Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Rrrm 11 er 244 Oraan der Stadl saftet. Bienstirq, 18. 9 tobet 1927.
Amtliches Organ der Stabt Kassel. 17. Jahrgang
Die Bmunkodlengruben liegen still.
Sowjet-Nußland im Revoluttons-Zubiläumörausch.
Der GowjeikurS.
Was wird im «eich Lenins?
Es besteht heute zweifellos in Rußland selbst eine gewisse Unruhe, die in erster Linie dadurch zu erklären ist, daß die Schwierigkeiten der russischen Wirtschaft nicht mehr allein durch die Verhältnisse, sondern durch die Forderungen der allmählich immer mehr zur Geltung kommenden Interessenten-Gruppen hervorgerufen werden. Verhältnisse ließen sich durch Geselle und Verordnungen ohne weiteres mildern, die Forderungen der Jnteressenten-Gruppen dagegen zwingen die Regierung dazu, sich mit diesen Forderungen ausetnawoerzusetzen und, um Mißstimmungen, die ihr innerpolitisch gesährlich werden könnten, zu vermeiden, Kompromiß- Lösungen zu suchen. Mit der zunehmenden Befestigung der Wirtschaft haben sich neue Klassen oder besser gesagt Wirtschaftsgruppen heraus- gebUdet, die auf ihre Berufserfahrung gegründete Forderungen an die Wirtschafts-Politik stellen. Die wichtigste dieser Gruppen ist die Arbeiterklasse, dann selbstverständlich die Bauernschaft, schon getrennt in Bauern und Landarbeiter, und als dritte, aber bedeutsame Gruppe die Gruppe der Wirtschaftsleiter und Wirtschaftsbeamten verschiedenen GradeS. Die Fragen, mit denen sich die Regierung im Hinblick auf die Forderungen dieser Gruppen auseinandersetzen muß, heißen: Industrialisierung um je- den Preis, ohne Rücksicht auf die Bauernschaft oder Industrialisierung unter weitgehender Berücksichtigung und Schonung der bäuerlichen Interessen. Die zweite Frage heißt: Wirtschafts- Hierarchie oder weitgehende wirtschaftliche Selbstverwaltung. Die dritte heißt: Kapital und Arbeit, das Problem aller kapitalistischen Länder, aber auch das Problem des neuen Rußlands, trotzdem es nach dem bolschewistischen System diese Frage garnicht geben dürfte.
Bei der ersten Frage stehen sich gegenüber die Regierung, vertreten durch Stalin, und die Opposition Trotzki-Sinowjew. Die neuerliche äußerliche Aussöhnung zwischen beiden zeigt, daß die Sowjetregierung unter allen Umständen einen Bruch vermeiden will. Wenn man in Europa vielfach annimmt, daß der Sieg der Opposition eine im europäischen Sinne freiheitlichere Entwicklung bringen würde, so dürste dies falsch sein. Im Gegenteil würde eine Herrschaft der Opposition, die sich bekanntlich auf gewisse Teile der Industrie-Arbeiterschaft, nicht auf bäuerliche Kreise stützt, nur eine noch schärfere Durchführung der Herrschaft des Proletariats bedeuten. Bei der zweiten Frage stehen sich gegenüber die Regierung und die Vertreter der Wirtschaftsorganisationen, die eine Art Unternehmerschaft bilden, und deren Stimme heute bereits ein großes Gewicht hat gegenüber den reinen Partetpolitikern. Wenn die zukünftige Wirtschaftspolitik der Sowjet-Union von der bisherigen Richtung abbiegen wird, so wird sie aller Voraussicht nach dies in der Richtung der Forderungen dieser modernen russischen Wirt- schaftSkapitäne tun. Freilich sind sie Beamt«. Sie kämpfen nicht für sich, sondern für das Gc- deihen der ihnen anvertrauten Unternehmungen. Aber diese Tatsache gibt ihrer Stimme gerade die Bedeutung. Bei der dritten Frage Kapital und Arbeit stehen sich, wie in aller Welt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer gegenüber. Die Regierung hat hier die gleiche Pflicht, wie die jedes europäischen Staates, zwischen den Interessen zu vermitteln. Der Arbeitgeber in Rußland, da- heißt, der Leiter der Trusts und Svndikate, geht auf die Erzielung eines größtmöglichen Gewinnes au-, der Arbeiter auf einen hohen Lohn und kurze Arbeitszeit.
Wie sich die russische Wirtschaft mit den verschiedenen WirtschaftSaruvpen verständigt, ist für die europäischen Völker nur von mittelbarem Interesse, well diese inneren Auseinandersetzungen an den Grundlagen der russischen Wirt- schäft und an dem Bestand der Sowjetherrschaft nichts ändern werden. Man braucht sich nur zu vergegenwärtigen, daß die einflußreichsten Gruppen, nämlich die gesamte Großindustrie, das Bank- und Verkehrswesen mit ihrem Beamtentum und ihrer Arbeiterschaft sich trotz aller ftrt- til und laut geäußerter Unzufriedenheit letzten Ende- doch mit der Sowjetherrschaft solidarisch fühlen, daß da» gesamte Verwaltungsbeamten- tum und die Armee sich in Abhängigkeit vom Sowjet-Regime fühlen und kein Interesse an einem Umsturz haben könnenn. Die einzige im gewissen Grade unabhängige Wirt- schaftSgruppe. nämlich die Bauernschaft, ist, trotzdem sie etwa 75 Prozent der Bevölkerung aus- macht, ohne Organisation. Aus allen diesen
Gründen wäre e» verfehlt, anzunehmen, daß der Bestand deS Sowjet-Regime» in absehbarer Zeit größeren Erschütterungen ausgesetzt wäre. Auch das optimistische Zukunftsprogramm des Revo- lutionSfesteS erweckt keineswegs den Anschein, alS ob der Sowjetstern schon im Sinken wäre. Die bürgerlichen Regierungen Europas werden also mit dem Sowietregiment so oder so sich noch auf lange Zeit abfinden müssen.
Der etrril fff da'
Mitteldeutschlands Gruben stillgelegt.
Halle, 17. Oktober. Die In allen 120 stark besuchten Versammlungen der mitteldeutschen Braunkohlenreviere einmütig für heute beschlossene Arbeitsniederlegung ist nach den bisher vorliegenden Meldungen überall erfolgt. Die Zahl der Streikenden steht zur Stunde noch nicht fest. Zu Zwischenfällen ist es nirgends gekommen.
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Die Varoke Drmgt tmch
90 Prozent der Belegschaften feiern.
Halle, 17. Oktober. ES bestätigt sich, daß der Streik im Mitteldeutschen Braunkohlengebiet ziemlich geschloffen durchgeführt wird. Die durchschnittliche Beteiligung wird auf achtzig bis neunzig Prozent geschätzt. Aus manchen Gruben, namentlich Zeitz-Attenburgcr- Revier haben die Gewerkschaften die Schacht- nnlagen nahezu vollzSZlig vorwffrn. Auf dr; Grub« EPlpa, vir da» Cfchcrnow.tzer Rraftroerf besorgt, streiken von 1000 etwa 900 Mann.
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Auch Sachsen in der Äohhnfront
Berlin, 17. Oktober. Ten Morgenbläitern zufolge wurde auch im sächsischen Steinkohlenrevier in sechsunddreißig Versammlungen des gestrigen Sonntags die Aufstellmig von Lohnforderungen beschlossen. Sie sollen am Donnerstag überreicht werden n. es soll eine Frist von 8 Tagen zu ihrer Annahme gestellt werden.
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Greift Oer EchkiHter ein?
Ausbreitung des Dtreikfiebers?
Magdeburg, 17. Oktober.
Der Streik im Mitteldeutschen Kohlenrevier umfaßt achtzig Prozent der Belegschaften. Heute Montag Mittag wird eine Aufforderung des Schlichters an beide Kampfparteien erfolgen, seine Vermittlung anzunehmen. Von dem Ausgang der Aktion de« Schlichters wird es abhäugen, ob die übrigen deutschen Kohlenreviere zur solidarischen Unterstützung des Bergarbeiterstreiks aufgefordert werden.
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3n Oer Niederlausitz wird «arbeitet,
Senftenberg, 17. Oktober. (Privattelegramm.) Heute morgen find sechzig bis siebzig Prozent der Belegschaften der Bergwerke der Nieder- l a u s i tz zur Arbeit erschienen. Die Zahl der streikenden Grubenarbeiter kann zur Stunde noch nicht angegeben werden.
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Massenkündtounge.i in der Text lmdustrie
Berlin, 17. Okwber. Die Arbeiterschaft der Sorauer Textilindustrie hat de« Schiedsspruch einmütig abgelehnt und mit achtzehntausend Be schäftigten am 15. Oktober die Kündigung eingereicht. Diesem Beschluß haben sich alle unter den Tarifvertrag fallendenMangler angeschloffen
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<8m Schiedsspruch bau fcfetoir.
AuS Arbeitgeberkretsen verlautet: Ter Schlichter glaubte bei den letzten Verhandlungen von der Fällung eines Schiedsspruches abseben zu wollen, da eine Lohnerhöhung in solcher Höhe, wie sie die Arbeftncvmer al» zur Erhaltung des Wirtschaftsfriedens für erforderlich bezeichneten, für die Werke völlig untragbar fei. Ein Schiedsspruch. der eine für die Werke vielleicht tragbare Lohnerhöhung bringe, biete nach feiner Ansicht aber nicht die Gewähr der Annahme durch die Arbeitnehmer.
Peking, 17. Oktober. (Funktelegramm.) Amtlich wird mitgeteilt, daß die mandschurischen Streitkräfte Saigon, das bisher von Schonst» truppen besetzt war, zurückerobert haben.
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M-uter unvKr egclüim um Xüeting.
Paris, 17. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Aus Peking wird gedrahtet: In der Kaserne In Peking meutern die aus Mulden eingetrosscnen Hilfstruppen. Die Lage ist deshalb kritisch, weil die seindlichen Armeen auf die südlichen Bororte Brandbomben werfen. Das Botschafter viertel hat zum Schutz vor einer Beschießung weiße Fahnen ausgezogen.
Belgien schließt sich an.
Der Gruben-Lohnkampf im Gange.
»rüffel, 17. Oktober.
In vierzig belgischen BelegschaftSverfarnrnlun- gen gelangten Resolutionen zur Annahme, die sich für die Aufnahme deS Lohnkampfes auf der Grundlage einer allgemeinen fünszehnprozcnti- gen Aufbefferung der Löhne aussprechen.
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(Streifen heute 7OOOO ‘
Halle a. ®-, 17. Oktober. In allen mitteldeutschen Kohlenrevieren wurde in stark besuchten Versammlungen gestern die Arbeitsniederlegung für Montag vormittag beschlossen. Unter allen UnistäuLen sollen am Montcg die Betriebe st t 11 tj e l e r i, aocr Aolstandsarveiten verrichtet werden. Es dürsten etwa stebzigtau- send Arbeiter in den Streik treten.
Moskau MN sich stark.
Europa als Siegespreis für die Rote Armee.
Paris, 17. Oktober.
Ein Blatt meldet aus Leningrad: Die große Staatsparade am Sonntag brachte die außenpolitische Ansprache R y k o w s vor den roten Truppen. Ter Volkskommissar sagte: Eure Aufgabe Soldaten der Roten Armee ist nicht, Rußland zu verteidigen, sondern für Rußland Kriege zu führen. Wer uns an- greifen will, soll kommen. Rußlands Armee ist heute stärker als die Armee des Zaren je gc wesen ist. In zehn Jahren flattern Eure Fahnen von den höchsten Bergen ganz Europas.
Franzoien flnO nicht beliebt.
Paris, 17. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.) Ein Blatt ersähet aus Moskau: Die mehrfachen Angriffe auf Franzosen In Moskau veranlaßten den französischen Geschäftsträger, den französischen Staatsangehörigen die Abreise aus Sowjetrußland allgemein nahcznlegen.
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2Itbtlferbelegatton beim Moslaujudiiäum.
Leningrad, 17. Oktober. Am Sonntag abend sind die ersten drei ausländischen Arbenerdele- gationen zum Revolutionsjubiläum eingetrof- ftn, nämlich die deutsche Delegation von 61 Mitgliedern, die belgische (elf) und die schweizerische mit sechzehn Mitgliedern.
Kampfrufe von Unks.
Eine ZentrnmS-Ehe im Reich?
RegeuSburg, 17. Oktober. In einer Parteiversammlung bezeichnete Abg. Dr. Breitscheidt <Soz.) den Reichsschulgesetzentwurs als verfassungswidrig. Die Sozialdemokratie wolle den Entwurf völlig zu Fall bringen. Dar letzte Ziel der Sozialdemokratie sei die weltliche Schule und zwar nicht deswegen, weil sie die religiösen Auffassungen bekämpfen wolle, sondern weil sie die Schule als eines der Instrumente betrachte, daß dir arbeitende Klaffe zu ihrem Kampf um die politische Macht befähige. ES sei nicht auSgrschloffen, daß die Sozialdemo- fralie sich wieder einmal an einer Reichsregierung beteiligen werde, in der sich auch daS Zentrum befinde.
Die Schlacht wogt.
Tschangtsolin wieder siegreich. Hält sich Peking?
London, 17. Oktober.
Ein Sonderberichterstatter in Peking meldet: Die Schanfl-Truppen erreichten Freitag abend L i n l i h o, 31 Meilen südlich von Peking, würben jedoch am Sonnabend neun Meilen z n - rückgetrieben. Das Hauptguartier Tschang- tsolins teilt die Einnahme TschiuschauS (nahe bei Nanking) mit.
3u (5 f iff flott im Flugzeug.
Miß ElderS geht nach Paris.
Newyork, 17. Oktober,
Aus Horta auf den Azoren wird gemeldet, daß der deutsche Flieger Loose den Vorschlag der Miß Eldrrs abgelehnt habe, sie aus seinem Flugzeug nach Amerika zurückzusühren. Sein Flugzeug sei zu wenig kräftig, um eine weitere Dame an Bord nehmen zu können. Miß Slders und ihr Begleiter haben sich nach Lissabon eingeschifft, von wo fic sich nach Paris begeben.
Sie werden jünger.
Alter und Beruf unserer Parlamentarier.
DoS neue Sßebleltet wirft fick an». — Unter SO und über 70 Scott. — Rückgang 6«e Anteils »en sturmen itnb Landwirten. — Stärkere Teilnahme »oo Kauslcntcu und Arbeitern. — Der Anteil bet Partei- und Ardeiierlekretäte.
Wie hat sich die Verjüngung des Wahlrecht» (heute bekanntlich schon mit 20 Jahren) aus die parlamentarische Zusammensetzung ausgewtrkt? Wir bemerken in einer soeben abgeschlossenen Statistik da zunächst, daß Abgeordnete unter dreißig Jahren seit der Neuordnung in immer stärkerer Zahl in der Prinz-Albrechi- Straße einzlehen. 1919 betrug ihre Zahl erst sechs, 1924 aber schon vierzehn. Die Verjüngung zeigt sich auch bet den dreißig- dis vierzigjährigen Volksvertretern. Es waren unter vierzig Jahren 1913 6,5 Prozent aller Abgeordneten. Der Anteil stieg 1922 aus 24,3 Proz., 1924 macht sich dagegen schon wieder ein kleiner Rück- gailg aus 23,1 Proz. bemerkbar. Der Auleil der vierzig- bis fünfzigjährigen Mitglieder, der gegen Die Vorkriegszeit von 2öch Proz. im Jayre 1913 auf 43,5 Proz. im Jahre 1919 gestiegen war, zeigte seitDem ein immer weitere» Sinken. Die Fünfzig- dis Sechzigjährigeu waren 1919 gegen 1913 von 38,1 Proz. 1921 auf 27,1 Proz. zurückgcgaugen. Jiizwischeu ist ihr Anteil 1924 wieder aus 32,4 Proz. gestiegen. Fm großen un» ganzen kann inan sagen, daß die ''.erjüiigung bei Den erstes bilden Rach- krieg sw ahleu ftärter znrn Ausdruck kam, als im Jahre 1924- Rach der Revolution zog in allen Parteien frisches Blut in erheblicher Weise ein. Eine Reihe älterer Parlameniarier zog sich freiwillig und unfreiwillig 'zurück. Inzwischen sind Die Parlamentsangehörigen natürlich auch älter geworden, lieber das Alter der Parlameularier geben solgende Zahlen Auskunft. Der Anteil Der Sechzig- bis Siebzigjährigen betrug 1913 23,9 Proz., 1919 8,5 Prozent, 1921 7,8 Pro;.. 1924 9,8 Proz. Die Parlamentsangehörigen im Alter von siebzig bis achtzig Jahren hatten 1913 einen Anteil von 5,6 Proz. Ihr Anteil sank 1919 auf 0,2 Proz., um 1924 auf 0,7 Proz. zu gehen. Ein Parlamentarier hatte 1913 das achtzigste Le- bensjahr bereits vollendet; seit 1919 hatte ZU Zelten der Wahlen kein Abgeordneter dieses biblische Alter erreicht.
Was den Beruf anbetrifft, so gehörten dem Landtage nach Den letzten Porkricgs- und nach Den Nachkriegswahlen eiwa 19 Proz. aktive Perwaltungsbeamte an. Tie Justizbeam- t e n gingen von 10,2 Proz. im Jahre 1913 bei den Nachkriegswahlen im Jahr 1919 auf 3,7 Prozent, 1924 auf 2,4 Pro;, zurück. Der Anteil der Rechtsanwälte zeigt ebenfalls einen Rüdgang von 6P Proz. im Jahre 1913 aus 6 Proz. im Jahre 1919 unD auf 2 Proz. im Jahre 1924. Während 1913 acht aktive Offiziere dem Parlament angehörien, ist der Militär- b e t u f seit der Neuordnung nicht mehr Im Parlament vertreten. Die Gemeinde- und Korporationsbeamten st i c ge n von 3,ß Proz. im Jahre 1913 auf 5,7 Proz. im Jahre 1919 und 1S24 auf 7 Proz. Der Anteil der Lehrer und P r o f e f s o r e n hat sich von 1913 von chi Pro«, auf 12,7 Proz. im Jahre 1924 verdoppelt. Dagegen ging in gleicher Zeit der Anteil der Geistlichen von ö Proz im Jahre 1913 auf 2,< Pro;, im Jahre 1924 i u r ü cf. Ganz erheb- lich ist die Einbuße des landwlrt. ichastlichen Anteils, der INS 31,8 Pr»r., allo beinahe den dritten Teil aller Abgeordneten erfaßte. Er sank 1919 auf 4,5 Pro;., um 1924 auf 11,1 Pro;, zu steigen. Der Anteil der Kaufleute, der 1913 2 Proz. betrug, zeigt erst 1924 eine erhebliche Steigerung auf 6 Prcq. Auch die Gewerbetreibenden zeigen eine weitere Zunahme von 6,3 Pro;, im Fahr« 1913 auf 7,3 Proz. im Jahr 1919, 1994 10,9 Proz.
Erheblich zugenommen haben die In du. striearbelter. Während dieser Beruf 1913 noch durch einen Volksvertreter direkt ansgeübt wurde, stieg Deren Zahl 1919 auf fünf.
^.^» bezeichneten sich als Jndustriearbei. ter 1924 wieder fünfzehn Angehörige. Die Pri- vatbeamten zeigen von 1918 4,7 Pro;, eine er- bedllche Steigerung im Jahr 1919 auf 28.4 Pro;. Ihr Anteil sank 1924 auf 15,3 Pro;. Er muß hierbei jedoch ausdrücklich bemerft werden, daß zu dem größten Teil dieser Berussgruswe P a r« tei. und Arbeitersekretäre gehören, deren Anteil am Gesamtparlament 1921 16,9 Prozent und 1924 14,4 Pro;, betrug. Gestiegen M E Vergleich zur Vorkriegszeit Der Anteil der Schrlftsteiler, Journalisten und Privatgelehrten von 1913 2,3 Proz. auf 75 Prozent im Jahre 1919, um seitdem wieder zu
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