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Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Rümmer 259. Amtliches Organ der Stadt Kassel. Freitag, 4. November 1927. Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Iahrgattg
Die ersten Zeichen einer neuen Zeit.
Voincare hat die Kammer noch immer in der Hand
vertrauliche
stützt die Tangeransprüche Italiens. Nachdem
wurd. dem
Innenminister v. Keudell bereits
Coolidge nie ein
. . ■ . --------. na die Nachrichten, haft
Brmnd dem rumänischen Ministerpräfidrnten
Kaiser und Kanzler
Bismarck vertraulich über Wilhelm IL
durch das Kriegsergebnis das Gleichgewicht der Mächte in ziemliche Verwirrung geraten sei, habe sich Italien zu einer stärkere« und wichti- gcren Stellung emporgearbeitet, sodaß man sei- ne Ansprüche nicht unberücksichtigt lassen könne.
ihre allgemeine Politik bezüglichen Anscrpellati- onen widersetzen werde. In dem Antrag aus Freilaffnny der wegen politischer und Presse- vergehen verhafteten Abgeordneten (Sontm.) wolle die Regierung sich nicht einmischen, so-
Gemisch von Großmannssucht und Besorgnis; ihm fehle auch ganz die kalte nüchterne Tapferkeit seiner Vorfahren, welche auch noch seinem Vater in der äußersten Lebensgefahr eigen gewesen sei. Er sei auch etwas Mystiker. Er glaube in seiner hohen Stellung seinem Gott doch auch in der Kirche näher zu fein wie ein anderer und äußere das: er habe seinen eigenen Gott von Roßbach usw. Darin möge ibn wohl Philipp Eulenburg bestärken, der Spiritist sei. Er, der Fürst, sei in Ungnade gefallen, und die
London, 3. November. Ein Blatt unter. I daß die Entscheidung völlig der Kammer über \tt hi, Tnnnttnnfhrfirfi, Italiens. Nalbdem lassen bleibt.
bracht, und er hat es auch durchaus nicht verstanden, sich dieser wichtigen und grundlegenden Berursschichst zu nähern. Schließlich entstand der berühmt gewordene, echt amerikanisch verklausulierte und unverbindliche Verzicht auf die Kandidatur, der nebenbei sowohl
, ----------------- —erricht) die
Tompromißverhandlungen beginnen können. Die Erfolgaussichten dieser Verhandlungen würden durchaus positiv beurteilt, well man sich bewußt sei, daß der Wille zur Fertigstellung des Schulgesetzes bei den Regierungsparteien durchaus vorhanden und die Möglichkeit für eine Einigung auf einer mittleren Linie durchaus gegeben sei.
Weder eine 2irDeiterregierunflf
London, 3. November (Eigene Drahtmeldung.) Nach den Gewinnen der Arbeiterpartei (97 Sitze) erklärte Macdonald, man nähere sich langsam aber sicher einer neuen Arbeiterregie- S Jn liberalen Kreisen herrscht große Ent- ,ung. Die Arbeiterpartei erklärt sich bekanntlich für die bedingungslose Wiederaufnahme der englisch-russischen Beziehungen.
Wen wählt Amerika?
CoolidgrS schärfste Rivalen.
Die Vorbereitungen zum amerikLnischen PräfidentschaftS-Wahlfeldzug sind schon seit er- Niger Zeit voll im Gange. Beide in Frage kommenden Parteien — die Republikaner und die Demokraten — sind auf der Suche nach einer volkstümlichen Persönlichkeit. Die Republika- »er waren nicht ganz abgeneigt, den bisherigen PrSschenten Coolidge zum dritten Male für daS höchste Amt in Vorschlag zu bringen, doch geschLh dieses hauptsächlich auS dem Grunde, weil sie ebenso wenig wie die Demokraten über Namen verfügen, die bei der großen Wähler- maste eine starke Anziehungskraft besitzen. Ma« hat aber, nacbdem man in der Preste einige vorsichtige Fühler auSgestreckt hatte, em- sehen müssen, daß die amerikanische Masse durchaus nicht beständig in der Verehrung für ihre Idole ist. Flut und Ebbe der Volksgunst folgen hier einander in kürzerem Zeitraum als anderSwo.
Er hat leichtes Spiel.
Die Kammer wird sich vor PoincapS beugen.
Paris, 3. November.
Den Blättern zufolge wird ötc heute begiu «ende Kammer-Session in aller Ruhe verlausen Selbst das Blatt Caillaux schreibt, die Wirklichkeit erfordere, daß das Budgci Poiucarö reckit- zcilig angenommen werde. Man will wissen, daß die Regierung sich der Erörterung aller aus
Man rechnet in den Kreisen der Koalition damit, daß aus Grund der demnächst offi- zis!- formulierten volksparrcittckien Wunsche seine schriftliche Fixierung ::...
England steht dahinter
Italien hat ein Recht auf Tanger.
Eoolidge selbst hätte einer neuen Aufstellung durchaus nicht unsympathisch gegenüber- gestanden. So verbrachte er seinen letzten Som- merurlaub in einem winzigen Landstädtchen, einer Gegend, in der die schärfsten ®eg»
.intellektuelle Maschine* nennt Auch in Europa kennt man die Ueberlegenheit, die Ardeitskrast und vor allen Dingen auch die Willensstärke dieses Mannes, der sich nicht auf irgendeine Parteischablon« eingeschworen Hatz obwohl er nominell der republikanischen Partei angehört. Hoover ist 1874 geboren und bat während seines Aufstieges in allen Erdteilen für sein Vaterland gearbeitet im Anfänge als Ingenieur, später als Diplomat. Während des Krieges war er Nahrungsmitteldiktator in Amerika. Rach dem Kriege war er HandelSmimster und hat alS solcher größere Feindschaften mit den Farmern und den Bankiers sich zuaezogen. sodaß seine Kandidatur immerhin doch noch aus beträchtliche Schwierigkeiten stoßen dürste Aus jeden Fall ist Hoover aber ein Mann, der in der Wirklichkeit steht und außerdem daS Ausland besser kennt als sonst eine der führenden Per- sönlichkeiten Amerikas, sodaß er durchaus im-
Weist Briand den Kronprinzen ans?
Eine Sympathiekundgebung in Bukarest.
Fuchs int hessischen Innenministerium wurde unter dem Verdacht des Landesverrats seines Amtes enthoben, da man bei der Festnahme einer Frau in Mainz, die mit Franzose« in intimen Beziehungen stand, wichtige Akten fand, die von Fuchs stammen sollen. Der Fall erregt in ganz Hessen größtes Aufsehen. Zu der Amtsenthebung des Regie
Amtsenthebung in einer Spionage-AffSre.
Darmstadt, 3. November.) Regierungsrat
ttei seiner Präsidentschaft, namliw die Farmer, sitzen. Hier wandte er die jedem Amerikaner bekannten Propagandatricks a», um zu zeigen, wie sehr der Präsident mit den, Farmern sympathisiere. Die Farmer haben
'n großes Vertrauen entgegenge- ! hat es auch durchaus nicht ver- ■
rungsrats Fuchs erfährt ein Frankfurter Blatt «och folgendes: In einer nicht gegen Fuchs, sondern gegen andere Personen gerichteten Spionageaffäre wurde Fuchs von einer weiblichen Angeklagten wegen seiner Lebensführung belastet. Deswegen ist bann das Disziplinarverfahren gegen Fuchs anhängig gemacht worden, das die Amtsenthebung nötig machte. Nach einem Berliner Blatt soll Fuchs auch ver- haftet worden sein.
ten haben bisher lediglich den Newyorker Gouverneur A l f r e d S m i t h als Präsidentsckafts kandidaten in den Vordergrund gestellt Er ist ein Mann der breiten Masse, ein Typ ungefähr, wie der Bürgermeister Waller, den wir ja erst kürzlich in Deutschland kennengelernt haben. Man sah bei den letzten Wahlen noa> von seiner Aufstellung ab, weil er Kaiholik war und in Amerika sich die konfessionellen Gegensätze schärfer ausprägen als bei uns, obwohl es hier eine katholische Partei nicht gibt. Aber amt in diesem Wahlkampf dürften die Demokraten kaum eine Aussicht aus den Präsidentschafts- Posten haben, obwohl dies bis zu einem gewissen Grade immerhin eine Frage der Wahlgelder ist. Wilhelm Flog.
Die wett mutz umlernen.
Anschluß, Aufstieg und Einheitsfront.
Rewyork, 3. November.
Der hier eingetroffene Außenminister o. D. Gra Czernin erklärte Pressevertretern gegenüber, Deutschland und Oesterreich seien auf ihren Zusammenschluß angewiesen. Deutschland erhole sich schnell und rein äußerlich betrachtet, werde es bald nicht mehr tätlich fein, festzustellen, daß die Deutschen den Krieg verloren hatte. Deutschland, Frankreich und England würden in Kürze zu einer Einheitsfront gegen den Bolschewismus gelangen. *
Schul Kompromiß in Sicht.
Einigung auf der mittleren Linie.
Berlin, 3. November.
Paris, 3. November. Nach einer Meldung sprachen worden sei, Prinz Carol höflich aufzufordern, sich in ein anderes Land zu begeben. Für diesen Fall käme wohl I t a -
üande wäre, neben einer hundertprozentigen amerikanischen Politik doch noch eine durchaus klare und faire Politik zu treiben.
Neben Hoover wird von den RepublUanern auch HugyeS genannt, der bereits ISIS Präsidentschaftskandidat war, und u. a. damals die Stimmen der deutsch-amerikanischen Verbände auf sich vereinigte. Von Hughek ist bekannt, daß er ein scharfer Gegner der Prohibition ist. Außerdem har man noch den V i z e p r S - identen Da wes vorgeschlagen, der in erster Linie als Kandidat der Farmer gilt und in dieser Frage Coolidge ständig opponiert hat Doch scheint eS fast, als ob der Vizepräsident keine Neigung hat, sich den Unannehmlichkeiten eines Wahlkampfes auSzusetzen. Die Demokra-
von der Presse, wie von der Masse auch dementsprechend ausgenommen lvordon ist. Aus seinem Parlamentsprogramm hat Coolidge alle verfänglichen Fragen wohlweislich weggelassen. Hierzu gehört mit in erster Linie die Frage der Rückgabe deS deutschen Eigentums. Weiter hat Staatssekretär Kellogg schon ausdrücklich erklärt daß man auch in außenpolitischen Fragen der alten Linie (China, Mexiko) treu bleiben will. Ebenso wird man den Anträgen der Demokraten, die aus eine Herabsetzung der Zölle und Steuern dringen, kaum eine größere Bedeutung beimessen. Dagegen hat sich Coolidge in der A b r ü st u n g S - offensive ziemlich festgelegt. Im allgemeinen darf man sagen, daß die amerikanischen Wählermassen hier einen entgegengesetzten Standpunkt durch die Presse aufokttoyiert bekommen haben. Man ist durchweg der Ansicht daß es der amerikanischen Weltmachtstel- lun durchaus nicht entspräche, wenn die amerikanische Flotte schwächer wäre als die englische, bezw. alS die japanische.
Die große Frage ist jetzt also, wen werden bU Amerikaner, wenn man Coolidge von der Kandidatur auSnimmt, nunmehr aufstellen? Amerlla hat des öfteren zu verstehen gegeben, daß es in die Äußenpolitll auch der europäischen Länder stärker einzugreifen gedenke als bisher. AuS verständlich» Gründen, denn fast die ganze Welt ist an Amerika ver schuldet Außenpolitisch, wirtschaftlich, wie auch innenpolitisch wird Amerika sich in den kommenden Jahren Problemen gegenüber se- bett, bereit Lösung einer energisch zupackenden Hand bedarf. AlS dieser starke Mann kommt in erster Linie Herbert Hoover in Betracht i beit man in den Vereinigten Staaten gern die:
Das ans lewe« „etinttentasett" bekannte Urteil des «eitiirüe» iittittn aber feine ©esenfoieler wirb bar* die folgenden Ansprüche wirksam «reimst
Der Fürst sprach dem Kaiser Verstand und Herz ab. Ihn beherrsche die Sucht «ach Ruhm und allein zu glänzen .Der Kaiser habe eigene Gedanken gar nicht; er eigne sich Gedanken anderer an, die ihm gefielen, bilde sich bann ein, das seien seine eigenen Gedanken, und versuche sie in die Welt zu setzen. Anderer Rat und Einsicht existieren für ihn nicht;
er wolle nur Kreaturen;
mit denen umgebe er sich und stelle sie gerade dahin, wo sie nichts leisten könnten und wo er ihnen überlegen fei. — Caprivi könne ein guter Kriegsminister fein, aber das werde er nicht — Als Caprivi von Karlsbad zurückgekehrt sei, habe alles von ihm Anweisung haben wolle«; er habe aber offen gesagt, er wisse von nichts, er habe den Kaiser noch nicht gesprochen. Alder Kaiser die Regierung angetreten und es sich um das Verhältnis zu Rußland gehandelt habe, sei dem Fürsten gegenüber bereits die Aeuße- rung gefallen, den russischen Kaiser möge er nur ihm überlassen, mit seiner Liebenswürdigkeit wolle er den schon bekommen. Das fei zwar in Narwa gründlich gescheitert. — Der Kaiser von Rußland behandele unseren ff al f e r eigentlich nur noch ironisch. Es schei-
auS Bukarest hat der französische Außenminister
dem rumänischen Ministerpräsidenten der Sym- ,#----------- —u
ffrn Bnanb und Bratta«« bie Möglichkeit be-, Ratschläge erteilt habe. • ■ ■
Attentäter wider Willen.
Er will im ktaathaften Effekt gehandelt Haden
t ..Präsidenten., ten zu töten. Erst als er de« Präsidenten er-
rr1 «u*8 erklärte im heutigen Prozeß, ’ blickt habe, habe er unbewußt und ohne bie Ab. L “tJJlfid|, *" - sicht zu töten, geschossen. Seine Tai fei auf fei.
iU I "r aud *»er Krankheit sich ergebende Nervosität begeben und nicht in bet Absicht, den Präsiden-1 zurückzuführen.
ne, als wenn der Russe ihn (Bismarck) noch für den einzigen Mann halte, auf den er sich in Deutschland verlassen könne. Als unser Kai- ser mit Rußland gescheitert sei, habe er sich sofort nach England gewandt, wesentlich aus Aer- ger. Seine Herrschsuckn und Ruhmgier seien schrankenlos; er halte sich auch für einen großen Heerführer; obwohl höhere Offiziere ihm bie notwendigsten Eigenschaften dazu absprächen. Die, welche offen pflichtgemäß Kritik geübt hätte«, so daß der Kaiser es hätte sehen müssen, seien bann beseitigt, so Leszinski. auch Waldersee. Er, der Fürst, habe seine ganze Weltanschauung andern müssen. Bis dahin sei den Hohenzol- lern die salus publica das höchste gewesen; daS rücksichtslose Pflichtgefühl sei, wie beim Großvater auch beim Vater noch die feste Grundlage gewesen, wenn Kaiser Friedrich sonst auch schwächere Eigenschaften gehabt habe. Aber bei dem jetzigen Kaiser sei das
Hohenzollernblut verschwunden und vertauscht; anders könne er es sich nicht erklären; eS fei nur noch das Koburger Blut. — Von edler Ge- Innung sei nichts mehr vorhanden; daS habe er leider sofort bemerkt. Schon mit den Eltern Feien die bösesten Konflikte dagewesen. Er habe bann garnicht erwarten können, ans Regiment zu kommen Er habe den Fürsten einmal nachts herausgerufen, um ihm zu sagen, daß eS mit dem Vater schlimmer stehe ... — Von der Uebertreibuttg seines Selbstgefühls mache man sich eine Vorstellung. Die nächste Veranlassung des Konfliktes mit dem Fürsten sei da- Verlangen gewesen, daß der Fürst in seinem Hause niemand empfange, ohne daß der Kaiser davon wisse. Damals habe der Fürst bekanntlich von Windthorst einen Besuch gehabt. Der Fürst habe gesagt, in seinem Hause lasse er sich daS nicht untersagen Der Kaiser habe gefragt: .Auch nicht, wenn Ihr Souverän eS unterlägt!* Er habe allerdings auch dies verneint. Der Kaiser sei von manchen Seiten verhetzt worden. Waldersee soll ihm gesagt haben: .Wenn Friedrich der Große solchen alten Kanzler vorgefun- ben und ihn nicht sofort befeitigt hätte, wäre er nicht Friedrich der Große geworden." DaS habe gewirkt. Den Ausschlag aber habe, wie der Fürst meine, der Großherzog von Baden gegeben, der gesagt haben solle: „Wenn Du den Kanzler behältst, wirst Du noch durch ein Meer von Blut waten müssen." Der Kaisern sei ein