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Meler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Sonntag, 4. Dezember 1927

Briand baut Brücken nach Moskau

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Reise-Aenderung knüpfen | unkonlrollierbaren Gerüchte.

Amerika fragt nicht nach «Senf.

heiratsfähigen Älter nicht al« Mauerblümchen

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[»gegangen Das ist eine Ziffc, Stand des deutschen Schulwesen,

der drei be-

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kicher Arbeiter. Wie nerl

den Parteien bi» heute früh zwei Uhr verhau

Liebes­kühnen leider

Da in-

Staatsgewaltigen inbezug auf soziale gaben waren dünn gesät, während die Luftschlösser der anstürmenden Neurer meist... im Monde zu liegen pflegen.

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Nur Einigkeit macht frei.

Deutliche Winke für Bayern.

Die Entwicklung hinsichtlich der Kompctenz- verteilung zwischen Reich und Ländern habe

»oucour bringt Mr Kampfdühnr zusammen.

Genf, 3. Dezember. Portugal hat beim 83b kerbundSrat eine finanzielle Sanierungsaktion beantragt. Der längere Aufenthalt der Russen

Amtliche« Organ Ver Stadt Staffel 17. Jahrgang

wegen Mangel an männlichen Partnern verges- e- "i werden. Die Zahl der Schulen

Weder die WirtschaftSkoryphäen der Wil- helmstratze noch ihre ungnädigen Kritiker und Ankläger konnten den unter den Alltagsbürden der Teuerungs-, Arbeitslosen-, Steuer- und an- deren Sorgen hinkeuchcnden Zeitgenossen ir­gend einen frischen Labetrunk oder andere heil­kräftige Lebensesienzen reichen. Nichts brachte der große Wirtschaftsfischzug im Reichstag ans Land als die sattsam bekannten, nur allzu pla­tonischen Steuer, und Preisabbauergüffe der Unentwegten und die unnütz vor der Welt breit­getretenen Gemetndeanwürfe Schachts, dem sein jüngster TemperamentsauSbruch teuer genug zu stehen kommt. So brennt denn das bengalische Redefeuerwerk in den Heilgen Wallott-Kuppel- hallen ohne tiefen Nachhall, oder bleibenden Ge­winn für die breiten schaffenden oder darbenden Volkskretse ab, denn auch die Verheißungen der

Nummer 284. Amtliche« Organ der Stadt Staffel

DikABESchötzm

Was un» die Schulziffvr« verraten.

os die Russen in Gens halt

Briand will vermitteln / Eine Basis auch für England?

Dresden, 3. Dezember, men und zwar auf der Grundlage der drei be-

Die vor dem sächsischen Schlichter auf gestern kannten Forderungen de» EinheitSverbande» der angesetzten Verhandlungen haben bisher Eisenbahner: 1 Seine Maßregelungen, 2. Mn

n-ch »<»1 ftattg-stmden. Dagegen ist zwischen Su

Gens, S. Dezember. Die Führer der ruffi- scheu Delegation Litwinow und Lunat- sch ar Ski werden, wahrscheinlich doch nicht mit der übrigen Delegation am Sonntag Heim­reisen, sondern mindestens biS Montag hier bleiben und zwar, wie man hört, aus ausdrück lichen Wunsch BriandS. An diese Plötzliche

Hch alle möglichen

träume begegnen heute wie ehedem gleichviel, wer sie deutet, einem diabolischen oder peinlich verlegenem Lächeln der Wiffenden. Moskaus kühle Dusche hat den Sttttern Eisen- sauft im Genser GlaSpalaft doch so den Atem verschlagen, daß sie HalS über Kops nach Ab- halsterung der »SickerheitSkomm'tecS' daS Ab- rüstungSmahI verließen Graf Bernstorff löste den Bann gelähmter Obnmacht mit betr Allheil­mittel: Vertagung, die man gleich bi» in den Mär, ausdehnte. um die Franzosen vorher noch ihr Sicherheitsschäslein ins Trockene bringen zu lassen. F. R.

zurückzuführen, obwohl von französischer Seite bestritten wird, daß dieser irgend eine Jnitia- tivc ergriffen habe. Man läßt aber erkennen, daß Frankreich ein Interesse an einer Aussprache habe. Diese ist zwischen Briand und Litwinow für Sonntag nachmittag be­reits vorgesehen.

Washington, 3. Dezember. (Funkdienst.) Präsident Coolidge ist entschlossen, in dem Pro- gramm weiterer Kreuzerbauteu fort» zusahren. trotz der kürzlichen Geste der britischen Admiralität. Dem Kongreß werden unverzüglich Kreuzerbauteu vorgeschlagen.

Wo« 6er Wirtschaft nottut

Inbezug auf die Städtekrittk schließe er sich seinem Kollegen CurtiuS an. Der Minister for- de: ne Ermätztgung de5 UebermaßeS der

Lasten für die Wirtschaft, aus Rücksicht auf die Konkurrenrfähigkett mit den Auslandsmärkten, die die Voraussetzung für die Ernährung der Bevolk ung auf verengten. Booen sei. Man müsse auch bedenken, daß die günstige Wirt- schaftsl^ge nicht immer anhalten werde. Die Zollpolitik deS Auslandes dürfe unferen Export nicht unterbinden.

Stresemanu bet den Bayern.

Nürnberg, 8. Dezember.

In einer Volksparteiversammlung führte Außenminister Dr. Stresemanu u. a. au«, daß man bei aller Kritik aber auch brauchbare Bor- schläge machen müßte, die zu besseren Erfolgen führen würden Unter stürmischem Beifall ver­teidigte er die Außenpolitik der letzten Jahre und verwahrte sich gegen die Auffassung der Bayerischen Vaterländischen Verbände, daß den­jenigen, die mit Marxisten zbsammengchen, der schärfste Kampf angesagt werden müsse. Als 1923 die Sozialdemokratie in Zeiten des Zusam- menbrechcus die Verantwortung mit übernahm, sei man in Deutfchland heilfroh gewesen. Dr. Stresemann wandte sich gegen das Schlag­wort von der internationalen Versklavung Deutschlands. Die Anleihepolitik sei ein Aktiv­posten in den Beziehungen zu den ehemaligen Gegnern geworden. Die Kritik des R e p a r a tionsagenten sei insofern völlig unberech­tigt, als sie sich mit den uns in Versailles auf- erlegtet Zahlungen beschäftigte, und die Ent­schädigung der liquidattonsgeschädtgten Deutschen könne man nicht zum Gegenstand einer Kritik machen. Dasselbe gelte von der Beamtenbesol­dung. Wenn man eine gut» Verwaltung haben wolle, müsse man eine

entschuldete Beamtenschaft haben. Die Gehaltssätze seien tu einer Zeit aufgestellt worden, in der man höchste Opfer von der Beamtenschaft verlangen mutzte und man hat später verabsäumt, rechtzeitig einen Ausgleich herbeizuführen. Die schrankenlose Ucberschrei- tung der Voranschläge durch das Parlament müsse man verhindern. Die Verantwortung müsse bei der Regierung liegen und daS Parka ment dürfe nicht aus Popularitätsrücksichten die Gefahren, die in c;ncr solchen Entwicklung lie­gen, steigern. DaS Volk müsse e£ verstehen, wenn die Regierung demgegenüber nein sage.

günstiger als der Reichsdurchschnitt (25 Prozent) sind auch noch Bayern, Baden, Berlin, Braunschweig, Anhalt und Waldeck. Die geringste Senkung der Schülerzahl weisen Ost- Preußen und Obersthlesien auf, während Hanno- bet, Westfalen, die rechtsrheinischen Gebiete der Rh'lnprovinz, Hessen usw. ziemlich genau auf dem Reichsdurchschnitt liegen Von den 6,6 Millionen Schülern sind 3288 000 weiblich. Die

«n-ben find also in der Ueberzahl.

Das erklärt sich au» der Überhaupt noch rätsel. haften ober nach Kriegen immer wieder zu beobachtenden Erscheinung, daß in den Kriegs- jähre» auf hundert Mädchen immer ein bi» zwei Knaben mehr geb» wurden Gegenwärtig betragen He Berhäli zahlen zwischen Schülern und Schülerinnen 101,6 zu 100, waS einen sehr hohen Prozentsatz der Knaben bedeutet, wenn man berücksichtigt, daß vor fünf Jahren die gleichen Verhältnis- zahlen 100,8 zu 100 gewesen sind Da die Kna- benmehrgedurtenziffer also zum großen Teil schon biS In die Schulen hineinaerettet ist, trotz der ungleich stärkeren Anfälligkeit deS so- genannten starken Geschlechts in den zarten Kinderjahren, Haden die wetterfesteren Ange- börigen de» angedlich schwächeren, des weid- ltchen Geschlechts in den Schulen bessere Aus­sicht als le. im

wird voraussichtlich noch bis 1933 in den Ein- schulungsMern zutage treten. Dann wird aber ebenso sicher ein ziemlich rascher Abstieg folgen, weil in den Jahren der feeren Wirtsckasts- nöte auch di« Geburtenziffer wieder eine scharfe Senkung erfahren hat. Diese Erscheinung wird durch die gute Wirtschaftslage in diesem Jahre wohl nicht abgebremst werden. Man darf sich nicht darüber täuschen, daß der Wille zur Be- schränkung der Geburtenzahl sehr weite Kreise des deutschen Volkes ergriffen hat, und daß der Geburtenabfall sich eher in noch schnellerem Zeitmaß vollziehen wird. Im Reich ist der stärkste Abstieg der Dchülerziffern in den Frei­staat Sachsen, Thüringen urtb Würt­temberg eingetreten (über 30 Prozent) Un- ~ * Reichsdurchschnitt (25 Prozent)

. Baden, Berlin,

Waldeck. Die

- Wirtschaft und Politik.

zweifellm. die EristenzfähigkeU einzelner Län­der bedroht. Wichtiger oei BerwallungSreform sei das Wegfällen unnützer Arbeit, al« daS Ein- sparen von Gehältern. Die Verfassung dürfe kein Hinderungsgruud sein für eine gesunde Entwicklung und diejenigen Länder, die Reichs läuder werden wollen, dürfen daran nicht ge­hindert werden. Wenn alle Länder Deutschlands von dem Willen beseelt wären, ihre Selbftstäu digkeit aufzugeben, so würde et das begrüßen Aber -6 dür,e auch kein Staat hierzu gezwungen werden, da ein solcher Zwang uns leicht wieder eine geistige Mainlinie schaffen würde. Unbe­dingt notwendig sei aber eine Einheitlichkeit des deutschen BerkchrSwchenS und das unbedingte Zusammenarbeiten in großen Fragen unter Führung des Reiches. Die Fragestellung von rechtS:deutsch oder international", rechts oder links?" wies der Minister zurück. ES habe sich gezeigt, daß nur diejenigen Parteien eine Be­rechtigung haben, die praktische Arbeit leisten können. Was wir aber vor allem brauchten, sei eine einheitliche Außenpolitik, da der einheit- liche Wille eines Volkes das einzige ethische Machtmittel eines machtlosen Volkes sei.

Gesamtzahl. Diese Erscheinung ist zwanglos aus der Tatsache zu erklären, daß zur Zeit fünf von den acht Schuljahrgängen der Volksschule her EmpfängniSzeit nach den Kriegsjahren an- aehören. Während die Einschulungszisser 1914 noch 1377 000 betragen hat, erreichte die Ein­schulungsziffer mit 638000 int Jahre 1924 bett überhaupt tiefsten Stand, kaum die Hälfte der normalen Ziffer. Auch 1925 brachte nur einen Anstieg auf 675000. 1926 kam dann nahezu eine Verdoppelung der ABE-Tchützen auf 14 Mil­lionen. Auch für das lausende Jahr liegt diese Ziffer ganz dicht bei den besten Frivdensjahren. Das hangt zusammen mit dem riesenhaf­ten Anwachsen der Geburtenziffer nach dem letzten Kriegssahr. Die

Auftriebskraft der Geburtenziffer

... nung, daß ein güitsti

beit worden Sie treten heute erneut zusam »zustande kommen wird.

Im Verlauf der letzten fünf Jahre hat sich Schülerzahl in Deutschland von 8,9 Millio- t auf 6,6 Millionen gesenkt. DaS ist ein Rückgang um ein volle« Viertel der

tattgefunden und von dem starken Angebot an wngen Kräften ist nur in sehr beschränktem Umfange Gebrauch gemacht worden sodaß die ^unsilehrernot sich ja zu einem Problem auswachsen konnte. Die Zahl der vollbefcbäf- ligten Lehrkräfte ist aber nicht entsprechend der Schülerzahl um 25, sondern nur um acht Prozent erfolgt, sodaß heute auf 37 Schüler Äon eine Lehrkraft entfällt gegen früher auf 45. Berltn bat sogar heute noch eine Schule trebr bei gleichzeitiger Senkung der Sckmler- Mffer aber um mehr al« 100 000 Dine Schul- Vermehrung hat u a auch ftattgefunden in Reffen Hamburg, Lippe usw Im Freistaat Sachsen, in Brandenburg und Hessen» Nassau usw ist die Zahl der Schulen bei­nahe gletch geblieben. In drei Provinzen wur«

Prozent zunickgegangen Das ist eine Ziffer, die für den Stand der deutschen Schulwesen­ein ausgezeichnetes Zeugnis ablegt Rich, die Schul,M, sondern die Schülerzahl auf die ein- lest» Klaffe ist im wesentlichen geringer, die Schulversorgung deS einzelnen Kinde« also bedeutend besser geworden; denn in einer Klasse sitzen heute 35 gegen früher 43 Kinder im Durchschnitt Run bat zwar auch ein

Abbau der Lehrkräfte

Woldemaras steigt In Berlin an«.

Berlin, 3. Dezember. (Eigene Drahtmeldung.) Der litauische Ministerpräsident WoldemaraS traf heute vormittag in Berlin ein und wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach im Laufe deS Tages nach Genf weiter begeben.

Di« lUneler «eueften Nachrichten erscheine» wSchenwch 'ech»mat nachmmaa». Der Abonnemenlivreie bc.raai Ifir de» Monat 1.- Jt bei freier Aultellutta tna «.tu«, tn der ÄelchSitsftelle abgedolt 1.80 Durch die Soft monatlich Jl ausfchlienltch .-juftettunaraebüdr. ilernferetbet 951 und 959 Sür «noerlanai ttnetünbt« Beiträge kann die Redaktion eine Verantwortung ober Gewähr tn keinem ftalle flbernebmen Rückiablung de» BeiugSgelber oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungSmähiger LIelerung tft audseichiosten. Poftlcheckkon« Srankiurt e. M Nummer 6880. Einzelnummer 10 4 LonntagSuummer 90 4.

SS liegt nur an Muffolini.

Befand möchte e« auch mit Italien nicht ganz verderben.

Pari«, 3. Dezember. In offiziellen Kreisen Briand hege den lebhaften Wunsch, daß der eng verlautet, daß zwischen Lhamberlain und S9r fische Austenminister in Genf vermittle, um eine and bte Frage der Zusammenkunft zwischen Bri französisch-italienische Besprechung herbei,u- and und Muffoltnt geprüft werden dürfte, führen.

tzinlenken im Wenbahnerftreik?

Die AuSfichten in Dresden stehen günstig.

zwischen auch von den grollenden Stadt-Aller­höchsten dem Reichsbankgefürchteten energisch beigebogen sein dürfte, daß die bekrittelten »Luxusausgaben" der Städte nur den Millionen Eingepferchter ein wenig- Licht, Lust, Sonne, Glück spenden sollten, wird nun hoffentlich auch über dtefe peinliche Episode wie über die Kreu­zigung Köhlers und anderer Ministerkollegen Gras allmählich w'eder wachsen.

Denn es will uns bedünken, daß die meist aus kurzsichtigen, überempfindlichen, händelsüch­tigen »höheren" Parteirücksichten aufgewirbelten Klopsfechtereieu den dadurch vertrödelten Le­bensbedürfnissen der Nation direkt zuwiderlau­fen u. nicht immer das Matz höchster Verantwort­lichkeit erkennen lassen, das der Wähler von sei­nen Vertrauensmännern und der Nichtparteiler von seinen bezahlten Sachwaltern und Schtck- salsberufenen zu fordern befugt ist. Der in bit­terster Notzeit stillschweigend geübte Burgfriede sollte an weithin sichtbarer Kommandostelle, ganz abgesehen vom friedeheische.tden Christmond weder leichtfertig getrübt noch als Gegenhieb cholerisch umschnauft werden. Der Fall Keu- dell-Braun hat noch nicht ausgespukt, wenn auch der Kanzler diesmal die erregten Beschwer­den deS Preußenpräsidenten über den Extra- galopp Keuvells für die Studenten nicht für stich­haltig erklärt, ohne freilich die Schärfe des Tons zu erwidern Cb sich freilich der große Anti­pode und »regierungsnachoa. mit der fünften Be­schwichtigung befcheidet, -st mehr als fraglich Aber der noch immer zerklüfteten Volksseele, den breit auseinanderklaffenden Gesellschafts- und Parteischtchten sollte der Verstand der Verständi gen die kurze Erholungs- und Heilungspauk- gönnen, die vielleicht noch vom wilden Wahlg» tümmel trennt Es hat keinen Sinn, von der inneren und äußeren »Konsolidierung" zu fa­beln, wenn derganzeinnere Menfch nicht fest und unverrückbar im Glauben an sich selbst an die bellere Zukunft seines Volkes, an die Un- Vergänglichkeit, den unumstößlichen Wert feiner Lebensziele, an die ewige Heimat feiner Seele ... wie ein Granit in sturmzerfetzter Brandung wurzelt.

Eingekeilt zwischen die Sperrforts, Kriegs- Maschinen und reisigen Heere der nur auf eigene Sicherheit und Wohlergehen bedachten Nachbarn wird ohnehin nur kompakter, scharf geschliffener Bolkswille unsere einzige Waffe für die nächsten Beft iungsjahre fein. Diese Binsenweisheit bat der vom Vertrauen aller Parteien von Herat bis Höllein bedachte Außenminister nun auch den trotzigen Bavernbrumm^chädetn in Regensburg einzuhämmern versucht. Die bittere Pille be« Einheitsstaats tunkte et dabei für unsere quer- köpfigen Stammesbrüder in die heilsame Me­dizin eines geschlossenen StaatSwillenS, al« letztem Wut derkräutlein für Genesung und