Kasseler Neueste Nachrichten
Kasseler Abendzeitung
lä ».»"ÄTWtt trseiBaa in» Oau6. in der Geschäftsstelle abqedott 1.30 Jt Durch die Poft monatlich 2.— Jt auSIchliebltch Zullellungseebadr Verlag und Redaktton Stladtrbofftrafce 28/80 Aernlvrechei 961 und 962 ftth aovettangt tongeianöi« Bet trägt kann tot Re. dakttoo ehtt Btrontroorfuno »btt GewSbr m keinem Salle übern« tonen Rück- wtontifl der 8em»8ae!be8 ober Anlorü-b« wegen etwaiger nicht orbnnnaSmähiger S/ekernita Ift anSaetchloNen Voftlcheckkonw 'wnffnrt am Main Nummer 8880
Hessische Abendzeitung
Rümmer 221. Amtliche«. Organ der Stabt Staffel. Mittwoch, 21. September 1927. Amtliche« Organ bet Stabt staffel. 17. Jahrgang
Geheimduelt zmscheu Chamberlain-Mussolini.
Reichskanzlers Trost und Aufruf in Ostpreußen.
ten unseres Vol-
zn der gleichen
Zweierlei Welten.
ie Geisteshaltung der Weltkriegsführer.
uns nichts so sehr Überzei aen, die Marschall Fo ..... — Stunde über den nächsten Krieg der Weltpresse übergab. Hören wir den Marschall von Frank, reich: .Abrüstung oder auch nur eine ernstliche Erwägung dieser Frage kann eS nicht geben, ehe nicht Deutschland den Willen zur Abrüstung hat/ Man mag seinen Augen nicht trauen, muß wiederholt Hinsehen, alber dies« Erklärung, die sich heute in zahlreichen Zeitungen de- AuSlan. des findet, stammt in der Tat von Marschall Fach. Ein neuer großer Krieg kann wach seiner Ueberzeugung von überall her ganz unerwartet kommen. Er wird fürchterlicher sein alS der Weltkrieg. Wenn auch heut« niemand weit vorausblicken kann, so ist doch ein- gewiß: die mechanischen Behelfe für den Krieg werden den beherrschenden Faktor bilden. Und der Marschall zählt dann all die grauenhaften Jnstru- mente der ZukunftSkrtsge» aus. Dar Bild einer GroßMacht der Zukunft I Zehntausend« von mächtigen Geschützen überschütten den Gegner mit Millionen Bomben. Hochexplosive Schrapp- nells entwickeln eine unerhört« Zerstörungskraft. Giftgasbomben verbreiten tödliche Dämpfe, die jede SchutzmaKe durchdringen und in wenigen Minuten den Tod herbeifichren. Unverlöschbare Phosphorbomben verbrennen in einer halben Minute das Fleisch bis auf die Knochen. Hun- derte von Tanks, von denen jeder taufend tod» bringende Schüsse in der Minute ausspeien kann, Maschinengewehre, leichte auwmatische Gewehre, die in der Hand einer Million Männer Hundette Millionen Kugeln in der Minute ausstreuen, toben mit. Und über all diesem Entsetzlichen steht der Himmel, verdunkelt von tausenden Aeroplanen, von denen Schauer des Grauens zur Erde strömen. Hinter den Linien stürzen Städte und Dörfer unter dem Vernich- tenden Feuer der Artillerie und der Fliegerbomben in Flammen jählings zusammen.
So Marschall Foch. Nehmen wir di« Lufttorpedos, die drahtlos gelenkten Aeroklan« und Tanks und andere Zerstörungsmaschinen hinzu, die von Händen geleitet werden, die meilenweit hinter der Front sind, dann ist daz Bild vollständig. Es genügt indessen auch so, um einen Einblick in die Ideen deS Marschalls oon Frankreich zu erhalten. Er und seine Gene-al« leben in den Weltkriegsideen weiter, rüsten weiter und politisieren im gleichen Sinne Eine unüberbrückbare Kluft trennt seine Anschauungen von denen seines ehemaligen Kriegsgegners des Gcneralseldmarschalls von Hindenburg, unseres heutigen Reichspräsidenten. Dort
tionalistische Presse ist wieder einmal in hellem Aufruhr. Im englischen Blätterwald steht es nicht anders aus- Poincars selbst ist wiederum auf dem Plane erschienen, um das deutsche Reich der Verletzung des Völkerrechtes im Weltkriege zu beschuldigen. Der Nationalismus des Westens feiert wieder einmal wahre Orgien. Reichspräsident von Hindenburg hat am Tannenbergdenkmal die Anklage der Siegermächte, daß Deutschland an dem letzten Weltkriege schuld ist, im Nahmen des deutschen Volkes zu- rückgewiesen. Er konnte sich mit Recht daraus berufen, daß alle Schichten unseres Volkes einmütig seine Auffassung teilen. Reinen Herzens zog das deutsche Heer zur Verteidigung des Vaterlandes in den Krieg und mit reinen Händen führte es das Schwert. Deutschland ist jederzeit bereit, dies vor unparteiischen Richtern nachzuweisen. Diese seierlichen Erklärungen, die vorher dem Reichskanzler wie dem Außenminister im Wortlaut Vorlagen, sind fraglos eine hochpolitische Kundgebung von größter außenpolitischer Bedeutung. Diese wird dadurch nicht verkleinert, daß die Nationalisten und Chauvinisten des Weltkrieges gegen sie Sturm laufen. Di« Frage ist aufgerollt und ein unparteiischer Richterstuhl bleibt angr« rufen. Wenn die Reichsregierung selbst auch den Zeitpunkt für die Eröffnung der Kriegs- schuld offensive noch nicht für gekommen hält, so ist doch nicht daran zu zweifeln, daß das Tannenbergfanal einen hochpolitischen Vorstoß gegen di« internationale Kriegsschuldlüge dar
stellt.
Die Kriegsschuldlüge, auf der der ganze Versailler Vertrag ausgebaut ist, kann nicht, wie die Franzosen wünschen, ein« entschiedene Sache sein und bleiben. Das deutsche Volk hat schon wiederholt die Entscheidimg einer unparteiischen Instanz angeregt und steht heute geschlossener als je ohne Unterschied der Partei hinter seinen Führern, so daß die Stunde vielleicht doch nicht mehr allzu fern ist, in der die große Lüge von Versailles innerlich zusammenLricht. Davon hat uns nicht« so sehr überzeugt, als di« Erklärun-
der Krieg, hi«r der Friede. Bei Hindenburg keine Anklage, kein Vorwurf, feine Beleidigung der Ehre irgendeiner Nation, in keinem Satz irgendein Wort, das das Ehrgefühl oder das Nationalbewußtsein eines der Völker verletzen könnte, die gegen uns einst im Felde standen. Der Reichspräsident sprach nicht von den Verwüstungen und Brandschatzungen des ostpreußischen Landes durch die russische Dampfwalze Rennenkampf, er sprach nicht von den Fliegerübersällen auf wehrlose, unbrtchützte deutsche Städte, von den durch Fliegerbomben zerrissenen deutschen Frauen und Kindern, nicht von der eisernen Hungerblockade, der Tausende und Abertausende von Wehrlosen zum Opfer fielen. Mit demselben Recht, das die Franzosen und Belgier für sich in Anspruch zu nehmen glaubten, hätte auch Hindenburg von allerlei Unmenfchlichkeiten unserer Gegner sprechen können. Er tat es nicht. Ihm lag es nicht am Herzen, die alte, blusige Zeit wieder heraufzn- beschwören. Ihm lag nur eines am Herzen: denen ein Verteidiger zu sein, die unter Gräbern ruhen und sich nicht mehr vetteidigen können. Zeugnis abzulegen für die Millionen deutscher "Gefallenen, deren Geist nun die Offensive gegen die Kriegsschuldlüge geht.
Gin MMelmeer-Rendezvous
Was haben Chamberlain-Mussolini vor?
Rom, 20. September. (Eigen« Drahttnel- düng.) Neber die angekündigte gelegentliche Zusammenkunft Mussolinis mit Chamberlain wird in der Umgebung des italienischen Regierungschefs strengste Zurückhaltung bewahrt und nur bemerkt, daß diese Meldung wohl verfrüht sei, da weder Ort noch Datum noch Verhandlungsgegenstand bis jetzt festgesetzt sei.
Rom, 20. September. Der Korrespondent eines Londoner Blattes bestätigt das Zusammentreffen gelegentlich einer Nachtfahrt im Mittelmeer und glaubt, daß die Tangerfrage ein Gegenstand der Besprechungen sein werde, da man eS in britischen Regierungskreisen für nötig erachte, angesichts der Unmöglichkeit einer franzüfisch-spani scheu Einigung über diese« Problem eine Regelung durch die vier Mittelmeermächte anzustreben. Die englische Zurückhaltung gegenüber Südsla- wien sei voll gerechtfertigt worden, da in Genf direkte italienisch • südslawisch« Verhandlungen stattgesunden hätten.
Wer ift ohne Schuld?
Wie England über die Kriegsschuldfrage denkt.
(Eigene Drahtmeldung.)
London, 20. September.
Zur Kriegsschuldfrage äußert sich ein Blatt, daß heut« niemand mehr auf die Teilnahme am Weltkrieg stolz sei und daß dieses vielleicht eines der besten Zeichen unserer Zeit sei. Wenn man die Anteilnahme Deutschlands am Kriegsausbruch kritisch betrachte, so dürfe man nicht vergessen, welche Rolle auch die au- deren Länder dabei gespielt hätte«.
Ostpreußen ift nicht verloren. Eine deutsche Lebensfrage. Marx sagt Hilfe zu (Privat-Telegrarm»)
Königsberg. 20. September.
Bei einem Essen in der Stadthall« gab gestern abend nach mehreren Ansprache« Reichskanzler Dr. Marx seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß es Dank der ArbeitSsteudigkett und dem Pftichtbewußtfeiu auch i« Ostpreußeu wieder vorwärts gehe. Aber die Grenzen dessen, daS Ostpreußen auS eigener Kraft leisten konnte, find erreicht.' Hier müsse das Reich helfe«. Ostpreußen müsse zu einer nationalen Frage deS Reiches werden. (Lebhafter Beifall.) Ter Kanzler schloß mit einem Hoch aus Königsberg und die Provinz Ostpreußen.
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Zuerst an den (Staat denken!
Marx stellt Hindenburg als Vorbild hin.
Königsberg, 20. September.
Reichskanzler Dr. Marx führte in seiner Rede in der Stadthalle weiter auS: Politik heißt, nicht nur das Mögliche zu erreichen, sondern in unserer jetzigen Zeit Gegensätze auszugleichen, sowohl gegenüber unseren Gegnern als auch im inneren Lager. ES läßt sich nicht leugnen, daß wir innerpolitisch vorangekommen find. Ter Gegensatz der Parteien ist gemildett. Ich wage es zu sägen, daß nicht nur bei benjenigen
Parteien, die sich verantwortlich fühle«, «eil sie an der Regierung teilnehmen, die Ueber^ugung immer lebendiger wird: Auch die Oppost- tion muß staatserhaltend wirken. Sie darf nicht nur Opposition sein, sie muß mittvir- fen, vielleicht auf anderen Bahnen, vielleicht mit anderen Zielen, aber der Gedanke des Staates mutz im Vordergrund stehen. Wenn ich die über alles Maß ehrwürdige Gestalt unseres Herrn Reichspräsidenten sehe, so habe ich die Ueberzeugung: DaS ist der Mann, der uns von der Vorsehung in unserer schwere« Zeil gegeben ist, ein Mann von so edler Gesinnung, von einem Ansehen in der Welt, wie es nicht höher geschätzt werden kann, von einer Opferfreudigkeit, einer Selbstlosigkeit, wie es von uns allen als leuchtendes Vorbild geschätzt werden muß. Wenn wir der ehrwürdi gen Gestalt unseres Reichspräsidenten folgen dann wird es gilt um unser Vaterland bestellt sein, das ist meine feste Ueberzeugung.
UmftursW in Athen.
Die Armee gegen Pangalos auf der Hut. (Eigener Drahtbericht.)
Paris, 20. September.
Wie ein Blatt auS Athen berichtet, hat de Ministerrat gestern unerwarteterweise der Armee den Befehl erteilt, sich bereitzuhalten, um jede Meuterei, die eventuell auSbrechen könnte, zu unterdrücken. Diese Maßnahme sei auf Grund von Gerüchten von der Entdeckung einer neuen Pangalos - Bewegung getroffen wr ' PangaloS Anhänger werden ausgewiesen.
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Sn Portugal n chi viel besser
London, 20. September. (Eigene Drahtmeldung.) Aus Lissabon wird gemeldet, daß die portugiesische Regierung die Deportiee rung sämtlicher kürzlich verhafteten Personen angeordnet habe, die einen Staatsstreich vorbereitet haben sollen.
Stebenentnea rn Silanen.
Riga, 20. September. Laut Pressenotiz find die vom Militär vertriebenen Aufständischen von Tauroggen in die Wälder geflohen und organisieren sich dort militärisch. Ihre Abteilungen werden von den Bauer« unterstützt und veranstalten Neberfälle auf staatliche Gebäude. IN Jurburg drangen die Aufständi- scheu in das Städtchen ein und verhafteten die Polizeimannschaft, bi« sie später wieder sreilie- ßen. Nur den Polizeikommandanten nahmen sie in den Wald mit, verprügelten ihn und schickten ihn dann nach Hause. In Kiejdani wurden die Unteroffiziere alS putschverdächtig in Hast genommen.
Gekündigte Löhne.
Texttl und Konfektion an der Spitze.
München-Gladbach, 20. September. (Pi telegramm.) Die Gewerkschaften aller Richtun- gen habe« gemeinsam da» Textil-Lohnabkommen sowie daS in der Bekleidun-Siad«- st r i e zum 15. Oktober gekündigt. Hierbei wird eine Lohnerhöhung um fünfundzwanzig Pro- zent gefordert, «ährend i« der Textilindustrie noch keine Forderungen eingereicht wurde«.
Da« Weiße Haus tointt ab.
Sein Handelsvertrag mit Frankreich? Funkdienst.
Washington, 20. September.
Paris ift leer.
Der Zeitvertreib der „Oberen Zehntausend".
So leben wir alle Tage". — Die «rohe Tanz«! (Von unserem Pariser Berichterstatter.)
Paris, im September.
Erst jetzt beginnen sich die Seebäder der Normandie und der Bretagne zu leeren. Es wird öd« ans den Sttandpromenaden von Dean- oille und Trauville, Dinard und Saint-Mo- Jn den Kasinos, in denen im Monat August Engländer, Südamerikaner und indische Nabobs riesige Summen gewonnen und verloren haben, givt die Partie einen ruhigen, fast schläfriger;
die Hotels verkleinern ihren Betrieb, und die Pariser Geschäftsleute schließen die Filialen, die sie im Sommer in den Seebädern errichtet haben. «Ganz Paris" packt seine Koffer. Aber e8 kehrt noch nicht an die Ufer der Seine zurück. Paris verbringt den Herbst auf dem Lande. Was soll man auch jetzt daheim! Paris ist bis Neujahr gesellschastlich eine stille, fast eine tote StadtI Noch halten die Theater ihre Pforten geschlossen und spielen die abgeleierten Stücke des Frühjahrs vor spärlich besetzten Par- kcttreihen; man braucht nicht Abendtoilette anzulegen, um in den Restaurants der Boulevards, der Champs^LltsLes und des Bois-de- Boulogne zu dinieren, und di« führenden Damen der Diplomatie, der Hochfinanz, der Aristokratie haben noch nicht durch die Zeitung — in der Rubrik der »Nachrichten aus der Gesellschaft" — angekündigt, „ an welchem Nachmittag der Woche sie zu Hause sein werden, um ihren Freunden und Bekannten eine Tasse Tee mit kleinen Kuchen anzubieten. Die vornehme Pa- riser Gesellschaft ist augenblicklich auf dem Lau- de, und daher nimmt gegenwärtig in dem Inseratenteil der Zeitungen die Abteilung »Schlösser" einen breiten Raum ein. SiMgt man irgend eine beliebige Seite der beiden Adreßbücher der Pariser Gesellschaft auf, so findet man auf jeder Seite, in jeder Spalt« rund ein halbes Dutzend Leute aufgeführt, hinter deren Namen ein kleine» Schlößchen mit Türmchen abgebildet und ein .CHLteau" als ibr sommerlicher und herbstlicher Sitz angegeben ist. Diese Bücher zählen alles auf, wa» zur Erhöhung deS Glanzes und Ansehens derer, die sich selbst zum vornehmen Pari» TCdyeer, dienen könnte:
ihre Titel Orden, KlubS, deren Mitglieder sie find, ihr Auto ,ihre Segel- Yacht, ihr« Villen in Paris und an der Riviera, ihre Schlösser auf dem Lande. UebrigenS: Schlösser? Papier ist geduldig, und wenn Frankreich reich ist an prächtigen, feudalen Schlössern mit Zinnen und Türmen, dicken Mauern und Wällen, darf man jedoch nicht bei jedem »Chateau" an historische Bauten denken. Auch In gewissen Gegenden Deutschlands heißt ja daS Gutshaus stets »Schloß", mag eS auch ein reiz- und poesielose» Gebäude von nicht mehr al» ein oder zwei Stockwerken sein. In Frankreich nimmt man e» damit ebenfalls nicht genau. Ein Landhaus, von einem Park oder Garten umgeben, einem Dorfe vorgelagert — das ist und bleibt ein .CHLteau" und verleiht seinem Besitzer einen Anstrich von Distinktton. DaS Leben auf diesen »Schlössern" ist ein unerschöpfliches Thema, ein ewig verwendungsfähiger Hintergrund für Theaterstücke und Romane, in denen sich da» Wott »Flitt" unaufhörlich wiederholt. Man muß sich unter dem .Flirt", der in den Pariser Theaterstücken dargestellt wird,
Die amerikanifche Regierung wird wahrscheinlich heute oder morgen ihre antwort auf die französischen Vorschläge für den Abschluß eines Handelsvertrages absende«. Es verlautet, daß die französischen «orschläge abgelehnt werden.
Steigt Levin« heute auf?
Gestern war er noch in Part».
(Privat-Telegramm)
PartS, 20. September.
Levin« sah fich gestern i« Parts die Parade der amerikanischen Legion an. Er erklärte, daß er keineswegs beabsichtige, seinen Flug nach Indien auf unbestimmte Zeit zu vertagen. Le- vine wird heute vormittag nach London zurück- kehren und nach feiner Erklärung bereit» morgen, Mittwoch, vormittags vom Flugfelde Cran- well aus nach Indien starten.
sogar da» Frivolste vorstellen, wa» sich mit diesem Begriff verbinden läßt Aber geht e» wirklich so schlimm aus den »CHLteau" zu? Die Pariser leiden an der Schwäche, sich schlimmer darzustellen, al» sie in Wahrheit sind Als Schloßherr und Schloßhcr- rin üben sie, sofern fie wohlhabend sind, eine äußerst großzügige Gastfreiheit aus. Ihre Freunde find ein für allemal zum Herbst bei ihnen eingeladen. Ihr Zimmer ist bereit, und sie depeschieren nur, wann da» Auto sie an der Bahn abholen soll oder wann sie um Platz für ihr eigenes Auto in der Garage ersuchen. Bald ist das »CHLteau" voll bi» unter» Dach. Alter und Jugend, bunt miteinander vermischt, und an Jagdtagen verlängert sich die Tafelrunde noch durch Besuche au? der Nachbarschaft oder au» einer nahen Garnison. An den Sonntagen ist regelmäßig auch der Dorfpfarrer Tisch- gast. Ten Tag über kann jeder unternehmen^