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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Amtlich»« Organ der Stadt Kassel. 17, Iahrg ang

Nummer 232. Amtliches Organ der Stadl Kassel. Dienstag, 4. Oktober 1927

Der 2. Oktober im Spiegel der Welt.

Gerechtere Strafen.

$M-ir.-.er C..?t im Ttrafgesetz-Entw irs.

Doch zwei schwere Sonntagskrawalle.

Wenn auch in den letzten Jahren schon ver­sucht wurde, im Sinne einer modernen Auf­fassung den Strafvollzug soweit zu verbessern, wie es im Rahmen der bestehenden Bestimmun­gen möglich war, so konnten aber doch nicht die notwendigen grundlegenden Aenderungen ge­troffen werden, weil das Fundament der Ahn­dung von Vergehen und Verbrechen ein ganz anderes war. Die alte Schule betrachtete die Ausführung der Strafurteile vom Standpunkte der Vergeltung, während man stch heute davon überzeugt hat, daß es in erster Linie notwendig ist, diejenigen, die vom rechten Wege abgeraten sind, wieder zu nützlichen Glie­dern der menschlichen Gesellschaft zu machen und sie in der Zeit des Freiheitsentzugs zu brauchbaren Menschen zu erziehen. Diese Erziehungsarbeit war bisher dadurch ge­hemmt, daß die bisherigen Bestimmungen auf einen ganz andern Strafzweck eingestellt wa­ren. Nach dem neuen Entwurf sollen die Ge­fangenen vor allem an Ordnung und Ar­beit gewöhnt und sittlich so gefestigt wer­den, daß sie sich keinen Rückfall mehr zuschul­den kommen lassen. Man will die Gefangenen bessern. Darum wird auch vorgeschrieben, daß die Behandlung der Rechtsbrecher in Zu­kunft ernst, gerecht und menschlich sein und auf die Schonung des Ehrgefühls Rücksicht nehmen soll. Aus diesem Grunde wird auch das entehrende Scheren des Kopfhaares und Bartes verboten.

Da man ganz richtig erkannt hat, daß eines der besten Erziehungsmittel die Arbeit ist, soll vor allem dafür gesorgt werden, daß die Gefan­genen dauernd in nützlicher und erzieh­licher Arbeit beschäftigt werden. Insbe­sondere soll auf Arbeiten im Freien, im land­wirtschaftlichen und fortstwirtschastlichen Betrie­ben oder bei der Erschließung von Oedland Wert gelegt werden. Man will daher in Zu­kunft die Strafanstalten möglichst außer­halb der Städte legen und sie mit eigenem Landbesitz auSstatten. Sehr begrüßenswert ist es, daß man in Zukunft auch bezüglich der Ar­beit, die die Gefangenen leisten sollen, eine ge­wisse Individualisierung eintreten läßt. So sollen Kenntnisse, Fähigkeiten, Gesundheitszu­stand, Lebensalter, Beruf und Bildung berücksichtigt und billige Wünsche auf Be­schäftigung in einem bestimmten Arbeitszweig beachtet werden. Für ungelernte Gefangene, die eine längere Strafe zu verbüßen haben, wird dafür gesorgt werden, daß sie Ausbil­dung in einem Berufe finden. Um die er­zieherische Einwirkung auf die Gefangenen möglichst fruchtbar zu machen und vor allem auch den schlechten Einfluß verdorbener Ele­mente auf noch besserungsfähige zu verhüten, werden die verschiedenen Arten von Gefangene- nen voeinander streng getrennt. Vor allem kommen dadurch die Minderjährigen und jugendlichen Gefangenen nicht mehr mit stark vorbestraften Schwerverbrechern zusammen. D> Uebergang von dem Leben in Haft zur Freiheit soll durch den sogenanntenStrafvoll­zug in Stufen^ nicht mehr so schroff sein wie bisher. Man wird denjenigen Gefangenen, die längere Strafen zu verbüßen und sich gut ge­führt haben, stufenweise Milderungen und Erleichterungen gewähren, sodaß sie ganz allmählich wieder in das Leben der Freiheit eingeführt werden.

AIS neue Hastsorm ist die Einschlie­ßung vorgesehen. Sie tritt an die Stelle der bisherigen Festungshaft und kommt vor allem für die sogenanntenUeberzengungsvrrgehen' in Betracht. Sie ist aber etwas strenger als die bisherige Festungshaft, indem beispielsweise keine Erlaubnis zum Ausgang gegeben wird. B. glich der Untersuchungshaft, die ebenso reformbedürftig ist wie der ganze Straf­vollzug, ist in dem Gesetzentwurf leider noch nichts enthalten. Man darf aber annehmen, daß ihre Neuregelung bei der Neuformung der Strasprozeßordnung vorgenommen wird. Alles in allem kann man sagen, daß der neue Ent­wurf von durchaus humanem Geiste er­füllt ist. Es bleibt nur noch zu wünschen, daß er auch die Erfolge, die man sich von ihm verspricht, bringt. Dr. A. Huber.

«streitlustige Stratzenvodner.

Berlin, 3. Oktober. In der Bersammlung der Stratzenbahner-Fi'nktionSre wurde mit knap­per Mehrh eit beschlossen, den Streik nicht am Sonntag früh beginnen zu lassen, sondern die weiteren Anweisungen der Organisationen ab­zuwarten.

Kommunistenangriffe auf die Polizei / Eine Schlägerei mit Stahlhelmern.

Berlin, z. Oktober. Die gestrige StürungS- versuche der Kommunisten waren meist nicht ernsthafter Natur. Stur in einigen wenigen Fäl­len ereigneten stch größere Zwischenfälle. So überfielen eine Schar von Kommunisten in der Nähe der Jannowitzbrücke etwa zwölf Mit­glieder des Fridericus- Rex-Or­dens. Schutzpolizei nahm die Beteiligten fest. Am Wedding gingen kommunistische Demon­stranten mit Knüppeln und Steimvürfen gegen die Beamten vor, die von ihrem Gummiknüppel Gebrauch machten. Mehrere Beamte gaben Schreckschüsse und einer einen scharfen Schutz ab. der einen der Kommunisten schwer verletzte. Der Polizei gelang es schließlich, die Demon­stranten auseinander zu treiben. Bei einem größeren Zusammenstoß zwischen Stahlhelmleuten und Publikum auf dem Den- newitzplab sollen nach einem Montagblatt von den Stahlhelmleuten fünfundzwanzig Personen, darunter einige Reichsbannerleute verletzt wor­den fein.

Diesmal irrt sich Varis.

Beleidigende Kommentare zum 2. Oktober.

Paris, 3. Oktober. Die meisten Morgenblät­ter veröffentlichen keine Kommentare zu dem Geburtstagsfeste Hindenburgs Immerhin ver­treten sie, meist schon in den Ucberschriften, die Auflassung, daß dieses Fest eine nationalistische ober gar monarchistische Kundgebung gewesen sei. Hindenburgs Erklärungen über die Befreiung der Rheinlande werden säst durchweg im Druck l-ervorge hoben. ,

» * *

Itol'kn versieht uns schon besser.

Wie sie sich die Geburtstagshuldigung erklären.

In den wenigen Preffelommentaren zum Hindenburggeburtstag hebt ein Blatt hervor, wie in der Huldigung alle deutschen Par­teien e i-n i g seien, einige, weil sie in dem Präsidenten das kaiserliche Deutschland, die anderen daS neue republikanische Deutschland ehren wollten. Alle aber seien darin einig, in ihm da« Symbol der Ration zu ehren.

* * * Nur ver Sache dienstbar

Die Presse bringt uns Hindenburg näher.

Berlin, 3. Oktober.

In den Presseartikeln zum Geburtstag des Reichspräsidenten schreibt ein Zentrumsblatt: Sein Charakter besitze die guten Züge des alten Preußentums in vollendeter Reife und entbehre die weniger guten vollkommen. Gottvertrauen und Vaterlandsliebe seien in ihm unerschütter­lich. Er sei ein Mann ohne ungesunden Ehrgeiz und ohne persönliche Ruhmsucht, stets nur der Sache zu dienen bereit. Es ist das wahrhaft große an dieser Persönlichkeit, so schreibt ein Demokratenblatt, daß sie den Gang der Dinge

erkannte oder fühlte. Während sich die anderen in Pietät und Grimm verzehrten erfüllte Hin­denburg seine Pflicht, ohne nach rechts oder nach links zu schauen. Auch sein Herz hing an dem alten Deutschland, aber er erkannte rechtzeitig, daß unwiderruflich einneuesDeutschland gekommen sei, dem zu dienen, die gleiche natio­nale Pflicht sei wie dem alten. Ein Rechtsblart schreibt: Wir bewundern den Feldherrn, wir ehren den Reichspräsidenten, aber wir lieben den Mann Hindenburg, den Mann schlechthin, den großen Menschen. WaS im Erfolg beglük- kendes und im Zusammenbruch tröstendes für uns war um den Namen Hindenburg, das war das Wunder der großen in sich abgeschlossenen Persönlichkeit, die mit ihrem Wollen, Wissen und Müssen in unverrückbarem Gleichgewicht ist und die ihre Siege durch die große Kundgebung ihrer Persönlichkeit erficht. Dadurch wird sie zum Richtungsweiser für die Guten des Volke«, die ohne solche Führung vielleicht sich verirrt hätten von der Grundlage jedes nationalen Wollens, von der Liebe zum Volke, auch wo es irre ging. Das deutsche Volk erblickt, wie ein weiteres Rechtsblatt ausführt, in seinem Reichs­präsidenten die Verheißung einer besseren Zu­kunft, weil eS untrüglich fühlt, daß mit dem Augenblick des Antrittes seines hohen Amtes

eine neue Epoche der deutschen Geschichte

bgonnen hat. Er ist schon heute mehr gewor­den, urteilt ein Volksparteiblatt, als der ruhm­reiche Feldherr und der höchste Beamte seines Volkes. Er gilt seinem Volke als Symbol ech­ten deutschen WesenS, als Zusammenfassung der gerade von anderer Seite geschätzten Eigenschaf­ten und Tugenden, alS Verkörperung deutscher Pflichttreue und reiner selbstloser Vaterlands­liebe.

* * *

Aue OonfOaren Hetzen.

Ostpreußen huldigt feinem Retter.

Königsberg, 3. Oktober.

In allen Städten und vrflchasten Ostpreu­ßens kam die GeburtStagSfreude durch reichen Flaggenschmuck zum Ausdruck. Die Universität in Königsberg hatte ihrem Ehrenbürger und vierfachen Ehrendoktor eine GlÜckwunschadreffe gesandt. Rach einer Hindenburgfeier der Vater­ländischen Verbände wurden dem Reichspräsiden­ten in einem Telegramm treue Glückwünsche und unauslöschlicher Dank für seine Taten aus­gesprochen. In einer demokratischen Feier schloß Oberpräsidcnt Siehr seine Rede mit dem Wunsche. eS möge dem jetzigen Reichspräsidenten noch lange vergönnt fein, in feinem hohen und fchönen Amte zu wirken. DaS würde beitragen zur Ruhe DeutflchlandS, zur Erstarkung und Festigung des deuflchen Volkes. Die Ver­sammlung beschloß sodann die Absendung eines ehrfurchtsvollen HuldigungS-Telegraimnes.

ie sich derSchwarm in Berlin verlief.

Verstopfter Verkehr / 200 Festnahmen Linksradikaler.

Berlin, 3. Oktober. Die Polizei fperrte noch eint Stunde, nachdem der ReichSpräfident fein Palais wieder erreicht hatte, den Hauptteil der Feststraße ab, um die Verbände durch die Sei­tenstraßen abzulenken. Dennoch blieben lange Strecken für Stunden verstopft und an dem Stra­ßenknotenpunkt Knie gab es endlofe Stockungen. Gegen 19 Uhr war der Verkehr wieder normal.

Berlin, 3. Oktober. Im ganzen wurden etwa zweihundert Personen festgenommen, die jedoch alle nach Feststellung der Personalien wieder entlassen wurden. Es handelte sich meist um Linksradikale, die wegen Beschädigung von Fah­nen, Belästigungen politisch Andersdenkender

und WiderstandSleistung mit der Polizei in Kon­flikt geraten waren.

Beim poitzettraneporl verunglückt.

Serfin, 3. Oktober. Sei der Einfahrt in den Hof einer Wache mutzte ein Lastkraftwagen mit 36 festgenommenen Kommunisten eine Linkskurve nehmen. Schon vorher befand stch die grötzte Mehrzahl der Festgenonnnendn auf der rechten Wagenfeite, wodurch die Last fo stark wurde, daß die Haltebolzen des Kastens brachen und der Kasten rechts abruflche. Hierbei wurden fechsundzwanzig Personen leicht ver­letzt. Einer kam ins Krankenhaus. Alle wurden der Abteilung la überwiesen

Gluthitze im Oktober.

3« Amerika der heißeste Tag feit 46 Jahren.

London, 3. Oktober. Der 1. Oktober war in,betrug 85 Grad Fahrenheit im Schat- Amerika der heißeste Tag feit demiten, in Philadelphia wurde eine Temperatur Jahre 1881. Die Temperatur in Rewyorkl von 95 Grad Fahrenheit im Schatten festgestellt.

Sn der Oktobersonne.

Berlin am Hindenburg-Sonntag.

GefchmLckt« Strafet«. Hanberitanfeiid« bei« wpaher.. Festfreude auf den Straßen und im Stadion. Ein unvergeßliches Erlebnis.

Berlin, 3. Oktober. Berlin bietet bei dem herrlichen Frühherbstwetter schon in den Mor­genstunden ein festliches, lange nicht gesehenes Bild. Der Fahnen-, Girlanden- und Blumen- fchmuck der Straßen und Plätze hat sich über Nacht vervielfacht. Das Brandenburger Tor ist ganz in goldbraunen Blumengewinden, in Lor­beer- und Tannengrün eingefaßt. Von der Decke der Durchfahrten wallen die Farben des Reiches und Preußens. Die große Mittekdurch- fahrt, die der Reichspräsident benutzt, ist mit einer riesigen Fahne des Präsidenten mit dem Reichsadler geschmückt. Schon in ben frühen Mittagsstunden beginnt der Aufmarsch zur Spalierbildung. An allen Plätzen finden sich Musikkorps, Verbände usw. ein, um dann in geschlossenem Zuge abzumarschieren. Gegen 2 Uhr ist es in der inneren Stadt kaum möglich mit dem Wagen vorwärtszukommen. Die Po­lizei hat eine Riesenaufgabe, die sie überall mit vorbildlichem Eifer durchführt. Schon unter den Linden ist

kaum noch ein Durchkommen.

An langer Reihe sind hier die zum Teil mit wundervollen Blumen und mit Fahnen ge- schmückten Kraftwagen aufgestellt. Der ganze Pariser Platz ist ein großer Park von Wagen, mit leuchtendem Blumenschmuck. Auf der an­deren Seite des Brandenburger Tores reicht die unübersehbare Menschenmenge bis zum Reichstag und in den Tiergarten hinein. Am Anfang der Charlottenburger Chaussee ist das Gedränge der Fahnen und Standarten so groß, daß kaum eine Wagenreihe durchfahren kann. Dann nach etwa dreihundert Metern tritt das Spalier zurück und man bekommt nun einen herrlichen Mick über die große bunte Zeile deS Spaliers. Hinter dem Spalier staut sich die Menfchemmnge, sodaß die Polizei schon lange vorher immer Ketten bilden muß, um die nach vorn dringende Menge zurückzuhalten. Am gro­ßen Stern ist das Gewühl besonders beängsti­gend. Manchmal geht das Hupen der Autos die auf Grund ihrer Ausweise das Glück der Durchfahrt haben unter in den Klängen der Musikkapellen. In der Mitte des Großen Sterns ist ein hoher goldener Obelisk aufge­baut, an den Seiten geschmückt mit dem Wap­pen des Reiches und gekrönt mit prächtigen Blumen. Auch von der Charlottenburger Brücke wehen die Farben des Reiches. Hier stehen die studentischen Korporationen in Wichs Unter den Uniformen der Kriegerverbände

leuchtet daS Tropengelb

ehemaliger Schutztruppler hervor. Ein schönes Bild bieten auch die Reihen der Knappen, die in ihren traditionellen Uniformen aus Mans­feld und anderen Bergbaugegenden nach Ber­lin geeilt find, um ebenfalls dem Reichspräsi­denten zu huldigen. Am Stadion nehmen die Menschenmassen dann einen solchen Umfang an daß nun beim besten Willen fein Weiterkommen mehr ist. Aber die Polizei bewältigt auch hier die schwersten Ausgaben mustergültig.

* * *

Auf Oer Fahrt zum Stadion.

Brausender Jubel von Alt und Jung.

Berlin, 3. Oktober.

Don stürmischen nicht enden wollenden Ju­bel der großen Menschenmenge begrüßt, begab sich der Reichspräsident um yt4 Uhr irn offe­nen Wagen in Begleitung von Reichskanzler Dr. Marx nach dem Stadion, um dort die Hul­digung der Jugend entgegen zu nehmen. Ein Wagen der Schutzpolizei fuhr voran. Major von Hindenburg folgte im zweiten. Bei der Annäherung des Wagens vom Brandenburger Tor her erhebt sich brausender anschwellender Jubelruf der sich durch die unabsehbaren Men­schen fortpflanzt. Der Reichspräsident, bet gerade und aufrecht barhäuptig im Wagen sitzt, dankt herzlich nach allen Seiten. Die

Schulkinder im Stadion

jubelten dem Reichspräsidenten bereits begei­stert zu, als sein Wagen fern sichtbar wurde. Als er an ihren Rechen entlang fährt, braust ein nicht endenwollender Jubel auf. Wie eine Brandung setzen sich Hochrufe und Tücherwinken durch die Reihen fort. Rach einer kleinen Pause noch ein dreimaliges Hoch und dann klingt aus vielen Tausend junger Kehlen »Lobe den