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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Dienstag, 23. August 1927

Rollt die Kriegsschulöfmge auf!

Mess» aller Raffe«.

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Sacco-Banzetti in Todesqualen

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Amerika ist das Um und Auf der Sportler, si< weisen darauf hin, daß Sportausübung heut-

Don einem Tag zum an öern,

Könnecke wartet auf besseres Wetter.

Köln, 22. August.

Könnrcke studierte gestern mit dem Observa­toriums-Direktor die Wetterberichte. Danach find die Witterungsverhältnisse über Irland und dem Kontinent so schlecht, daß ein Start für heute noch nichtzu erwarten ist.

solcher Ruhm nicht lange, das Interesse flaut ab, zumal wenn ein sportlicher Erfolg den andern ablöst. Bei Borkämpfen berühmter Leute (z. B. Dempsev gegen Tunneyj werden für das einmalige Ereignis Tribünen gebaut, die drei- ßiptausend Menschen fassen, und trotzdem fin­det nur ein Bruchteil der Einlaßbegehrenden Matz, noch dazu zu Preisen, die wir sparsame­ren Europäer für phantastisch halten. Der amerikan. Svortgeist, den wir für fast patholo« oisch halten können, hat nicht allein die unteren oder oberen Schichten ergriffen, sondern alle Kreise, die aanze Oeffenfsichkeit In den Schu­fen wird Boren aelehrt, die Gymnasien, Hoch- '-bnfen Universitäten haben genau so wie die Arbeiter- und M-arntenrolonien. wie die Elubs ver S'enotvvfstinnen und weiblichen Haus- anaestellten ihre Turnsäle und Svielplätze, wo ne einen großen Teil ihrer Freizeit zubringen, die Männer meist Baseball spielend, die Frauen

* * *

Der Wahrheit die Ehre

Mit der Kriegsschuldlüge fällt BersaillcS.

Berlin, 22. August. Der belgische Vorschlag auf Einsetzung eines unparteiischen Schiedsge­richts über die Art der Kriegführung kann Deutschland nur willkommen sein. Die deutsche Reichsregierung hat es bisher nicht für ovportun gehalten, die KriegSschuldfraae mrzn- schnelden, obwohl ste für Deutschland von aus schlaggebender Bedeutung ist. Beruht doch auf der Lüge von der deutschen Alleinschuld am

Amtliches Organ der Stadt Kaffel. 17. Jahrgang

Nummer 196. Amtliches Organ ver Stadt Kaffel.

Sport und Geist.

Amerika darf nicht unser Ideal sein.

Von

Frank Smetana.

Z-erik-nifch« Rekordwcht. - Was eilt drüben ri« Dickter? — Tnuneu-Haudtasche« neb

Di« «affet« «euettea KaLnchkeo erftbetnen «Scheurt'ch «echsmat uochunnagr D« ftboiraementWrrie betTaai für ben Monat 2.- X bet tret« Zustellung tu« vauS iu d« »eflbättsftelle -bgedolt 1.80 X Durch die «oft monatlich 2— X austchlubli» SufteOungMebSto «erlag und Redaktion TLlachtbofstrafte 26/80. sternivrech« 851 ane 862 nur unverlangt etnaefanbte Beiträge kann die Re- daktio» eine Berannvmtuna od« Gewähr in keinem tzsalle übernehmen Rück- rablung deS BentgggeldeS »»er Ansvrllche wesen etwatger nicht ordnunaSmäftiger titefemno ist »o8oeWoflen Voftscheikkonto fftranksuri am Main Nummer R380

Kriege der ganze Schandfrieden von Versailles, und er wäre nichtig und auch von seinen wärm- sten Befürwortern moralisch nicht mehr zu rechtfertigen, wenn die Untersuchung eines un­parteiischen Gerichtes ergeben würde, daß nicht Deutschland und deutsche Staatsmänner es ge­wesen sind. die die Kriegsfurie entfesselt haben.

Zwei Ereignisse rechtfertigen die Ansicht, daß im Augenblick die Gelegenheit günstig für uns ist, auf Einsetzung eines unparteiischen Gerichts­hofes auch über diese Frage zu dringen. Nach­dem durch den belgischen Vorschlag die Institu­tion eines solchen Gerichtshofes von einem Staat der früheren Entente anerkannt worden

Sieben Lahre Tod.

Sareo-Vanzettis Leidensweg.

Heute Nacht schon müßten die durch eine unbegreiflgiche Justiz zu Märtyrern gestempelten italienischen Anarchisten Sacco-Vanzetti den grausamsten aller Henkertode sterben, wenn man nicht, wie das allerdings den Anschein hat,, den zwischen Tod und Leben Pendelnden eine neue Galgenfrist gewähren oder den Begnadigungs­schreien von Millionen Gehör geben will. Schon die Tatsache, daß der Oberste Gerichtshof von Massachusetts, der bereits einmal über die for­melle Korrektheit der Prozeßführung sich ausge­sprochen hatte, noch einmal angerufen wurde zwecks Umstoßung des Urteils unter der Be­gründung, daß Richter und Geschworene aus Voreingenommenheit heraus ihr Urteil gefällt hätten, ist ein außerordentlicher Schritt gewesen. Es war der vorletzte. Ob man in dem letzten den der Begnadigung wählen wird? Man steht aus dem Standpunkt, daß man sich „nicht einschüchtern* lassen dürfe — ein ver­hängnisvoller Standpunkt, gegen den sich der Protest der ganzen Welt und auch derjenigen Kreise richten wird, die sonst in Dingen der Gerechtigkeit und des Rechts kaum übertriebe-, ner Weichherzigkeit geziehen werden können.

Was sind die Tatsachen, die es vermochten, angelegentlich dieses Falles ganze Völker auf­zuregen und zu bewegen? Saeco und Vanzetti sind ihrer politischen Einstellung nach Anarchi­sten Wegen anarchistischer Umttiebe sind sie be­reits einmal bestraft worden und wurden seit­dem von den Behörden nicht mehr aus den Augen gelassen. Ms die Zeit reif war, verhaf­tete man sie unter der Anschuldigung, einen Raubmord an einem Kassierer begangen zu haben. Viele Indizien sind gegen sie gewesen im Verlaufe der Verhandlungen — aber eben , nur Indizien! Jedenfalls ist alle Welt der An­sicht, die Schuld der Angeklagten habe sich nicht derart bestimmt erweisen lassen, daß nicht auch heute noch begründete Zweifel an dieser Schuld zu Recht bestünden, zumal die Angeklagten sie­ben Jahre hindurch standhaft und trotz unsag­baren SeelenmartyriumS immer wieder ihre völlige Ueschauld behaupteten.

Rewyork, 22. August.

Die Flieger Berthaut und Hill mußten ihren Flug wegen schlechten Wetters heute aufgeben. Ein nach dem bereits misgelaufenen „Leviathan" ansgesandtes Flugzeug mußte umkehren, da es den Dampfer im Rebel nicht finden konnte.

Rom, 22. August. Auf dem Flugplatz bei Rom sind umfassende Vorbereitungen getroffen

worden, damit Berthaut und Hill den Flug­platz auch bei Nacht erkennen können. Weit sicht­bare Beleuchtungsanlagen und große Schein­werfer wurden auf dem Gelände errichtet.

ist, dürste es für England und Frankreich keinen Grund mehr geben, die Einsetzung eines Schiedsgerichts über die Kriegsschuldfrage zu verweigern, wenn nicht die ganze Welt glauben soll, daß sie zu dieser Ablehnung bestimmte Gründe haben. Außerdem bezeugen die Memo­iren des früheren russischen Außenministers, daß es russische Staat sm änner und russische hohe Offiziere waren, durch die die Zurück­nahme des Mobilmachungsbefehls, die der Zar bereits unterschrieben hatte, verhindert wurde. Europa wird erst zur Ruhe kommen, wenn die Kriegsschuldsrage geNärt ist und jetzt ist der Zeitpunkt da, diese Klärung herbeizuführen.

lOndon, 22. August. Ein diplomatischer Korrespondent will wissen, daß der englische Botschafter in Paris Lord Greve anfänglich der französischen Regierung eine Verminderung der Besatzungsstärke um vierzehntausend Mann vor- * chtagen habe. Frankreich wolle aber höch­stens einer Verminderung von fünf tau­fen» Mann zustimmen. Auch wolle es keine waffentragenden Mannschaften zurücknehmen, sondern die Verminderung auf Verwal- tungspersonal beschränken. Frank­reich hoffe immer noch, daß England dieser Auffassung zustimmen werde, was aber wenig wahrscheinlich fei.

Rewyork, 22. August. Tie Vertreter von dreißig Gewerkschaften, die etwa vierhundert- tausend Arbeiter umfassen, stimmten gegen

Der Sport als Leibesübung, als Kräftigung der durch Büroarbeiten erfchlafften Muskula- .tur, der Sport als Erholung Gegengewicht zur geistigen Arbeit, überhaupt zu jeder beruflichen Tätigkeit, die an Zimmer und Büro bindet, hat endlich nach jahrzchntelangen Kämpfen in Deutschland Eingang gesunden. Man mensen- dieckt, man hantelt, muttert, turnt, schwimmt, badet, treibt Leichtathletik, Fußball, Hockey und versucht sich in allen Sports. Der Sport ist ein wesentlicher Faktor geworden. Die ihn eingeführt haben, verstanden, den Deutschen immer Amerika als das Land des Müßten Sportenthusiasmus als Vorbild "

manches wird zu gut gemacht.

Aber der Umstand, daß wir den Sport populärer machen wollen, darf uns nicht verleiten, Ame­rika als Ideal in allen sportlichen Beziehungen hinzustellen. Im Gegenteil, Deutschland scheint in Wirklichkeit das idealere Land im Sport zu sein. In den Vereinigten Staaten ist Sport wichtiger geworden als alles andere, es hat das größte Uebergewicht gegenüber allen gei­stigen Tätigkeiten. Und nicht nur, daß die Amerikaner etwa gute Sportsleute sind, denn daran liegt ihnen gar nichts, und das ist es, was in Europa verkannt wird, der amerikani­sche Sportsmann liebt den Sport nicht um des Sportes willen, sondern wegen des Rekordes, wegen des Erfolges, wegen des Ruhms. Der Ruhm eines Philosophen, eines Dichters, eines Künstlers gilt nichts in Amerika, dort gilt der Ruhm der Kanalfchwimmerin Ederle, der Box- meister Dempsev und Tunney. Die Verehrung der Sporthelden geht so weit, daß es in Amerika Tunney-Damenhandtaschen,

Ederle-Kostüme und Dempsey-Krawatten gibt wie in Deutschland Bismarck-Heringe und Schiller-Locken. Diese Rekordsucht, der erste, der beste, der einzige oder der größte zu sein, das ist Amerikas sportliches Ideal. Ob sich die Leute dabei ruinieren, ob sie krank werden oder sich Hals und Beine brechen, das ist un­wesentlich, nur der sicht- und greifbare Erfolg entscheidet. Europäer können sich nicht vor­stellen, wie Miß Ederle, die erste Kanaldurch­schwimmerin, bei ihrem Eintreffen in Rewyork gefeiert wurde, wie alles geflaggt war, wie Millionen Papierblumen und -Schlangen, Ehrenpforten und Tannengrünguirlandcn den Wea kennzeichneten, den sie in ihrem Auto nahm. Die Straßen waren stundenlang für allen Verkehr gesperrt, an jeder Ecke spielten Kapellen den Miß Ederle-Marsch, Millionen Menschen schrieen und jubelten ihr zu. Kein Kaiser, kein Diktator, kein Präsident ist jemals so gefeiert worden wie ein amerikanischer Sportheld der Gegenwart. Freilich dauert

zutage eine Lebensnotwendigkeit ist, und sie sind stolz darauf, daß der Sport so viele Ge­biete erobert hat. So wissen, um ein Beispiel zu nennen, die Winterorte zu erzählen, wie sich die Begeisterung fürs Skifahren fett 1914 mindestens verzehnfacht hat. Und wir stimmen den Sportfreunde» bei: vernunftgemäßer Sport ist wichtig und gut. Freilich liegt noch manches im Argen, manches könnte besser gemacht wer­den und — es klingt seltsam —

Ozeanfltlge heute unmöglich.

Weder Könnecke noch die Italiener können bei dem schlechten Wetter starten

Sieben Jahre hindurch!

Das ist letzten Endes der Angelpunkt, um den sich seit langem alles dreht in dieser Tra­gödie. Vor sieben Jahren schon wurden die bei­den Männer zum Tode verurteilt und sitzen seitdem in der Mörderzelle, aus der heraus es nur einen Weg gibt—: den zum elektrischen Stuhl. Man vergegenwärtige sich, was das heißt! Sieben Jahre hindurch standen die bei­den Verurteilten in jeder Minute vor der Mög­lichkeit, zum Tode geführt zu werd.m. Sieben Jahre hindurch lauschten sie Tag und Nacht mit angespannten Sinnen hinaus auf die Korri­dore --regt sich da nicht ein Schritt?

Klirrten nicht Schlüssel? Stampft nicht eine Soldatengruppe daher? — Kommen sie, kommen sie. die Schergen, um das Leben zu enden, das man trotz allem und allem inbrünstig liebt, denn man ist doch auch ein Mensch — ? — Gottlob — die Schritte wandern vorüber — also noch einmal gerettet--auf wie lange

Zeit — auf wieviel Stunden, wieviel Minu­ten? — Da — wieder Rasseln der Schlüssel — das Schloß zur Zelle kreischt marternd aus — treten sie nun ein, uns zum letzten Gang zu holen, ist nun alles zuende? — Sie flüchten, die beiden Männer, in den hintersten Winkel der Zelle — Männer werden zusammenbrechende Kinder, die sich vor dem Dunkel, dem letzten Dunkel, dem unerbittlichen Tode fürchten. — — Ah. gottlob, noch einmal war die Furcht unnö­tig. nur der Wärter trat ein. das Essen zu brin­gen . .

Monate und Monate hindurch — sieben lan­ge. entsetzliche, zermürbende Jahre hindurch - — das heißt in Wahrheit tausendfachen Tod mit allen seinen Schrecknissen schon erlit­ten zu haben, ehe endlich wirklich der elektri­sche Draht die Sttöme entsendet, die man all­mählich als Erlösung von übermenschlichen Martern anzusehen sich aewöhnt hat

Das ist es: Der Wille der beiden ward in jeder der vielen Millionen Sekunden, die seit der Verurteilung vergangen sind, mehr und mehr zermürbt, so furchtbar, daß letzthin einer von ihnen znsammenbrechend erklärte: Man möge ihn doch nur töten — er ertrage dieses Hangen und'Bangen, diesen schauerlichen Zu­stand steter Erwartung und ZermSrbung ni*’ mehr!

Sieben Jahre! Sieben Jahre! Die taut-« die Formel — ? —: in dubio pro re — in Zweifelsfällen für den Angeklagten! Und auf diese Beiden wendet man die Formel nicht an? Das ist es, waS das Gewissen der ganzen Welt1

Läßt England das zu?

So will Frankreich „räumen" / Fünftausend statt vierzehntausend Keine Flinte weniger, sondern nur Verwaltungsbeamte.

London, 22. August.

Nach einer Meldung aus Rewyork hält man es dort für wahrscheinlich, daß Gouverneur Fuller Saeco und Vanzetti eine neue Frist gewährt Sogar Präsident Coolidge werde vielleicht diese Forderung stellen.

London, 22. August. Im Hydepark fand ge­stern eine Kundgebung von zwölftausend Perso­nen zugunsten von Saeco und Vanzetti statt. Hervorragende Sozialisten und Kommunisten hielten Ansprachen. Unruhen ereigneten sich weder vor noch nach der Kundgebung.

Boston, 22. August.

Mehrere tausend Personen veranstalteten gestern in Boston eine Kundgebung für Saeco wachgerütetelt hat und zur Empörung aufrief. Volkes Stimme — Gottes Stimme--viel

mißbrauchtes Zitat, aber wenn je, dann bestand es in diesem Falle zu Recht. Das Volk, unbe­irrt von juristischen Finessen und Raffinessen und Formalitäten, die Völker der ganzen Erde

Boston, 22. August. (Funktelegramm.) Es besteht wenig Aussicht, daß der Strafaufschub durch Gouverneur Fuller bewilligt wird. ES werden Versuche unternommen, um ein Eingrei­fen deS Senators Bor ah herbeizuführen.

lebt in der entsetzenfiebernden Brust Sieben Jahre lang warten müssen in dem Grauen, jeden Moment diesen letzten Schritt tun zu müs­sen --es gibt kein Verbrechen auf der Well,

das durch diese unsagbare Qual, durch dieses Furchtbarste an Entsetzen nicht gesühnt wäre.

Den Völkern der Welt, selbst den konserva­tivsten und gerechtigkeitsgläubigsten, ist ange­sichts dieser Problemstellung die Frage nach Recht oder Unrecht nichts mehr: über alle Ge- fetze hinaus fühlen sie eine höhere, mensch licke Gerechtigkeit-Möglichkeit, die mit dem Buchstaben pgpi-rner Gesetze und Paragraphen nichts mehr zu tun hat Der Schrei der Welt gellt: Gnade! Und, noch einmal, in diesem Falle ist Volkes Stimme — Gottes Stimm«!

anedflen’seile' 20^^SaMtze?an^Se?l?S0*H Kl Ang. aus Kaffel? Won 4 A. ausw kl. Anz. Sette 20 A. Reklamen Seile 75 A. Offertgebübi 2ti A (bei Zuf. der Offerten 50 A RechuunaSbe träge tnnerb. 5 Tagen wblbar. stüi die Richtig- kett aller dnnb sternfvrecher aufee«ebenen Anzeigen sowie für Aufnakmtebaten und Platze kann nicht garantiert werden Für Anzeigen mit besonders schwie- rtaem Satz 100 Prnent Aufschlag. Druckerei: Schlachtvofftrafte 28130. Geschäfts, stelle: Kölnische Strafte 5 aeaenüber der Svobrstrafte Fernfvretber 051 und 952.

den für den heutigen Montag angesetzten Pro­teststreik. Auch eine Wiederholung der letzten Demonstration halten sie nicht für ratsam Eine Abordnung soll Gouverneur Fuller um Be­gnadigung Saccos und Banzettis ersuchen.

Hamburg, 22. August. Die Wetterlage auf dem Nordatlantik ist der Scewarte zufolge für Ozeanflüge zurzeit die denkbar ungünstigste. Auf größeren Strecken des OzeanS herrscht stür­mischer Gegenwind.

* * *

Derskühte DMlamt.

Ein Rat aus Doorn für die Ozeanflieger.

Berlin, 22. August.

Der frühere Kaiser gab auf ein Telegramm dem Teilnehmer an dem Ozeanslug der Jun­kersflugzeuge, Freiherr von Hüneseld, den Rat, den Start abhängig zu machen von zusammen­fassenden Wettermeldungen Über die Wetter- läge im Westen, im Ozcan und in Amerika. Nur bei positiven Meldungen empfehle sich der Start. Weiter heißt es: Ich halte die zu früh­zeitige Reklame mit dem Weltrekord für unangebracht und undeutfch. Rach dem Amerikaflug wird es immer noch Zeit genug' fein, sich der Leistung der Flieger zu rühmen.

Begnadigung oder Todcsstuhl? / Ein letzter Hoffnungsstrahl.

~ und Vanzetti. Die Polizei verhaftete rerc Männer und Frauen. l

f * t e t e n nach der Begnadigung jener beiden Männer aus der urmenschlichen Empfindung heraus, daß sie, und wenn sie tausendmal schul vig sind, diese Schuld gebüßt haben durch Mar­tern wie sie Dantes Hölle nicht schauerlicher ruSmalt - durch eine sieben Jahre lange stündliche, sekundliche Angst vor dem letzten Schritt in ein Reich, aus dem es keine Wieder­kehr gibt, und das zu betreten sich der Wille deS Menschen weigert, so lange noch Atem und Herz