Meler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 289. AmlUcheS Organ der Stadt Kastel Sonnabend, 10. Dezember 1927. Amtliches Organ der Stadt Kastel 17. Jahrgang
Dir «afleler «entften HaArtibten trfAetMe rofitfientit» fettomti eaAmtnoai. Der «bonnementaerti« beträgt lür ben JRomi ».- 4 bet tret« SufttBuM in» ©au«, tu der öefcbäMttelU abgeboh 1.80 Jt Durch bie Po« monatlich 9.— Jt ausschließlich ,-suKeIunaSaebüdr. ibernkvrecher 951 anb 959 Kür unuerianet etnaefmMt Beiträge kon» die Redaktion eine Verantwort»»» oder Gewähr t» hi »em fraBe übernebmen Rüchabluu» des Bezussgeldes oder Snferfi&e wesen etwaiger nicht orbnungämäbiget Lieferung ist aurgetcklosteu. — Postlckeckkonto Srantfuri a. M Nummer 6380. Siwlnummer 10 4 sonnlagsnumnker 90 4.
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Das Rheinland hat genug gelitten!
Ein pazWen-Skandal in (Senf / Bleibt Amerika nach den Wahlen „trocken"?
Das eiserne Mutz.
Abrüstung in England nur von link».
Bo«
Dr. Paul Rohrbach.
In England hat sich so etwas Wie ein Bündnis zwischen den Liberalen u. der Arbeiterpa rtei unter der Parole vollzogen: Die Konserva» t i v e n s t n d u n s ä h i g, den Völkerbund »um WeltsrtedenSinstrument zu machen, das er in unserer Hand werden würde. Sowohl Lloyd George als auch Ramsay Macdonald — und dies legt die Annahme einer Verständigung nabt —- haben unlängst offen als Stichwort die Revision des Versailler Friedens auSgege- den. Von Macdonald ist es fraglich, ob er g e 1 s u n d h e i t l i ch wieder soweit in die Höhe tom» men wird, daß er die Parteiführung im vollen Sinne übernimmt. Er ist auch keine eigentliche Führernatur. Ganz anders Lloyd George. Der ist ,in voller Form- und geht mit all seinem Temperament und seiner gewohnten ungestümen Taktil vor. Zu ihr gehört auch, unenglisch ge. hur, eine große Beeinflussung des Auslandes, dem angedeutet werden soll, wessen cs sich im Falle einer Beseitigung der Herrschaft der Kon- servativen von Lloyd George als leitendem Minister zu versehen habe. So macht setzt ein Aufsatz von ihm die Runde, in dem es z. B. heißt, Deutschland könne von dem konservativen England .weder Hilfe noch Shntpathi«- erwarten. Das ist aesaat mit Bezug aus die Genfer Entwassnungskonferenz.
DieS ist ein unverbindlicher Wink, aber nichtsdestoweniger darauf berechnet, dahin aufg^faßl zu werden, daß von einem liberalen oder liberal- sozialistischen England die Deutschen vielleicht mehr zu erwarten hätten. Daß dies das Mittel wäre, um mit dieser Regierung die moralische Führung in der Meltvolitik an England zu bringen. England neu mit dem Prestige des Schützers von Freiheit und Kultur zu umkleiden, keben auch Konservative vom Schlage Lord Robert Cecils ein. der darum aus dem Kabinett ausschied, weil er Leute wie Baldwin, Churchill und Chamberlain nicht von dem Programm .Friedensoffensive durch den Völkerbund- überzeugen konnte. In der Tat geht das gegen die Mentalität der englischen Konservativen. erstens an sich und zweitens, weil eS den Bruch mit Frankreich und eine gewisse, nicht nur in Worten, sondern auch in Taten zu vollziehende Annäherung an Deutschland bedeuten würde. Run ist eS allerdings noch längst nicht sicher, daß sich der Wablkampf im nächsten loder übernächsten! Fahr mit dem Programm .Revision der Verträge- vollziehen wird. Auf der anderen Seite ist eine so offene Stellungnah. me in diesem Punkt, wie die von Lloyd Georg« und Ramsay Macdonald, in England nur unter der Annahme zu erklären, daß beide die öffentlich- Meinung für reis dazu halten, solch« Worte zu hören. DaS wäre nicht der Fall, wenn nicht das englische wirtschaftliche Leben bedenkliche Züge zeigte. Der bedenklichste ist die Krisis im Kohlenbergbau.
Die große Niederlage der Bergarbeiter und bie damit verbundene Verlängerung der Arbeitszeit und Reduktion der Löhne ist, wie sich jetzt zeigt, nicht imstande gewesen, den englischen Kohlenbergbau int Ganzen rentabel zu macken. Augenblicklich ist, durch gegenseitige Unterbietung, der große Kamvf zwischen der deutschen und der englische« Kohle um einen Teil des deutschen Marktes im Gange. Der Absatz nach Deutschland aber ist nur «in« Teilsrage, und nicht die wichtigste. Englands Kohle war ein Welterportartikel, und der Kohlenhandel eine der Säulen des englischen Reichtums Jetzt, nach dem Kriege, ist die englische Kohle erstens durch die Rückständigkeit des englischen Bergwerksbetriebes zu teuer geworden, und zweitens wird sie zunehmend durch die Oelfeuerung ver- drängt bei der nock im Hintergrund« sich als etwas befand rS Unheimliches die in Deutschland erfundene sogenannte Verflüssigung der Kohle erhebt. Die Umstellung des Kohlenbergbaues wird in England so immense Mittel erfordern, daß auf militärischem Gebiet notwendig ein Streben nach Ausgabenminderung folgen muß. Dazu kommt die Einsicht, daß eS für eine durchgreifende Belebung des Weltmarkts, namentlich des euroväischen. und damit für eine Hebung der englischen Eryortnöte überhanvt, nur e t n sicherer Mittel gibt, näm- «ch die Abrüstung der Militärstaaten: denn dann würde sowohl infolge der Steuererleichterung die Konsumkraft der Massen gestärkt, als auch vieler an öffentlichen Mitteln für, produktive SuSgaben, also Belebung der Weltwirlschast,
frei werden Damit sind die realpolitischen Hin- tergründe für die .moralische Friedensoffensivegegeben.
Zuerst die Schwarzen!
Der Kanzler will daS Rheinland erlösen. Berlin, 9. Dezember.
Im ReichsauSschuß für die besetzte» Gebiete gab Reichskanzler Dr. Marx bekannt, daß die Politik der Verständigung bei der rheinischen Bevölkerung vollstes Verständnis findet. Anderer- eitS werden aber auch die immer noch sehr chwerenLasten schmerzlich empfunden. .Ich hab« an Ort und Stelle den Vertretern der Be- völlerung und der Behörden den Dank und die Anerkennung der RetchSregierung für ihr vorbildliches Verhalten bekundet. Der Abbau von zehntausend Mann ist erfolgt, der letzte belgische Abtransport ist auf den 15. Dezember festgesetzt. Im Zusammenhang mit der Besatzungsverringerung wird mit der Freigabe von ca. hundert Wohnungen gerechnet. Ohne den errungenen Fortschritt herabsetzen zu wollen, müssen wir doch «Wellen, daS die noch verbleibende Besatzung einen schweren Druck darstellt. Es sind auch jetzt noch über eintausend farbige
Mannschaften vorhanden. Di« völlig« Beel tigung der farbigen Truppen muß aber mbedingt erfolgen. Die Schießübungen haben infolge ihrer technischen Anordnung schon wiederholt Menschenleben gefährdet. Jedenfalls beeinträchtigen sie in empfindlicher Weise den Betrieb der Landwirtschaft, was in diesem Jahre doppelt schwer empfunden werde. Die Herbstmanöver dieses Jahres haben di« betreffenden Gegenden außerordentlich schwer geschädigt. Die Reru-sr-gie- rung wird ihre Bemühungen jetzt forrsetzen und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß Wandel ge- schaffen wird.
Gewehr bei Zrrtz.
Angestelltenfront gegen die Schwerindustrie.
In einer Entschließung der westlichen Angestelltengewerkschaften heißt es, daß die Still- legungsandrohung als Ausdruck eines antisozialen Machtwillens aufgefaßt Werben müßte. Auch der Deutschnationale Handlungsgehilfen verband wendet sich gegen die Maßnahmen der Industrie. Das Unternehmertum hab, Zeit genug gehabt, sich zeitig mit den Gewer'kchiften über die Arbeitszeltverordnung «uSeint'nl’.t setzen. Die rheinisch-westfälische Arbeitnehk. schäft befindet stch jetzt vor einem wahlvorbere»- teten Generalangriff des schwerindu- Uriellen Unternehmertums. Der Lamps gelte zwar in erster Linie den Arbeitergewerlfchaften, aber auch die Angestelltenschaft stehe in ihm Gewehr bei Fuß.
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Die Eisenindustrie besinnt sich.
Düsseldorf, 9. Dezember. (Privattelegramm.) Die Vermittlungsvorschläge in der Eisenindustrie gehen dahin, daß zunächst die beiderseits gen Kampfmaßnahmen am 1. Januar nicht durchgeführt werden, sondern weiter verhandelt wird.
Es ist ein Skandal.
Was sich der „Pazifist" Merten» in Genf leistet.
Gens, 9. Dezember.
Zwei Genfer Blätter verdächtigen heute lit Angriffen auf ReichSregierung und ReichSbehör den die ehrlichen BerständigungSabsichten Deutschlands aufs gröbste. Der eine stammt »an dem Pazifisten Karl Merten», der andere von einem sehr bekannten französischen Journalisten, der MertenS, Rötticher und Förster alS die BorkSufer einer wirklichen deutsch- französischen Verständigung hinstellt und sie gleichzeitg zu Märtyrer erhebt. Rach dem Skandal vom letzten September, wo di«
Schmähartikel der „Menschheit"
vor dem Generalsekretariat deS Völkerbundes und den Genfer Hotels durch ZeitungSau s rufer zum Kaufe angeboten wurden und außerdem allen Journalisten durch di« Poft zugeschickt wurden, wird jetzt diese peinlich empfundene Propaganda in einem Zeitpunkt ausgenommen, in dem die deutsch- französische Annäherung gerade auch von französischer Seite immer stärker betont wird. ES kann stch unmöglich um ein Einverständnis mit der französischen Delegation handel«, sondern um Uebetbleib}«! alter französischer KriegSpra-
pagauda, die offenbar mit Hilfe gewisser m i - litärischer Kreise Frankreichs wieder auf- ieben konnte, aber welchen Ursprung biete Kampagne auch immer haben mag, so muß doch gesagt werden, daß fie aus keinen Fall die eingeleitete Berftiindigunspolitik erleichtert. Daß dies: Artikel in den deutsche» Kreisen
Genfs ganz erheblichen Unwillen erregen, ist selbstverständlich. Umsomehr, al» diese Unsreundlichkeiten in Zeiten, wo der beut» fche Außenminister in Gen' weilt und in einem Lande veröffentlicht werden, das die Gastfreundschaft immer und bewußt pflegt. Die Unpartei» Ickichkeit der Schweiz und ihrer öffentlichen Meinung steht jedenfalls in einem schreienden G e» gensatz zu der Kampagne, der man hier beiwohnt, und der stch ein angeblicher deutscher Pazifist bedient, um die von den verantwort lichen Staatsmännern Frankreichs und Deutschlands trotz zahlloser innerer Schwierigkeiten mit Erfolg eingeleitete Verständigungspolitik von einem dritten Lande ans zu durchkreuzen.
Leb wohl mein Llsatz!
Baron von Bulach wird Franzose.
Paris, 9. Dezember. In einem Interview bestätigte Baron Claus von Bulach, daß er feine autonomistischen Gedanken endgültig aufgegeben habe und entschlossen sei, in Zukunft sich nicht mehr mit der Politik zu beschäftigen. Er wolle von ganzem Herzen und mit allen Kräften ein loyaler französischer Bürger werden. Er beabsichtige, sich in Zukunft ganz dem Pferdesport zu widmen.
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Diktatur statt .Leerheit".
Ein Kommunist sagt Pointare die Wahrheit.
Paris, 9. Dezember.
In der Kammer erflärte Abg. Hueber (flontm.) u. tu: Die Elsässer haben den Vertrag nicht unterzeichnet, der ihr Land Frankreich ausliefert und sie wollen die Launen ihrer Besieger nicht ertragen. Hueber sprach weiter von dem vor neun Iahren begangenen großen B et rüg. Den elsässischen Arbeitern werde die Zwangsjacke angelegt. Frankreich übe eine wahreTiktaturin Elsaß-Lothringen gegen die Autonomisten aus. Ueberall mache mgn Jagd aus die Kommunisten. DaS siegreiche Frankreich wollt» «inst den Elsässern die Entscheidung siProgyr» („Tas Elsaß," rief Poi»- .«< dazwis-yen. „hat sich ausgesprochen".) Abg. Hueber erwiderte: Das elsässische Volk wird sich nicht von einer Regierung den Mund verbieten lassen, die im Dienst« einer Clique von Finanzlenten steht. DaS imperialistische Frankreich hat fein Wort nicht gehalten.
Vir zue Vernichtung.
Die süngste gelbe Kommunisten-Revolution.
Canto», 9. Dezember.
Die Führer der chinesischen Kommunisten marschieren nach Canton, wo die Bevölkerung durch Maueranfchläge aufgeforbert wird, sich einer Ausstoßung der Kommunisten zu widersetzen. Die kommunistische Revolution zielt aus Vernichtung der Kuomintang Partei und der Rational-Regierung eb. Die Rationalisten setzen sich zur Wehr. t
was ist uns Abrüstung:
England kümmert fich um niemand in der Welt.
London, 9. Dezember.
Auf di« kürzlich erlassen« Botschaft Coolivgr» an den amerikanischen Kongreß über den BuSbau der Rüstungen erwiderte der englische Innenminister: Ich beklage mich nicht über eine einzige Silbe des amerikanischen Präsidenten. Aber ich sage dem Präsidenten und dem Volke Amerikas: „Die Erklärung, die für Euch zutreffend ist, trifft in gleicher Weife für Großbritannien zu. (Beifall). Wie Präsident Coolidge vollkommen in seinem Recht beschlossen hat, zu bauen und was er für das amerikanische Volk für notwendig erachtet, so ist e» unsere Pflicht — und das Kabinett nimmt dieselbe »erantworttiche Stellung ein wie der Präsident in Amerika — das zu tun, was wir für richtig halte» ohne Rücksicht auf die Forderungen ober Wünsche irgendeiner anderen Ration in der Welt." (Beifall). Für Abrü- stnugsutopieu sind wir nicht zu haben. Trotz aller Schiedsgerichtsbemühungen sind noch immer große stehende Heere auf dem Kontinent vorhanden. Der erste Gedanke de» Kabinett» ist Sicherheit und erst tu zweiter Linie kommt Sparsamkeit. (Beifall).
Kinder des Glücks.
Abschied und Mebertehr politischer Größen.
Di« kürzlich »eröttrnlNcht« kurze Roth über M* Ertttznn, des deutsche» Berbandluaasleittrs litt Voten, Lewald, durch Hermes, birgt den Schind einer der ersolgreichsteu dcutickeu Be- auiicufauieicn dazu, was »oütikb ulereflenfct ist, den Wiedereintritt i» die grade »Welle Wett cluce leit vier Jakre» im Hintergrund «ebenden trüber küvreuden Ieutrnms-Mauueö. Exzellenz Theodor Lewald gehört zu den wenigen Glücklichen, bie immer aus der Sonnenfette des Lebens wandelten. Mütterlicherseits floß in ihm das Blut alter deutscher Bürgerfamtlien — sein Urgroßvater von dieser Seite war der Bischof Bernhard Dräseke — sein Vater aber, ein Berliner Justtzrat, entstammte der bekannten, seit vielen Generationen wohlhabenden ostvreußisch scklesischen Kaufmannssami- (ie Lewaid. Diese, die ursprünglich jüdisch war und Markus hieß, schenkte der deutschen Literatur die Schriftstellerin Fanny Lewald, gab dem preußischen Staat eine Reihe hoher Beamter und Wirtschaftler. Roch heute in Schlesien mehrfach angesessen, haben sich bie Lewalds mit einer Reihe altvreußischer Adelsfamilien versippt und verschwägert. Die nicht alliäglickie Bkutmischung gab Theodor Lewald Geschäftssinn, Wcltgewandtbeit und Organisationstalent Sckon als einundd eißigsäh iger Negierungsassessor kam er in das Reichsamt des Innern, wo er nach und nack bis zur Exzellenz aufstieg. „Lewald," erklärten seine Kollegen etwas höhnisch und neidisch zugleich, »versiebt es immer, die besten und mtercssantesien Dezernate zu kapern." So war er zweimal Reichskommt s s a r für Weltausstellungen (Paris u. Chicago). „Der schöne Tbeo", wie er in der Berliner Gesellschaii hieß, groß und stattlich mit seinem schönen, interessanten Kops und gewinnender Liebenswürdigkeit ein gewandter Tänzer und ein amüsanter Causeur, war nicht nur in der Pariser Gesellschaft ein
viel umschwärmter Löw«,
auch in Amerika feierten ihn die schönen und eleganten Damen des smart sets, ja zeitweise tauchte sogar in amerikanischen Zeitungen das Gerikcht feiner Verlobung mit der Präsidentenlachter Aliee Roosevelt aus Exzellenz Setoatt 'st Junggeselle geblieben. Er war zu sehr Lebenskünstler, nm die nun einmal mit -jeder Ebe verbundenen Lasten des Alltags au sich zu nehmen. In einem entzückenden kleinen Schlüsselroman »Die Rose vor dem Tore" hat er uns die Witwe seines Bruders -dclir Lewald. der als Wirklicher Geheimer Obersinanzrat und Präsident der Preußischen Generaklottrriedirektion starb, plastisch geschildert. Eine Tochter de- ob dcnburgischen Ministerpräsidenten kaufen hat sie sich als „Cb.nnii Lewald" einen Namen in der deutschen Literatur gemacht. 1921 zur Disposition gestellt, nutzte Lewald
feint Beziehungen zu Ebert her ihn sehr schätzte, aus und erschien nach einiger Zett wieder auf der Bildfläche, und zwar als Leiter der deutsch-polnischen Handcls-er- waasverbandlunaen. ein halb diplomatisck'er. halb verwallungstechnischcr Posten, wie er ihn m jüngeren Jahren so oft gehabt hatte, mit schönen Dienstreisen, großen Tagegeldern, Festessen und anderen amüsanten und interessanten Beigaben einer solchen Stelle. Rnn ist auch daS z» Ende Herr Lewald ist nur noch Präsisident des deutschen ReichsausschusseS kür Leibesübngen. Aber da im nächsten Jahre in Amsterdam di« «rite Llypiade ist, wird der ietzt Siebenundsechzigjährige nock einmal in den Brennvunkt internationaler Repräsentation treten. Groß und stattlich wie Erzellenz Lewald ist fein beinah« zwei Jahrzehnte jüngerer Nachfolger, Jinanzmtnister a. D. Dr. Andreas Her. mes. Mer was bei Lewald «legant« Fülle, ist bei ihm schon Embonpoint. Auch fehlt seinem nirfi* unschönen Kopse das Interessante, Aristo« kratische, bas Lewald hat Freilich» ist et in der Wahl seiner Eltern nicht so vorsichtig gtwe'en wie jener. Er ist s e l s m a d e m a n. Seine
Mutter war Wäschebewahrenn im städtischen Voflsbad in München-Gladbach. Schon als er Vokksschüler war, wurde die katholisch« Geistlichkeit auf seine außergewöhnliche Begabnng aufmerksam. Sie ließ ihn dar Gym- nasinm besuchen und znm LandwirisckastSlehrer ausbilden Spater war er Hikf»arbeiter der LanowirtsckaftSnefellsckast, die ibn ans Steifen schickte. In Frankreich unlersikckte er btt Ent- Wicklung bei kleinbäuerlichen Besitze- — mit einer Arbeit bierüber promovierte er in Bonn zum Dr. Phil. — in England studierte er Pftrd«., Schaf- und Schweinezucht. Schließlich