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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 275. Ämtltches Organ der Stadl Kaffer. Donnerstag, 24. Novemver 1927. Amtliches Organ der Stadt Kaffer. 17. Ja rttang

©trefemann für Gens gewappnet.

Belgien wieder im Sattel / Dollarmillionrn für russisches Petroleum.

Baldwin sturmreif.

Opposition und Presse alS Rcgierungsstürzcr.

Die letzten UnterheuSstürme haben bestätigt, daß die Opposition der Liberalen und Sojiali« sten daS Kabinett Baldwin sturmreis hält. Die gegenwärtige Legislaturperiode in England räumt dem Kabinett und dem Unterhaus zwar noch eine Dauer von rund anderthalb Jahren ein, die Oposition dagegen versucht im Lande einen Sturm der öffentlichen Meinung zu ent­fesseln, der die herrschenden Konservativen von der Bildfläche hinwcgfegcn soll. Die Taktik der Arbeiterpartei liegt klar zu Tage. Um so unver­ständlicher ist eS, daß der Erstminister Baldwin eS ablehnt, eine Erklärung zur Haltung der Re­gierung in der K o h l e n f r a g e abzugeben, ob­wohl das menschliche Mitgefühl mit der zwei» felloS außerordentlich schwierigen Lage der eng­lischen Bergarbeiter schon zahlreiche sozial den- kcitde Engländer, insbesondere die Mitläufer der konservativen Partei, entsremden muß Dazu kommt, daß die fortgesetzte Weigerung BaldwinS, die Interpellation MacdonaleS ös- fentlich zu beantworten, in der englischen Par- lamentSgeschichte einen ganz ungewöhnlichen Schritt darstellt und den Protest aller Freunde des britischen Parlamentarismus hervorruft. Wie man öffentliche Meinung macht, zeigten die englischen Arbeiterparteiler vor wenigen Tagen, als sie mehrere Hundert arbeitslose Bergarbeiter in zwölf tägigem Fußmarsch aus dem Bergarbeiterrevier irr Wales nach London kom­men und dort öffentlich demonstrieren ließen. Der Streit der Opposition mit dem Kabinett er­streckt sich nicht nur aus die Bergarbciterkrise, sondern ebenso aus die Krisis der britischen In­dustrien, die zu einer vordringlichen Ausgabe des GesamckabinettS geworden ist.

Testen Lage gestaltet sich jetzt in dem Kamps um die öffentliche Meinung recht bedenklich. Verlangte doch kürzlich auch der ZettungS- gewalttge Lord Rothermere von der Konservativen Partei, daß sie Baldwin abschüt- tclt, wenn sie sich nicht auf einen heftigen Kamps seiner Prefle gefaßt machen wolle. Während aber Rochermere das Kabinett Baldwin mehr aus innerpolitischen Gründen beseitigt wisten will, bekämpft es sein Konkurrent, Lord Be- averbrock, aus anßerpolitischen Erwägungen. Dieser edle Lord, der Besitzer zweier einflußrei­cher Blätter, verlangte von dem Kabinett Bald­win, das den divlomatischen Bruch mit Sowjet- Rußland herbeifuhrte, die sofortige Aussöh­nung mit Rußland. Die Folge davon ist, daß'die Regierung gegenwärtig nur über die Blätter der englischen Hochfinanz und des Adels die eine gesamte Avflegezisfer von nicht einer Million besitzen, verfügt, während ihre Gegner täglich an ungefähr zwölf Millionen Engländer durch zahlreiche billige Tageszei­tungen und Wochcnjournale herankommen Das Kabinett Baldwin kämpft somit gegen zwei Fronten, dte offizielle Opposition im Unterhaus und gegen die gewaltigen ZeitungS könige. Als dritter nicht zu unterschyätzender Gegner kommt die englische Friedensbewegung hinzu, die unter Führung Lord Roben CecilS gerade jetzt ungeh-nre Anstrengungen macht, um die englische Volksseele aufzurütteln und gegen die amtlich« Außenpolitik des englischen Kabinetts in Bewegung zu setzen.

Unverkennbar bereitet sich näml.ch eine Schwenkung in der Rüstungspolitik der britischen Regierung vor. Der erste Lord der Admiralität ließ näml'ch dieser Tage mittet'en

George wittert jedenfalls politisch« Morgen lüft. Er yat manchen triftigen Grund dazu.

Für Genf bereit.

Freie Hand für Gtresemann.

Berlin, 23. November.

Die deutsche Delegation für Genf verläßt am 2. Dezember Berlin. Eine besondere Instruk­tion für den Autzenimtnister kommt kaum In Frage, weil Stresemann wieder Handlungs­freiheit für sich in Anspruch nimmt. Der Sitzung veS ReichSkabinettS am Montag, sie sich mit Genf befaffen wird, kommt also nur formelle Bedeutung zu.

Reine Lust zur Abrüstung.

London wird den Amerikanern unbequem.

Washington, 23. November.

Die Londoner Andeutungen für Einberu­fung einer neuen FlotteitabrÜstungskouserenz werden hier mit geringer Begeisterung ausge­nommen. Bcs.ders in Marinekreisen befürchtet man, daß das nachträgliche Einlenken des bri­tischen AümiralstabeS die Aussichten, den Kon­greß zu bewegen, sehr verringern würvr. s

(Sin stiller Beobachter in (Senf.

Washington, 23 November. lFunktelegramm.) Der amerikanische Beobachter für Die Abrü­stungskonferenz, der Berner Gesandte Wilson wurde angewiesen, an den Sitzungen d«S Spe- ztalkomiteeS für die politische Abrüstung n.cht teilzunehmen, da diese Fragen Europa allein angingen Militärische Sachverständige werden nicht entsandt.

*

Die Nüssen unter Bewachung.

Grus, 23. November. (Eigene Drahtmeld- dung.) Auf den Drohbrief eines Freiburger ProfefforS hin haben die Behörden mit einem russischen Vertrauensmann die Sicherheitsmaß­nahmen vereinbart, die für die Russen getrof­fen werden sollen, welche am nächsten Montag in Genf eintreffen dürften.

Schrecken -es nächsten Kriegs

Ganz Ettropa ein Heerlager.

London, 23. November. Lloyd George be- tonte gestern, man könne fogar jetzt mit fünf rrnbn Millionen Mann Soldaten in Europ? rechnen. Dazu komme die heutige höhere Zahl der Gefchütze und Flugzeuge gegen 1914. Des Ferneren seien Giftgase und Studium der Ver­wendung von Krankheitsbazillcn hinzugetreten. Ein englisch-amerikanisclier Krieg sei unmög­lich. Amerika würde niemals eine Niederlage Englands zugeben und auch jederzeit an die Sette eines bedrohten England treten.

Steht -er Kreml wieder fest?

Rykow wirbt. Schwache Opposition.

Moskau, 23. November.

In Charkow sprach Rykow aus dem Komm», nistenkongreß der Ukraine worauf er die Char- kower Lokomotivfabrik besuchte, wo er sich Über dir internationale und die innere Lage der Sow­jetunion äußerte.

Moskau, 23. November. Laut Pressenotiz haben sich bisher in den Sowjetortschaften für die Linie beS Zentralkomitees der kommunisti­schen Partei der U. S. S. R. 555 520 Parteimit Bliebet ausgefprochen, dagegen 3264 (0,6 Przt.)

Im Palast -es To-es.

Der Sultan ist tot! Es lebe der Sultan!

Fez, 23. November.

Nach maurischem Gesetz wurde noch am Bei- letzungStag des MarokkosultauS sein jüngster, zwanzigjähriger Sohn, Prinz Sidi, zum Sultan proklamiert Die moh'medanischeu Schriftpe lehrten versammelten sich sofort im Sultans- Volast, und die Tore wurden mit Wachen besetzt, mn jede unrechtmäßige Beeinflussung und In ttigue zu verhindern. Alle drei Sultansöhne mußten bis zum Abend im Palast verweilen Fez war früh auf den Beinen, alle Läden wa­ren geschlossen, während Trauerfahnen von den Palästen und öffentttcken Gebäuden wehten. Ter neue Sultan wurde dann feiettich zum Herrscher anSgernfen, nabm im Palasthofe die Parade der berühmten Schwarzen Gar­den ab und empfing die Huldigung aller Pa-

daß der Ban zweier der drei im Flottenetat vor­gesehenen Kreuzer nicht fortgesetzt werden soll. Ties ist eine weithin sichtbare Geste an Nord­amerika. Schon spricht man auch häufiger unb ernsüicher von einem Flotte nf eiet tag mit Amerika, von einem Atlantik-Pakt, von der Zustimmung zu dem Vorschlag deS amerikani­schen Senators Borah, den Krieg zu verbieten tb als Völkerrecht zu kodifizieren und anderen den Frieden fördernden Forderungen der eng­lischen Opposition Selbst das Erscheinen der RusfeninGenf wird nicht unfreundlich be­grüßt. Die Opposition erblickt aber hierin Ein- oeständnisie von offensichtlichen Schwächen und scheint nicht gerade gewillt zu sein, die neu«-« hoffnungsvollen Ansätze einer veränderten kon­servativen Friedenspolitik ernst zu nehmen und in Folge davon seinen Sturm ans daS Kabinett Baldwin abzublasen Wttckie der beid n Oppo­sitionsparteien an? dem Kampfe schließlich al« Sieger hervorgeht, steht noch dahin. Lloyd

lastbeamten. Der Leichnam des Gestorbenen, in die weiße Robe gehüllt, die er im Augenblick seines Todes getragen, wurde aus einer Bahre zur Hauptmoschee getragen, der Begräb­nisstätte der marokkanischen Herrscher, geleitet von dem französischen Generalresideulen Steeg mit Begleiter unb der Schar der maurischen Häuptlinge und Edlen. Hier wurden die ge­wöhnlichen Totengebete gesprochen, und dann wurde die Leiche in dem weißen Gewand dem Grabe übergeben Der Zua ging durch eine ungeheure schweigende Schar von Ein­geborenen, die alle Straßen und Plätze erfüllte.

Geschäft ist Geschäft.

Amerika kaust Rußlands Petroleum auf.

Newyork, 23 November

Der zwischen der OelaeseUschoft unb der Dow jet-Regieruna abgeschlossene neue Vertrag auf sechs Jahre sieht die Lieferung von mindestens" 360 000 Tonnen Petroleum vor, sodaß die Stan­dard Gesellschaft jetzt im Ganzen 1400 000 Ton nen erhalte Eine zweite Gesellschaft hat aus Lieferung von 225 Tonnen Petroleum mit der russischen Regierung abgeschlossen und ver­handelt Über weitere Lieferungen.

Anter anöerem

Und wir .?

Auf dem Riesen-Friedhos von Verdun. Bon

L T Weth.

Sott Paris bttrAS Maraetal, Wo ttttlcre Ge- banfen am lotcaiountan tu eilten. Erschütternde Silber vom Heldettrinaen. - DaS Denkmal bet aetiiatanlenb.

Paris, 20. November.

Der Zug fährt auS der Bahnhofshalle in den dichten Morgennebel. Die Lichter der Lokomo­tive geistern gespenstig vorwärts. Man steht nichts von den Wagen, so nebelig ist es' nur das Rattern der Räder scheint in der feuchten Lust doppelt laut zu dröhnen. Der Reisende ahnt nur die Wiesen und Wälder, die der Zug vurchschneidet. Nur dort, wo der N.bel sich langsam teilt, fällt der Blick aus alte graue Her­rensitze und leuchtende Auen von schwerer Fruchtbarkeit. Ruhig durchgleitet der Marne­fluß die Talsenke, als wüßten seine User nichts mehr von dem Ringen aus ihrem Boden. Jetzt ist bte Gegend still. Ruhig schlummern, in Wäl­der eingebettet, die Dörfer; nur ein zerschos­sener Kirchturm gibt Zeugnis von einer wilden Zeit. Dann sind wir in Chalons. Lang­sam windet sich der Zug in den Argonner- wald. Namen, die uns einst der Heeresbericht

Belgien nach dem Ausscheiden btt Sozialisten Brüssel, 23. November.

DaS neue belgische Kabinett ist wieder von Ministerpräsident Jasper gebildet worden und setzt sich aus vier liberalen, vier katholisch.-n und zwei demokratischen Ministern zusammen Neu eingetreten sind zwei liberale und zwei de­mokratische Abgeordnete. Die bürgerliche Presse begrüßt daS Ausscheiden der Sozialdemokraten

Brüssel, 23. November. (Drahtmeldung Das Ministerium des Innern übernimmt Sena­tor Carnoy (Dem.). Die Kabinettskrise ist da mit gelöst.

* *

Belgien stellt sich um.

DaS Regierungsprogramm ohne Sozialisten. Brüssel, 23. November.

DaS Programm der neuen Regierung lautet: 1. Baldige Prüfung der Militärvorlage durch die gemischte Kommission; 2. Sparpolitik; 3 Budget-Gleichgewicht; 4. Verminderung und Vereinfachung der Steuern; 5. Durchführung der fchwebenden großen öffentlichen Arbeiten Konfefstonelle- und Sprachenfragen sowie Am­nestie werden ausgeschaltet. Das neue Kabinett wird heute Morgen den Eid leisten.

Das auswärtige Amt hilft.

Keine Verschleierung der Tscherwonetzfälschungen Berlin, 23. November.

Die Behauptungen eines LinksblatteS in der Angelegenheit der Fälschung söwjet russischer Tsä^rwonetznoten habe daS Auswär tige Amt neuerdings bei Polizei, Gericht uns Presse eineBremstätigkeit entfallet um die weitere Aufklärung der politischen Hintergründe der Fälschungen, in denen DeterdIvg eine maßgebend? Rolle spiele, zu verhindern, ist auS der Luft gegriffen. DaS Auswärtige Amt Hai im Gegenteil die Nachforschungen angespornt in der Ansicht, daß auf deutschem Boden unter feinen Umständen irgendwelche politischen Um triebe gegen auswärtige Mächte geduldet wer den können.

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Sflr Me DerelnveiNlchung Mitteldeutschland«.

Halle, 23. November Am morgigen Don- nerstag wird der Landeshauptmann der Pro­vinz Sachsen, Geheimrat Dr Hübner >n Magde. bürg über die mitteldeutsche Frage sprechen. In diesem Vortrage, zu dem auch die Regierungen unb Parlamente der Freistaaten Anhalt, Braun- schweig, Sachsen unb Thüringen geladen sind, werden di« Richilinier. weiter verfolgt, die der Ptovinztallandtag für die Vereinheitlichung Mittelbeujschlanbs im März festlegten.

Lin schau iges Begräbnis.

Brückeneinsturz unter dem Leichenzug.

Madrid. 23. November

AlS der Leichenzug mit dem von den Som munisten ermordeten Bergarbeiterführer unb Sozialisten Jose Jiglefias einen Fluß Über gurrte stürzte die Brücke ein Der Leichenwagen and mehrere hundert Personen Nelen in das Wasser. Sirbenunddreißlg Personen wurden verletzt, davon sieben schwer.

vermittelte, tauchen vor uns aus; verschlafene Dörfer, deren Namensklang noch erzählt von Jammer, Blut unb von Schmerzen. Die Sonne des Herbsttages aber

eergolbet ben Argomterwalb so herrlich, baß man im Frieben ber Landschaft baS Leid vergißt. ... Vor uns liegt Verbun, bas ein ganz unbebeutenbeS kleines Stäbtchen geworben ist. Kaum ben vierten Teil seiner Einwohner von vor bem Krtege hat eS heute. In ben neu erbauten Straßen gemahnen zersallene, trostlose Ruinen immer noch an bas eiserne Geschehen von blutburchrauschten vier Jahren. Rur bas Kloster unb bie Kathebrale scheinen wie burch ein Wunber säst unversehrt. Breit ausladend stehen sie ba, Wahrzeichen einer sorglosen, wohl- habenben Vergangenheit. Währenb Tausenbe, Millionen von Menschen heute ihrer Lieben ge­benden, beren Grab sie mit Blumen schmücken, währenb Tausenbe mit ihren Erinnerungen draußen bei den Gräbern der Gefallenen weilen und andere ihre Gedanken zum Meer hinaus- senden, wo bie Wellen Ihre Toten umspülen, fahre ich hinaus aus ben

erfdjütternbften Friedhof der Welt, ber in seiner furchtbaren Stille unenvlich viel erzählt von Grauen unb Heldentum. lieber flache Hügel ber Gote Lorraine geht bie Fahrt. Trost­los unbebautes Laub, mit wilbem Unkraut über­wuchert. liegt vor uns. Ein paar tote Bäume recken verzweifelt ihre Zweige in ben bleigrauen Novemberbimmel. Ein rechtes Totensonntags- Wetter. Die Sonne ist fort, schwer lastet bie Trübe auf ber Erbe, unerbittlich fegt ber Wind über bas Lanb. Sonst ist alles still. Der Motor ratt-Tt unbarmherzig burch die Gegend. Zer­schossene Unterstänbe, Geschoßteile, wüste

Knäuel von Stachelbraht, Knochenkeile, mit Rost bebetft unb halb bennobert bas ist bas Schlachtfeld von Verbun! Unregel­mäßig, mit bizarrer Willkür scheinbar in bie Erbe gezeichnet, liegen bie Granattrichter. Alles ist tot in biesem Lanbe. Rur ber Herbst warf auch hierher seine üppigen, satten Farbenflecke; die Blätter vom spärlichen Unterhol, leuchten purpurn, saft wie Blut. Vor einem kleinen Denkmal hält ber Wagen. Aus einem Sockel liegt ein sterbender Löwe.Hier starb die 130. französische Division* belehrt mich bie In- schrist. Kein Wort mehr siebt ba; man weiß nur, baß 1 500 Mann ber Rest waren, der aus ber Schlacht zurückkehrte. Ein wüster Trümmerhaufen bann: Maschinena-wehrstellun- n?n ber Deutschen vom Fort Baur. Um das Kreuz in ber wiiniaen Kapelle hängen bie Reste eines Fahnentuches. Der Friedhof aber geht weiter und immer weiter. ...Arn tiefsten ergriff mich eine schlichte Tafel mitten auf ber Strrfie; st- trug bie Inschrift:Hier war bas Dorf Fleurv*. Kein Denkmal schmückt baS Grab des DorseS. fein Hügel beb-ckt einen Menschen. Keine Spur eines Bahnhofs, einer Kirche. DaS Tors ist

wie verschwunden von ber Erbe, Granattrickter unb Steine nur reben eine er« schntt-rnbe Sprache. Von benen bie hier kitten unb starben, finden wir nichts. ... Zerrissen und bertollbert liegt ber Höhenzug berKalten