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Kasseler Neueste Nachrichten

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Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Nummer 225. Amtliche- Organ der Stadl Kaffel. Sonntag, 25. September l-27. Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

Gtreskmann deckt den Rkichöpeäsiöenten.

ren

Berlin, 24. September. (Durch Funkspruch. Die gestern aufgeiauchte Vermutung, eS könnte bei der Lufttraggdie ein Sabotageakt oder gar ein Attentat im Zusammenhang mit der Sacco- Dancettiaffäre vorliegen, wird von den Blättern

für unglaubhaft erklärt Ei» Blatt nimmt an, daß der Flugzeugführer durch plötzliches Unwohlsein oder sogar Herzschlag die Herrschaft über den Apparat verloren hat. Die Dornier-Werke in Friedrichshafen halten eS für ausgeschlossen, daß Tragflächenbruch vorliegt.

Rewyork, 24. September. (Funktelegramm.) Die siebente Runde des grossen Box­kampfes Dempfey-Tnuney war nicht nur für Tunney sehr kritisch, sondern gereichte drei Boxenthuflasten zum Verhängnis, die infolge d»r Aufregung beim Anhören der Rund­funkbeschreibung deS Kampfes st a r - 6eit Auf dir gleiche Weise starben vier an­dere während der übrigen Runden und ein Mann sofort nach dem Boxkampf, sodass im ganzen nicht weniger alS acht Personen

In einem Telegramm des Staatssekretärs Ket- log an den Berliner Botschafter Shurman heiss: es u. a.: Die trefflichen persönlichen Eigenschaf­ten des Frh. v. Maltzan, der grosse Takt und das politische Urteil, die in den von ihm geführten Verhandlungen zutage traten, werden seinen Tod in ganz Amerika als einen schweren Verlust etfdicinen lassen. Seine hervorragen­de Persönlichkeit machte ihn besonders geeignet, die Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern zu erholten. Kellogg spricht auch der Freifrau von Maltzan herzliches Beileid aus.

Berlin. 24. September. (Privattelegramm, i Botschafter Sburman äußerte sich zum tragischen Ende v. Maltzans: Sem letzter Wunsch war es, dabei zu helfen, die durch den Krieg zerrissenen Fäden der Freundschaft mit Amerika vusammenzuknüpfen. Ml welchem Erfolg et sein Ziel erreichte, das wissen alle, die die Er­gebnisse seiner TStiakeit in Washington beobach­teten. Sein Werk bestehl und eS wird andauern, weil eS mit den edelsten Idealen der Mensch­lichkeit und mit der moralischen Wellordnung in Einklang stehl.

Washington, 24. September. (Funkmeldung. Die deutsche Botschaft wurde nach dem tödliche, Unfall v. Maltzans bis in die späten Abendstun­den von offiziellen Regierungs- und Auslands­vertretern aufgesucht. Präsident C o o l i d g sandte seinen Adjutanten, Staatssekretär Kellog; und sämtliche Kollegen gaben Beileidskarten ab Der französische Botschafter sprach dem Gesandtschaftsträger Dr. Kiep wärmst Teilnahme aus. Der britische Botschafter sandte em herzliches Beileidstelegramm. Senator Borah rühmte die Popularität Maltzrns und bedauerte den grossen Verlust beider Ländee. Ein Blatt fügt hinzu Deutschland werde aus diesen spontanen und ganz ungewöhnlichen Kund­gebungen des offiziellen Amerikas ersehen, wie sehr hier die Arbeit eines deutschen Beri-fs- diplomalen geschätzt wurde. Es sei zu hoffen, dass sein Nachfolger mit gleichem Geschick die Fäden aufnehmen werde, die ein grausames Schicksal Freiherrn v. Maltzan aus der Hand riß.

* * *

ZweiBölter trauern.

Botschafter von Malka» fehlt auch Amerika. Washington, 24. September.

rhvthmus anfzwang.

lieber diese tiefen Schatten auf dem Politi­schen Zeitbild, ans die auch noch die steigenden Todes- und Erkrankungsziffern der Leipzi­ger Kinderseuche fallen, läuft als eine der wenigen goldnenLiMsPuren die Oslasien- flualinie Koenneckes der heute bereits nach - Tokio starten und dann den Flug über zwei Ozean« wagen will. Ein kleiner Fortschritt scheint auch in Gens erzielt zu sein, wo die deutschen Friedensbekenner den welschen Füch­sen wenigstens den Zukammenttitt von Abrü­st u n g s - und SicherheitSkommissio- neu schon im November abgeluchst haben Wenn amh der militärisch« Sozialist Bo n c o u r alles daran setzen wird, die eine Kommission peoen die andere auSzusvielen, um die deutsche Abrnstunasolfenswe im Keim zu ersticken so werden doch das erwägende Urteil, Gerechtia- feH8'~nn und moralischer Zwang der Welt all mählich die Böcke von den Schafen ,u scheidm wissen und einen Z-'stand herbei,uMbren wach len der nicht mehr ein einziger Hohn auf Frie­dens- und Völkerbundsverttäge und auf daS moralische Gewissen der Menschheit ist. F. R.

Warum lein Schiedsspruch?

Hindenburg-Stresemann und das Volk Frankurt, 24. September.

Das Luströtse! von Schleiz Unerklärliche Ursachen für den Absturz Bruch der tfläget? , Ohnmacht oder Herzschlag des Führers?

Wer wird von Maltzan ersetzen?

Wie Amerika und die ganze Welt de« populären Bot chafter schätzt. Eine neue Regierung wegen deS Reichs, chulgesetzes?

Zuchthausstrafe von acht Jahren verurteilt. In diesen Tagen ist nun Bizon Rosescu aus dem Zuchthaus in Vacaresti in Rumänien geflohen und erfreut sich nun wie- berunt der Freiheit. Wie dieses romantisch« Leben enden wird, ist noch nicht zu übersehen. Jedenfalls hat Rosescu bewiesen, daß er ein Mensch von ganz außerordentlicher Begabung sein muß, der eS verstand, sich in kürzester Zeit zu einem ber größten Hochstapler deS Dezen­niums zu entwickeln. Dem unbefangenen Bei

einrichtete. Bald sah er ein, daß auch in ' Frankreich nicht der gegebene Boden für ihn war. Er benötigte zu feiner Existenz Verhält» Nisse, die unruhiger und unsicherer waren und glaubte solche in Griechenland zu finden. Hier hatte er Glück. Der Zwist zwischen dem König Georg und dem Ministerpräsidenten Ve- nizelos kam ihm gelegen. Er bot dem Griechen- konig ein Dokument an, durch das angeblich der Staatsmann in einer Weise blamiert wer­den sollte, die seinen unbedingten Rücktritt zur Folg« haben müsse. Man vereinbarte ein Hono- rar, das für damalige Verhältnisse eine gerade- zu märchenhafte Summe darstellte, nämlich fünfzigtausend Francs. Der Vertrag wurde von beiden Parteien innegehalten, nur daß inan bei näherer Prüfung der betreffenden Akte feststellte, daß dieselbe gefälscht war. Doch der Betrag war bezahlt und Rosescu verschwunden. Nun lenkte der Hochstapler seine Schritte abermals nach Rumänien, knüpfte Beziehungen zum Außenminister Duca an, den er wissen ließ, daß er im Besitze von Papieren fei, durch die die Bauernpartei aufs schärfste kompromittiert würde. Es sollte sich hier um einen Bries handeln, ber vom rus­sischen Volkskommissar beS Aenße-

an ben Wiener Sowjetgesandten gerichtet wäre des Inhalts daß die Bauernpartei ma­terielle Unterstützung von der Sow­jetunion erhielte. Aber im letzten Augenblick wurde durch eine Mittelsperson der Schwindel aufgedeckt. Rofefcu wußte sich aber wieder rechtzeitig zu entfernen, sodaß man ihn lange Zeit nicht ermitteln konnte. Als ihn aber eines Tages die Sehnsucht nach seinem Vater trieb, auf einige Tage heimzukehren, da wurde er verhaftet und zu einer

falsparze acht Menschen-Lebenssäden in kurzen Zwischenpausen mit roher Fast zerschnitt. Ein groteskes Spiel blindwaltenden Zufalls nur, ein gesprungenes Glied in der Kette eherner Raturgewalten: Und doch stutzt man vor diesen schrillen Luitmementos die vor allem der Deut­schen Lufthansa em Ansporn zu verschärfter Wachsamkeit über Mensch und Material sein werden und fährt erschreckt zusammen, wenn bas Verhängnis auch einen der bevorzugten, er­probten und werwollsten Söhne oes Landes anspringt, mit dem wie in dem Botschafter Frhr. v. Maltzan, fast unersetzliche, noch unausgcschöpste politische Trieb- und Stoßkräfte ins Grad sinken.

Manche reifende Frucht mag uns dieser Wei- terschlag vom Baum geschüttelt haben, wenn es nicht gelingt, Takt, Wissen, Energie und die vor­nehm werbende, gerade dem Dollarkaufmann sympathische Art dieses Mrtschastspioniers durch die gleiche Summe geistiger und persönli­cher Vorzüge in seinem Nachfolger zu ersetzen. Roch immer hält die Riesenspinne der Wallstreet­börse alle Wirtschaftszentten der Welt mit gol­denen Netzen umsponnen, in denen kaum ein Staat tiefer verfangen ist als der unsere mit allen Anleihe- und Reparationsmilliarden. Denn auch die an Europa gezahlten Weltkriegstribute fließen auf Heller und Pfennig als Entente- schulden an den Dollarbankier zurück, sodaß man als Patentlösung zugleich auch für die Revision des DaweSpakts schon eine Weltschuldenkonfe- rcnz vorgeschlagen hat, die Europas schwind­süchtige Finanzen von Grund anS heilen und wieder auf feste Füße stellen follte. Es ist nicht zuletzt Maltzan'S Verdienst, der jede (£fcan?e für die Verflechtung deutsch-amerikanischer In­teressen und den Wiederaufbau unferer Welt­geltung, über den Ozeanflug Eckeners bis zu den Triumphen beutfeber Sportmatadore. ausnutzte, wenn heute die Dollarkrösusse mit unbedenkli­chem Vertrauen Millionen über Millionen in deutsche Wirtschastskanäle leiten, sodaß berufene Stellen wiederholt vor der drückenden Kredit- Ueberfchuldnng gewarnt haben.

So steht denn heute Tatsächlich nicht nur die Gattin und Helferin in dem großen Versöh- nungswerk, nicht nur das eigene Volk trauert an ber Bahre dieses vortrefflichen Menschenkenners und aufrechten Deutschen, vor dessen diplomati­schen Irrtümern im schwarzen TodeSflor schwei­gen soll. Auch die Seele der schmerzlich be­rührten Pankee-Massen neigt sich vor den Her­zens- und Berufsfähigkeiten dieses populä­ren Nachkriegsdiplomaten, ber unbe­irrt um Beifall oder Geschrei des Tages rang bas Bild des wiederaufstrebenden, unverwüstli­chen neuen Deutschland dorn raschlebigen Danke«

Blinder Zufall.

Botschafter von Maltzan als Opfer der Lüfte.

Nach den jetzt schon über dreißig Todeshusa­ren der Lüste, die geradeswegs dem Vampyr Ozean in den Rachen jagten, deren Leiber ver­schollen, versunken, verwest schon dem Raubzeug der Tiefe zum Fratz dienen, nach den säst täg­lichen Militärflieger-Abstürzen der wettrüstenden Siegerstaaten, nach den überhandnehmenden Verkehrsimsällen ber letzten Tage, allerdings überwiegend auf fremden Luftrvuten (in Ame­rika büßten von zehn Unglückspassagieren fünf sofort ihr Leben ein, fünf andere ringen mit dem Tode; vier vermißte Wettslieger sind noch verschollen); nach dieser Leicheiiparade der Lüste (wem quillt auch nicht das jähe Erinnern an die fünf Opfer der heimatlichen Katastrophe von Kirchhain, an der Amöneburg, blutheitz zum Herzen) jetzt das Doppeldrama über Thü­ringens berbftbraunen Fluren, wo die Schick-

Jn einem Interview zu dem Pariser Aussen. Poltker Sauerwein drückte Stresemann seine Verwunderung darüber auS, daß die Tannen. berg-Rede m Frankreich so große Sensation er- regt habe. Hindenburgs Standpunkt sei sowohl von ihm selber, als vom Relchskanzler Marx be­reits zu verschiedenen Malen in der Dessenllich. (eit vertreten worden und fei in allen deutschen Gemütern eigenes Gefühl. Der Hauptpunkt sei aber die Forderung nach einem Schiedsspruch über die Kriegsschuldfrage. Ma» fordere in Genf den Schiedsspruch über wirtschaftliche, ft- "anzielle und politische Fragen. Ein Schied«, spruch in einer so eminent wichtigen Frage wie der Kriegsschuldfrage erscheine ihm aber wett bedeutsamer. Vom Standpunkte des Völker, bundes aus könne niemand einen Schiedsspruch dieser Art mißbilligen. Lethen Endes werde d,e Geschichte das Urteil fällen und alle Völker mußten sich vor ihm wohl oder übel beugen Das deutsche Volk empfinde die Krieqsschuldphase als schwere Beleidigung, und eS ist sehr begreiflich dass es sich vor einem Urteil nicht beugen kann' bei dem Ankläger und Richter die gleichen toa- ren. Diese tiefe Empfindung steht nicht im Widerspruch zu der unerschütterlichen deutschen Friedenspolitik. Ein Blatt sagt hierzu, daß dieses Dokument auf die französische öffentliche Meinung einen peinlichen Eindruck ausüben müsse.

SochftaVler Rofefcu.

Ein modernes Abenteurerleben.

Kleiner Lent« Sind. Wir konnte« ibn aut gebrauche«. Ein gnt berablteS Pöftche«. Ua- Üct und ilüchtia durch die Ham>tstäbtt/ Wie er Albe« beschwindelte. Im 3uchtba«S der Heimat.

Ansbrnch und neue Abenteuer.

Bizon Rosescu ist ber Sohn eines einfachen Schneidermeisters in Bukarest. Er hat die Schule besucht, ist dann In die Lehre gekommen, nach deren Beendigung er In demselben Geschäft als Kommis tätig war. Das ist der Anfang des sonderbaren Lebens dieses Mannes, der sich zunächst weder durch außerordentliche Ga­ben oder besondere Neigungen auszeichnete, und dessen Haupteigenschaften Pflichterfüllung, Fleiß und ein gesunder Ehrgeiz waren. Ta aber kam der Krieg, und mit ihm wurde jedes geregelte Leben aus den hergebrachten Bahnen gerissen. Ms die deutschen Truppen ihren Einzug in Bukarest hielten, wurde Rosescu bei einet deutschen Spionage- Abteilung angestellt. Er erfüllte seine Pflicht und war den gestellten Anforderungen in jeder Beziehung gewachsen. Auch hier genoß «. die Achtung seiner Vorgesetzten, die seine Tätigkeit seht schätzten und diese Anerkennung in der Bezahlung ausdrückten. Der junge Spion begann nun schon etwas luxuriöser zu leben, und als die deutschen Truppen Bukarest verließen, war er bereits ein

bekannter Lebemann mit Automobil.

Aber er konnte in seiner Vaterstadt fernerhin keinen geeigneten Wirkungskreis finden, siedelte nach Wien über und versuchte nun, der dorti- gen S o w j e t g e s a n d t s ch a f t Dienste zu leisten. Doch das Glück schien ihn verlassen zu haben: er fand nicht die richtige Betätigung und begab sich daher nach Berlin, wo gerade di« Erregung infolge der kommunistischen Be- Wegungen sehr groß war. In der deutschen Reichshauptstadt wußte der junge Rumäne so­fort Beziehungen zu Regierungskreisen anzu- knüpfen und erklärte sich bereit, der Regierung Dokumente zur Verfügung zu stellen, die die Kommunisten in jeder Beziehung bloßstellen sollten. Aber die deutsche Regierung war zu vorsichtig, um ihm zu vertrauen, denn er stand \ bereits im Ruse eines Abenteurers. So wandte ) er sich nach Paris, wo er sofort großzügig aufzutrelen wußte und sich ein

elegantes Büro von sieben Zimmern

So sind die demokratischen Minister überstimmt worden und das Reichsschulgesetz wird den Rerchsrat ohne große Schwierigkeiten passieren. Aber auch für die Verhandlungen im Reichstag sind die Aussichten jetzt wesentlich besser. Der Ministerpräsident Brann kann schließlich nicht gut einem Gesetz zuftimmen, das er als Abge­ordneter für undiskutabel erklärt. Die Wider­stände in der Reichstagsfraltion müssen über­wunden werden. DaS Zentrum will das Gesetz in diesem Winter verabschieden. Geht es mit der Deutschen Volkspartei umso bester! Streikt die Bolksartei so wird man versuche«, ehe man zum letzten Mittel der Reichtsagsanflösung greift, mit der Sozialdemokratie zu einer Ver­ständigung zu kommen. Das ist schwierig, aber nicht ausgeschlossen. Entscheidend wird letzten Endes sein, ob das Zentrum der Sozial demokratie bestimmte Versprechungen für künftige Koalitionsbindungen macht, auf deutsch also: ob im neuen Reichstag die Weimarer Koa­lition wieder hergestellt werden wird. Es kommt jetzt darauf an, ob das Zentrum bereit ist, Kon­zessionen zu machen, die der Volkspartei die Zu­stimmung zu dem Gesetz ermöglichen. Ist dies nicht der Fall, so dürfte schon der November eine Regierungskrise bringen, die in einer ganz neuen, bisher noch nicht erlebten Ko­alition auslaufen dürfte um das Reichssstwlge- sctz gegen die beiden liberalen Parteien durch­zudrücken.

Der Winter wird interessant.

Regierungswechsel wegen Schulgesetz?

Berlin, 24. September.

Mit der grundsätzlichen Zustimmung Preu- ßens zum Schulgesetzentwurf und der Vernei­nung seines verfassungsmäßigen Charakters war zu rechnen, wenn das Zentrum nickst die Preußenkoalition kündigen sollte. Paris ist eine Messe wert. Für die Sozialdemokraten ist eS wesentlicher, «n Preußen an der Macht zu bleiben, als sich mit allen Kräften gegen ein Roichsschnlgesetz zu stemmen, das ihre eigent­lichen Interessen doch kaum mittelbar berührt.

Hehn Boxkampfopfer durch Radio

Tödliche Aufregung am Hörer / Ein elfter Enthusiast erstochen.

Ihre allzugrotze Teflnahme an dem Kampf mit dem Leben bezahlten.

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LoS Angeles, 24. September. (Durch Funk­spruch.) Hier starben gestern zwei Männer in­folge der Aufregung beim Anhören der Box Funkberichte. Ein dritter Mann wurde, alS er von einer AnfchlagStafel über den Ver­lauf deS Kampfes Hochrufe auf feinen Fa­voriten anSbracht«. durst, Stiche in den Rücken lebensgefährlich verletzt.