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L^kchließl:ch Zuftz-llungSa-bühr. Verlas UN», Redaküo» Schlachtbofftratz« s^so. RerttfP'-eäei 951 ttnö 952. Kür unverlangt einselandie veurase kmu die R« oakllo» ein« Berantwortung über Gewähr in keine«, ®'Q[tei^6!ISl^!^5rn«2ln?r »ablun« des Verugsselde» oder Ansprüche w«en edwatser nitbt ordnunflSma6wet Sieferuna iki ausselSIossen. Postscheckkonto Kronksurt am Mai» Rümmer 6380.

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Anaeiaenpreis«: Einbeimische <8efi65ft8eitwieen M« mm-3etl« 10 A, anSwärti« Geschästsanzeisen die mm« Seile 10 A. Kamiliena««eigen die nua-Ieil« 10 A. Klein« Anzeigen aus Kaffri da? Wort 5 A, auswärtige kleine Anzeigen di« nun» Zeile 10 A. Reklamen die mm-Zeil« $8 A. Oisertgebühr 25 Ä (bei Zustellung 85 j). Rechnungsbeträge innerhalb 5 Tagen zahlbar. Kur di« Richtigken all« durch KcrnspreLer ausgegebenen Anzeigen sowie sür Ausnahmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden. Kür Anzeigen mit besonders schwierigem Satz 100 Prozent Ausschlag. Druckerei: SchlachchoiKr. 28/30. Geschäftsstelle: .«Slnischestr. 5.

ginmmet 235. Ämtltche« Organ de, Stadl KaffeU Freitag, 7. Oktober 1427. Amtliches Sega« der Stadt «affeU 17. Zahrqang

Was will Lhamberlaln bei Briand?

Ächt dle Freiheit!

Bon Genf in die deulsche Zukunft.

Von

Staatssekretär Frhr. v. Rheinbabcn, M. d. R.

Der Reichspräsident hat an seinem Geburts­tag zur Mitarbeit an der großen Aufgabe: Gro- ste und Freiheit deS Vaterlandes aufgerufen Sind wir in Gens diesem Ziel, im Rahmen des Ganzen die eigenen Ziele zu fördern, die in der Richtung der soeben millionenfach geäußerten Wünsche liegen, nähergekommen? Wo haben wir in Genf wirksam mitgearbeitet? Haben wir Deutschlands Geltung vermehrt? Haben wir eine hellere Zukunft vorbereitet? Wir suhlten diesmal in Giens vom ersten Tage an, daß sich das bei unserem erstmaligen Erscheinen gezeigte äußerliche Interesse für Deutschland sehr viel weniger bemerkbar machte. An seine Stelle war nach innen die Möglichkeit vermehrter sachlicher Arbeit in Reih und Glied getreten, von der auf allen Gebieten kräftiger Gebrauch gemacht wurde Bor allem in der vielseitigen Arbeit der Kommission ist Deutschland voll zu seinem Rechte gekommen. Es hat sogar ganz den An­schein, als ob deutsche Sachlichkeit und Gründlichkeit auf diesem letzteren Gebiet ganz gewiß sich in Zukunft maßgebenden Ein­fluß sichern wird. Das Wichtigste und auch für die Pracis Nützlichste wird hier das Gebiet weltwirtschaftlicher Gemeinsamkeiten sein. In den Ratsverbandlungen hat vor anderen Deutschlands Stimme es vermocht, in drei wick- tiaen Fragen fungrisch-rnmänWer Streitfall. Danzig, Kreuzer Salamis) vorbereitete politi» sche Entscheidungen u m z u st o ß e n und wenig­stens durch vorläufigen Zeitgewinn die Mog» lickikeit objektiver Rechlsentschcidungen zu ver­bessern

Wichtiger jedoch als diese Nebenfragen war der politische Kampf um Polens Ostlocar- n o und um Deutschlands Abrüstungsprogramm Wir können sür uns selbst nur immer wieder dir alte Forderung ausstellen, daß neue vertrag­liche Bindungen über die bisher bestehenden hinaus nur dann in Betracht kommen können, wenn sie Lebens- und Existenzwünsche deutscher Zukunft nicht verbauen. In dem Abrüstungs- Tilemma hat der Völkerbund durch die einstim­mige Annahme der Abrüstungs- und Tichcr- bcitsresoluiion sich selbst dazu gezwungen, ent» weder vorwärts zu geben oder den Unter­schied zwischen allgemeinen Friedensreden und dahinter verborgener Machtpolitik zur Krisis des Völkerbundes selbst heranwachsen zu lassen Mir scheint, als ob diejenige Politik sür Deuisch- land am wenigstens zu empfehlen wäre, die in Skevsis von vorberein abwartet. beiseite steht und auf eigene Vorschläge verzichtet. Die all­gemeine politische Znkiinftsentwicklung der nächsten Periode wird durch die N e u w a h - l e n des Jahres 1928 in Deutschland, Frankreich und Amerika und 1929 auch in England be­stimmt werden Aus der anderen Seite zeigt der Blick auf tue jüngste Eutwickluna in Polen, die baltisichen Randstaaten und Rußland, daß in Osteuropa alles andere als endgültige und sta­bile Verhältnisse eingetreren sind. Soll die deut­sche Lolitik also tatenlos einer Völkerbundsent­wicklung zuiehen, bte in Entwertung bestehender Verträge unter dem Schlagwort derSicherheit" neue allgemein gültige Regelungen und Bin­dungen plant, während gleichzeitig ganz unab­hängig von Deutschland und nicht zuletzt durch die Schuld der Sieger des Weltkrieges Gärung und Uebergangsshmvtome die Laar östlich der eigenen unmöglichen Grenzen kennzeichnen? Kann sich die deutsche Politik damit begnüg-n daß die enalisch- Politik sich in biefem Jahre neuen allgemeinen JicherheitSregeliingen nach dem Rezepi Frankreichs und Polens ebenlo ver­sagt hat. rote im März 1925 durch Nichtratifizie- rung des Genfer Protokolls? Oder wird es nickt richtiger sein, in diesem kommenden Kampf der ä u ß e t l i ch um Fortentwickluna des Völ­kerrechts zwecks Vornahme der Abrüstung, im Kern aber jedenfalls für Frankreich und feine Verbündeten nach wie vor nm Siche­rung de? unrechtmäßigen Besitzes der Sieger von 1919 gebt, die Offensive ,u ergreifen und seinerseits Vorschläge zum Ausbau jenes Ar­tikels 19 de? Völkerbundspaktes zu machen der die Nachprüfung unanwendbar aewordenen internationalen Verträge ermöglicht?

Wenn die internationale Lage unS bezüglich der Befreiung im Westen zunächst leider ein Abwarten und Ausreisenlassen dessen gebietet was 1914 US <926 mit Ovfern gesäi wurde, so fordert sie von der deutschen Politik im Blick aus die Zukunft im O st e n aufmeri.amftes Ver- folgen der Pläne Frankreichs und feiner Ge-

Die Amerikafl'eger wohlauf!

Notlandung bei Liffabon nur wegen Dunkelheit Heute Flug nach Liffabon und morgen nach den Azoren.

Berlin, 6. Oktober. (Funkdienst.) Bei den Junkcrswerken ist soeben folgendes Telegramm cingelaufen: Lissabon 6. 10. 1 Uhr 10. Lose be richtet: Landung nur wegen Nebel, Maschine und Besatzung wohlauf. Hoffen um 6 Uhr früh Lissabon erreichen zu können.

Frankfurt a. M , 6 Oktober. (Durch Funk- spruch.) Nach Presseberichten ist die Landung des Flugzeuges 30 Kilometer von Lissabon entfernt ohne jeden Zwischenfall vor sich gegangen. Die Landung erfolgte nicht wegen irgendwelchen Störungen, sondern aus wohlerwogenen Grün­den. Als man sich Liffabon näherte, begann es bereits zu ounlän und Starke beschloß, nieder zugehen, sobald sich eine paffende Gelegenheit bieten würde. Heute vormittag wird T. 1230

nach Lissabon fliegen und wahrscheinlich morgen zum weiteren Fluge nach den Azoren starten.

Olo.ionounfl auf dem Meer >

Paris, 6. Oktober. (Eigener Drahtbericht - Ein Blatt meldet aus Liffabon: Infolge einer Panne auf der Höhe von Map iHoca sah sich das Junkersflugzeug D 1230 gezwungen, bei Santa Cruz zu landen. Auf Notrufe schickte die Re­gierung sofort Hilfe ab. (S. a. Beil. 4. Spalte >

Berlin, 6. Oktober. Auf Grund eines stark verstümmelten Funkspruches von der D. 1230 und auf Preffetelegramme hin ist cs gelungen, festzustellen, daß die Maschine auf der Höhe von Cap Roea aufs Meer gekommen ist. Da­nach würden also alle anderen Ortsangaben, wonach das Flugzeug auf einem kleinen Fluß oder auf Land notgelandet sei falsch sei.

Gereizte Nachbarn im Osten.

Polen straft jetzt auch Litauen / Vergeltnng fürMaffenverhaftungen"

Warschau, 6. Oktober. (Eigene Drahtmel­dung.) Der Wojwode von Wilna rechtfertigte gestern die von Polen gegen die litauischen pol- nischeu Staatsangehörigen verhängten B»rgel- ttingsmaßrcgeln damit, daß sich gerade die Re­gierung des Marschalls Pilsudski durch Ber- söhnlichkcitspolittk gegen die litauische Minderheit ausgezeichnet habe. Litauen habe aber jetzt eine Maffenverfolgung der polnischen Bevölkerung etngelcitet und das polnische Schul­wesen bis in die Grundfesten erschüttert. Dieses vorgehen habe die polnische Regierung gezwun­gen, Vergeltung zu üben, aber nur gegen die Teilnehmer der ausgesprochen feindlichen Aktion gegen den polnischen Staat.

Sefchlost ne Schulen. Verhaftet» ©riefter,

Warschau, 6. Oktober. (Eigene Drahtmel- düng.) Bis jetzt haben die polnischen Behörden im Wilnaer Land insgesamt achtundvierzig li­tauische Schulen und ein litauisches Lehrersemi­nar schließen laffen. Ueberdies wurden zwanzig litauische Politiker, darunter zehn Priester, fest- genommmen.

Wie du mir, so ich vir.

Höhere Amerikazölle für Frankreich.

Washington, 6. Oktober.

Die Zollbeamten find angewiesen worden, die Zölle für französische Einfuhrwaren zu erhö­hen. nnd zwar im gleichen Maße, wie die Zölle von Frankreich seit dem 6. September selbst er­höht worden sind. Dieser Schritt sei keine Ber-

geltungsmaßnahmc, sondern nur eine dem allge­meinen Brauch entsprechende Ausgleichung.

Sie haben sich viel zu erzählen

Chamberlain bei Briand.

Marseille, 6. Oktober. Die DachtDelphine" mit Sir Austen Chamberlain an Bord ist gestern Abend auf der Reede hier cingetroffen.

Paris, 6. Oktober. (Eigene Drahtmeldung.- Wie aus Marseille berichtet wird, ließ Chamber­lain dem Außenminister Briand mitteilen, daß er die Anregung zu einer Begegnung mit Briand annimmt. Chamberlain wird am Sonntag abend Paris wieder verlassen.

* * *

(Seht (Spanien wieder nach (Srnfl

Was Chamberlain in Paris bezweckt.

Paris, 6. Oktober.

Laut Pressenotiz liegt es nahe, daß bei der Zusammenkunft mit Briand die Unterredung Chamberlains mit Primo be Rivera zur Sprache kommen werde. In franzöfischen Kreisen neige man zu der Annahme, daß zwischen Chamber­lain und Primo de Rivera weniger die Mittel­meerfrage als der Wiedereintritt Spaniens in den Völkerbund erörtert worden sei, wovon sich das Blatt unter Umständen eine Wiederherstel­lung des lateinischen Blocks in Genf verspricht Primo be Rivera habe ben Wiedereintritt nicht abgelehnt, Zbcr im Zusammenhang damit die Tangerfrage aufgeworfen, woraus ihm Cham­berlain geraten habe, sich gütlich mit Frankreich zu einigen.

Krupp brackert Rußland.

Ein Landwirtschafltzverkrag bis 1S58 / Riesige Schlachtvieh- nnd Schafzuchten.

Moskau. 6 Oktober. Das Volkskommissariat hat einen neuen Konzeffionsvertrag bis zum 1. Dezember 1958 mit der Firma Krupp bestätigt. Ter Konzessionär verpflichtet sich, aus dem ihm zugewiesenen Gelände von zwe.unbbrei« ßigiausenb Hektar rationelle Lanb- wirtschäft zu treiben, Ackerbau unb ratio­nelle Schafzucht einzuführen unb eine

Z u ch t st ä 11 e für bas kalmükische « r b e i t S und Schlachtvieh einzurichten. Der Kon­zessionär verpflichtet sich, die genügende Anzahl von Merino-Zuchtschafen zu importieren, wobei die Schafherde bis 1936 auf sechsunddreißigtau­fend Köpfe gebracht werben muß. Der Konzes­sionär verpflichtet sich schließlich zu vollkomme­ner Mechanisierung des WirtschaftsbetriebeS.

Zeugnis ausstellen, daß die letzten Verhandlun­gen des Völkerbundes uns an die in diesem Kampf zu lösenden Probleme sehr viel näher hciangebracht unb unsere Kenntnis über sie ver­mehrt haben Mit Schlagworten unb Gefühls­äußerungen werden wir nicht viel weiterkom­men. Positive Einstellung zum Völkerbunde,

ausgehend von dem überall fühlbaren nationa­len Wiedererstehungswillen, kluges Benutzen der Methoden der Gegenseite, gründlichstes Vcr- tramsein mit den üblich gewordenen diplomati- schcn Waffen der Dölkerrechtsterminologie sind neben ruhiger Fortsetzuna innerpolilisiber nnd wirtschaftlicher Konsolidierung das Rüstzeug sür dir frische Lust nicht nur der Wahlkämvse des Jahres 1928, sondern sür den bevorstehenden ungleich bedeutsameren neuen Abschnitt deut­schen FreiheitsringenS nach Außen

Wir Deutschen können uns da

folgstaaten, den Völkerbund auch jetzt noch in! k e i t. zähem Festhalten einstiger Zielsetzung zum In- ......

strument des Sieges auszunutzen. Im großen Zusammenhang gesehen stehen wir jetzt in den ersten Stadien einer dritten Peride der Nach- krieaspolitik. Zn der ersten haben wir bis zum Ruhrkampf um unsere Existenz als Staat nnd Wirlschaftstörper ringen müssen In der zwei­ten haben wir durch- die Annahme des Darocs- planes, durch Locarno und oen Eintritt in den Völkerbund in einer Ueberaangsperiode uns zu­nächst einmal die Möglichkeit verschafst, wieder handelnd und aktiv auf borläufiaen Grundla­gen Politik zu treiben und Wirtschaft und finanzielle Basis wiederanfzubanen. In der dritten Periode, die nun begonnen bat kämpfen wir mit Mitteln des Friedens und des Völker- recht? um die Wiedererlangung deut- scher Freiheit und Selbständig«

Andere Länder...

Wie es im RevolutionSlanb Mexiko zugehl. @i»ti»eHeu scheint Mexikos Diktator Calles b« schwere» MilitSrreooliea blutig niedrige- »srfea jn haben. Feit ltcln bis letzt »ne soviel. 5*6 «6 sich um de» landesüblichen Aufstand ««lrgeutlich bevorstrbeu- »cn Üraflbenleiimahlen fast voraus,»sebeu war - »och nie ift nämlich em meritanischer Prä- ftoeut ebne baß es ,u schwer-

ftem Blutvergieße» gekommen wäre.

Nennt man Nordamerika das Land der un­begrenzten Möglichkeiten, so könnte man Me- tuo fast das Land der unbegrenzten Unmög­lichkeiten heißen derart klaffende, schier un­begreifliche Gegensätze tun sich innerhalb dieses einen Reiches auf. Dicht neben der üppigsten Vegetation herrscht die größte Dürre. How kultur steht neben greller Unkultur. Diese fast unüberbrückbaren Gegensätze zeigen sich im Land der Revolutionen jedem Fremden bereits, der einmal Gelegenheit hatte, jene Märkte zu 6c- suchcn, die im Volksleben die denkbar größte Rolle spielen und ans denen die merikanischen Hausfrauen ihren Bedarf an Lebensinit- teln decken. Ein bunteres Bild, als ein solcher Markt es bietet, läßt sich kaum vorstellen. Hier­bei soll nur ganz

kurz desTiebcsmarktes" gedacht werben, ber eine stänbige Einrichtung in bcr tauptstabt Mexiko ist, unb auf dem mau mit eichtigkett Gelegenheit hat, seinabhanden" gekommenes Gut wieder zurückzukaufen. Auch Raritäten aller Art kann man hier erwerben beispielsweise hat auf demVolador" jeder Einbeinige Gelegenheit, einen rechten oder linken Stiefel, wie er ihn benötigt, zu erstehen. Aber kehren wir zu den eigentlichen Lebens- mittelmörkten zurück, die in größeren Städte» täglich stattfinden. Die fremde Hausfrau, die das erste Mal hier einkauft, sieht sich einem wahren Tohuwabohu gegenüber. Nichts von deutscher Sauberkeit und Akkuratesse ist zu be­merken. Hunde laufen zwtscben den Fleisch- ständen herum, um sich an den Abfällen gütlich zu tun, und jeder Käufer oder Nichtkäufer nimmt sich ungehindert dar Recht, die

Lebensmittel zu befühlen.

Hygiene ist auf den mexikanischen Märkten ein unbekannter Begriff. Dafür ist dar Feilschen um so stärker an ber TageSorbnung. Die einge­borenen Hänbler unb Händlerinnen sind nichi immer gewandt genug, um ihre eigenen Lands­leute hochzunehmen; wehe aber der Auslände­rin, nach der AmerikanerinGringa" bezeichnet, die sich hierhin verirrt' An allen Ecken bieten Verkäufer ihreTacos", mexikanischen MatS- k u ch e n, feil, die mit gewürzter Fleischfarec gefüllt und in glühendem Fett an Ort und Tielle gebacken werden. Zu diesem Zwecke hat verVendedor" ein Becken mit glühenden Holz­kohlen vor sich, auf dem er in einer Pfanne die Landesdelikatesse zubereiter. In seiner Nähe hockt eine langgezopste

Indianerin, heiße Maiskolben keilbietend, die in Wasser gesotten oder über Holzkohle geröstet werden. Tie eingeborene Hausfrau macht sich das Leben nicht schwer, denn sie kocht weniger mit Liebe als mit Chile". Worunter wir nicht etwa die bekannte Republik zu verstehen haben, sondern die Pse k fer scho te. Während dieses Gewürz aus den heißesten Gegenden Mexikos, rote Ta- baSco oder Vera Cruz kommt, wird die Metro­pole täglich mit frischem Gemüse aller Art aus denschwimmenden Gärten von Lochimico" versorgt Diese Gärten find kleine Inseln in in­dianischem Besitz, die in einem großen See lie­gen, der auch die Hauptstadt durch ein moder­nes Pumpwerk mit Trinkwasser versorgt. Die Auswahl an Gemüsen und Früchten, welche der mexikanischen Hausfrau zur Verfügung stehen, ist eine außerordentlich große. Das hindert sie aber nicht, auch die umfangreichste Mahlzeit mit den sogenanntenFrijoles", in Wasser gekoch­ten braunen Bohnen, zu beschließen. Nicht ausdenkbar, was ein Essen ohne diese heiß­geliebten FrijoleS wäre, die man auch in rei­chen Häusern schon zum ersten Frühstück zu ac- nießen pflegt Aucb alsFritos" sind sie sehr beliebt Ein andere? Rationalsonntagsgericht ist Truthahn mit besonders scharf gewürzter Sauce Ein eigentümliches Kapitel bedeutet die merikanische Dienstbotenfrage Jede Fa­milie hat mindestens ein bis

zwei weibliche Hausangestellte, die gegen ein sehr geringes Gehalt arbeiten Vielfach sind es Indianerinnen, die auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdienen. In den modernsten, nach amerikanischen Muster gebau­ten Häusern spielt sich das Familienleben be­reits in Etagenwohnungen ab, die aber bis jetzt noch absolut in der Minderzahl find. In der