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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 256. Amtliche Organ der Stadl Kassel. Dienstag, r. November 1927. Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

SBie Kasseler »enetten R mb richten erscheinen wöchenllich sechsmal nachonnaaS Der ALonnemenrSvreiS beträgt für den Mona, z.- ji bei Zuftcllirna

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Mussolini beunruhigt die Kabinette.

Er verewigt denMarsch auf Rom" Traurige Szenen um dieMafalda"

/n4l, lienS rm Weltkriege mehr ein Ergebnis politt-

J>er ISaninflTDrUnfl Wk» und diplomatischer Gewandtheit Roms /VmT<T . V war, als die Folge der militärischen Tüchtigkeit

Fünf Lahre Mussolini

' ®e0annIs Eine Bilanz des Faseismus.

Was hat Mussolini mit Tanger vor?

Biliigeie« »rot m., Mannheim,

und für Landweitzbrot von 78 auf 75 Pfennig Wie es keinen Zufall im Weltgeschehen gibt ermäßigt. Und Kassel? war es auch kein Zufall, daß keine Macht im

den

Un-

1911, wenn auch mit Untei

Umschwung in Rumänien.

Mit verkehrtem Borzeichen.

ie Te­

nnen,

Sturm-Abenteuer auf See

Werken zu vermeiden sein.

Sie feiern durch -ie Tat.

Mussolini versteht sich auf Faschisteuherzen.

Sie harren umsonst.

Erschütternde Szenen um dieMafalda".

Wer-en -ie Lohten teurer?

Der Verbraucher soll nichts davon merken. Berlin, 31. Oktober.

Mannheim, 31. Oktober. Die Bäckerinnung Mannheim hat vom heutigen Montag ab die Preise für Schwarzbrot von 70 auf 68 Pfennig

Lckifsbrüchige noch von anderen Schiffen aufge- uo'nmeu wurden. Die meisten der Geretteten befinden sich unter den Passagieren der 3. Klasse. Von 140 Arabern sind nur drei umgekommen. Die wahre Ursache des Unglücks ist immer noch ein Geheimnis.

Schnellzugslinie Rom Neapel er­öffnet und der elektrische Betrieb der Linie Flo­renz-Bologna ttufgeitomnten. Mussolini nahm in Rom eine eindrucksvolle Truppenschau auch über die Miliz ab. Zahlreiche Minister hielten Gedenkreden.

sein. Zumindest denn womö absolute Weltmacht werden.

nicht weit ;ui

seines Landes? Gewiß, Italien Hai ihm viel zu verdanken, und das Faschistenjubiläum zeigt seine Schwarzhemden betriebsamer als je. Sollte er sich aber wirklich zu einer Ueberjchät- zung der tatsächlichen Stärke seines Landes hin­reißen lassen, so spielt er nicht nur freventlich mit dem Friedn Europas, sondern auch mit dem Schicksal seines eigenen Landes, das unter Um­ständen die neue Weltkatastrophe am schwer- sten zu büßen haben würde.

die königlichen Ord-

.. ..... Der König selbst

stellte sich aus den Boden der Tatsachen." Er begnügt sich seither, bis auf weiteres an der spitze eines revolutionären Staates zu figu­rieren.

Mussolinis .Panther" sicher auch Krallen der Wilhelms II. hatte keine. Dann: Mus­solinis .Panthersprung" hat keinen Zweck, zum mindesten keinen Zweck, den er ohne diese * monstration nicht leichter hätte erreichen töi während Wilhelms II. Aktion wohl ein Ziel hätte erreichen können. Daß das nicht geschah, lag daran, daß man die Faust zwar ballte, sie aber in die Tasche steckte, als es auf die Entschei­dung ankam. Die deutsche Aktion führte zu einer verschärften Einkreisungspolitik der Eng­länder und einem engeren Zusammenarbeiten der englischen und französischen Militärs Dar­über gibt das Tagebuch des englischen Feldmarschalls Wilson, das vor eini-

Kronprinzen-Kompromiß statt Bürgerkrieg.

, London, 31. Oktober.

Rach einer Meldung aus Bukarest hat der Geist der Revolution, der Rumänien in der letz­ten Woche erfüllt habe und sich zu einem Bür­gerkrieg zu entwickeln drohte, wenigstens zeitweilig einem Geist des Kompromisses Platz gemacht. Man sei der Ansicht, daß die finanzielle Entschädigung des Prin­zen Carol erhöht werden wird.

Fürst Bismarck die berühmte Flasche Steine­berger Kabinett, die ihm der Kaiser zur Einleitung der Wieder­versöhnung geichenkt hatte. In den letzten Iah hren schrieb Harden saft den ganzen Jnhali seiner Zeitschrift allein. Mit seinen, Mitarbei-

ren Mittelmeerpolitik. Dies wird in Frankreich klar erkannt. Daher auch die unge­heure Erregung der französischen Oeffentlichkeit über den Barisprung Mussolinis.

Will eS Muflolini wirklich auf einen Krieg ankommen lassen? Glaubt er wirklich, das Ita­lien der NaÄriegszeit stark aenug gemacht zu haben, um einem solch aefährlichen Gegner, wie Frankreich es ist, die Spitze bieten zu können? Hat Mussolini vergessen, daß der .Sieg' Jta-

Rom, 31. Oktober. (Eigener Drahtbericht. Wegen des Eisenbahnunglücks find die Feier­lichkeiten für den Marsch auf Rom zum Zeichen der Trauer abgebrochen worden.

Rom, 31. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Der fünfte Jahrestag des Marsches auf Rom wurde am Sonntag in gan'z JLien hauptsäch­lich durch die Einweihung neuerEisrnbay- nen, Straßen, öffentlichen Bauten etc. gefeiert So wurde die neue direkte

Zugkataftraphe in Italien.

Abbruch der Faschistenfeiern.

Bari, 31. Oktober.

Auf der Linie Bari Loeorotoudo stieß ein Sonderzug mit einem fahrplanmäßigen Zug zu­sammen. Bis jetzt sind sechs Tote und acht­zig Verletzte (30 schwer) festgestellt worden.

Kontgretche sich, genau vor fünf Jahren, auf Rom marschierenden Schwarzhemden ent­gegenstellen konnte. Die Bevölkerung Italiens war des parlamentarischen Leerlaufs, der sinn-

Laut Preffenottz hat man sich im Reichswirt- idXiftsmintfierium überzeugt daß die Braun- kohlemndustrie durch die neue Lohnbelastung tatsächlich in vielen Betrieben die Selbstkosten! aus dem Erlöse nicht mehr zu decken vermag Lem Bergbau werde eine je Zentner nur eini­ge wenige Pfennige ausmachende Erhöhung der I Preise ab Werk in Kürze zugestanden werden

gen Tagen erschienen ist, bezeichnenden Auf­schluß. Rach der Agadirttise sah Wilson seine Hauptaufgabe in einer engeren Zusammenarbeit mit den Generalstäben Frankreichs und Bel­giens. Auf dem Schlachtfelde von Mars la Tour legte er einen Streifen der Landkarte nieder, auf der er die Aufmarschgebiete der englischen Truppen In Frankreich eingezeichnet hatte. Er näherte sich dann dem russischen Generalstabschef, nahm an den stanzösischen Manöver» teil und bis zum Jahre 1914 waren in tiefgeheimer Arbeit, an der nur wenige englische Generalstabsoffiziere beteiligt waren, die Vorbereitungen für die Ueberfüh- rung des britischen Expeditions­korps soweit fottgeschritten, daß der Minister­präsident Asquith sich mit der Entsendung von fünf Divisionen nach dem Festlande für den Kriegsfall einverstanden erklären konnte.

Tanger sagt genug.

England hat Mussolini verstanden.

London, 31. Oktober.

DaS italienische Geschwader wird heute Tan­ger wieder verlassen. Die Kommentare halten die polittsche Bedeutung dieser Marinekund­gebung im gegenwärtigen Augenblick für fol- gen ferner. Italien habe hierdurch zu ver­stehen geben wollen, daß es in der Tangerfrage unbedingt auch mitsprechen wolle.

Der fünften Jahresfeier der faschistischen Revolution wird Europa gedenken. Richt etwa deswegen, weil Muflolini am 28. Oktober die­ser Jahres eine flammende Proklamation an die Italiener richtete. Auch sie ist wohl be­achtenswert. Reue und größere Aufgaben er­warten uns noch, verkündet der Duce, aber das faschistische Regime weicht vor Hinderniffen nicht zurück. Es bietet ihnen die Stirne und

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'chifft die Küste erreicht haben und daß vielleicht NN'-sallig zu demonstrieren. Vor dem c(e. Sckiffbrüebia« nockt Non rtnhmn "k"., .1 mentalen Ausbruch saseistischer Leidenschaft

dte von entern Mailänder Redaktionszimmer aus zielbewußt in Szene gesetzt war und diri- giert wurde mußten sich nungstruppen zurückziehen, stellte sich auf den Bi

lern hatte er sich nach und nach überworfen, ohne daß es ihm gelang, neue heranzuziehen sein Kamps gegen den Kaiser trug fach Festungsstrafen ein. Harden schauspieler. Sein bürgerlicher Name war Kowski. Seme Brüder war der bekannte Ober­bürgermeister von Posen, der den Namen Wit­tig angenommen hatte. Die Eulenburg-Affäre hat Harden am bekanntesten gemacht.

Genua, 31. Oktober, losen Streiks und des kaum mehr zu verhüllen-

Das Gebäude der Schiffahrtsgesellschaft wird den Chaos' satt. Da wollten sogar die Jia- täglich gestürmt und ist von einer Menge ^ner die Segnungen der Ordnung kennen ler- angstvoller Frauen umgeben, von denen "en. Das ganze Land jubelte den anrüden» einige bereits seit drei Tagen ausharren in per den Schwarzhemden zu. Gab es irgendwo dok- Hofsnung, daß noch Nachrichten über die , Ma- jnnarcn Widerstand, so waren Rizinusöl und

alba* eintreffen. Die Angehörigen der 296 jsturm auf andersgesinnte Redaktionen und Vermißten stützen ihre letzte Hoffnung auf Klubhäuserein Probates Mittel, um die die Möglichkeit, daß noch nicht alle Rettunas- 'weckmamgk.cit aller Doktrinen im poli

Maximilian Har-ens Gn-e.

Ein Leben als Publizist.

Montana-Bermala (Schweiz), 31. Oktober.

Maximilian Harden ist Sonntag abend hier plötzlich gestorben.

Bern, 31. Oktober. Die Ursache des plötz­lichen Todes Maximilian Hardens wird auf einen «nsall'von Bronchitis zurückgesührt.

Der 66jährige Maximilian Harden war eine der bemerkenswertesten Erscheinungen des kai- erlichen Deutschland. Der Kritiker des Kaisers hat, namentlich seit der entlaflene> Bismarck ihn in fein Vertrauen zog und seitdem später Herr von Holstein ihm feine Informationen zu­teil werden ließ niemals aufgehört, seine inti­me Kenntnis der politischen Personen und der Vorgänge hinter den Kulissen dazu zu benutzen, das Tvstem der deutschen Politik heftig zu be- ebden. 1892 gründete er die Wochenschrift »Die Zukunft', die er bis zum Jahre 1923 her ausgab. Mit Harden trank auch

Auch Irland hat schwer gelitten. Leben gerufen werden, Wenn woran zu zwei- Hamburg, 31. Okwbcr. (Privattelegramm.) feln, kein Grund vorlieqt der organisawri- Der gestrige Sturm hat großen Schaden ange- M>e Aufbau in dem gleichen Tempo fortfebreitet richtet. Der DampferPax" verlor Anker und! Tas faseistiscke Italien wird keine zweite demo Kette. Einem dänischen Dampfer brach das krattsche Kammer mehr kennen. Und alle Pro- Steuergeschirr. Ein schwedischer verlor seine bleme, von der Einstellung zu den großen poli- Deckladung, ein amerikanischer beide Anker. Aus "''Heu Fragen bis zum strikt durchgeführten seine drahtlosen Hilferufe wurden von Cuxhasen! Trinkgeldverbot für Hotelstubenmädchen werden mehrere Schlepper entsandt. >m nächsten Lustrum, noch mehr als im Per-

London, 31. Oktober. (Eigene Drahtmelduna > gangenen, allein vom Willen des einzigen Man Der Sturm hat in ganz I r l a n d die Nmwer- Ln. bestimmt, mit dem das Regime steht und bindtmgen unterbrochen. Zahlreiche Personen ' ,s

wurden verletzt. Die Straßen sind überall durch -.Etn' 'st aüeS-

entwurzelte Bäume gesperrt und jeder Per- .Allmacht des Duee erweist sich, schon for- kehr ist unterbrochen. An der Küstt - von ®al= mCtt: -,ncr Tatsache, daß er fünf oder sechs «°tz wurden bisher fünfzig Leichen ange- ^""cieullles selber verwaltet. Unterstaatssekre- schwemmt. Sieben Mann eines Fisckerboo- nehmen ihm natürlich die technischen Agen- tes wurden gerettet, während siebenunddreißig ob-, Denn auch Mussolini kann schließlich

Mann verloren sein dürften. " 8 ?" einem Schreibtisch setzen: der im Palazzo

sChtgl, der ehemals österreich-ungarischen Bot- Ichast, steht. Der auswärtigen Politik widmet der Ministerpräsident schon feit langem den Weitaus größten Teil seiner ungeheuren Ar- beitskraft. Man kann die Tendenzen, die die faserstlsche Außenpolitik beherrschen, in der ei­nen Formel ausdrücken.- dabei fein, ist alles. Das alte Italien war eine Großmacht. Das | nem muß darum zumindest eine Weltmacht ' ' "glich soll es die

---------7-, -----Vom Palazzo

Ehtgt tst es gar mail weit zum Palazzo Litto- Preise ab Werl K ^^^ftan^n werden j mehr 7n?'nich7 die icbocb auf hpm *npitpn qiA« I an-J un r yy weniger vorbereitet, als bie

-u verhindern, daß sie im Endpreis stärker in Se bereits l Ä bie erfdieinungjritt Aus diese Wette dürsie «en: «n bal britifebe^ ÄX Ä eincr dl»rahl von valittschen Aktionen ist der, zumeist mäßigende

l englische Emflug unverkennbar. Dem nächsten

Sein Herzenswunsch.

Italien soll größer werden.

Rom, 31. Oktober.

Rach der Truppenschau sagte Mussolini in einer Ansprache, die Liebe zum Vaterlande und die Treue zum König beseele die italienische Ration. Der Willen, Italien groß zu ma­chen und der Entschluß, die faschistische Revo­lution und die Rechte Italiens in der Welt zu verteidigen, fei allgemein. Die Faschistenfeinde seien entwaffnet und zerstreut. Er mahnte zur strengen Difziplin und fchlotz mit der feierlichen Aufforderung, Italien durch treue Arbeit und Opfer groß zu machen.

Denn der ^ascismus ist, fogar programma- tlsm, die Revolution. Er ist eS heute noch. Von Stabilisierung der Verhältnisse kann noch immer keine Rede fein. Konsolidiert hat sich das Staatswesen freilic in diesen fünf Jahren ganz gewaltig. Ausge: aut und im Sinne sei­nes Begründers durchgebildet wird es freilich erst in einer weiteren Reihe von Jahren fein. Das wesentliche Phänomen des Faseismus >.st -- .der syndikalistische Aufbau des! Staates. Mau winte-flüg- über »en W PÄÖÄÄ« Ein Italiener will das Wagnis vollbringen. Dazu auf eine bewußt chauvinistifche Id-.

. Rewyork, 31 Oktober. r®gie aufgebaut, wie sie, zum mindest in die-

Der italienische Flieger Cesaro Sabelli kün-f^ brutalen und vielfach naiv onmutenben btgt seine Absicht an, im Dezember einen Flug -lufnchtigkett, vielleicht nur in der Heimat d-S RewyorkRom zu unternehmen, um zu x^lllgen Egoismus- möglich ist. Ter Staat beweisen, daß derartige Flüge auch mittenM*08 i,f bte Allmacht. Heute ist er es wohl nicht im Winter durchaus möglich seien. Er werde ganz. Zumindest die Hälfte der Syndikate drei Begleiter mitnehmen und gedenke und Organisationen, die das faseistische Pro- am Reujahrstage in Rom einzutressen. gramm vorsieht, sinh noch nicht geschaffen. Na­

mentlich die besonders wichtigen Zwischenglie­der und Spitzenverbäude fehlen so gut wie voll- I ständig. Aber auch sie werden zweifellos ins

Diefe Tatfachen beleuchten besser als viele Worte die ungeheure politifche Bedeutung, die der Entsendung der italienischen Kriegsschiffe nach Tanger zukommt. Italien hat dem Tanger- ftetut vom Jahre 1923 nicht zugestimmt und kei­nen Zweifel darüber gelassen, daß es an der Neuordnung der marokkanischen Verhält­nisse vital interessiert sei Jetzt meldet es diesen Anspruch nachdrücklich an. Er richtet sich for­mell gegen Frankreich England und Spanien, die gemeinschaftlich und unter Ausschluß der Italiener Tanger seit dem Jahre 1923 verwal­ten Es entzieht sich der öffenttiehen Kenntnis, ob Mussolini die Engländer und Spanier schon für sich gewonnen hat, doch drängt sich der Ge­danke auf, daß bei der jiinasten Zusammen­kunft Chamberlains mit Primo de Rivera in Palma auf Mallo'ta auch diese An­gelegenheit besprochen wurde. Ist dem so, dann richtet sich der italienische Vorstoß unmit- tenlbar gegen die Franzosen und de-

uniet römischer R. ». Bersach macht, das ,

überwindet e8. Taten werden es beweisen. In der gleichen Stunde, in der die Italiener da» ZukunstSpnigramm ihres Führers zur Kenntnis nahmen, erfuhr die Welt, daß eine italienische Flotte im Hafen von Tanger vor Anker ging. Kein geringerer als der Prinz von Udine befehligt sie. Dreitägige Einwei- hungsfefte sollten der ganzen Welt zeigen, daß auch Italiener in Tanger sind. Damit ist aber die Tragweite dieses Flottenbesuches nicht er­schöpft Rach amtlicher Auslassung ist er als ein offener Protest gegen die Richtbachtung Italiens bei den Marokko-Verhandlungen und als eine laute Anmeldung der italie­nischen Ansprüche aufzufassen. Mussolini ver­langt eine neue Marokko-Konferenz unter An­teilnahme der italienischen Regierung als glei<^>erechtigter Macht. Tas und nichts gerin- KereS ist der tiefe Sinn der italienischen Flot- tendemonstratton vor Tanger.

Mussolinis Vorgehen erinnert an den deut­schen .Pantherfprung" nach Agadir im Jahre