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Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

Nummer 194 rlmtlikbe«' Orqan ver Stad, «affet. Sonnabend,. August 1927. Amtliches Orqan der Stadt Kaffel. 17. Jahrgang

Kommt Könnecke Lunkers zuvor?

6161

Das Schicksal der vermißten Honoiülu-F ieger

Nu Notenwechsel zur Rtembesatzung

careeS. Der französische Ministerpräsident hat es vermieden, sich durch Zusagen festzulegen.

unmöglich gewesen, die Verhältnisse an Bord des Flugzeuges festzustellen.

warten, da der Wetterdienst für eine Ucberflie- gung des Atlantik von Europa aus noch ganz- lich ungenügend sei.

tiM# stehl es um f»acto und Danzetti r

Newvork, IS. Augusi. fDrahtberick>t.> Rach einer Meldung aus Boston wird offiziell mit»

ge zunächst einzustellen sind. Auch für den Herbst sind vorläufig keine neuen Flugversuche zn er-

Kvnnkckes letzte Dorberettunam,

Köln, 19. August. (Drahtbericht.) Heute früh unternahm der Flieger Könnecke kur, nach sechs Uhr einen weiteren Probeflug. Außerdem stieg er später noch mit einem der beiden in Aussicht genommenen Funker zu einem Bersuchsslug auf.

Hohe -Belohnung f -t 61? Auffindung.

Honolulu, 19. August. (Drahtbericht.) Ein amerikanischer Millionär hat eine Belohnung von 10000 Dollar für die Auffindung der Be­satzung eines der beiden vermißten Flugzeuge oder 20 000 Dollar für die Auffindung der Vc- fatzung der beiden Flugzeuge ausgefetzt.

London, 19. August. (Drahtbericht.) Wäh­rend in den zuständigen britischen Kreisen über die französische Antwort aus die britischen Roten zur Rheinbesetzung äußerste Zurückhaltung be­obachtet wird, erfährt Reuter von zuverlässiger Seite, daß die französische Regierung vorgeschla­gen habe, ihre Truppen, die zur Zeit etwa 55 000 Mann stark sind, um 5000 Mann zu verringern. Die französische Regierung erwartet» daß die britische und die belgische Regierung ebenfalls Truppen in einer Gesamtstärke von 5000 Mann zurückziehen, sodaß also eine gesamte Herab- etzung der Besatzungstruppen um 10 000 Mann tattfinden würde. Die französischen Vorschläge werden gegenwärtig von der britischen Regie­rung geprüft.

Vermißte Ozecmflieger

DieMiß Daran" bereits gesichtet. (Durch Funkspruch.)

Noch keine Einigung zwischen Paris und London Poineare vermeidet jede bindende Zusage.

Was will die Hinbenburg-Spenbek

Eine Gabe für Kriegerwaisen und Veteranen.

Es bestehen, wie beobachtet wird, vielfach noch Zweifel über den Zweck der Hindenburg. Spende. Ihnen gegenüber wird festgestellt: Die

Ministerso> in Bari».

Paris, 19. August. (Drahtbericht.) Unter dem Vorsitz des Präsidenten Domergues wird heute ein Ministerrat stattfindcn. Aus der Tagesordnung steht die Bölkerbundstagung und die Frage der Besatzungsstärke im Rheinland. Eine Londoner Meldung von Havas sagt, daß die englische Regierung eine fühlbare Truppen­verminderung durchzuführen wünfcht, um der deutschen Regierung jeden Anlaß zur Klage zu nehmen.

ältesten Kronprinzensohnes

zum Thronprätendenten stehen aber auch auf Seiten der Monarchisten tarke Hindernisse entgegen. Einmal feine (lugend und die Tatsache, daß der zweite Sohn des Kronprinzen, Prinz Louis Ferdinand, einen älteren Bruder an Begabung und Ta­lenten weit überragt, dann aber auch Momente entimentaler Natur. Man will den »armen Kaiser" und den Kronprinzen, »der schon f» durch die Wieringer Jahre gelitten hat,, nicht kränken. Dazu kommt, daß die Deulschnationalen olang« sie in der Reichsregierung sitzen, schon mit Rücksicht auf das Zentrum, das ja teilte monarchistifch« Partei ist, jede öffentliche mo­narchistische Propaganda unterlassen müssen.

DeuMlanb in (Senf.

Dürfen wir zufrieden oder enttäuscht sein?

Professor Dr. W. G o e tz, M. d. R. gibt uns folgendes Bild über die Methode unserer Außen­politik, wie sie sich in den Kreisen Stresemanns darstellt: Als Deutschland in den Völkerbund eintrat, stand es vor zwei Möglichkeiten: ent­weder kam es dadurch zu einem Einfluß in allen Fragen der großen Politik und damit zu einer Ueberwindung des Versailler Vertrags, oder es wurde unter einem täuschenden Schein gezwun­gen, Geschehenes anzuerkennen und sich stets von der französisch-englischen Seite überstimmen zu lassen. Entscheidend für Deutschlands Eintritt war aber die Erkenntnis, daß es außerhalb des Völkerbundes keinerlei Einfluß auszuüben ver­möge, denn nur bas mit dem Völkerbund zu ge­winnende Vertrauensverhältnis zu anderen Mächten könnt: Deutschland die Möglichkeit zu neuem Einfluß geben. Bei dieser unabänder­lichen Sachlage gab es zuletzt keinen Zweifel: Deutschland mußte dem Völkerbund beitreten, gleichviel ob unsere Mitwirkung uns direkte Vorteile bringen würde oder nicht; selbst das Zusammengehen mit den einstmals neutralen Staaten setzte den Eintritt in den Völkerbund voraus, denn sie hatten ihr Schicksal nun ein­mal alle mit dem Völkerbund verknüpft.

Fragt man heute, ob wir durch den Völker­bund »um Schweigen und Dulden gezwungen

Rewyork, 19. August.

Während nach einer Zeitungsmeldung aus San Franzisko das FlugzeugMiß Daran", das sich an dem Wettfliegen über den stillen Ozean von Kalifornien nach Hawai beteiligt hatte, an­geblich bereits aufgefunden sein soll, ging eine Meldung aus Paia auf der zur Hawai-Gruppe

worden sind oder ob wir etwas für uns erreicht haben, so ist die Antwort kaum zweifelhaft; wir haben wohl direkt im Völkerbund noch nichts Wesentliches erreicht, aber über den Völkerbund ist der Weg zu allen jenen Verhandlungen ge- gangen, die der deutsche Außenminister mit den französischen und englischen Staatsmännern füh­ren konnte und die zu kleineren Zugeständnissen

geteilt, daß der Oberste Gerichtshof des Staates Massachusetts heute feine Entscheidung im Falle Saeco und Banzetti bekannt geben wird. Den Verurteilten wird voraussichtlich ein neuer Auf­schub gewährt, da die Verteidiger beabsichtigen, sich an das amerikanische Bundesgericht zu wenden. Die Vertreter von 45 Gewerkschaften hielten eine Versammlung ab. Sie beschlossen, 500 Einzelpetitionen auf Postkarten an Gou­verneur Fuller zu senden, in denen sie um Be­gnadigung Saccos und Banzettis oder um Ein­leitung eines neuen Verfahrens bitten.

(Sin russisches Komplott?

DerMalin" veröffentlicht Geheimdokumente.

(@tnener Trabtbertcbt)

Paris, 19. August.

DerMatin" behauptet, Dokumente zu be- sitzen, aus denen hervorgeht, daß die Moskauer Regierung und die dritte Internationale durch den rufsischen Militärattachee in Paris und den Botschafter in Berlin Krestinski in Marokko einen neuen Ausstand gegen Spanien und Frankreich zu organisieren versuche. Die Doku- mente, die das Blatt im Auszug wiedergibt, be­ziehen sich mif Lieferungen von Gewehren, Karabinern. Revolvern, Mafchinengewehren und Handgranaten durch auswärtige Firmen und deren Verfrachtung nach Marokko.

an Deutschland und zu einer vollen Wiederauf­nahme Deutschlands in den Kreis der Groß­mächte geführt haben. Aber das sind moralische Gewinne, die unsere größten Schmerzen nicht heilen. Wir wollen in erster Linie die Räu­mung des Rheinlandes, solange sie nicht erfolgt, kann unser Vertrauen zum Wert des Völkerbun­des nicht allzu hoch steigen. Oder liegen die Hindernisse nicht beim Völkerbund? Es ist in der Tat so: unsere Aufnahme in den Völker­bund hat zu Abmachungen geführt, die wir dankbar begrüßen müßten, wenn sie aus­geführt worden re n. Die Hindernisse liegen nicht beim Völkerbund, sondern aus­schließlich in Paris bei jenen Kreisen, deren Führer der Ministerpräsident Poincars ist. Es ist eine von Chamberlain erhärtete Tatsache, daß in Locarno die baldige Räumung des Rhein­landes zugesagt worden ist. Für die Verzöge­rung ist nicht der französische Außenminister Briand verantwortlich, sondern seine französi­schen Gegner, jene unversöhnlichen Feinde Deutschlands, die mit Gewaltmitteln die zu rasche Wiedererstarkung Deutschlands verhindern möchten. Der Ministerpräsident Poincars be­nutzt seinen Einfluß, um das Versprechen des französischen Außenministers zu durchkreuzen. Aber es bleibt trotzdem bestehen, daß Deutsch­land von den Außenministern Frankreichs und Englands in Locarno die feste Zusage auf die Räumung des Rheinlandes erhalten hat, damit ist aber doch eine Rechtslage geschaffen, an der selbst die französischen Nationalisten aus die Dauer nicht vorbeikommen werden. Wenn Chamberlain die Ehre Englands in dieser Sache engagiert steht, so wird sich auch in Frankeich der Standpunkt Briands schließlich durchsetzen müssen die Zett wird stärker sein als Poinear«.

Amerikanische <9etoaltm?tDo6en

London, 19. August. (Drahtbericht.) Aus Nicaragua wird gemeldet: 17 Führer des be­waffneten Aufstandes gegen die amerikanischen Truppen wurden standrechtlich erfchoffen. Der Präsident lehnte ab, zugunsten der Verurteilten beim amerikanischen Kommandanten zn inter­venieren.

Täglich Bombenanschläge.

Diesmal in der bulgarischen Hauptstadt.

Eigener Drahtbericht.»

Sosia, 19. August

Gestern abend um 10 Uhr wurde ein Bom­benattentat gegen die amerikanische Gesandschaft in Sofia verübt. Die Bombe explodierte zwi­schen dem Hause der amerikanischen Gesanllschaft und dem des Justizministers Molow, Personen wurden nicht oerletrt und auch der Sachschaden ist gering. Die weithin hörbare Detonation versetzte die Bevölkerung der Stadt in Panik. Polizei und Militär sperrte sofort die angren­zenden Straßen ab und verhaftete einige ver­dächtige Personen.

Die letzte Tagung des Völkerbundes war ohne Zweifel so gut wie ergebnislos. Ob aber die deutsche Politik bei stärkerer Initiative mehr erreichen könnte, bleibe dahingestellt. Wir müs­sen schon zufrieden sein, wenn Frankreich wie in den Tagen des Ruhrkampfes als der Stören­fried angesehen wird Frankreich kann erfah­rungsgemäß solches Verdikt der öffentlichen Meinung nicht lange vertragen. Ob in Gens privatim dennoch etwas erreicht worden ist, ob die Defprechungen bet drei Außenminister weiter geführt haben als die offiziellen Ver­handlungen, entzieht sich unserer Kenntnis; sicher ist wohl nur daß die abenteuerlichen Ge­rüchte über Zugeständnisse aus militärischem Ge­biet, die von kommunistischer Sette verbreitet werden, hinfällig sind, zur Zett hat der deutsche Außenminister bei seinen vertraulichen Be­sprechungen mit Briand und Chamberlain wohl noch wichtigere Aufgaben zu betreiben als die Steigerung der deutschen Rüstungen. Poincar- sieht eine große Gefahr in der Räumung des Rheinlandes, aber er kann es nicht verhindern, daß sich auch in Frankreich nach jeder ergebniS- lesen Tagung des Völkerbundes die uns entge- genimmnenbe Stimmung wieder verstärkt. Wir

Dessau, 19. August. (Drahtbericht.) Die' gehörenden Insel Maui ein, wonach das Flug- letzte Konferenz in den Junkerswelken hat sich zeug lediglich gesichtet worden ist, und zwar fünf der Auffassung angeschlossen, daß die Ozeanslü-, Meilen seewärts von Keanas aus Maui. Es sei

Seltsame Logik.

Mainz, 19. August. (Drahtbericht) General Guillemant ist nach Mainz zurückgekehrt. Er hat nach seiner Rückkehr seinen Offizieren er­klärt, daß dir Aufgaben Frankreichs am Rhein noch nicht gelöst feien. Deutschland bedrohe zur Zeit Frankeich nicht, ober die Bedrohung könn­te eines Tages durch Sowjetrußland kommen und Deutschland wie Frankreich vor vollzogene Tatsachen stellen.

XftronpiMndenten.

Wohin zielen die deutschen Monarchisten? 1 Die alte Kooservative badet besteht noch. Herrscher, bi« enf ibrea Thron verzichtet haben. Wen erkennen bie deutschen Monarchisten an? Hat ber Er-Kailer noch Hossnnnsen? Di« Stellung ber Deutschnationalen.

Schon seit Jahren übt die immer noch be« stehende konservative Partei, an deren Spitze seit dem Tode Heidebrands, des ehemalige« ungekrönten Königs von Preußen, ein schlesi- scher Magnat Gras Seidlitz-Sandreczki auf Langenbielau steht, scharfe Kritik an den Deutschnationalen. Ihnen wird vor allem zum Vorwurf gemacht, daß sie den Legitimitätsge- danken völlig außer Acht lassen. Die psycholo­gisch gewiß sehr interessante

Geschichte des Legitimismus, zu der fast alle europäischen Staaten Beiträge liefern könnten, ist noch nicht geschrieben. Allein das ungeschriebene Kapitel über Frankreich- Dynastien lehrt uns, daß Monarchen, die aus den Thron verzichtet haben, auch von den waschechtesten Legitimisten nicht mehr als Thronprätendenlen betrachtet werden. Karl X. verzichtete 1830 zugunsten seines Enkels des Herzogs von Bordeaux, späteren Grafen Cham« bord, Louis Philipp tat das gleiche 1848. Auch fein Sohn war vor ihm gestorben, so daß sein Enkel, der Gras von Paris nach dem 1883 er­folgtem kinderlosen Tode des Grafen Cham- bord, den seine Anhänger Heinrich V. nannten, als nächster borbonischer Thronerbe Prätendent wurde. Weder Karl X. noch Louis Philipp sind nach ihrem Thronverzicht von den fran­zösischen Legitimisten als Prätendenten ange­sehen worden. Wilhelm II. und sein Sohn der Kronprinz haben rechtsgültig auf ihr

Thronrecht in Preußen und dem Reiche ver- zichtet.

So wäre es für die deutschen Monarchisten das Gegebene, den ältesten Sohn des deutschen Kronprinzen als Friedrich IV. aus nahe­liegenden Gründen wird man die Bezeichnung Friedrich-Wilhelm V. oder Wilhelm III. ver­meiden zum deutschen Kaiser und König von Preußen zu proklamieren. Dies ist indessen nur möglich, wenn Wilhelm II. und sein Sohn ihre Zustimmung hierzu geben würden, oder aber die Rechtsparteien den Mut hätten, öffentlich zu erklären, daß beide in ihren Augen keine Thronprälendenten mehr sind. Diese Zustim­mung Wilhelm II. und seines SohneS zu er­halten, scheitert vorläufig an dem starken Wil­len sowohl der zweiten Gemahlin des letzten deutschen Kaisers wie der Kronprinzessin Ce» eilte. Wilhelm II. hatte sich, bevor er seine neue Heirat einging,

mit seinem Schicksal völlig abgefunden. Erst die Kaiserin Hermine, deren Ehrgeiz noch stärker ist als ihre nicht gewöhnliche Intelligenz, hat in ihm wieder die Hoffnung geweckt, ein­mal vom deutfchen Volke zurückgerufen zu wer­den. Auch die Kronprinzessin Cecilie, deren Selbständigkeit und Energie durch die lang« Trennung von ihrem Gatten stark gewachsen ift hat Monarchisten, die von der Hoffnung spra­chen, ihren ältesten Sohn einmal auf dem Kai­serthron zu sehen, unzweideutig erklärt, daß doch erst einmal die Eltern ein Anrecht auf diesen hätten. Aus dieser Einstellung heraus sind auch die Besuche zu beurteilen, die das kronprinzliche Paar vor zwei Jahren den füh­renden Magnaten Ostpreußens gemacht hat, eine Provinz, die man wohl mit Recht als weußische Vendie bezeichnen kann. Der Pro­klamierung des

Btr&tn&ertt* Attentat

Paris, 19. August. (Drahtbericht.) In Nancy entdeckte der italienische Generalkonsul in dem Vorzimmer seiner Wohnung in einem Koffer eine Bombe, deren Zündschnur in Brand gesteckt war. Er löschte die Zündschnur und be­nachrichtigte die Polizei.

Hvsch bei polntar6.

Berlin, 19. August. (Drahtbericht.) In Ber­lin find auch heute die Hoffnungen auf baldige BefatzungSverminderung am Rhein nur gering. Der gestrige Besuch des Botschafters Hoesch bei Poincarce, der fast 1% Stunde dauerte, brachte keinerlei Entgegenkommen von Seiten Poin-

wollen uns nicht über das bisher Erreichte täu­schen, es ist nur ein Anfang. Aber wir müssen >aran festhalten, daß der begonnene Weg ohne Schwanken weitergegangen werden muß, daß er der einzige ist, der überhaupt zu Erfolgen füh­ren kann, daß er nur langsam zu der Höhe füh­ren kann, auf der wir Deutschland wieder sehen wollen. Die Geduld ist in der Gegenwart die Voraussetzung jeder positiven deutschen Politik.