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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

anaetflenoreife: «inbetmifibe SefchäftSanzetgeu die mm-Seile 10 A «»tat« GeschaftSauzeigen die mm-Seile 10 A. ibamthenanietqen bte mm-detle 10 A. Oleine Anzeigen aus Raffel das «ort 5 4. -uswarttge ckleine Anzeigen dte mm- Zeile 10 A. Reklamen bte m«».Zeile 88 A. Cffertgebübr A5 A ibet Zuftellung y. Ai. Rechnungsbeträge innerhalb 5 Lagen zahlbar kür die Richngkeit aller burtb frerninretbet aufgegebenen Anzeigen sowie für Aufuahmebateu nnb Plätze kann nicht «arantien werben. Mr Anzeigen mit besonders fdiroteriflem seb K» Prozent Aufschlag Druckerei: Tchlachthofllr. 28'80. AelchafiSfiellet Stälntftbeftr. 5.

Nummer 292. Amtliche« Organ der Stadt Kassel Mittwoch, 14. Dezemder 1927. Amtliche« Organ der Stadt Raffel 17. Iahrga«

Der dampfende Ehinefenvulkan.

Freie Bahn?

s Der falsche Baural von Belitz.

In dem kleinen Städtchen Belitz ist ein falscher Baurat, der sein Statt aus Grund fal­scher Voraussetzungen erhalten hat, durch einen persönlichen Feind entlarvt worden. Hier liegt der Fall nun einmal so, daß nicht ein Un­kundiger sich ein Amt erschlichen hatte, von dem er nichts verstand, sondern dieser Mann kam in eine Stellung, für die neben den Abiturien­tenexamen eine Reihe sachwiffenschasilicher Examinas gefordert werden. Um diese Grund­lagen, die der Daurat von Belitz nicht hatte, er hatte sein Gymnasium nur bis zur Ober­sekunda besucht und statt der Technischen Hoch­schule nur ein Technikum die ihm aber zum Aufstieg in Stellen, die er wohl meistern zu können glaubte, notwendig waren, sich zu schaffen, fertigte er sich ein Abiturientenzeugn.s und die üblichen Hochschulzeugnisse selbst an. Auf Grund dieser Falsifikate sand er schon frühzeitig bei kommunalen und staat­lichen Behörden Anstellungen. Alles war mit ihm zufrieden und jedesmal, wenn er sich ver­änderte, stellte man ihm ausgezeichnete Zeng- niffe aus, in denen seine Befähigung und seine Geschicklichkeit und feine praktischen Erfahrun­gen aus das Glänzendste geschildert waren. Darunter eines vom Bürgermeister von Lich­tenberg. Im Grund dieser beglaubigten An­erkennungen übertrug ihm dann die Stadt Be­litz den Bau einer Wasserleitung und wie man hort, ist die Gemeinde Belitz mit der geleiste­ten Arbeit des sogenannten »falschen Baurats" sehr zufrieden. ~

Es handelt sich also nicht um einen Jgno- standen hat, für dessen Ausfüllung ihm alle standen hat, für dessen Ausfüllung imh alle Vorkenntnijse fehlen, sondern um einen Kön­ner, der seine Sache ebnso gut gemacht hat, wie wenn er mit wirklichen Dtplomen und Zeug- niffen ausgerüstet, daS Amt errungen hätte. Selbstverständlich soll und kann die Art und Weise, tote sich dieser Mann seine Pofition zu verschaffen gewußt hat, nie und nimmer mehr gebilligt werden, lieber das Unzu­lässige und Verwerfliche der Handlung ist kein Wort zu verlieren. Sie richtet sich von selbst und ist auch aus die Dauer nicht zu ver­heimlichen, wie schon eine Reibe ähnlicher Fälle gezeigt hat. Etwas anderes ist es um das Problem, das der Besitzer Affäre wie den anderen Fällen zugrunde gelegt ist und das sich kurz tn der Klischöiorderuna: Freie Bahn dem Tüchtigen! auSdrücken läßt. Dieses Wort, in schwerer Zeit von Reichskanzler Bethmann-Hollweg geprägt, ist auch heute noch größtenteils unerfüllt geblieben. Nur in wenigen politischen Stellen sind Män­ner untergebracht worden, die ohne die sonst übliche Vorbildung und ohne dieOchsentour" einzuhalten auf Grund ihrer durch Selbststu­dium erworbenen Kenntnisse ihres Talentes oder ihrer Erfahrung ausgewählt wurden. Sonst ist es besonders im behördlichen Leben beim Alten geblieben. Man will kei­nen anderen Befähigungsnachweis zulasten als die Zeugnisse überstandener Prüfungen und Eraminas. So zweckmäßig auch für den Durch­schnitt dieses Auswahlsystem ist, so sehr sollte man sich aber hüten, es zu einem Prinzip zu erheben, das keine Ausnahme zuläßt. Daß es in solchen Fällen auch ohne die vorgeschriebene Belege geht, zeigt aufs klarste der Fall Belitz Wie gute Erfahrungen man gerade mit dem System des Selfmademans gemacht hat, zeigt die Industrie. Wie viele führende Per­sönlichkeiten der Wirtschaft haben keine andere Vorbildung als die Volksschule und den­noch sind sie imstande, die verantwortungs­vollsten Posten glänzend auszufüllen. Und ge­rade das Land, das sich das Nichtfragen nach einer Vorbildung zum Prinzip gemacht hat Amerika, kann inbezug aus Verwaltung und Wirtschaft nicht schlechter qualifiziert werden als irgend ein Staat, in dem alle» nach dem Examenbeleaen verwaltet wird.

Man sollte sich darum auch bei uns in Deutschland, was den Behördenorganismus anlangt. es handelt sich hauptsächlich um mittlere und höhere Beamte in der Auswahl der Bewerber eine größere Elastizität angewöhnen und nicht bloß darauf sehen, ob die Bewerber die oder jene Schule vollständig absolviert haben oder ob das Zeugnis so oder so aussieht. Ausschlaggebend sollten allein die Kenntnisse sein, die der Kandidat be­sitzt. Sie sestzustellen. kann durch eine der Pra­xis entnommene Probearbeit leichter Erreicht werden, als durch irgendwelche Zeugnisbelege. Jeder, der Eraminas durchge- machi hat weiß, wie letchi das Ergebnis durch den Zufall beeinflußt wird. Wäre die AuS- wähl der Bewerber nicht von dem starren, immer noch beobachten Prinzip diktiert, so wären Fälle wie der BÄitzer unmöglich und

Wie künftig abaebaut wird.

Jede dritte freie Beamtenstelle unbesetzt.

Berlin, 13. Dezember.

Laut Pressenotiz seien die Regierungspar leien gestern übereingekommen, auch für eine Reihe von Bestimmungen, die den Zweck haben, durch eine organische Beamtenvermindernug Er sparnisse zu erzielen, in das Besoldungsgesetz aufzunehmen. Danach soll jede dritte freiwer- dende Stelle nicht wieder besetzt werden, außer mit besonderer Genehmigung des Finanzmim sters, der darüber berichten müsse. Das Gleiche soll auch für die Länder, Gemeinden und Rechts­organe gelten. Eine entsprechende Entschließung

Zusammenlegung und Altersgrenze, wird sich auf die Verwaltungsvereinfachung be­ziehen. Dabei handele es sich um die

Zusammenlegung von Behörden und um Bestimmungen über die Reueinteilung von Behörden. Damit werden auch Unterlagen für den neuen Finanzausgleich gewonnen. Das Zentrum werde noch die Heraufsetzung der Al­tersgrenze bei der Pensionierung von5 auf 68 Jahre, sowie Pensionskürzung bei Nebeneinkom men im neuen Pensionsgesetz beantragen. Die übrigen Regierungsparteien wollen nur die Heraufsetzung der Altersgrenze unterstützen.

Wilhelm ILbrrflagt die Bühne.

Kränkung durch die Rolle imRasputin".

Berlin, 13. Dezember. Im neuen Prozeß soll vorüber entschieden werden, ob Wilhelm der Zweite auch weiter in dem SchauspielRaspu­tin" auf der Piscawr-Bühne nicht dargestellt werden darf, wie es von gericktswegen ange­ordnet war. Der Heine Gerichtssaal war über­füllt. Die Rechtsanwälte des früheren Kaisers. Dr. Alsberg und Siebert, beantragten Auf­rechterhaltung der einstweiligen Verfügung. Die Piseatorpartei lDr. Goldbaum und Ja­cobys beanstandeten znnächst die Zuständigkeit der Zivilkammer, die lediglich über vermögens­rechtliche Ansprüche des früheren Königshauses zu entscheiden habe. Die Sache gehöre vor die

Kunstschutzkammer, was der Vorsitzende selbst bestritt. Zur Sache selbst trugen die An­wälte der Ptscator-Bühne vor, daß von einer Kränkung des früheren Kaisers durch die Dar­stellung keine Rede sein könne. Die Darstellung sei äußerst zurückhaltend. Wilh-lm dem Zwei­ten seien auf der Bühne nur Worte in den Mund gelegt, die er im Leben tatsächlich gebraucht habe Der Schauspieler Kri- toail, der die Rolle des Exkaisers zu spielen hatte, erklärte, daß er die Rolle nicht über- n o m m e n hättö, wenn darin eine Kränkung des Exkaisers hätte erblickt werden können. Ent­scheidung am Donnerstag nachmittag.

Jagd mit Gummiknüppeln.

Wie Paris die Straßensäubert". Wen es trifft, trifffS.

mit einem eisernen Stab nurzufällig" geschlagen hatte.

Paris, 13. Dezember. Ausgesperrte koumtu- nistifche Arbeiter wurden bei einer verbotenen Protestkundgebung von der Polizei auseinander- getrieben. Dabei regnete eS, wie schon in den Straßenunruhen im August, Gummiknüp- pel-Hiebe und zwar ohne Unter- schied auf die Manifestanten und auf unvorsichtige Passanten. Nachdem die Polizei die demonstrierenden Arbeiter zwei Stunden lang hin und her gejagt und mehrere Verhaftungen vorgenommen hatte, war die Um­gebung des Rathauses gesäubert. In den Apo­theken wurden einige Verletzte verbunden.

Den Studenten geschieht nichts.

Bukarest, 13. Dezember. In Jassy wurde ein Student, der bei den letzten Unruhen drei Sol­daten tätlich angegriffen hatte, freigespro- ch e n, da man als erwiesen annahm, daß er sie

Die grau soll nicht wählen.

Frankreich ist noch weit zurück.

Paris, 13. Dezember.

Der Senatsausschuß lehnte einen Ministervor­schlag ab, den Frauen das unbeschränkte aktive und passive W a h l r e ch t zu gewähren. Gegen diese Entscheidung hat sich der Ministerrat ge­wandt. Poinrars soll um Aufklärung ersucht werden.

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Auch die Spanierin wird mündig.

Madrid. 13. Dezember. (Eigene Drahtmel­dung.) DerSpanische Frauenbund" fordert die Abänderung des Zivilgesetzes, und zwar n. a., daß die Frauen die gleichen Rechte über die Kinder erhalten wie die Män­ner und daß die Möglichkeit der Eheschei­dung in Spanien eingeführt werden soll.

andererseits kämen auch die wirklich Tüchtigen ob mit oder ohne Examinas, dahin, wohin sie gehören. Den größten Vorteil aber hätte die Verwaltung selbst. Dr. A. H.

Kanton kommunistisch.

Die Stadt in Flammen. Moskau regiert

London, 13. Dezember.

Gegenangriffe der Rationalisten haben zur Wiederbesetzung einzelner Regierungsgebäude und Polizefstationen in Kanton geführt, die von etwa zwanzigtausend Kommunisten verteidigt wurden. Erbitterte Kämpfe find im Gange. Die Stadl selbst steht zum Teil in F l a m m en. Ein englisches Kriegsschiff unter­stützt die Abfahrt der Europäer.

Honkong, 13 Dezember Die Ausländer zie­hen stch aus Kanton nach Hongkong zurück. Die Kommunisten haben nach wie vor die Lage in der Hand. Die Schießereien und die Feuers­brünste in der Stadl dauern an. Bisher ist zu keinen fremdenfeindlicken Kundgebungen ge kommen. Die Regierung hat ein Sowset-VolkS rat übernommen, in dem n. a. der erste S e - kretärBorodinSalsKriegskommis- sa r sitzt.

* * * es gart schon wieder.

Bor dem Generalstreik tn Schanghai.

Schanghai, 13. Dezember

Trotz äußerer Ruhe versuchen die Kommuni sten, den Generalstreik zu entfachen. Die Stra-i

tzenbahn- und Tabakarbeiter streiken schon. Vor allem wird unter dem Personal der internatio­nalen Berkehrssiliale und der französischen Konzession gehetzt. Kommunistische Unruhen sind in verschiednen Vangtseh"' anSgebrs^en.

Die Fremden In Gefahr.

Hongkong, 13. Dezember. (Funktelegramm.) Die Extremisten haben sich Kantons völlig be­mächtigt. Nachdem die Polizei teUweise zu ihnen übergegangen war, find noch immer Kämpfe mit den Regierungstruppen im Gange. Man rechnet mit ernsten Unruhen. Englische und franzöfische Kanonenboote find nach Kanton abgegangen.

Wasser, nicht- als Waller!

Paris, 13. Dezember. Aus Casablanca wer­den neue große Ueberschwemmungen in der Gegend von Äenitra gemeldet. Ein Dammbruch und andauernder Regen verschlimmern die Lage. Bisher seien keine Todesopfer zu be­nagen.

Dipiomaimschud an der Seine

Paris, 13. Dezember (Eigener Drahtbericht) Der französische Botschafter beim Vatikan wird demnächst durch den Gesandten im Haag, de' Marcilly ersetzt Zu diesem Zweck wird auch der ständige Vertreter Frankreichs beim Völker­bund gewechselt.

Schieb boch.Auguft!

Arensdorf vor Gericht.

Frankfurt a. 0, 13. Dezember.

Bor dem Schwurgericht beaa», «stero der Pro­zeß »egen de« Laudwirtsiotzu AuanÜ «Schmelzer wegen Erfchiebuug zweier Berliner Reichsba«. »erleute und gegen de« Bater Auguft «Schmel­zers. de« Landwirt Paul Schmelzer wegen «nftiftnng ««d ««befugte» tfitoffenbefitieo. «IS Nebenkläger »ugelaffeu sind die bei ber Affäre verwundeten Äeichsbanuerleute Der erste Ber» haudlvngötag verlief wie olgt:

Die Vorgänge, die der Anklage zugrunde lie­gen, ereigneten sich am Nachmittag des 25. Juni als Berliner Reichsbannerleute den Ort Arens­dorf durchfuhren und stch eine Schlägerei zwi­schen ihnen und Dorfbewohnern entspann. Der Vorsitzende wieS die Zeugen und Geschworenen darauf hin, daß man von jeder politischen Rück­sicht bei diesem Prozeß absehen müsse. Der Vor- sitzende ersuchte die Zeugen, stch möglichst jeden Alkoholgenuffes zu enthalten. August Schmel­zer, 1894 geboren, ist der älteste von einer Reihe Geschwistern, war zwei Jahre im Felde, wurde schwer verwundet und behauptet, dadurch nervenkrank geworden zu fein. Er ist zweimal wegen Körperverletzung und Beleidigung zu ge­ringen Geldstrafen verurteilt worden. Der Va­ter, Paul Schmelzer, besitzt feit 1924 in Arens­dorf ein kleines Gut. August Schmelzer behaup­tete bet seiner Vernehmung, daß die Schlägerei stch daraus entsponnen hätte, daß zwei Wehr­wolfleute zuerst von den Reichsbannerleuten mißhandelt worden waren. Darauf habe er sich einen Säbel aus dem Hause geholt, den die Reichsbannerleule sofort krummgebogen hätten. Dann sei er wieder ins Haus gelaufen und habe aus dem verschlossenen Schrank im Schalf- zimmer seiner Eltern, den er mit Gewalt aufge- riffen habe, das

Jagdgewehr feines VaterS und aus dem Schreibtisch vier Patronen genom­men, er habe angenommen, daß es sich um Schrotpatronen handelte. Die Dorfgenossen hät­ten ihm, als er mit dem Gewehr hinter den be­reits wieder abgefahrenen Reichsbannerleuten herlief zugerufen:Schieß doch August!" Ein Arensdorfer t>abe ihm allerdings das Gewehr Wegnehmen wollen. Der Angeklagte will zu­nächst zwei Schüsse in die Luft abgegeben haben, um die Reichsbannerleute zu verscheuchen. Diese hätten aber kehrt gemacht und seien auf ihn los­gegangen. Er mußte wieder laden und die Arensdorfer hätten gefchrten:August schieß weiter!" Gezielt hätte er überhaupt nicht, Wohl aber mitten hineingefchoffen,

weil er dachte, daß die Schrotladung niemand schwer verletzen könnte. Der Vater, Paul Schmel­zer, sagte nur insofern anders aus, als das Ge­wehr oben in einem alten Schrank gewesen sei, der nicht mehr verschließbar war. Er habe sei­nem Sohn nicht zugerufen, daß er schießen solle. Das Gewehr sei in Arensdorf überhaupt nicht benutzt worden. Die Patronen müsse August wohl einmal gefunden haben. Bei der Beweis­aufnahme ermahnte der Vorsitzende, die Neben- Häger, die Zeugen in eigener Sache seien, ihre

Parteiinteressen von ihren Zeugenaussagen streng zu trennen, selbst auf die Gefahr hin, sich selbst zu schaden.

* * *

Das Reichsbanner als Zeuge.

Wie es zur Schießerei kam.

Von den Reichsbannerleuten sagt der zwei­undzwanzigjährige Rohrleger Fritz Böttcher aus, als das Reichsbannerauto am Dorfausgang angelangt war, hätten die Reichsbannerleute Hilferufe des hinter dem Auw fahrenden Rad­fahrers gehört. Einige von ihnen sprangen vom Auto und verprügelten zwei Wehrwolfleuie, die ans der Richtung von Frankfurt an dem Auto vorbeigekommen waren, mit der bloßen Hand. Einer davon hätte auf einem Fahrrad gesessen, der andere trug eine rote Armbinde mit rotem KreiS, in dem sich ein schwarzes Hakenkreuz be- fand. Das Rad deS einen Wehrwolfmannes wollten die Reichsbannerleute nach Frankfurt mitnehmen, wo ef sich der Eigentümer von der Polize' abholen sollte. Die Arensdorfer aber schrieen: Laßt das Rad stehen! Aus dieser Zen- genauSsage ging hervor, wie stch die nunmehr entstandene Schlägerei entwickelt hat. Der Zeuge bestritt entschieden, daß die Reichsbannerieure Gummiknü,"pel oder andere Waffen gehabt hät­ten. Daß sie mit Steinen zurückgeworfen hät­ten, hielt der Zeuge für möglich Schmelzer jun. habe gerufen:Laßt das Rad stehen oder ,ch schi Se!" In ähnlichem Sinne äußerten stch fämt- tme weiter vernommenen ReichSbanner-Zeugen.

Die eos'oltften regieren allein.

Braunschweig, 13 Dezember Die Sozialde­mokraten beschlossen, die neue Regierung in