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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Di« Sdflclei üieuefttn «uchrichlen erfdieinen wüchenUud letbSmol n<n6mittog8. Der AbonnemeniSvrets beträgt füt ben Monat 2. Jt btt freier Zustellung ins »au», in »et Äeichattsilelle abaeboll I 80 jf Dur» bie Poft monatlich 2. Jt auslchlieftlich .-iuftellungrgeblldr Verlag uni Vebaktlon Tchlachtbosftrafte 28180 (lern i ort (bei 951 und 952 Sßi unverlangt e!nae!anbte fleirräge kann »tt Re- bakrton ernt Verantwortung oder Gewähr tu keinem kballe übernehmen Rück, tahtung bei VeiugSaelbeS ober Anlorüche wegen etwatger ntrftt orbnungsmästiaer 8'e'eruna ist iitSeefifiTotTen Poftschetkkonwbrnnffart am Main Nummer 6880

Aesstsche Abendzeitung

Änzetgenvreile: Linheimtsche (SeschästSanxigen Set le 20 4 auswärtige Geschäfts, anzetgen Seile 20 4. Samtlienan». Seile 20 4. Kl Änz. aus Kassel ».Worts 4, ausw kl Snj. Seile 20 4 Reklamen Seile 75 4. Cftertgebübt 20 4 (bei Zus. bet Offerten 50 4 Rechnungsbeträge inner». 5 Tagen zahlbar, ftür bte Rtchttg- kett aller burdt kbernsvrecher aufgegebenen Anzeigen sowie füi Autnahmebaten unb Plätze kann nicht garantiert werben früt Sttjeigen mit besonders schwie­rigem Latz 100 Prozent Ausschlag. $ ruderet: Schlachtbofftrake 28(30. Geschäfts- ftelle: KSknische Strafte 5 aeoenöber bet Svobrftrafte Aernlorecher 951 und 952.

Mumme, 206Zimfhtbee- Organ bet Stadt ««fiel. Sonnabend, 3. September 1927. Amtliches Orqan der Stadt Kassel. 17. Jahrgang

Die Ameeikafliegee unauffindbar.

Gelandet oder verschollen? Fast wie im Märchen.

Gerüchte über Landunq am St. Lorenzstrom 4-11etl'11161 ü(!ric ^ohnung-nol.

»°« euftomt hat si- noch nicht gefundc». £&' »ÄMJ'Ä Ö.5»-

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ben Bürgerveigeu. auch besser?

britische FlugzeugSt. Raphael" am

Ufer

den Engländerstart in ihrer nüchternen Ent­schließung sich beeinflussen lasten.

Tas gesamte Militär wurde zu RcttungSottio- nen im Ueberschwemmnngsgebiet mobilisiert.

Paris, 2. September. (Eigene Drahtmel­dung.) DerBlaue Vogel" hat ein Gewicht mit Belastung von 11500 Kilo mit zwei Motoren von je fünfhundert PS. Der Apparat führt 9600 Liter Benzin und hat bei einer Durch­schnittsgeschwindigkeit von 140 Kilometer einen Aktionsradius von siebentausend Kilometern. Er kann sich sechzig S t u n d en in der Luft halten. Die Flieger haben Fallschirm und Ret­tungsringe mit. An letzteren sind zwei Blech­kisten von je zwei Liter Ausmaß mit Lebens­mitteln befestigt und an dem anderen Ring eine Leine, durch die ein Rettungsboot aus Gummi herangehplt werden kann, das mit Hilfe einer Flasche mit komprimierter Luft aufgeblasen wer­den kann. Man weiß nicht, ob das Flugzeug mit Funkentelegraphe ausgerüstet ist.

des St .Lorenzstromes, siebenhundert Meilen östlich von Queeber-City infolge Ben­zinmangels gelandet fein.

Ottawa, 2. September. (Ftmkspruch.) Das Luftamt teilte in vorgerückter Nachtstunde mit, daß über eine Landung des britischen Flugzeu­gesSt. Raphael" keine Bestätigung vorliegt.

lieber 200 Tote in der Wafferwüste

Hunderte von galizischen Dörfer» und Städten überschwemmt / Grauen­hafte Verwüstungen und Opfer / Polens gesamtes Heer mobilifiert

«Schon wieder einer verschonen

Berlin, 2. September. Die Meldung, wo­nach der auf dem Fluge Nordaenerika-Brasilien verschollene Flieger Redfern am Amazonen­strom in Brasilien notgelandet sei, bestätigt sich n«hL Di>e Suche wird fortgesetzt.

eingebaut (Platz sparen!). Die Balkons, die verschiedentlich durch das Wohnzimmer, sonst auch durch das Schlafzimmer zu erreichen sind, findet man in allen neuen Häusern mit lebhaf­ter, bunt gehaltener Holzverkleidung ausgestat­tet, sodaß auch die Rückseiten der Häuser kein graues, trostloses Bild, wie noch in manchen Berliner Neubauten aufweisen. Beim Kauf der Kücheneinrichtung erspart man sowohl die An- schaffung eines Geschirrsthrankes, wie der Ab­wasch- und Spülwannen. Beides ist bereits vor. Händen, halb in die Wände eingebaut! Dafür findet man aber keinen Herd vor. Es bleibt dem Mieter selbst überlasten, ob er einen eiser­nen oder einen Kachelherd vorzieht ... Um in den Neubauten noch weiterhin Platz zu erspa­ren, sieht man auch bei der neuen Bauweise nicht vavon ab, die alten traditionellen holländischen Schiebefenster durch die in Deutschland gebräuch­lichen Flügelfenster zu ersetzen, oder doch nur in einem Zimmer der Wohnung. Sonst macht

Paris, 2. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Um 6.32 Uhr ist der Farman-Doppeldek- kcrBlauer Vogel" mit Givon und Corbu an Bord zum Ozeanflug in Le Bourget gestartet. Die Flieger gedenken, von Brest aus den 48. Breitengrad zu erreichen, um dann Kurs auf Neufundland zu nehmen.

Paris, 2. September. (Eigene Drahtmel­dung.) DerBlaue Bogel" ist nach Le Bourget zurückgekehrt. Sofort nach dem Aufstieg hatte das Flugzeug nördlichen Kurs eingeschlagen, kehrte aber, offenbar wegen des Nebels, eine Viertelstunde später in südöstlicher Richtung zu­rück. Um 9 Uhr 22 tauchte derBlaue Vogel" neuerdings über dem Flugplatz auf. Gegen­wärtig kreist er über dem Flugplatz und sucht eine Landungsgelegenheit.

Minister genug!

Aber was werden die Genfer Freunde leisten?

Nun sitzen sie wieder in der vom letzten Stein­hagel reparierten Glasveranda am blauen Gen­fer See beisammen, die zweiundzwanzig Außen­minister aller Kulturstaaten, u. die sechshundert Journalisten und Schwärme von Zaungästen geben den prachwollen Rahmen für die karge Herbstlese des Völkerbundsrats. Die gegenseiti­gen Besuche der Minister haben begonnen. Selbstverständlich, daß- man sich nicht über das Wetter, die Farben des Genfer Sees und die Alpenausstchten unterhält. Die Außenminister haben andere Sorgen. Ihre Unterhaltungen sind durchgehend hochpolitischer Natur. Das ärgerte den französischen Senator de Jouvenel bekannt­lich so, daß er sich aus der französischen Delega­tion zurückzog. Mag sein, daß seine Kritik den französischen Außenminister Briand veran­laßte, nicht gleich am ersten Tage in der Rats­sitzung zu erscheinen. Wenn er am Sonn­abend in Genf eintrifft, findet er noch Zeit ge­nug, um sich mit seinen Kollegen eingehend zu besprechen. Wird doch diese Tagung wenigstens drei, möglicherweise auch vier Wochen bean­spruchen. Es herrscht nicht gerade Krisenstim- mimg in Genf, doch werden die Absagen de Jou- venels und des alten Völkerbundssreunds Lord Cecil lebhaft bedauert und viel glossiert. Man muß schon scharf Hinsehen, um die schlei­ch e n d e K r i si s, in der sich der Völkerbund be­findet. zu erkennen. Ueberraschungen sind nicht ausgeschlossen. Für die deutsche Delegation hat man neuerdings auch Männer des deut­schen Geisteslebens von internationalem Ruf odersogar auch einmal einen Repräsen-

Die Franzosen kamen nicht weit.

DerBlaue Vozel" steigt auf mit Lebensrnitteln, Fallschirm und Gummiboot. Nur ein Viertelstündchen in den Lüften / Sie lehren vor dem Nebel um und versuchen soeben zu landen.

70 Stunden in der Lust

Wenn wir erst nach Buenos-Aires fliegen.

Madrid, 2. September.

Laut Pressenotiz hat sich die argenliuische Regierung bereit erklärt, einen Flugplatz in Bu­enos-Aires zu errichten. Die Luftverkehrslinie nach Sevilla werde am 12. Oktober 1928 gleich­zeitig mit der Jbero-Amerikanischen Ausstel- ltmg und dem Entdeckungstag Amerikas einge- weiht werden. Wahrscheinlich werde eine Zwi fchenlandung in Rio de Janeiro vo-gesehen. Die Flugdouer zwischen den beiden Endstatio­nen werde 70 Stunden betragen. Der Preis für jedes Flugzeug werde sich auf 30 Millionen Francs stellen und der Preis der Ucberfahrt auf ungefähr 45000 Peseten. Der Apparat werde mit Besatzung 60 Personen befördern können. Ter Flug werde zunächst alle zwei Wochen er­folgen und später bei genügend Flugzeugen jede Woche.

liniere Flieger vorsichtiger.

Professor Junkers gibt aber den Abflug frei.

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Berlin, 2. September.

Professor Junkers hat aus Warnemünde der Besaitung derBremen" auf Anfrage ge­drahtet: Ich verhehle die Besorgnisse nicht, das Unternehmen zu so später Jahreszeit noch ein­mal in Angriff zu nehmen. Die langen Nächte und schnell wechselnde Witterung tm September

läuft sich auf mehrere Millionen Zloty. Die Ueberschwcmmungskatastrophe war an mehreren ein Tischgespräch zwischen Suppe und Käse sein. Orten von einem orkanartigen Sturm begleitet.

von Schiffen gesicht« AVer wo gelondett

London, 2. September. (Eigene Drahtmel­dung.) Verschiedene Schiffs-Radio-Meldungen erklären lediglich, das FlugzeugSt. Raphael" gesichtet zu haben. Man hält es für möglich, daß es seinen Kurs weiter nördlich ge­nommen hat. Biele Zeitungen rechnen bereits mit einem Unfall. Man weist aber darauf hin, daß die Flieger genügend Benzin hätten, um bis Mitternacht in der Luft bleiben zu kön­nen. Das über St. Marlo in der Provinz Que- bee gesichtete Flugzeug war nicht dieRaphael".

Prag, 2. September. (Eigene Drahtmeldung.) Halbamtlich wird mitgeteilt, daß in Ost­galizien und im Karpathengebiet in der Woiwodschaft Stanislau dreizehn Ge­meinden und mehrere Städte über­schwemmt wurden. Im Gebiete Kossow sind die größten Verwüstungen angerichtet. In dem Kurort Kuty wurden sechshundert Wohnhäuser unter Wasser gesetzt u. mehrere fortgeschwemmt, wobei zahlreiche Personen umS Leben ka­men. Im Bezirk Kossow zählt man allein etwa hundert Tote. Die Gesamtzahl der Todes­opfer in der Wojwodschaft Stanislaü wird bis jebt auf über zweihundert Personen geschätzt. Die Ernte ist vollständig vernichtet. Zahlreiche Naphthaschöchte stehen unter Wasser. In der Lemberger Wojwodschaft sind sieben Gemein­den überschwemmt. Der Materialschaden be-

Llnb die Müsse fieigen noch

Schon dreihundert Gemeinden unter Wasser.

Warschau, 2. September.

Weiter wird berichtet, daß in der Wojwod- schast Stanislau in zwölf Kreisen 186 Ge- meinden ganz und neunundvierzig Ge­meinden teilweise überschwemmt sind. Beson­ders groß ist der Schaden in den Kreisen To- lina, Stryj, Peczyn und Kossow; int letzteren sind zwölf Gemeinden mit zwölf Toten am schwersten betroffen. Das Wasser in den Flüssen Tnjester, Prut und Czeremosz steigt wei­ter. In der Wojwodschaft Lemberg sind hun- dertzweiuudreißig Gemeinden gänzlich oder teilweise überschwemmt, in der Wojwodschaft Krakau nur acht Gemeinden. Die Schäden kön­nen auch nicht annähernd geschätzt werden. Ein interministerielles Komitee leitet die Hilfsaktion.

Ottawa, 2. September. (Eigene Drahtmel-I erhöhen das Risiko, sodaß der Flug nicht mehr düng.) Nach einer bei dem Luftamt um 11.50 gerechtfertigt erscheint. Ich stelle aber Entschei- Uhr nachts eingegangenen Meldung soll das düng über den Start und dessen Zeit tn eigenes Ermessen. Ich bin fest überzeugt, daß Sie nicht durch öffentliche Diskussionen wie z. B. durch

Amsterdam; Ende August.

Böse Zungen in Amsterdam behaupten allerdings: .Es gibt hier keine Wohnungsnot mehr, weil wir kein Wohnungsamt mehr ha­ben!" . . . Seit etwa einem Jahre ist die mit einer Dreiviertelmillion Einwohner und als größte Stadt der Niederlande (wenn auch nicht ihre offizielle Hauptstadt) recht gut als Welt­stadt anznsprechende Amstelstadt in der glückli­chen Lage, als erste der europäischen Hauptstädte seinen Bewohnern, auch den immerfort neu hin- zuziehendcn, vollauf genügend neu erbau­te Wohnungen zur Verfügung stellen zu können. Und immer noch entstehen rings um Amsterdam ganze Stadtviertel neucrbauter, allen Anforde­rungen moderner Hygiene und Wohnlichkeit Rechnung tragender Wohnhäuser. Die Wohn­baugesellschaften haben die Entwürfe der Häu­ser Architekten anvertraut, die den neuen Stadt­vierteln ein ganz eigenartiges Gesicht gegeben haben. Ueberall findet man die für den mo­dernen Mietshausstrl typischen

Häuser ohne Dächer".

Die flachen, auch neuerdings be«. Berliner Neu­bauten zur Einführung gelangenen Dächer fallen nur um ganz wenige Grade nach der Rückfront zu ab und werden teilweise zu direk­ten Dachgärten ausgebaut! Was aber ohne Zweifel auch für Berlin empfehlenswert wäre, das sind die über den Bürgersteigen angebrach­ten Glasdächer! In den neuen Vierteln kann man kilometerweit

auch bei stärkstem Regen trockenen Fußes

vor den Häusern spazieren gehen und sich die Auslagen der Schaufenster besehen. ... Es ist selbstverständlich, daß Ladengeschäfte in den Straßen der neuen Viertel schon wegen dieser baulichen Neuerung, die auch architektonisch dem Straßenbilde eine ganz besondere Note verleiht, schon vor ihrer Fertigstellung schnell vermietet werden, obwohl auch in Amsterdam genau wie in Berlin kein Mangel an leeren Läden in gu­ter Geschäftsgegend herrscht! Um durch die Glasdächer den Läden nicht zuviel Licht weg­zunehmen, verfährt man in techtlischer Hinsicht so, daß über den Glasdächern noch halbmeter­hohe Oberlichtfenster angebracht sind. Man betritt eines der vielen von den Daugcsellschaf- ten kostenlos für das Publikum eingerichteten Wohnungsbüros und erkundigt sich nach den näheren Mietbedingungen und läßt sich die Wohnung zeigen. Entsprechend dem Bedürfnis des auch bier für den Bezug neuer Wohnungen hauptsächlich in Frage kommenden Mittelstan­des, der Angestellten und Arbeiter, baut man nur Zweieinhalb- bis Viereinhalbzimmerwoh- nungen. Die kleinste derartiger Wohnungen weist zunächst ein geräumiges, nach der Straße herausliegendes Zimmer aus, das als Wohn­zimmer dient und wenigstens zwei, oft sogar drei breite Fenster hat. Durch eine doppelflü­gelige Schiebetür (Parole: Platz sparen!") be­tritt man ein kleines Zimmer, das als Arbeits- oder Kinderzimmer vorgesehen ist und nur alS halbes Zimmer im Mtetspreis angerechnet wird. Es ist aber größer als die in den Berliner Zweieinhalbzimmerwohnungen entsprechend vorhandenenKammern"! Im zweiten großen, als Schlafzimmer gedachten Raum findet man einen großen Wandschrank von der Größe eines normalen Kleiderschrankes, gleich

fix und fertig in die Wand

ianten der jungen Dichtergeneration" vorgeschla­gen. Warum denn nicht? Wir nehmen gerne die Anregung des findigen Kollegen auf und schla­gen vor, einen Lyriker auszuwählen, damit er im Schatten der Genfer Akazien uns die Stim­mungen der Nobelpreisträger schwungvoll be­singt. Dem Volk der Dichter und Denker scheint uns das nicht unangemessen, wenn es auch in der sattsam bekannten Undankbarkeit derartige Geistesprodukte nicht zu kaufen Pflegt. Doch Scherz beiseite! Unsere Dichter wollen wir ruhig zu Hause behalten, aber eine Abwechselung in der Zusammensetzung der deutschen Delega­tion könnte nicht schaden.

Dr. S t r e s e m a n n, der als einer der ersten in Gens eintraf, kann sich nicht über mangelnden Stoff zu Unterhaltungen mit seinem Kollegen Briand und Vandervelde beklagen. Soll di« wieder angebahnte deutsch-französische An­näherung weitergehen, bann muß der französisch- belgischen Propaganda, wie sie die nationali­stische Presse dieser Länder beliebt, tunlichst umgehend ein Riegel vorgeschoben werden. Auch ist dringend zu wünschen, daß eine belgisch­deutsche Vereinbarung über einen neutralen Un- tersuchungsausschuß zur Klärung der Frankti­reuranklagen zustande kommt oder will sich etwa Briand auch hier als gefügiges Werkzeug Poin- carLs dazwischenstellen!

Gespannter noch als auf Stresemanns Welt- wirtschaftskonserenz-Bilanz sind wir auf sein Abrüstungsmanifest, zumal wir hoffen, daß sich der Staatsmann Dr. Stresemann in die­ser Rede mit dem Politiker de Jouvenel vor die- fem Weltforum auseinandersetzen wird. Es wäre zu bedauern, wenn er feine günstige Stel­lung, die et auf dieser Plattform besitzt, nicht auszunützen gedächte.

Von Interesse dürfte aus dem Wust der weltbewegenden" Ereignisse für uns auch noch das Schicksal Danzigs sein, das nicht zu­letzt von der polnischen Munitionsbasts auf Westerplatte abhängt, obwohl diese in den längst fertiggestellten Kriegshasen Gdingen ver­tragsgemäß überführt werden sollte. Selbstver­ständlich wird Polen alle Minen springen lassen, um die Angelegenheit zu sabotieren und die deutschen Juristen werden ihnen scharf auf die Finger sehen. Die Enttäuschungen von früher haben die Staatsmänner etwas vorsichtig ge­macht. Herr Streseman wird sich mehr Reserve auserlegen, nachdem man die Versprechungen, die man ihm gemacht hat. so schlecht gehalten hat, und Herr Briand wird Verheißungen nicht mehr gar so verschwenderisch austeilen, da er nun weiß, daß ihm Herr Poincare und sein militäri­scher Hintergrund allzu leicht einen Strich durch die Rechnung zu machen imstande sind. So wird Genf vermutlich diesmal keine Sensation brin­gen. Auch keine Idee von Bedeutung wird von Genf ihren Ausgang nehmen. Wenn auch die deutsche Delegation sich alle Mühe geben wird, die ftro«» v»r definitiven Rfteinlandräu- rnung zu klären und ehren offiziellen Schritt vorzubereiten, so wird doch alles nicht mehr als