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Meler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Aesstsche Abendzeitung

Rumme» 231. ÜmtUedeo Organ der Stabt Kästet. Sonntag, 2. Oktober 1927. Amtliches Organ der Stadt Kastel. 17. Iatzroang

Glückwünsche für den Achtzigjährigen.

Englands Deutfchensplegel zum Hindenburg-Geburtstag / Der RMöpräfweM verzeiht.

Der 2. Oktober.

Geburlstagssegen für den Reichspräfidente».

Nicht unter rauschendem Festgepränge, schmet­ternden Fansaren, dröhnendem Paradeschritt und Hurrageschrei wird der Patriarch und Ne­stor aus dem Präsidentenstuhl morgen über die letzte Schwelte des biblischen Alters schreiten. Außer dem kurzen Trommelwirbel des Zapsen- Jireichs, der unvermeidlichen Gratulationseour amtlicher Staats- und Volksvertreter des Jn- und Auslandes, werden dem Jubilar morgen aus der Fahrt vom Wilhelmstraßenpalais zum Berliner Stadion nur noch die hunderttausend Augenpaare der Spaliersronten entgegenblitzen und abertausend Kinderstimmen nach sport­lichen Wettkämpsen ihm entgegenbrausen. So hat es der allem überschwänglichen Persönlich­keitskult abholde Wille des ersten Staatsdieneks bestimmt, der im übrigen ja mit der aus diese Weise ersparten Geburtstagsmillion zugleich in das bittre Los seiner feldgrauen verstümmelten Mitkämpfer dte goldene Güte seines Herzens hineinstrahlen lassen will. Welche magnetische Kraft ist es aber, die trotz der Stille im Lande Millionen Augen und Herzen zum wehenden Flaggenspiel in beiden Symbolen und allen Landesfarben hochreißt, die tu hohen Kirchen­gewölben deutsche Herzen im Gebet vereint, die im hämmernden Rhythmus der Zeit zur Ein­kehr und Selbstbesinnung zwingt, die in den heiligen Flammen der Bruderliebe auss neue den ehernen Ring der Volksgemeinschaft schweißt.

Ist es die Ehrfurcht vor dem Volksbefreier vom Russenschreck im Osten, vor dem unüber­windlichen Eisenkolotz und seinem Menschen- leiberwall im Westen? Oder wiegt die Selbst­überwindung, der slerschgewordene Imperativ der Pflicht noch schwerer, der den mit seinem Millionenheer in tiefste Erniedrigung gestürz­ten, vom Kaiser und saft auch von seinem Gott verlassenen Feldherrn zum zweitenmal zum Retter vor Auslösung und völligem Niederbruch werden und sich mit dem letzten Häuflein Ge­treuer der Slavenwelle im Osten und der Zer- setzungsflut im Innern entgegenwersen ließ? Diese unverwelflichen Lorbeeren und mit golde­nen Lettern eingetragenen vaterländischen Ver­dienste zugleich mtt der Selbstentäußerung der Präsidentschastsübernahme haben das Bild des deutschen Ekkehardt zwar ins Ueberlebensgroße und fast Mythische gereckt.

Näher dem Leben der Gegenwart und des Einzelnen aber steht der warme Herzenszauber, die schlichte, vornehme, gerechte, durch und durch ritterliche Gradheil und Universalität seines Geistes, dte Unbestechlichkeit eines vollkommenen Verantwortungsgefühls, die in wohl abgewoge­nen Worten den deutschen Schicksalsgenossen nur immer wieder die eine große Losung, das inbrünstig erstrebte Ideal des Partei friedenS, der Einigkeit, der Volksgemeinschaft und des sozialen Ausgleichs als Fundament des Wie­deraufstiegs in die Seele hämmern. Wenn noch einmal das glücklichere Zeitalter anbrechen sollte, wo sich der Partetkampk entgiften, wo jeder auch in dem radikalsten Widersacher nur den (nach seinem Empfinden) irrenden Weg- und BlutSgenossen erkennen würde, der das höchste Volks- und Menschheitswohl aus ent­gegengesetzten Wegen zu verwirklichen trachtet; wenn wir einmal einsehen lernen, daß der Rock uns näher ist al? das Hemd und der Weg zum Herzen deS Auslands immer erst über den versflavten Rhein, über die darbende ArbeitS- losenhütte. da? sorgenvolle Bürgerheim sühn; wenn wir aus den andersdenkenden Mitbruder nicht mehr mtt Knütteln und Giftkübeln, son­dern mit den feurigen Zungen der Wahrheit und dem offenen Bister ehrlicher HerzenSrein- heit loSgehen werden: wenn wir unS noch ein- mal um diese oder jene Einhettsflagge (oder auch um zwei) in trunkenem Freiheitssubel die Hände reichen sollten .... so wird schweigend- wuchtig im Hintergrund die Felsenstirn deS Manne? (oder auch nur sein Schatten) stehen, der al? Repräsentant eines unter Qualen und Fieberschauern sich hochstemmenden VolkeS nie etwa sandres als Vorbild und Ansporn war, jenseits alles Partei- und Klassenzwistes aller T 'Uttchen und Preußen der Besten einer.

Das haben ihm nicht nur die Baumeister deS neuen St^ot-s bezeuat und beolaubigt deren stärkster Pfeiler er eingestandenermaßen bis auf den benttaen Tag war: da? »rf-nnt bewun­dernd und nicht gant neidlos felbst der (gf-ir des Auslands an, daS. wie England, es nickt fassen kann, daß vor der EhrfurchtSgestalt des

greisen Jubilars daS Parteigezänk über Tan­nenberg und Flaggen auch nicht wenigstens einen Tag lang verstummen kann. Hat doch felbst ein Poincare das Tannenberggeplänkel abge­blasen, vermutlich vom Rest des besseren Ge­wissens, wenn nicht aus Angst vor der Welt- gerechtigkeit überstimmt. Und hat doch bisher noch stets die Hetzkampagne der wütendsten En- tenteverleumder vor dem Adel und der Unan­tastbarkeit der im Dienst des Volks sich ver­zehrenden Persönlickfleit Halt gemacht. F. R.

Fünkunbflehz'g (Snaömalte

Der Reichspräsident verzeiht auch Verleumdern.

'T v r4 iviitiflpl ttd)

Berlin, 1. Oktober. Aus Anlaß seines acht­zigsten Geburtstages hat der Herr Reichspräsi­dent in fünsundsiebzig Fällen Gerichtsstrafen im Gnadenwege erlassen oder gemindert. Er hat sich ferner entschlossen, seine sämtlichen Strafanträge wegen Beleidigung zurückzuzie­hen und bei den Länderregierungen die Begna­digungen der wegen Beleidigung seiner Person bereits abgeurteilten Personen in Vorschlag zu bringen. Die Länderregierungen werden diesem Ersuchen entsprecksen Die Länder haben gleich- fasts eine große Anzahl Begnadigungen bewilligt

GMüwünsche von überall.

Ostpreußen und Braunschweig unter den ersten.

Königsberg, 1. Oktober. In einem Tele­gramm des Oberpräsidenien von Ostpreußen an den Reichspräsidenten heißt es: Am 80. Ge- bunstage seineSs Befreiers denkt Ostpreußen in treuer Dankbarkeit des Reichspräsidenten und wünscht ihm weitere Jahre kraftvollen, segensreichen Wirkens.

Braunschweig. 1. Oktccker. (Privattelegramm.) Aus Beschluß des Staatsministeriums wurde dem Reichspräsidenten eine Fürstenberger Prunkvase als Geschenk des Landes Braun­schweig zum 80. Geburtstage übersandt. Mini­ster Marlluordt wird bei dem Gratulations­empfang dem Reichspräsidenten die Glückwün­sche Braunschweigs aussprechen.

* A w

Was bas Do« fchenkk.

Thüringens Base. Bolkskunst im Palai«.

Berlin, 1. Oktober. Da« Land Thürin­gen wird dem Reichsprästdenten eine tunst- volle Base au« der Staatlichen Porzellan- Manufaktur, dem Sitz der ältesten thüringischen Porzellanindustrie, zum Geburtstag überreichen. Das Geschenk dürfte mit denen der übrigen Länder im Palais des Reichspräsidenten zur Aufstellung kommen. Die Geschenke der Länder fallen, wie eS heißt, als Zeugen deutscher Volks­kunst auch später weiterhin im Prästdenten- palaiz ausgestellt bleiben.

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Der 2 Oktober im TteicDetabtnrtt.

Berlin. 1. Oktober. (Privattelegramm). Das Reichskabinett, beschäftigte sich gestern mit dau- feniden Angelegenheiten, darunter mit dem GeburtStags-Programm für den 2. Oktober.

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Sine vorbildliche £> nbenburgfpenöe.

Berlin, 1. Oktober. Der Magistrat in Biele­feld beschloß, über den Rahmen der Hindeu- burgspende hinaus zehn Jahre lang bedürftigen Kriegsopfern und kinderreichen FamUie« je 20 000 RM. zukommen zu lasse«.

(Reichedonner und Jteichovrasidem

Berlin, 1. Oktober. DaS Reichsbanner wird, wie wir erfahren, dem Reicyspräsidenten eine von Künstlerhand hergestellte Adresse alS Glück­wunsch übergeben.

Zwietracht statt Einigkeit

England« ÄritU n. Hymnen am Hindenburgtag.

(Eigene Trahtmeldung.»

London, 1. Oktober.

Die Blätter lassen sich au« Berlin melden, ein heftige« Feuer politischer Animosität sei ringS um die ehrwürdige Gestalt Hin»enbürgS entbrannt. Feiern oder nicht feiern, flaggen nber nicht flaggen und wie, seien die brennen- den Fragen in diesem unerbaulichen Streit. Deutsche Parteipolitiker beutete«

sämtlich die Gelegenheit für diesen Zweck aus. Man hätte annehmen können, daß das deutsche Volk fähig gewesen wäre, seine klein­lichen Streitigkeiten zu vergessen zu Ehren eines Präsidenten, dessen ganzer Charak­ter eine lebendige Auflehnung gegen den Fluch des Parteihaders sei, und trotzdem sei das, waS für Hindenburg vorberei­tet werde, nicht mehr eine nationale GeburtS- fl§feier, sondern ein widriger Streit zwischen den schwarz-weitz-roten Farben des alter- Regimes und den schwarz-rot-goldenen des neuen. Der Bericht betont, daß Hindenburg dauernd für die Heilung der Wunden gewirkt habe, die von der Revolution und durch den Uebergang von der Monarchie zur Republik hinterlassen worden feien. Der Journalist Leonard Spray schreibt über Hindenburg,den großen alten Mann Deutschlands": Der erste im Kriege, einer der ersten im Frieden. Deutsch­land ehrt Hindenburg nicht dafür, was er getan hat, sondern dafür, w a 8 e r i st. Seine Volks­tümlichkeit ist in seinem Charakter begründet. Das deutsche Bolt glaubt an ihn, es sieht in ihm den Vater, dem nur das Wohl fei­ner Kinder aut Herzen liegt. Präsident Hindenburg hat sich der Republik gegenüber ebenso loyal erwiesen, wie als Marschall gegenüber dem Kaiserreich. Daher sieht er sich an seinem 80. Geburtstag geehrt, wie kein Deutscher seit Bismarck geehrt worden ist.

SrMz a Beenav'ktte m Verschwel'.

Braunschweig, 1. Oktoberk. (Privattelegramm.) Rum R'ichSvräsideneen-Gebnrtstag hat daS ytaunschweigische Staatsministerium in etwa seckzig Fällen Einzelbegnadigungen ausgespro­chen.

Borgen sie Moskau (Selfr?

30 Millionen Dollar-Anleihe für Eisenbahnen. tEiaene Drabtmeldung.)

London, 1. Oktober. Nach einem Telegramm au« Moskau sind zwischen amerikanischen Ban­ken und der Sowjetregierung Verhandlungen über die Gewährung einer Anleihe von dreißig Millionen Dollar im Gang, die zum Ausbau deS russischen Eisenbahnnetzes bestimmt sind.

Rakowski bat verspielt.

Pari« fordert die Abberufung? sBrtvat-Tel,graMM.l

Pari«, 1. Oktober. Nach glaubwürdigen Aus­lassungen hat Briand gestern den Ministerrat über die Unterredung unterrichtet, die der fran­zösische Botschafter in Moskau, Her bette, mit den Sowjet-Vertretern hatte Es so« sich daraus ergeben, daß die Beibehaltung Rakowskis in Paris angesichts der durch seine Unterzeichnung des Minderheitsmanifestes hervorgerusenen Polemiken nicht geeignet ist, die Entwicklung der Beziehungen zwischen beiden Ländern »«erleichtern. Die fron- »äsische Regierung will nunmehr, entsprechend den diplomatischen Gepflogenheiten die Ab­berufung Rakowski« verlangen, da dieser in Paris nicht mehr persona grata sei, ohne jedoch die Beziehungen zu Moskau ab- znbrechen.

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Dynomttvaironen auf der Straße.

Paris, 1. Oktober. Auf der Straße in einem Borort von Paris wurden 220 Stück französtsch- Dynamitpatronen von spielenden Kindern ge­funden. Man weiß noch nicht, ob eS sich um von Anarchisten weggeworfene Sprengkörper handelt, oder um Patronen, die für die Stein Brüche bestimmt waren.

Gin kaltgestellter General,

Tschiangsaischek erwartet in Japan bessre Zeiten.

London, 1. Ottober.

Ei« Blatt berichtet au8 Tokio: Der Chine­fenführer Tschiangkaifchek, Der sich mit feinem Gefolge nach Unzen, einem Vergott bei Nagasaki, begebe» hat, versicherte den Bericht­erstattern, feine Hoffnung, die Mißverständnisse «wiftften Japan und China zu befeitigen. Nie­mand nimmt an. daß er die votttlfcke Bühne nerlnWen bat Man glaubt, daß er sich in Na­gasaki oder Osaka niederlassen mir1- wo er nur zwei Tage von Schanghai ent­fernt ist, sodaß er bei günstiger Gelegenheit fe« denAugenblick zurückkehren kann.

Famiile Hindenburg.

Der Kreis um den «chtzigjähttgen.

»i«betttitt«8 Stamm«,ui als Siedlung tüt «riegsvertebte. Bruder nub Sa,weiter beS SeiSsiwfibeat««. Seine beibeit verheirate­ten Töchter. - Der Solin als Ädiutaut. Die Schwiegertochter als Reichsr-räfideutin. Schriftsteller iu der Familie.

Der erste Herr von Beneckendorft und von Hindenburg erwarb das bei Freystadt ttn Kreise Rosenberg gelegene Rittergut Neudeck, das später in die Hände eines Vatersbruders des Reichspräsidenten lam. Von ihm erbte es seine älteste Tochter Lina von Hindenburg, dte ihren rechten Vetter Otto von Hindenburg, den 1908 verstorbenen jüngeren Bruder des Reich-- Präsidenten heiratete. Belanntlich ist das Gm vor einigen Wochen von der Ostprentzischen Landgeseäschaft aufgetauft worden. Es soll ,n Siedlungs st eilen für Kriegsver- letzte aufgeteilt werden. Das übrigbleibende Restgut mit dem Familienhaus will die ostpreu- ßische Landwirtschaft dem Reichsoberhaupt zu seinem achtzigsten Geburtstag schenken. Au­ßer dem schon genannten verstorbenen Bruder hat der Reichspräsident einen in Berlin leben» den zweiten Bruder Bernhard von Hindenburg, der mit einer geborenen Fehling aus der bekannten Lübecker Patrtziersamilie vermählt ist, und eine ebenfalls beinahe acht­zigjährige unverheiratete Schwe» st e r, dte in Potsdam lebt. Herr von Hinden­burg ist seit mehreren Jahren Witwer. Seine Gemahlin. eine Tochter des Generals von Sperling, wurde ihm im Mai 1921 nach über Vierzigjähriger glücklicher Ehe infolge eines langjährigen KrebsleidenS entrissen. Die ä l t e st e Tochter Irmengard ist seit 1902 die Gemahlin des Landrats a. D. Hans Joa­chim von Brockhusen aus Groß-Justin bei Kam- min. Dieser Ehe sind mehrere zum Tefl jetzt erwachsene Kinder entsprossen, so daß in die­sem Jahr der

Reichspräsident auch bereits Urgroßvater geworden ist. Die zweite Tochter deS Retchspräsidenten Annemarie heiratete kurz vor dem Kriege den damaligen Oberleutnant bei den Lüneburger Dragonern, Christian von Pentz, der zurzeit eine Schwadron in dem aus diesem Regiment hervorgegangenen 13. Reichs- Wehr-Reiterregiment führt. Auch dieser Ehe entstammen mehrere Kinder. Der einzige Sohn des Reichsprästdenten ist der jetzt vierundvier- zigjährige Major und Adjutant seines Vaters Oskar von Hindenburg, der sich 1921 in Gr.-Schwülper, dem Schlosse seiner Schwie­germutter. in dem das Reichsoberhaupt so oft Tage der Erholung verbringt, mit der Freiin Margarete von Marenholtz vermählte. In der Ehe des einzigen Sohnes des Reichspräsiden- ten sind bis jetzt nur zwei Töchter geboren. Die iunge Frau von Hindenburg, die vor einigen Tagen dreißig wurde, ist eine besonders

Erlckeinung. Ihre große Gewandtheit und Liebenswürdiakeii macken eS ihr leicht, affe obliegenden geseffsckaftlichen Pflichten zu erfüh­len. Nur außerhalb des reicksprSstdenllichen Pa. lais ist ste die jttnae Frau von Hindenburg, in seinen Räumen gilt

sie als ReichSpräsidenttn, empfängt an der Seite ihres Schwiegervaters die Gäste und sitzt ihm bet den großen Staats- diners gegenüber. Außer den nicht immer leich- ten, vor allem zeitraubenden, gesellschaftlichen Verpflichtungen hat die Schwiegertochter des Reichspräsidenten noch eine andere große Auf­gabe. Sie führt seinen großen Haushalt. Außerdem hat ste ihre beiden Töchter von vier und zwei Jahren zu erziehen. Auch darf ihr Gatte, mit dem sie in glücklichster Ehe lebt, nicht zu kurz kommen. Rührend ist dte Dankbarkeil des Reichspräsidenten für die Sorge und Liebe, mit der ihn feine Schwiegertochter, darin Otti. sie von Goethe vergleichbar, umgibt Ihr eine Freude zu machen, ist sein steter Gedanke Vo« den übrigen noch lebenden Mitgliedern der Fa- mtlte Hindenburg ist wohl am bekanntesten der in Berlin lebende Gesandte z. D. Herbert von Hindenburg, dessen Vater der 1913 verstorbene General Konrad von Hindenburg war Der Gesandte war früher aktiver Offizier und zwar bei den 1 Gardedragoneru Später trat er in den diplomatischen Dienst In dem er zuletzt mit dem Gefandteutitel die Stellung eines Botschaftsrat« in Rom bekleide«. Als junger Offizier bat er unter dem Pseudo- nvm Friedrich Terburg einige Gesellschaft«, tomane geschrieben. Jetzt ist er nur noch als Uebersetzer tätig, freilich für seine Gattin, die durch ihre historischen Romane bekannte ene»