Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrichten

Kasseler Abendzeitung

Di« Raffele* Neuesten Nachrichten erscheine» wSchentlich icckSmal nachmittags. Der Abonuemenlevrei« beträgt für den Monat 2. Jt bei freier Anstellung ins Sau», in der Geschäftsstelle abgetzolt 1.80 Jt. Durch die Post monatlich 2. Jt ausfchlietzlich Aastellungsgebüh*. Verlag »»d Redaktion Lchlachibofstrah« 28/80. Sernivrecher 651 und 983. Kür unverlangt eingefanbte Beiträge kann die Re­daktion eine Verantwortung oder Gewahr tu keinem Kalle übernehmen Rück- M&tung des VezugSgeldeS oder Ansprüche wegen etwaiger nicht ordnungsmäßiger Lieferung ist auSgefchkvsten Postscheckkonto Kvankfurt a« Main Nummer 6380.

Nnzetgenpreiset Einheimische GeschäfiSaneigen {teile 20 4, auswärtige Geschäfts, anzeige» 8eile 20 4, Kamtltenan». Zeile 20 4. RL An». auS Kassel ».Worts 4, ausw kl. 8ns. Zeile 20 4. Reklamen Zeile 75 4. Offertgebühr 20 4 (bei Zus. der Offerten 50 4. Rechnungsbeträge innerb. 5 Tagen zahlbar. Kür die Richtig­keit aller durch Kernsvrecher aufgegebenen Anzeigen sowie für Alifnabmedaten und Plätze kann nicht garantiert werden Kür Anzeigen mit besonders schwie­rigem Satz 100 Prozent Aufschlag. Druckerei: Schlachthofstraste 28/80. Geschäfts­stelle: Kölnische Strafte 5. gegenüber der Svobrstrafte. Kernfvrecher 951 und 952.

Hesstsche Abendzeitung

Freitaq, 5. August 1927

Amtliches Organ der Stadt «affel. 17. Jahr 1 a«g

Rümmer 181. Amtliches Organ der Stad« Kassel.

Amerika gibt das deutsche Eigentum heraus.

Spiel mit dem Feuer.

Professor Försters gefährlicheEnthüllungen".

Ms to Mimt te MMtM?

In der vazififiischen Zeitschrist »Die Mensch­heit* veröffentlicht der früher als Pädagoge, jetzt als Preußenseind und Pazifist bekannte Professor F. W. Förster sehr ausführliche Ein­zelheiten über angebliche Rüstungspläne deut­scher militaristischer Kreise. Dieser recht be­fremdlichen Veröffentlichung schickt Förster die Bemerkung voraus, daß es sich hier um die Dokumente handle, die dem belgischen Kriegs­minister de Broqueville vorgelegen hätten, als er seinen unerwarteten Angriff gegen die Reichsregierung begann. Im einzelnen be­schäftigen sich diese »Enthüllungen* Försters mit dem angeblichen Plan deutscher Kreise, aus der Reichswehr als Grundstock ein Riesenheer zu formieren, das naturgemäß durch seine lange Ausbildungszeit den benachbarten Ar­meen überlegen sein würde, zumal da gerade die Nachbarstaaten Deutschlands in der letzten Zeit eine Verkürzung der Dienstzeit, zum Teil bis auf ein Jahr, vorgenommen haben. Weiter wird auSeinandcrgesetzt. daß jene militaristi­schen Kreise ernsthaft an einen bevorstehenden Krieg mit Polen glaubten, für den schon heute die "entsprechenden Vorbereitungen nicht nur materieller, sondern auch ideeller Art getroffen werden müßten.

Wie zu erwarten war, hat dieEnthüllung* Försters in allen Kreisen des In- und Aus­landes eine gewisse Sensation hervorgerufen. Es kann schon hier gesagt werden: Zustimmung und Freude hat sie eigentlich nur bei den fran­zösischen Chauvinisten und Militaristen hervor- gcrufen. Im übrigen dürfte, soweit es sich heute übersehen läßt, in allen anderen Kreisen im wesentlichen die Auffassung die gleiche sein, daß die Veröffentlichungen Försters nicht nur eine taktische Unklugheit, sondern geradezu eine Perfidie darstellen, für die hier die so oft miß­brauchte BezeichnungLandesverrat* leider nur zu sehr am Platze ist. Es ist eine bekann­te Tatsache, daß wette Kreise des deutschen Volkes auch heute noch immer der Reichswehr und ihren politischen Freunden nicht das rest­lose Vertrauen entqegenbringen, das im Ge- samtinteresse zu wünschen wäre. Und auch den sogenannten nationalen Verbänden stehen wei­te TeUe des deutschen Volkes noch immer skep­tisch gegenüber. Eine Kritik an hier und da austauchenden Plänen ist daher an sich ver­ständlich und braucht, maßvoll geübt, nieman­dem, am allerwenigsten der Gesamtheit, zum Schaden zu gereichen, zumal da man sich doch schließlich nicht mehr der Tatsache verschließen kann, daß die Zeit militaristischer Abenteuer vorüber ist und daß die Entwicklung der in­ternationalen Lage in Europa aus dem Wege ist. anstelle der gewaltsamen Austragung von Meinungsverschiedenheiten den friedlichen Aus­gleich auf dem Wege der Verständigung zu setzen.

Die angeblichenEnthüllungen* Försters gehen aber weit über das nützliche und not­wendige Maß einer Kritik an dem Tun und Treiben militaristischer Kreise in Deutsch­land hinaus. Sie bedeuten in der Tat in ihrer ganzen Form wie auch in dem Aufbau der einzelnen Dokumente einen Landesverrat, der kein anderes Ergebnis haben kann, als Deutsch­land neue Lasten aufzubürden. Das Echo, das die Veröffentlichungen von Förster sofort in der gesamten französischen Presse gesunden ha­ben, läßt in der Tat die eben hier ausgespro­chenen Befürchtungen nur zu berechtigt erschei­nen. Man ist ja gerade in Frankreich im Au­genblick aus der Suche nach neuen Vorwänden, um die offizielle Generalquittung über die Ab- rüstung an Deutschland weiter hinauszuzögern, um sich so um die Notwendigkeit herumzu­drücken, nun doch bald die Frage der Rhein- landränmunq ernsthaft zu behandeln. Diesen französischen Wünschen kommt also Forster aufs weiteste entgegen, war selbstverständlich gleichbedeutend ist mit einer schweren Schädi­gung der deutschen Interessen. Dabei hätte sich Herr Förster schließlich doch auch klar machen müssen, daß er nun und nimmer mit solchen Entbüllunqen*. die nach seiner Meinung vor­handenen Wünsche und Pläne deutscher Milt- taristen aus der Welt schaffen könnte Oder hofft er daraus, Frankreich und seine Freunde, darunter auch Polen, ffit die Rolle eines Ere- kutors gegenüber deutschen politischen Kreisen gewinnen zu können? Wir können nicht glau­ben, daß Herr Förster im Ernst solchen Gedan­kengängen gefolgt ist. als er es für gut befand, jene nnzweckmäßiaen und gefährlichenEnthul- lunaen* der Oefsentlickkeit zu übergeben.

Aber selbst im Einstigsten Falle bleibt da?

Lieber eine Milliarde Mark beschlagnahmtes Eigentum in Amerika.

Washington, 4. August.

Der jüngsten Ankündigung des Schatzseire tärs Mills und des Senators Edwards, daß das neue Freigabegesetz vom nächsten Kongreß sicher angenommen werden würde, folgte heute eine Erklärung des Verwalters des beschlag­nahmten fremden Eigentums Sutherland selbst der die Erwartung qusspvach, daß der Gesetz­entwurf eine der ersten Punkte der Tagesord­nung des Kongresses bilden werde. Im Falle der Einberufung einer Sondersession dürfte der GÄsetzentwurf schon während dieser Sonderta­gung erledigt werden. Sutherland sagte, die Regierung wird auf beschleunigte Erledigung bringen, um die etwa 265 Millionen Dollar

fremden Eigentums endlich zurückzugeben. Rach Annahme des Gesetzes wird die Rückgabe in den meisten Fällen binnen Jahmssrift erfolgen und meine Behörde innerhalb des Jahres auf­gelöst werden. Einige Werte werden vielleicht eine Zeit lang in den Händen der Regierung bleiben müssen, bis dir Einigung mit den frü­heren Eigentümern über den Verkauf erzielt ist. Unberührt von dem Schicksal deS Freigabegeset­zes bleSben die Lizenzprozeffe, von denen vier im Oktober in Delawara vor dem Obersten Ge­richt zum Termin stehen. Es handelt sich hier um dtze Frage, wer Anspruch auf die Tantieme hat, dir die Lizenzinhaber der früheren deut­schem Patente für die Patentbenutzung zahlen müssen.

200 Bergleute lebendig begraben.

Wieder ein schweres Grubenunglück in den Vereinigten Staaten.

Henderson (Kentucky), 4. August. (Funkspr.) Nach einer hier cingetroffenen Meldung wur­den zweihundert Bergleute in einem..

der West-Kentucky-Kohlengesellschaft in "(Hat) (Kentucky) infolge einer Grubenexplosion ein« geschlossen. Rach den ersten Meldungen wird damit gerechnet, daß fünfundsiebzig Bergleute ums Leben gekommen find.

Levin« (Teot

In 14 Tagen startet er zum Ozeanflng.

(Durch Fun'fnrucv >

Rewyork, 4. August.

Im Auftrag Drouhins hat ein Gerichtsvoll­zieher Levine ausgesucht, um diesen zur Erfül­lung seiner eingegangenen Verpflichtungen «n-

zuhalten. Levine erkennte seine grundsätzlichen Verpflichtungen aus dem von ihm unterzeich­neten Vertraue besonders soweit sie finanzieller Natur find, an und versprach, in späteste ns 14 Tagen zusammen mit dem Franzosen Drouhin den Ozeanflug anzutreten.

*

S n Gkscywlnvig* iroflu" um die Welt

Rewyork, 4 August. (Drahtbericht.) Frätr- kein Rasche's Begleiter, Baron Barnekow hat die Absicht angekündigt, einen Geschwindigkeits- flug um die Welt zu unternehmen Er habe zu diesem Zwecke bereits einen Apparat bei eine» amerikanischen Flugzeussgesellschast in Auftrag gegeben. Er werde voraussichtlich in etwa einem Monat von San Franzisko aufstei­gen. Der Weg werde über Hawai, Japan, Chi­na, Indien, Persien und Südeuropa führen.

Vorgehen Försters eine Leichtfertigkeit, für die es bei einem gereiften Mann und erfahrenen Politiker, für den wir Förster bisher immer noch gehalten haben, keine Entschuldigung gibt, zumal sie geeignet ist, die von allen deutschen Kreisen angesttebte politische Entwicklung auf­zuhalten und zu stören. Es ist dringend zu wünschen, daß die amtlichen Stellen mit allen ihnen zu Gebot-- siebenden Mitteln für die Zu­kunft verhindern, daß durch ein ähnliches Spiel mit dem Feuer unnötigerweise neue Ge­fahren heraufbeschworen werden.

Für Hindenburg.

Ein Aufruf des deutschen Großhandels. (Eigener Drahtbericht.)

Berlin, 4. August.

Der Präsident des Reichsverbandes des deutschen Gross- und UebersoehcncdelS, Kommer­zienrat Dr. Louis Ravent. veröffentlicht im Namen des Verbandes einen Ausruf zur Hin- denburgspende, in dem er sagt: Der Reichs Präsident von Hindenburg hat für unser Volk und btt deutsche Wirtschaft in feiner Selbstlosig­keit und in seiner vorbildlichen Treue und Pflichterfüllung soviel Unvergängliches geleistet dass es selbswerständliche Pflicht eines jeden deutschen Grosshändlers fein muss, die Samm­lung mit allen Kräften zu unterstütze« und da­zu befizutNagen, dass durch das Zustandekom­men einer möglichst grossen Summe dem Herrn Reichspräsidenten eine besondere Freude zu sei­ne«, 80. Geburtstage bereitet wird.

SRinifterrat in Berlin.

Für Sonnabend anbercmmt. Thema: Genf.

(Eigener Informationsdienst.)

Berlin, 4. August.

Die grosse Mioisterbefprechung ist aus Sonn­abend bis Montag anberaumt. Die autzerordent- ltchc Bedeutung der Ministerkonferenz liegt in der Vorbereitung der deutschen Anträge für Genf.

*

Lode« gegen das Vostfinnnzgesed.

Karlsruhe, 4. August (Drahtbericht.) Tie badischen Demokraten haben bei der 9?etdto= tagsfraktion die Einrichtung eines Fnitiakiv An­trages gefordert, durch den das bisherige Post­finanzgesetz ausgehoben und die Beschlüsse über

Portoerhöhungen wceder dem Reichstag über­tragen werden sollen.

Die fehle Sitzung.

Vor dem Ende der Genfer Konferenz. (Eigener Drahtbericht.)

Genf, 4. August.

Die im Verlause der Rächt beendete Sit­zung dergroßen Sechs* faßte den Beschluß, eine öffentliche Vollsitzung der Marinekonferenz heute Donnerstag nachmittag um 3 Uhr abzu­halten. Diese Sitzung dürfte also tatsächlich das Ende der Konferenz bedeuten, wenn viel­leicht auch das formelle Ende sich noch einige Tage hinausgögert.

England vermittelt.

Um den Fall OrchieS zu erledigen.

(Eigener Drabtdertchi)

London, 4. August.

In britischen Regierungskreisen hat man versucht, in Paris zu vermitteln, um die pein­lichen Erörterungen über die Greuel vou OrchieS abzuschließen. Auch in Berlin bemüht sich die englische Botschaft, den Loearno-Ge- danken in persönlicher Fühlungnahme mit der Reichsregierung zu retten.

Mit allen Hunden oedetzt.

Daudet durchbricht alle Schranken.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 4. August.

Ditz Action Francaise gibt Mannt, daß Löon Daudet gegen den bekai'utlich noch immer ein Haftbefehl erlassen ist, fich nach Belgien be­geben hat, um mit seiner Familie einige Wochen in der Sommerfrische zuzubringe«. Bereits am Montag seien vorbereitende Massnahmen für seine Reise getroffen worden. 'Weder die aus den Strossen Frankreichs eingerichtete Ueberwa- chunq noch die strenge Bewachung, die die Si­cherheitspolizei ans den französischen Zollämtern organisierte, konnten seine Reise verhindern Er habe die belgische Grenze bereits überschritten. Ohne grössere Schwierigketten werde Daudet auch, wenn er den Augenblick für gekommen er­achte, nach Frankreich zurückkehren. __

Dalai Lama.

Der geheimnisvolle Herrscher von Tibet.

Von '

Raja Mahendra Pratap.

Der Versager des nachfolgende» Aufsatzes, bis vor einem Jahrzehnt regierender Fürst eines gröberen uordiudische» Staates, wurde von bet englischen Regierung wegen seiner uational- iübliche» Politik zu einem Verricht auf seine» Thro» gerwunge«. Er ist ein persönlicher Freund des Dalai Lama.

Ost-Tibet 1926. Langsam zieht ein kleiner Trupp den Weg gen Chamdo, den mühseligen Weg durch Stein und Wüste. Es ist eine Ab­ordnung des Dalai Lama, des Herrschers von Tibet, ausgesandt, um mir zu meiner bevor­stehenden Abreise kostbare Geschenke von Sei­den, Gold und Silber zu überbringen und als Höchstes einen Brief seiner Heiligkeit, in dem es zum Schluß heißt:---wo immer Sie

sich aufhalten mögen, ob nah oder fern, ich bitte Sie stets um das Eine: meinem Laude auch in Zukunft Ihr Wohlwollen zu bewahren --- *. Dalai Lama, Herrscher von Ti­bet: Diese, dem Abendländer geläufige Be­zeichnung, die rein chinesischen Ursprungs ist, ist in dem weiten Lande, dessen Völker dem Dalai Lama untertan sind, wenig beraunt. Die Tibetaner nennen ihren Herrscherdja- Rimpoch'hi*: den König, den Lehrer. Der gegenwärtigedja Rimpoch'hi* istThamchi- Ch'hampo*: der AmMende. Fürwahr,

als allwissend müssen sie gelten, die Könige von Tibet, sind sie doch die In­karnation der Heiligen Seele, die die paradie­sischen Gefilde verließ, herabstieg auf die Erde, um die Menschen zu retten, und die sich nach dem Tode eines Dalai Lama immer wieder aufs neue in einem Menschen verkörpert. Um dieses göttliche Wesen zu erkennen, wird ungefähr ein und eineinhalb Jahr nacv dem Tode eines jeden Herrschers unter den Neu­geborenen des Landes sorgfältig nach irgend­welchen Anzeichen geforscht, die auf eine Be­ziehung zu dem verstorbenen Dalai Lama schließen lassen könnten. Außergewöhnlich be­gabte Kinder werden in den Königspalast ge­bracht und ihnen die von dem Verstorbenen besonders bevorzugten Gebrauchsgegenstände, vermischt mit allerlei Spielsachen, vorgelegt. Diejenigen Kinder, die diese Gegenstände wie­derzuerkennen scheinen, werden als zu dem Verstorbenen in Beziehung stehend betrachtet, und hohe Lamas, Mönche der lamatischen Brüderschaft, nehmen sich ihrer an, um sie zu beobachten und sie weiter zu prüfen. Glück­liches Tibet, wenn die Wahl dann endlich ge-- fallen undder* Dalai Lama erkannt worden ist! Bis in die ärmste deiner Hütten dringt der Freudenrausch, und überall subelt matt dem neuen König zu.

Tas göttliche Kind

wird auf einen Thron gesetzt. Alle Ehren werden ihm erwiesen, die seiner heiligen und königlichen Persönlichkeit gebühren. Staats­männer und höchste Würdenträger dis Bud­dhismus bringen in Demut ihre Ehrerbietun­gen dar, und in aller Feierlichkeit , erteilt das Kind mit seiner kleinen Hand das Zeichen des Segens. Doch mehrere Seelen sind es, dir sich nach der lamaistischen Lehre zmn Heile der Menschheit inkarniert haben. Im Dalai Lama lebt nur die zweit-höchste, die höchste und feinste aber imPanchan Lama* oder Tashi Lama*, dem heiligsten Manne die­ses wunderbaren Landes, der jedoch nur Dem Glauben leben und keine im weltlichen Sinne führende Stellung einnehmen darf. Ans die­sem Grunde ist er auch in allen Staatsange­legenheiten dem Dalai Lama untergeordnet.

Weder Dalai Lama noch Lamas dürfen heiraten und eigenen Besitz haben. Dies letzte Gesetz wird allerdings nicht immer strikt inne­gebalten, doch kaum wird es zu ausfallenden Uebertreibungen führen. Auf jeden Fall geht irgendwelch persönlicher Besitz des Dalai La­ma nach seinem Tode stets aus seinen Nach­folger über, ohne daß dieser in Familienbe­ziehungen zu dem Verstorbneen zu steyen braucht. Im Gegenteil aus dem tiefsten Dunkel kann er zum Firmament der höchsten Ebren aufsteigen, wo et, ein leuchtender Stern, der Anbetung eines ganzen Landes teilhaftig wirb.

Im Glauben an seine Gottähnkichkeft wächst der junge Dalai Lama auf . Seiner Erziehung wird die äußerste Sorgfalt zuge­wendet; er studiert an den besten Stätten der Wissenschaft und hält feierlich!' Empfänge in­mitten der höchsten ' Würdenträger von Staat und Kirche ab. Während der Periode feiner