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Nr. 270.

Srevzehuter airaanq.

Kalkeler Neueste Nachrichten

2. Beilage.

Freitag, 18. November 1927.

Gin eitler Dieb

der Sammln:

das funktionelle Zusammenarbeiten wählen, d h., wenn dem Beschauer eine Modellierung dar- geboten wird, die sofort beweist, daß ein kor- rekter MuSkelgriff am Gelenk stattgefunden hat."

Haar. Ein Beamter hob die ausgefallenen strähnen vom Boden aus und verglich sie mir die bereit- da war. Und dann

Unser Bild

zeigt das im Kriege entstandene Riefengemälde eines Sturmangriffs »Den Namenlosen" von Prof. Egger-Lienz. (Eigene Aufnahme der Kas­

seler Neuesten Nachrichten.)

lich. Erst durch eine gleichmäßige Anstrengung der Beuge- und Streckmuskeln wird ein Gleich­gewicht der Muskelentwicklung erzielt, das die Schönheit des Armes hervorbringt. Sehr viele Arme find am Ellbogen eingeknickt, sodaß eine ArtX-Arme" entsteht. Ein grader, Wohl ge­formter Ellbogen kann aber durch die Uebung desArm-Ein- und Ausrollens" erzielt werden.

So bieten sich mannigfache Hebungen dar, um aus dem heute so vielfach deformierten Arm ein Vollendet schönes Gebilde zu machen. Frau Mensendieck gibt schließlich die folgende Defi­nition: »Ein Arm ist dann schön, wenn die ihm eigenen Bewegungen, wie Strecken, Beugen, Ein- und Ausrollen, die richtigen Muskeln für

lampen oder Gashähnen zu ge­langen. Im modernen Heim ist alles so bequem eingerichtel daß der Arm nicht mehr empo: geboben zu werden braucht. D>' durch verlieren aber wichtig r Muskeln ihre Festigkeit. Fi! ' einen hauptsächlichenMuKkri

Zerstörer" hält die Verfasseri

den Armstuhl, der das Gewicht der Arme trägt und so die Muskeln an den Schultern immer mehr verkümmern läßt. Nun wird aber die Hn- schönheU der Gliedmaßen vor allem durch schlaffe Muskeln hervorgerufen, die wieder schlappe Gelenke verursachen, und schlaffe Ge- letrfe zerstören die schwer erworbene aufrechte Architektur des menschlichen Körpers, tzm all­täglichen Leben werden die Arme mehl gebeugt, als gestreckt, denn die Beugemuskeln an der Innenseite des Oberarms sind für die Arbeit viel wichtiger als der Streckmuskel auf der Rück­seite des Oberarms. Durch diese Vernachläs­sigung des Streckmuskels bleibt der Oberarm an der Rückseite flach und formlos und wirkt häß-

zwungen war.

früher häufiger die Arme aue- strecken, um zu bohen Küchen­oder Bücherregalen, zu Häng,-

Schöne Arme.

Neues von Frau Menseudieck.

Die ärmellose Mode hat einen neuen Reiz der Frau, dem man sonst nur in seltenen Fällen zu Gesicht bekam, enchüllt die Schönheit der Arme. Aber leider sind es nicht nur vollkom­men geformte Arme, die man zu sehen bekommt, sondern es wird da auch manch Unschönes ent- hüllt, und die Damen müssen größeres Gewicht al- bisher darauf legen, durch Hebungen das hervorzubringen, was ihnen vielleicht die Natur versagt hat. Die große Vor- kämpierin der modernen Kör pcrkulrur, die Amerikaneri: Dr. Betz M. Mcensendieck bietet nun in einem soeben erschei­nenden Werk »Bewegungspro­bleme. Die Gestaltung schöner Arme" eine Anleitung, wie all­zu dicke oder allzu magere ' Arme mit etwas Geduld yno j Anstrengung zu formschönen Armen mit biegsamen, schmalen Handgelenken umgestaltet w^ den können.

Mit der Gedächtnisausstellung des im No­vember vorigen Jahres in Bozen verstorbenen tiroler Malers Albin Egger-Lienz vermit­telt uns der Kasseler ftunftberein das Erlebnis eines der stärksten Künstler Tirols. Seit Anton Koch und Defregger ist Tirol kein auch für das allgemeine deutsche Knnstschafsen so bedeutsamer Maler geschenkt worden.

Wer wüßte außer den genannten noch be­kannte tiroler Maler zu neunen? Die wenigen Lebenden, die man tn Deutschland allgemein schätzt. Leo Putz, Eduard Thöny, die Brüder Schiestl, Prof. Nitzl u. a. wird man kaum als Tiroler kennen, da sie schon zu lange außerhalb ihrer Heimat leben. Unb von den übrigen Künstlern Tirols, die feit Defregger und Egger Lienz still in ihrem Bergland herangewachsen sind Nikolaus Prachensky, Oskar Mulley, Al­fons Schnegg, Artur Nikodem, Leo Humer, Ernst Nepo, Hubert Lenzinger, Alfons Dum, Friedrich Hell, Paul Rittinger, Rudolf Gwtz, Ignaz und Rudolf Swlz, Weber-Tyrol, Walde, Lap, Wal­ker und Lehnert von diesen ist bis heute kaum einer außerhalb Tirols allgemein bekannt geworden.

Egger - Lienz 1868 bei Lienz geboren, Schiller Hackls und Lindenschmitts in Alünchen war dagegen schon als Professor an der Wei­marer Akademie teilweise umstritten, teils be­geistert anerkannt. Die Bedeutung, die Egger Über Tirol hinaus in Deutschland erhielt, er­hellt aus seiner künstlerischen Entwicklung, die aus dem. Heimatgebundenen ins Typische, All- gemeinntcnschliche führte. Dr. Garber, der jetzige Landeskonservator von Tirol, ein vorzüglicher Kenner von Eggers Lebensweg, skizziert den Weg des Malers wie folgt:Defregger, dem Re­präsentanten der älteren Tiroler Kunst, erwuchs in Albin Egger-Lienz der Führer der neuen Be­wegung. Das will zwar nicht sagen, daß nich, auch andere Künstler die modernen malerischen Probleme gleichzeitig, ja sogar stärker und spe­zieller als Egger-Lienz gepflegt haben, aber in dem bodenverwachsenen Schaffen Eggers erhellt heute bei seiner überragenden künstlerischen Stellung die Neuorientierung der Tiroler Kunst am klarsten. Defregger unb Egger-Lienz ent­stammen demselben kleinen Bauerndorfe im Pu­stertale, sie standen im besten Lehrer- und Schü- lerverhältnisse, und auch Egger griff in feinen früheren Werken auf die in Defreggers Schaf­fen so häufig dargestellte Befreiungsgeschichte Tirols. Aber fchon damals stellte er sich durch eine mehr impressionistffcke Malweise und eine freiere, nicht mehr an bestimmte historische Per­sönlichkeiten und Begebercheiten gebundene Stosswahl (»Der Totentanz") zu seinem Lehrer in Gegensatz. Bald vollzog sich dann in der Bauerngestalt Eggers eine große Wandlung: sie verliert die individuellen Züge, die lokale Tracht, die zufällige Bewegung und erhebt sich aus diesen abgestreiften, alten Hüllen zu einem mächtigen, allgemein gültigen Vertreter der Menschheit, der Bauer wird in seinem erd- und gottnahen Arbeiten und Handeln ein Typus, ein Symbol des Menschen. Es war konsequent, daß der Künstler nun auf die impressionistische Malweise verzichtete und sich eine herbe, ein­fache Farbenskala suchte, die wie ein ernster Choral das weihevolle Dasein seiner Gestalten begleitete. Selbst das einfachste Handeln seiner Menschen wird wie bei den Bauern des Jean Francois Millet monumental, wächst aus dem

zeigte man alles dem blonden Willi. »Ver­dammte Angewohnheit!" sagte dieser. Aber dann legte er ein umfassendes Geständnis ab.

Gin neuer Schmugglertrick.

Wenn man auf Diamanten wandelt.

Ein kleiner Mann mit lächerlich langen Fü­ßen stieg dieser Tage im Newyorker Hafen an Land. Es war Florent Lamot, der zweite Elek­triker des Dampfers »Lapland". Als er sich den, Einwanderungsbeamten auswies, fielen einem Zollinspektor seine merkwürdigen Füße auf. Der Inspektor, ein großer Verehrer Charlie Chap­lins, glaubte hier das Hrbild jener ungeheuren .Pflastertreter" zu erblicken, die im Film welt­berühmt geworden sind. Teils aus künstleri- schem, teils auS allgemeinem Interesse ging er hinter Lamot her, der augenscheinlich ohne Ziel durch die Straßen Rewyorks spazierte.

Nach eifrigem Studium kwpste der Inspektor den Mann auf die Schulter und lud ihn höflich wie entschieden ein, ihn zum Zollhaus zu beglei­ten. Dort zeigten auch andere Inspektoren das größte Interesse für die Füße des Besuchers: man zog ihm seine Schuhe aus und fand die ' Fuße normal. In den Zehen und Absätzen der

Riesenschuhe aber entdeckte man Diamanten im Werte von 100 000 Dollar. Man war auf diese Weise einer Diamanten- Schmugglerbande auf die Spur gekommen, die die Polizei und aie Zollbehörden von Rewvork schon seit langem beunruhigten. Indem man Lamot als Lock- ''og«l benutzte, konnte man noch fünf andere Männer, darunter drei Diamantenhändler uno eine Frau verhaften. Die Schmuggler werden sehr streng -ewacht, und als sie sich erho- cn, Kaution zu stellen, wurde ine Summe von 250 000 Dak­ar, für Lamot allein 100 000 Dollar, verlangt, die sie nicht aufbringen konnten.

Seit einem Jahr bereits wird der amerikanische Diamanten- markt durch Schmuggelware tn großem Umfange versorgt. Man schätzt den Wert der geschnmg- gelten Diamanten auf 40 bi8 50 Millionen im Jahr. Run- nehr ist eS gelungen, der gan- cn weit verzweigten Organi- ition ans die Spur zu kom- ten, deren Hauptquartier in Amsterdam ist.

Bäuerlichen zum allgemeinen Menschlichen, wird von der novellistischen Idylle zu einem lapida­ren Satz ober zum Gedichte.

Ein Beispiel für die letzte Epoche Eggers ist der im Kunstverein ausgestellteWeihwasser- bauer". Wenn der Bauer vom Hellen, freien Acker in seine dunkle Stube tritt und feine riesige Ar­beitshand zum Gefäß mit Weihwasser ausstreckt, um sich unb seine Hütte bamit zn segnen, so ist int monumentalen Erfassen biefer höchst einfa­chen Handlung ber Heute, symbolische Sinn des heiligen Gebrauches bedeutungsvoll und restlos erschlossen.

Der ernste Geist, den Egger-Lienz aus der Scholle löste, ist für die ganze neuere Tiroler Maleret wirksam geworben, ob sie sich ber Figu­renmalerei, bem Landschastsbilbe oder dem Sttlleben zuwandte; er trieb sie vom Genrehaf­ten zum Typischen, vom Zufälligen zum We­senhaften, von der Oberfläche zum vertieften Sinne.

Noch ein monumentales Beispiel: das hier abgebUbete GemäldeDen Namenlosen". Ein Werk, bas im brüten Jahre bes Weltkrieges vol- lenbet würbe. Soldaten im Sturmangriff, vor- stoßenb wie eherne Körper, Mafchinenmenschen, alle vom gleichen Willen vorwärtsgetrieben in Tod ober Sieg, Mäher deS Todes. Nie ist dem unbekanntenSoldaten"ein erschütternberesDenk- mal gesetzt worben als hier. Man sieht keinen Tote», kein einschlagenbes Geschoß, aber bet Tob liegt bleiern über den gebeugten Menschen, über ber braunen Scholle, in bie statt Saatkorn kostbares Menschenblut fällt. Im gleichen Geist sind bie Werke »Der Krieg" undToter Soldat" entstanden.

Besonders eindrucksvolle Beispiele für Eg­gers Dlonumentalstil sind die kurz vor dem Krieg entstandenen Kompositionen:Die Fami­lie",Der Mensch" und »Das Alter". »Die Fa­milie" gibt in Form eines Triptychons, dessen Dreiteilung das Gebälk eines im Bau begriffenen Hauses bestimmt, die Lebensalter wieder, den versonnenen Knaben, den aftitien Jüngling, im Mittelteil repräsentativ und be­herrschend, Mann und Frau, schließlich das ausruhende reifere Alter und den schlaff-er- sterbenden Greis. Schlichteste Symbole für das Leben, dessen Melodie hier im Volkston erklingt, während sie inDer Mensch" absoluter Musik vergleichbar, Hodler verwandte Töne anschlägt: Menschen vor der Stadt, in Hebermaß an Ge­fühl, Schmerz, Arbeit, Sorge, Last, Menschen im Kampf mit ihrem Schicksal und ihrer Seele. Das Alter" wirkt in feinen ballabesken Varia­tionen bes Sterbens fast mythisch: Schwere ver- suickcne Gestalten, unter ihnen ber Tod, in ver- schwebenber grauer Helligkeit, unirbisch in irdi­schem Hinkreis.

Wir können uns ersparen, auf die früheren Werke besonders einzugehen, aus Landschaften deren beste wohl »Bergraum") unb Ge­mälde, bie nur für Eggers Entwicklung maßge­bend sind. Ich beschließe diesen Bericht mit dem dringenden Ruf an Alle, dieses selten viel­sagende Lebenswerk eines Malers aus den Bergen auf sich wirken zu lassen. G. M. Vonau

Wie man denblonden WM" erwischte.

Auch ein Einbrecher kann eitel sein. Hub der blonde Willi Brettner ans Berlin war besonders eitel. Er hatte eine geschickte Hand, unb wenn er im Scheunenviertel in sein Stammlokal trat, bann verstummten für eine Sekunde alle Gespräche. Denn man achtete und ehrte ihn, ihn, der es in jungen Jahren chon fo weit gebracht hatte. Willi sah sich dann wlz im Kreise um, griff in die Tasche, holte einen eleganten Kamm hervor und ftriegdtc ich das lange blonde Haar, das ihm, einer Mäbne gleich, in den Nacken fiel. Willi war ein hübscher Kerl unb bei allen beliebt.

Auch bei bei Polizei. Die Polizei hatte feine persönliche Bekanntschaft zwar noch nicht gemacht. Aber sie liebte ihn trotzdem. Wenn die Kriminalpolizei an zahllosen Einbruchs statten immer ein Büschel lange blonde Haare sanden, dann schmunzelten sie zufrieden unb verleibten sie einer Sammlung ein, in ber sich schon viele solcher Büschel vorsanveu Sie stell­ten sich dann einen hübschen blonden Jungen Vor, der nach halbvollbrachter Tat selbstzusrie-- ben nach bem Kamm griff, um sich bie Haare auszukämmen...

Als man bei der Razzia allerlei verbächtige Leute aufgriff, fand sich darunter auch ein hüb­scher blonder Junge. Auf dem Polizeipräsidi­um sah er sich siegesgewiß um, holte einen Kamm hervor unb striegelte das lange blonde

Wiffen Sic schon?

AuS dem Schatzkästsein des Wissens.

Trotz fortschreitender »Eroberung der Lust" durch den Menschen zeigt sich, daß auf diesem Gebiet selbst unsere beste Leistung, zum Beispiel der Höhenrekord unseres Flugzeuges von 8 bis 10000 Metern, von der Vogelwelt übertroffen wird, indem nämlich der Kondor (ein Riesen­raubvogel in den Korbillieren, Südamerika), bis zu 14 000 Meter hochsteigt. Auch der Geschwin- bigkeitsrekorb in ber Flugtechnik kann sich mit ber Vogelleistung nicht messen, wenn man bie Stunbenleistung eines Mauerseglers (einer Schwalbenart) betrachtet, bie 288 Kilometer be­trägt, während in derselben Zeit unser Flug­zeug als Rekordleistung nur 274 Kilometer aus­weist.

Die erste Feldpost haben die Sachsen während des Türkenkrieges im Jahre 1683 ins Leben ge­rufen. Die noch erhaltene, 3 Druckseiten starke Feldpost-Ordnung wurde vom Kurfürsten Jo­hann Georg dem Dritten am 30. April 1691 er­lassen.

Zweitausend Zentner Silber verarbeitet die Filmindustrie jährlich zur Herstellung von Fil­men und dehört damit zu den Industrien, die das meiste Edelmetall zu Verarbeitungszwecken verwenden.

Die Arme der Frauen toann in früheren Zeiten formschöner als heute, weil die Frcmenwe!' durch häusliche Arbeiten mehr zur Benutzung der Arme ge

Man mutzle

Lachen ift gesund.

In Amerika wird es vom Arzt verordnet.

Daß Lachen gesund ist, ist eine uralte Weis­heit, aber die Aerzte haben diese Heilmittel bis­her noch nicht in ihren Rezeptschatz ausgenom­men Das empfiehit nun Dr. Welsh tn einem Artikel des in Rewyork erscheinendenAmeri­can Medicine"

Wie viele Aerzte gibt es wohl," schreibt er, die daraus bestehen, daß ihre Patienten im Lause des Tages eine bestimmte Zahl herzlicher Gelächter hervorbring-n, selbst wenn sie ohne be­sonderen Grund lacken müßten? Gewiß ist das Lachen, das durch einen guten Spatz ausgelöst wird, tiefer und natürlicher, lüftet die Lungen besser, regt das Herz mehr an, bringt das Blut kräftiger in Umlauf unb läßt alle Organe besser arbeiten. Aber wenn ber Kranke nicht von felbft lacht, bann muß er sich eben zum La­chen zwingen, denn ein erzwungenes Lachen ist immer noch gefünder als gar keins. Der Arzt sollte stets ein paar unwiderstehliche Witze haben, die er betten vorfetzt, bie eines kräftigen Lachens bringenb bedürfen, und es heißt sich eines vorzüglichen Hilfsmittels berauben, wenn man einen Patienten, der an irgend einer De­pression leidet, aus dem Sprechzimmer entläßt, ohne ihn gehörig zum Lacken gebracht zu haben Lachen ist gut für Körper und Geist.

Man kann lacken lernen und sich darin üben. Wenn man das Gefickt in die richtige Lachstel-» lang bringt, fo vermag man em Gelächter selbst­tätig hervorzurufen. Gibt es doch sogar eine. Theorie, die behauptet, daß der Körper zuerst von den Empfindungen ergriffen wird und dann der Geist. Danach kommen manckmal zu­nächst die Tränen und dann empfinden wir Schmerzen, unb ebenso fühlen wir uns froh und leicht, wenn ein Lacken durch Kitzeln her­vorgerufen ist. Mag auch die Theorie , nicht 'n jeder Beziehung richtig fein, fo enthält sie doch einen Keim der Wahrheit. Zweifellos wird ber der sich im Lachen übt unb viel lacht, eine hel­lere Auffassung deS Lebens erlangen.

Der gute Ruf.

Er ist oft weniger wert als gute Reklame.

Fräulein Christine Gordon, eine Schauspie­lerin mit gutem Ruf, hat gegen eine rumänische Zeitschrift Klage geführt wegen Mißbrauch ihres Namens. Die Zeiffchrist veröffentlichte das Bild einer Dame von großem Lieb eiz, bie zur Ermunterung ber Leser sehr unvollkommen angezogen war. Darunter staub: dies fei Fräu­lein Gorbon, ein bebeutenber Rabarettftern. Nun ist aber Fräulein Gorbon weder ein Kabarett - ftertt, noch jemals unvollkommen angezogen ge« toefen. Es war nicht ihr Bild, das da gezeigt wurde. Und diese Fälschung nahm Fräulein Gorbon selbstverständlich sehr übel. Ihr Ver­teidiger setzte dem Getickt auseinander, daß sie nur in ernsten Theatern spiele und niemals im Negligee. Der beklagte Redakteur bedauerte, baß er einer Verwechslung zum Opfer gefallen fei Und er bot bem Fräulein Gorbon an, nunmehr ihr richtiges Bild veröffentlichen zu wollen, da- utit der gute Ruf wieder hergestellt werde.

Damit war Fräulein Gordon einverstanden. In der nächsten Nummer erschien das Bild ei­ner vollkommen angezogenen Dame, deren Lieb­reiz nicht bedeutend war. Darunter stand zu lesen: Dies sei das Fräulein Gorbon und nickt die unvollkommen angezogene Dame aus dem vorigen Heft Da waren hie Leser ganz ent« täufckt und fragten, wie eine Dame vom The­ater derart unvorteilhaft aitssehen könne. Der Theaterbirektor, in dessen Räumen sie ein Gast­spiel gab, fluchte über die Richtigstellung, sinte­mal fein Haus an keinem Tage ausverkauft war

Fräulein Gordon," sagte er,Sie sind an allem schuld. Denn durch Ihren blöden Prozeß haben Sie mich um die Wirkung meiner geschickt eingefädelten Reklame gebrächt!"

9er Monumentalftil des Egger-Lienz

Gedächtnis-Ausstellung im Kasseler Kuustverein.

Wer fi(h über alles Wissenswerte unterrichten will, lieft die Kasseler Neuesten Na hrichten.