Kasseler Neueste Nachrichten
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Hessische Abendzeitung
Kasseler Abendzeitung
Nummer 296. Amtliches Organ der Stadt Kastel Sonntag, 18. Dezember 1927. Amtliches Organ der Stadt Kastel 17. Jahrgang
Kommt es zum Riejknlodnlampf?
die
Berlin, 17. Dezember. Die Rundfunchation ab rinstellt. Mit e,n“ ®*7«"R TeIebbOnk Zeesen bei Königswusterhausen wird am nLch. etwa 100 Kilowatt, S ’
sten Tienötag dem Prob'b-trieb übergeben, tttstung von 30^ Kilowatt entspricht, wird 2.ccsen wird dann den Betrieb deb bisherigen Zeesen rrnr der gr S tz t en S ende an lagen Tentschfl'—s■■‘ntterä aus Welle 1250 über. Europa«erd«>. — Der ossizieNe Betrieb
wird nurnnSsichtlich im ^nnngr eröffnet
nehmen, der seine Sendungen von di
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MelnunasaustausM tatiacpna? eine xiarung oer.ne auw uuujlb vlchuu#* *7* **,**»•
Lage herbeigeführt habe. (Siehe auch Kasten ergehen, sodaß man, fast Paradox von einer zweite Seite). 'mütterlichen Aufopferung der Kinder spreche«
lungen verantwortlich, die das System ausge» zweite Seite).
Schlechte Aussichten.
Wa» wird in der Eisenindustrie?
Düffeldors, 17. Dezember.
Mark, also einen Betrag, der für die Eisenindustrie von schwerwiegenden Folgen sein mutz. Ueber die Stellungnahme der Arbeitgeber zu ve'" Schiedsspruch dürfte infolgedessen ein Zweifel kaum bestehen: hinzu kommen noch die groben Mittel für die technischen Umstellun- gr« auf die neue Arbeitsweise.
die der gleichaltrigen Frauen 622. 90 Jahre unb darüber sind insgesamt 5193 Männer und 9.098 Frauen. In diesen Gesamizissern der höchste« Altersgruppen stecken 298 ledige Männer unb 798 ledige Frauen, 7 geschiedene Männer unb 9 geschiedene Frauen, 917 vrhetratete Männer und 414 verheiratete Frauen, 3.983 verwitwete Männer unb 7 886 verwitwete Frauen Die Me- thusalemS befinden sich meist nicht in AlterShei. men. sondern in Familienp siege, die bet Aufnahme der Speisen und bei der Erledigung überhaupt aller körperlichen BedÜrsniffe von ihrer Umwelt sehr weitgehend unterstützt werden Es ist Pflicht der Rüstigen für die Aktge- wordenen zu sorgen. Wie rührend ist aber auch die Aufopferung der Kinder, vielleicht der Enkelinnen, für die Eltern und Grobeltern. Die Tochter ober Schwiegertochter, die für den Hundertjährigen zu sorgen hat, stehen tagaus, tagein für einen Menschen -in, der arS dem Leben ficht- lick davonziebt. Hundertjährigen ist eS von tbrem 95 Jahre ab trotz der immer wiederbe- tonten .Rüstigkeit« fast ausschließlich nickt an- >ers gegangen wie in ihrer allerersten Kinder- teit Wie Kinder verlangen fie tagsüber viel« kleine Mahlzeiten unb wie Säuglinge erwarten fie auch nachts vielfache Sorge um ihr Wohl-
Arn Mon'aq verbindi'chk
Berlin, 17 Dezember. (Privattclegramm.) Der Arbeitsminister hat für den Fall einer Ablehnung des Schiedsspruchs bereits für Dienstag eine Auslvrache mit den Parteien in Ans- stchr genommen, um die Frage zu klären, ob der Schiedsspruch für verbindlich erklärt werden kann und muß.
Schwarze auf -em Rriegspfa-
74 Tote nach einem Jtalienergefecht Rom, 17. Dezember.
In der Eyreneika wurde im Hinterhalt au einer waldigen Stelle eine Proviant-Solo u u « von Rebellen angegriffen. Die Begleiter konnten die Angreifer nach dem Eintreffen von H i l f s t r n v p e n zu-»-*' "'nen. Die Aufständischen verloren siebzig Tote und zahlreiche Berletste, die Miliz vier Tote unb zwölf Verwundete.
reit solidarischer Zusammenarbeit lebendig
Die Eisenindustrie berechnet die neue Belastung allein für Rhein-Ruhr auf einen Miu- dcstbetrag von etwa s'-°"n»"n,anzig Mrvionen
London, 17. Dezember.
Ein englischer Hauptmann und ein griechischer Kaufmann wurden von einem Gudanstamm der in den Sümpfen südlich von Fafchode lebt, ermordet, als sie einen Streitfall über einen Lieh- diebstahl regeln wollten. Eine Strafexpedition ist abgegangen. Auch Flugzeuge wurden abkom manbiert, da auch von anderen Stämmen des Sudans Unruhen gemeldet werden.
trotz aller ösferttlichen Wötzftätigkeit uns wieder zu lausertde» unter dem Ehrtstbaumglanz entge- genstrecken, dann strahlen Freude, Eantbartcu
Geben ift seliger...
Die Heilige Woche ist angebrochen.
So ist denn mit gleißenden Schneeparadiesen. mit schneidendem Ost, mit lärmendem Jugendrausch auf stiebender Bahn, mit traumfüfeem Kin derglück an Märchenabenben, mit Bratäpfel- und Honigkuchenduft, mit heimlichem Verstecken, schenkseligen Zärtlichkeiten, mit tannenwaldver- zauberten Plätzen, mit allen ausgebreiteten Feen- schätzen der Wechnachlsauslagen ist das Himmelreich nun wieder nahe herbeigekommen. Und wenn nicht jeder wie nur vereinzelte Götterlied- linge beider-ft Geschlechts dem andern köstlichste Angebinde der Liebe und wie die Könige des Morgenlandes Gold, Weihrauch und Myrrhen opfern kann: Jenes Wunder der Christrose bricht auch in feurigen Strahlen aus unscheinbarster und kärglichster Hülle aus, und der Heiligenschein der Bethlehemkrippe reift sich um jedes Wadou- nenhaupt, Mutter, Gattin, Schwester und Braut, wenn nur der Geist ihres ?näbleins im Schoß in allen Herzen brennt, wenn nur die schenkende allmächtige Menschen- u. Himmelsliebe jedwede Gabe adelt, wenn mts jene Reinheit, Inbrunst und Todestreue auch die nackten Kammern der Armut, die öden Zellen der Schuld von jenem Licht erhellt, daS nun durch fast zweitausend Jahre der sündigen Menschheit alS Erlösungs- fackel voranleuchtet. Und wenn darüber hinaus auch noch fremden Mündern und Händen vom privaten Ueberfluß gespendet wird, die sich
Königsberg, 17. Dezember.
Bei einem Festbankett für Außenminister «trefemann fotzte der Oberbürgermeister den Ministerbesuch als Zeichen der Sympathie und Freundschaft für die abgeschnürte Provinz Oft- preutzen auf und ersuchte um Abhilfe btr Schwierigkeiten durch daS Reich. Obcrprästdent Siehr hat Dr. Stresemann, den wichtigen Eckturm den Ostpreußen darstelle, nicht verloren gchen zu lassen. Sollte er in Verlust geraten, dann würden alle Erfolge, die auf anderen Gebieten erzielt sind, vergeben« gewesen sein. Der Oberpräsickent schloß: Helfen Sie uns dazu,
Noch ein Lisen-SHtedSspruch.
Opladen, 17. Dezember. (Privattelegramm.) Im Kreis Solingen wurde durch Schiedsspruch die Arbeitszeit in der weiterverarbeitenden Industrie wie bisher mit 52 Stunden wöchentlich festgesetzt. Für die Hammer-Presse- und kalt mnketzendim Wn'-werke mrißft (infolge Düsseldorf) bie Arbeitszeit auf 54 erhöht werben.
Zur Einigung geneigt.
Der Arbeitskampf wäre verhängnisvoll.
Berlin. 17 Dezember
Wie heute auS bem Ruhrrevier gemeldet wird, haben die rheinisch-westfälischen Eisenwerke bie zum 3L Dezember ausgesprochenen Kündigungen .toch nicht vorge- nommen. Aus bieser Tatsache will man die Absicht ber Werkleitungen erkennen, j de Verschärfung der Sachlage zu vermeiden, um eine Einigung möglich zu machen.
W!r werden älter.
Ein WeihnachtSgrutz für bie Hundertjährige*
Da» etatifttldk ReickSamt gibt an» „105 Sabre Heb darüber'. — Wir Unnea enf ein iSbere» Silier rechnen. — Mntterioraen ber Enkelinnen für Großeltern. — Ein ReickSbanS ber «nnbert» Meinen?
In Berlin hat der Polizeipräsident von wee nigen Tagen der ältesten Berlinerin Glückwünsche gebracht, die genau hundert Jahre alt geworden war In Lüneburg tonte man sogar einer Frau im Alter von 106 Jahren .noch viele glückliche Tage' wünschen, der älteste« Frau Deutschlands Diese Frau ist eigentlich schon älter geworden als daS Statistische Reichsamt erlaubt; denn eS führt die Altersstatistik der Gestorbenen für jedes einzelne Jahr gesondert nur bis zu der Gruppe 104—105 Jahre. Alle», was sich dann noch gestattet, sein Leben sortzu- seven, wird in der Spalte ,105 Jahre unb dar- über' zusammengeworfen. Aus ein Tausend der Gestorbenen berechnet, lauten hier die Ziffer« für 1927 0.002, für 1928 aus 0,005. In beiden Fällen handelt e8 sich um
Frauen, bie dieses hohe Alter erreichten, das uns allgemein weit jenseits bei Grabes dünkt. In manchen Jahren reich! die Zahl der Gestorbenen, die das 100 Lebensj hr überschreiten konnten, bis dicht an hundert Männer und Frauen heran Die Frauen ftnb dabei in der Mehrzahl; ste erweisen ihre größere Lebensfähigkeit gerade in diesem höchsten Altersklassen. Die Witwen haben dabei vor den verheirateten und ledigen Frauen wiederum einen weiten Vorsprung Es kommt aber vor, daß auch Ehepaare das hunderste Lebensjahr gemeinschaftlich überschreiten.. In bet Gruppe der Verheirateten haben die Männer s»« gar eine mindestens ebensogute Alterschance tote die Frauen. Die älteste verheiratete Frau ,n Deutschland starb 1922 im Alter von 102 Fahren, der älteste verheiratete Mann mit 103 In dem gleichen Jahre gab eS vter ledige Frauen, die ebenfalls 103 Jahre alt wurden, während der
älteste Junggefelle „nur" baS 101.
Jahr überschritt Tiefe Veteranen haben nicht nur Deutschlands Glück unb Größe miterlebt, sondern hatten auch die unaebeure LebenSzähig- feit zur siegreichen Uebertouibung der Welt- kriegsjahre und ber Zeit ber Hungersnot ober wenigstens der Lebensmittelknapphett bti über die Jnflationsjahre hinaus. Die Anschau- unfl, daß der Mensch von heute nicht mehr über die Lebenskraft der .guten altert Zeit' verfüge, ist nichts anderes alS ein weiwerbeiteter Irrtum. Dis früher unbekannt verantwortungsvollere unb sch ortender e Behandlung des Menschen. die Befreiung von den großen Volks« seuchen der „guten alten Zeit', die trotz alles Wohnungselends weit vorgeschrittene Verbesserung seiner äußeren Lebensbedingungen, steigert ruckweise die Lebenserwartung ttotz der noch nicht ganz überwundenen KrieaSsckäden. Rack der heute ttock gültigen letzten VorkriegSstatiiA gibt eS mindestens fünfzehn Männner und fünf- zig Frauen von hundert Jahren unb darüber. 99 Jahre alt waren 21 Männer und 52 Frauen. Die Gesamtziffer der
über 96jährigen Männer beträgt 262
sonnen haben. Ein Volksparteiblatt nennt das Anschneiden der Frage der Endsumme einen Vorgang von internationaler Bedeutung. Et» Recktsblatt vermißt eine deutliche Mahnung an die fremden Länder zur Oeffnung ihrer ®re:i zen unb zur Befolgung ber Genfer Wirtschaft» Beschlüsse. DaS Zentrumsorgan erblickt den Fortschritt Im Vergleich zu bem viel kritischer eingestellten Oktober-Memoranbum. Ebenso ist ein Demokratenorgan erfreut, daß der amtlich« Meinungsaustausch tatsächlick^eine Klärung der
würden schon in den nächsten Tagen beraten. Bezüglich deS litauisch-polnischen Streits habe der Völkerbund in Genf seine Mission, für einen gerechten und neutralen Ausgleich widerstreitender Interessen zu sorgen, in glücklicher Weise erfüllt. DaS bedeute ein ufx.uKtUs Symptom dafür, datz in den verantwortlichen StaotSmän- nern Europas die Erkenntnis der Notwendig-
Wenn der Eüturm des Reichs wankt
Aber Ostpreußen dennoch nicht verloren. - Stresemann tröstet unb mahnt. — Der er- * stickte Brand und die Zukunft.
diesen
Eckturm recht fest zu sichern.
Strefemann erwiderte u. a.: Ostpreußen dürfe überzeugt fein, daß man bei den Verhandlungen mit Polen feiner besonderen Lage Rechnung tragen werde. ES sei eine Einigung über einen kurzfristigen Handelsvertrag zu rr- hossen. als Uebergang für den endgültigen Ver- trag, lieber das Riederlaffungsrecht stünden die Verhandlungen günstig. Besondere
Rotmatznahmen für Ostpreußen
ist und in jedem Fall sofort bann sich zwingend gvltenb macht, wenn dringende akute Fragen eine Regelung erfordern. Stresemann mahnt, sich nicht unbegründetem Pessimismus hinzu- K' n, sondern in Erinnerung an frühere ere Zeiten Preußens unb in Würdigung der Tatsache, daß ein allmählicher Wiederaufstieg zu verzeichnen sei, auf bie eigene Kraft unb " des Reiches zu vertrauen.
Was sind 8 Millionen Dollar?
Amerika soll zwei Riesenzeppeline bauen.
Washington, 17. Dezember.
Der Vorsitzende der Marinekommisfion wird vom Kongreß Kredite für den Bau von zwei Lufftckiffen statt nur eines und zwar mit je zehn Millionen Kubikfuß Inhalt verlangen. Die Baukosten würden sich auf insgesamt acht Millionen Dollar belaufen.
auf die endgültige Summe. Ein Börsenblatt spricht von einem Wendepunkt der Repa rationspolitik und sagt: Die Problematik des TaweSsystems wird damit von dieser Stelle offen zugegeben, die als die berufene Instanz für eine Revision des Dawesplanes zu gelten bat. Das Erfreulichste fei der Hinweis auf das Ende der wirtschaftlichen Unfreiheit
Deutschlands, als das Ziel, zu dem die Interessen der Kriegsschuldner- und Gläubiger hin- streben. Die Rechtsblätter verlangen eine End- begrenzung unb machen diejenigen für die Zah
Achtung «-tuns! Huf Welle 1250
Zeesen statt deS DeutschlandsenberS. — Unser jüngster Rnndsunkriese.
Auch der Sudan rebellisch
Racheakt an England. — Straserpedition mit Flugzeugen.
uito Zuversicht doppelt hell auf die Beglücker zurück.
Hätte dieses gebenebelte Versöhnungsevan- geltum nicht unftch ivar-sichtbar wie em St. Elmsfeuer über Der »kuppel des pieichsmgsap- lajtes gefunlelt: die Beamten, Kriegsopfer uno Hetmawerbrängten ständen vielleicht heute noch mit leeren Händen da und das ganze morzche StegierungSgerüft wäre über dem führerlosen Botte zujammengetracht. So aber wollte sich kein Parteiapostel mit dem Fluch betrogener Millionen belasten, und die Regterungsrreuen setzten Blut und Nerven an diese Weiynachts- eptjieln, die feit Jahren ihrer Erfüllung harrten und als ein Hemer Abschlag auf die goldenen Berge zu gelten haben, die noch von jedem Befsermacher huldvollst verheitzen wurden. Nichts aber wäre verderblicher als wenn die Diosluren nun auf ihren spärlich dürren Lorbeeren in alle Ewigkeit ausruhen wollten. »Würd' ich beruhigt je mich auf ein Faulbett legen, so fei es gleich um mich gescheh»'. Dieses Faustwort sollte Die Hirne und Herzen weiter stählen und beflügeln, damit auch die unauf» fchiebbaren Mieter-, Steuer-, Strafrecht- und schließlich auch Kulturabfchlüsse nicht in den Aus- schußdrähtert oder Ministerschubladen hängen bleiben, und damit daS Heim Der Republik dock wenigstens In einigen Winkeln unb Nebenräu men ettoaS wohnlicher und behaglicher eingerichtet wirb.
Denn durch Ritzen unb klaffende Lucken pfeifen der eisigen Winterwinde von allen Seiten genug. Richt blos Wahl- unb Flaggenrummel werben uns die nächsten Frühjahrs- unb Som- merfreuben vergällen. Noch starrt uns das graue Elend aus Arbeitslosen-, Teuerungs- und Wohnungskrisen mumienhaft an. Und in das Kamps- geschrei um Lohn und Brot mischt sich wimmernd das Armensünberglöckchen der Repara- tionshenker, die uns vom nächsten Herbst ab zweieinhalb Milliarden und damit im ganzen eine Steuerlast von 8% Milliarden jährlich ab- Sapfen wollen. Was kümmert die Mammonfür- :en Leibesnot und Seelenheil deS Fronenden, wenn nur ihr eigenes Wohlbehagen gewahrt bleibt. Fast wie eine Weihnachtsüberraschung mutet daher das JahreSsazit des Repara- tionsagenter. an, ber sich ein Herz nimmt unb den Dawesschntt von den deutschen ArbeitS- uno Lebensguelle» fortzuräumen heischt. Ja. die Endsumme kündigt nur an, sei ste auch noch fc schwer, damit der deutsche Reichs- und Privat kaufmann wieder wägen unb wagen kann ohne Furcht, daß ihm ber Riesenmoloch der Gläubiger den ersten ersparten Bissen wieder vom Wunde wegschnappt. * F. R.
Siegt die Vernunft?
Der Reparationsagent denkt an bie Endsumme.
Berlin, 17. Dezember
Die Blätterkommentare zum Reparations- Jahresbericht beachten namentltch den HtnweiS