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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

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Amtliches Organ der Stadt Kassel. 17. IahrqattA

«n^eigenvreile: «iude,mische »eschäiiSan^igen Serie 2U A auswürti« Geschäfts- anzergen Setle 3V A Kam-.lienan^ Seile 20 A Kl Äuz. aus Kassel S. Worts A. fl änt Seile 20 A Reklamen Seile 75 A. O'iertgebübr 20 A (bei Zul. der Cfferttn 50 A Rechnunasdeträae tnnerb. 5 Tagen rablbar früi die Richiig- *ett aller durch itzernsoretber auigegebenen Aureigen >owi« für Aufnabmedaien unb Pläve kann nicht garantier' werden fr in Anreisen mit besonders schwie- ngem Latz >00 Pro^nt Ausschlag. Druckerei: Lchlach'iwtstras>e 38'30. Geschäfts- stelle: Kölnische Lwaste 5 aeaenstber der Toodrstraste frernivrecher 951 und 952.

Nummer 199 Amtliche«' Organ der Stadt Kassel. Freitag, 26, August 1927.

Katastrophen auf See und Land.

Dorn Tumult ins Slfüngnts.

ihl der Opfer hundert Übersteigt, worunter sich chrere Offiziere befinden.

Der In kam

Za! mcl

(Funktelegrammt

Atlantic City. 25. August.

QImenf voykot n Auttr men.

London, 25. August. (Eigener Drahtbericht.) Nach einem Telegramm aus Melbourne hat der

Nie K'awolle gehen weiter.

Zürich, 25. August. (Privattelegramm.) Tagesanzeiger meldet aus Straßburg: Straßburg, Metz, Mühlhausen und Kolmar

usw liegen sehr erheblich über einer Verdoppe­lung ihre Ehescheidungsziffer, dennoch bleiben gerade diese Sta ten und Provinzen mit ihrer tatsächlichen Ehescheidungsziffer wesentlich gün­stiger als der Reichsdurchschnitt: die Eheschei­dungen haben in ihnen wohl stärker zugenom­men als im übrigen Reich, aber dennoch das

in die Methoden vcr übelsten Vorknegspoitirk zu verfallen. Ttrum muß mit allem Nachdruck gesagt werden: Genug der Hetze!

Paris, 25. August. Die Nacht ist in Paris mit Ausnahme einer Zusammenrottung ruhig verlaufen. Polizeiliche Verstärkungen drängten aber die Massen in die Nebenstraßen ab. Von dort aus fielen auch einige Revolver - s ch ü s s dl, die indessen keinen Schaden anrich­teten. In Lyon und Nancy kam es gesteM Abend bei Demonstrationen zu Un­ruhen.

London, 25. August.

Aus Tokio wird gemeldet, daß bei den Ma- rinemanövern auf der Höhe der Mottenbasis Maizuru zwei angreifende Zerstörer mit zwei Kreuzern zusammengestoßen sind, die hinter einer künstlichen Rauchwolke verborgen waren. 90 Mann seiner Besatzung werden vermißt, nur 22 konnten gerettet werden. Auf dem anderen Zerstörer, der sehr schwer beschädigt wurde, ehlen ebenfalls mehr als 10 Mann, sodaß die

australische Gewerkschaftsrat beschlossen, wegen der Hinrichtung Sacco-Vanzetti die amerikani­schen Waren zu boykottieren.

es gestern nachmittag zu kommunistischen Kra­wallen. Die Truppen standen alarmbereit. In Mühlhausen stürmte dir Menge ein Hotel, in dem Amerikaner abgestiegen waren. In Kolmar gab es elf, in Straßburg 22 Verletzte.

Skandal bezeichnet worden. Kürzliche Vor­kommnisse zeigten jedoch, daß es sich nicht nur um einen nationalen Skandal, sondern auch um eine nationale Gefahr handele, die im Inland das Bertrmicn und die Sicherheit zerstöre und im Ausland Kritik und Pa: o - test errege. Ein Wechsel des Systems sei nicht mehr eine reine Reformangelegenheit, sondern eine Sache der nationalen Sicherheit.

Dundesanwalt Tufttle-Newyvrk erklärte in tonet in, zehn andere Amerikaner find un- einer Ansprache, der amerikanische Strasprozetz versehrt. Der amerikanische Konsul wurde so- sei von einem der obersten Bundesrichter als fort bei den Staatsbehörden vorstellig.

Wildwest in der Hafenstadt.

Paris, 25. August. (Eigene Drahtmeldung.) An Marseille hielten gestern am hellen Mittag fünf junge Burschen mit vorgehaltenen Revol­vern einen Straßenbahnwagen an. Während drei von ihnen die Fahrgäste in Schach hielten, haben die beiden anderen sie ausge- plündert. Sie find in einem Auto entkommen.

auf bis er-

Durch den Stegen entgleist.

Fünfzehn Tote im Personenzug.

London, 25. August. (EigeneDrahtmeldung.) Bei Sevennaka (Kent) entgleiste ein vollbesetzter Personenzug, der von London nach Deal unter­wegs war. Mehrere Waggons schoben sich in­einander und Mrzten um. Elf Passagiere wurden getötet, zwanzig schwer und fünfzig leichter verletzt. Die Rettungsarbeiten wurden durch die Lage der zertrümmerten Waggons sehr erschwert. Man vermutet, daß die anhaltenden Gewitterregen eine Senkung des Bahn­körpers zur Folge gehabt haben.

London, 25. August. (Eigene Drahtmeldung.) Während der ganzen Nacht waren Bergungsko­lonnen damit beschäftigt, die Eisenbahnlinie freizumachen. Die Zahl der Toten bei der Katastrophe hat sich auf fünfzehn erhöht.

Paris, 25. August. (Eigener Drahtbericht.) Gegen fünf von den einunddreißig gestern Nacht verhafteten Manifestanten wurde Gefängnis st rasen von zwei Wochen zu sechs Monaten und kleinere Geldstrafen tonnt Nur einer erhielt Bewährungsfrist.

Gin Skandal und elneSefahr

Amerikas Strafrecht rückständig.

Soldaten zu verewigens!) Daß der Mann die eherne Stirn man könnte es auch etwas weniger parlamentarisch ausdrücken gehabt hat, in seiner Festrede die Behauptung aufzu­stellen,belgische Franktireurs haben überhaupt nicht existiert" ist wohl nur aus physischen Gründen zu erklären.

Könnte man aber über das, was ein Bür- Sermeister von Dinant bei derartigen Gelegrn- eiten erzählt, noch mit einem Achselzucken hin­weggehen, so muß doch festgenagelt werden, daß der Erbprinz Leopold von Belgien ausdrücklich erklärt hat, er identiMere sick mit den Ausführungen des Bürgermeisters vollständig und bewundere dieedle Sprache", in der dieser gesprochen hat. Bei derartigen Hetzereienberührt es fast persönlich, daß der französisch« Pensionsminister Marin, den man sich extra als Festredner verschrieben hatte, «s nicht ganz so schlinrm machte, wie seine Zuhörer auf Grund seiner sonstigen Leistungen auf diesem Gebiet es wohl erwartet hatten, sondern sich mit der väterlichen Mahnung be­gnügte, Deutschland tue doch am besten, endlich seine Verbrechen einzugestehen.

Es fällt wirklich schwer, angesichts derarti­ger Unglaublichkeiten den Ton ruhiger Sach­lichkeit beizubehalten. Wir sollen unsere Ver­brechen eingestehen? Wir sollen uns mit Leu­ten auseinandersetzen, die bestreiten, daß es überhaupt Franktireurs gegeben hat? Wir den­ken ja gar nicht daran. Dem unparteiischen Un­tersuchungausschuß aber, der sich jetzt mit die­sen Angelgenheiten beschäftigen wird, dem wer­den wir vortragen, was wir über dieAffäre Dinant" zu sagen haben. Wir werden den Be­weis erbringen, daß in diesem Ort, in dem je­der Haus mit Schießscharten versehen war, die deutschen Vortruppen feige und heimtückisch von der BevMeruna überfallen worden sind. Wir werden nachweisen daß von der Kirche * auf Abteilungen unserer 12. Korps ein ver­heerendes Feuer eerösnet wurde, daß unser Soldaten in erbittertem Kamvi Haus für Haus nehmen mußten, und untähliae dabei dem heimtückischen Blei zum Obrer fielen. Waren das etwa keine Franktireurs? Waren die Män­ner vielleicht reguläre Soldaten, gegen die un­ser« Truppen in Löwen im Slraßenkamvf ringen mußten? Di« belgische und französische Presse selbst hat diese Feiglinge als Helden ver­herrlicht, hat sie photogravhiert und einen wah­ren Kult mit ihnen getrieben, und würde man wohl setzt ein Denkmal der Franktireurs errich­ten, wenn es keine Franktireurs gegeben hätte ?

Volk her Mörder", so hat man in Dinant das deutsche Volk genannt. Verbrecher hat man . die deutschen Soldaten geschimvft, die genau wie die sranrösischen oder belgischen, oder eng­lischen nur ihre Heimat verteidigten und nur ihre Pflicht taten. Wahrlich solche Haßgesänge, solche demagogischen Entstellungen und Verdre­hungen dienen nicht dem Frieden, dienen nicht ' der Verständigung, die Europa heute nötiger ! denn je braucht Es ist natürlich billig, hinter ; wobl ausgerüsteten Festungen und im Schur eines waffenstarrenden Volkes ein wehrloses , Land zu beschimpfen und verächtlich zu macken : Deutschland des Mordes an Unschuldigen zu bezichtigen. Wir sind ja doch physisch wehrlos gegen solche Angriffe die jedes andere Volk, |

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Banditenschtesess m Mexiko.

Washington, 25. August. Mehrere hundert Bewaffnete überfielen den Personenzug bei Acaponeta in Mexiko. Fünfzehn Perso­nen wurden getötet oder verwundet. Unter den Verwundeten befindet sich eine Bmeri-

Demebelte kreuzet.

..überrennen zwei Zerftörrer.100 Vermißte. tEigener Trahtbericht.)

Kommunistenraserei in Hamburg.

Maffakre an einen Doltzeibeamten / Mit Steinen, Latten und Pistolen.

Der letzte Nachtspuk in Paris

Polizei drangt die Massen ab / Anruhen in der Provinz

Drum prüfe...

In der Hochflut der Ehesl^idungen.

1 überreizte Nerve«. Doppelt fe- »tcl Scheidungen als vor dem Krieg _ ««a

Ä®»«? - Nelvrdin Lern o°d Wemalen. Amerika ball de» SBcttreforb. 3" ^n Jahren nach dem Kriege sind die Eheschetdungszttsern für Deutschland spruna- weise hinaufgeschnellt. Wenn heute auch bei durchweg einer halben Million neuer Eheschlie- Ällncln-?,e JahreSziffer von 30000 bis 38000 Ehescheidungen nicht stark ins Gewicht zu fallen scheint, io kommt darin doch eine Ehekrise Gasdruck, da die Scheidungsziffer, die der Bevölkerung berechnet wird, das Jahr 1925 immer noch um das doppelte hoher ist wie die Reichsdurch- sckntttszifser von 27,9 für das letzte Friedens- iahr. Ueber diese Erscheinung kommt man durch die Tatsache nicht hinweg, daß in den Nachkriegsiahren ein

wahrer Eheschließungsrausch, über Deutschland dahingebraust ist, und wohl manche übereilte Ehe geschlossen wurde. In den beiden Jahren 1919 mit 844 000 Eheschließungen und 1920 mit der Rekordziffer von 894000 neuen Ehen wurden mehr Bündnisse fürs Le­ben geschlsossen als in den fünf Jahren von 1914 bis 1918 einschließlich zusammen. Aber diesem riesenhaften Anstieg aus tast stellt em he r A b stur z auf 440 000 EheMießun- ßflt im Jahre 1924 entgegen, von dem sich das nächste Jahr dann auf 484 000 erholt hat Die Ehcschließnngsziffer hat sich damit unwiderleg­lich wieder auf das Friedensmaß eingestellt. Die Scheidungshäufigkeit dagegen hat sich von ihrem Höchststand im Jahre 1921 mit einer Reichsditrchscknittsziffer von 62,9 auf 100 000 Einwohner aber nur auf 56,8 ermäßigt. In dieser Ziffer kommt vermutlich die leichte Er­regbarkeit, der

Krisenzustand der Nerven,

Hamburg, 25. August. (Privattelegramm.) Im Anschluß an die Sarco-Vanzetti-Demon- strationen setzten bei Einbruch der Dunkelheit bi« Angriffe auf Polizeipatrouillen ein. Die Beamten wurden mit Steinen und Latten bewarfest Auf dem Zeughausmarkt wurde ein Straßenbahnwagen angehalten. Der nicht im Dienst befindliche Unterwachtmeister Godbersen wurde aus dem Wagen geholt und in unmenschlicher Weise mißhandelt. Der Flüch- tende brach am Holstenwall zusammen. Auf den völlig erschöpften Beamten stürzte sich nun eine Rotte von fünfzig bis sechzig Mann mit den Rufen:Schlagt ihn tot!" Einer der An­greifer stieß Godbersen ein Messer in die Brust und verletzte ihn tödlich. Der Mör­der entkam. Die Polizeibeamten mutzten von ihren Pistolen Gebrauch machen, zumal auch aus einem Hause aus fie geschossen wurde. Verletzt wurde hei diesen Kämpfen ein Polizeibeamter durch Flaschenwürfe und ein Demonstrant. Völlig unbeteiligte Privatperso­nen wurden gleichfalls schwer mißhandelt.

* * *

zum Niederschlag, der als die Folge der Kriegs- sorgen durch Inflation, Deflation, erneuter In­flation und Stabilisierung, Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit, erschöpfend zu erklären ist. Ihr- Höhe ist aber zum Teil auch verständlich ans der rascheren Bereitschaft der Gerichte, unge­sunde Ehen zu lösen. Ueber die Eheschei- dungsgründe läßt sich nur soviel mit Si­cherheit erklären, daß nicht mehr der Para- graph 1565 (Ehebruch, Doppelehe, widernatürli­che Unzucht) die Hauptrolle spielt, sondern daß sie auf den Paragraphen 1568 (Verletzung der ehelichen Pflichten, ehrloses Ver­halten) übergegangeit ist, her sicher Rückschlüsse auf eine andere Einstellung der Richter zuläßt. Sehr stark zurückgegangen (von 10,3 Prozent auf 4,3 Prozent) ist im übrigen die Beteiligung des Paragraphen 1567 (böswilliges Ver- lI aff en). Auch auf Grund des Paragraphen 1569 (Geisteskrankheit) werden trotz Äusbrei- Itung von Psychoa^-lyse und Psychiatrie und der mit ihnen Hand in Hand gehenden Nei­gung zur leichteren Annahme von geistigen De­fekten bedeutend weniger Ehen geschieden als in der Friedenszeit. Völlig bedeutungslos sind die Scheidungen auf Grund von Paragraph 1566 (LebenSnackstellung) heute wie früher. Wenn die öffentliche Aufmerkfamkeit mit gro­ßer Breite immer wieder auf blutige Ehetragö­dien gelenkt werden kann, so ist das schließlich ein Beweis für ihre verhältnismäßige Selten­heit in Deutschland, die von der Statistik bestä­tigt wird; denn unter den 34 400 Ehescheidun­gen des Jahres 1924 waren nur neunundvier­zig wegen Lebensnachstellung. Die Lust an Gewalttätigkeiten, besonders der Ehegatten ge­geneinander, hat gegenüber der Vorkriegszeit sehr stark abgenommen In Oldenburg, Hessen, Anhalt, Lippe, Waldeck usw. ist überhaupt keine einzige Lebensnachstellung zu verzeichnen. In den Großstädten liegt die Scheidungsziffer beute wie früher sehr hock über dem Gesamt- dutchschnitt. Berlin und Hamburg haben mit 186.3 und 168,5 die höchsten Ziffern. Dennoch ist die Zunahme der Scheidungen bei ihnen nidrt annähernd auf den Reichsdurchschnitt, eine ungefähre Verdoppelung der FriedenSzif- fern, hinaufgegangen. Die weitaus stärkste Zu. nähme im Reich entfällt auf Westfalen und Bayern; auch

Hessen-Nassau, Rheinprovinz, Braunschweig

Xrautrtag am ig. ©etitmber.

Paris, 25. August. (Eigene Drahtmeldung.) Das französische Verteidigungskomitee für Saeco und Vanzetti will am 19. September in ganz Frankreich einen Trauertag als Zei­chen des Protestes veranstalten. Die Asche Vanzettis soll auf der Reiss nach Italien am 19. September in Paris eintreffen. In Paris hat ein fluchtartiger Abzug der ameri- konischen Vergnügungsreisenden eingesetzt. Die Schnellzüge sind für Tage hinaus von Ameri­kanern ausverkaust worden.

Stoöll VerwNkN unter dem Suat*.

Warschau, 25. August. (Eigener Drahtbericht) Auf der Warschau-Brester Strecke wartete ein Lastwagen, in dem zwölf Personen satzen, auf die Borüberfahrt eines Güterzuges. Als dieser vorübergesahren war, suchte der Lastwagen vas Bahngelais zu überqueren. Hierbei wurde er jedoch von dem au8 entgegengesetzter Richtung kommenden Warschau-Brester Personenzug cr> fatzt. Drei Personen wurden getötet, sechs schwer und die Übrigen leichter verletzt.

Der reine Waftnssnn.

Do verdreht man die Wahrheit. Und Locarno?

Es war ja Vorauszusehen, daß bei der Ent­hüllung des »Denkmals der Franktierars" in Dinant scharfe Reden gegen Deutschland gehal­ten werden würden, was aber bei dieser Feier produziert worden ist, das übertrifft doch selbst die kühnsten Erwartungen und könnte einen dazu bringen endgültig die Hoffnung auf Ver­ständigung zu begraben. Zehn Männer haben in Dinant gesprochen, zehn Männer haben eine Hetzphrase nach der anderen aneinandergereiht, um ihre Bewunderung für die glorreichen Her­en Farcktireurs und ihrem Haß für die deut- fchen Soldaten Ausdruck zu geben. Man weiß wirklich nicht, was man dazu sagen soll, wenn man liest, der Bischof von Namur habe, erklärt die Verbrechen Deutschlands sind durch Gott bestraft worden", und unmittelbar hinterher wünscht, daß dieVölker in Frieden zusammen leben möchten". Man darf dem Bischof wohl soviel Einsicht zutranen, daß er sick selber sagt, dast solche Reden wie seine, der Erfüllung die­ses frommen Wunsches nicht gerade sehr för­derlich sind. Ebenso wenig förderlich wie diese ganze Feier und dieses ganze Denkmal, das kein Denkmal der Erinnerung, sondern ein Denkmal des Hasses ist

Und das soll es auch fein! Der Bürger­meister von Dinant, dem offenbar die hohe Ehre, auf einmal Mittelpunkt der Welt­geschichte zu sein, etpms den Verstand verwirrt bat, hat flan* offenherzig erklärt, der Zweck des Denkmals seibte Grausamkeiten der deutschen

jeder andere Staat der noch etwas aus seine Ehre hält, auss schärfste zurückweisen würde. Trotzdem aber sollte man sich in Brussel und in Paris doch überlegen, ob es klug ist die alte Haßpolitik weiter sortzuführen und die Kluft Zwischen Deutschland und seinen westlichen ^ackbarn zu vertiefen und zu verbreitern, statt ie zu überbrücken. Deutschland ist daz Herz Europas, ohne ein gesundes Deutschland gibt es keine Gesundung Europas, auch nicht Frank­reichs. Es liegt daher nicht zuletzt im eigen- ten Interesse Frankreichs und Belgiens, den Weg von Locarno zu wählen und nicht wieder

die Methoden ver übelsten Vorkriegspolitik