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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 245. Lmittches vrqan oer Stad» Raffel.

Mittwoch, 19. Oktober 1927. Amtliches Orqan der Stadt Kastel. 17. Jahrgang

Der Arbkltsminister hofft auf ©Ireiffrieöen

Der schwarze Streik.

Preise, Löhne und Wirtschaft.

Ob der heute zusarnrnentrerende Reichstag »ach kurzer Reichsschulgesetz Debatte an. Wochenschluß wieder in die Ferien gehen kann, ist sehr fraglich geworden. Die wirtschaftliche Spannung, die sich schon seit mehreren Wochen bemerkbar macht, und sich bisher in einzelne« verhältnismäßig unbedeu­tenden Streikbewegungen ausdrückte, Hal jetzt eine wesentliche Verschärfung durch den Streik im mitteldeutschen Braunkohlenge­biet erfahren. Während Arbeitöunterbrechun« gen in anderen Zweigen der Industrie nur diese selbst treffen und die Gesamtwirtschaft nur in­direkt berühren, haben große Kohlenstreiks die verhä iguisvolle Eigenschaft, daß sie das g a n ; e wirtschaftliche Leben in Mitleidenschaft ziehen. Ein langer Kohlenstreik ist ein nationa­ler wirtschaftliches Unglück, welches daS ge­samte Volk teuer bezahlen muß und desien Wir­kungen sich sofort in einer Blüte ausländischer Konkurrenz ausweisen. Man braucht sich nur der schweren Slreitfolgen in England zu er­innern, di« das ganze StaatSgefüge erzittern machten.

Bei dem mitteldeutschen Kohlenstreik han­delt eS sich um die beiden üblichen Streitfragen des Arbeitslohnes und der Arbeits­zeit. Die Unternehmer weisen darauf hin, daß sie im letzten Jahre wiederholte Lohn­erhöhungen vorgenommen hätten und daß eine neue Erhöhung kalkulatorisch unmöglich sei, wenn nicht eine Erhöhung deS Kohlen- Preises bewilligt würde.'e Erhöhung ist bisher von der AufsichtSinstän; des ArbeftK- ministeriums mit dem gewiß begründeten Ein wand abgelehnt worden, daß eine Verteuerung diese» Grundstoffs der Wirtschaft und bei Ver­kehr» automatisch auch eine Verteuerung aller Produkte nach sich ziehen würde So hat man die Sache wochenlang treiben lasten, bis schließlich der Streik ausgebrochen ist, den man nun mit vieler Mühe und unter Ein­setzung der Autorität de» Staates, wahrschein­lich auch durch gegenseitige Konzessio­nen wird schlichten müssen. Der Arbeits­minister darf die Kohlenpreise nicht steigern weil das Hausbrandbrikett Konsumar- likel ist, also jeden Haushalt belastet, und die Rohbraunkohle eine sehr große Rolle bei der Elektrizitätsgewinnung spielt. Sowohl da? Brikett als die Rohbraunkohle sind also in ihrer Preisgestaltung von der größten Bedeu­tung für die Gesamtwirtschaft über­haupt, eine Erhöhung ihrer Preise würde das gesamte Preisniveau beeinflussen. Wenn man auch unsere gegenwärtige Konjunktur nicht ge­rade pessimistisch zu betrachten braucht, so darf man doch nicht Güter im Preise erhöhen, die eine starke Einwirkung aus das übrige Preis­niveau haben würden Der ReichswirtsckaftS- minister hält es für ausgeschlossen im Interesse der weiteren Aufrechterhaltung der Gesamtkon- junktur, auf dem Gebiete der Braunkohlen­preise etwas zu tun. Die Preise int Klein- verbrauch kann der Minister überhaupl nicht festsetzen. Rach dem Kohlenwirtschaftsge­setz hat der Minister nur ein Vetorecht inbezug auf die Preise der Produktion und kann nur im Wege der Kartellverord- nung eingreifen. Wenn die örtlichen Preise nicht aus einen bestimmten niedrigen Niveau gehalten werden, bann kann bet Win schaftsmmlster gegen bas Kartell vorgehen und diese» zerschlagen. Die jetzige Ver- dienstspanne de» Kohlenhandels ist vor einigen Monaten vom Reichs Wirtschaftsministerium geprüft und für not­wendig befunden worden. Diese Verhältnisie sollen nochmals nachgeprüft werden, aber es kann dabei nicht viel zugunsten der Produktion herauskommen. um dieser höhere Löhne anferlegen zu können.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß die verantwortlichen Kreise die Dinge ha­ben treiben lassen und daß auch daS Ein­greifen der Regierung reichlich spät kommt, zu- mal auch die Spannung wegen der kommenden Wahlkämpfe ständig im Wachsen ist ES ist eine alte Erfahrung, daß die Gegensätze sich tier- tiefen, je länger sich die kämpfenden Parteien gegenüberstehen, daß die Erbitterung wächst so­bald sich außenstehende, vor allem politische Ele­mente der Massen durch Agitation bemächtigen Kohlenstreike aber sind in der Regel gefähr­licher alS alle anderen, weil sie mehr al« all« anderen da» ganze Wirtschc ft Reben in Mit- leiben f*aft ziehen Kelingi e» nun nicht den Parteien diesen herrlichen Agitationsstoss zu entwinden so wird sich der Wakfkamps unwei­gerlich um diese- Objekt kristallisieren und zu einer Erschütterung der sowieso gespannten so. zialen Zustände in Deutschland führe».

Kommt man über den Streik hinweg?

Her Reichsarbeiteminister auf der Komp om.hsuche / rr achseuve Streikzah en 3m Kasseler Bezirk mehr Arbeitswillige / Terror und Tech ische Rot Ute.

»erlitt, 18. Oktober.

Das ReichSarbeitSministerium steht in enge» Fühlungnahme mit den beiden Parteien im Äraunkohlenstreik. Es wird so bald wie mög­lich die Verhandlungen wieder ausnehmen, die wie es hofft, zu einer baldigen Beendigung deS Streiks führen Dürfte«.

Berlin, 18. Okiooer. Zur Frage eine» Ein­greifens des Reichsarbeitsministers in den inittetbeutfdien Braunkohlenftreik verlautet in der Presse, daß das Reichsarbeitsminifterinm sich gestern mit beiden Parteien in Verbindung gesetzt hat. Berlänfig handele eS sich jedoch lediglich um Sondierungen, und es bleibt abzuwarten, ob tatfächlich bereits in den näch ften Tagen ein Eingreifen des Ministerium erfolgt

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kleine rodnertzvhung vei ö n 3 <S. tvrud.'

Berlin, 18. Oktober. (Funkdienst.) Wie ein Handelsdienft erfährt, ist die Pressenachrich. über eine Lohnerhöhung bei den I. G- Gruben im Mitteldeutschen Braunkohlenveziri

AaaefteNle uno Stinkende.

Berlin, 18. Oktober. (Durch Funkspruch. Die drei Dpitzenorganifationen der Angestelltei (Asa-Bunv. G. D. A. n-'d Grdog) haben gestern einem Linksblatt zufolge die Ange^llten im Braunkohlenbergbau ausgefordert, die Ausfüh rung von Streikarbeit strikt abzuleh n e n. In einer Aussprache fei von RegierungS feite festgestellt worden, daß das Berggeset keine Handhabe bietet, die Angestellten gut Verrichtung von Arbeitertätigkeiten zu zwingen

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UHTioiöHt VV" do' Vl-e.

Den heutigen Morgenmeldungen zufolge, die aber die Lage nicht ganz zuverlässig anbeuten, sind im Kasseler Revier bie Gruben Frie- lenbors unb Main-Weser noch stark be­schäftigt, sodaß bie

Stromversorgung nicht beeinträchtigt werben bürste. Am Montag haben ungefähr 34,6 Prozent der Belegschaften gearbeitet. Bei der Gewerkschaft Ronneberg streiken rund fünf­zig Prozent und bei der Zeche Roter Stollen haben 16 von 100 Leuten gearbeitet. Auf den Zechen Hirschberg und Faulbach der Firma von Waitzsche Erben ist ungefähr ein Fünftel der Belegschaft zur Arbeit erschienen. Bei den Wat­tenbacher Kohlenwerken ist die Lage insofern geteilt, als in Waltenbach selbst alles gestreikt hat, während in Wollrobe dagegen ein Drittel gearbeitet hat. Bei ber Gewerkschaft Glimme­robe befindet sich bie gesamte Belegschaft im AuSstand. Klarheit werden jedoch erst die näch­sten Tage bringen.

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Wik stehl der Streif deute?

Terror, Polizeischutz. Technische Rothilfe.

Halle, 18. Oktober.

Born Vrannkohlen-Jndustrie-Berein wird uns mitgeteilt: Auf den Gruben um Halle her um macht sich ein starker Druck auf bie Arbeits­willigen geltend, sodaß dieZohl der Arbeit«- willlgen abnimmt. In fämtlichen übri­gen Revieren ist die Lage gegen gestern meist unverändert. In einigen Revieren Ist eine Zunahme der Arbeitswilligen zu verzeichnen. Terrormaßnahmen werden nach wie vor auSgeübt Stellenweise wirkt sich der Poli - z e i l ch n tz der Anlagen günstig aus. So wird bie GrubeBöhlen" bei Leipizg von zweihun­dert Mann Schunpollzei bewacht. Ferner Ist hier bk Technische Rothilfe eingenfetjt rorben. Das Großkraftwerk Main- Befer arbeitet

Meist nur noth atciR-ntrarbeiten.

Halle tu S., 18. Oktober Im Mitteldeutschen Braunkohlenbergbau ist dadurch eine Verschär­

fung eingetreten, daß mit ganz wenigen Aus­nahmen heute nur noch die von den Gewerk- ichaften zugelaffenen Rotstandsarbeiten verrichtet werden Irgendwelche Terror-Akte und Unruhen sind nicht vorgekommen.

Tirba 6 uuavmk m oer yeimti.

Nachdem am Montag im Kasseler Revier un­gefähr 34,6 Prozent der Belegschaften gearbeitet haben, find heute früh auf zwei Werken mehr Leute eingefahren, sodaß sich die Zahl der Arbeitswilligen erhöht. Die Situation ist sonst gxgen gestern unverändert.

3.1 der Laisitz streikt die Hülste.

Senftenberg, 18. Oktober. (Privattelegramm.i 3m Niederlausitzer Revier dürste von ruitb 21000 Mann die Hülste im Streik stehen. Bon einer Grube werden Terrorakte gemeldet. In einer andern drangen nachts Streikende ein und verprügelten die Schuppenjungen. In der Oberlausitz ist die Lage unverändert.

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Do» 3 nt'Utn wendet nch an den Reichstag

Berlin, 18. Oktober. (Funkdienst.) In einci Reichstags-Interpellation (Ztr.) heißt eS u a.: Der mitteldeutsch« Braunkohlenstreik muß bei längerer Dauer außerortzentlich ungünstig ans die deutsche Wirtschaft und die Lage vieler Lolkslkreise wirken. Ist die Reichsregierung be­reit. aus ein: Beendigung des Kämpft? hinzuwirken unb eine befriedigende Regelung der Lohnfrage herbrizusührenk

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Rur em «urz-r Reich ta^.

Wenn der Aeltestenrat nicht ander» entscheidet.

Berlin, 18. Oktober.

Im Reichstag sind heute die Fraktionen zu Sitzungen zusammengetretrn. Man rechnet da­mit, daß die heutige erste Lesung deS Reichs schulgesetzeS und die der Besoldungöordnung in wenigen Tagen beendet find und daß bereits am Ende dieser Woche wieder eine Pause in den Verhandlungen eintreten kann, während welcher Vie Ausschüsse ihre Arbeiten fördern köna- len. Eine endgültige Entscheidung wird jedoch erst die Sitzung des Aeltestenrates heute Nach­mittag bringen. Auf der Tagesordnung stehen noch internationale Verträge.

Ebert N'vkn vknve bu a.

Berlin, 18. Oktober. (Durch Funkspruch.) Im Reichstag wurden heute die Marmorbüften der beiden Reichspräsidenten Ebert und v. Hinden­burg in feierlicher Weise enthüllt. Bon einem mit der schwarz-rot-goldenen Fahne überdeckten Rednerpult wies Präsident L ö b e darauf hin, daß jetzt die Leitung des Reickies nicht im Erb­gang einem Fürsten zufalle, sondern daß daS Volk selbst den Würdigsten als Tröger des Reichs- unb StatSgedankenS erwähle. Beide Reichspräsidenten seien vorbildlich in der Opser- willigkeit, mit der sie ihre hohe Arbeit über­nommen hätten.

3n 2 ssivon a-ütf lti oea-öct

Lissabon, 18- Oktober. (Privattelegramm.) Tas Heinkelslugzeug D. 1220 ist um 9 Uhr in Lissabon eingetroffen.

Wege zum Arbeilsfrieden.

Wirtschaftsverfuche in England.

Landon, 18. Oktober.

Für den industriellen Frieden setzten sich kürzlich nicht nur die Arbeiterführer Ammon und Sir Alfred Mond ein, sondern es wurden auch ähnliche Wünsche, besonders von ver Eisenbahner-Organisation in Glasgow auSge sprachen Laut Pressenotiz wird von einer gro­ßen Anzahl führender englischer Industrieller erwogen, das Prinzip der Zusammenar­beit mit den Arbeitern weiter auSzubauen und sie in ähnlicher Weise an ihren Unter­nehmen zu beteiligen, wie eS in der chemi­schen Industrie durch Sir Alfred Mond zum Teil schon geschehen ist.

Das gelbe Fieber unter den Weißen.

Drr Streik ist alt.

Ein Rückblick in die Jahrhunderte.

Grob« Unter «Ai «Bitten Küster und stritte Steuer Montag uub Äoftorbnuna. I Des erste Strc.kserstel and der erste Massenstreik.

Der mitteldeutsche Braunkohlenstteik übt auf da» ganze Wirtschaftsleben den größten Einfluß aus. ES ist eine eigenartige Erscheinung, baß bi» in bie ältesten Zeiten be» Mittelalter» bie Arbeiter ohne Streik» nicht glaubten auskorn- men zu können, wenn auch bie bamallgen Streik» sich von ben heutigen meist dadurch unterschei­ben, baß zu jenen Zeiten bie Fragen der Stan- desehre im Borbergrund des Interesses standen, während heute wirtschaftliche Fragen dabei ge­löst werden sollen. Der älteste bekannte Streik in Deutschland brach in Breslau unter den Gürt­lergesellen au» und zwar im Jahre 1329, sodaß die Streikbewegung jetzt fast ihr stebenhundert- jähriges Jubiläum feiern kann. Dieser erste Streik dauerte ein ganze» Jahr. Auch die Pa­riser Gerber unb die Schneibergesellen von Speyer und von Konstanz streikten bamai» ichon. Dieser Streik hatte den höchst scherzhaf­ten Anlaß, daß die Schneidergesellen für sich

denblauen Montag" forderten.

Dieser »blaue Montag", der stch durch völlige Arbeitsruhe auSzeichnete, war auch im Jahre 1481 in Frankfurt der Anlaß zum Streik. In Amberg in der Oberpfalz fetzten die Zünfte den »allgemeinen guten Montag" auf alle vier- zehn Tage fest. In ähnlicher Weise wurden 'die Kost- und die Lohnfrage ebenfalls im 15. Jahrhundert von der hohen Obrigkeit geregelt, uns wir sehen daraus, daß es den deutschen Handwerksgesellen durchaus nicht schlecht ging. Wir besitzen eine sächsische Landejordnung, in der als Höchstlohn festgesetzt wird für einen Handarbeiter mit Kost wöchentlich 9 neue Gro­schen, ohne Kost 16 Groschen. Auch die Mahl­zeiten waren genau geregelt unb fielen durch- aus nicht schmal aus. Bereits im 18. Jahrhun­dert gab es Kämpfe zwischen ben Zünften unb Gesellenorganisationen. Die Gesellen kämpften burch bas sogenannte »Schellen" ober burch »schwarze Listen" gegen ihre Meister. Diese Ver- rufSerklärung ber Meister würbe burch baS Reichsgesetz von 1731 untersagt, sodaß wir in diesem Retchsgesetz das

erste Gesetz gegen bie Streiks

feststellen können. Schon Im Jahre 1549 war ein Gesetz erlassen worben, burch bas ein Koa- lttionsverbot erfolgt war. Diese» brutsche ttoa- Ä!°."?derbol hatte mehr als zweihundert Jahre Wirksamkeit. Die erste große moberne Streik­welle in Deutschlanb setzte Ende der GOcr Jahre ein, während in England bereits am Anfang des vorigen Jahrhunderts die KoalitionSverbole gefallen und die Streiks recht häufig in Wirk­samkeit getreten waren. Der erste große mo­derne deutsche Streik war der der Leipziger Buchdrucker im Jahre 1865 und der erste große Kohlengräberstreik im Ruhrgebiet erfolgte bereits im Jahre 1872. 17 Jahre war auf die­sem Gebiete Ruhe unb erst Im Jahre 1889 würbe das beutsche Wirtschaftsleben durch den ersten großen deutschen Massenstreik beunruhigt, den der Kohlenbergwerksleute, der vielleicht als der erste moderne Streik In unserem jetzigen Sinne angesehen werden kann.

Wir und Moskau.

Ein russisches Dementi.Die große Musterung.

Moskau, 18. Oktober.

Die im Ausland verbreitete Meldung, wonach Trotzki geäußert haben soll, daß die So-vjctre gierung sich nur Dank der deutschen Kredite an der Macht halte, ist, wie offiziös verlautet, eine glatte Erfindung

. Moskau, 18. Oktober. DaS Zentralkomitee soll Wujowitfch auS ber Kommunistrnpark: ausgeschlossen haben wegen feiner Weigerung zu einer Tätigkeit in Woronesch abzurcisen. wnjowitsch wurde vor kurzem zugleich mit Trotzki aus dem Exekutivkomitee der Interna­tionale ausgeschlossen.

Berlin, 18. Oktober. Wie verlautet sollen bie Berhanblungen über neue Russenkredite bereits vor dem «bsiblutz stehen. Der Kredit würde von einem deutschen Bankkonsortium gegeben werben und 150 Millionen Mark betragen. In­wieweit von der Reichsregierung eine Garantie verlangt wird, steht ---ch nicht fest.

HefUqe Epedem»e im Senegal.

Wi tze' vee oor dem Lrvmai.

MoSkan 18 Oktober In diesen fagen bw

Pari», 18 Oktober In Lorient ist ein Miki-lzwar weniger nnter den Eingeborenen, die ge>

lärarzt, der au» dem Senegal zurückeekehn ist, j gen die Krankheit im Allgemeinen immun sind. ,o kuwci xW Ui«jrn ^uren m

am gelben Fieber gestorben Rack, den al» unter den (Europäern, deren Wohnungen ginnt in MoSkau der Prozeß gegen bie Öebrtt» Zeitmlgberickften herrscht Im Senegal eine ziem- i nicht ft, leicht geprüft werden können wie die der der unb MillionärSsöhne Prow «. ferner ge» ltch estige Epidemie deS gelben Fieber», und'Eingeborenen. gen Sorepgtow, den juristischen Berater des