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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

«tMdgetwrttfe: ®tn6etnrtf<be GeschäftSauoetaeu die mm.Zelle 10 4. auStoärNqe GeschaftSanieigen bte mm-geile 10 A. Samiltenaneeigen «e mm-Zelle 10 4, Kleine Anzeigen au» Kassel baS Wort 5 A, auswärtige kleine Anzeigen bte mm- Zeil« 10 ^ Reklamen bte mm-geile 88 A. Dffertgebübr 25 A (bei Zustellung 86 ^». Rechnungsbeträge innerhalb 6 Tagen »abibar. Sür bte Mchttgkeit aller durch Nernsvrecher auf gegebenen Anzelaeu sowie für Auknahmebateu und Plötze kann nicht garantiert werden. Kür Anzeigen mit besonders schwierigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Schlachthofstr. 28/80. Geschäftsstelle: Kölnischestr. 5.

Nummer 247. Amtliche« Organ der Stadt Kassel.Freitag, 21. Oktober 1927. Amtliche« Organ der Stadt Staffel 17. Jahrgang

Kein Anschluhbesuch in Wien.

Glrelkschlu- in Spanien / Bel uns weiter verschärft / ÄugüberfaN mit Bomben.

(Eigene Drahtmeldung. Bergarbeiterstreiks von

e n aus

abak und

fürchtet, daß dt« ietzig« RetchStagSmehrhett mH dem Zentrum eine Reform mit dem Hinterge­danken machen könnte, einen Zuwachs der So­zialdemokratie zu verhindern. Ein zu bestimm­ten politischen Zwecken geformtes Wahlgese kann natürlich nicht der Sinn einer Reform sein. Aber es ist nicht einzufehen, weshalb nicht der alte Külz'sche Entwurf, der seinerezit allge­meine Billigung gesunden hat, endlich vor daS Kabinett gebracht und dem Reichstag vorgelegl werden soll.

ihnen die ttcl wie

Wahlreform?

Bessere Auswahl. Zuviel Abgeordnete.

Die Frage der Wahsreform ist für die Par­teien so etwas wie sür den Soldaten die eiser­ne Ration, die er immer bei sich tragen, aber nie, oder nur im äußersten Notfall, auf« zehren darf. Alles ist darüber einig, daß das Reichslagswahlrecht, wie es durch die Retchs- versassung und das ausführende Wahlgesetz geschaffen wurde, die Hoffnungen nicht erfüllt hat, die man einst auf es setzt«. Tie Nichlbegrenzung der Mandate läßt die Volks­vertretung bei starker Wahlbeteiligung über­mäßig anschwellen; gegenwärtig haben wir 492 Reichstagsabgeordnete, was nach allgemeiner Ueberzeugung zu viel ist. Die großen Wahlkreise und die damit verbundenen großen Listen haben den Zusammenhang zwi­schen Wählerschaft und dem Kandidaten und spätern Abgeordneten so gelockert, daß man heute kaum noch von einem persön­lichen Vertrauensverhältnis zwi­schen ihnen sprechen kann, obwohl dies doch eigentlich zum Sinn der Repräsentation ge­hört. Die Reichsliste, von der man hoffte, das sie dem Parlament wertvolle Kräfte zusühren würde, die ihre Eignung ihrer allgemeinen gei­stigen Bedeutttng und nicht einer Arbeit oder Stellung in der Parteibterarchie verdanken, hat diese Erwartung nichts gerechtfertigt, sondern ist auch nur ein Instrument der Par-

Zigarren und Zigaretten verübelt. Sie haben sich nicht abhalten lassen, immer noch mehr Streichhölzer aufflammen zu lassen und immer mehr Zigarren, Zigaretten und Tabakmassen in Pfeisenköpfen zu verbrennen. Neben dem .modernen- Menschen, der im Wirbel der Tech­nik seine Nerven abnutzt, drängen auch die Na­turvölker aller Zonen nach Stimmungsmitteln aller Art. Durchschnittlich verbraucht der Deutsche

gekommen sein, der daraus eine sehr ernste Un­terhaltung mit dem Parteivorfitzendrn, Reichs­kanzler Dr. Marx gehabt haben soll. Die Frak- t,on hält eine Aenderung des Finanzausgleichs nach ben Wünschen der Bayerischen Volkspartei für unmöglich. Es soll eine Aktion der Reichs regier»ng m Verbindung mit dem Sparkom- mlffar des Reiches hinsichtlich einer Verwal tungsresorm bei den Ländern bevorstehen.

Spanien löscht den Streik.

Annahme de» Bergarbeitervorschlags.

verbraucht. Die Einfuhr ist nicht so erheblich, wie man sie sich im allgemeinen vorstellt. Aus dem Auslande bezieht durchschnittlich feder Deutsche tnt Jahre ein einziges Streichholz. Die Zahl der mit der Zündholzherstellung be­schäftigten Betriebe ist allerdings nicht sehr groß. Es gibt neunundsechzig Fabri­ken mit einer durchschnittlichen Arbeiterzahl bon zweitausend Männern und dreitausend Frauen, die also immerhin ein Heer von dreihunderttausend Mensch wachem Für die Verarbeitung von Ta»^ Tabakwaren gibt esf aber 14929 Betriebe mit einer Belegschaft von 214000 Arbeitern und Arbeiterinnen. Sie verwerten auch die Tabak­ernte von mehr als sechzigtausend deutschen Ta. vakbauern, die annähernd zweihunderttaufend Doppelzentner deutscher Tabakblätter an die Fabriken abliefern. Die Tabakhändler selbst bilden eine der kopfstärksten deutschen Berufs- gbten überhaupt mit einer Gesamtzahl von 526 670. Mit Kind und Kegel müssen sich also

jährlich rund fünfhundert Zigaretten und hundert Zigarren auf den Kopf der Bevölkerung, also einschließlich der rauch­feindlichsten Damen, di« niemals ein« Ziga- rette für sich anzünden geschweige denn eine Zigarre oder gar eine lange Preise und der allerjü-ngsten Kinder, die zwar auch eine leb- hafte Saugetätigkeit entfalten, aber dabei fei­nen blauen Dunst erzeugen, sondern ihre An- strcngungen mit selbstgerechter Miene zu ihrer Lebenserhaltung vollfuhren. Wir wollen keine Philister sein und einmal nicht überlegen, wie­viel Schaden verhütet, wieviel Nutzen viel­leicht gestiftet werden könnte, wenn der Mensch auf den Ranchluxus verzichten würde. Man soll auch einmal daran denken, wieviel Menschen aus der Herstellung von Zigarren, Zigaretten, Tabak und den mit ihrer Anwendung eng vec- bunbenen Zündwaren ihren Lebensunter­halt gewinnnen. Zu den 500 Zigaretten und 100 Zigarren in den Mund jedes Deut- schcn im Jahresdurchschnitt gehören ja auch noch ein halbes Kilogramm Rauchtabak für die großen und die kleinen Pfeifen und ein guter Teil der 2112 Zündhölzer, die durch- ichmittlich jeder Deutsche im Jahre aufflammen laßt. Von den 134 Milliarden Zünd- hölzern, die in Millionen kleinen Kästchen ihre Runde machen, werden

126 Milliarden in Deutschland selbst

wenigstens drei Millionen Menschen

in Deutschland als Schaffende oder Familien­angehörige der Arbeitenden sagen: ich lebe da- von, daß der sich eme Zigarre, jener eine Ziga- rette oder eine Pfeife ansteckt und mit mehr oder weniger Behagen einen Teil feines Ein- kommens in Rauch und Feuer aufgehen läßt. Die frohesten Augen muß bei recht fleißigem Tabakverbrauch der Reichsfinanzminister ma-

t' < schneidet bei der Sache ganz außer» wohnlich günstig ab. An Zündholzsteuecn streicht er 12,7 Millionen oder rund zwanzig Pfennig auf den Kopf der Bevölkerung ein. Die Tabakfabrikatssteuer bringt ihm 535 Million--» und die Materialsteuer für Ziaarettentabak noch einmal 177 Millionen Mark Steuern oder eine Kopfgabe von insgesamt 11 Mark 30 Pfennig: dazu kommen dann noch rund 65 Millionen, also mehr als eine Mark auf den Kopf jedes Deutschen an den verschiedenartigen Tabakiöl- len. Die Raucher müssen in Zigarren ausge- druckt fast hundert, in Zigaretten umgeredniet rund dreihundert Stück auf den Kopf der Be­völkerung in die Lüfte blasen, ehe der Finanz-

Feuer und Rauch.

Wieviel Deutsche vomblauen Dunst" leben. Milliardenverbranch «n ZüsdiSlrerrr. Star­ren nnb Zigaretten. Wie lallen keine Pbi- lifter lein. Drei Millionen leben 6«»en. Und der Reickssinamminifter schnmnzelt ...

Wie oft ist eS den Deutsche« schon borge- halten worden, daß sie viele Millionen Mark lährlich für nichts als blauen Dunst ausgeben. Wie ost schon hat man vor ihnen mit warnend

Maschinerie geworden. Dies sind nur einige der allgemein anerkannten Nachteile des jetzigen Wahlsystems.

Bei der Uebereinstimmung der seit lange geübten Kritik hätte matt erwarten sollen, daß eine Reform schon längst und leicht durchzu­führen gewesen wäre. In der Tat lag bereits auch ein Entwurf deS vorigen Innenministers Dr. Külz vor, dessen zwei große Reformge­danken die Verkleinerung der Wahlkreise und damit der Listen und die Verminderung der Abzeordnetenzahl waren, ein Vorschlag, der wnigstens Einiges bessern würde und Aussicht auf ein arbeitsfähigeres Parlament gegeben hätte. Der Entwurf ist jedoch in den Akten stecken geblieben und weder von dem damaligen noch von dem jetzigen Kabinett aus­genommen worden, sodaß es, angesichts der Tatsache, daß der Reichstag schon in spätestens einem Jahre seine Zeit erfüllt haben wird, um die Frage der Wahlreform wieder still gewor­den war. Darum überraschte die gestrige Zen­trums-Interpellation nicht wenig, die der Re­gierung nahegelegt, eine Wahlreform noch von dem jetzigen Reichstage verabschieden zu lassen. Da durch die Listenwahl die Beeinflussung der Kandidatenauswahl durch die gesamte Wäh­lerschaft wesentlich beeinträchtigt werde und die Größe der Wahlkreise die notwendige enge Vertrauensverbindung zwischen der Wähler­schaft und den Abgeordneten unmöglich mache.

Der Schritt des Zentrums, von dem matt wohl annehmen darf, daß er im Einver­ständnis mindestens mit dem derzeitigen Reichskanzler, vielleicht aber auch mit dem Ge­samtkabinett getan wurde, hat in parla­mentarischen Kreisen nicht geringes Aufsehen erregt. ES ist kein Geheimnis, daß die Schuld an der fortwährenden Verschleppung dieser Re­form weniger die Regierung und die Parteien alS solche, sondern die Fraktionen trifft weil zahlreiche ihrer derzeitigen Mitglieder befürch­ten müssen, zu den Opfern der neuen po­litischen AuSlese zu gehören, welche die Wahlreform bezweckt. Niemand wird mit dem Vorstoß deS Zentrums einverstandener fein als dieGruvveumWirth ,die bei den nächsten Wahlen darum zu kämpfen haben wird, ihren Einfluß in der Fraktion wieder mehr zur Gel­tung zu bringen. Nicht nur aus biefem Grunde, sondern auch auS allgemeinen politischen Grün­den liegt die Frage nahe, ob daS Zentrum mit seiner Interpellation nur eine normale Pflicht gegenüber drängenden Forderungen von außen erfüllen zu müssen glaubte, oder ob eS in der Tat ernstlich gewillt ist, die Reform noch tn die­ser Session durchzuführen. Die Zeit ist knapp und der dem Reichstag »och vorliegende Ar- beitsstoff so groß, daß der vereinigte Wil- l e aller Parteien dazu gehören würde, um noch eine Wahlreform zu machen. Nach den biS jetzt ans den Patteien vorliegenden Stimmen wird man nicht mit einem allzu großen Enthusiasmus rechnen dürfen. Die Sozialdemokratie, die bet den nächsten Wahlen auch unter dem herrschen­den Wahlgesetz auf eine große Verstärkung rech­net, bezeigt wenig Lust, vielleicht auch weil sie

Anschluß noch zu früh.

Der Kanzlerbesuch in Wien.

Wie«, 20. Oktober.

Eine wohlinformierte Persönlichkeit äußerte sich zu einem Berliner Pressevertreter über den bevor^henden Besuch des Reichskanzlers in Wien u. a.: Berlin steht nach wie vor aus dem Standpunkt, daß die Anschlutzfrage gegenwär­tig noch ruhen muß, bis sich mancherle Verhältnisse, u. a. auch die Verhältnisse au dem Balkan, geändert haben werden. Obwoh daS Gerücht, das besagt, Deutschland wolle den Anschluß überhaupt nicht, eine ab - folute Unwahrheit ist, obwohl ferner die deutsche Regierung niemals zum Verzicht auf den Anschluß sich bereit erklären wird, mögen auch noch so große Vorteile dafür in Aussicht gestellt werden, so denkt sie dock zur Zeit nicht daran, irgendwelche Schritte zu unternehmen, um den Anschluß näher zu brin­gen und der Ministerbesuch in Wien hat, wie gesagt, mit dem Anschluß nicht das mindeste zu tun.

Die Ltreiklage gespannt.

In der Niederlausitz verschärft. Schutzpolizei

Senftenberg, 20. Oktober. Die Zahl der Ar­beitswilligen geht weiter zurück. Im Senften­berger Revier hat eine Grube, die das Kranken­haus und den Bahnhof Senftenberg mit Strom beliefert, ihren Betrieb stillcgen müssen. Eine Grube konnte ganz, eine andere zum Teil von neuem in Betrieb gesetzt werden. Auch die Grube Ada bei Döllmgen ist neuerdings zu einem kleinen Teil wieder in Gang gekommen. Auf den im Kreise Hoyerswerda gelegenen Wer­ken hat sich trotz Anwesenheit von Schutz­polizei die Lage durch das Eindringen frem­der Elemente verschärft. In der Gegend von Welzow ist eine VerMechterung der Lage durch stärkste Belästigung Arbeitswilliger zu verzeichnen, fo daß auch hier Schutzpolizei an­gefordert wurde. Bis heute arbeiten noch bi ei Werke der Eintracht, fotoie das Kauscherwerk. Weitere zwei Bereitschaften Schutzpolizei wur- den im Niederlausitzer Revier berettgestellt.

Me-ensrevisioir nicht reis.

Für Ungarn naht die Stunde.

_ Budapest, 20. Oktober.

®ft{}jfterbriMbegt Graf Bethlen sprach in -rner Verjammlu.ig den unvergänglichen Dank der ungarischen Ration dafür miß, daß Lord S°nz uneigennützig sich die ble gerechte Sache Ungarns aller wur- s*fnt Leider bezeichnen ge-

rn!»^dluslandskrelse heute mehr denn je alle Bestimmungen des Trianoner Friedens als un­erreichbar auch für Zukunft. Es ist der Wunsch aufgetaucht, daß die Regierung bereits in der Dezembersession des Völkerbundes die Frage *** Fried ensrevifion aufwerfe. Wem, £ted) in der viel weniger wichtigen Frage her D ebenbürger Optanten, Recht und Gerechtigkeit kommen können, wird auch d,e der Revision im Dezember nickst um Haa. nnrS hf/ ra, \ L'rwärts kommen und es wird so- gar die Gefahr auftauchen, daß die Revision günstigeren Zeitpunkt nicht an- geschnitten werden könnte.

Che es zu spat ist.

Lord CecilS große Abrüstungsofsenflve.

London, 20. Oktober.

Lord Cecil wird morgen einen großen Feld- zug zu Gunsten der allgemeinen Abrüstung und zu Gunsten des Völkerbundes mit einer Rede vor dem Generalrat der britischen Völkrr- bundsvereinigung eröffnen. Er werde keine Angriffe gegen Chamberlain und gegen die Re­gierung richten und auch nicht die konservativen Kreise verstimmen. Lord Cecil äußerte sich zu einem Pressevertreter: Eine der Ent s ch l ie ßun- gen wird erklären, daß die allgemeine Abrü- tung durch internationale Vereinbarungen, b e - tv rm 6:iU spütÄ sestgelegt werden solle. Die Regierung wird aufgefordert, die vorberci- krnde Abrüstungskommission zu unterstützen, die Klausel für den ständigen Gerichtshof zu unter- rechnen und ihre Bereitschaft zu erklären mit Itter zivilisierten Nation unbedingt zu schieds- gerichtlichen Vereinbarungen zu kommen. Der rechte Augenblick hierfür scheine gekommen.

Bomben unter -em Zug.

Verwilderte Zustände in Mexiko. Weitere Opfer.

Laredo (TexaS), 20. Oktober.

Reifende berichten, daß bei einem Bomben­anschlag mexikanischer Aufständischer auf einen Perfonenzug acht Passagiere getötet, zehn ver- wundet wurden. Der Gepäckwagen wurde aus­geplündert.

Laredo (TexaS), 20. Oktober. Zu dem Zng- anschkag wird noch gemeldet. Etwa hundert Rebellen legten zwei Dynamitbomben auf die Schienen, die eine explodierte unter einem Per- onenwagen, die andere ritz die Schienen auf. Die Reifenden der ersten Klaffe blieben unbehel­ligt. Die Rebellen erbeuteten im Gepäckwagen etwa zehntaufend Pesos und flohen dann in die Berge.

Washington, 20. Oktober. Rach einem amt­lichen Bericht wurde bei dem Zugüberfall in Mexiko der britische Generakverwalter deS Bergwerks von Amajac gefangen genommen. Die Aufständischen verlangen ein Lösegeld von fünftausend Pesos, widrigenfalls sie den Ge- 1 fongenen töten würden. Vier Soldaten, die den Tronsport begleiteten, wurden getötet 1

Mr siebt es Im Kasseler Rkv er f

Der Betrieb des Grotz-Krastwerkes Main- Weser wird .nit fünfzig Prozent der Arbeiter und sonstigen Kräften, wenn auch unter Schwie­rigkeiten, voll aufrecht erhalten. In Frielen­dorf sind einige Handwerker von der Arbeit fortgeblieben, wodurch jedoch der Gesamtbetrieb in keiner Weife beeinflußt wird. Auf der Zeche Marie am Hirschberg" in Rommerode und auf Hirschberg" in Großalmerode wird der Terror mit besonderer Strenge durchgeführt. Die Zeche Roter Stollen" auf Wilhelmshöhe hat die Förderung in beschränktem Umfange wieder ausgenommen.

Wird der Nelchsiag diese Woche fertig ?

Berlin, 20. Oktober. (Privattelegramm.) Im Reichstage hielten heute vormittag mehrere Ausschüsse Sitzungen ab. Auch der Aeltesten- rat und die meisten Fraktionen tagen. Im Reichstag wird heute um 13 Uhr die Debatte über das Schulgesetz mit der zweiten Redner­garnitur fortgesetzt. Es ist noch fraglich, ob die weiteren Punkte der Tagesordnung (Handels­verträge, Besoldungsentwurf) erledigt werden.

Konflikte im Zentrum?

Schulgesetz, Besoldung, Verwaltungsreform.

Berlin, 20. Oktober.

Zur Fraktionssttzung des Zentrums erfährt ein Temokrateublatt, daß auch während der ReichslagSpause die Mitglieder jederzeit tele- graphifch zu einer Besprechung nach Berlin er­reichbar sein müssen. lieber die Besoldungsre­form sollen innerhalb der Zentrumsfraktion starke Meinungsverschiedenheiten entstanden sein. Es soll zu sehr scharfen Angriffen der Ar­beitervertreter gegen den Reichsfinanzminister

Madrid, 20. Oktober.

Nach amtlichen Meldungen ist es gestern in ten Bergwerksgebieten von Asturien zu einer Einigung auf Grund neuer Vorschläge der Arbeiter gekommen. Die Arbeit wird wie- der ausgenommen.

20. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Zur Beilegung des Bergarbeiterstreiks von Ä,e Primo de Rivera, der S . ter die Interessen beider

w"hre, fei von Arbeitgebern und Ar­beitnehmern gebilligt worden.