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Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 224. Amtliche«- Organ der Stadt «kaffes Sonnabend, 24. September 1927. Amtliche« Organ der Stadt Kaffel. 17. Jahrgang

Die zweite Lusttmgööie über Thüringen.

Dreimal so schnell über den Ozean? / Levine aufaestiegen / Die fliegende Miß.

Sind sie ehrlich?

Her mit der Untersuchung der Kriegsschuldlüge!

Von

Dr. Paul Rohrbach.

»Die große Gegenoffensive!* so hat man in England die Erklärung Hindenburgs gegen die Kriegsschuldlüge am Tannenbergdenkmal ge­nannt. Allerdings ist auch dort ein gewisser Unterton von Empfindlichkeit bemerkbar. In Frankreich ist es nicht Empfindlichkeit sondern Verlegenheit und heller Aerger. Ueber beides sollte man sich eigentlich wundern, wen» man von dem offiziell festgehaltenen französischen Standpunkt ausgeht. Frankreich hat die unbe­strittene Führung bei der Behauptung, Deutsch­land sei verantwortlich, und zwar allein ver­antwortlich, für den Ausbruch des Weltkrieges Bekanntlich ist die Schuldigsprechung nicht mal im Vertrag selbst, sondern in dem Ultima­tum (Maulelnote) enthalten, durch das die U n t er s ch ri f t unter das Diktat von Deutsch­land erzwungen wurde. Das Ultimatum trägt die Unterschrift Elemenceaus. Es spricht in kategorischer Form aus, daß Deutschland den Krieg gewollt, planmäßig vorbereitet und in dem geeignet erscheinenden Moment zum Ausbruch gebracht habe und zwar habe Deutschland aus Eroberungssucht und Herrschsucht gehan­delt. Daß es ko gewesen sei, wird nicht im Einzelnen begründet, sondern es wird im Ulti­matum als bekannte und unbestreitbare Tat­sache behandelt. Was ist daraus zu sagen? Offenbar doch nichts anderes, als daß, wenn die Dinge so klar liegen, die jetzt von Deutschland durch den Mund des Reichspräsidenten angebo­tene Gelegenheit einer u np a r te i i s ch en Un - tersuchung von der Gegenseite ohne viel Umstände ergriffen werden sollte. Wenn die Gegner Deutschlands den Vorwurf, den sie ge­gen uns erheben, wirklich für so sonnenklar er­wiesen halten, so sollten sie sich doch nicht scheuen, die Untersuchung geschehen zu lassen.

Die eigentliche Schlinge, in der sich die frü­heren Alliierten gefangen haben, als sie das Friedensdiktat erließen, war die, daß sie seine übermäßige Härte mit der angeblichen schweren Verschuldung Deutschlands begründen zu müssen glaubten. Ausdrücklich wird die Wendung gebracht, Deutschland habe mit der Entfesselung des Krieges das größte Ver­brechen der Weltgeschichte begangen Man weiß jetzt, daß der eigentliche Zwang zu dieser Heuchelpolitik durch die Rücksichtnahme auf den Präsidenten W i l so n gegeben war. Wilson war der Moralist, der nicht zufrieden war, bevor möglichst jeder einzelne Punkt in der Liquidation des Krieges sein ^moralisches Schubfach erhielt, in das seine Lösung gelegt wurde. Sobald Elemenceau diese Eigentüm­lichkeit Wilsons erkannte, hatte er gewonnenes Spiel. Wäre der Friede nach dem wirklichen Sinn der berühmte» vierzehn Punkte ge­schlossen worden, so hätte er sicher für Deutsch­land auch ein ungünstiges Gesicht gehabt, aber er wäre immerhin erträglich gewesen. Die vierzehn Punkte wurden in dem bekannten Vor- friedenÄzertrag vom 5. November 1918 bon den Alliierten ausdrücklich als die Grundlage des endgültigen Friedensbeschlusses garantiert. Nie­mand hat sich über diesen Vorvertrag schwerer geärgert, als der Marschall Foch. Auf der einen Seite nannte er ihn die größte Dumm­heit, die die Allierten gemacht hätten; aus der anderen Seite behauptete er, es habe sich gar nicht um ein gütiges Versprechen gehandelt. Die verschiedenen Memoirenbücher, na­mentlich die amerikanischen, in denen nach und nach die Decke von dem Geheimnis fortgezogen ist, das Anfangs über den Beratungen der »gro­ßen Vier" lag, lassen deutlich erkennen, wie Wilson eine Abweichung von den Vierzehn Punkten nach der anderen abgerungen wurde mit der Begründung, es handle sich um gerechte und notwendige Strafen für die uner­hörten Verbrechen Deutschlands.

Ein Schulbeispiel Dafür ist die Zusammen­setzung des berüchtigten Lügenblaubuchs über die Mißhandlungen, die angeblich die Ein­geborenen in den deutschen Kolonien erlitten hatten. Einer der Verfasser, dieses Blaubuchs, ein englischer Kolonialosfizier. hat nachher zynisch eingestanden, man habe bei ihm P r o- pagan da arbeit bestellt und er habe Pro­pagandaarbeit geliefert. Auf der vorletzten Tagung des Landesrats von Südwestafrika tu diese Schandschrift einmütig zur Einziehung und Vernichtung an allen amtlichen Stellen verurteilt worden. Das Blaubuch sollte Wil­son für den Raub der deutschen Kolonien ge­fügig machen. Haben die Alliierten jetzt nach Tannenberg wirklich noch das Gefühl, daß ihre Beschuldigungen gegen Deutschland, au.

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Absturz mit PUot und vier Paffagieren Schmerzlicher Diplomatenverlust

Berlin, 23. September. Aus bisher unbe­kannten Gründen verunglückte Flugzeug D. 585 auf der Strecke Berlin-München in der Nähe von Schleiz (Thür.) Der Flugzeugführer und vier Passagiere sind tot, darunter Botschaf­ter Freiherr von Malzahn. Der Bord Monteur Pfeiler ist schwer verletzt.

* * *

Bei dem verunglückten Botschafter von Mal­zahn kann es sich nur um den deutschen Reichs­vertreter in Washington handeln (eine Be­stätigung war in vorgerückter Mittagsstunde nicht mehr zu erreichen), den der Tod vermut­lich bei einem Besuch und Flug in der Heimat ereilt hat. Das tragische Ende dieses im Land der Dankees wie im eigenen Vaterland gleich hochgeschätzten Diplomaten wirkt um so erschütternder, als er mitten aus dem Ringen um Deutschlands Weltmachtgeltung herausge­rissen wird, dessen Früchte sich vor allem in der Aufrollung der Dawesfrage bis zur unatf- schiebbaren Revision des Dawespaktes zei­gen sollten.

(Ueber das gestrige Flugzeug-Drama in Thü­ringen siehe RuhikAus aller Welt".*)

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die sie den Charakter des Friedensdiktats als Strafurteil gegen Deutschland ausdrücklich auf­bauten, ehrlich und gewissenhaft waren, so kön­nen und müssen sie die geforderte und unpar­teiische Untersuchung annehmen. Tun sie es nicht, so geschieht es darum, weil sie voraus­sehen, daß ihre Vorwürfe, wenn sie geprüft werden, den Weg des südwestafrikanischen Blaubuchs gehen würden. So oder so die Wahrheit marschier t, und eine Feigheit, Die aus schlechtem Gewissen kommt, ist das am wenigsten geeignete Mittel, sie aufzuhalten.

Diktatur-Gespenster in Athen

Eine griechische Armee mobil.

Wien, 23. September.

Die Reichspost meldet aus Saloniki: Die er­ste griechische Armee ist seit gestern mobilisiert. In Der Türkei ist man beunruhigt. In politi­sche» Kreisen Athens will man bestimmt wissen, daß Diese Massnahme nur innerpolitiscken Grün­den zuzuschreiben ist. Die Anhängerschaft Pau- gnlos sei immer noch sehr start und wolle nicht Darauf verzichten, einen neuen Staatsstreich zur Aufrichtung Der Militär-Diktaktnr z» unierneh- mcit. Das Kabinett dürfte deshalb wahrschein­lich die Teilmobiliflerung fortsetzen.

Vreuhen zahlt das gleiche.

Nur kleine Abweichungen. Aber Reichshilfe.

Berlin, 23. September Bezüglich Der Be­soldungsreform äußerte sich der preussische Fi- nanzminifter Dr. Höpker-Aschoff dahin, dass Die Geschäftsleute Die Kaufkraft der Beamten nicht durch Erhöhung der Preise vermindern und da­durch auf die Dauer sich selbst schädigen Dürften. Die Zusammenarbeit zwischen Reich und Preu­ssen hätte nicht vertrauensvoller fein können. In allen vergleichbaren Gruppen müssten Die beiden Befoldungsordnunge» gleich fein. Abweichun gen der preussischen Besoldungsordnung werden nur Dort eintreten, wo Die Vergleichbarkeit fehlt An Diesem Fahre werde man einen Teil Der Mehrausgabe» aus laufenden Mitteln decken können. Biel ernster würde Die Lage im Jahre 1928, weil dann Preussen mit dem vollen Jah- reSbetraae Der Mehrausgaben belastet sein werde Eine Reichshilfe müsse für alle Länder gleichmässig fein.

setzung des 18. Januar zum Nationalfeiertag. Für diese Forderungen treten die Deutschnatio- nalcn wie auch die Deutsche Bolkspartei ein, so­daß der Stahlhelm also auch dieses Mal keine bestimmte Partciparole ausgeben wird, wenn er sich auch Der parlamentarischen Machtmittel zur Erreichung seiner Ziele Härter bedienen will. Der Jungdeutsche Orden lehnt dies nach wie vor ab, zumal es denMeistern" nicht gestattet ist, die Wahl in irgend ein Parlament anzunehmen. AufBrüder" bezieht sich dieses Verbot allerdings nicht. Vom Jungdeutschen Orden abgesehen ,Der durch seine außenpolitische Einstellung auf absehbare Zeit immer eine Sonderstellung einnehmen wird, ist es unver­kennbar, dass derStahlhelm" immer mehr kleinere Bünde an sich zieht, um vielleicht zu gegebener Zeit feine parlamentari­schen Bestrebungen wieder aufzunehmen.

Schneller durch die Lütte?

Er will die Fluggeschwindigkeit verdreifachen.

London, 23. September. Aus Rio de Sanei ro wird gemeldet, dass ein brasilianischer Ersin der Namens R i b i e r o in Lima (Peru) behaup tet, er habe eine Erfindung gemacht, die es er mögliche, die Geschwindigkeit der Flug zeugezuverdrcifachen. Es wäre danach möglich, den Ozean in neun bis zehn Stunde» zu überfliegen. Die Erfindung bestehe darin daß vor dem Flugzeug ein künstlicher Wir belwind erzeugt wird, der im Sinne de Ansaugung wirken werde.

Levine nun doch noch Indien umetto g,«.

Eranwell, 23. September. (Eigene Draht- melbung.) Levine und Hinchcliffe sind heute morgen 8,07 Uhr zu ihrem angekündigten Ost- slng nach Indien gestartet, nachdem sich zwischen Levine und seinem Begleiter zuvor noch sehr er­regte Auseinandersetzungen abgespielt hatten.

«

Wir vlauven nicht mehr recht daran.

Rewyvrk, 23. September (Durch Funkspruch.) Die amerikanische Fliegerin Ruth Elders hat bekannt gegeben, dass sie heute zum Ozeanflug zu starten gedenkt.

Parteien und Bünde.

Der Einfluß auf die Politik im Wachsen.

Berlin, 23. September.

Im Wahlkamps werden diesmal namentlich Die rechtsorientierten BerbänDe eine wesentlich aktivere Rolle spiele», da sich Der Rol- Front-BunD ohne weiteres mit Der Kommuni­stischen Partei identifiziert und auch das Reichsbanner nicht mit eigenen Listen vorzu­gehen gedenkt. Immerhin beabsichtigt man hier aber auf die Kandidatennominiernna der dem Reichsbanner nahestehenden Parteien Ein­fluß auszuüben, wobei man an einen Druck durch die Windhorst-Biinde auf das Zentrum denken könnte. Im Programm des Stahl­helms siebt die Forderung auf Wiedereinfüh­rung der schwarz-weiss-roten Fahne und Fest-

Dirr Drrbyfiieaer vermftzk

Roosevcltfield, 23. September. (Funktele- gramm.) Vier Flugzeuge, die zu dem ameri­kanischen Luftderby gestartet waren, wer­den vermißt.

Billings (Montana) 23. September. Die Flieger Schiller und Ttinson mußten beim Flugderby eine Notlandung vornehmen.

Gefährdete Kinder.

Die Kinderlähmung zieht weiter.

Saunen, 23. September

Die spinale Kinderlährnung ist nun auch im Bautzener Bezirk aufgetreten. Im Bautze­ner Landkreis ist ein dreizehnjähri­ges Kind erkrankt In der Stadt selbst ist die Krankheit nicht aufgetreten. (Siehe auch den Artikel 1. Seite 4. Spalte.)

Sin WM (Saft.

Spinale Kinderlähmung als Schreckgespenst.

Wesen der r. Si. namentlich in Lachsen bedroh­lich aaaewschienen Erkrankuugs- und Todes­fälle an ioinaler Sinderläbmnna werde« die folgenien Aufklärungen, die »ach KilHlnngnad- me mit dem ReichSseiundbeitSa mi entstanden sind, von unteren Leiern mit besonderer Spannung ausgenommen werden.

Weil die Elternschaft gerade wegen dieser Krankheit sich außerordentlich beunruhigt zeigt und in vielen Fällen bei kleineren Mißbesinden- zuständen der Kinder gleich die allerschlimmsten Gefahren wittert, muß man vorausschicken, daß Gesundheitsämter und Aerzteschaft dem Krankheitsverlauf die schärfste Sorgfalt zuwen- den. Vorsicht ist allerdings immer besser als Nachsicht und man muß die Eltern unbedingt darin bestärke», daß sie auch kleine Anzeichen für eine bedenkliche Erkrankung ihrer Knaben und Mädchen zum Anlaß einer ärztlichen Un­tersuchung nehmen, um so mehr als die spinale Kinderlähmung zu de» Krankheiten ge­hört, die durch die wissenschaftliche Untersuchung nur erst wenig aufgeklärt sind. Man weiß von ihr im großen und ganzen nur, daß sie eine an- steckende Krankheit ist. die vom Rückenmark aus- gehl und in erster Linie Kinder befällt. Man weiß ferner, daß der Ansteckungsstoff von an­deren Menschen mitgeschleppt und übertragen wird, nab daß die erste» Anzeichen auf die Erkrankung der Kinder durch Grippe schließen lassen könnten Sie leiden dann an

Magenverstimmungen, die mit Fieber verbunden sind und sehr häufig auch an Hals­entzündungen. Diese Vorgänge müssen beson­ders in den Sommermonaten von Mai ab bis September in steigendem Grunde als mögliche Warnungszeichen für eine spinale Kinderläh­mung angesehen werden. In diesem Zustande müssen die Kinder unbedingt Bettruhe erfahren, sehr warm gehalten und unter Mitwirkung des Arztes durch heiße Getränke zum Schwitzen ge­bracht werden Lähmungserscheinungen treten im Zusammenhang mit der Halsentzündung und dem Durchfall sehr rasch aus. Zumeist be­klagen sich die Kinder über

Steifheit in den Seinen.

Oft gelingt es alle diese Krankheitserfcheinun« gen durch sorgfältige Pflege zu beseitigen. Sehr oft bleiben die Lähmungserscheinungen aber noch lange lästig und werden Dann durch Elek­trobehandlung und Leibesübungen befeuigt. In sehr schweren Fällen kann es auch zu Opera­tionen kommen; in den aller schwersten, ver­hältnismäßig doch noch recht häufigen Fällen führt die Krankheit aber zum Tode. Man hat aber die Krankheit jetzt gewissermaßen gefan­gen genommen, wenn ihre Untersuchung auch noch nicht zu Der Aufdeckung ihrer Verbrechens­methoden und zur Verurteilung durch sichere medizinische Gegenwirkung geführt hat. Das gilt ganz besonders von der Zahl Der Todes­fälle. Die Erkrankungsziffer war in Den letzten Jahren starken Schwankungen unterworfen, dte Ziffer Der Todesfälle dagegen ausfallend be­ständig geblieben, was zu der Hoffnung berech­tigt, daß der Mensch Gewalt über die spinale Kinderlähmung bekommt. In Berlin ist die Krankheitsziffer wie fast im ganzen übrigen Reich in diesem Jahre nicht besonders hoch. In Br-'lin gab es im August dieses Jahres 13 Er« krc nkungsfälle gegen 25 im August *es Vorjah- r?S Diese Zisern auS einer Viermtllionenstadt lösten erkennen, daß die Seuche doch keine Wahrscheinlichkeit fcr Entwicklung zu einer Volksgeißel in sich -rügt wie Scharlach, Masern, Diphterie, Keuchhusten, bei Denen die Todes­fälle alljährlich noch »ach Tausenden zählen und hefonders viele Kinder zugrunde gehen. Dte spinale Kinderlähmuni aebörf in den Infek­tionskrankheiten, bei denen die Ziffer der Todes- 'ülle in den letzten Jahren

nur einmal über 100

hinausging; das war im Jahre 1924, in dem tie Höchstziffer von 103 Todesfällen zu verzeich­nen war. Sonst zählt man jährlich über 80 Todesfälle. Selbst an den so unendlich viel stärker verbreiteten Windpocken sterben ktdeu- tend weniger Kinder, auch an echten Pocken. Fleckfieber, Mumps und anderen sehr gefürchte­ten Krankheiten kommen in Deutschland erheb­lich weniger Todesfälle vor Im übrigen i rgibt sich aus der Statistik der auffallende Zustmtz, daß bedeutend mehr Knaben als Mädchen an der spinalen Kinderlähmung Serben. Die An­teilsziffern für Knaben und Mädchen waren in den letzten Jahren 55 32, 42 44, 56 32. Todesfälle an spinaler Kinderlähmung ha­ben sich btsher ereignet in Preußen, Bayern.