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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Finale und KchmuS in Gens

AnMuß-Mpdrücken in Varls. Tobende Elemente

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Die gleiche Unruhe über Rhein-Besatzung und Dawesfron.

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Die Deutschen reisen deute ab.

Gens, 28. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Die deutsche Delegation trifft am Don­nerstag nachmittag in Berlin ein. Reichsautzen­minister Dr. Sttesemann beabsichtigt, auch dann von Genf abzuretsen, wenn der Rat auch

morgen nachmittag noch eine Sitzung abhalten sollte.

Mit verteilten Nollen.

Jedem Völkerbundmitglied seine Aufgabe.

Gens, 28. September.

Der VölkerbundSrat l)tit gestern Deutschland wiederum die Berichterstattung über die W i r t- schaftsfragen zugewiesen, während das Saargebiet beim italienischen RatSmitglied und Danzig beim chilenischen Ratsmitglied blieben. Ten drei neuen Ratsmitgliedern Finnland, Kuba und Kanada wurde die Be­richterstattung über Finanzsragen brzw. Preffe- sragen und Kinderschutz übertragen. Außerdem wurden Belgien, die Tschechoslowakei und Griechenland zur Entsendung je eines be­sonderen Kenners der Entwicklung der Sicher- heitssrage in den Sonderausschuß ausge­fordert.

Paris, 28. September. In einer Preffezu- schrist aus Wien heißt es: Ein Franzose atmet hier nur freier als in Deutschland, wenn er nicht Zeitungen liest, denn sonst bemerkt er, daß auch die Oesterreicher sozusagen unabsichtlich sich nicht enthalten können, jedesmal, wenn es sich um eine internationale Frage handelt, Ueber- legungen anzustellen, als c6 sie schon poli­tisch mit Deutschland vereint wären. Ihr Standpunkt ist Deutschlands Standpunkt. Spre­chen sie von der Rheinlandbesetzung, dann spre­chen sie allerdings nicht mit jenem Hatz, den die Preußen zeigen und die aus verletzter Eigenliebe (!) zu erklären ist. Aber sie sind wegen der wirtschastlichen Rück­wirkungen der Besetzung ebenso beunruhigt. Deutschland muß bezahlen. Die Oesterreicher tim so, als ob sie selbst bezahlen müßten. In ihrem Geiste ist der Anschluß an Deutschland schon so gut wie vollzogen.

Paris, 28. September.

Rach einem Minister-Interview teilt ein gut­unterrichtetes Blatt mit, daß Poinears nach der am Sonntag von Barthout gehaltenen Rede die Kabinettsmitglieder aufgefordert habe, vor dem Wiederzusammentritt des Parlaments am 18. Oktober keine politischen Reden mehr halten.

Der Osten feilt am Richtanxr-ffspakt.

Warschau, 28. September. (Eigener Draht­bericht.) Die letzten Besprechungen zwischen

Verhaftete Domben-AittntS'.er.

Paris, 28. September. (Eigener Drahtbe- richt.) Drei italienische Anarchisten, die am Bombenattentat in Juan-les-PinS beteiligt ge­wesen sein sollen, wurden verhaftet.

Nummer 228. Amtliche- Organ der Stadl Kaffei. Donnerstag, 2S. September 1927. Amtliches Organ der Stadt Kaffel. 17. Jahrgang

Ein Engländer-Bataillon weniger!

Abmarschbefehl für drei / Aber zwei kommen wieder.

Hört das Rede-Trommelfeuer aus?

PoinearL verheißt Burgfrieden bis Sttobermitte.

Tschitscherin und dem polnischen Gesandten in Moskau haben zur Uebereinstimmung in ein­zelnen Punkten des RichtangrisfspakteS geführt Heber die Punkte, in denen keine Uebereinstim- mung erzielt wurde, wurde ein Verzeichnis auf-

Die Miete* Renette» Nachrichten erscheine» wöchentlich techrnmt nachnnnaa«. Der «bsnoemcnisortt, betragt kür de» Momu i.~ X bet tretet SufteHune tn» Haus in der GetchMiSbelle abaeholi 1.40 X Durch die Polt monatlich 3.- X ausschließlich .luftellunaMebübt Verlag und Siebaktton Schlachtbollttafte 38/80. Aernlorechei 9S1 »ns 9S3 Nfli unverlangt ttngelanbte Beiträge kann die Re- daktto» eine «eran'worruno oder AewSbr i» keinem Falle übernebmen Rück- wbinnfl deS Veurasaelde« ober Anlorücke wegen etwaiger nicht ordnunaSmSbiaer S'etenina ilt nne« Polticheckkonti' ^rnnfhm am Main Nummer 8380

einem

halben Jahrhundert keine so schlimme Heimsuchung mehr erlebt. Hier oben liegt die Wasserscheide zwischen dem Stromgebiet des, Rheins und den nach Süden fließenden Gebirgsflüffen wie dem E i s a ck der am Bren­nerpaß entspringt und in die Etsch mündet, die ihre Fluten in das Adriatische Meer entsendet. Der Eisack ist eS auch, dessen entfesselte Gewal­ten bei dieser Katastrophe die größte Zahl von Menschenleben gefordert haben; aber auch der Rhein, der an sonnig-leuchtenden Sommerlagen in zahlreichen Windungen so sanft und friedlich durch sein Tal dem Bodensee zustrebt, hat schlimm gehaust und mit Menschenwerf auch Menschenleben vernichtet. In der Ebene können große Regenmassen leich­ter abfließen. Anders in den Bergen! Mäch­tige, unnatürlich angeschwollene Bäche und Flüsse stürzen zu Tal und sammeln sich dort zu reißenden Strömen, die in kurzer Zeit über ihre User treten. Die Wucht des Wassers wächst mit der Geschwindigkeit, die zerstörende Kraft ganz rapide. Darum können die gleichen Nie­derschläge, die in mehr ebenen Gebieten ver­hältnismäßig harmlos verlaufen, im Hochge- birge geradezu katastrophal wirken. Be- sondere Gefahren treten bei Hochwasser in den Bergen durch die Bewegung von Ge­schieben auf. Man versteht darunter Land- bezw. Bergmassen, die vom Wasser losgelöst und mitgeschleppt werden. Man muß bedenken, daß auch die Berge keinen ewigen Bestand ha- den, und daß die Natur stets dahin drängt, wieder abzutragen, was sie selbst mühsam auf- gebaut hat. Bei Hochwasser findet sich dazu trefflich Gelegenheit. Was im Laufe der Jahre durch Frost, chemische Einflüsse und andere Ein­wirkungen brüchig geworden ist, wird vom

reißenden Wasser zu Tal geschleppt, und es werden dabei ost ganze Ortschaften der- schüttet und fruchtbare Fluren für immer ver­nichtet. Meist denkt man nicht daran, daß der Oberrhein von seinem Ursprung aus dem St. Gotthard bis zum Einttitt in den Boden­see ein nicht unbeträchtliches Stück des herrlick- sten Alpenlandes durchfließt, und zwar aus­nahmslos urdeutsches Gebiet. Kerndeutsch ist die Landschaft im Rheintal oberhalb des Bodensees, wo der Fluß die Grenze zwischen der Schweiz und Vorarlberg bildet und südlich davon im Fürstentum Liechtenstein, der einzigen in Mitteleuropa

noch übrig gebliebenen Monarchie.

Gewiß löst der Gedanke an dieses Miniatur- taatSwesen meist ein Lächeln aus; das Fürsten- tum ist ja auch nur eine Art fossilen Ueberbleib- els aus den Zeiten schlimmster deutscher Klein­staaterei. Aber die Liechtensteiner, knapp zwölf­tausend Seelen, fühlen sich im Rahmen ihres kleinen Staates recht Wohl, und wer je diesen gesegneten Erdstrich besucht hat, weiß, daß es sich inmitten der blauroten Grenzpfähle gut leben läßt. Ein mildes Klima und die Frucht- barfeit des Bodens machen daS Ländchen im Frühling und Sommer zu einem prangen­den Garten; der rote Vaduzer, der an den Berghängen der Heinen, ungemein lieblichen Hauptstadt wächst, ist ein köstlicher Trapsen,'und in den Gärten gedeihen echte Kastanien, Das bedeutendste geschichtliche Wahrzeichen deS klei­nen Fürstentums, die Burg Vaduz, ist vor zehn

D« toetbenbe Cpmmet bat mH bet boffentti» kcten fehter>o<btt>affertatattroi>ben eie Gebiet bnmaewcht, bag wie kaum ein »weites in den Sllven die Lieblichkeit oranaender Landschaft «it der gewaltrsen Eindrnckskraft der Bergwelt vereint. Unser Mitarbeiter schreibt dazu:

Es ist das Grenzgebiet zwischen den schwei- zerischen und österreichischen Alpen, die durch daS Tal des Oberrheins getrennt werden, und darüber hinaus nach Süden das Bündner Land mit den östlich angrenzenden Tiroler Landschaften. Gewaltige, sechsunddreißig Stun- den dauernde Regengüsse haben in zahlreichen Alpentälern durch die entfesselte Kraft der Was­sermassen bescheidene Flüsse und Bäche in rei­ßende Ströme verwandelt, haben Häuser zer­stört, mächtige Brücken fortgerissen und leider viele Opfer an Menschenleben gefordert. Und wenn auch alljährlich zum Beginn des Herbstes an den Südabhängen des Alpenwalls, beson­ders in Oberitalien, der erste Einbruch kalter Luft aus nördlichen Breiten heftige Gewitter­güsse mit nachfolgenden Ueberschwemmungcn zur Folge hat, so sind diesmal die Verheerun­gen deshalb so schlimm, weil sich die himmlische Flut über einer weit ausgedehnten Gebirgs­landschaft entladen hat, von der aus die Wasser- massen mit zerstörender Kraft zu Tal gestürzt sind. Hat doch das Bündner Oberland seit

treten sollen, sondern vom Rat als hervor­ragende Kenner deS Wirtschaftslebens verlangt werden und zwar für drei Jahre. Ausscheidende Mitglieder sollen, falls der Rat nicht wiederum ein Mitglied dieses Staates er­nennt, korrespondierende Mitgl.ie- der mit gewissen Einschränkungen werden. Schließlich genehmigte der Rat sämtliche Ent- schließungen über Schiedsgericht, Sicherheit und Abrüstung mit der einzigen Ausnahme des Vorschlages auf Entsendung von mit der Si­cherheitsfrage besonders vettrauten Persönlich­keiten in einem Sonderausschuß. Belgien und die Tschechoslowakei haben der Aufforderung zur weiteren Mitarbeit im Abrüstungs­ausschuß nach dem Ausscheiden stattgegeben. Salvador nicht. Auch die drei neuen Ratsmit­glieder find im Abrüstungsausschuß vertreten.

Nicht aNe MSgiichkelien erschöpft.

Der Völkerbund soll weiter auf Frieden sinnen.

London, 28. September.

In einer Bilanz über die Völkerbundsver- fammlung schreibt ein Blatt, es sei möglich, von wetteren Garantien in Europa zu sprechen Frankreich und Deutschland hätten noch nicht alle Vorteile aus dem Locarnoabkommen gezo­gen. Es sei bedauerlich, daß gerade die Räu­mung der Rheinlande noch immer von klein­lichen Erwägungen vereitelt worden sei. DaS Blatt wendet sich gegen die Wiederaufnahme der Kriegsschuldfrage und schlägt dem Völker­bund vor neue Friedensficherheiten zu erwägen

Nicht viel gewonnen.

Paris zieht die Genfer Bilanz.

Paris, 28. September.

Im Abschluß der Dölkerbuudstagung schreibt ein Blatt, Abrüstungsfortschritte müßen stets eine internationale Abmachung über Sicher- Heits-Garantion begleitet sein die die Ratio­nen fordern, bevor sie sich eines Teiles ihrer Verteidigungsmittel berauben. Hierin liegt das grotze und glückliche Ergebnis für den Völker­bund. (Richtig gesagt für Frankreich! D. Red.) Leon Blum schreibt: der Vorschlag Paul-Bon- cours ist nun mit Zusätzen von Aenderungen angenommen worden, die sowohl seine prak- tifdje Tragweite als auch seine ideale Bedeu­tung vermindern. Der Völkerbund ist eben noch nicht in der Lage, alle Hoffnungen zu erfüllen. Ein Blatt ist der Ansicht: Die Versammlung hat neue politische und wirtsckfaftliche Organis­men gesckfaffen, um die verschiedenen Fragen des allgemeinen Friedensproblems nachdrück­licher zu behandeln, der Völkerbund hat mit einem Wort alle Aktionsinstrumente geschmiedet jetzt wird man an die Aktion selbst Herangehen müssen. Ein letztes Blatt meint: Die einzige wichttge und wirksame Tat war diejenige Dr. Strefemanns. Er hat der obligatorischen Schiedsgerichtsbarkeit zugestimmt. Das ist die öffentliche Bilanz.

Der verbesserte Völkerbund,

lttnbau im WirtschaftS- u. Abrüstungsausschuß.

Genf, 28. September.

Dr. Strefemanns Vorschläge zur Umgestal­tung des ständigen Wirtschaftsausschusses beS Völkerbundes sehen außer der Zuziehung eines amerikanischen Mitgliedes vor, daß seine fünfzehn Mitglieder nicht ihre Regierungen ver­

steht. daß unser Verhältnis zu Frankreich Willen für die Fortsetzung einer Verstäudi- noch nicht, tn offene Feindseligkeit auSgeartet tft gungspolttik mitbringen wird. Schon auS die- Bricmd ist ein kranker und ein müder Mann, fern Grunde wird dieser ganze Fragenlompler Tritt er auS her politischen Aera ab, so wissen sehr ernsthaft von der Reichsregierung geprüft wir nicht, ob fein Nachfolger denselben ehrlichen werden müssen.

auSro. fl. Sn». Bette K 4. Reklatae» Bette 76 4. Onertgebübr 30 4 (bet Zus. bet Offerten 50 4 Restmtnasbeträge tnnerb. 6 Tagen »ablbar. Für die Richtig, kett aller durch Fernsprecher aufgegebenen anjetgen lotete für Sufnalnnebaten und Plätze kann Mcht garantiert werden ftfit Anzeigen mit besonders fchwie- rtaem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Schlachtdofstrafte 28/80. Geschäfts, stelle: Kölnische Strafte 5 aeaenflber der Soobrftrafie Fernsprecher 851 und 052.

Das letzte Wort.

Eine Genfer Beruhigungspille. Neuer Autzenkurs Dr. Stresemann und sein Kollege Briand haben ihr Ziel erreicht. Durch die demonstrattve Form ihrer letzten Besprechung in dem Wandel- gange des Hotels Viktoria haben sie der Weltöffentlichkeit unzweifelhaft bewiesen, daß sie garnicht daran denken, auf Grund der letzten Presse-Campagne und der neu aufgeloderten Meinungsverschiedenheiten über die Kriegs- schuldfrage ihre Bemühungen um ein wirkli­ches Locarno etnzustellen. Was die beiden Außenminister da vor Augen der ganzen Oef- fentlichkeit besprachen, wird wohl nichts allzu Wichtiges gewesen sein. Sicherlich sind in der Unterredung die letzten Red en Poincares. Bar- thous und Jaspers nickt unerwähnt geblieben. Aber in den zwanzig Minuten dieser unver­bindlichen Aussprache dürfte wohl kaum irgend etwas Grundsätzliches über die aufgeworfenen Probleme geäußert worden sein. Diese zwan­zig Minuten waren keine Aussprache, sie waren nur eine Demonstration des Wil­lens, daß die offizielle Politik der beiden Länder in den gleichen Bahnen fortgesührt wird wie bisher. Die Journalisten Mer Län­der, die in der Nähe waren, haben den Wink verstanden, die Weltöffentlichkeit schließlich auch. Die Wirkung zeigte sich fast auf die Minute. In allen Locarno-Hauptstädten atmete man auf.

Wir aber müssen uns mit der deprimieren­den Tatsache abfinden, daß die Kriegs- schuldsrage nicht erörtert wird, daß man sich über all die Probleme, die mit ibr zusammenhängen, im Sinne Barthousaus- schweigen" wird. Was sagen soll, daß der Passus im Versailler Friedensvertrag, der von der alleinigen Schuld Deutschland am Ausdruck des Weltkrieges spricht,zu R"ckt" bestehen bleibt. Gemäß dem Willen von Paris, dem sich im Großen und Ganzen nach einigen Wenn und Aber ent<6 London vollinhaltlich entschließt Ist die englische Presse zwar nicht allzu ange­nehm berührt von den letzten Denkmalsreden in den Ententeländern, so gibt sie dock den französischen Wünschen insofern nack, als auck sie glaubt, die Meinung vertreten zu müssen, bas eine Untersuchung der KriegSfchuldfraoe beute daS Gräflichste für die gegenwärtige politi­sche Lage Europas wäre." Sicher wollte der Reichspräsident am Tanuenberadenkmal nicht das Sianal zu einer deutschen Attacke gegen die KriegSschuldlüge geben. Er sprach nut au5, waS er empfand,, mit ihm Wohl das gesamte deutsche Volk: die Gewißheit, daß wir nie den Krieg gewollt haben, als er uns aufgezwungen wurde, so führten, wie jede anständige Ration ibn führen mußte Wir glauben kaum, daß die Aeußerung eine? solchen Empfindens dem europäischen Friedenabtröolick" sein kann Denn dieses Empfinden hat feine Angriffs­spitze, ist keine Anklage, fein Vorwurf gegen irgend eine andere Nation. Ob man dasselbe von den Reden sagen fann, die Poin- cars. Bartbou und Fgsper tn den letzten Tagen hielten, ist zweifelhaft.

Die Friedensdemonstration Strefemanns und Briands dürfte wohl dem Streit der letzten Tage die Krise genommen Haven. Das ist gut so. Eine Verschärfung unserer Bezie­hungen zu Franlreich hätte nicht int Interesse Deutschlands gelegen. Was nicht heißen soll, daß wir die Erörterung über die Krtegsfckuld- frage für alle und ewige Zetten alserledigt" betrauten. Diese Erörterung muß aber erst ihrer Stunde entgegenreifen.

Sckon sind Stimmen laut geworden, die nach der allenthalben stockenden VerständigungSvolitif mit Franlreich eine engere Anlehnung an Italien wünschen. Daß zahlreiche durch­aus ernst zu nehmende Politiker auf eine engere Fühlungnahme mit Rußland hinarbei­ten, ist seit längerer Zeit bekannt. Wenn nun auch nicht anznnehmen ist, daß diese beiden Kombinationen innerhalb der ReichSregierung Anklang finden würden, so dürste vielleicht doch die immer schon vorhandene Richtung mehr Einfluß gewinnen, die ihre Hoffnungen auf London setzt. Ein möglichst engeS Zu­sammengehen mit England war lange Zeit die Politik, die gerade von führenden demokratischen und volkSparleilich-n Blättern mit aller Ent­schiedenheit vertreten wurde, während heute ei­gentlich nur maßgebende deutschnationale Organe dafür eintteten. DaS ist aber natür­lich keine Parteiangelegenheit sondern reine Ansichtssache Es ist ganz selbstverständlick daß unser Wille, mit Frankreich zu einer Ver­ständigung zu kommen von dem Wunsche, auck mit England mehr Fühlung zu haben, garnicht berührt wird. Man muß sich aber dock immer vor Augen halten, daß es nur auf zwei Augen

London, 28. September.

Drei englische leichte Jnsanteriebataillone, die im Rheinland stationiert find, haben Befehl zur Rückkehr nach England erhalten. Von diesen drei Bataillonen wird das Shropshire-Balaillon nicht ersetzt werden. ES stellt die Herab­setzung der englischen Truppen dar.