, 30. Dezember. Laut Pressenotiz foll der Begrifföffentlicher Rotstand" in einschrän lenderer Weise als bisher festgelegt werden. Die Technische Nothilfe soll in Zukunft nur noch in Tätigkeit treten, wenn eine angenschein- liche Gefahr für die Allgemeinheit vorliegt.

Durch Neufassung der Richtlinien foll die Tech- nifche Rothilfe ihre Organisation wesentlich konzentrieren und vereinfachen und damit die taufenden Kosten bernbfeben. Diefe Um­organisierung soll noch im Laufe des fetzigen Haushaltsjahres zum Abschluß gelangen.

Des MMctzbttlls überbrülfig.

Revolte in der französischen Strafkompagnie.

Paris, 30. Dezember. AuS unbekannten Gründen zettelten fünfzehn Soldaten einer Strafkompagnie in Calvi auf Korsika eine Revolte an und drangen Hufe einer Hacke in einen Rebenraum ein, in dem sich dreißig andere Bestrafte befanden. Diese 45 Soldaten

feien von Gendarmen umzingelt worden, ober niemand könne sich ihnen ohne Lebensgefahr nähern. Sie hätten zum Fenster hinaus ge­rufen:Nieder mit dem Heer!" und darauf die Internationale angestimmt. Fünfzig Manu Infanterie seien nach Calvi entsandt worden.

ßlternfrieg

Spannender als im Film. Generalkonsul

Budapest, 30. Dezember.

Der ehemalige bulgarische Generalkonsul in Men, L i t f d) e f f, der mit einer Tochter des unter Kuratel gestellten ungarischen Grafen Theodor Zichy. in einem Scheidungsprozeß sieht, hat heute früh ans dem Hotel Ritz, in dem er wohnte, seine beiden Kinder, die er einmal wöchentlich Ober Nacht bet sich behalten durfte der Mutter entführt Im Laufe einer an Aus reauna reichen Berkowttno die Mutter ließ

Gesamtforderung heute nicht mehr im Be­reich der Möglichen aber man sieht doch wie die Auguren senken wenn man eS nidr Auch in englischen Blättern siebt zu lesen, daß eine Herabsetzung der Forderungen an

UM Kinder.

und Gräfin. Hilferuf an den König.

ihn im Aut» verfolgen glückte eS Litfcheff das vierjährige Mädchen und den neunjährigen Knaben im bulgarischen Gesandtschaftsgebäudc unkerzubringen Die Polizei läßt nun die Gr sandtfchaft durch Detektive bewachen, um die Entführung zu verhindern. Die Mutter hat sich telegraphisch an den König von Bulgarien uw Hilfe gewandt und gleichzeitig auch an der. bu! garifchen Außenminister eine telegraphisch- E-naabe gerichtet

Deulfckland von einem mehr links geticbtcten kranzösischen Kab nett üudt den Wählens nur erwarte! werben könne, wenn eine neue Rege» !ung der französischen Kriegssckul» 6 en an Amerika und England erfolat.

Raum für alle.

tote Länder schaffen Heimatschollen.

Ra» dem Krieae wurde die Fra« btt innere« Kolonisation in allen enrovailchen Landein brennender denn ie. Sebutt lick doch ein «roher Teil der müden abgekämvften Aroutioldoien npd> eiaener Scholle. Andrsten haben nickt alle Resiernnaen die Kratt «habt, diele Sehninckt ut etfttUen. Unter Mitarbeiter gibt über dteieS oielnmkämvtte und noch nicht abaeichlollene Thema die lola. wertvollen Anttcklüstr:

Europa läßt sich, wenn man eS von Osten nach Westen überblickt, in vier große Zonen ein» keilen: 1. Die Länder der Agrar-Revolntion (Rußland, Estland, Lettlands. 2. Die Länder der energischen Agrarreform (Bulgarien, Griechen» land, Jugoslavien, Litauen, Polen, Rumänien, Tschechoslowakei, Ungarns. 8. Die Länder der Theoretischen Agrarreform, mit nur kleinen praktischen Erfolgen (Deutschland, England, Oesterreich, die skandinavischen Staaten). 4. Tie Länder ohne Agrarreform (Belgien, Frankreich, Holland, Italien. Portugal, Spaniens. In Rußland ging man am radikalsten vor. Htcr erklärte die Sowjetregierung 1917

alles Land zum Rationaleigeutum

u. stellte erst 1922 daS Individuales gcutum der Bauern, die inzwischen den Großgrundbesitz an­nektiert und aufgeteilt hatten, wieder her. Fast ebenso radikal handelte man in den beiden bal­tischen Staaten Estland und Lettland. Hier wurde der gesamte nicht bäuerliche und nicht städtische Grundbesitz mit einem Schlage, und zwar entschädigungslos enteig­net. Rur wenigen Großgrundbesitzern ließ man keine h'L Güter unter duftoer» ^--iur. Dageg-'i hat man in den eben aufgesübrten Ländern der energischen Agrarreform den Grundsatz von der Unverletzlichkeit des Privateigentums nickt ver» lassen. Die notwendiaen Enteignungen wurden nur gegen Entschädigung vorgeuommen. Auck setzte man ein je nack den Ländern »wi­schen 150 und 500 Hektar schwankenden Mini» mum fest, daS den Großgrundbesitzern belassen werden mußte. Ganz enteignet wurde nur der Boden des Staates, der Kommunen, bet toten Hand kKircke, Klöster, Stistungens und derjeni» gen Großgrundbesitzer, die dem AbseittismiiS gehuldigt, d h ihr Land nicht selbst be­wirtschaftet hatten. Die ostenropäiscken Länder sind nickt nur am schnellsten und euer» giscksten an die innere Kolonisation beranoegan- gen, sie haben auch am meisten geschafft. So bat die Regierung Juaoslaviens (12 Millionen Ein­wohners in den letzten fünf Jabren

420 000 Bauern zu freien Eigentümern gemacht. 210000 Familien angesiedelt. Run'S» nien (16.5 Millionen Einwohners hat von 1920 bis 1925 zweieinhalb Millionen Hektar enteig­net. Etwas über die Hälfte davon wurde an 711000 Siedler ausgeteilt. Sogar Polen (27,2 Millionen Einwohner) hat in den Jahren schlimmster Finanzmiscre von 1921 bis 1923 jährlich 200000 Hektar aitfgeteilt und hierfür viereinhalb Millionen Dollar ausgegeben. Ei­ne encrgiscke Siedlimgspolitik bat auch Un­garn (8 Millionen Einwohners betrieben und 100 000 Hektar ausoeteilt und 210 000 neue Sied- fttngsstellen geschaffen Am radikalsten auf dem Gebiete her inneren Kolonifation ist freilich die Tfchechoflowakei (13,6 Millionen Ein­wohner). das Land der riefigen Latifun- dien tiorncanitaen Hier bat man 10 000 Qua- dratkilom-rer Ackerland, ein Vierzehntel der Gefarnksläche deS Staates, Siedlungszwecken zuaesührt und die großen

Magnaten hierfür rücksichtslos l«rangezoge«.

Es sind dies, um nur die größten zu nennen: Fürst Schwarzenberg 200 000 Hektar, Fürst Liech­tenstein 160000. Graf Schönborn 120 000, Fürst Palfkv 90 0«. Prinr Coburg N 000. Fürst Lola- rcdo-Monsseld 57000, Graf Elam Gallas 50 000, Gras Waldstein 45000. Fürst Fürstenberg 49 000. Fürst Lubkowicz 40000, Fürst KinSkh 40000, Fürst Thun 40 000 Hektar usw. Freilich hat das 'sckeckische Parlament schon 1919 ein mit dkta- torischer Gewalt ausaestattetes Staatsbo- ben a mt aescknkken. boS zwölf Dten^stellen im Land, hat Es ist den einzelnen Ministerien 'leichgestellt und untersteht nur der Kontrolle ei­nes aus Abgeordneten aller Parteien »ufam- -nengesetzten Ausflusses. In den ersten Revo- 'urionstagen erklärte der Staatssekretär deS ReicksarbeitsamteS. der spätere Reichskanzler Bauer in einem an die beimkebreuden Soldaten oertckteken Aufruf, .daß mehrer« Millionen Mtar Raum genug für tausend« von selb- stänbiaen Bauernstesten zur Besiedelung be- -*it gestellt würden

Hindenb'.iro bekräftigte diese Versprechungen.

OberbesblSbaber aller deutschen Tsldaten ri«f er den heimkehrenden Truppen einig,