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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 254 Amtliches Organ der Stadt stafflet. Sonnabend, 29. Oktober 1927. Amtliches Organ der Stadt «rafflet. 17. Jahreaug

Die Staats-Einnahmen steigen weiter.

Der Reparatlonsagent als Vormund / Wechselt Paris seinen Botschafter?

Lins geht es zu gut

,.. nach Ansicht »er Siegermächte. Darum Druck. Bon Dr. Paul Rohrbach.

Der vielerörterte, unnützerweise als ein hal­bes Geheimnis behandelte Schritt desRepa- rationsagenten* Parker Gilbert har uns daran erinnert, daß Deutschland seil dem Frieden von Versailles kein eigentlich souveräner, sondern nur noch ein halbsouveräner Staat ist. Es gibt sogar Leute, die behaupten, es sei eigentlich nur noch eine Kolonie der sogenannten Sieger­mächte, mit ausnahmsweise weit gehaltenen Selbstverwaltungsrechten. Diese Uebertreibung vorläufig ist es noch eine - hat den Vorzug, daß sie, wenn auch in zugespitzter Form, den eigentlichen Kern der Frage trifft, um die es sich hier handelt. Wenn von den Einschränkun­gen der deutschen Souveränität durch das Frie- densdiklat die Rede ist, so wird meist auf das Verbot einer angemessenen Wehrmacht hinge­wiesen. Auch daß Deutschland und Oesterreich sich nicht vereinigen dürften, trotzdem diese bei­den auseinandergertffenen Teile deS deutschen Volkes danach streben, hebt an einer sehr wich­tigen Stelle die praktische Souveränität auf, die zum Vollbegrifs des Staates gehört. Jetzt greift mit einem Mal die Tatsache der bloßen H a l b > Souveränität Deutschlands nicht nur an as nationale Gefühl im allgemeinen, sondern auch an die materiellen Lebensinteressen von Millionen Deutscher.

Der Agent hat mit seinem Memorandum ge­zeigt, was er in Wirklichkeit ist, nämlich der von den Empfangsberechtigten der deutschen Kriegs­entschädigung bestellte Aufseher über die deutsche Finanzwirtschaft. Er sagt: Eure Ver­waltung ist unzweckmäßiger und kostspieliger als sie zu sein braucht, und die Besoldungserhöhung für eure Beamten legt oie Frage nahe, ob sich die vermehrten Bezüge mit euren Verpflichtun­gen gegen die Reparationsgläubiger und mit jenem Punkt in den Friedensbedingungen ver­tragen, daß die deutschen Lasten (d. h. die Be lastttng des deutschen Lebens) nicht geringer fe* - dürften als die Lasten in den alliierten Ländern Um daS Memorandum richtig zu würdigen, muß man zweierlei berücksichtigen. Das Erste und Wichtigste ist die Tatsache, daß fast überall in der Welt die Ueberzeugung von einer außer­gewöhnlichen, überraschenden Regenerations­kraft und einer ausnehmenden wirtschaftlichen Blüte Deutschlands besteht. Das fing an mit der Stabilisierung der Mark, Ende 1924 einem Vorgang, der wie kein anderer seit dem Kriege der Welt imponierte. Verhältnismäßig am nüchternsten in der Beurteilung Deutschlands 'st man noch in Amerika. Nach dem Ausspruch des

Wirtschaftlers Klein in Washington bestehl kein Zweifel an Deutschlands rapidem Fortschritt im Aufbau eines leistungsfähigen Wirtschaftsappa­rates und an der Besserung der deutschen Le­bensverhältnisse tm Ganzen. Klein zieht dazu die Statistik der Konsumvereine, den Verbrauch von Luxuswaren und Bier, das Anschwellen der Spareinlagen und die Ausgaben für Vergnü­gungszwecke in gleicher Weise heran. Als ein besonderes Moment betonte er außerdem die Stärke des deutschen Willens, die jedermann be­obachten könne. Man mag nach Frankreich, nach England, nach Jugoslawien, nach der Türkei, nach Sowjetrußland gehen; überall trifft man auf die mitunter bis ins Abergläubische gestei­gerte Vorstellung von Deutschlands aufsteigen­der Wirtschaftskraft und Blüte, von den in Deutschland gemachten und noch bevorstehenden Erfindungen und von der unwiderstehlichen Energie der deutschen Industriellen.

Diese Ideen sind sehr gefährlich. Sie füh­ren notwendig dahin und damit berühren wir den zweiten zu erwägenden Punkt daß sich im Auslande und besonders aus der Seite derSieger* die Frage erhebt, ob man es sich gefallen zu lassen brauche, daß Deutschland, der Besiegte im Weltkrieg, anfange, besserzule - ben als die Sieger? Die Erfahrung lehr', daß wenn sich einmal ein falscher Gedanke in der öffentlichen Meinung der Welt festgesetzt hat, es schwer oder unmöglich ist, ihn wieder auszurotten Ein solcher Gedanke war vor dem Kriege und im Kriege der, daß Deutschland nur an die Gewalt glaube, nur die Gewalt anbete und jetzt ist es das Dogma von dem unerhört rasch wiederaufsteigenden Deutschland Wir, die wir in Deutschland leben, wissen am besten, tote übertrieben dieser Glaube ist. Auch wir festen die Fortschritte und treuen uns ihrer, aber ttt-s braucht niemand daran zu erinnern, wie tief i unter der Vorkriegszeit wir noch stehen, und wie unbedingt das meiste von dem |

was wir wieder erreicht haben, durch fremde Kredite ist. In die Bewunderung, die Deutsch­land gezollt wird, mischen sich Neid und Mer­ger. Am stärksten ist das in Frankreich der Fall. Hier wird Deutschland am schärfsten dar­auf hingewieseu, daß es nicht besser leben dürfe als die Sieger.

Es wird großer Ruhe und Sachlichkeit be­dürfen, um wenigstens diejenigen Stellen, die nach dem Dawesplan ein Recht auf Kritik an der deutschen Finanzwirtschaft beanspruchen, davon zu überzeugen, daß es sich bei der Reform der Beamtenbesoldung nicht nur um ein Mehr von soundsoviel Gehaltsprozenten handelt, son dren um eine Frage desdeutschenKultur besltzes schlechthin. Unser Beamtentum bildet eine so breite und qualitativ so hochwer­tige Schicht in der lebendigen Gesamtheit unse­res Volks, daß unermeßlich viel darauf an­kommt, ob der Beamte noch am Gebrauch und Genuß der höheren Kulturgüter Wohl gemerkt nicht Luxus- sondern Kulturgüter leilnehmen kann oder nicht. Bei dem gegenwärtigen Stand der Besoldung ist er dazu, wenn er Familie hat, gar nicht oder nur minimal im Stande Aus diesem Grund ist es auch besonders ver­kehrt, wenn manche meinen, die Erhöhung der Gehälter brauche je Welter nach oben zu einem desto geringeren Prozentsatz zu erfolgen. Dies alles deutlich zu machen, ist Sache der Regie­rung. Für die betroffenen Kreise aber und für das ganze deutsche Volk ist das

ein nützlicher Mahnruf an die im täglichen Le­ben nur zu leicht vergessene Tatsache, daß Deutschland kein vollsouveräuer Staat mehr ist.

stark vertretene Fraktion es einmütig und mit Entrüstung von sich, an der Veröffentlichung desVorwärts" über Risse im Bürger­block irgendwie beteiligt zu fein.

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Senetalauefperruna in Oer Slgarreninöuftrie.

Dresden, 28. Oktober. Wenn nicht in letzter Stunde noch eine Eimgung erzielt wird, werden morgen in Sachsen sämtliche Tabakarbeiter, ungefähr 12 000, wegen Lochndisferenzen und Teilstreiks ausgesperrt werden. Noch viel der» hängnisvoller aber dürste Die Auswirkung die­ses wilden Streiks insofern werden, als der Reichsverband deutscher Zigarrenhersteller sich dem Vorgehen der sächsischen Zigarrenindustriel­len anzuschließen gedenkt und für den 10. No­vember die Aussperrung über das ganze Reich in Aussicht gestellt hat, wodurch 120 000 Arbeiter betroffen werden würden.

Botschafterwechsel in Berlin?

Wen schickt uns Paris für de Margerie?

Paris, 28. Cttober.

Saut Pressenotiz besteht die Möglichkeit, daß

der französische Botschafter in Berlin de Mar- gerie anstelle des zurückgetretenen Botschaf­ters Beruard nach Rom geht. Er würde ent

weder durch den Warschauer Gesandten Laroche ober den Brüsseler Gesandten Herbette ersetzt.

Memorandum * * *

Denkmal Her Schande.

Wofür die Rhelnpreffe büßen muß.

wenn es so bleibt.

. .. hat der Finattzminister gewonnenes Spiel.

Berlin, 28. Oktober

Wie wir erfahren, find die Reichseinnahmen für Oktober in den beiden ersten Dritteln wie­der gestiegen Vom 14. bis 20. Oktober haben sich die Mehreinnahmen fortgesetzt. Das Mehr erreicht durchschnittlich acht Prozent.

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Aachen, 28 Oktober.

Wegen des ArtikelsEin Denkmal der Schande", der die Denkmals-Einweihung in Dinant kritisch behandelte, wurde der Schrift­leiter Fleckner wegen Verletzung der Sicherung und Würde der Besatzung zu Mark 130 Geld­strafe ober dreißig Tagen Gefängnis verurteilt. Von einer Gefängnisstrafe wurde abgesehen, weil der Angeklagte nicht aus unedlen Beweg­gründen, sondern in Wahrung seiner berusli- chcn Pflichten gehandelt habe

Klipp und Har.

Die Wirtschaftslage ernst, aber nicht gefährdet. Ans bem Munde der berufenen WirtkSaftsMb. ter hören wir itt den folqenbe« Gutachten, wie es nm unsere Wirtschaft und Finanzen sieht. Die Rieseulakien der Dawesfribnte sowie die Milliardennerschuldun« an das Ausland haben zusammen mit den unerlSbliche» Ausgabe» für die Besserstellung der Beamten und drSugeude

verblassen dürste».

Berlin, 28. Oktober.

Im HauShaltsausschuß hielt Wirtschaftsrni- nister Dr. C u r 1 i u s in einem ausführlichen Finanzexposi die K o n j u n 11 u r auf Grund der Arbeitslosen-Einstellungen, der Lohn- und Gehaltserhöhungen ufto noch auf längere Zeit gefiebert. Er konstatierte eine langsam an­steigende Preisbewegung, hab aber hervor, daß der Koniunktur Schwierigkeiten aus der Frage der Kapitalsbeschaffung entständen. Bei Aus­ländsanleihen müsse vorsichtig operiert werden, weil eine Vertrauenskrisis im Auslande bei unserer kurz- und langfristigen Verschuldung die verheerendsten Wirkungen haben würde. Die langfristige Auslandsverschuldung be­trüge etwa 3,95, die kurzfristige 3,6 Milliarden; in der langfristigen steckten rund zwei Milliar­den Kredite der Privatwirtschaft, was bei einem Eigenvermögen der Industrie von 34,2 Milliarden Verhältnis mäßig gering sei Das gelte auch für die AirleMn der äffent- - licken Hand, hinter denen die ganze Steuertrafr der Bevölkerung steht Die Entwicklung unserer Exportbilanz sei keineswegs katastrophal. In den zuzeit verhandelten Ricktlinien für Aus­ländsanleihen sollen Produktivität und Dring­lichkeit mehr als bisher maßgebend werden. Auch der Reparationsagent sehe die Wirtschaftslage nicht für kritisch an.

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10 Milliarden Schulden.

Dr. Schacht gegen eine zweite Inflation.

Reicksbankpräsident Dr. Schacht erkannte die produktiven Ausgaben der Gemeinden an.

Lod^avschutz füt TeMarve t r.

Aachen, 28. . Oktober. (Privattelegramm.) Die Betriebsräte-Konserenz der Textilverbände hat dem Schlichtungs-Vorschlage gemäß das Angebot der Arbeitgeberverbände angenom­men Das neue Lohnabkommen, was bestimm­te Erhöhungen vorsieht, läuft bis zum Ende nächsten JahreS.

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UnpeöutnßF Sttenda-ner.

Berlin, 28. Oktober. (Privattelegramm.) In drei Eisenbahnerversammlungen wurde die Frage eines Eisenbahnerstreiks erörtert. Generaldirektor Dorpmüller will morgen über die einzelnen Wünsche der Eisenbahner mit den Organisationen verhandeln.

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Stobienpreiff und »trgart>elUrl6f>ne.

Halle, 28 Oktober. (Privattelegramm.) Zu den neuen Verhandlungen am 31. Oktober über die beabsichtigten Braunkohlen-PreiSerhöhungen beim ReichSwirtschastsminister find auch Ver­treter des Kohlenhandels geladen worden. Danach ist es möglich, daß der Aus­gleich für die erhöhten Bergarbeiterlöhne auf anderem Wege als der einer Preiserhöhung gesucht werden soll.

Die getrübte Regierungsehe.

Zentrum, Deutschnationale und Republik.

Berlin, 28. Oktober.

Der Zentrumsvorfitzende Sbg. v. Guerard teilte gestern mit, daß 'm einer Besprechung mit den Deutschnationalen das Zentrum nachdrücklich Beschwerde erhoben habe gegen die yerabwürdigende Art wie von deutsch­nationaler Seite in der Presse und in Ver- ammlungen die Symbole der Republik behandelt werden. Ferner halte das Zentrum eine Propaganda für bte Wiedereinführung der Monarchie unvereinbar mit der star­ken Beteiligung der Deutschnationalen an der etzigen Regierung der deutschen Republik Die deütfchnationalen Führer hatten bezüglich des ersten Punktes Beachtung der Wünsche des Zen- trumS zugesagt. Bezüglich dermonarchistischen Propaganda" wurde eine völlige Ueberein ft i m ui it n g nicht erzielt. Abg. von Guerard unterstrich jedoch nochmals die unzweideutige Auffassung deS Zentrums. Alsdann wies die

Rumänien mobilisiert.

Wenn die Bauern tagen. Das Heer für Carol?

Paris, 28 Oktober

Rach einer Meldung aus Bukarest hat die Garnison in Siebenbürgen Befehl erhal­ten. für den ersten November beim Kongreß der nationalen Bauernpartei in Alba Julia zu mobilisieren. Allgemein nehme man an, daß die Festnahme Manoilescus und die mili­tärischen Maßnahmen BratianuS den ersten wirklichen Versuch des Prinzen Carol, den Thron zu gewinnen, vereitelt hätten. Prinz Carol verfuge über eine starke Anhängerschaft im Heere. Die Verhängung des Belagerungs zuftandes würde also zu einer Spaltung des Heeres führen, da die Hälfte mit Carol gemeinsame Sache machen würde.

ein DerrflierilOrti Tagebuch

Bukarest, 28. Oktober Ein bei Manoilescu beschlagnahmtes Tagebuch bestätigt seine Ab­sicht, die R ü ck k e h r des Prinzen Carol zu be­treiben und gibt zu, im Einverständnis mit diesem zu handeln Die Tagebuchseiten wurden photographiert und im Parlament verteilt.

Rüstet ab, nicht <mft England soll ein Beispiel geben.

London, 28 Oktober.

Lord Cecil setzte fich in einer Rede dafür ein, daß internationale Streitfragen nicht vor den Völkerbund, sondern vor den Schiedsgerichtshos im Haag gehören. In Genf habe niemand die Rüstungen oder gar ihren Ausbau verteidigt Trotzdem dauerten die Rüstungen an und wüch- en noch beständig (namentlich in den Lüsten). Die Möglichkeit einer gemeinsamen A r - mee durch die europäischen Staaten gehöre nicht in den Bereich praktischer Politik, aber es sei klar daß alle Armeen den Frieden wah­ren müßten Wäre dies der leitende Gedanke in Genf gewesen so wäre ein Uebereintommen leicht zu erzielen gewesen. Wenn wir. so sagte der Redner, uns irgendeinem internationalen Vorschlag roiberfetien, so ist dieser zum Mißer­folg verurteilt und wenn wir ihn unter­stützen. so hat er fo gut w!e sicher Er­folg. England könne Europa vor einem zu­künftigen Kriege bewahren, wenn es Mut und Weitblick hätte.

Aber es handle sich darum, anstelle der mit zu geringen Befugnissen ausgerüstetenBeratungs­stelle" eine zentrale Kontrolle über die lokalen Finanzen einzurichten Die Sperre für Ausländsanleihen sollte nur ausprobieren, wie die Senkung der inländischen Zinssätze sich aus- wirkte. Wir wollten einmal ausprobieren, in welchem Umfange der inländische Markt geeignet fei, den Kapitalbedarf der deutschen Wirtschaft zu befriedigen; und der Jnlands- kapitalmarkt war in der Tat nicht steril. Was die Börsenkonjunktur anlange, die zu dem .schwarzen Freitag" führte, so habe die Reicksbank bereits Ende Februar die Banken daraus aufmerksam gemacht, daß der Ausbau ei­ner Bärsenkonjnnktur, lediglich auf dein Wege des Kredits und noch dazu eines ausländischen, für die Liquidität Gefahren bringen müsse Entgegen dem Reickswirtschaftsminister, der für die Auslands-Verschuldung eine Ge­samtzahl von rund 7,5 Milliarden nannte, be­zifferte der ReicksbankprSsident diese

Verschuldung auf zehn Milliarden.

Die Reichsbank habe sich nicht gegen Ausländs­anleihen an sich gewandt, sondern lediglich ge­gen das Tempo und gegen die Gesamthöhe der Verschuldung, weil die Rückwirkungen aus die Währung doch ein sehr erhebliches Gewicht haben Die bisherige Beratungsstelle könne nicht übersehen, was neben dem produk­tiven Zweck einer Anleihe in der Gemeindever­waltung sonst noch für unproduktive, uner­wünschte, entbehrliche oder nickt dringliche An­lagen ausgeaeben wird Deshalb müsse eine

zentrale Kontrollinstanz

kommen. Dr Schacht legte noch dar, daß er das Geschrei über die Heraufsetzung des Diskonts nickt verstehe Die Reichsbank wolle keine Konjunkturpolitik treiben, könne aber auch unmöglich die Koniunktur dadurch fördern, daß sie künstlick Geld nmcht Die Reichsbank habe die Kauflraft der Mark dem Ausland ge­genüber und im Inland zu erhalten Darum sei eS unberchtigt, ihr vorzuwersen. daß sie nicht mehr Devisen bereinnimmt In breiten Kreisen des Laienvublikums und der Käufersckickten würden immer wieder ernsthafte Befürchtungen dahin laut, daß wir vor einer

Inflation von der Geldseife her

stehen Solange die Reicksbank unabhängig fei, werde sie sich nicht dazu heraeben. irgend eine Inflation entstehen zu lassen. Wir ha-