Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 229. Amtliches Organ der Stadl Kassel. Freitag, 30. September 1927. Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang
atuttflenpreife: LlndeiMischr ®ef*äft8anjet«n Seile 20 4. auSroärti« ®ef(bäft8. atyeigen Seile 20 4. franttUtnanj. Serie 20 4, Kl. 2«. au» Staffel 5. Sott 4 4. ausw. kl. Sn-. Seile 20 4 Reklamen Seile 75 4. Crferteebübr 20 4 (bei Zus. der eiferten 60 4 Re-bnunasbeträge tnnerb. 5 Tagen zahlbar. ftftr »re Richug. leit aller dunb ffernfvrerber -ufgegebenen Anzeigen wroie Hit Aufnahmedaten und Plätze kann nimt garantiert werden Kür Anzeigen mit Velo »der» schwierigem Satz 100 Prn«nt Aufschlag. Druckerei: SLlaLckofftrahe 28/30. (SefdtaftB. Helle: Kölnische Strafte 5 aeaenüber der Tvobritraöe Kernfvrecher 951 und 952.
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Neue Dollaeschmeezen in polen.
StabWemng ohne Amerika / Vorläufig keine Dawes-Neviflon / Abschied von Gens.
Offene Wünsche.
Schlacken und Schwächen im Völkerbund.
Die Hochwafserwelle aus den Schweizer Alpen, die bekanntlich auch bis Gens vordrang, fand den Völlerbundpalast schon verlassen vor, denn die letzten Häuflein der Aufrechten sind wieder zu Hause und erklären der Oesscntlich- keit, daß das Ergebnis der Versammlung sie „befriedigt" hätte. Aber Polen scheint eine Ausnahme zu machen, denn es will seinen Delegierten, der allerdings in Genf eine nichts weniger als geschickte Politik getrieben hat, abbe- rufen. Trotz des scheinbar glücklichen Ausganges der Genfer Konferenz lag aber über der Tagung der Alpdruck der Krise, die nur durch das Aufgebot aller diplomatischen Küsiste und feinster Dialektik einigermaßen beigelegt oder gar nur h i n a u s g e s ch o b e n wurde. In fast allen Ländern der Welt, namentlich in den kleinen die mehr als die Großmächte auf das Genfer Forum angewiesen sind, macht sich wachsende Unzufriedenheit mit diesem Völkerbünde gellend. Die Stimmung geht weniger gegen den Völkerbund als Idee. Das Gefühl für internationale Zusammenarbeit ist geblieben ist heute vielleicht noch stärker als es jemals war. „Für die europäischen Probleme gibt es keine Lösung außerhalb des Völkerbundes", schreibt Henri de Jouvenel, der mit dem Völkerbund unzufriedene und deshalb zurückgetretene Delegierte Frankreichs. Mit seinem Wort meint er allerdings nicht den Völkerbund, so wie er heute ist, sondern so, wie er ihn sich vorstellt. Er verließ ebenso wie Lord Robert Cecil seinen Posten, weil er den Bund nicht für ein wirksames und geeignetes Instrument hält, um eine wirkliche internationale Zusammenarbeit herbeizuführen.
Der Presse hat nun Jouvenel anvertraut, was er an diesem Völkerbund auszusetzen hat: der Völkerbund ist ein Torso, weil ihm die Vereinigten Staaten nicht angehören, weil Großbritannien so etwas wie einen privaten Völkerbund, nämlich das britisch« Empire hat, weil Staaten Mitglieder des Völkerbundes sind, die ihrem politischen Charakter nach imperialistisch, also im Grunde völkerbundsfeindlich sind, weil die Sonderpolitik der Großmächte den Völkerbund weiter schwächt, schließlich weil die Ablehnung des Genfer Protokolls den Beweis dafür liefert, daß der Wille zur internationalen Zusammenarbeit bei fast allen Nationen nicht ausreicht, um den Völkerbund zu dem zu machen, was er seiner Grundidee nach sein soll. Die Kritik Jouvenels am Völkerbund ist scharf und gerechtfertigt und. seine Ziele sind unbedingt zu billigen wenn auch nicht recht einzusehen ist, daß diese beiden Staatsmänner glauben, ihre Ziele außerhalb des Völkerbundes eher als in Genf selbst erreichen zu können. Jouvenel begnügt sich nicht mit negativer Kritik. Er macht konkrete Besserungsvorschläge: internationale Konflikte müssen unbedingt und in jedem Falle dem Völkerbund oder dem Haager Gerichtshof unterbreitet werden. Diese Forderung hat Deutschland praktisch durch die Unterzeichnung der Haager Schiedsgerichtsklausel als einzige Großmacht anerkannt; die anderen haben noch zu folgen.
Weiter fordert I., daß der Dualismus zwi- scheu der alten diplomatischen Tradition und den Methoden des Völkerbundes aufhört. Das ist eine Frage untergeordneter Bedeutung, denn wenn der Völkerbund so ist, wie I. ihn haben will, versteht es sich von selbst, daß die alte diplomatische Tradition automatisch durch neue Methoden des politischen Verkehrs ersetzt wird. Sehr heikel ist der dritte Punkt, nämlich die endgültige Definition des Begriffes: „Angreifer", den man einfach, weil man nicht weiter- kam, liegen ließ. I. greift daher auf das bekannte Genfer Protokoll zurück, das den zum Angreifer macht, der einen Schiedsgerichtsspruch ablehnt. Die Definition ist natürlich nicht m jedem Falle anwendbar. In einem idealen Völkerbund wäre die Annahme eines Schiedsspruches obligatorisch. So lange das nicht der Fall ist, läßt sich mit der Jouvenelschen Definition des „Angreifers" nicht viel ansangen. Billigen wird Deutschland auch, wie Stresemann schon wiederholt bezeugte, die Ergänzung der juristischen und politischen Organisation des Völkerbundes durch ein wirtschaftliches Gegengewicht. Die Arbeiten hierzu sind bereits im Gange, bekanntlich hat die diesjährige Völkerbundsversammlung die Einberufung einer diplomatischen Handelskonserenz" beschlossen. Ob es notwendig ist, eine internationale Wirtschaftsorganisation von der Größe und Bedeutung des juristischen und politischen Völker
bundes aufzuziehen, ist recht fraglich. Schließlich ist die erste und höchste Aufgabe des Völker- bundes eine politische Aufgabe, und außerdem bereitet erfahrungsgemäß die wirtschaftliche Zusammenarbeit bei weitem nicht so viele Schwierigkeiten Wie die politische. Zuletzt wiederholt dann I. die von allen Seiten oft erhobene Forderung nach Herabsetzung der Rüstungen, die ebenfalls allein Deutschland schon in die Tat umgesetzt hat. Der Verwirklichung der Vorschläge von I. ist der Völkerbund noch nicht einen Schritt näher gekommen. Er macht zwar hie und da Ansätze, aber leider hat er bisher wenig Erfolg gehabt, wie das Ergebnis der bisherigen See- und Landabrüstungskonserenzen zeigt. Das ist jedoch kein Grund zu resignieren. Der Präsident der letzten Völker- bundstagung brauchte in seiner Schlußrede die Worten: „Warten, Hoffen, Handeln". Wenn die Reihenfolge umgekehrt wäre, hätte man eher Grund, optimistisch zu sein, aber auch so braucht man schließlich noch nicht zu verzweifeln.
Keine Dollars für Holen.
Warschau stabilisiert jetzt auf eigene Faust.
Parschau, 29. September.
Die seit mehr als einem halben Jahr verhandelte große Stabilisicrungsanleihe des polnischen Staates beim amerikanischen Bankers Trust sind hier gestern knapp vor ihrem Abschluß abgebrochen worden. Amtlich verlautet darüber: Der von den Bankiers nnraefchlagene Kurs wurde von der Regierun., als dem Charakter ver Anleihe nicht entsprechend abgelehnt, woran die Nnterhandlungen abgebrochen wurven. Unabhängig von vielem Ergebnis ist die Regierung entschlossen, im Masse der zur Verfügung stehenden Mittel die im Verlaufe der Anleihcverhand- lungen ausgearbeiteten Grundsätze des Stab i lisierungsplanes durchztttsihren.
Dawesrevifwn unmöglich
Später einmal endgültige Zahlungsziffern.
Newyork, 29. September. Der Pariser Vertreter des Generalzahlungsagenten Fraser erklärte, eine Revision des Dawes-AbkommenS für die nächste Zeit komme nicht in Frage. ES werde zweifellos einmal in der Richtung abge- Sndert werden müssen, daß eine endgültige Ziffer für die deutschen Zahlungen festgesetzt werde aber die Zeit dafür sei noch nicht gekommen.
* * *
Wird RDetnyeffen frei?
Die Engländer ttaurn den Franzosen nicht.
Mainz, 29. September.
Wie wir von zuständiger Seite erfahren, wird künfttghin nur noch der rechtsrheini- che Taunuskreis von englischen Truppen besetzt bleiben und in Bingen eine kleine Matrosenstation aufrecht erhalten. Die Engländer sollen bereit sein, Bingen und die rheinhessischen Orte unter der Bedingung zu räumen dabnichtdieFranzosenan ihrer Stelle dorthin eine Besatzung legen.
Was wirb mit dem Osten?
Ein Versuchsballon für Freiherrn von Goyl.
Berlin, 29. September.
In einer demokratischen Korrespondenz wird behauptet. Freiherr von Gayl sei als Reichskommissar für den Osten in Aussicht genommen. Preußen werde sich aber widersetzen da v. Gayl ich zum Führer der Fronde gegen die preu- nsche Regierung entwickelt hab«. Einem Vvlksparteiblatt zufolge stellt diese Meldung einen Versuchsballon dar. Vorher müßte na- türlich «mch Preußen gehört werden. Bon der Schaffung eines Staatssekretariats oder bergt ei dabei garnicht die Rede, sondern von einer verwaltungstechnischen Einrichtung z. Zt. ruhe diese Frage überhaupt.
* * * Genf war nicht umsonst.
StresemannS Ernte. Vertrauen und Sympathie.
Paris, 29. September.
Außenminister Dr. Stresemann äußerte sich zu einem Pariser Preffevertteter, die deutsch- ranzöstschen Beziehungen innerhalb des Böl- erbundeS können nur absolut freimütig und loyal sein. Dadurch, daß wir über Locarno gingen, haben wir den Willen — nicht zu einer Kampfespolitik —, sondern zu einer Politik der Zusammenarbeit verdeutlicht. Ich bin glücklich, heute sagen zu könne», daß die deutsch-
französische Zusammenarbeit zur Behebung des zu Beginn der Völkerbundstagung herrschenden Unbehagens und zur Erfüllung gewisser Krisengerüchte beigetragen hat. Kann man das nicht schon als beachtliches Ergebnis bezeichnen, daß zum großen Teil der Zusammenarbeit unserer beiden Länder zu verdanken ist? Wir, Briand und ich, haben nach Briands Wort auf jede Prestige-Politik verzichtet. Wenn man zum Schluß in Genf trotz aller Schwierigkeiten ehrlich und freimütig von dem alleinigen Ziel der Wiederherstellung des internationalen Vertrauens sprechen kann, dann ist man berechtigt, zu behaupten, daß die achte Völkerbundsversammlung, wenn sie auch keine sensationelle Kundgebungen hinterläßt, doch sich um dir Menschheit verdient gemacht hat.
Durchgebrochene Fluten.
Der Rhein verläßt sein Bett. Menschenleere Ortschaften.
Feldttrch, 29. September. Der Rhein, dessen Wassermaffen bedeutend gesunken sind, hat bei Schaan sein altes Bett fast ganz verlassen und wälzt seine Fluten durch eine etwa 250 Meter breite Dammlücke aus die Becker von Schaan. An dieser Stelle arbeiten zweihundert Sappeure aus Chur und 140 Mann österreichischer Truppen vereint, um die Dammlücke zu schließen. Roggelü ist vollständig geräumt. Freiwillige Rettungskolonnen haben unter furchtbaren Anstrengungen und ständiger Lebensgefahr etwa dreihundert Einwohner aus Roggelb herausgeschafft. Die Ortschaft Bangs ist gleichfalls geräumt. Teilweise stehen die Häuser über drei Meter im Wasser. Die bereits abgelaufenen Felder sind von einer grauen Lehmmasse bedeckt; die Ernte ist vernichtet.
* Automobile am Brenner. Fieberhafter Straßenbau.
Mailand, 29. September. (Eigener Drahtbericht.) An der Brenner Linie wurde ein Umsteigeverkehr mit Automobilen eingerichtet. Vorläufig verkehren am Brenner nur vier Züge in jever Richtung. Truppen, Mifio, Feuerwehr und Freiwillige arbeiten fieberhaft an der Wiederherstellung der Brennerstraße, die von der Eisack mm vier Stellen ganz wcggeriffen wurde.
Südafrika ist nicht England.
Brandmarkung unterwürfiger Generäle.
London, 29. September. (Eigener Drahtbericht.) Der Premierminister von Südafrika warf aus dem Parteikongreß der Transvaaler Truppen den Generalen Smuth u. Botha vor, daß sic alles täten, um seine Ansirrngungen, auf der britischen Reichskonferenz im Interesse Südafrikas, Wnichte zu machen. Sie handelten nicht wie die Bürger eines freien Staates, der frei wie England selbst fei und mit England auf gleicher Stufe stehe. Sie nehmen eine Haltung ein, als ob Südafrika ein Vasallen, staat Englands sei. Die britische Reichskonferenz aber habe Südafrikas Freiheit endgültig profiamiert
Sm groBmaitger Baikanpräsident
Paris, 29. September. Die albanische Ge- andtschaft teilt mit, daß Präsident Achmed Zogu die Begnadigung von 371 po- ittschen Verurteilten verfügt habe, sodaß die politischen Flüchtlinge unbehelligt nach Albanien zurückkehren können.
Graf Westarp und Tannenberg.
Richtigstellung der Deutschnationalen.
Berlin, 29. September. Nach demokratischen Blättern soll Graf Westarp in einer deutsch- nationalen Verttauensversammlung gesagt haben, daß „er nicht von der Rolle sprechen wolle, die er selber gespielt habe, damit die Rede des Herrn Reichspräsidenten in Tannenberg zustande kam." Zu dieser Behauptung er Härt die deutschnationale Pressestelle, daß Graf Westarp das nicht gesagt habe. Er habe sich gerade gegen die Versuche gewendet, die Rede des Reichspräsidenten dadurch parteipolitisch zu entwerten, daß man sie auf deutsch- nationalen Einfluß zurückführt, während et andererseits die bekannte Tatsache der Zustimmung des Gesamtkabinetts besprochen habe. Ebenso habe Graf Westarp nicht dazu aufgefordert, den 2. Oktober als Werbetag für die Deutschnationale Partei zu benutzen.
Varis ist Varis.
Boulevardbiimmel durch das SeineparadieS.
Von
Pani Dit'mar Berge
3m überfüllten Kölner D-3«g. — Immer tuxb iviembenbodjnat auf de» Boulevards. — Was an Paris beiticht. — In den Warcnhaus-Palä- fie«. — Sternenbanner nnd Soivictfteru. — Am Altar der Gefallene».
Der Ostexpreß, der von Warschau kommt, verläßt pünktlich den Kölner Bahnhof Aber es ist unmöglich, noch Platz zu bekommen. Seit Berlin muß der Zug überfüllt sein. Ein inter- nationales Reisepublikum. Engländer, die über Ostende in die Heimat wollen, eine polnische Familie, die ttotz aller Brillanten wenig erfreulich wirkt. Der englische Student gegenüber plaudert über britische Universttäten, sagt seine Meinung über Lloyd George, der ihm zu sehr Geschäftsmann, zu wenig verläßlich ist Die Zollrevision in Belgien geht sehr höflich von- statten. Die Franzosen in Jemnont sind schon gründlicher, wenn sie sich auch mit Stichproben begnügen. Rur die polnischen Bundesgenossen werden mitsamt den andern Insassen der 3 Kl. aus dem Abteil getrieben, wo dann ein Heer von Beamten sich über die Koffer stürzt. Im Morgengrauen donnert der Zug in den Nvrd- bahnhof von Paris. Welches Fluten des Verkehrs! Graue Arbeitermassen, die zur Arbeit gehen, dazu die Passagiere der internationalen Züge. Man steht auf den ersten Blick, wie sehr Paris den Fremden gehört. Fünfhunderiau- send Amerikaner waren in diesem Sommer in Europa die meisten davon auch in Frankreich. Tie Boulevards sind
überschwemmt von Fremden.
Ueberall die englische und deufiche Sprache. ES ist nickt schwer, sich in der schönen Hauptstadt Frankreichs zurecht zu finden. Man verständigt sich leicht. Aber so sehr der Geldstrom den Parisern willkommen ist, so bitter muß ihnen, die unter der Inflation leiden, die Wahrnehmung werden, wie sehr ihre eigene Hauptstadt ihnen entfremdet wird Und es ist vielsagend, wenn irgendein patriotischer Geschäftsmann auf dem Boulevard Haußmann oder wo es war ein Schild in sein Schaufenster hangt: Man spricht hier französisch Der Straßenverkehr in Paris tst geradezu beängstigend und übertrifft den in Berlin noch gewaltig. Vor allem setzt die Ueber- zahl von Autos in Vetwundernng. noch mehr vielleicht die unbeschreibliche Ordnung, mit der te in dem brandenden Meer des Großstadtbe- triebe? dirigiert werden. In der Flut der Menschen fallen die zahlreichen Neger auf, die vor zwanzig Jahren sich hier Wohl kaum mit ölcker Selbstverständlichkeit hätten bewegen dürfen. Aber es ist ja bekannt, wie sie vom of- iziellen Frankreich geflissentlich als Franzosen gewertet werden Paris erhält seine eigene Nöle durch die Lebendigkeat der Menschen, möchte man sagen, diese
heitere Lebenssphäre, die von unbeschreiblichem Reiz ist, in der man ich wohl fühlt, ohne noch in die Fremde zu denken. Und diese Stimmung hat auch nicht gelitten unter dem Zustrom der Fremden, die man duldet in dem Bewußtsein: Paris bleibt Paris. Von außerordenttichem Geschmack zeugen die großen Warenhäuser. Die Galeries Lafayette sind in threr Art geradezu ein Meisterwerk. Diese Bauten überraschen durch unaufdringliche, ganz künstlerische Gestal- tttng. Die ganze Front ist auS edelstem Stetn gefertigt und die Schaufenster unterbrechen, wir intime Bühnen einwärts gelagert, die rötlich und grau schimmernden Wände. Und wie tst jetzt dieser Räume Spiegelbild einer wirklich künstlerischen Audruckskrast, vor der man vergißt, daß sie den Vorübergehenden den Wunsch suggerteren soll, all die Köstlichkeiten, die dorr ansgebreitet sind, zu besitzen. Auch das Innere eines solchen Warenhauses hat nickt viel Aehn- lichkeit mit denen bet uns Die GalerieS Lafayette z. B. sind wie ein Palast der von einer wundervoll farbigen Kuppel überkront wird; alles stimmt ein in diese Melodie der Schönheit, welche die zahllosen Käufer in ihren Bann verstrickt. Typisch für Paris sind die
großen Schneiderfirmen, in den Hauptstraßen Es ist bekannt, daß unter dem Machtgebot des Dollar einige der berühmtesten Vertreter dieser Zunkt nach Newyork auS- wandern mußten Der Einfluß der Amerikaner in Paris ist, wie schon gesagt, überragend. Jetzt bat man am Boulevard Haußmann zwei gewaltige Hotels errichtet, die dem amerikanischen Geschmack entsprechen. Bei der Madeleine-