Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung
Bte Siflelei Nenefte» NoLnckleu erfdeinen wüAentli» sechsmal nachmittag«.
« a&onnementäprei« beerägi für den ffionat 2.— J bei freier Zuftelluna tn« SanS, t# bet ©efiäftäfteHe abgebolt 1.80 Ji. Durch die Poft monatlich 2.— Jt auslchlietzl'ch .ftuftellunssaebiihr. Verlag und Redaktion Schlachitzoiftrahe 28 30. Sernkorecher 951 und 952. Mr unverlangt eingekandie Betrage kann die Re- oaktio« eine Berautwortuna oder Gewäbr in keinem Mite übernehmen. Rück, wblttna des «ezugsgelde» oder Ansvrüche wegen etwaiger Nickt ordnungsmSftiger Lieferung ffl auSaefchlofsen Poftickeckkonw Man klirr i am Main Nummer 6880.
Ruw me» 2L8 Amtliches Organ der Stad« lasset. Donnerstag, Z. Novemver 1927. Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang
Anzeigenpreise: Einheimische ®ef(bäft8on«teen die mm-Seile 10 4. auSwSrÜge VeschSktdaureigen die mm»3eik 10 4, Krmilienanzeigen die mm«3eile 10 2, Kleine Anzeigen au« Ruffel das Sort 5 2. auswän:ge kleine Anzeigen die mm« Veile 10 4 Reklamen die mm»3eile 88 4 Osierrgebühr 25 4 (bei Zustellung 85 41. Rechnungsbeträge innerhalb 5 Lagen nblbar Kür die Richngkeil aller durch Fernsprecher anfflegebenen Anzeigen fottrie für Aufnahmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden. Mr Antigen m:: besonders schwierigem Latz 100 8ro«ni Aiiffckiafl Druckerei: Lchlackihofttr 28/80. Geickäiisttelle: «dlniicheftr. 5.
Setzt die Ostgeenzen andere fest!
Wahlfleg der engltfchen Ardeilerpartei / Der Gorillamensch als Blaubart.
Das Rif läßt sie nicht frei.
Millionen als Lösegeld.
(Eigener Trahtbericht.)
, Paris, 2. November.
Rach einer Meldung au» Rabat, ist der Said Beru Raceur zu der Unterredung mit dem fran zSsischen Unterhändler über die Auslieferung der von den Eingeborenen festgehaltenen vier Europäer nicht erschienen. Er hat mitgeteilt, er sei lediglich bereit, zwei Eingeborene zu den Verhandlungen zu ermächtigen. Er fordert u. a. für die Freilassung zwei Millionen Papier-
i Bungen erreichen wird. DieS alles gilt zu- - nächst für Personenzüge. Es fragt sich, wie sich die EinheitSklasse aus zweiter und dritter
1 Klaffe im Schnellzugverkebr durchführen läßt. In diesem Punkte fällt die Ueberlegung der Reichsbahn stark zugunsten der vierten Klaffe aus. Bei der Durchführung eines Zweiklaffen«
- systems werden die Eilzüge also die Zuschlags- i freien Schnellzüge nicht mehr beibehalten werden können. Dafür wird man den beschleu- t nigten Personenzügen, den Schnellzügen mit
Wagen vierter Klasse bedeutend erweiterten Spielraum schaffen. Für den Fem-Schnellver« kehr würden Züge aus der Einheitsklaffe und ‘ der vierten Klasse betriebstechnisch grosse Vor« ( teile bieten schon wegen des günstigen Verhält« nisses zwischen Wagengewicht und Zahl der
feiner ins Gewicht fallenden Tariferhöhung für die vereinigte zweite und dritte Klasse. Die Fahrpreiserhöhung konnte vermutlich im Rahmen von sechs Prozent gehalten werden, sodass die Reisenden dritter Klasse in der neuen Ein« heitsklasse allenfalls den Kilometersatz von 5,3 Pfennig in Rechnung zu stellen hätten. Dabei würde eine kleine Abwanderung nach der vierten Klasse und ein entsprechender Einnahmeausfall von der Reichsbahn umso leichter in Kauf genommen werden können, als sie durch Verkürzung der Züge und bessere Ausnutzung der Einheitsklasse, gegebenenfalls auch durch stärkere Verwendung der leichten Wagen vierter Klaffe und den Fortfall der schweren zweiten Klaffe mit Sicherheit Betriebsverbilli-
franes, ferner die Freilassung zehn gefangener Araber durch die Franzosen, sieben Lnxushar- nische maurischen Stils, eine sieben Jahre dauernde Garantie der Sicherheit vor Repreffalien oder einer mUitärischen Unternehmung usw.
Linksruck in England.
Arbeitergewinne bei den Gemeindewahlen.
(Eigener Drahtbericht.)
London, 2. November
Bei den gestrigen Neuwahlen für ein Dritte der Stadträte hatten nach den bisherigenErgeb- nissen die einzelnen Parteien folgende Gewinne und Verluste zu verzeichnen: Konservative Ge winn 6, Verluste 33, Liberale G<s mnn 5, Ber lüft 12, Arbeiterpartei, Gewinn 42, Verlust k Unabhängige Gewinn 11, Verluste 13.
London, 2. November. Rach den letzten Ergebnissen der Gemeindewahlen erzielte die Arbeiterpartei einen Reingewinn von 93 Sitzen, der reine Verlust der Konservativen beträgt 65, der Liberalen 21 und der Unabhängigen 9.
22 Frauen umgebracht?
Greuelprozetz gegen den Gorillamenschen. (Eigene Drahtmeldung^
London, 2. November. In Winnipeg (Kanada) begann gestern der Prozess gegen Earl Nelson, der wegen seiner riesigen Körpermasse, seiner starken Behaarung und seines bestialischen Gesichtsausdruckes als der ^Gorilla- Mensch" bezeichnet wird. Nelson steht im Verdacht, int Zeitraum von zwei Jahren mindestens zwelundzwanzig Frauen und Mädchen erdrosselt zu haben. Die erste Anklage lautet nur auf Erdrosselung einer Frau und einer vierzehnjährigen Schülerin, doch dürften zahlreiche bisher unaufgeklärt gebliebene Morde in verschiedenen amerikanisck^n Städten auf sein Konto zu fetzen sein. Sechzig Zeugen sind geladen. Nelson leugne i alles. Sein Verteidiger sucht Unzurechnungsfähigkeit nachzuweisen.
muß es sich eine Mitkonirolle der Meerengen sichern.
Allein ist es allerdings hierzu nicht imstande, schutzlos sind seine langen Küsten mit den blühenden Städten feindlichen Schäffsge- schützen preisgegeben. Gegen England z. B., das sich in Malta Italien gegenüber sestverschanzt bat, kann Italien nie etwas unternehmen. Alles, aber mit Englands Hilfe. Daher war auch Italiens Stellungnahme im Weltkriege für jeden Einsichtigen klar in dem Augenblicke, wo der britische Löwe in den Kamps eingriff. England andererseits kann ein zu starkes Frankreich gegenüber Gibraltar nicht dulden, der Weg nach Indien wäre gefährdet. Ohne Englands gtfcetme Zustimmung hätte Mussolini keineswegs den „Panthersprung" nach Tanger unterno-nmren, ebensowenig wie seinerzeit die albanische und abessinische Demonstration. Italien freiKch träumt einen Großmachtstraum; es spricht mit Pathos von „il mare nostro*, womit es nicht nur die Adria, sondern schließlich das ganze Mittelmeer meint. Aber England, das jetzt Italien gegen Frankreich ausspielt, wird auch eines Tages dafür sorgen, daß auch die italienischen Bäume nicht in den (englischen) Himmel wachsen! Max Peschmann.
So kann es nicht bleiben.
Engländer-Offensive für unsere Ostgrenze.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 2. November.
Nach dem "Besuch der Ostgrenze schreibt ein Augenzeuge: Die Frage der Richtigstellung der Ostgrenzen sei brennend und müsse von Tag zu Tag mehr die internationale Politik beschäftigen. Nach einer Beschreibung der zahlreichen Unzulänglichkeiten an der schlesischen und west- preussischen Grenze betont der Verfasser, dass der Charakter der Stadt Danzig nach seinen sicheren Beobachtungen Überwiegend deutsch fei.
Wttven stcy London-Moskau nflötrn«
London, 2. November. Ueber Rußlands Teilnahme an der Abrüstungskonferenz schreibt ein Blatt, daß eine neue Periode eingesetzt habt Nun sei der Augenblick gekommen, um sich mit reinem Schilde wieder zu treffen. Rußland habe seinem guten Willen klar Ausdruck gegeben, und man müsse nur hoffen, daß seitens Englands nichts getan werde, was die Teilnahme der Russen irgendwie ungünstig beeinflussen könne.
ist, daß ihre Verwendung also einen kostspieligen Leerlauf verursacht. Zwar erfordert auch die dritte Klasse noch einen Zuschuß. Er ist aber recht unerheblich und kann wahrscheinlich durch Neuorganisation der Klassen ganz beseitigt wer- den. Tie Reichsbahn ist der Ueberzeugung, daß man die 2. und 3. Klasse zu einer leichten Polsterklasse Zusammenlegen kann, die nicht so luxuriös ist, wie die heutige zweite Klasse, aber für den Verkehr auf weiteren Strek- ken doch erheblich mehr Bequemlichkeit bieten könnte, wie jetzt die dritte Klasse. Bei Zusammenlegung der 3. und 4. Klasse hätten die Rei- senden der dritten Klasse finanziell gut abge- schnitten, denn für sie hätte der neue Tarif eine Annäherung an die Fahrpreise der vierten Klasse bedeutet, während die Reisen vierter Klaffe bis zu einem Viertel teurer geworden wären. Eine derartige tarifliche Neubelastung der Volksschichten, die die vierte Klaffe benutzen müssen, dürfte aber auf keinen Fall auch nur versucht werden. Tie Reisenden, die nach der Vereinigung her zweiten und dritten Klasse wegen der für die neue Einheitsklasse etwas höheren Gebühren in die vierte Klaffe abwandern, werden sich dort in den neu hergerichteten Wagen nicht erheblich verschlechtert Vorkommen. Nach Berechnungen der Reichsbahn bedarf eS wahrscheinlich
mit brutalsten Mitteln.
Europa ist alt und rubebedürftig und hat sich In Genf einen Ruhesitz errichtet. Aber die Jugend kann und will noch nicht stillsitzen und tollt und tobt draußen vor den Toren. Und Italien ist noch jung und Mimisch. Roch ist sein Streit mit Albanien kaum beigelegt, schon demonstriert Mussolini wieder in Tanger, nach dem er erst kürzlich in Abefstnieu italienische Prinzen, Uniformen und Farben gezeigt hat. WvS will Mussolini, was will Italien im Balkan, Kleinasien und Afrika?
Nun. Italien ist daS klassische Land der Auswanderung, von fast allen Seiten vom Meer mnMoffen, erstickt eS in seinem Bevölkerungszuwachs, es braucht dringend Kolo« nialland. An zwei Stellen nähert sich der lang« eckte Stiefel Italien anderen Küsten, der mischen bei Albanien und der afrikanischen bei Tunis. Daß et für Italien eine Lebens- Notwendigkeit ist, Herr der Straße von Otranto zu sein, lehrt ein Mick auf die Karte, daher wird es immer danach trachten müssen, zum mindesten in Valona einen Stützpunkt zu schaffen. Und daß an der afrikanischen Küste Tunis, die Brücke nach Afrika, das »verlängerte Sizilien*. daS einst von Rom so schwer besiegte Earthago. d«S natürlichste Kolo- nisationsgebiet für Italien ist, sollte ebenfalls klar sein. Auf dieses Tunts hat nun 1881 Frankreich seine Hand gelegt und damit Italien nicht nur eine nationale Hoffnung geraubt, sondern diese Festsetzung bedeutet auch eine ständige Bedrohung Italiens durch Frankreich! Das war ja seinerzeit auch der Grund, warum Italien dem Dreibund beitrat. Dieser gab ihm die Rückendeckung, sich wenig, stens in Tripolis. Ervthräa und an der Somali- küste Anfänge für einen Kolonialbesitz zu schaffen Zwar scheiterte 1896 das Abenteuer in Abessinien Aber was seinerzeit in der Schlacht von Adua verloren gegangen ist. versucht Italien jetzt auf dem Wege der .friedlichen Durchdringung" mit Hilfe Englands zu erreichen; die nächsten Jahre werden hier vielleicht noch manche USberraschung bringen! Hier liegt auch der Angelpunkt, warum Mussolini in Tanger demonstriert Das Mittelmeer ist nicht mehr das Weltmeer bet Antike, sondern ist ein Binnensee geworden mit schmalen, leicht schließbaren Zugängen Will nun Italien, daS durch seine langen Küsten zur Seemacht bestimmt er. scheint, wicht Vie in einer Mausefalle sitzen.
Nur noch zweiKlafsen
Bor grossen Umstellungen im Zugverkehr. fine laug nttb helft umstrittene Berkehrsaufflabe.
uiammeul-guug der 2. nttb 3. Klaffe. — Ber- m eh cutte der beickleuulgteu Personen, riae mit t. Steife. — Seine wesentliche Verteuerung.
Eine der meist umstrittenen Verkehrsfragen, die Vereinfachung des schwerfälligen und kost- findigen Vierklaffensystems bei der Reichsbahn, steht jetzt, wie wir aus besonderer Quelle erfahre» vor einer überraschenden, auf den ersten Blick aber durchaus plausiblen Lösung. Die oft geforderte Verwirklichung des Zweiklassensv- stems, einer Polster- uns einer Holzklasse, soll voraussichtlich nicht durch Zusammenlegung der ersten und zweiten und der dritten und vierten Klaffe durchgeführt werden, sondern durch den völligen Verzicht auf die erste Klasse und die
Zusammenlegung der 2. und 3. Klaffe.
Hier sei gleich eingeschaltet, daß die erste Klasse infolge unlöslicher Verpflichtungen der Reichsbahn aus internationalen Eisenbahnabkommen, in den internationalen Schnellzügen natürlich weitergeführt werden wird. Im innerdeutschen Verkehr, auch im Schnellverkehr, ist ihr aber schott jetzt das Todesurteil gesprochen. Natürlich muß die Reichsbahn jeden Einnahmeausfall vermeiden, oder ihn durch eine entsprechende Betriebsverbilligung ausgleichen. Diese lieber« legung stößt sofort auf die Frage der Zweckmäßigkeit der zweiten Klaffe, die einen Betriebsausschuß von mindestens dreißig Millionen jährlich erfordert. Tie große Ersparnismöglichkeit, die hier gegeben scheint, wird noch umfassender bei der Ueberlegung, daß diese Klaffe bei weitem
am schwächsten von allen Klaffen besetzt
Raffele 2$roi ist hoch noch b Niger.
Zu unserer Notiz über billigere Brotpretse in Mannheim, wird uns aus hiesigen Bäcker- meisterkreisen mitgcicilt daß in Mannheim 3 Pfd. Landweißbrot 75 Psg., 3 Pfund Schwarzbrot 68 Pfennig kosten Aus Kasseler Verhältnisse urngeiechnet wurde also ein Landweitzbroi 1 Mark und ein Schwarzbrot 91 Pfennig kosten. Der Brötchenpreis beträgt in Mannheim sogar 4 Pfennig je Stück. Unsere Kasseler Mitbürger haben also keine Ursache. Mannheim wegen billiger Brotpreise zu beneiden.
Sie beten zum In-ianergott.
Die Rothäute werden wieder Heiden.
(Eigene Drahtnteldung.)
London, 2. November. Aus Montreal (Kanada) wird gemeldet, dass mehrere Jndianer- ftämme beschlossen haben, das Christentum wieder aufzugeben. Der Gott der Christen, so erklärten sie, habe ihnen nur Unglück gebracht. Man habe ihnen ihr Leben, ihre Freiheit und ihre Rechte genommen und ihnen nichts gelassen Sie wollen zu ihrem al ten Manitu-Kult zurückkehren
Partei gegen Partei.
Das Schulgesetz im Werden.
(Durch Funkspruch.)
Berlin, 2. November.
Im Bildungsausschutz des Reichstages verlangte Abg. Fleitzner (Soz.), dass die Reichsregierung sich auch mit der Kostenfrage für das Schulgesetz beschäftige, zumal sie das bet früheren Schulgesetz-Entwürfen immer getan habe. Rheinländer (Ztr.) erklärt, die Gemeiu- fchaftSschule dürfe nicht als Regel-Schule in dem Sinne aufgefatzt werden, daß sie an allen Orten deS Reiches eingerichtet werden müsse. Sie dürfe nicht günstiger gestellt werden als irgend eine andere Schule.
Indien will frei sein.
Ein aufgedecktes Revolutions-Komplott.
London, 2. November.
Nicht gleich so ängstlich.
Seine deutsch-russische Abrüstungsfront.
(Durch Funkspruch.)
Berlin, 2. November.
Durch die Teilnahme Russlands an der Abrüstungskonferenz kann die Förderung der Abrüstungsfrage erleichtert werden, zumal auch die Randstaaten für ihre Ablehnung sich nicht mehr aus Russlands Beispiel beziehen können. Dte Mutmassung der französischen Presse, daß Deutschland und Russland in der Abrüstungkonferenz zusammenarbeiten werden, trifft aber nach der Meinung der massgebenden deutschen Stellen in keiner Weise zu. Roch übertriebener ist die Meldung, dass sie in Gens ein gemeinsa- mes Abrüstungsprogramm den übrigen Mächten aufzwingen wollen.
srvtttg Alfons ale HvcvzrUsgast.
Bareclona, 2. November. (Privattelegramm) Der König hat sich in Begleitung des Herzogs von Miranda auf einen Kreuzer nach Neapel begeben, wo er an der Hochzeitsfeier des Her- zogs von Apulien und der Prinzessin Anna von Bourbon teilnimmt. Tie Königin ist mit ihrem Töchterchen nach Paris und London abgereist.
Das dritte Italien.
Wohin Mussolini steuert.
»Einst war Rom der Kopf der Welt, heute ist es fein Schwanz", so klagt Boccaccio beweglich in seinem »Deccamerone*! — Er konnte nicht ahnen, daß in einiger Zeit Rom erneut wieder zum Kopf werden sollte, daß aus die Weltherrschaft der Caesaren eine Weltherrschaft des Papsttums folgen würde, bte allerdings wieder dem Ansturm Suchers und anderer Geistesmächie erlag. Aber von neuem reckt und dehm eS sich auf dem Appenin: ,8a terza Italia* will werden!
Und dieses »Dritte Italien" hat wiederum die imperatorische Geste. Es greift bewußt zurück zur ruhmreichen Tradition der alten cSsa- rischen Roma, niichl umsonst sind die .Fasces" das Symbol des neuen Staates geworden. Ein Führer ist ihm erstanden, dessen Name gleichzeitig ein Programm geworden ist: Mussolini! Noch versteht man im Auslande den KaScismus fast durchweg falsch und wir besonders in Deutschland, die wir — leider — alles durch die Parteibrille zu sehen gewöhnt sind, sehen in ihm lediglich eine politische Partei!! — Nichts ist sÄscher als das! Er ist etwas ganz Anderes — er ist nationales Erwachen!
Italien hat von jeher offen zugegeben, daß eS noch nicht „saturiert* sei. — Noch waren Italiener unter fremder Herrschaft: In Nizza, rm Stammland des Herrscherhauses Savoyen, in Corstka herrschen Franzosen, in der Sud- Schweiz wird italienisch gesprochen. Triest und Südtirol waren Sehnsuchtsziele des Italienischen BoNes. Die drei T's waren Italiens Erpan- fionSprogramm: Triest, Trient, Tessin.
Gin Teil dieser Sehnsucht ist nur durch den Weltkrieg gesiillt, auch hier aber wieder mit fremder Hilfe. Wie Habsburg-Oesterreich durch Heiraten, so hat sich Italien stets durch eigene militärische Niederlagen und Siege der Verbündeten vergrößert. Merdings kam der Appetit beim Essen und Italien hat — ■ der natürlichen Grenzen wegen — auch gleich den großen Brocken Deutsch-Südtirol mti verschlungen und unterdrückt nun seinerseits die dortige durchaus legale „Jrredenta*
Nach einer Meldung aus Kalkutta hat die Polizei in der Stadt und in Nord-Bengalen bei Haussuchungen wichtige Dokumente beschlagnahmt, die eine grosse revolutionäre Berfchwö tun« aufdecken sollen. Man rechnet mit zahlreichen Verhaftungen.